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am 28. März 2008
Tim Ferriss' Buch ist schwer verdaulich: weil die meisten Menschen nicht hoffen können, als Arbeitnehmer den größten Teil ihrer Arbeitszeit auf wirklich erfüllende Aufgaben zu verwenden, sollte man die Zeit fürs reine Geldverdienen auf das nötigste beschränken - daher der Buchtitel. De gewonnenen Freiheiten kann man dann in etwas investieren, was einen wirklich begeistert.

Anders als viele denken geht es also nicht darum, 4 Stunden / Woche zu arbeiten und dann am Stand zu liegen. Im Gegenteil: was man mit seiner Freiheit/Freizeit anfangen will, das herauszufinden und umzusetzen kann wesentlich anstrengender werden als ein Routinejob.

Tim Ferriss schlägt 4 Phasen vor, mit dem Merkwort DEAL:

*D*efinition: finde heraus, was Du (nicht) willst, was Du befürchtest und mit welchen Ängsten Du notfalls leben kannst

*E*limination: eliminiere beim reinen Geldverdienen alle Zeit- und Produktivitätsfresser, sonst kannst Du Deine reine Arbeitszeit nie vernünftig minimieren

*A*utomatisierung: konzentriere Dich auf Deine Stärken und lasse andere das machen, was Zeit kostet und worin Du selbst nicht gut bist und auch nicht gut sein willst; koordiniere alles so, dass Du es möglichst unabhängig von zeit und Ort managen kannst (Outsourcing ist nicht nur für Unternehmen gedacht)

*L*iberation: Nutze Deine neuen Freiheiten, finde preiswerte Möglichkeiten, neue Orte auf der Welt kennen zu lernen und investiere Zeit in die Dinge, die Dich wirklich begeistern; tu Gutes.

Das Buch ist nicht wirklich als Konsumgut oder Zwischendurch-Lektüre gedacht, denn Ferriss fordert seine Leser. Wer gute Geschäftsideen (Goldesel) oder ein Lobpreis des reinen Nichtstuns erwartet, wird sicher enttäuscht. Alle anderen werden anfangen, über das Arbeitnehmerdasein nachzudenken. Nicht nur über oft sinn-lose Arbeit, sondern auch über scheinbare Sicherheiten, die sich mehr und mehr in Luft auflösen.

Schönes Plus der deutschen Ausgabe, verglichen mit der englischen (habe beide gelesen): alle Online-Links (und es gibt viele!) wurden durchgesehen und wo immer möglich mit deutschen Äquivalenten ersetzt.
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am 13. Dezember 2009
Ein Buch, aus dem sich großer Nutzen ziehen läßt, wenn man folgendes beachtet:

1. Den "Amerikaner" einfach reden lassen. Soll heißen: Ferriss in eben den Punkten nicht allzu ernst nehmen, in denen die amerikanische Mentalität die Oberhand gewinnt. Das sind Textstellen, an denen ein Bewohner Old Europe's sich gezwungen sieht, alle Hühneraugen zuzudrücken, um nicht aufzuschreien. Es sind nicht viele, aber ein paar. Die muß man tapfer ignorieren können, die tun dem Buch an sich jedoch keinen Abbruch.

2. Ferriss hält Fernreisen für eine allein seligmachende Freizeitaktivität. Man sollte da ganz einfach eigene Ziele einsetzen und Ferriss'' Fernreisen-Wahn ignorieren.

3. Das Buch ist ganz klar ein Gewinn für Selbständige; der konkrete Nutzen für Angestellte wirkt etwas konstruiert.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß die deutsche Version des Buches eine tatsächliche deutsche Version ist. Alle Hinweise (Links, Adressen und und und) sind entsprechend "eingedeutscht".

Ich habe das Buch inzwischen mehrfach verschenkt - die Beschenkten waren durchwegs begeistert. Ich habe das Buch allerdings noch nie ohne die oben gemachten Anmerkungen weitergegeben. Und würde das auch nicht tun.
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am 24. August 2008
Das Buch "Die 4-Stunden Woche" von Tim Ferriss ist eine interessante Mischung aus

* (teils fernöstlichen) philosophischen Erkenntnissen über Leben und Glück
* Extrakten modernen Zeitmanagements mit angewandter Prozessoptimierung und Indien-Integration
* Anleitung für ein Internet-Start-Up mit geringstem Aufwand und
* eine gute Portion augenzwinkernder "Smartheit" vermengt mit gesundem Menschenverstand.

