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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen97
4,6 von 5 Sternen
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Vielleicht darf ich damit beginnen, dass ich selbst nicht Tennis spiele, mir seit dem Abschied von Graf und Becker kein Tennis ansehe und André Agassi immer nur am Rande als eine Art Sonnyboy mit herausragender Technik wahrgenommen habe. Und dennoch hat mich diese Autobiographie wie keine zweite in letzter Zeit gepackt. Und dafür gibt es drei triftige Gründe:

Zunächst ist das Buch (ich habe es im englischen Orginal gelesen) auch gemessen an anspruchsvolleren Maßstäben sehr gut geschrieben. Den Leser interessieren nicht einmal so sehr die Herausforderungen bei irgendwelchen Grand Slam-Turnieren, sondern packende Alltagszenen aus Kindheit und Jugend. In einer lakonischen, sofort auf den Punkt kommenden Sprache werden Charaktere, Situationen, Ängste und Freuden der Alltagswelt so nahe gehend beschrieben, das man sich für Agassi selbst, seine Geschwister, seinen problematischen Vater usw. sofort interessiert. Mich würde wirklich interessieren, ob A. diesen Text selbst verfasst hat. Denn die kurzen Schlaglichter, die an die Schnitttechnik eines Filmes erinnern und wie aus unterschiedlicher Perspektive das zentrale Thema des Buches (dazu sogleich) immer wieder beleuchten, zeigen einen echten Könner.

Zweitens wirkt die Darstellung auf den Leser ungeschminkt ehrlich. Hier wird gerade nicht die ewig verlogene Mähr vom amerikanischen Traum erzählt, sondern z.T. auf fast schmerzliche Weise schonungslos gezeigt, worum es bei diesem Sport geht. Die Gegner hassen einander, eine Niederlage lässt A. am Boden zerstört zurück. Er trainiert wie ein Wilder, um dieses Gefühl nicht noch einmal erleben zu müssen, obwohl Erlebnisse dieser Art unvermeidlich sind. Sein Vater - ein schrecklicher Höhepunkt in der ersten Hälfte des Buches - zerschmettert einen Fairness-Pokal den Agassi als Viertplatzierter in einem Jugendturnier gewonnen hat, vor den Augen des Sohnes, weil solche "Trostpreise" nicht zählen. Der jugendliche A. wagt nicht aufzubegehren, weil er diese Weltsicht selbst verinnerlicht hat.

Drittens: Das Werk ist nicht einfach ein beliebiger Bilderbogen unter dem Motto "per aspera ad astra", sondern steht unter einem einheitlichen Thema: der Ambivalenz des Haupthelden, der seinen Vater, das Tennis und sich selbst hasst und zugleich liebt. Der Hass resultiert aus den Existenzängsten, Rechtfertigungsbedürfnissen und Selbstzweifeln, die sich mit Vater und Tennis verbinden, dem ständigen Kampf um das seelische Überleben. Die andere Seite wird jedoch ebenfalls nicht geleugnet: Zumindest äußere Bedeutung hat dieses Leben vor allem auch den Sport erlangt: Wer würde sich für dieses Werk interessieren, wenn A. liebevoll erzogen worden wäre und seinen Wünschen entsprechend in einer Amateurfußballmannschaft glücklich geworden wäre. Die Antwort lautet: Niemand! Und dieser innere, niemals aufzulösende Widerspruch trägt das Buch über weite Strecken und macht es für jeden interessant, der sich einfach nur für Menschen und Lebensperspektiven interessiert.

Wenn auch am Ende sich manches Dunkel lichtet und vieles in versöhnlicherem Licht erscheint: Die innerliche Zerrissenheit bleibt und der Leser hat nach dieser meisterhaften und brillanten Darstellung nicht das Gefühl, seine Zeit mit einer der üblichen Promi-Biographien verschwendet zu haben!

