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„Der Tod ist mit einer ganz besonderen Klaviatur ausgestattet“ – und die Rechtsmediziner beherrschen (zum Glück) diese Klaviatur des Todes, diese Vielfalt der denkbaren Todesumstände. Jeder Tod ist individuell, es gibt eine weite Palette der Todesursachen.
Dabei gibt es jedoch nur drei Todesarten: natürlich, nicht natürlich und ungewiss. Nicht natürliche und ungewisse Todesarten sind das Spielfeld der Rechtsmediziner, und dieses Spielfeld ist groß und abwechslungsreich.
Wer CSI und ähnliche Serien sieht und deshalb denkt, dass die USA in der Rechtsmedizin federführend sind, irrt. Sowohl die historische, als auch die moderne Rechtsmedizin haben ihre Wurzeln in Deutschland. Der Autor erklärt, wie sich die Rechtsmedizin entwickelt hat, und wie ein rechtsmedizinisches Institut heutzutage aufgebaut ist.
Was die Wenigsten wissen: Die Rechtsmediziner untersuchen nicht nur Tote; die sogenannte Klinische Rechtsmedizin nimmt einen breiten Raum ein. Untersucht werden lebende und überlebende Opfer von Gewalttaten, also z.B. von Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Ein Tatgeschehen kann man nämlich nicht nur an toten, sondern mit den gleichen Methoden auch an lebenden Opfern rekonstruieren.
Schon diese einleitenden Worte lesen sich spannend, und erst recht natürlich die Fälle aus der Rechtsmedizin, die Michael Tsokos für uns ausgesucht hat.
So geht es zum Beispiel um den Puzzle-Mörder, der Leichenteile in Koffern und Tüten entsorgt hat, um Sexualmorde auf dem Recyclinghof und in einer Physiotherapeutenpraxis, aber auch um vorgetäuschte Straftaten durch Selbstverletzungen.
Besonders entsetzlich fand ich die Taten, die Kinder betreffen. „Immer, wenn ein Kind eines nicht natürlichen Todes stirbt, ist ein Erwachsener daran schuld.“ Und auch für schwere Verletzungen sind Erwachsene verantwortlich, wie einige der hier geschilderten Fälle leider zeigen.
Auch besonders auffällige Suizide werden vom Autor beschrieben, ebenso wie tragische Todesfälle, die durch defekte Gasthermen und skrupellose Vermieter entstanden sind.
Bei all diesen Taten, die wirklich so passiert sind, konnte die kompetente Arbeit der Rechtsmediziner zur Aufklärung der Umstände und zur Überführung der Täter beitragen.
Zum Schluss blickt der Autor in die Zukunft. Was wird nach der derzeit größten Neuerung, der postmortalen Mehrschichten-Computertomographie kommen? In der Entwicklung ist z.B. die bionische Nase, mittels derer man Menschen an ihrem Schweißgeruch identifizieren kann. Es bleibt also interessant, und Michael Tsokos verspricht, uns auf dem Laufenden zu halten.
Dieses hervorragend geschriebene Buch hat mich bis zum frühen Morgen wach gehalten. Die Wirklichkeit ist einfach wesentlich spannender als jeder Thriller.
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am 2. September 2013
„... denn in diesem Buch geht es um Mord und Todschlag“.

Anknüpfend an die seit Jahren erfolgreichen medialen Darstellungen der Aufklärung von Gewaltverbrechen mittels der Kriminaltechnik, legt Michael Tsokos einen Einblick in seine „Arbeitswelt“ vor. Eine Arbeit, die auf dem neusten Stand der Technik am Tatort, auf dem Obduktionstisch und im Labor Spuren findet, Spuren deutet und Zusammenhänge herstellt, die im einzelnen hoch spannend sich nicht nur lesen, sondern auch sind.