Klingt etwas verrückt? Ist es zunächst auch, aber nichts anderes suggeriert ja auch der Titel. Von einer 4-Stunden-Woche dürften die meisten durchschnittlichen Arbeitnehmer und auch Unternehmer so weit entfernt sein wie Tim Ferris von einem 9-to-5-worker.

Ferriss ist 1977 geboren, Self-made-Unternehmer, Weltenbummler und Bestseller-Autor. Der Klappentext sagt zu Ferris Initiation: "Während er fünfzehn Monate durch die Welt reiste merkte er, dass er seine Firma nebenbei in 4 Wochenstunden führen kann. Die gewonnene Zeit nutzte er u.a., um in Berlin Deutsch zu lernen und in Argentinien bis zur Guinness-Buch-Reife Tango zu trainieren." Außerdem erfährt man im Buch, dass Ferriss diverse Kampfsportarten beherrscht, boxt, Motorradrennen fährt und in Mini-Auszeiten die Welt bereist und dabei Sprachen und alles mögliche andere lernt. Eins wird recht schnell klar: Ein Durchschnittstyp, der gern auf dem Sofa liegt und ein Buch liest, ist das bestimmt nicht. Eher jemand, der sein Leben schon immer aktiv selbst in die Hand genommen und dabei einige wichtige Erfahrungen gesammelt hat.

Im Buch wird erklärt, wie man sich in den Schritten
D efinition
E liminieren
A utomation
L Liberation
aus dem Joch eines in einem Job festgezurrten, unbeweglichen und langweiligen Leben befreit. Wer will schon jahrelang unzufrieden und unglücklich buckeln, um dann in der Rente festzustellen, dass er entweder zu wenig Geld oder gar keine Lust mehr hat, sein Leben zu genießen? Und wer unternimmt WIRKLICH etwas dagegen, anstatt nur darüber zu jammern oder es schweigend hinzunehmen, dass es ja nun mal irgendwie so sein muss?

Darum geht es Ferriss - es gibt nur dieses eine Leben, und es ist einfach zu schade, es für etwas zu opfern, das man eigentlich gar nicht machen will. Es gibt so viele andere schöne Dinge im Leben, man muss sich nur trauen, seine Träume überhaupt wieder zuzulassen und aus dem Traum mit einer konkreten Vorgehensweise Realität zu machen. Und das ist die zweite wichtige Botschaft des Buches: Yes you can. Dafür hat Ferriss sich wirklich bemüht, nicht nur auf einer abstrakt philosophischen Ebene eines Standard-Motivationsbuches zu predigen, sondern konkrete Vorgehens-Ideen (natürlich anhand seiner eigenen noch gar nicht so langen Lebensgeschichte) zu liefern.

Es steht viel Richtiges in diesem Buch: Sein Leben muss man selbst in die Hand nehmen, und der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt. Es gibt nichts Gutes außer man tut es. E-Mails, Meetings, Telefonate sind häufig überflüssige Zeitfresser. Produktivität lässt sich mit einem konsequent eingesetzen Pareto-Prinzip um Größenordnungen erhöhen (z. B. konzentriere dich auf die 20% Kunden die 80% deines Umsatzes machen). Nach dem Parkinson-Gesetz dauert das Projekt immer exakt so lange wie Zeit dafür ist. Die wirklich wichtigen Dinge sind selten bequem, also raus aus der Komfortzone. Was ist das Schlimmste was Ihnen passieren könnte. Wenden Sie Sandwich-Kritik an. Und so weiter. Das ist alles nichts bahnbrechend Neues - Tim Ferris hat es nach 15-Stunden-Tagen als Unternehmer und einem Nervenzusammenbruch aber für sich in der Praxis entdeckt.

Es sind auch interessante Ideen dabei, die sich nach mehrmaligem Nachdenken durchaus als nützlich erweisen können. Die Idee, einen persönlichen Assistenten in Indien anzuheuern, an den man für 10 Dollar die Stunde unangenehme Arbeiten delegiert, könnte eine davon sein. Die recht radikalen Ansichten zur "Informationsdiät" könnten eine Rettung für alle sein, die in E-Mails, Telefonaten und Meetings ertrinken und dabei eigentlich gar nichts mehr schaffen.

