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93 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges und ehrliches Buch
Das Buch ist kein Skandalbuch, wie viele vielleicht erwartet (und gehofft) haben. Sondern es nähert sich auf sehr einfühlsame Weise dem Menschen und (Ex-)Fußballspieler Deisler. Sebastians Lebensweg und seinen Fußballkarriere werden darin nicht einfach nur nacherzählt. Das Buch versucht vor allem begreifbar zu machen, welche beruflichen und...
Veröffentlicht am 9. Oktober 2009 von MaryMary

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie Herr Rosentritt auf eine Rose tritt...
Sebastian Deisler mag als Fußballer gescheitert sein, mit dem Scheitern seines Buches hat er nichts zu tun. Auch damit nicht, dass mir die Beschreibungen seiner Psyche, der bösen Fußballwelt, der Schlüsselerlebnisse als Fußballer, der kaltherzigen Mitmenschen usw.usw. schon nach der Hälfte des Buches zu den Ohren raushingen. Manchmal habe...
Vor 21 Monaten von Schlafes Bruder veröffentlicht


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93 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges und ehrliches Buch, 9. Oktober 2009
Das Buch ist kein Skandalbuch, wie viele vielleicht erwartet (und gehofft) haben. Sondern es nähert sich auf sehr einfühlsame Weise dem Menschen und (Ex-)Fußballspieler Deisler. Sebastians Lebensweg und seinen Fußballkarriere werden darin nicht einfach nur nacherzählt. Das Buch versucht vor allem begreifbar zu machen, welche beruflichen und persönlichen Faktoren zu Deislers Erkrankung und letztlich zu seinem Ausstieg aus dem Profifußball geführt haben. Wie sich die Spirale aus Verletzungen, öffentlicher Meinungsmache und Depressionen immer schneller gedreht hat. Deisler beschreibt in seinen Gesprächen mit Michael Rosentritt sich und sein Verhalten in der Vergangenheit, was einem als Leser immer klarer macht, warum es überhaupt so weit kommen konnte. Wenn man krank wird, dann nützen einem die Millionen leider auch herzlich wenig, und ich denke, wenn er die Wahl gehabt hätte, hätte er lieber auf das Geld verzichtet. Im Grunde wollte er ja einfach nur mit Spaß an der Freude Fußball spielen, aber das geht anscheinend im heutigen Profigeschäft und bei all dem Medienrummel nur, wenn man sich einen dicken Panzer zulegt. Und der wurde bei Sebastian Deisler immer dünner, bis er nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte.

Ich finde es sehr mutig von Sebastian Deisler, noch einmal der Öffentlichkeit sein Innerstes zu offenbaren und ich hoffe, dass es für ihn jetzt möglich wird, seinen Weg zurück ins Leben zu finden.
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60 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen »Von ganz unten nach ganz oben und wieder zurück«, 12. Oktober 2009
Von 
Henry Buschmann (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Mich hat das Buch in keiner Weise enttäuscht, im Gegenteil - mich hat es berührt. Es ist kein skandalöses, kein lautes oder anklagendes Buch. Es ist in seinen Ausführungen oft still, sensibel und tiefgründig.

Ich habe mich auf dieses Buch erwartungsvoll gefreut, ich wollte endlich aus der Sicht Sebastian Deislers erfahren, wie er selbst diesen einzigartigen und doch seltsamen Karriereverlauf erlebte und vor allem durchlebte.

Dieses Buch handelt von einem Menschen, der mit einem außergewöhnlichen Talent Fußball zu spielen gesegnet ist, einem Menschen der das ganze öffentliche Tohuwabohu um sich selbst nie ganz verstehen und akzeptieren konnte. Das Buch liefert nicht 'die' Antwort auf Deislers Scheitern, es liefert Antworten! Es zeichnet den ganzen Weg einer unvollendeten Fußballerkarriere, von Anfang bis Ende. Dem offenen Leser wird Deisler mit seiner Geschichte näher kommen, es geht im Grunde gar nicht um Verständnis, es geht um die verflixte Suche, die Flucht, den Ausweg eines Menschen, dem die Last des eigenen Anspruches irgendwann zu erdrücken drohte. Sebastian Deisler war nicht nur ein begabter Fußballer, sondern ist ein herausragender Mensch mit Schwächen '- wie jeder Mensch sie hat.