Lesen!
66 Kommentare90 von 98 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. November 2009
Dieses Buch ist ein absoluter Hammer! Ich dachte, ich kriege eine dieser üblichen Sportlerautobiographien, geschrieben eher im Hausfrauenstil. Aber ich fand den Sportler Andre Agassi immer spannend und kaufte dieses Buch trotz meiner Bedenken. Und was halte ich in den Händen? Eines der erstaunlichsten Bücher des Jahres! Die Zusammenarbeit mit "Tender Bar"-Autor J.R. Moehringer gibt dieser Autobiographie eine erstaunliche Tiefe: Der Leser erlebt die Höhen und die Tiefen dieses Sportlerlebens sozusagen hautnah mit und die Beschreibungen der entscheidenden Tennismatche gehört bestimmt zum Besten, was die Sportliteratur zu bieten hat. Aber was das Buch so herausragend macht: Eigentlich geht es nicht um die Siege und Niederlagen, eigentlich geht es um die Suche eines jungen Mannes nach seinem Leben, das ihm von seinem erfolgsbesessenen Vater genommen wurde. Es gibt dazu eine Reihe von Szenen in diesem Buch, die man auch nach Jahren nicht vergessen können wird.
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Als Andre Agassis Biografie erschien, wurde sofort meine Neugier geweckt, wie die Karriere des ehemaligen Enfant terrible des weißen Sports aus seiner Sicht dargestellt wird. Ich vermutete unzählige Endspiele aufgeführt zu bekommen, was sich ja auch am Anfang zu bestätigen schien. Doch schon gleich nach der Schilderung seines letzten Spiel bei den US Open vor Karriereende gestattet Andre ganz private Einblicke in sein Privatleben. Begonnen mit dem harten Drill des siebenjährigen Jungen aus Las Vegas über erste Siege als Teenager berichtet er offen über sein Leben und schließt auch die dunklen Seiten nicht aus. Einiges war schon vor Jahren in allen Zeitungen, anderes überrascht. Offenbar rebellierte der seinerzeit jüngste Ranglistenerste nicht nur mit Frisur und Kleidung gegen die an ihn gestellten Erwartungen. Immer auf der Suche nach Anerkennung spielte er einen Sieg nach dem nächsten ein. Der Amerikaner ist zweifellos ein Ausnahmetalent.

Ein Leben besteht aber nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus einem Privatleben. Andre Agassis Freizeit wurde schon allein wegen seiner Prominenz genau beobachtet. Als er dann die Schauspielerin Brooke Shields heiratete, verstärkte sich das öffentliche Interesse nur noch mehr. Erst in der Verbindung mit Steffi Graf, die ihn vorbehaltlos unterstützt, kommt sein Leben in ruhigere Bahnen. Diese sechs CDs, die von Heikko Deutschmann gelesen werden, vermitteln den Eindruck, eine Lebensbeichte, fast schon eine Abrechnung gehört zu haben. Schonungslos und gnadenlos ehrlich berichtet der Ex-Tennisspieler von seinen guten Zeiten, aber vor allem auch über seine Gefühle in den schlechten Zeiten. Die mit Hilfe eines Co-Autors entstandene Biografie ist in jeder Hinsicht lesens- beziehungsweise hörenswert. Andre Agassi ist in keiner Weise sensationsheischend, sondern vermittelt dem Hörer sein tiefes Bedürfnis, auch die andere Seite des Tennisrummels zu zeigen.
0Kommentar4 von 4 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ob Andre Agassi Tennis nun wirklich hasst, wie er in seiner Autobiographie immer wieder sagt, ist mir auch nach der Lektüre von 590 Seiten nicht klar. Aber ich weiß, dass ich eine der spannendsten Lebensgeschichten eines Spitzensportlers gelesen habe. Nicht weil er gesteht, ebenfalls in den Drogentopf gefallen zu sein oder die Öffentlichkeit jahrelang mit einem Haar-Toupet genarrt zu haben. Auch sein Geständnis, in Boris Becker den hässlichen Deutschen und in Steffi Graf das Fräuleinwunder gefunden zu haben, wäre die Lesezeit nicht wert gewesen. Außergewöhnlich ist diese Biographie ganz einfach, weil Andre Agassi nicht auf der Grundlinie bleibt, wenn er von seinem Leben spricht. Auch wenn die Abwehr gegnerischer Angriffe beim Preisgeben von Geschichten schwieriger ist, wenn man nahe ans Netz persönlicher Verstrickungen geht. Und weil Andre Agassi offenbar davon überzeugt ist, dass es keine guten Heldengeschichten ohne Helfer gibt, ließ er sich beim Verfassen seiner Autobiographie von einem Schriftsteller unterstützen, der ebenfalls zu Besten seines Fachs gehört. Nach allem, was ich durch dieses Buch über Andre Agassi erfahren habe, glaube ihm auch, dass er seinen Freund J. R. Moehringer mehrmals darum gebeten hat, dieses Buch unter dem Namen zu veröffentlichen. Wer Moehringers Roman "The Tender Bar" kennt, weiß also, dass ihn keine der üblichen Sportlerbiographien erwartet, in denen mehr oder weniger interessante Fakten durch holprige Sätze miteinander verbunden werden. Schön wäre es, wenn Ghostwriting auch im deutschen Sprachraum aus der Tabuzone käme und nicht mehr als Makel angesehen würde.