Für alle, die das Gefühl haben, in ihrem Bürojob langfristig absterben zu müssen und eigentlich viel lieber in den Alpen Fallschirm springen, einen Weltrekord im Bäumesägen in der Schweiz erringen oder in China ein gemeinnütziges Unternehmen gegen Umweltverschmutzung gründen wollen, ist dieses Buch eine Bereicherung und vielleicht auch der Anstoß, endlich den Sprung zu wagen.

Der für mich größte Kritikpunkt an dem Buch sind die Annahmen, die im stillschweigend getroffen werden:

* Jeder sollte Unternehmer werden und sein Unternehmen so gestalten, dass es automatisch mit geringstem Aufwand Geld abwirft, mit dem man sich dann seine Lebensträume finanziert.
* Die meisten hassen ihre Bürojobs, eigentlich wollen sie viel lieber Weltreisen machen, Skifahren in den Anden, in Japan Bus fahren etc., aber trauen sich.

Beide Annahmen passen sehr gut auf Menschen "seines Schlages", aber die Welt besteht nicht nur aus abenteuerlustigen Unternehmern à la Ferriss. Meine Befürchtung wäre, dass keiner mein Buch "Wie ich unbedingt Neureicher Weltenbummler werden wollte aber irgendwie nicht so cool wie Tim Ferris war" lesen möchte, von dem ich dann meinen Lebensunterhalt finanzieren müsste ;-)

Im Ernst: Ferris ist meiner Ansicht nach ein ESTP (MBTI Kenner wissen was ich meine, die anderen verweise ich auf das Buch "Please understand me"). Im Kern also ein SP, ein Jäger, einer der ständig neue Herausforderungen sucht, der nicht Ruhe gibt und mit seiner enormen Energie und Umsetzungsdrang die für ihn wichtigen Dinge umsetzt.

Ich bin eher skeptisch, wenn jemand mit einer "Glücksformel" daher kommt. In den USA sind Bücher der Art "In 100 Tagen Millionär" der Renner, vermutlich kommt jeden Monat ein solches Buch auf den Markt. Das zeigt zumindest, dass die Menschen nach Konzepten zur Verwirklichung ihrer Träume suchen, wenn auch die wenigsten die Ratschläge wirklich umsetzen werden (können). Dass das Buch "4-Stunden-Woche" heißt, verdeutlicht aber, dass Ferriss einen etwas anderen Weg geht: Du brauchst keine Million, du brauchst nur soviel Geld um deine Träume zu leben - und die erstaunlicherweise manchmal deutlich billiger als eine Mietwohnung.

Trotz aller Kritik hat das Buch daher auch seine Berechtigung: Wer nicht nur für eine empfundene Tretmühle leben möchte (als Arbeitnehmer oder Unternehmer) und sich vorstellen kann, dafür mit seinen gewohnten Denkweisen zu brechen, findet im Buch konkrete Ansätze für eine "Flucht". Ferriss ist den Weg gegangen und hat dabei etwas über Bord geworfen, was die meisten seiner Leser davon abhalten wird, sein Leben einfach nachzuleben: Die Angst zu scheitern.
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am 31. Juli 2008
Manche Leser werden dies Buch nicht verstehen, denn sie sind der festen Überzeugung, daß der Mensch dazu geschaffen ist, zwecks Vermehrung des Profits Dritter (einschließlich eines ineffizienten Staates) seine Lebenszeit in einer mit netten Accessoires dekorierten Tretmühle aufzubrauchen. Das Leben wird auf zwei oder drei Wochen Urlaub reduziert und ansonsten auf den Ruhestand verschoben, den viele dann gar nicht erst erleben.

Wie ein jeder sich sein Leben gestaltet, muß er selbst entscheiden. Aber damit sind viele bereits überfordert.

Daß sie eine Entscheidungsfreiheit haben, ist vielen Menschen nicht mehr bewußt. Sie sind ihren eigenen Wünschen entfremdet, ihre Vitalität erstickt. Freiheit bedeutet, das zu tun, was für einen wesentlich ist. Das Leben selbst, das Entdecken der Welt und der eigenen Möglichkeiten und Grenzen: Weg und Ziel zugleich.

Geld ist eine Resource, die zur Freiheit verhelfen kann - oder die Sklaverei mit anderen Mitteln fortzusetzen. Für kluge Menschen ist Geld wie Benzin: ohne Treibstoff bleibt das Auto stehen. Ist es ein gutes Gefühl, im Auto zu sitzen und sich von anderen abschleppen zu lassen? - Ich finde nicht. Es muß nicht viel Geld sein, aber immer ein wenig mehr als genug.

