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Unser menschliches Gehirn gehört zu den kompliziertesten Organgen und es ist zugleich auch eines der faszinierendsten. Als ich das vorliegende Buch aufgeschlagen hatte, war meine erste Reaktion: Auf was habe ich mich da nur eingelassen. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis verriet sofort die Vielfalt der Themen die mir hier begegnen.

Schon nach einigen Seiten wurde dann aber klar, dieses Buch kann auch von interessierten Laien sehr gut gelesen und verstanden werden. Sehr schön stellt der Autor immer wieder bei einzelnen Themen dar, was war bislang bekannt und was sagt die aktuelle Forschung.

Spannend wie ein Krimi schreibt Professor Dick Swaab. So hat er beispielsweise das Zusammenwirken von Mutter - und Kindgehirn während der Geburt untersucht.

Sehr genau schlüsselt der Autor auf, was beispielsweise geschieht, wenn die werdende Mutter raucht. Das Gehirn des Kindes verändert sich und nimmt Schaden. Was daraus wiederum entsteht sind bleibende Beeinträchtigungen wie zum Beispiel ADHS.

Auch Redensarten wie "Typisch Mädchen" oder "Typisch Jungs" ist Swaab auf der Spur und überrascht mich mit seinen Antworten.

Welcher Ort in meinem Gehirn ist dafür verantwortlich ob ich religiös veranlagt bin oder nicht? Wo in meinem Gehirn wird bestimmt in welch einer Partnerschaft ich später einmal leben will? All diese Fragen werden im Gehirn entschieden, dies muss man wissen, denn es hat erhebliche Auswirkungen in unseren Alltag hinein.

Der Versuch mit Dick Swaab zusammen sein Gehirn kennenzulernen, lässt mich bei mir Ankommen!
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Wenn ein 500-Seiten-Buch über das menschliche Gehirn monatelang die Bestsellerliste in den Niederlanden anführt, kann dies nicht nur an der Popularität seines Autors liegen. Ganz offensichtlich wollen immer mehr Menschen Informationen aus erster Hand, wenn es um die Funktionsweise ihres Gehirns geht. Und Dick Swaab, der als einer der international führenden Hirnforscher gilt, kann dieses komplexe Organ so anschaulich und umfassend erklären, dass auch Laien mitkommen. Zudem hat er auch den Mut, heikle Themen anzusprechen und die heftigen Reaktionen beleidigter Ideologen zu ertragen.

Im Unterschied zu anderen Autoren solcher Bücher verzichtet Dick Swaab auf lange Ausführungen über den Aufbau und die verschiedenen Teile des Gehirns. Vielmehr bedient er sich der induktiven Lehrmethode, indem er über zahlreiche Beobachtungen und Beispiele schließlich zu einem Gesamtbild kommt. Daher sucht man auch vergeblich nach den üblichen Illustrationen und lateinischen Fachbegriffen. Das finde ich deshalb richtig, weil das Wissen um elektrische und biochemische Vorgänge einem Laien so wenig bringt wie komplizierte Grafiken von Signalübertragungen, Hirnhälften oder Zellstrukturen.

Dick Swaab macht auch gleich klar, dass auch Wissenschaftler auf den Gebrauch von Metaphern angewiesen sind, wenn sie über das menschliche Gehirn sprechen und von einem großen Publikum verstanden werden wollen. Seine Tour d'horizont durch die faszinierende Welt der Neurologie beginnt Swaab mit Einblicken in das subtile Zusammenspiel von Mutter und Kind bei der Geburt. Und das macht auch deshalb Sinn, weil es zu den zentralen Thesen dieses Buches gehört, dass ein wesentlicher Teil unseres Charakters, unseres IQ und unseres Risikos, an Hirnkrankheiten zu erkranken, für immer festgelegt ist, wenn die Gene unserer Eltern vermischt sind. Doch selbstverständlich geht Dick Swaab auch auf die Bedeutung stimulierender Umfelder ein.

Im dritten Kapitel kommen Themen wie umweltbedingte Hirnstörungen, Suchtmittel und Medikamente und eher bizarre Entwicklungsstörungen zur Sprache. Danach geht es um die sexuelle Differenzierung des Gehirns in der Gebärmutter und die gesellschaftlichen Reaktionen auf Swaabs Forschungen zu diesem Thema. Weniger Widerspruch weckten seine Thesen zur Pubertät, zur Verliebtheit, zum Sexualverhalten und zur Funktion des Hypothalamus. Allerdings muss aus Sicht der Hirnforschung vieles neu überdacht werden, was Ursachen und Behandlung von Depressionen betrifft. Lesenswert sind auch die Passagen, in denen Dick Swaab auf die Gefahren der Positiven Psychologie aufmerksam macht. Einem armen Patienten, bei dramatischem Verlauf seiner Erkrankung noch vorzuwerfen, er habe sich nicht genügend angestrengt, seine Krankheit in den Griff zu kriegen, ist ebenso dumm wie frech.

