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55 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine brillante Diagnose für einen kranken Staat.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
In „Wer ist John Galt?" („Atlas Shrugged") schildert Ayn Rand einen Staat, der alle kreativen Kräfte immer stärker drangsaliert und die Gewinne der Unternehmen sozial umverteilt. Die Unternehmer fliehen schließlich nacheinander alle in ein entlegenes Gebirgstal, dorthin - wo nur noch die Leistung zählt. Das führt zum Zusammenbruch des Sozialstaats. - Der Rezensent hat im Osten 15 bis 20 Jahre lang den wirtschaftlichen Niedergang erlebt, die ersten 5 Jahre fast unmerklich, dann immer fühlbarer und schließlich mit dem Untergang des staatswirtschaftlichen Systems endend. Nach der Wiedervereinigung kann er seit etwa 10 Jahren erneut alle Zeichen des Niedergangs beobachten, die ersten fünf Jahre fast unmerklich, inzwischen schon für jedermann erkennbar. Die kreativen Kräfte verlassen das Land. Oder sie haben sich, wie in den neuen Bundesländern, gar nicht erst ausreichend angesiedelt. Das Kapital flieht den Standort Deutschland. „Nicht weniger als 59% der mittelständischen Unternehmen haben bereits Standorte in anderen EU-Ländern errichtet ... 40% des ungarischen Bruttoinlandsprodukts werden mittlerweile in Unternehmen mit deutschen Eigentümern erarbeitet.", lesen wir bei Sinn.Die Ursachen macht der Verfasser in der Hochlohnpolitik der Gewerkschaften, in einem überzogenen Sozialstaat und einer ausufernden Steuerbelastung fest. Die Höhe der deutschen Sozialleistungen lockt Einwanderer und Familiennachzug an und drängt im Niedriglohnsektor geringqualifizierte und ältere deutsche Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit. Das Rentensystem vollbringt eine gigantische Umverteilung der Leistungen der Familien mit Kindern zugunsten der Kinderlosen. Deshalb ist ein dringender Reformvorschlag von Sinn, die Kinderlosen aus der Rentenversicherung weitgehend herauszunehmen und zu einer Kapitalansparung zu veranlassen. Noch dürfte es dem Durchschnitts-Westdeutschen schwer fallen zu begreifen, wohin die Reise längst geht, noch geht es ihm viel zu gut. Noch. Jahrzehntelang hatte man sich daran gewöhnt, in Europa Spitze zu sein. So wird möglicherweise ein politisches Umsteuern schwer oder unmöglich sein. (Jetzt müßte man sich z.B. auch weigern, weiterhin der Hauptzahlmeister der EU zu sein.) Es ist zu befürchten, daß das deutsche Einzelkind erst in den Brunnen gefallen sein muß, ehe diese Sinn-Botschaft verstanden wird. - Das Buch ist in einfachen und verständlichen Worten geschrieben und vom Verlag gut aufgemacht, mit farbigen Diagrammen, Sachregister und Quellenhinweisen. Es ist so gut, daß es zur Pflichtlektüre eines jeden Politikers gehören und von Studenten und politisch Interessierten aller Richtungen diskutiert werden sollte. Als ergänzende Literatur können „totgedacht" von Baader, „Die IQ-Falle" und „Die demographische Zeitenwende" empfohlen werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
75 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Warum hab ich mir das nur angetan?,
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich mich nun tagelang durch das 500seitige Buch gequält habe frage ich mich, warum eigentlich? Habe ich etwas Neues erfahren? Eigentlich nicht! Sinn spricht auch nur das aus, was seit Jahren durch die Medien geistert, egal, ob es nun richtig oder falsch ist. Dass ein gutsituierter Wohlstandsmensch das Heil im Sozialabau sieht, kann auch nicht wirklich verwundern. Dass Sinn immer noch meint, ein „reformiertes" Deutschland kann im freien Markt auf Dauer mit den Billiglohnländern konkurrieren, sollte auch den letzten Leser stutzig machen.