Wenn man seine Bedürfnisse so weit reduziert, daß man überhaupt kein Geld braucht, kann man ins Kloster gehen als Mönch oder Nonne. Warum nicht, wenn man das will?

Wer auf das Materielle nicht verzichten kann, geht arbeiten, weil das die meisten anderen auch tun; hinterfragt wird das von der überwiegenden Mehrheit nicht. Und man arbeitet meist für andere, vor allem aber gegen sich selbst. Diese anderen arbeiten selbst genauso viel oder noch mehr, benutzen das verdiente Geld aber nicht zur Vermehrung ihrer Freiheit, sondern für ein erhöhtes Konsumniveau - bei den sogenannten Reichen sind die Gimmicks bloß teurer, nicht nützlicher. Der Drang gesunder Menschen nach Freiheit und Selbstverwirklichung wird kanalisiert und auf die Mühlen des verdummenden Konsums umgelenkt.

Es mag paradox klingen, aber ich bin zutiefst davon überzeugt, daß diese Welt ein besserer Ort für alle wäre, wenn möglichst viele Menschen einfach nur das tun würden, was sie WIRKLICH wollen, nicht, was ihnen eingeredet wird. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, das herauszufinden, und daher ist selbstbestimmtes Leben die seltene Ausnahme, denn selbständiges Denken wird in unserem System (mit institutionalisierter Bildung und Medien, die nur dem Profit und der Ablenkung vom Wesentlichen dienen) nicht gefördert, sondern gezielt verhindert.

Die Prioritäten des Lebens für sich selbst zurechtzurücken, seinen eigenen Weg zu finden, dazu ermutigt dies Buch. Wer zu feige oder fantasielos dazu ist, soll und wird es lassen und weitermalochen. Den anderen kann dies unkonventionelle Buch manche Anregung geben, auch wenn die vorgestellten Konzepte nicht für jeden und von jedem umsetzbar sind.
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am 23. Januar 2010
Gerade habe ich das Buch "Die 4-Stunden-Woche" zuende gelesen und bin zwiegespalten. Einerseits finde ich einige seiner Ansätze für mich brauchbar und werde einiges davon mitnehmen - diese Ansätze sind aber nicht neu, es gab und gibt sie in einem Haufen Bücher. Nichts desto trotz bleiben sie natürlich wahr:
Wieviel brauchst Du wirklich, um glücklich zu sein?
Mehr Geld heißt noch nicht mehr Glück.
Wahre Freiheit heißt auch, sich aus seinen selbstgestrickten oder sogar nur erdachten Abhängigkeiten zu befreien. Welche Deiner Abhängigkeiten sind selbstgemacht und von welchen kannst Du Dich ohne größere Einbußen befreien?

Aaaber - die Lösung, die Ferriss vorschlägt entspricht in keinster Weise meinen Werten oder Zielen.

Zunächst einmal soll man sein Arbeitsleben wirklich kondensieren - was brauche ich, um meine Arbeit wirklich gut zu machen: Konzentration. Also: kein Fernsehen, keine Zeitungen, so wenig emails, Meetings und Telefonate wie möglich. So weit so gut. Würde mir keinen Spaß machen, aber seine Arbeitsweise auf den Prüfstand zu stellen, finde ich soweit erstmal in Ordnung.

Als zweiten Schritt soll man sein Leben durchforsten und alles an persönliche Assistenten und Dienstleister abgeben, was diese schneller und günstiger als man selbst lösen können. In Ferriss' Fall bedeutet das Outsourcen zu Assistenten in Callcentern nach Indien - da nun leider weder deutsche Ämter noch Websites noch Zeitungsartikel noch irgendwas in Englisch funktionieren, ist diese Idee für deutsche Leser schlicht unbrauchbr. Nimmt man nun aber (wie im Buch geraten) deutsche Assistenten reduziert sich die Anzahl der outsourcebaren Tätigkeiten extrem, da man dann schlicht auch deutsche Löhne zahlen muss. Obwohl ich so schlecht nicht verdiene, würde sich eine Büroassistenz oder ein privater Assistent, der mir Tische reserviert und Tickets bucht in keinester Weise lohnen.