Im Kapitel Suchtmittel beschönigt Dick Swaab nichts, spielt sich aber auch nicht als Moralapostel auf. Weitere Kapitelüberschriften lauten: Gehirn und Bewusstsein - Aggression - Autismus - Schizophrenie und andere Gründe für Halluzinationen - Reparatur und elektrische Simulation - Moralverhalten - Das Gedächtnis - Neurotheologie: Gehirn und Religion - Der freie Wille, eine schöne Illusion - Die Alzheimer-Krankheit - Tod - Evolution - Schlussfolgerungen. Und dazwischen drückt Dick Swaab sein völliges Unverständnis darüber aus, weshalb Sport so hohes Ansehen genießt und seine Ausübung von allen propagiert wird. Ein Kapitel, das einige Leser ebenso auf die Palme bringen wird wie Dick Swaabs Ansichten über die Wirkung der Ratgeberliteratur und gewisser Weiterbildungskurse.

Zum großen Erfolg dieses Buches im Heimatland des Autors trug sicher auch die Offenheit bei, mit der Dick Swaab von eigenen Erlebnissen und Zweifeln spricht. Der Einbezug persönlicher Gefühle führt allerdings auch dazu, dass man sich als Leser nicht so einfach von unangenehmen Botschaften distanzieren kann. Und Dick Swaab zieht den Teppich auch denen unter den Füssen weg, die der Auffassung sind, die Neurowissenschaften seien ein argumentativer Selbstbedienungsladen, um wirren Thesen einen wissenschaftlichen Anstrich geben zu können. Entweder man stimmt den wichtigsten Erkenntnissen renommierter Neurologen zu oder man verzichtet darauf, sich als Experte auf diesem Gebiet zu bezeichnen.

Mein Fazit: Dick Swaab hat ein Buch über unser Denken, Leiden und Lieben geschrieben, das in den Niederlanden zu Recht ein Bestseller wurde. Ohne seine Leser mit unnützen Fachbegriffen zu belasten, setzt er aus zahlreichen Geschichten, Forschungsberichten und Thesen ein Bild zusammen, auf dem sich am Schluss einigermaßen erkennen lässt, was unser Verhalten steuert und wer wir sind.
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am 11. März 2014
Dieser Entsetzensschrei entfuhr gänzlich unerwartet einer jungen Frau aus meinem persönlichen Umfeld, als ich ihr im Verlaufe eines angeregten privaten Gespräches völlig arglos und sehr begeistert meine Erkenntnisse aus diesem Buch schlichtweg als Diskussionsbeitrag nahezubringen versuchte, denn wir schwadronierten temperamentvoll und sehr offen über "Menschliches im allgemeinen und menschliche Unzulänglichkeiten im besonderen". Ich schwieg erschrocken und ... einigermaßen irritiert, denn meine Gesprächspartnerin P. ist versierte Volljuristin und schon von "Berufs wegen" einiges gewöhnt; zudem befaßt sie sich schwerpunktmäßig mit Nachlaßangelegenheiten, so daß ich derartige "Zimperlichkeiten" nicht erwarten konnte.

Daß meine im Prinzip überaus verstandesgeleitete Gesprächspartnerin P. derart "panisch" reagierte, scheint mir ein außergewöhnlich prägnantes Indiz dafür zu sein, daß wir zwar in besonderen Einzelfällen oder in gewissen Situationen durchaus bereit sind, unserem ... "Bauchgefühl" zu vertrauen, jedoch eigentlich lieber daran "glauben" möchten, daß dort irgendwelche "Schmetterlinge" herumflattern. Oder daß wir zu den höchstbegabtesten Menschen dieses Universums gehören, wenn nicht sogar über "hellseherische Fähigkeiten" verfügen --- als realistisch-banal davon auszugehen, daß es sich "lediglich" um körpereigene [wenngleich überlebenswichtige!] Aktionen oder Re-aktionen auf gewisse Außenwirkungen handeln könnte, die lapidar von unseren Gehirnfunktionen ausgelöst wurden. Warum diese Panik? Was würde sich für uns denn negativ verändern, wenn wir es einmal aus diesem schnöden und ausnahmsweise mal UN-eitlen Gesichtswinkel betrachteten? Wären wir als "Krone der Schöpfung" dadurch weniger "wunder"voll oder großartig, weil z.B. auch noch andere als die sattsam bekannten Sexual-Hormone einen entscheidenden Einfluß auf unsere Persönlichkeit insgesamt und auf unsere Verhaltensweisen nehmen? Und daß "eigentlich" Hormone und ähnliche Substanzen es sind, die diese zuweilen sonderbare Welt "regieren"??

