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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 8. Juni 2012
Ich möchte ausnahmsweise die Rezension einmal mit dem Ende des Buches beginnen: Hamed Abdel-Samad nimmt in den letzten Kapitel die Entwicklung Nordafrikas und Arabiens voraus, die nach 2010 (und damit nach Erscheinen des Buches) einsetzte. Die Rebellionen in Ägypten und Tunesien genau so, wie die Wichtigkeit eines sozialen Netzwerks namens Facebook in diesem Zusammenhang. Und den Schwenk hin zu noch mehr Religiosität, noch mehr Orthodoxie, noch mehr Scharia-Wahn. Wird einem dies bewusst, muss man auch die vorhergegangen Kapitel noch ernster nehmen, als man dies beim Lesen schon getan hat.

Der Autor war mir als die eine Hälfte der Deutschland-Safari bekannt, und so wie er in der Fernsehsendung erscheint, so schreibt er auch: sachlich, ruhig, kritisch und offen. Auf jede These folgt das Auseinandernehmen typischer Gegen"argumente " des üblichen öffentlichen Diskurs, die jede Islamkritik auf eine Stufe mit Antisemitismus stellen will. Bei manchen Sätzen drängt sich automatisch das Bild einer Claudia Roth oder eines Czem Özdemir in den Vordergrund und Hamed Abdel-Samad nimmt deren immer und immer wieder geäußerten Plattitüden geschickt auseinander, zeigt Denkfehler und Wissensmängel auf und entlarvt vieles als Nichtargumente und Worthülsen.
Das Buch redet keinen Untergang herbei und ist in all seinen Kapiteln sehr versöhnlich im Umgang mit seinem Thema: dem Islam. Es zeigt am Beispiel des europäischen Judentums auf, wie eine Säkularisierung von innen heraus gelingen kann und woran sie in der islamischen Welt scheitert. Und vor allem zeigt es auf, worauf die Umma in ihrer wachsenden Abschottung gegenüber der Moderne, der Wissenschaft und des Westens zusteuert, was es für die Menschen bedeuten wird und welche Katastrophe letztlich auch auf Europa zukommen kann, wenn unsere Politik dies nicht begreift und vorbereitet ist.

"Der Untergang der islamischen Welt" konnte nur von einem Muslim geschrieben werden - kein großer Verlag hätte es gewagt, ein Buch gleichen Inhalts und Stils von einem deutschen Autor zu veröffentlichen. Sachlich aber schonungslos legt es zahllose Lebenslügen so genannter Islamreformer offen, legt den Finger offen in die siechenden Wunden der Multikulti-Lügen dieses Landes und macht deutlich, dass Integration eine Bringschuld ist, das prächtige Moscheebauten durch in großen Teilen arbeitsloser Muslime eben kein Zeichen für Ankommen in dieser Republik ist und das Abschottung und archaisches Rechts- und Ehrverständnis eben nicht nur kulturell, sondern kulturellreligiös bedingt ist.

Eine absolute Kaufempfehlung meinerseits - auch wenn dieses Buch vermutlich wieder einmal nur die ohnehin schon kritischen Geister erreichen wird und eben nicht jene, die gutgläubig von einem Nebeneinander aufgeklärter westlicher Kultur und zugewanderter orthodoxer Islamtreue träumen.
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am 12. Januar 2015
Hamed Abdel-Samad, ein Moslem als gebürtiger Ägypter und hervorragender Kenner der islamischen Welt, der wesentlich besser englisch und deutsch schreibt und spricht als beispielsweise Alexander Dobrindt, behauptet nicht - wie viele wohlmeinende deutsche Politiker - dass Islamismus nichts mit dem Islam zu tun habe. Er zeigt die fundamentalen, lebensgefährlichen Irrtümer verschiedener Weltanschauungen auf, die zu Terror im politischen und religiösen Gewand führen können.

Hamed Abdel-Samad ist einer der mutigsten und daher konsequent verfolgten Kritiker des Fundamentalismus und Extremismus.

Dabei setzt er weder die früheren Anhänger Mussolinis, Hitlers oder Stalins mit den hyperaktiven islamistischen Terroristen gleich, die derzeit vereinzelt, aber gezielt und gehäuft, im Orient (Irak) in Amerika (Boston) und in Europa (Paris) Schrecken verbreiten. Mit keinem Wort übertreibt und beschönigt der Autor die entsetzlichen Exekutionen, die soeben wieder reflexartig die Forderung nach Wiedereinführung der Todestrafe in Frankreich hervorriefen.