Seinen Hauptpunkt finde ich hingegen weder nachahmenswert noch sozial in irgendeiner Art verantwortungsvoll - deswegen gibt es von mir auch nur einen einzigen Punkt: Suche Dir ein Produkt, dass man möglichst billig in Asien produzieren lassen kann und vertreibe es hochautomatisiert möglichst pe Yahoo-Online-Shop in deinem eigenen Land. Da ich von der Verlagerung möglichst vieler Wertschöpfungsschritte nach Asien und damit einer selbstkreierten Abhängigkeit ganzer Volkswirtschaften Europas und Amerikas sehr wenig halte, werde ich das mit Sicherheit nicht unterstützen. Natürlich appeliert Ferriss' an das Verantwortungsbewußtsein der Menschen für ihr eigenes Leben - nimm Dein Schicksal in die Hand, ruft er uns zu. Soweit ginge ich mit, schlicht unreflektiert und unzufrieden die Zeit bis zur Rente in der Arbeit absitzen, kann keine Lösung sein.
Ferriss' Modell aber leider auch nicht - scheffele Geld, indem Du Produkte mit extrem hoher Marge vertickst und lebe dabei gleichzeitig möglichst in Ländern, die Du schon immer kennenlernen wolltest und in denen Dein Lebensstandard deutlich günstiger zu haben ist.

Sollten auch nur 50% der Leser seine Ratschläge komplett befolgen, haben wir bald eine noch größere Schwemme an unnützen Online-Shops mit asiatischen Produkten, deren Idee, Unternehmensgründung und Verwaltung durch indische Assistenten abgewickelt wird. Die Menschen, an die die Marge letztlich fließt, sitzen währenddessen in (möglichst Entwicklungs-) Ländern und lassen die Beine baumeln. Eine Vision der Welt wie diese jagt mir einen Schauer über den Rücken.
1010 Kommentare|304 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Inhalt:

Ferriss will uns ' seine Leser ' aus dem Hamsterrad aus Arbeit, Freizeit, Urlaub und Ruhestand rausholen. Denn auf einer Weltreise hat er festgestellt, dass er sein Unternehmen mit einem Aufwand von 4 Stunden pro Woche führen kann - daher der Titel 4-Stunden-Woche. Das hat ihn überzeugt und macht ihn zum Propheten eines Lebens, das das Verhältnis von Arbeit und Freizeit optimiert.

Dazu berichtet er von Werkzeugen, um Zeitdiebe zu eliminieren, das Zeit-Geld-Verhältnis zu verbessern und berichtet von Tricks sich aus dem starren Anwesenheitszwang im Büro zu lösen.

Ferriss beschreibt diese Werkzeuge und Überlegungen sehr anschaulich und unterhaltsam, indem er vielfach auf Geschichten seines Weges oder dem Dritter zurückgreift.

Bewertung:

Dieses Buch schwebt irgendwo zwischen Genie und Unsinn.

Genie, weil Ferriss durch seine lockere und unterhaltsame Art zu erzählen, begeistert. Er spricht die Emotionen und Sehnsüchte seiner Leser an und gibt ihnen eine Stimme. Er nimmt Vielem, das der Normalsterbliche als sehr aufwändig oder schlicht unmöglich einstufen würde die Schwere und fordert auf, es einfach mal auszuprobieren. Er entmystifiziert Grenzen, die wir in unserem Kopf herumtragen und öffnet den Blick für neues. Und das macht er in dieser Art wirklich als erster.

Sicherlich spielt hier auch die amerikanische Mentalität rein, die die Dinge für uns Mitteleuropäer noch fremder scheinen lässt. Dennoch, der Schwung und seine Konsequenz, seine Umsetzungsstärke und diese Leichtigkeit, mit der er seine Leser zum großen Wurf auffordert; all das macht das Buch zu einem Geniestreich moderner Motivationsliteratur.

Unsinn hingegen, weil sein Vorschlag zur Befreiung des geknechteten Arbeitnehmers bzw. Unternehmers keine Lösung ist. Die durchschnittliche, deutsche Arbeitswelt ist einfach (noch?) zu weit von Ferriss Ausgangspunkt entfernt.

Unsinn auch, weil sein Vorschlag auf der Ausnutzung Dritter basiert. Sei es im Büro, wo er seine eigene Zeit auf Kosten von Kollegen einspart. Oder seien es seine verschiedenen Möglichkeiten, Zeit im Büro zu sparen, indem man sich aus verschiedenen Ritualen des Bürolebens herauszieht. Das mag befreiend wirken, nimmt dem Arbeitsleben insgesamt aber auch die erleichternden Aspekte (die vielleicht ja irgendwann nicht mehr nötig sind, weil alle Arbeitsknechte befreite 4-Stunden-Arbeiter sind ;-) ).