Neulinge auf dem Gebiet der Hirnforschung mögen dieser hier rezensierten Publikation gegenüber zu Recht skeptisch sein, denn dieses Buch "stand in den Niederlanden monatelang an der Spitze der Bestsellerliste und wurde zu einem populären Standardwerk. [...] Dick Swaab, geboren 1944, gilt als einer der international führenden Hirnforscher. Er war Professor für Neurobiologie an der Universität Amsterdam und dreißig Jahre lang Direktor des Niederländischen Instituts für Hirnforschung [...]", klärt uns der Klappentexter auf. Also noch so eine der bis zum Abwinken bekannten pseudo-wissenschaftlichen Publikationen, die diese Welt nicht braucht? Nein, keineswegs! Jedenfalls nicht nach meinem Einblick in diese schwierige Materie, erfreulicherweise ganz im Gegenteil: Denn selbst MEIN erklärter "Halbgott" Prof. Antonio Damasio, seines Zeichens Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute, dessen Bücher ich (fast) alle in Original und deutscher Übersetzung gelesen, verstanden und verinnerlicht habe, sagt "im Prinzip" genau DASSELBE, wenngleich weniger "populär-wissenschaftlich" zusammengerafft --- Deshalb kann ich nur jedem Interessenten an dieser Materie empfehlen, sich durch dieses Buch einen ersten SEHR GUTEN EINBLICK zu verschaffen ... und anschließend z.B. bei Antonio Damasio weiterzulesen!

Dick Swaab schreibt zugegebenermaßen recht "allgemeinverständlich", und zuweilen ... nun ja, ein wenig temperamentvoll-tendenziös, wenn er z.B. gegen schwangere Raucherinnen zu Felde zieht. Abgesehen davon jedoch verdeutlicht er sehr klar und verständlich die komplexen und komplizierten Zusammenhänge, die schlußendlich zu seiner Behauptung führen, WIR SELBST "seien" unser Gehirn, weil nämlich unser Organismus damit untrennbar zusammenhinge. Denn sowohl Herz, Bauch einschl. Innereien, und auch Hände, Arme, Beine, Füße ..., seien nichts anderes als quasi eine "Verlängerung" unseres Hirns -- von mir sehr salopp "übersetzt". Das alles mache UNS insgesamt aus. UND wir erfahren auch TATsächlich, daß zwar manches amputiert werden, fehlen oder sogar ersetzt werden kann, ohne daß wir sterben müssen, NICHT jedoch unser Gehirn! Warum ist das eigentlich so? Dick Swaab beantwortet diese und viele weitere bedeutsame Fragen sehr plausibel und verständlich.

... und weil das Inhaltsverzeichnis --wie überaus praktisch-- so wunderbar selbsterklärend ist, mache ich mir die Mühe, es abzuschreiben:

[Oh doch, ich hätte Besseres und vor allem weniger Anstrengendes zu tun gehabt an diesem wundervollen ersten sonnigen Frühlingstag dieses Jahres 2014, ganz gewiß. Aber ich meine, jeder an der Gesamtthematik interessierte Leser möge sich selbst sein Bild davon machen, ob er darüber erschrecken oder neugierig darauf sein will, was die Hirnforscher heutzutage bereits mehr oder weniger "definitiv" herausgefunden haben über uns "Krone der Schöpfung". Ein hochspannendes Gebiet, das jedenfalls MIR jeden Krimi oder zuweilen sogar Gruselroman geradezu schal erscheinen läßt. Und wer weiß? Vielleicht liest eingangs genannte junge Volljuristin P. ja mit Vorliebe Horror-Geschichten, oder vielleicht hat sie ja ein lebensgefährliches Hobby, um einen gewissen Kick zu verspüren? Einfach mal in diesem Buch nur ein wenig "schmökern" ... auch eine möglicherweise ersehnte Gänsehaut dürfte sich einstellen, falls man nicht gänzlich unempfänglich ist für die "wahren" Wunder dieses Universal-Genies namens Gehirn.]

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß in diesem Buch ausgesuchten Beschreibungen zahlreiche Zeichnungen, Fotos und Bilder folgen, die sachlich-nüchtern die Erläuterungen auf eine Weise begleiten, die auch Neulingen auf diesem Gebiet einen hilfreichen Einblick in diese schwierige Materie erlauben.

Ich sage es selten, aber diesmal muß es sein: Dies ist ein sehr empfehlenswertes Buch!

... OBWOHL es ein Bestseller ist --- kleiner Scherz. Ach ja, von wegen Scherz: Der Autor Dick Swaab stellt seinen Kapiteln stets einen mehr oder weniger launigen Spruch voran. Meine Favoriten: "Liebe ist eine vorübergehende Geisteskrankheit, die durch Heirat heilbar ist." (Ambrose Bierce, 1842-ca.1914), [S.128] und "Wenn das Gedächtnis überhaupt irgendwo sitzt, dann überall." [S.323]. Besonders attraktiv und frevelhaft zu "mißbrauchen" ist jedoch jener: "Die Werkstatt hat angerufen. Ihr Gehirn ist fertig." (W.W. Tourtellotte), und dieser markige Spruch bezieht sich selbstverständlich auf ... das ganz und gar nicht komische Thema "Hirnprothesen" (S.278) --- ich jedenfalls habe Tränen gelacht. Wer sagt also, daß die Beschäftigung mit dem Thema "Gehirn" unbedingt angsteinflößend sein muß? Auch Humor entspringt schließlich unserem Gehirn -- man hat's, oder man hat's nicht.