Das konnte er natürlich nicht ahnen, als er sein informatives Buch wie ein kompetent-kreativer Historiker schrieb, der nach dem Pilosophen Ortega y Gasset ein "umgekehrter Prophet" sein kann. (Hier ist der Prophet freilich kein unantastbares religöses Vorbild, sondern ein schlichter Zukunftskünder, z. B. des Alten Testaments.)

Die Geschichte kennt einige Beispiele für fundamentale Umkehr; das wichtigste historische Exempel ist wahrscheinlich das "Damaskus-Erlebnis", "the conversion of Saint Paul". Das liegt nun aber schon 2000 Jahre zurück.

Die heutigen Konvertiten scheinen besonders gefährlich und militant zu sein, weil sie sogar ihr Leben - und das Leben anderer - für die Bekehrung der "Ungläubigen" opfern. Es fragt sich, ob die Zahl der Gläubigen angesichts des Terrors gleich bleiben kann. Der kenntnisreiche Autor bezweifelt dies ganz entschieden, wenn er vorausschauend das Ende der islamischen Welt - wie einst Eduard Spranger den "Untergang des Abendlandes" - prophezeit hat. Wir wissen nicht, ob der tapfere Renegat, dem seine Gegner nicht das Wasser reichen können, Recht mit dieser These haben wird.
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am 13. September 2010
Im vergangenen Jahr hat der Autor des vorliegenden Buches ein bewegendes literarisches Zeugnis abgelegt mit seinem "Abschied von Himmel".
Das Buch war eine erschütternde und glaubwürdige Autobiographie eines Muslims, der als "Wanderer und Mittler zwischen den Kulturen" 2002 an der Universität Augsburg ausgezeichnet wurde und für dieses sehr persönliche Buch Morddrohungen erhielt und Schmähungen aus der islamischen Welt erleiden musste.

Es ist die verzweifelte Suche eines Moslems, der nach langen Jahren in Deutschland, wo er seit 1985 lebt, seinen Glauben verloren hat und keinen neuen finden kann. Eine Odyssee durch Phasen der Depression und immer wieder das Schwanken zwischen verschiedenen Lebensformen tut sich da einem bewegten und erschütterten Leser auf, der sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass das, was der Autor hier für sich persönlich beschreibt, das innere Erleben von vielen Muslimen in unseren Land widerspiegelt.

Er sucht nach dem richtigen Gott, und nach irgendeinem Halt in der Welt und muss doch immer wieder erleben, dass er innerlich gespalten ist und dass ihn das fast zerreißt.

Natürlich kommen auch die wichtigen und aktuellen Themen wie interkultureller Dialog, Terrorismus und Gewalt im Islam, Frauenrechte im Islam, Beschneidung von Frauen, das Männerbild in der islamischen Welt und die Sexualität in dem Buch vor, doch wichtig war für mich das persönliche Zeugnis eines Mannes, der dafür viel Anfeindungen einstecken musste und noch heute - er arbeitet am Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität in München- unter Polizeischutz steht.