Fazit:

Ferriss und seine 4-Stunden-Woche bekommen von mir 4 Sterne. Denn es ist ein Buch, das zum gerechtfertigten Umdenken in beruflichen Fragen antreibt, Begleitung beim Umdenken liefert und durchaus mit einer gehörigen Portion Substanz motiviert.

Wenn ein Käufer nicht erwartet, DAS Instant-Rezept für nur noch vier Stunden Arbeit pro Woche zu finden, wird er nicht enttäuscht sein.

Ich habe dieses Buch im Zuge der Rezension nun das dritte Mal gelesen und bin schon wieder begeistert. Auch Freunde und Familie berichten ähnliches. Von daher: Unbedingt Lesen.
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am 12. Oktober 2013
Leider ist Herr Ferris nicht glaubwürdig. Das ist das große Problem. Jeder vernünftige Mensch stutzt natürlich bei seinen Beschreibungen, wie einfach es doch sei, mit den langweiligsten Produkten (in Beispielen nennt er etwa eine "Yoga für Kletterer DVD" oder gestreifte Hemden aus Frankreich)einen florierenden Onlineshop aufzuziehen, der mehrere tausend Euro monatlich an Reingewinn abwirft. Wer bereits einen solchen sein eigen nennt, bekommt sicher gute Anregungen, sein Leben zu vereinfachen, aber ansonsten ist das ziemlicher Käse. Die Angaben zu seinem eigenen Einkommen durch seinen Onlineversand variieren im Laufe des Buches kräftig und liegen mal bei 40.000 Dollar und mal bei 70.000 Dollar pro Monat. Wenn ich so ein Unternehmen habe, dann stelle ich einen Geschäftsführer ein, gebe ihm 100.000 pro Jahr und hab auch meine Ruhe. Schwupps! Habe ich die 0 Stunden Woche erfunden. Kann man nur leider kein lukratives Buch drüber schreiben... Mist! Zum Ende des Buches wird es dann leider immer unrealistischer, gerade wenn es darum geht, auch Angstellten uneingeschränkte Reisefreiheit durch Heimarbeitsabkommen zu gewährleisten. Das ist jenseits jeder Realität. Und spätestens als Herr Ferris behauptet, man könne am Prenzlauer Berg in Berlin ein Arpartment von "enormen Ausmaßen"(sic!) inkl. Strom und Telefon (und wohl auch möbliert) für 300 Dollar(nicht Euro!) im Monat mieten, spätestens da huschte mir ein müdes Lächeln über's Gesicht. Mehrfach behauptet er im Buch auch, er könne deutsch. Eine schnelle Recherche bei Youtube beweist das Gegenteil. Eine kurze Werbeansprache für sein Buch ist auf deutsch zu finden, und diese klingt extrem mies nach phonetischem Auswendiglernen, inkl. falscher Betonung etc. Die Kommentarfunktion ist für dieses Video wenig überraschend ausgeschaltet. Es existieren aber (min.) 2 weitere Videos, in denen er deutschen Herren mit grausamem deutschen Akzent in Deutschland Interviews gibt, natürlich komplett auf Englisch. Warum? Weil er in Wirklichkeit gar nicht richtig gut deutsch kann. In Wirklichkeit kann man auch nicht mal eben einen lukrativen Onlineshop eröffnen oder mal eben nur noch von zu Hause aus arbeiten und seine Arbeit dann auf einmal locker in wenigen Stunden pro Woche schaffen. Natürlich nicht. Trotzdem 2 Sterne von mir, da das Buch durchaus dazu animiert, sein Leben mehr zu genießen und der Freizeit mehr Priorität einzuräumen. Außerdem ein großes Lob für die Übersetzung, die auch die diversen Hinweise auf Homepages, Reisewarungen etc. perfekt für den deutschen Markt angepasst hat, Hut ab!
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am 1. Oktober 2013
Sorry, aber das mit den 4 Stunden haut nur hin, wenn man so von sich eingenommen ist, wie der Autor. Ein bisschen zu viel "...bin ich nicht toll und du warst bis heute ein Depp"
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TOP 500 REZENSENTam 21. September 2008
Normalerweise mache ich um die Regale mit den Lebenshilfe-Büchern einen großen Bogen. Warum Geld und Zeit für weitschweifige Anleitungen einsetzen, wenn man durch selbständiges Nachdenken oder durch Gespräche mit Bekannten leicht selber darauf kommt? Was aber passiert, wenn einem in der Stadtbibliothek ein Buch mit dem Prädikat "Das Kultbuch aus den USA" und dem dreisten Titel "Die 4-Stunden-Woche" direkt unter die Nase gehalten wird? Man muß es lesen. Es ist naiv, frech, skurril, überraschend, humorvoll, unterhaltend, informativ, manchmal ein bißchen widersprüchlich, aber vor allem authentisch. Zu den klaren Fehlern gehört, Vilfredo Pareto als fast vergessenen Theoretiker zu bezeichnen; er gehört zu den Klassikern. Ob Ferriss' minimalistisches Programm so realisierbar ist, ist dagegen gar nicht entscheidend. Wichtiger ist sein lebensphilosophisches Leitmotiv, daß es aus mehreren Gründen ein Denkfehler sei, den Ruhestand als Ziel oder Erlösung vom Arbeitsalltag zu betrachten. Man könnte meinen, daß für den, der dies verstanden hat, und zum Ausgangspunkt für eigene Überlegungen nimmt, die Lektüre dieses autobiographisch geprägten Ratgebers entbehrlich wäre. Aber das unglaubliche Sammelsurium von großen und kleinen Tips und Tricks, die Ferriss aus seiner Leitidee gewonnen hat, und die Ernsthaftigkeit, mit der er allem nachging, entfalten eine ganz eigene Wirkung. Das Leitmotiv wird anschaulich und der Leser kommt nicht umhin es ernstzunehmen. Ein individueller Weg könnte nun beginnen.
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am 17. September 2012
Was man in seiner Freizeit wirklich machen will, welche Belange man wirklich hat, wer man sein will, gilt es zu allererst zu definieren. Daraufhin sollte man alle Nebensächlichkeiten, jeden unnötigen Zeitaufwand, Ablenkungen und Ballast der nichts mit den eigentlichen Belangen zu tun haben erkennen und eliminieren, vollständig ausblenden, ignorieren. Das Wesentliche im Auge behalten, alles was nicht dem langfristigen Ziel dient gilt es zu minimalisieren. Hier wird jeder etwas in seinem Umfeld finden. Welche Sicherheiten sind dir wirklich wichtig, welchen Besitz musst du wirklich haben und was ist nur unnötige Belastung? Die eigenen Stärken voll ausnutzen, Schwächen hingegen outsourcen und automatiseren. Beachte die 80/20 Regel. Nutze deine Freizeit sinnvoll, verwirkliche deine Interessen, Lebe deinen Traum und zwar sofort. Halte dich dabei so unabhängig wie möglich von Geld ,das ist die eigentliche Botschaft dieses Buches.