Zum Inhalt dieses Buches [Abschrift des Inhaltsverzeichnisses]:

Vorwort
Fragen zum Gehirn an einen vermutlich Sachverständigen [17ff]

I. Einleitung [25ff]
1.1 Wir sind unser Gehirn
1.2 Metaphern für das Gehirn

II. Entwicklung, Geburt und elterliche Fürsorge [35ff]
II.1 Das subtile Zusammenspiel von Mutter und Kind bei der Geburt
II.2 Geburtskomplikationen als erstes Symptom einer Entwicklungsstörung des Gehirns
II.3 Mütterliches Verhalten
II.4 Väterliches Verhalten
II.5 Die Bedeutung eines stimulierenden Umfelds für die frühe Gehirnentwicklung
II.6 Erinnerungen an die Zeit in der Gebärmutter

III. Das bedrohte fetale Gehirn in der "sicheren" Gebärmutter [64ff]
III.1 Umweltbedingte Hirnentwicklungsstörungen
III.2 Durch Suchtmittel und Medikamente verursachte Hirnentwicklungsstörungen
- Alkohol
- Rauchen
- Kaum spezifizierbare Effekte
- Dilemma
- Mechanismen
- Fazit
III.3 -kurzfristige -Strategien des ungeborenen Kindes
III.4 Fühlt ein Fetus Schmerz?
III.5 Sich das eigene Bein absägen: Body Integrity Identity Disorder - eine bizarre Entwicklungsstörung

IV. Die sexuelle Differenzierung des Gehirns in der Gebärmutter [87ff]
IV.1 Typisch Junge, typisch Mädchen?
IV.2 Geschlechtsunterschiede im Verhalten
IV.3 Hetero-, Homo- und Bisexualität
IV.4 Homosexualität: Keine Wahl
IV.5 Homosexualität im Tierreich
IV.6 Transsexualität
IV.7 Pädophilie
IV.8 Gesellschaftliche Reaktionen auf meine Forschung zur sexuellen Differenzierung des Gehirns
IV.9 Der Papst: M/W? Schnell mal checken!

V. Pubertät, Verliebtheit und Sexualverhalten [123ff]
V.1 Das Teeniehirn
V.2 Pubertäres Verhalten
V.3 Das verliebte Gehirn
V.4 Hirnerkrankungen und Sexualität
- Der Orgasmus ist im Gehirn zu sehen
- Sexualität und Hormone
- Neuropsychiatrische Störungen und Sexualität
- Hirnschädigungen und Hirnerkrankungen
- Querschnittslähmung
- Epilepsie

VI. Hypothalamus: Überleben, Hormone, und Emotionen [145ff]
VI.1 Hormonproduktion durch den Hypothalamus und Ströme von Urin
VI.2 Überleben ohne Hypothalamus
VI.4 Depression
- Ursachen
- Unterschiedliche Depressionsformen
- An Depressionen beteiligte Hirnregionen und Hirnsysteme
- Therapien
VI.4 Das Prader-Willi-Syndrom
VI.5 Fettsucht
VI.6 Cluster-Kopfschmerz
VI.7 Narkolepsie: Schlappgelacht
VI.8 Emotionslose Lachanfälle
VI.9 Anorexia nervosa ist eine Hirnkrankheit

VII. Suchtmittel [186ff]
VII.1 Cannabis und Psychosen
VII.2 Ecstasy: Erst das Vergnügen, dann der Hirnschaden
VII.3 Drogenmissbrauch bei Politikern

VIII. Gehirn und Bewusstsein
VIII.1 Neglect: Halbiertes Leben
VIII.2 Koma und komaähnliche Zustände
- Vegetativer Zustand
- Locked-in-Syndrom
- Hirntod
- Transplantation
VIII.3 Entscheidende Hirnstrukturen für unser Bewusstsein
VIII.4 Die Bedeutung funktioneller Verbindungen zwischen Hirnstrukturen für unser Bewusstsein
VIII.5 Austricksen und Ausfall des Selbstbewusstseins
VIII.6 Das "Ergänzen" fehlender Informationen
VIII.7 Wie könnte das Bewusstsein funktionieren?

IX. Aggression [223ff]
IX.1 Aggressiv aus der Gebärmutter
IX.2 Jung und aggressiv
IX.3 Aggression, Hirnkrankheiten und Gefängnis
IX.4 Schuld und Sühne
IX.5 Gewalttätig im Schlaf

X. Autismus
X.1 Daniel Tammet, ein autistischer Savant
X.2 Autismus - eine Entwicklungsstörung
X.3 Savants
X.4 Das Gehirn der Savants

XI. Schizophrenie und adere Gründe für Halluzinationen [248ff]
XI.1 Schizophrenie - eine Krankheit aller Zeiten und Kulturen
XI.2 Schizophrenie - die Symptome
XI.3 Schizophrenie - eine Hirnentwicklungsstörung
XI. Halluzinationen durch Stimulationsdefizite
XI. Andere Halluzinationen
- Delirium
- Stimmenhören
- Geruchshalluzinationen