Wie offen Sebastian Deisler in diesem Buch mit seinem Scheitern, seiner Krankheit und seinen Zweifeln umgeht, ist bemerkenswert in einer '"VIP-Welt"', wo oft der Schein das Sein erkennbar überstrahlt. Ganz nebenbei gewährt Sebastian Deisler dem interessierten Leser einen weiteren interessanten und aufschlussreichen Einblick in das Fußballgeschäft als solches.

Ich saß nach diesem Buch etwas gelähmt auf meiner Couch. Und vergessen waren die boulevardesken Superlative über Sebastian Deisler aus der Vergangenheit. Die Rechnung ist aus heutiger Sicht einfach: Deisler war eben kein Superman! - auch wenn er es für einige Medien sein sollte.

Ich danke dem Autor für dieses Buch und zolle Sebastian Deisler großen Respekt für dessen Mut '- seinen eigenen Weg zu gehen, ohne Profifußball! Auch wenn ich im Grunde seine Art Fußball zu spielen sehr vermisse, pass auf dich auf, du '"Tänzer"'! Mir bleibt nur noch zu schreiben: Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

Kleiner Vorgeschmack:

»Das Talent Deisler tauchte auf wie eine Erscheinung in dunkler Nacht. Der deutsche Fußball lag am Boden, und niemand weit und breit war in Sicht, der ihm hätte auf die Beine helfen können. So erklärt sich auch die Urheberschaft der Zuneigung. Sie war von einer Schwere, die vermutlich auch andere, weit stabilere Geister in arge Bedrängnis gebracht hätten. Sebastian Deisler wurde von ihr erdrückt. Ist es Tragik oder einfach nur Pech? Wurde Deisler letztlich nur am falschen Ort als Fußballer groß? Sebastian Deislers Karriere als Profi währte nur acht Jahre, aber er hat die vielleicht größtmögliche Wegstrecke zurückgelegt: von ganz unten nach ganz oben und wieder zurück. Dabei wurde er betrachtet und begutachtet von Millionen von Menschen, die ihm große und ehrliche Bewunderung entgegenbrachten, aber auch beängstigend sorglos mit ihrer Verehrung verfuhren. Deislers Scheitern ist mit langer Ansage gekommen. Und wir, sein Publikum und die Medien, haben der öffentlichen Person Sebastian Deisler bei ihrem Verschwinden zugeschaut, bis der Fußballer in ihm fristlos kündigte.«
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich kann nicht mehr. Ich bin fertig. Ich brauche Hilfe" (201)., 11. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Sebastian Deisler: Zurück ins Leben: Die Geschiche eines Fußballspielers (Taschenbuch)
Es ist seit dem 10. November 2009 kaum möglich, die Geschichte Sebastian Deislers losgelöst von dem Selbstmord Robert Enkes zu betrachten. Als zu Beginn des Jahres 2007 Uli Hoeneß auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Deisler verkündete, dass dieser nie wieder Fußball spielen würde, reagierte ein Großteil der Öffentlichkeit mit Unverständnis. Was erlaubte sich dieser 27-jährige genial veranlagte Wunderknabe mit dem Millionengehalt da? Der gesamte deutsche Fußball hatte doch so große Hoffnungen in Deisler gesetzt, die er aufgrund seiner zahlreichen Verletzungen nie erfüllen konnte. Und jetzt das...

Der Journalist Michael Rosentritt hat anhand zahlreicher Interviews mit dem heute zurückgezogenen in seiner Heimatstadt Lörrach lebenden Deisler eine fesselnd zu lesende Biografie des zum Wunderknaben hochstilisierten ehemaligen Fußballprofis geschrieben, die Einblicke in sein Innenleben offenbart, aber auch versucht zu analysieren, wie Profisportbetrieb und Medienlandschaft verbunden mit seiner psychischen Grunddisposition dafür gesorgt haben, dass Deisler an Depressionen erkrankte und schließlich die Notbremse zog: "Instinktiv spürte er, dass etwas aus dem Ruder zu laufen drohte. Bald, insbesondere in Berlin, bekommt er zu spüren, dass es bei der Zuneigung nicht um ihn selbst geht, sondern um die Volksseele; eigentlich wird es nie um ihn gehen, nicht um den Menschen Sebastian Deisler [...], sondern immer nur darum, dass da wieder ein Fußballer ist [...], ein 'Basti Fantasti', der das heruntergekommene Ansehen einer Fußballnation aufpolieren kann" (70).