Nun setzt Hamed Abdel-Samad seine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Islam fort in einem neuen Buch, dem er den etwas reißerischen Titel "Der Untergang der islamischen Welt" gegeben hat. Doch bei aller solchen Büchern eigenen Überspitzung und Zuspitzung, die Thesen seiner "Prognose" sind bedenkenswert und erschreckend zugleich. Sich unter anderem auf die Analysen aus dem Buch des renommierten Historikers Dan Diner "Versiegelte Zeit" beziehend (vgl. auch unbedingt dessen neues Buch "Zeitenschwelle") weist er nach, dass in den nächsten Jahrzehnten in den islamischen Ländern vor allem des Nahen Ostens sich dramatische Entwicklungen abzeichnen. Denn das Erdöl als die Quelle des Reichtums wird zu Ende gehen, ohne dass sich etwa im Bereich der Bildung etwas Entscheidendes getan haben wird. Eine innovationsfeindliche Kultur, eine schnell wachsende, immer ärmer und bildungsferner werdende Bevölkerung und wachsende klimatische Probleme, werden zu einem gesellschaftlichen Mix, der hochexplosiv ist und der, so Abdel-Samed, zu einem massiven Exodus von Millionen, von vor allem jungen Moslems, nach Europa führen wird. Die Probleme, die im Augenblick im Zusammenhang mit den Thesen Thilo Sarrazins diskutiert werden, werden sich dagegen wie Peanuts ausnehmen.
Das Buch schildert den Islam als rückwärts gewandte und zur Reform unfähige Kultur. Hoffentlich wird es eifrig diskutiert werden.
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am 7. Februar 2016
Als das Buch geschrieben wurde konnte man die heutige Entwicklung noch nicht vorhersehen, aber vielleicht dauert es noch ein zwei Generationen tatsächlich bis der Islam sich quasi selbst verdaut hat durch seinen selbst zerfleischenden Wahn alles und jeden , der anders ist, ausmerzen zu müssen. Die meisten Opfer des Islams sind die Muslime selbst im nahen Osten und in Afrika.
Der Autor hat bereits andere mutige Bücher geschrieben, ist Islamwissenschaftler mit eigenem Lehrstuhl und Sohn eines Imams, weiß also, wovon er spricht und wurde dafür mehrmals mit einer Fatwa überzogen ( einer weltweiten Todesdrohung und Aufforderung an alle Muslime ihn zu ermorden) . Selbst hier bei Amazon gibt es inzwischen hyperventilierende geifernde " Autoren" die jedes seiner Bücher panisch in ihren schlecht geschriebenen Machwerken zu wiederlegen versuchen, was allerdings nicht gelingt, da historische Fakten nun mal sich nicht wegdiskutieren lassen.
Selbstverständlich hat der Islam auch faschistoide Züge. Ich wundere mich nur, dass das so ein Novum ist und überhaupt bezweifelt wird.
Die Herrschaft des Stärkeren und Unterdrückung aller Andersdenkender ist bei beiden doch das herausragende Element. Das Leben des Religionsstifters ist ein einziger Krieg und Grausamkeit, sein Ziel war die Expansion um jeden Preis. Man stelle sich vor, Europa würde heute den kleinen psychisch Gestörten aus Österreich als Gott anbeten, den WIR mal " unseren Führer" nannten und der übrigens heiss bewundert wurde wegen seiner Stärke und dem Antisemitismus -Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von dem islamischen Geistlichen (und Hitler-Bewunderer) Hassan al-Banna nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches gegründet.
Dass das Buch überhaupt Verleger findet in D ist wohl dem Umstand geschuldet, dass der Herr Samad wegen seiner Herkunft kaum im Verdacht stehen dürfte Rassist zu sein oder dergleichen, was man in schöner Regelmäßgkeit bei allen anderen kolportiert um sie öffentlich medial hinzurichten als Person .
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am 27. Oktober 2015
Ein interessantes Buch von einem Ägypter, der einst unschuldig auszog Politologie in Europa zu studieren, dann aber statt dessen über deutsche Philosophen stolperte. Wie wohl bei allen Ein- und/oder Auswanderern, egal woher sie auch kamen oder wohin sie auch gingen, bewirkte der anfängliche Kulturschock in ihm eine totale Abkehr von der ihm fremden Kultur und einen radikalen Rückzug in den sicheren Hafen der eigenen Identität, oder wie in seinem Fall, dem Islam. Jedoch misslang ihm dies auf Dauer und je mehr er sich mit seinem neuen Land auseinandersetze, vielleicht auch zum Versteher der westlichen Welt mutierte, je mehr musste er sich mit der eigenen Kultur beschäftigen. Jeder moderne Auswanderer kennt das. Aus der Ferne wird die Heimat in der Erinnerung zum Paradies. Kommt man dann aber wieder Heim ist man ein Fremder in einem Land in dem nicht Alles perfekt, oder viel besser als in der neuen Heimat, ist. Idealerweise kann man dann seine zwei Heimatländer objektiver beurteilen, hart mit ihnen ins Gericht gehen, wo nötig, ohne sie dennoch weniger zu lieben. Dem Autor, der sich, seine Geschichte und Gefühle aber auch seine Kultur und die sie prägende Religion schonungslos intelligent analysiert, ist dies hier gelungen. Das Fazit, das man hieraus ziehen muss ist jedoch deprimierend. Wer hätte gedacht, dass die Kluft zwischen der islamischen Welt und dem West so groß, verfestigt und schwierig zu überwinden ist? Nicht nur eine strenge Staatsreligion und festgefügte soziale Strukturen spielen hier eine Rolle, sondern auch Diktaturen, die diese Länder vor Einflüssen von Außen lange Zeit total abgeschottet haben. Naturgemäß bezieht sich dieses Buch eher auf das ländliche Ägypten als auf andere Länder und Völker der Region. Es ist daher nicht ganz so perfekt geeignet die momentane Bevölkerung unserer deutschen Turnhallen zu verstehen. Es ist jedoch ein interessantes und empfehlenswertes Buch, dass vor allem im Hinblick auf die derzeitigen, und wohl noch lange andauernden, Probleme in der Region, einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis unserer Nachbarn jenseits des Mittelmeers liefert.
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am 28. Mai 2014
Ein Augenöffner für jeden, der mehr über den Islam wissen möchte, egal ob pro oder kontra. Für jeden Moslem ein kritischer Blick in den Spiegel. Verständlich geschrieben, leicht zu lesen, oft auch - für nicht-moslems - zum schmunzeln.
Absolut empfehlenswert, auch zur Erweiterung des (Islam)-Horizonts.
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am 21. Oktober 2013
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es zeigt den Islam und seine Kultur aus einer sehr reflektierten und selbstkritischen Sicht ohne den sonst gewohnten "Schlagwörtern und Stammtischpolitik" zu fröhnen. War mein erstes Buch von Hamed Abdel Samad und werde noch weiter lesen.
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am 28. September 2014
Ich kann das Buch jeden empfehlen, der der Meinung ist, der Islam sei unschuldig.
Mohammad vor 1400 Jahren hat genau das gleiche mit meinem Volk (Mesopotamien) gemacht was heute die ISIS macht.
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TOP 50 REZENSENTam 20. Februar 2015
Dieses Buch wurde um 2009/10 geschrieben und erschreckt in seinen hellsichtigen Prognosen. Tatsächlich sind viele der analysierten Entwicklungen inzwischen eingetreten, wobei die Realität das hier Festgehaltene bei weitem übertrifft.