XII. Reparatur und elektrische Stimulation [266ff]
XII.1 Altersblindheit: Makuladegeneration
XII.2 Serendipität: Glück im Unglück
XII.3 Tiefe Hirnstimulation
XII. Hirnstimulation und Glück
XII.5 Hirnprothesen
XII.6 Transplantation von fetalem Hirngewebe
XII. Gentherapie
XII. Spontanheilung von Hirnschäden

XIII. Gehirn und Sport
XIII.1 Neuropornographie: Boxen
XIII.2 Olympische Spiele und Geschlecht
XIII.3 Sport ist Mord

XIV. Moralverhalten [303ff]
XIV. Präfrontaler Cortex: Antriebskraft, Planung, Sprache, Persönlichkeit und Moralverhalten
XIV. Moralverhalten: Der Mensch im Tier
XIV. Unbewusstes Moralverhalten
XIV. Moralische Netzwerke
XIV. Was wir von der Natur über eine bessere Gesellschaft lernen können

XV. Das Gedächtnis
XV.1. Kandels Forschung zum Gedächtnis und der kollektive Gedächtnisverlust der Österreicher
XV.2 Die Anatomie unseres Gedächtnisses
XV.3 Der Weg ins Langzeitgedächtnis
XV.4 Getrennte Speicherung im Gedächtnis
XV.5 Das implizierte Gedächtnis im Cerebellum

XVI. Neurotheologie: Gehirn und Religion [338ff]
XVI.1 Warum sind so viele Menschen religiös?
XVI.2 Der evolutionäre Vorteil der Religion
XVI.3 Das religiöse Gehirn
XVI.4 Eine bessere Welt ohne Religion?
XVI.5 Unreine Muscheln und unreine Frauen
XVI.6 Beten für einen anderen: Placebo für einen selbst
XVI.7 Religiöse Wahnvorstellungen
XVI.8 Temporallappenepilepsie: Botschaften Gottes
XVI.9 Reaktionen auf meine Sichtweise der Religion

XVII. Mehr gibt es nicht zwischen Himmel und Erde [374ff]
XVII.1 Seele versus Geist
XVII.2 Herz und Seele
XVII.3 Pseudowissenschaftliche Erklärungen für Nahtoderfahrungen
- Vier Nobelpreise
- Das Auslösen von Nahtoderfahrungen
- Unverantwortliche Panikmache
XVII.4 Wirkungsvolle Placebos
XVII.5 Traditionelle Chinesische Medizin: manchmal mehr als ein Placebo
XVII.6 Kräutertherapie

XVIII. Der freie Wille - eine schöne Illusion [401ff]
XVIII.1 Freier Wille versus Entscheidungen
XVIII.2 Das Gehirn - ein unbewusster gigantischer Computer
XVIII.3 Der unbewusste Wille
XVIII.4 Was der freie Wille nicht ist
XVIII.5 Freier Wille und Hirnkrankheiten

XIX. Die Alzheimer-Krankheit [417ff]
XIX.1 Hirnalterung, Alzheimer und andere Formen der Demenz
- Vielfältige Formen der Demenz
- Was ist die Ursache der Alzheimer-Krankheit?
XIX.2 Schrittweiser Verfall bei der Alzheimer-Krankheit
XIX.3 "Use it or lose it": Reaktivierung von Neuronen bei Alzheimer
- Aktivierung versus Alzheimer
- Stimulation der biologischen Uhr durch Licht
- Aktuelle Forschung
XIX.4 Schmerz bei Demenz
XIX.5 Die Alzheimer-Erkrankung und der richtige Moment für das selbstgewählte Lebensende

XX. Tod [440ff]
XX.1 Die Magie von Leben und Tod
XX.2 Dr. Deijman und der Schwarze Jan
XX.3 Ausbürgerungskurs: Früher oder später muß jeder gehen
XX.4 Niederländische Hirnbank
XX.5 Kräuter für ein langes Leben nah dem Tod

XXI. Evolution [456ff]
XXI.1 Verhandeln und die Zunahme der Hirngröße
XXI.2 Die Evolution des Gehirns
XXI.3 Molekulare Evolution
XXI.4 Warum eine Woche?

XXII. Schlussfolgerungen [471ff]
- Angeboren versus vererbt
- Funktionelle Teratologie
- Die sexuelle Differenzierung des Gehirns
- Das fetale Gehirn und die Geburt
- Die Bedeutung einer guten postnatalen Entwicklung
- Die Unrentablen: Eigene Schuld, schwere Bürde?
- Gehirn und Justiz
- Lebensende
- Neue Entwicklungen