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51 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Macht keinen Sinn...,
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Hans Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo - Instituts und neoliberaler, von den Medien hofierter Vordenker einer Umverteilung von unten nach oben, zeigt in seinem neuen Buch wieder einmal, wie man mit Halbwahrheiten und irreführenden Statistiken die Realität so zurechtzimmern kann, das es für die eigene Position „Sinn" macht.In seinem Kapitel über die Globalisierung, die seiner Meinung nach den Wohlstand aller erhöhen würde, behauptet er, dass „der Anteil der Menschen, deren Realeinkommen unter einer standardisierten Ein-Dollar-pro-Tag-Grenze liegt, (ist) vom Jahr 1980 bis zum Jahr 2000 von 44% auf 13% gefallen" (Seite 87). Dabei bezieht Sinn sich auf die bei Neoklassischen beliebte Statistik des indischen Wirtschaftswissenschaftlers Surjit Bhalla. Diese Behauptung sowie Bhallas Statistiken sind objektiv falsch und irreführend, wie ein Blick in den „Bericht über die menschliche Entwicklung 2003" der UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) zeigt: Im Jahr 2000 liegt der Anteil der Menschheit mit einem Durchschnittseinkommen unter einem Dollar bei 23,3%. (UNDP 2003 Seite 51). Rechnet man China, die nahezu am stärksten wachsende Volkswirtschaft der Erde heraus, so liegt der Anteil bei 25%. Hier noch ein weiteres Beispiel für Sinns „Ars poetica" im Umgang mit der Statistik: „Die Globalisierung ist ein erheblicher Beitrag zur Überwindung der Teilung der Welt in Arme und Reiche. Vor 20 Jahren bestand die Welt aus den 14% Reichen, die in den OECD - Ländern lebten, und den 86% Armen im Rest der Welt. Mit Indien, China, den südostasiatischen Tigerländern und den OECD Staaten beträgt heute der Anteil der Menschen, die in Ländern leben, die die Armutsfalle überwunden haben, bereits 55%. (Seite 86) Diese Darstellung ist vollkommen irreführend, weil Sinn die Einkommensunterschiede innerhalb der Länder (z.B. China und Indien) nicht berücksichtigt und somit alle Einwohner der Staaten, die insgesamt gesehen über der Armutsgrenze stehen, zu den „Reichen" mitzählt. Eine etwas objektivere Berichterstattung kommt zu dem Ergebnis, „das die globale Ungleichverteilung zwischen 1987 und 1998 gestiegen ist. Festzustellen sei „ein zunehmendes Einkommensgefälle zwischen den reichsten und Ärmsten...und ein Rückgang bei der mittleren Einkommensgruppe der Weltbevölkerung." (UNDP 2003 Seite 49) Dies sind nur zwei Beispiele für die unseriöse Untermauerung der Sinnschen Thesen, die immer auf einen Sozial-, Arbeitnehmer - und Demokratieabbau hinauslaufen. Hier noch ein Hinweis auf Sinns inhumane Gesellschaftsvison, anschaulich dargestellt in seinen Auslassungen zum Thema Demographie und Geburtenrückgang: „Wer keine Kinder in die Welt setzt und großzieht, dem kann eine erhebliche Rentenkürzung zugemutet werden. Die Rente sollte nicht auf Null (!?) reduziert werden...doch erscheint beim durchschnittlichen Rentenbezieher eine Kürzung der Rente auf die Hälfte als angebracht" (H.W.Sinn: "Das demographische Defizit" in: Christian Leipert: Demographie und Wohlstand Seite 85) Wie gut, dass sich der Professor niemals um seine Altersvorsorge wird kümmern müssen, dafür hat er ja die Steuerzahler. Alles in allem ist Sinns Buch ein durchsichtiges Manövrieren im Gewässer der neoliberalen Heilsprediger und Deregulierungsschreier, die lieber heute als morgen den Demokratie - und Zivilisatorischen Fortschritt des Wohlfahrtsstaats auf dem Rücken der abhängig Beschäftigten und den „Verdammten dieser Erde" opfern möchten. Wer aber Spaß an der zynischen Gedankenwelt von „einem der renommiertesten Ökonomen Deutschlands" (Sabine Christiansen) hat, sollte sich dieses Buch kaufen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