Fundiert und mit hohem Fachwissen ausgestattet gelingt es Tsokos dabei zudem noch, sehr unterhaltsam zu schreiben.
Selbst sehr trockene Untersuchungswege stellt Tsokos im Zusammenhang mit den jeweiligen Fällen flüssig geschrieben und anregend zu lesen dar.
Wobei es reale Ereignisse, reale Todesfälle und reale Ermittlungen sind, die in den sechs thematischen Kernkapiteln des Buches (von der lebensgefährlichen Mutterliebe über ein „mörderisches Phantom“ bis hin zu Sexualdelikten) zu Grunde liegen und den Leser mit hinein nehmen in „eine Welt voll abscheulicher und roher Gewalt“.

Wobei der Tod fast immer „mit einer ganz besonderen Klaviatur“ ausgestattet ist, sich, wie Tsokos darlegt, aber grundlegend in drei Kategorien einteilen lässt: „natürlich, nicht natürlich und ungewiss“. Und das „Ungewisse“ ist eben jene Kategorie ist, in der Rechtsmediziner dann vorwiegend tätig werden.

So, wie bei jenem unbekannten Toten, jener Leiche, die quasi nur mehr als Torso vorhanden ist, verpackt in einem Koffer. Ein Rumpf mit vielen Tätowierungen. Erste Anhaltspunkte, ein Puzzle Schritt für Schritt zusammenzusetzen.

Gute Nerven braucht der Leser natürlich schon, wenn es an den Obduktionstisch geht, Tsokos verbrämt seine Arbeit nicht, wie unter einer hellen Leuchte beschreibt er alle Aspekte nicht nur dieses Falles. Aufgelockert aber im gesamten Buch durch die Einführung von Dialogen und Hintergründen, die in Teilen das Buch fast wie einen Roman oder Thriller wirken lassen.

Wobei im Übrigen nicht nur Leichen als Arbeitsgebiet vorgestellt werden. Auch der (durchaus noch lebendige) Mann, der einen Mordversuch mittels einer Schlinge überlebt haben will und mit einer wilden Geschichte nun Ermittlungen in Gang setzt, bei denen durchaus auch er selbst zum Objekt der Untersuchungen werden wird, gehört zum Spektrum der Tätigkeit des Rechtsmediziners.

Vielfache interessante Fälle, von obskur bis spannend, von offenkundig bis kniffelig stellt Tsokos lebendig dar und vermittelt so durch sein Buch einen fundierten und gut zu lesenden Eindruck vom aktuellen Stand der Forensik, vom „CSI der Realität“.

Eine kurzweilige, anregende und sachlich interessante Lektüre.
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am 24. Oktober 2013
Das Buch gewährt interessante Einblicke in die Gerichtsmedizin.
Einzelne abgeschlossene Kapitel lassen ein etappenweises Lesen zu.
Trotz detalierter Beschreibungen wirkt es sachlich.
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Ein neues Buch ist auf dem Markt von der Nr. 1 der deutschen Rechtsmediziner, Michael Tsokos.
Michael Tsokos, der Autor, schreibt über das, wovon er am meisten versteht, über Fälle aus der Rechtsmedizin.

Das Buch ist unterteilt in verschiedene Kapitel.
So erzählt der Autor beispielsweise in "Die Klaviatur des Todes" über die Entwicklung der Rechtsmedizin und ihrer immer mehr in den Vordergrund rückende Stellung in der Gesellschaft. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf eine spezielle "Maschine", den Computertomographen, mit deren Hilfe die Rechtsmedizin in der Lage ist, feine mehrschichtige Aufnahmen des Körpers von Toten machen zu können. Durch die Auswertung der Bilder des Computertomographen ist der Mediziner in der Lage, schon vor Öffnung des Toten feststellen zu können, ob und wo sich Metallteile im Körper befinden, oder wie z.B. die Beschaffenheit der Schädeldecke ist, die früher mühsam wieder erstellt werden musste, nachdem die Kopfhaut abgezogen wurde.
Der Leser erfährt auch in diesem Kapitel, dass die deutsche Rechtsmedizin gemeinsam mit der österreichischen führend in der Welt ist, dass Studenten aus aller Welt sich in Deutschland ausbilden lassen.
Was für mich überraschend war, ist die Tatsache, dass die Rechtsmedizin nicht nur für die Obduktionen von Toten zuständig ist, sondern dass diese auch oftmals bei Untersuchungen an Lebenden hinzugezogen werden, so z.B. wenn vermutet wird, dass eine Tat nur vorgetäuscht wurde.