XXIII. Dank [489ff]
XXIV. Glossar [491ff]
XXV. Register [501ff]

Nochmal: dies ist ein sehr empfehlenswertes Buch, OBWOHL es ein Bestseller ist, denn es spiegelt ganz erhebliche Erkenntnisse der Neurowissenschaft auf relativ einfach verständliche Weise, OHNE den wissenschaftlichen Hintergrund zu verfälschen. Allein damit würde ICH zwar nicht zufrieden sein, aber ... jedes Hirn ist nun mal auf andere Art und Weise hungrig. Das Beste wird sein, Sie überzeugen sich selbst. Nur keine Angst ... denn schließlich ist es "nur" IHR Gehirn!
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am 23. September 2015
Als Laie muss ich wohl oder übel das Meiste in diesem und ähnlichen Büchern erst mal glauben. Oftmals von Bauchgrimmen und Zweifeln begleitet . Zumal sich die Ansichten unter Fachleuten oft markant unterscheiden.
Ungeachtet dessen ist dieses Buch sehr lehrreich, interessant und lesbar.
Was mir aber nicht gefällt, ist die große Sicherheit, mit der SWAAB das Phänomen NAHTODERFAHRUNGEN (NTE) deutet.
Er ist bekennender Atheist und wissenschaftsgläubig. Deshalb liegt nahe, dass er zur Beurteilung "spiritueller Phänomene" den materialistischen Fundus seiner Zunft heranzieht und eindeutig sagt : Alle Schilderungen von NTE sind vom Gehirn erzeugt. Dann verweist er sicherheitshalber auf gleich vier Nobelpreisträgern , die einzelne Phänomene der NTE "nachweisbar" als Folgen von Funktionsausfällen des Gehirns nachgewiesen hätten. Wer von spirituellen und religiösen Erlebnissen schwärme, verkenne bedauerlicherweise die Ursachen völlig. Eher in die Rubrik Betrug und Selbstdarstellung versetzt er die Kollegen, die es wagen, sich auf die Seite der unwissenschaftlichen Esoteriker zu schlagen.
Vor allem sein Landsmann Dr. Pim van Lommel bekommt seinen Zorn zu spüren (Dr. Eben Alexanders Bestseller war noch nicht erschienen).
Van Lommel fasele wider besseres Wissen "seine verschrobenen Hypothesen" , um Geld zu verdienen und scheue sich nicht , Menschen Angst einzujagen.
Ich habe van Lommels Buch "ENDLOSES BEWUSSTSEIN" mehrmals geradezu studiert, und keine Angst, sondern Trost und Zuversicht daraus gewonnen. Da ich dieses Spezialgebiet der Literatur umfänglich erkundet habe, kann ich behaupten, dass van Lommels Werk weitgehend überzeugend ist, mit dem Vorbehalt der Richtigkeit medizinischer Fakten. Aber wichtiger sind für mich die wesentlichen Erkenntnisse der Forschungen in niederländischen Kliniken. Die wohl Prof. Swaabs Zorn entfacht haben dürften. Denn die geschilderten und statistisch und medizinisch ausgewerteten Berichte von hunderten von NTE-Fällen ergeben ein glaubwürdiges Bild einer Skala von sehr komplexen Vorgängen neurophysiologischer und weithgehend transzendenter Art (sozusagen "spiritueller" Art). Auch wenn
die Materialisten dies als Humbug abqualifizieren, sprechen die vielfältigen Facetten der NTE gegen eine Herkunft allein aus den "menschlichen Hirnwindungen". Die SCHWEIZER ÄRZTEZEITUNG hat den Mut gehabt, einen langen Bericht (2102,93:25) aus medizinischer Sicht zu veröffentlichen. Worin Lommels Ergebnisse positiv gewürdigt werden. Man bezieht sich auf aussagekräftige Fälle, die ein Licht auf die immaterielle Dimension der NTE werfen. Z.B: wenn BLINDE ihre NTE schildern. Das Blatt beschreibt ausführlich, dass eine von Geburt an blinde Patientin einer holländischen Klinik bei ihren NTE Farben, Formen und Gegenstände, Landschaften und Menschen GESEHEN und beschrieben hat. Von alledem sie keinerlei Ahnung haben konnte.
Solche Berichte gibt es mittlerweile häufig, z.B. in Büchern von Kenneth Ring (speziell über Blinde mit NTE !) , von Ian Stevenson und in den Jahresbänden des deutschen Netzwerks Nahtoderfahrung. Insgesamt spiegeln sich darin tiefe und variable Erfahrungen des Jenseits, aber auch von nüchternen irdischen Vorgängen, zum Beispiel an Unfallorten oder am Krankenbett. Menschen mit NTE schildern häufig, dass sie während ihrer NTE die Gesetze und Funktionen des Kosmos verstanden hätten, sie haben danach übersinnliche Fähigkeiten und eine völlig veränderte Eiinstellung zum Leben.
U.a. gibt es eine amerikanische Nichtakademikerin , die seit ihrer NTE ernstzunehmende Theorien über die Quantenphysik vor Wissenschaftlern erörtert. Oder ein an sich "biederer "Bayer kann in die Zukunft blicken und hat bei der Aufklärung von Verbrechen die Polizei erfolgreich unterstützt. Diese nur andeutungsweisen Schilderungen ergeben insgesamt ein völlig anderes Bild als Prof. Swaab's Versuch, den Materialismus "zu retten".
Das muss gesagt sein, um die Lobeshymen auf sein Buch in wichtigen Bereichen geradezu rücken.
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am 29. November 2015
Der Anfang wirkte vielversprechend. Es werden vermeintliche "Wahrheiten" dargelegt, um den Leser zu überzeugen.
Der Autor verbreitet in seinem Werk teilweise seine eigenen Ansichten und stellt diese als wissenschaftliche Fakten dar (siehe beispielsweise die Kapitel über Religiosität, insbesondere ab S. 352) und er geht so vor, als wolle er vor dem Leser seinen Religionshass rechtfertigen (erinnert von der Aggressivität hierbei an "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins). Ich hatte mir ein höheres Niveau des Autors erhofft; schade eigentlich. Das Buch war zudem auch nicht ganz billig (wenn wir dies auf den Preis als Ware beziehen). Ich würde das Buch zudem eher als ein Sachbuch einordnen, nicht als ein Fachbuch. Wir müssen auch daran denken, dass wissenschaftliche Beobachtungen nicht mit wissenschaftlichen Fakten gleichzusetzen sind. Ich schätze, der Autor steigert sich in Teilbereiche zu sehr hinein, als sei er von seiner Praxis felsenfest überzeugt. Ich persönlich finde es ja schön, wenn jemand Leidenschaft für sein Fach ausstrahlt und scheinbar seinen personellen Sinn im Leben gefunden hat, aber es gibt auch ein "Zuviel" dessen, sodass es schon wahnhaft wirkt.
Trotzdem war das Buch an bestimmten Stellen (Faktenwissen Hirnforschung) auch informativ.
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am 6. November 2015
Sicher keine Lektüre für jedermann und auch als Bettlektüre nur bedingt zu empfehlen - aber für Leute die sich etwas intensiver mit dem Thema Neurobiologie auseinandersetzen sehr zu empfehlen.
Auch für solche die sich tiefer mit dem Thema Psychologie auseinandersetzen fast ein muss - finde ich.
Dabei immer sehr lebensnah und anschaulich.
Ideal für Menschen mit erweitertem Interesse für Medizin, Psychologie und Soziologie.
In diesem Zusammenhang eines der faszinierendsten Bücher, die ich gelesen habe.
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am 4. Februar 2016
In dem Buch sind mehr Aspekte besprochen als ich so aus dem Stand mit dem Gehirn in Verbindung gebracht hätte. Es ist nicht alles gleich interessant aber immer gut und kurzweilig geschrieben. Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen. Besonders gern Leuten die über Gender-Themen diskutieren. Da scheint doch nicht alles soziales Milieu und persönliche Entscheidung zu sein.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Oktober 2011
Welcher Ort in meinem Gehirn ist verantwortlich für meine religiöse Veranlagung? Welcher Bereich bestimmt meine Wahl und Art der Partnerschaft? Zahlreichen Fragen, die unser Gehirn unbewusst entscheidet, werden unter die Lupe genommen, herausgekommen ist ein spannendes und kurzweiliges Buch über unser kompliziertestes Organ, das Gehirn.