in didaktisch gelungener Weise treffend analysiert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Nunmehr liegt - recht bald nach den Erstauflagen - eine korrigierte Auflage vor. Erfreulicherweise ist der Teil des Buches, der vormals einen Fehler bei der Darstellung des Anteils Deutschlands und der USA am Weltexport enthielt, grundlegend überarbeitet worden, sodass der Leser ein rundum gelungenes Buch bekommt, welches - meist kurzweilig mit spitzer Feder, nur vereinzelt etwas dröge und trocken - nicht nur Deutschlands wirtschaftliche (und wirtschafts-, bildungs- und gesellschaftspolitische) Misere analysiert, sondern auch mit - wie ich finde durchaus machbaren - Therapievorschlägen aufwartet.Gerade was die Analyse betrifft sind manche Erkenntnisse sicherlich nicht neu - man hat sowieso den Eindruck, dass der aufmerksame Zeitungsleser schon seit Jahren einen deutlichen Erkenntnisvorsprung gegenüber politischen Entscheidungsträgern hat. Das Buch ist allerdings mehr als eine bloße Aneinanderreihung verschiedener Aussagen, die man so oder so ähnlich schon einmal gelesen hat. Dem Autor gelingt es ganz hervorragend, den Gesamtstoff so zu gliedern und aufzubereiten, dass weder überladene Datenflut entsteht noch der Blick auf das Zusammenwirken der verschiedenen politischen, demographischen und marktbezogenen Mechanismen verstellt wird. Wer öfters sowohl wissenschaftliche als auch populärwissenschaftliche Literatur gerader deutscher Autoren zur Hand genommen hat, wird wissen dass dies eine Kunst ist. Die Gedanken des Autors zur europäischen Verfassung und dem Stichwort Sozialunion habe ich noch nirgendwo so gelesen. Auch was das Therapieprogramm Sinns betrifft finden sich dort einige Punkte, die noch nicht oder jedenfalls nicht allzu ausführlich in die tagespolitische Diskussion Eingang gefunden haben. Das Buch wäre ein nüzliches Geschenk für Stoiber, Merkel, Eichel, Schröder, Clement, Koch und viele andere.....
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33 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Verständlich Deutschlands Probleme auf den Punkt gebracht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Hans-Werner Sinn ist hier ein großes Werk gelungen, das Deutschlands Probleme sehr treffend beschreibt und eigene Lösungen aufzeigt. Er zeigt, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden, zu welchen Auswirkungen unser aufgeblähter Wohlfahrtsstaat geführt hat und wie wir wieder zu einer Leistungsgesellschaft zurückkehren können. Dazu ist allerdings ein radikales Umdenken notwendig. Falsche Rücksichtnahme und endlose Sozialleistungen können wir uns nicht mehr leisten. Der Staat muss auf ein gesundes Maß zurückgeführt werden.Hierbei schreibt Sinn sehr leserfreundlich, auch Leser, die kein Grundwissen in Volkswirtschaftslehre haben, werden dieses Buch verstehen. Ebenfalls erfreulich ist, dass Sinn auf jede politische Schaumschlägerei verzichtet, objektiv schreibt und sein Buch wissenschaftliche aufbaut, was es im Gegensatz zu Büchern - insbesondere von Politikern - besonders wertvoll macht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
47 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Neoliberaler UnSinn,
Von MaschineGun "mashinegun" (Baumschule) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Herr Sinn bringt die üblichen veralteten Thesen zu Wort.- Niedrigere Löhne - Weniger Sozialleistungen - Privatisierung von Rente und Gesundheit - Weniger Arbeitsschutz - Weniger Steuern - "Leistung" muss sich wieder lohnen - Weg mit Gewerkschaften - usw. Der typische neoliberale Angriff auf Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Hört der Versuchte Mord an der europäischen Aufklärung durch diese neoliberalen Ideologen den nie auf. Damit ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