Warum hat Deisler rechtzeitig den Absprung geschafft und Enke nicht? Wie viele depressive Fußballprofis gibt es, die nicht wagen, sich zu ihrer Krankheit zu bekennen, das das wohl das Ende ihrer Karriere bedeuten würde? Hat der Fall Sebastian Deisler für ein Umdenken im deutschen Fußball gesorgt? Michael Rosentritt schafft es anhand der persönlichen Geschichte eines Mannes viele dieser Fragen zu ergründen, ohne das Schicksal Deislers in den Hintergrund treten zu lassen.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich habe gegen meine Natur gelebt.", 27. November 2009
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser kurze Satz einer sehr schmerzlichen Selbsterkenntnis bringt den Kern des Dramas um Sebastian Deisler genau auf den Punkt. Nun kann man fragen, warum dieses Buch überhaupt erschienen ist. Was soll es uns sagen? Einer der wenigen, wenn nicht der einzige Sportjournalist, zu dem Sebastian Deisler noch Vertrauen hat, besuchte den ehemaligen Nationalspieler, hörte ihm zu und schrieb dann nach Deislers Bitte dieses Buch. Einige Rezensenten glauben, dass es hier um Geld geht. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, kam mir dieser Gedanke überhaupt nicht in den Sinn. Wenn es Sebastian Deisler jemals um Geld gegangen wäre, hätte er wohl keine Depressionen bekommen. Hier geht es eher um seelische Verletzungen, die ihm zugefügt wurden und die nun mit diesem Buch vielleicht besser heilen können.

Einige werfen Deisler auch jetzt noch vor, er würde jammern. Dabei stellt dieses Buch nur den Versuch dar, die Symmetrie der Berichterstattung wiederherzustellen, die bisher ziemlich einseitig auf der Seite von Journalisten lag, deren Charakter und Motive seltsamerweise niemand hinterfragt. Wer immer verstehen will, wie eine Depression beginnt und was wirklich hinter den Kulissen des schönen Scheins abläuft, dem wird mit diesem Buch ein Einblick in eine für den Zuschauer sonst verschlossene Welt gewährt.

Sebastian Deisler fällt bereits als Kind und erst recht als Jugendlicher durch seine außergewöhnliche Spielintelligenz beim Fußball auf. Er wird irgendwann entdeckt und kommt nach Mönchengladbach ins Internat. Doch er ist anders als die anderen Jungs. Bis in seine letzten Profijahre will niemand außer Ottmar Hitzfeld begreifen, dass man den Menschen Sebastian Deisler nicht teilen kann. Er erscheint als Fußballspieler anders und außergewöhnlich, weil er auch sonst anders als der übliche Profi ist. Doch das interessiert nicht. Deisler selbst will nur Fußball spielen. Das Drumherum mag er nicht. Später beginnt es ihn abzustoßen. Geld, Frauen und Autos sind ihm nicht so wichtig wie den anderen. Er ist ein eher nachdenklicher Mensch, der sich und andere oder auch Strukturen und Systeme in Frage stellt. Doch das ist nicht seine Aufgabe. Er soll vielmehr den deutschen Fußball retten. Und er soll Leute in die Stadien locken, Werbeträger und Wunderwaffe sein. Niemand sieht, dass man ihn damit völlig überfordert. Er hat das zu sein, was andere in ihm sehen wollen.

Und genau hier beginnt die Tragödie ihren Lauf zu nehmen. Deisler liebt das Spiel. Er weiß, welcher Spieler seiner Mannschaft wann welchen Ball braucht. Diese im Spiel gezeigte geniale sensorische Fähigkeit durchdringt den ganzen Menschen. Und ein solcher Mensch braucht Ruhe und Freiräume. Wenn alle an ihm zerren und ihre Träume in ihn projizieren, wird er schnell überlastet. In Berlin passiert dies zum ersten Mal in drastischer Form. Dann folgt ein fürchterlicher Fehler: Er geht zum FC Bayern, weil er denkt, dort könne er einer von vielen sein. Obwohl er viel verletzlicher ist als andere, dringt hier der Medienirrsinn tiefer in ihn ein, als es für ihn überhaupt erträglich ist.