In weiteren Kapiteln lässt Michael Tsokos den Leser teilhaben an die Herangehensweise der Rechtsmediziner.
So klärt er auf, wie sie den Tätern auf die Spur kommen, die eine kriminelle Handlung nur vorgetäuscht haben, sei es durch Selbstverletzung und wie man diese erkennen kann. Ein Beispiel bringt er auch über einen Betrug, um einer Gefängnisstrafe zu entkommen.
Unglaublich, auf welche Ideen die Leute kommen.

Ein ganzes Kapitel widmet er dem Thema des lautlosen Todes, dem Tod durch Kohlenmonoxid. Es ist ein Tod, der leise und schmerzfrei kommt. Dieses Kapitel hat der Autor nicht geschrieben, um aufzuzeigen, wie man lautlos aus dem Leben scheiden kann, sondern er will auf die Gefahren hindeuten, die es noch immer gibt, auch wenn das heutige Erdgas kein Kohlenmonoxid mehr enthält und die Öfen nicht mehr in der Mehrzahl mit Kohle geheizt werden. Trotzdem gibt es noch viele Arten, wie man mit Kohlenmonoxid durch unachtsames Verhalten oder defekten Geräten zu Tode kommen kann.

Neben diesen "Sammelkapiteln", wo ein Thema mit mehreren Beispielen abgehandelt wird, gibt es auch Kapitel, in denen ein Kriminalfall nachgestellt wird, so beispielsweise der Fall des Puzzle-Mörders.
Präzise und genau erläutert der Autor die Suche nach den restlichen Leichenteilen, nachdem als erstes nur der Torso eines Mannes im Jahr 2011 in Berlin gefunden wurde. Dieser war durchgehend tätowiert, so dass es einige Ansatzpunkte gab, den Mann zu identifizieren und später auch den Mörder zu überführen. Es liest sich wie ein grausamer Roman, bei dem man als Leser denkt, was hat der nur für eine Fantasie. Aber das eigentlich schlimme ist, es ist genau so passiert.

Einige Fälle sind wirklich unglaublich, krank in ihrer Ansatzweise und für den normalen Menschen nicht nachvollziehbar.
Mich persönlich hat der Fall "Lebensgefährliche Mutterliebe" mehr als betroffen gemacht. Für mich absolut unvorstellbar, was eine Mutter ihrem Kind antun kann. Dabei geht es um das sogenannte Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, in dem die Mutter um Aufmerksamkeit hechelt, indem sie ihr Kind quält.

Michael Tsokos bringt dazu einen Satz, der nachdenklich macht:
"Immer wenn ein Kind eines nicht natürlichen Todes stirbt, ist ein Erwachsener daran schuld. Auf diese einfache Weise lässt es sich tatsächlich herunterbrechen" (Seite 325)

Ein gelungenes Buch, das wahre, schreckliche Geschichten wiederspiegelt, die genauso passiert sind und die Rolle der Rechtsmedizin in diesen. Aber auch ein Buch, dass die Rechtsmedizin in einem anderen Licht erscheinen lässt, nämlich als die helfende Hand zur Aufklärung von Tötungsdelikten oder betrügerischen Versuchen.
Michael Tsokos sagt, er hätte den besten Beruf der Welt. Langweilig wird ihm sicher nicht und die Vielfalt der einzelnen Fälle ist leider unerschöpflich. Auch befindet sich die Rechtsmedizin immer noch in der Weiterentwicklung, bleiben wir also gespannt, was noch so alles kommt.