Der Ansatz ist nicht neu, nur gut zusammengefasst, an Beispielen beschrieben und aufs Wesentliche komprimiert. Die Umsetzung für Geschäftsideen, der Weg in die Selbstständigkeit als gesamte Anleitung wie z.B. einen Internetshop zu eröffnen und Produkte vorab auf Markttauglichkeit zu testen wird umfangreich beschrieben, daher ist das Buch eher für Unternehmer oder solche die es werden wollen.

Lege die erste Priorität auf Effektivität, nicht zwangsläufig nur auf Effizienz. Verwende Geld für deine Freiheit. Begehe nicht den Fehler in einem Job zu arbeiten der dir nicht gefällt und für den Verdienst Dinge zu kaufen die du eigentlich gar nicht brauchst, nur weil die Masse dich dazu inspiriert hat, du sonstwo mithalten willst oder gar Angst vor Verschlechterung hast. Löse die Fesseln sinnloser Kultur. Arbeite nicht gegen dich selbst! Lass dir von der Werbung und deiner Umgebung nicht die Sinne vernebeln. Betrachte das große Ganze, die Gesamtheit! Finde eine zweite Einnahmequelle und automatisiere Diese nach und nach.

Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft die die Bedürfnisspyramide langsam weiter hinaufklettert. Materielle Dinge und mittlerweile auch schon Luxus verlieren nach und nach an Wert. Leistung und Selbstverwirklichung werden größer geschrieben. Das Buch ist ein Teil dieser Entwicklung. 3 Sterne
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