Deislers Dilemma ist ganz einfach zu beschreiben: Auf der einen Seite liebt er das Fußballspiel und sucht den Erfolg. Doch je besser er wird, umso unerträglicher wird der mediale Zugriff. Die seelische Erosion ist schleichend. Zunächst fühlt er sie nur unbewusst, dann nimmt er sie als störend, aber unabänderbar in Kauf, weil er seinen Wunsch verwirklichen will. Später leidet er immer mehr darunter. Schließlich kippt dieser Prozess, und er sitzt in der Falle. Sein Spiel beginnt unter der seelischen Belastung zu leiden, der Körper verliert die Freude und Lockerheit. Es treten schwere Verletzungen auf, weil er kämpft und etwas beweisen will. Dann kommt der seelische Zusammenbruch. Sebastian Deisler offenbart den Verantwortlichen, dass er nicht mehr kann. Man schickt ihn in die Psychatrie. Dort verbreiten die Spezialisten großen Optimismus für den Verein und den deutschen Fußballtraum. Das kriegen wir schon wieder hin. Aber die selbsternannten Experten bekämpfen die Wirkungen, nicht die Ursache, erklären ihn für geheilt und schicken ihn geschwächt und gezeichnet erneut in das die seelische Implosion verursachende Getriebe.

Depressionen sind ein sich selbst verstärkender Prozess, auf den man offenbar irgendwann den Zugriff verliert. Wer depressiv ist, sieht nur noch, was die Depression verstärkt. Wenn an dieser Stelle die eigene Kraft versagt, führt das sehr oft in den Freitod, weil die Betroffenen den seelischen Schmerz nicht mehr aushalten können und keine Lösung sehen. Doch Sebastian Deisler ist ein starker Mensch, auch wenn dies vordergründig nicht so aussieht. Er hat den einzigen Ausweg gefunden, durch den andere - auch Robert Enke - nicht gehen wollten. Er hat die Verbindung zur Ursache seines Leidens durchschnitten und sich dadurch gerettet. Das schaffen nur sehr wenige Betroffene.

Ist es nicht verräterisch, dass dieser enormen Leistung in der Gesellschaft kaum Respekt gezollt wird? Man kann nicht auf Dauer gegen seine eigene Bestimmung leben. Die Fußball-Geschichte von Sebastian Deisler veranschaulicht diese einfache Wahrheit sehr eindrucksvoll und zeigt, welche schlimmen Folgen ein derartiger Versuch haben kann. Genies sind oft Außenseiter, und für Außenseiter ist in einer Massenmedienkultur nur Platz, wenn sie bereit sind sich zu häuten. Ansonsten werden sie gnadenlos verfolgt. Daran wird sich wohl auch nach tragischen Ereignissen nichts ändern.

Der Autor dieses Buches erzählt uns Deislers Geschichte chronologisch und mit sachlichem Abstand. Ab und zu wird diese Erzählung durch Schilderungen von Besuchen bei Deisler unterbrochen, die nach seinem Abschied von der Fußballwelt stattfanden. Dort kommt Deisler dann auch manchmal selbst zu Wort. Ich hätte mir mehr davon gewünscht und manchmal weniger aus der Welt des Autors.