Dieses Buch kann ich wärmstens weiterempfehlen kann.
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am 30. März 2013
Ich habe die letzten beiden Tsokos Romane verschlungen. Seine Bücher standen für mich, als ein makelloses Beispiel, dass eine Person vom Fach einem Laien das Gebiet verständlich und interessant präsentieren und nah bringen kann.
In den ersten beiden Büchern ist es Tsokos wahrlich gelungen auf dem schmalen Grad zwischen fundiertem Fachwissen und Spannung zu wandern. In diesem Buch ist es leider nicht mehr so. Ich persönlich empfinde es als Bericht einiger, teilweise lieblos, herausgesammelter Fälle.
Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich Medizinstudentin bin und mir, da ich mich in einem niedrigen Fachsemester befinde, neue Erkenntnisse erhofft habe. Dies blieb aus. Eher hatte ich das Gefühl, dass sich viele Erläuterungen wiederholten.
Für Personen, die gern Fallberichte lesen, die schrittweise Ermittlung in Kriminalfällen verfolgen möchten, mag dieses Buch durchaus geeignet sein.
Für jemanden, der einen Einblick in die Rechtsmedizin haben möchte, empfehle ich die beiden Vorgängerbücher.
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am 2. April 2013
Ich habe das Buch heute bekommen und habe die ersten 75 Seiten sofort verschlungen. Das Buch ist fesselnd und sehr spannend. Der Autor bewegt sich dabei als neutraler Beobachter und schildert seine Arbeit und die seiner Kollegen der Justiz ohne übertriebene Action. Also nicht so aufgeblasen wie CSI und Co.
Fazit: Wer etwas über die wirkliche Arbeit der Polizei und der Ermittlungsbehörden lesen will, ist hier genau richtig.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. März 2013
Kriminalfälle, bei denen falsche Fährten gelegt wurden, tödliche Kohlenmonoxivergiftungen, ein Mann mit zwei DNA, spiegelverkehrte Schnittwunden und selbstindizierte Giftstoffe... Sein Geschäft ist der Tod: Michael Tsokos ist ihm auf der Spur, sowohl auf dem Obduktionstsich als auch im Labor, am Tatort oder vor Gericht.

Spannend und kurzweilig berichtet er von spektakulären Fällen, die mich als Lesre an das Buch fesseln. War es Mord, Selbstmord oder eine natürlich Todesursache? Der Autor spürt diesen Fragen konsequent nach und fügt seine Spuren und Indizien zu einem Ganzen zusammen, welches zu Rekonstruktion geschehener Ereignisse führen.

Das Buch zeigt aber auch anschaulich die Arbeit eines Rechtsmediziners, wie facettenreich so ein Beruf sein kann. So ist auch das Buch vielseitig und bietet Fälle, die unterschiedlicher kaum sein können.

Dieses Buch kann man ohne Einschränkung weiterempfehlen.
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am 8. März 2013
Inhalt:
In diesem Buch geht es um Mord un Totschlag Um Verbrechen und Vortäuschung solcher Taten. Um die Arbeit eines Rechtsmediziners und wie dieser bei der Aufklärung von Straftaten hilft

Meine Meinung:
Michael Tsokos wurde mir bekannt durch seinen Roman mit Sebastian Fitzek: Abgeschnitten. Ich hörte ihn bei einer Livelesung und fand sehr interessant was er dort über seine Arbeit berichtete. Als nun das Buch von ihm erschien wollte ich es gerne lesen um mehr von dieser aufregenden Arbeit zu erfahren.

Auch ich gehöre zu denjenigen die gerne CSI, Bones und andere Sendungen dieser Art sehen. Das nicht immer alles was dort gezeigt wird den Tatsachen entspricht war mir schon klar, aber wie ist es genau? Was wird bei der Aufklärung einer Straftat alles unternommen. Wie erkennen Gerichtsmediziner ob eine Verletzung Fremd oder Eigenverschulden ist. All das konnte ich nun in diesem recht kurzen aber dafür sehr aufschlussreichen Buch lesen.

Zu Beginn klärt Tsokos zunächst darüber auf für welche Fälle welche Abteilung der Rechtsmedizin zuständig sind. Das wirklich kurze Vorwort beschreibt damit die verschiedenen Möglichkeiten zur Einordnung einer Todesart.
Danach geht es mit einem ziemlich spektakulären Fall los an den ich mich aus den Nachrichten noch erinnern kann. Der Puzzlemörder. Der Autor und Rechtsmediziner beschreibt wie sie ihm auf die Spur kamen und schließt seine Geschichte damit ab wie hoch die Strafe war. So geschieht es noch mit vielen anderen Fällen, aber es wird zum Beispiel auch erklärt wie Menschen überführt werden die Verbrechen vortäuschen.