Statt ihr Leben im Westen als Ansporn für eine tatsächliche Erneuerung des islamischen Denkens zu sehen, um diese später in ihre Ursprungsländer zu exportieren, übernehmen viele in der Fremde lebenden Muslime das veraltete Denken ihrer Heimat und nennen das Identität. Statt Akteure zu werden, um die islamische Welt aus der Isolation zu holen und als Kulturvermittler zu dienen, isolieren sich die Emigranten selbst und leben sogar strenger religiös als viele in jenen Ländern, denen sie entstammen. Strenger Moralkodex und unversöhnliche, puristische Lebensform sind sichtbare Phänomene unter muslimischen Emigranten.

Bevor Erdogan Präsident der Türkei wurde, betonte er, dass die Demokratie nur ein Zug sei, den er benutzen würde bis er am Ziel wäre. Die Moscheen seien Kasernen, die Minarette Bajonette, die Kuppeln Helme und die Gläubigen seien Soldaten.

Statt sich von einem rückwärtsgewandten, einengenden Islam abzuwenden und eine Religion für das Heute zu entwickeln, nutzen die heutigen Anhänger dieser Religion demokratische Strukturen, um ihr überholtes System weiter zu forcieren und die Welt zum Islam zu führen, ein Ziel, das bereits im Koran niedergelegt wurde.

Auf Seite 186 wird eine Predigt eines Imams der Moschee in Paris zitiert:
Die Herrscher in der islamischen Welt sind unislamisch und unterdrücken die Gläubigen. Die Herrscher hier in Europa sind auch unislamisch, aber sie garantieren zumindest, dass wir unseren Glauben einigermaßen frei ausüben können. Dadurch können wir uns versammeln, ohne Angst davor zu haben, verhaftet zu werden. Deshalb sollten wir den Konflikt mit den Systemen hier nicht suchen. Wir müssen diese Freiheit nutzen, um uns neu zu organisieren. Die zweite Geburt der Macht des Islam wird hier erfolgen. Und wenn der Sieg Gottes kommt, werden die Ungläubigen hier den Islam scharenweise annehmen. Auch der Islam ist in einem Migrationskontext in Medina geboren. Muslime waren dort fremd und schwach, doch später konnten sie mit Allahs Hilfe den Staat Gottes errichten, bevor sie den Islam nach Mekka zurücktrugen. Auch wir können einen starken Islam in die islamische Welt zurück exportieren. Das sind wir unseren unterdrückten Brüdern dort schuldig.