Fazit.
Ein erleuchtendes Buch, aus dem ich sehr viel gelernt habe, weil es versucht, den ganzen Prozess der Entstehung und des Verlaufs eines seelischen Dramas nachzuzeichnen. Manchmal etwas langatmig, andererseits auch sehr entblößend, was den Umgang untereinander in der Welt des Fußballs anbetrifft. Am besten haben mir die wenigen Schilderungen gefallen, die Deislers jetziges Leben betreffen und die seine Versuche zeigen, sich neu aufzustellen. Alles, was man hervorragend kann und liebt, aufzugeben, um weiterleben zu können, ist eine außerordentliche Leistung. Es ist wie einen Teil von sich abzutrennen, um sich zu retten. Weil das kaum jemand kann, verdient diese Leistung allerhöchsten Respekt.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deislers packende Geschichte!!, 15. Oktober 2009
Die Geschichte von Sebastian Deisler ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant, weil sie viele Extreme miteinander verbindet. Ein Jahrhundert-Talent, das genau dann auf der Bildfläche erscheint, als der deutsche Fussball eine schlimme Phase - vielleicht seine schlimmste überhaupt - erlebt. Angefangen in der "Nach-Vogts-Zeit" ab 1998 mit den Nationalelf-Debakeln um Häuptling Silberlocke (Ribbeck) mindestens bis zum EM-Ausscheiden 2004 rumpelt es bei den Spielern mit dem deutschen Bundesadler. Daran kann auch das Strohfeuer der WM 2002, in der man sich mit Querpass-Fussball bis ins Finale "ramelowt", nicht wirklich etwas ändern, denn jeder Fussballfan weiß: Mehr Losglück und Dusel kann man in einem Turnier nicht haben. Aber was viel schlimmer ist: Es ist weit und breit keine Besserung in Sicht. Junge Spieler? Fehlanzeige! Einzig Michael Ballack und etwas später noch Klose machen Hoffnung. Genau zu Beginn dieser Phase der immer tieferen Tiefpunkte erscheint Sebastian Deisler auf der Bildfläche. In der Saison 1998/1999 macht er seine ersten Spiele und spätestens nach seinem ersten Tor (Sololauf über 60 Meter mit herrlichem Abschluss) ist klar: Das ist eine Granate; ein kleiner deutscher "Messi". Es scheint so, als hätte man Deisler auch in 2 oder 3 Toptalente aufteilen können, stattdessen schenkt Gott den deutschen aber nur dieses eine "Jahrhundert-Talent". Aber neben Deisler keine Spur von veranlagten Talenten, die U-Nationalmannschaften werden - wenn nicht schon in der Quali - spätestens in den Vorrunden aus den Turnieren gebolzt. Tatsächlich stößt Deisler damit - abgesehen von Ballack - in ein Kreativvakuum. Ein Wahnsinns-Hype entsteht, nur Deisler kann Deutschland retten, darüber ist man sich allseits eilig. Dazu gesellt sich Deislers emotionale Sensibilität. Ich denke diese 3 Pfeiler - die Medienmaschinerie, die eine Person vollkommen für sich vereinnahmt, die langandauernde Fussballdepression mit immer neuen Tiefpunkten und Deislers sensitive Veranlagung - beschreibt das Buch sehr schön und so kann man die ganze Geschichte um ihn zumindest begreifen.

Ballack hat damals Freude und Zuversicht bei den deutschen Fussballfans ausgelöst, Deisler aber hat zu Hysterie geführt. Er konnte flanken und Freistöße schießen wie Basler, hatte ein Auge wie Bernd Schuster und war quirlig wie Mehmet Scholl. Jeder wusste, in Topform ist er kaum zu stoppen; was, wenn der noch einige Jahre an sich feilt und sich weiterentwickelt? Durch sein außergewöhnliches Talent ist um ihn und in ihm eine kritische Gemengelage entstanden, an der er letztlich gescheitert ist. Allerdings frage ich mich auch, wie ein junger Mann um die 20 das überhaupt verkraften soll, den ganzen Hype, den medialen Wahnsinn. Ich denke er hätte einfach sein Ding machen müssen, unabhängig davon, was die Medien von ihm erwarteten und sich selbst nicht so unter Erfolgsdruck setzen dürfen. Natürlich leicht gesagt.

Das Buch gibt tiefe Einblicke in sein Leben, seine Seele und zu seinen Wurzeln, bis in seine Kindheit. Das macht es sehr interessant, weil man meint, die Geschichte zu verstehen. Ich halte ihn für eine absolut ehrliche Haut und habe großen Respekt vor ihm. Der Autor schreibt insgesamt unparteiisch, gut lesbar und trotzdem nicht oberflächlich, ganz im Gegenteil: Letztlich stellt sich die Frage, ob das, was heute in dem Geschäft abgeht, noch menschlich ist und jeder sollte ein wenig Kontemplation betreiben und in sich hineinhorchen, ob er durch seine Informations- und Sensationsgier nicht auch ein Stück weit daran beteiligt war/ist. Für Fussballfans ein absolutes Muss!!!