34 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
H e r v o r r a g e n d,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Nicht abschrecken lassen vom Titel, auch nicht vom Buchumschlag und nicht vom Vorwort. Das ist alles reißerisch und schreckt gerade die Leser ab, die diese Kost am nötigsten haben. Denn wir bekommen eine Darstellung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands, die in ihrer Klarheit genauso faszinierend wie erschreckend ist. Wohlstand kommt durch Arbeit und nur durch sie, und ein schreiender Skandal ist die Massenarbeitslosigkeit. Dabei stellt SINN die gesellschaftlichen Bereiche vor, die mit der Misere ursächlich verbunden sind, u.a. das gewerkschaftliche Lohnkartell, den Sozialsystem, den Steuerstaat. Und alles wird noch schlimmer werden durch die Bevölkerungsentwicklung und möglicherweise auch durch die EU-Erweiterung. SINN argumentiert immer tiefgehend und hat die nötigen Zahlen zur Hand, wir hören keine vordergründigen Analysen und keine entsprechenden Lösungsvorschläge. Im Gegenteil: Dadurch, dass SINN die Kräfte und Prozesse der Wirtschaft erläutert, insbesondere, wie sich Unternehmer verhalten müssen, wenn sie mit bundesdeutschen Verhältnissen konfrontiert werden, aber auch wie die Lohnersatzsysteme auf den Arbeitsmarkt wirken, stellt er heraus, dass hier keine Kosmetik angebracht ist. Tragisch, aber zwangsläufig konnte es deshalb auch keinen Aufschwung im Osten geben. Er stellt klar, dass das soziale System, auf das wir so stolz sind, keine Zukunft hat. Wir fressen uns selber auf. SINN spricht deutlich und pointiert, auch mal polemisch. Vor allem ist er verständlich, analytisch und sachlich. Trotzdem erzeugt er eine Spannung, die für mich viel größer ist als bei einem Krimi. Denn er deckt die grausamen wirtschaftlichen und politischen Folgen unserer Lage auf, sendet vernichtende Pfeile auf die Gewerkschaften, die Konstruktion unseres Sozial-, Steuer- und Rentensystems und ähnliches. Auch die Ursachen und Folgen des Kindermangels erklärt er durch diese Rahmenbedingungen. Vor allem wird deutlich, wo es nicht weitergehen kann und warum. Es geht um unsere Zukunft, vor allen die unserer Kinder. Es ist darum vor allem eine Herzensangelegenheit, eine Verpflichtung und ein Liebesdienst, den wir zu leisten haben - und auch wollen. Diese Leidenschaften sind auch die Motive von SINN gewesen, als Wissenschaftler dieses Sachbuch zu schreiben. Er hat hier einen hervorragenden Beitrag dazu geleistet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Leider muss ich einen Stern vergeben...,
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Deutschland geht es schlecht, weil es uns an Optimismus mangelt?!Das es nach dem Lesen noch nicht zu Massenselbstmorden verzwifelter Deutscher kam verwundert mich. Lesen Sie diesen Unsinn nicht und investieren Sie ihr Geld lieber in ein paar BigMäcs mit extra-fetten Fritten. Der Vorschlag ist zwar nicht unbedingt sinnvoll oder gesund, aber macht sicherlich mehr Spaß. Kaufen Sie dieses Buch nicht! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Beängstigend,
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Dass wir in Deutschland richtig mies da stehen, das wissen wir ja wohl alle. Zu alt, zu faul, zu wenig Bildung, zu unflexibel, zu anspruchsvoll. Na ja.Und in zahllosen Büchern und Talk Shows werden täglich die notwendigen Gegenmittel vorgetragen. Steuerreform, Änderungen des Tarifrechts, Rentenreform, Gesundheitsreform. Ja. Geht auch irgend wie ein bisschen voran, gerade mal. Und darüber bin ich fast schon verblüfft. Na sowas, geht doch. Und man mag sich dann auch wieder anderen Themen zu wenden. Sie tun doch was. Wenn man Sinn liest, dann wendet man sich nicht ab, sondern es graust einen. So ein bisschen hier und da, Annpassungen am System, hier