Islamkritik wird heute oft als Rassismus bezeichnet, ein Ttschlagargument, dem viele im Westen heute unterliegen. Speziell in Deutschland wagt man aufgrund der Vergangenheit wenig Einwände vorzubringen, wenn es um Religionen geht. Dabei stellt der Alleinvertretungsanspruch des Islam eine schwere Bürde dar, die meines Erachtens nicht aufgelöst werden kann. Reformatorische Bestrebungen des Islam verharren im Äußeren, in schönen Worten, in Moscheen aber wird nach wie vor die reine klare, alternativlose Lehre verkündet, z.b. in diesem Mantra, das Teil jedes Gebetes ist:

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen,
Lob gehört Allah, dem Herrn aller Welten,
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,
dem Herrscher am Tag des Gerichts.
Dir allein dienen wir, und zu Dir allein fliehen wir um Hilfe.
Leite uns den geraden Weg,
den Weg derjenigen, denen du Gunst erwiesen hast,
nicht derjenigen, die Zorn erregt haben,
und nicht den Irregehenden.

Mohammed wurde gefragt, wer denn die Irregehenden seien: es sind die Christen, sagte er. Wer seien die, die den Zorn erregt haben: es sind die Juden, antwortete Mohammed.

Ob es jemals eine Reformation im Islam geben wird? Notwendig wäre, Mohammed und den Koran nicht aus der Sicht von heute zu beurteilen. Aber ebenso notwendig wäre, dass wir unseren Alltag im 21. Jahrhundert nicht mehr von moralischen Vorstellungen des siebten Jahrhunderts beeinflussen lassen. Erst der aufgeklärte Mensch, dann die Religion(en).

Ich sehe im Islam (Grundkonflikt Sunniten versus Schiiten) keine Chance auf eine Reformation. Seinen Zusammenbruch erleben wir aktuell live und erbarmungslos in allen Medien. Denn der Untergang der islamischen Welt bedeutet, dass die Migrationswellen Richtung Europa zunehmen. Entweder wird man den neu Zugewanderten die Pforten öffnen müssen oder sie im Mittelmeer ertrinken lassen. Junge Muslime, die vor Armut und Terrorismus fliehen, werden auch die Konflikte ihrer Heimatländer mit nach Europa tragen. Europa stellt für sie eine Hoffnung in der Krise dar, befreien können sich trotzdem nicht von ihren alten, seit frühester Jugend implantierten Feindbildern. (S. 230) Hamed Abdel-Samat zeichnet ein düsteres Bild. Silberstreifen am Horizont - Fehlanzeige!
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am 19. Dezember 2014
Es ist mutig, aber riskant, die menschliche Geschichte voraussehen und ihren Verlauf bestimmen zu wollen, ist doch die Zukunft, wenn auch vorstellbar,kaum verlässlich prognostizierbar. Abdel-Samad hat den Mut und geht das Risiko ein, wenn er den Untergang des Islam "prophezeit" und sich als Futurologe betätigt. Er hat gute Argumente für seine Prognose, denn die kulturelle Rückständigkeit und politische Unbeweglichkeit der Islamischen Staaten lässt sich an zahlreichen Symptomen ablesen. Die Bildungs-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Regierungssysteme sind gleichermaßen vom Niedergang betroffen, da das "heilige" Buch, der Koran, keine wirklich brauchbaren Perspektiven für nachhaltige Reformen und eine realitätsgerechte Zukunftsgestaltung bietet: "Die arabisch-islamische Welt wird untergehen. Zwei Prinzipien beherrschen das Leben und die Natur: Vielfalt und Flexibilität. Wer gegen sie verstößt, stirbt aus. Die islamische Welt tut dies seit geraumer Zeit und wird deshalb in sich zusammenfallen." Dem wird man nicht grundsätzlich widersprechen können. Allerdings steht die Analogie von Spenglers "Der Untergang des Abendlands " (1918) und Abdel-Samads Untergangsszenarium des Islam (2010) auf wackligen Füßen. Denn das Abendland macht keine Anstalten unterzugehen, und beim Islam können wir nicht mit absoluter Gewissheit ausschließen, dass er, obwohl mit dem Rücken zur Wand, in den nächsten Jahrzehnten nicht doch den Anschluss an die Moderne hinbekommt. In den arabischen Emiraten gibt es mittlerweile Anzeichen dafür. Nimmt man an, dass der zivilisatorische Prozess mit zunehmender Säkularisierung einhergeht, dann könnte der Islam in dem Maße seine bewusstseinsprägende Kraft verliert, in dem dieser Prozess voranschreitet.
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