Schade, dass uns der Fussballer Deisler nicht mehr verzaubern kann!!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einfach wunderbares Buch - Danke!!!, 24. Oktober 2009
Von 
W. Johannes (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vielen Dank an Michael Rosentritt und vor allem an Sebastian Deisler, für dieses in meinen Augen wunderbare Buch, das ich in einem Zug - repspektive einer Nacht - durchgelesen habe.
Ich bin seit längerer Zeit kein Fußball-Fan mehr, Sebastian Deisler war mir nur dadurch in Erinnerung, dass er laufend verletzt war.
Dieses Buch beschreibt in sehr eindrucksvoller, schonungslos offener Art und Weise, was es bedeutet krank zu sein, krank an der Seele
Die Dunkelziffer der an Depressionen erkrankten ist hoch, nur mit Medikamenten behandelt führt der Weg auf Dauer ausnahmslos in den Suizid.
Die einzige Möglichkeit der Rettung ist das komplette Umkrempeln der krank machenden Situation.
Dass es Sebastian Deisler gelungen ist, auszusteigen ist die größtmögliche Form der Bekämpfung.
Dass der Weg lange und beschwehrlich ist, wurde mehr als klar dokumentiert.
Dass es Rettung und Heilung gibt ebenso. Auch, wenn die finanziellen Mittel nicht denen eines Sebastian Deisler entsprechen.
Dieses Buch zeigt, dass es Rettung gibt, für diejenigen, die nicht an Rettung glauben, für diejenigen, die nur noch grau sehen.
Es zeigt eindrucksvoll, dass auch Geld nicht glücklich macht und das Leben lebenswert ist.
Es zeigt überraschend, dass es Manager im Profifußball gibt, die obwohl man es ihnen nie zutrauen würde (Uli Hoeness), in ihrem Innersten ganz anders sind und auch dazu in der Lage sind, gemäß ihren Werten und Normvorstellungen zu handeln, die vor allem noch vorhanden sind. Eine Erscheinung, die man in unserer Gesellschaft heute oftmals vergeblich sucht.
Es zeigt aber auch, dass die Depression nie ein monokausaler Prozess ist, sondern stets ein Motivbündel aus Erbanlage, anerzogenem Verhalten und den äußeren Umständen.
Danke für dieses schöne Buch, das ganz nebenbei auch noch einen für den Normalmenschen nicht möglichen Einblick in das Geschäft des Profifussballes gibt!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschrieben voller Ehrlichkeit, 9. November 2009
Ich hab mir dieses Buch gekauft, weil ich im Vorfeld des Kaufs einige Interviews gelesen und gesehen habe und diese sehr ehrlich und interessant von mir empfunden wurden.
Im Gross und ganzen ist dieses Buch genau das, was versprochen wird. In eindrücklicher Weise wird dem Leser geschildert, wie ein Mensch in der Verfassung und mit dem Hintergrund Sebastians, Vorfälle und Entscheidungen versteht, aufnimmt und eigene Rückschlüsse daraus zieht, die für den gesunden 08/15 Menschen nicht nachvollziehbar sind.
Auch finde ich, dass er nie respektlos oder abwertend über die Leute des Geschäfts Fussball redet, auch wenn dies nach all den Vorfällen, IHM sicherlich zustehen würde.
Ich denke er hat sich zu diesem Projekt nicht entschlossen um noch einmal den grossen Reibach zu machen (ist warscheinlich mit einem Buch ohnehin nicht möglich), sondern um sich seinen Fans zu erklären und somit mit sich selbst im Reinen zu sein. Ausserdem wirds ihm an Schotter nicht fehe
len, wie er selbst im Buch immer wieder betont. Er zeigt einfach auf, wie unwichtig für ihn, den Liebhaber des Fussballs der selbige geworden ist. Hätte nie gedacht, dass mich ein Buch über "die schönste Nebensache der Welt" so berühren kann.
Ich habe es nicht bereut das Buch gekauft zu haben, auch wenn es schnell zu lesen war (in 5 Tagen ist man in etwa durch) und mit über 20 Euro nicht gerade ein Schnäppchen ist.
Wer sich für diese fast wiedersprüchlich scheinende Geschichte Deislers und den Blickwinkel eines von der kommenden VOlkskrankheit betroffenen Menschen interessiert, sollte sich vor dem Kauf auf keinen Fall scheuen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...aktueller, denn je!, 14. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir das Buch gleich nach Erscheinen gekauft, da ich sehr neugierig darauf war, warum ein so wunderbarer Fußballer damals alles aufgab und vor allem, warum er überhaupt krank wurde.