Interessant auch die immense Vielfalt der Themen und der seitenstarke Umfang, der manchen abschrecken könnte, hier schwere Kost vorgelegt zu bekommen, aber keine Angst: Das Buch ist sehr gut und verständlich zu lesen.

Professor Dick Swaab beschreibt die Veränderung des Gehirns eines Kindes, wenn werdende Mütter rauchen und das weitere Zusammenwirken von Mutter - und Kindgehirn während der Geburt. Überraschend auch die anderen Erkenntnisse und Fakten, die unser Gehirn so unglaublich faszinierend machen, hier alles komprimiert und aufschlussreich dargestellt.

Ein spannendes Buch über die letzten Geheimnisse unseres Selbst und über die Funktion des menschlichen "Computers". Faszinierend und absolut empfehlenswert!
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Februar 2013
In der Schwangerschaft entscheidet sich für Schwaab fast alles. Das Ernährungsverhalten der Mutter, ihre psychosoziale Situation, ihr Alkohol-, Nikotin- oder Medikamentenkonsum - das alles beeinflusst die Biochemie auch des heranwachsenden Kindes. Die sexuelle Orientierung wird am Testosteronspiegel festgemacht, als gäbe es keine maskulinen Homosexuellen und keine testosteronmäßig eher unterprivilegierten Männer, die nichts desto trotz heterosexuell sind. Auch der spätere Aggressionslevel werde bereits festgelegt. Ist dieser hoch, sind für den Autor Kollisionen mit dem Gesetz so gut wie vorprogrammiert. Aggressivität ist gleichbedeutend mit Destruktivität - eine Kanalisation bzw. Sublimierung in sozial erfreulichere Verhaltensweisen scheint er nicht für möglich zu halten.

Selbst in den Kapiteln wo man nichts beanstanden kann, serviert der Autor z.T. eine recht dünne Suppe. Das Kapitel zum Thema Depression ist recht detailliert und interessant. Zum Komplex Alzheimer-Demenz findet man sicherlich selbst bei Wikipedia mehr Informationen als im hier besprochenen Buch. Plaque-Bildung, Verschleiß und Absterben von Nervenzellen als Ursache. Aktivität im Seniorenalter bzw. bereits im Vorfeld als Prophylaxe und Wirkfaktor, um einen bereits manifesten Krankheitsprozess zu verlangsamen.