ein bisschen hoch, dort ein bisschen runter: das ist Selbstbetrug. Sinn schneidet tiefer, legt die Ursprünge frei. Wo die grundsätzlichen Fehler in unserem System sind. Diese Fehler zeigt er mit aller Deutlichkeit, knapp, für jeden verständlich. Und vor allem: er zeigt die notwendige Lösung auf. Nicht: man könnte dies oder jenes tun. Sondern: wenn man das nicht tut, dann rutschen wir weiter ab. Erschreckend. Es ist ihm auch nicht zu Spässen zu Mute. Sehr knapp und trocken nennt er Schuldige. Und man kann zornig werden, wenn man daran erinnert wird, wie der Aufbau Ost sofort nach der Wiedervereinigung im Schacher zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden und Politik zerstört wurde. Grausam, wenn man aufgezeigt bekommt, wie die Tarifverhandlungen seit Jahrzehnten Arbeitslosigkeit schaffen, durch feige Arbeitgeber und skrupellose Gewerkschafter. Und wie falsche Argumentationen zur Verdummung aller bei jeder Diskussion neu ausgepackt werden. Wir müssen nicht nur reformieren, sondern umbauen. Und das schnell. Die Rezepte sind da, mit Mut und ohne Parteitaktik wäre das heute umsetzbar. Aber alles bleibt erfolglos, wenn wir die Gewerkschaften nicht aus der Politik vertreiben. Die Französische Revolution hat die Geistlichen aus der Macht vertrieben und die Trennung von Staat und Kirche erkämpft. Wir müssen jetzt die Trennung von Politik und Gewerkschaften erkämpfen. Wenn wir unsere Arbeit, unsere Zukunft und unsere Sozialsysteme retten wollen, dann müssen wir die Gewerkschafter aus den Parlamenten vertreiben. Und Arbeitgeber müssen sich von ihren Arbeitgeberverbänden unabhängig machen, Betriebsräte sich von dem Einfluss der Gewerkschaften frei machen. In den Betrieben weiss man, was notwendig ist. Vertrauen wir darauf. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur für Deutschland lehrreich und richtungweisend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ist Deutschland noch zu retten? (Gebundene Ausgabe)
Herrn Sinns neues Buch ist an dieser Stelle bereits so ausführlich besprochen worden, dass dem nicht viel Neues hinzugefügt werden kann. Deshalb beschränke ich mich darauf zu erwähnen, dass ich dieses Buch von meiner langjährigen Wahlheimat Brasilien aus betrachte und dass es mich aus dieser Sicht genauso fasziniert, als wäre ich noch in Deutschland ansässig. Zwar sind die geschichtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Grundlagen der beiden Länder durchaus verschieden, aber die lähmende Auswirkung gleichartigen oder ähnlichen Fehlverhaltens ist die gleiche. Meines Erachtens können wir in Brasilien viel aus Herrn Sinns Buch lernen.Die Situation, die wir heute beobachten, erinnert mich lebhaft an das 1993 erschienene Buch 'Head to Head' von Lester C. Thurow. Dort wurden die neuen Bedingungen auf dem Weltmarkt, zufolge des Zusammenbruchs des Sowjetimperiums und der neuen Technologien, bereits ausführlich und anschaulich dargelegt. Interessant ist, dass Probleme wie Arbeitslosigkeit und Auslagerung von Arbeitplätzen in Niedriglohnländer inzwischen auch in den USA große Sorge bereiten. Kommentare zu diesem Thema erscheinen regelmäßig in Zeitungen wie die New York Times und die Washington Post. In der Renzension des Hauses wird die Frage aufgeworfen: Wie soll sich diese Situation ändern? Wer kann eine durchgreifende Steuerreform erreichen, wenn alle bislang unternommenen Versuche gescheitert sind. Dazu ließe sich eine Menge sagen. Wahrscheinlich aber muss es so kommen, wie es in einem amerikanischen Sprichwort heißt: "It has to get worse, before it can get better!" Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Ist Deutschland noch zu retten? von Hans-Werner Sinn (Gebundene Ausgabe - 1. Oktober 2003)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,03
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