Wenn es einen selber (be)trifft, ist vieles, was in diesem Buch steht, nachzuvollziehen und gerade die letzten Seiten machen durchaus Mut und Hoffnung, dass man 1. nicht alleine steht mit dieser Krankheit und 2.es einen Weg gibt, damit umzugehen und zu leben.
Auch gut war, dass es nicht um Skandale geht oder nur das "Leben" im Profifußball.
Viele Menschen waren damals sehr traurig darüber, dass Herr Deisler aufgehört hat zu spielen- mehr wahrscheinlich als jene, die sich über Herrn Deislers Entschluß an den Kopf gepackt haben und keinerlei Verständnis für diese Entscheidung hatten.
Aber das aktuelle Ereignis, nämlich den Tod des Robert Enke, hat gezeigt, wie sehr die Menschen betroffen sind und wahrscheinlich auch die Zweifler berührt, die nicht wissen, was es bedeutet,sich mit dieser Krankheit auseinanderzusetzen.
Sebastian Deisler hat wohl einen Weg gefunden und ich denke, dass dieses Buch einfach auch für ihn sehr wichtig war-so habe ich das empfunden und in keiner Hinsicht, Profit zu machen. Vielleicht findet ja auch ein Umdenken statt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie der Fußball einen Menschen vereinnahmt, 28. März 2010
Michael Rosentritt wagt in diesem Buch einen Blick hinter die Kulissen des Profifußballs und der heutigen Medienlandschaft und bringt uns näher, wie ein Mensch (Sebastian Deisler) an dieser kommerzialisierten, medialen Welt (fast) zerbrochen wäre.
Diese Kritik wird zwischen den Zeilen erkennbar, denn vorrangig möchte der Autor den Menschen Sebastian Deisler vorstellen. Weder ist er der "Basti Fantasti" der Anfangsjahre noch ein weinerliches Sensibelchen. Sicher ist Deisler leicht verletzbar, neigt schon früh dazu, seinen Selbstwert v.a. über seinen Erfolg als Fußballer zu definieren. Unter anderen Umweltbedingungen wäre er aber möglicherweise nicht erkrankt. Gut nachvollziehbar wird beim Lesen der enorme Druck, alleiniger Hoffnungsträger des deutschen Fußballs zu sein - als ein Mensch, der viel zu früh das Elternhaus verlassen hat und zu schnell erwachsen werden sollte. Auch Berater und Manager erkannten seine verletzliche Seite nicht (oder wollten sie nicht erkennen).
Das Buch wechselt zwischen Rückblicken auf Deislers Karriere (aus Sicht des Autors) und persönlichen Begegnungen zwischen dem Autor und Deisler, in denen Deisler über seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spricht. Kritik an einzlnen Personen wird unterschwellig deutlich, aber ohne dass Deisler "schmutzige Wäsche wäscht". Auch die Krankheit "Depression" wird näher erläutert.
Nach der Lektüre des Buches sehe ich die oberflächliche Berichterstattung vieler Medien (zwischen "himmelhochjauchzend" und "zu Tode betrübt") noch kritischer. Auch kann ich Deislers Ausstieg besser verstehen und führe ihn nur noch am Rande auf seine zahlreichen Verletzungen zurück. Dem Autor gelingt das Kunststück, dem Leser in wenigen Stunden einen Menschon auf sehr empathische Weise vorzustellen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie Herr Rosentritt auf eine Rose tritt..., 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sebastian Deisler mag als Fußballer gescheitert sein, mit dem Scheitern seines Buches hat er nichts zu tun. Auch damit nicht, dass mir die Beschreibungen seiner Psyche, der bösen Fußballwelt, der Schlüsselerlebnisse als Fußballer, der kaltherzigen Mitmenschen usw.usw. schon nach der Hälfte des Buches zu den Ohren raushingen. Manchmal habe ich micht gefragt, ob ich aus Versehen 30 Seiten zurückgeblättert habe. Dieses Buch ist Redundanz pur und das in einem für mich unerträglichen Ausmaß. Schade ist dabei, dass sich mein Frust beim Lesen manchmal gegen den Protagonisten selbst richtete, anstatt ihn auf den zu richten, der ihn verdient hatte: Herrn Rosentritt. Der Name ist Programm... So gesehen ist das Buch die Geschichte eines gescheiterten Werkes über einen zweifellos interessanten Menschen. Allein dieser verdient meine 3 Sterne.
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Sebastian Deisler: Zurück ins Leben: Die Geschiche eines Fußballspielers
Sebastian Deisler: Zurück ins Leben: Die Geschiche eines Fußballspielers von Michael Rosentritt (Taschenbuch - 4. Oktober 2010)
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