Bei der Schizophrenie ist der Autor wieder bei der genetischen Disposition bzw. der Vorfestlegung in der Gebärmutter. Zum eigentlichen Geschehen im Vorfeld bzw. während einer psychotischen Episode kommt ebenso wenig wie zum Thema Behandlung. Den Mathematiker und Nobelpreisträger Nash schneidet er kurz als Fallbeispiel an. Eigentlich gäbe es hier die Gelegenheit von einer faszinierende Geschichte der Bewältigung der Krankheit zu berichten. Doch diese lässt Schwab ungenutzt. Kein Wunder - denn sie würde so gar nicht zum Titel des Buches passen. Nashs Heilungsprozess hatte gerade damit zu tun, dass er erkannte, dass er viel mehr als sein Gehirn ist und so eine innere Distanz zu seinen Wahnvorstellungen entwickelte.

I.d.T. ist dies ein ganz wesentlicher Punkt in jeder guten Therapie - das Vermögen der Selbstdistanzierung gegenüber extremen emotionalen Zuständen, bedrängenden Gedanken, destruktiven Triebwünschen. Die Entwicklung von Autonomie und Selbststeuerungskompetenz hängt wesentlich davon ab. Am schönsten hat es vielleicht Viktor Frankl, der Vater der Logotherapie auf den Punkt gebracht, wenn er von der Trotzmacht des Geistes redet". Der Mensch ist keine Marionette seiner Dispositionen und Prägungen - zumindest solange er nicht Experten" wie Schwaab auf den Leim gegangen ist und fest daran glaubt.

Damit wären wir auch schon bei einem weiteren Themenfeld, dass der Autor behandelt: dem freien Willen. Schwaab unterlaufen dabei dieselben Fehler, wie anderen Propheten des unfreien Willens. Er möchte den - von seiner naturalistischen WA aus konsequenten - Determinismus menschlichen Handelns von der deskriptiven Metaebene auf die subjektive Handlungsebene verlagern. Natürlich ist es aus naturalistischer Perspektive schwierig, hier die Kategorien nicht durcheinander zu bringen. Zuweilen wird es mit verschiedenen Sprachmodi versucht: objektivistisch und subjektivistisch. Fakt ist: demjenigen, der davon ausgeht, gar keine Willensfreiheit zu besitzen, fehlen die Voraussetzungen zu einem bewussten Willensbildungsprozess.

Einen relativ breiten Teil nimmt das Thema Religion ein. Der Autor ist sich sicher, dass Mose, Paulus und Mohammed an einer Temporallappenepilepsie litten, da diese oft mit Visionen und ekstatischen Gefühlen einher geht. Von Untersuchungen, wie viele Betroffene während eines Anfalls theologische oder sozialethische Systeme entwickeln, schreibt er nichts.

Schwaab ist sicherlich keiner der neuerdings öfter anzutreffenden Anti-Religionsfanatiker. Immerhin gesteht er zu, dass Christen sich bezüglich ihres sozialen Engagements oft von ihrem Umfeld abheben. Aber im Namen Gottes hätten Menschen anderen Menschen viel Übles angetan. Deshalb wäre die Welt ohne Religion besser dran. Dass Menschen anderen Menschen auch sehr viel Leid im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, sozialer Gerechtigkeit, humanistischer Ideale, Demokratie und Menschenrechten, der Wissenschaft, des wirtschaftlichen Fortschritts usw. antaten und antun, vergisst er.

Zum Ende des Buches hin widmet der Autor sich noch einmal dem Thema Strafrecht. Wenn jemand mit hoher Aggressivität ausgestattet sei, müsse dies strafrechtlich ebenso berücksichtigt werden, wie die Tatsache, dass sich der präfrontale Cortex - und damit die Fähigkeit zu moralischem Handeln - i.d.R. erst mit 25 Jahren voll entwickelt hat. Man wundert sich, dass Schwaab nicht auch das Wahlalter oder das Alter für den Führerschein anheben will.

Insgesamt merkt man dem Buch an, dass sich hier ein Mann, der zweifellos Experte seines Fachgebietes ist, von der Seele schreiben wollte, welche gesellschaftlichen Konsequenzen aus seiner Sicht die Ergebnisse seines Forschungsgebietes haben sollten. Es ist leider keine Ausnahme, dass sich hochrangige Wissenschaftler beim Schritt aus dem Labor ins wirkliche Leben leicht verrennen und ihre Theorien reichlich verstiegen wirken. Was Schwaab schreibt ist Reduktionismus pur und wimmelt von naturalistischen Fehlschlüssen.
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am 16. August 2014
Das Buch " Wir sind unser Gehirn" ist sehr lehrreich. Der Autor hat komplizierte Vorgänge, die im Gehirn stattfinden, einfach erklärt.
Seine Schlussfolgerungen über seine Religiongenen muss man jedoch nicht unbedingt teilen.
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