So ist dieses Buch voll mit interessanten Fällen, die alle sehr detailliert aber trotzdem nicht langweilig beschrieben werden. Manches Mal dachte ich so doof kann doch keiner sein, oder wie grausam, aber doch. Es gibt wohl nichts was es nicht gibt und das macht dieses Buch sehr deutlich.

Der Schreibstil von Michael Tsokos macht es leicht ein Sachbuch zu lesen. Es ist zwar eine recht trockene Materie, aber trotzdem voller Spannung.

Mein Fazit: Es wird nicht mein letztes Buch von Michael Tsokos bleiben.
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am 8. April 2013
Auch das Buch kam wie immer sehr schnell und auch das schreiben vom Rechtsmediziner ist sehr gut geworden .
Gut zu lesen .
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am 25. Oktober 2015
Prof. Michael Tsokos ist der führende Rechtsmediziner Deutschlands. In diesem Buch zeigt er das Facettenreichtum seines Berufsbildes bzw. des Todes allgemein auf. Für Laien verständlich, berichtet er von der Geschichte der Rechtsmedizin und das Deutschland noch immer eines der führenden Länder in dieser Wissenschaft ist. Doch er belässt es nicht nur bei der Theorie. Anhand vieler Beispiele berichtet er über seine Arbeit und wie diese den Ermittlungsbehörden hilft, einen Täter für einen Mord zu ermitteln.

So berichtet er zum Beispiel von einem Leichenfund bzw. vom Fund von Leichenteilen in mehreren Koffern. Zuerst wird der Torso gefunden, anschließend die Extremitäten - nur der Kopf bleibt vorerst verschwunden. Eine genaue Todesursache kann anhand der gefundenen Leichenteile nicht festgestellt werden und auch die Identität des Opfers ist noch unbekannt. Doch der Mann hatte unverkennbare Merkmale - er war stark tätowiert. Tatsächlich gelingt es den ermittelnden Behörden auf einer entsprechenden Convention, anhand von Fotos, das Opfer zu identifizieren und so schlussendlich dem Täter Schritt für Schritt näher zu kommen, doch erst der Fund des Kopfes offenbart das genaue Ausmaß des Verbrechens.

Doch nicht nur von Gewalttaten berichtet Michael Tsokos. Auch mit Selbsttötungen und Unfällen hat er zu tun. So zum Beispiel Tötungen bzw. Unfälle durch Kohlenmonoxid, einem geruchslosen Gas, durch das auf tragische Weise versehentlich viele Menschen (gerade zu Zeiten, als es noch keine Zentralheizungen gab) umkamen, was jedoch auch von vielen Menschen genutzt wurde und nach wie vor wird, um den Freitod zu wählen, ja erschreckender noch, es gibt sogar Communitys im Internet, die sich mit (bevorstehenden) Selbstmorden auseinander setzen und wo sich die User zu einem gemeinschaftlichen Selbstmord verabreden können.

Erschreckende Wirklichkeit! Dieses Buch ist mit unter nicht nur ein "normales" Sachbuch, es ist tatsächlich eine Sammlung dessen, was gesehen ist und zeigt deutlich auf, was Menschen anderen Menschen antun können, teils aus den niedersten Beweggründen. Neben den oben genannten Fällen erschreckte mir vor allem ein Fall, der in diesem Buch beschrieben wurde, über eine Frau, die an ihrem Sohn das Münchhausen-Stellvertretersyndrom ausübte und dieses Kind so mehr als einmal in akute Lebensgefahr brachte. Fakt ist, die geschilderten Fälle muteten so unglaublich an, dass ich mir immer wieder während des Lesens sagen musste "Es ist real, es ist keine Fiktion" und es führte mir vor Augen, wie niederträchtig manche Menschen sein können, doch eines ist gewiss, dank der Arbeit der Rechtsmediziner bleiben diese Taten nicht unentdeckt und die Täter können zur Rechenschaft gezogen werden.
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