Klar, dass es in der Lebensgeschichte eines Tennisstars viele Beschreibungen von Tennispartien gibt. Aber die Matchberichte sind sprachlich so gekonnt in Szene gesetzt, dass sie langweiligen Sportreportern als Weiterbildungsmaterial dienen könnten. Zudem geht es ja weniger darum, Erinnerungen von Tennisfans aufzufrischen, sondern vor allem um verschiedene Varianten der Geschichte vom Helden, der auszog, um den Drachen zu besiegen und die Prinzessin zu erobern. Da dieser Plot Mustercharakter hat, steht jedes Abenteuer für menschliche Verhaltensweisen, die vorwiegend von Gefühlen gesteuert werden, auf die das Bewusstsein herzlich wenig Einfluss hat. Nun weiß J. R. Moehringer selbstverständlich, dass er dem Publikum Anhaltspunkte liefern muss, warum sich die Personen einer Geschichte gerade so und nicht anders verhalten. Daher räumt er den Szenen von Andre Agassis Kindheit und Jugend viel Platz ein, gibt den prägenden Figuren genügend Sprechzeit und richtet den Scheinwerferkegel auf vermeintliche Details. So kann man als Leser eingermassen nachvollziehen, woher die Wut von Andre Agassi kommt und wie stark der Vater seinen Sohn beeinflusste.

An die wichtige Rolle von Helden und Helfer zu glauben oder nicht, steht natürlich jedem Leser frei. Aber zumindest bei diesem Buch braucht es komplizierte intellektuelle Verrenkungen, um dem Inhalt entnehmen zu können, die Zeit der Helden sei vorbei. Die Geschichte von Andre Agassi hätte kaum ein Happyend, wäre er in seinem Leben nicht zwei, drei Menschen begegnet, denen er folgte und ihnen bis zum heutigen Tag die Treue hält. Denn wie andere Lebensberichte zeigen, können Vaterfiguren und Erziehungsmuster, wie Agassi sie erlebte, auch in den Abgrund führen. Wer sich nicht vom Glauben abbringen lässt, dass jeder der Schmied seines Glücks ist und alles nur am eigenen Willen liegt, wird viele Passagen dieses Buches überlesen oder krampfhaft umdeuten müssen. Wäre sein Onkel nicht im richtigen Moment aufgetaucht, hätte das Leben von Agassi wohl einen anderen Weg genommen. Wäre diese oder jene Partie anders ausgegangen, hätten wir andere Fortsetzungen gelesen.

Der Leser erfährt aber nicht nur, welche Zufälle eine Karriere beeinflussen können, sondern wird auch mit gesellschaftlichen und ökonomischen Mustervorlagen bekanntgemacht, die auf individuelles Verhalten wirken. Die Medien haben ebenso ihre eigenen Gesetze wie die Werbe- oder Finanzwirtschaft. Und der Spielraum, sich diesen Gesetzen als Einzelner entziehen zu können, ist oft weniger groß, als Außenstehende meinen. Wenn Andre Agassi seine wichtigsten Freundschaften vor seinem Eintritt in die Welt der Reichen und Schönen gefunden hat, mag dies vielleicht einige trösten, die mit dem Schicksal hadern und einer glorreichen Karriere nachtrauern. Auch wenn die eindrücklichste Liebesgeschichte in diesem Buch die Verbindung von Andre Agassi mit Steffi Graf ist.

Mein Fazit: Da die Lebensgeschichte von Andre Agassi alle Elemente enthält, die wir von einem spannenden Roman erwarten, ist es ein Glücksfall, dass er sich beim Aufschreiben von einem bekannten Schriftsteller unterstützen ließ. Selbst wenn es ohne Talent niemand zum Meister seines Fachs schaffen wird, braucht es im Leben auch Begegnungen mit Menschen, die zugeschüttete Kanäle freilegen und als Vorbilder wirken. Auch davon erzählt diese Biographie.
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am 22. Mai 2013
Mein Umriss:

Schon früh wurde Andre Agassi von seinem Vater regelrecht gedrillt, um irgendwann im Profitennis ganz oben zu stehen. Was sein Vater als Boxer nicht erreichte, sollte sein Sohn verwirklichen. Andre mußte Bälle schlagen als andere Kinder seines Alters auf dem Fußballplatz tobten oder die Schule besuchten. Tennis war der Olymp, den er für seinen Vater besteigen sollte. Als sein Vater mit seinen Fähigkeiten als Trainer an seine Grenzen stieß, übergab er seinen Sohn an Nick Bolitieri und dessen Tennisakademie, über die er im TV eine Reportage sah. Hier rebellierte Andre zum erstenmal und fand im laufe der Zeit Gefallen daran. Begonnen mit einem Irokesen-Haarschnitt über an der Schule verbotene Ohrringe versuchte der Jugendliche Agassi immer wieder die Erwachsenen zu schockieren.
Als er dann seine ersten Turniere bestritt, fiel er durch sein unkonvetionelles Auftreten auf. Er verweigerte die strenge, weiße Kleidung und bestritt die US Open in einer Jeansshort. Er trug sein Haar lang und gefärbt und als es sich schon früh lichtete, trug er eben Toupet. Als ihn seine erste Freundin verließ, lernte er bald darauf Brooke Shields kennen und lieben.
Shields wollte eine Figur und Beine wie Steffi Graf haben und Agassi hatte schon früh ein Auge auf die deutsche Ausnahmespielerin geworfen. Da diese ihm jedoch einen Korb gab, als er sie zum erstenmal um ein Treffen bat, hatte er die Hoffnung auf ein Happy end mit ihr ad acta gelegt. Die Beziehung und die Ehe zwischen Agassi und Shields stand von Anfang an unter keinem guten Stern, denn sie zeigte zu wenig Interesse an seinem Beruf. Es war ihr einfach egal, ob er gewann oder verlor.
Lange Zeit war es ihm egal, an welcher Stelle in der Weltrangliste er stand. Sein einziges Ziel war es, die French Open zu gewinnen und darauf arbeitete er hin. Als er auf Platz eins stand, merkte er, wie unwichtig das für ihn war. Er wollte nie Tennisspieler werden, erhaßte seinen Sport sogar, aber nach seinen eigenen Worten mußte er ja spielen, weil er nach Abbruch der Schule nichts anderes konnte. Also reiste er von Turnier zu Turnier, in der Hoffnung, den Wünschen seines Vaters gerecht zu werden.
Irgendwann war es sein größtes Ziel, endlich Steffi Graf persönlich kennen zu lernen und sich mit ihr privat zu treffen. Dazu mussten er und seine Betreuer tricksen und als es endlich soweit war, schwebte er auf Wolke sieben. Zwar war er damit noch lange nicht am Ziel, aber diesem doch einen Schritt weiter entgegen getreten.
Von Brooke Shields ließ er sich scheiden. Mit Steffi Graf lebte er schon einige Zeit zusammen, als sie schwanger wurde und ihn endlich heiratete. Sie stand die letzten Jahre seiner Tenniskarriere voll hinter ihm. Egal ob er verlor oder gewann, sie stärkte ihm den Rücken und setzte ihn nie unter Druck….

Mein Eindruck:

Andre Agassi erzählt in seiner Biografie über seine Kindheit, die vom Drill durch seinen Vater geprägt war ebenso über sein angeborenes Rückenleiden, das ihn normal daran hindern sollte, seinen Sport auszuüben. Nach seinem Schulabbruch nach neun Jahren blieb ihm jedoch nichts anderes übrig, als die Sportlerlaufbahn einzuschlagen. Obwohl er Tennis immer haßte und von seinem Vater dazu gezwungen wurde, lässt er mit keinem Wort Vorwürfe gegen seinen Vater verlauten. Er erklärt die Trainingsverhältnisse auf dem Grundstück seiner Eltern so bildlich, dass man den Eindruck hat, selbst schon dort gewesen zu sein.
Seine Liebe zu seiner ersten Freundin, danach zu Brooke Shields und letztendlich zu Stefanie Graf erzählt er mit so viel Gefühl und Intensität, wie es nur ein Mann kann, der wirklich und uneingeschränkt liebt. Den Aufenthalt in der Nick Bolitieri Tennisschule bezeichnet er als Zeit seiner Rebellion und zu seinen späteren Trainern und Betreuern baute er eine Freundschaft auf, die auch nach Beendigung seiner Tennislaufbahn weiter aufrecht erhalten bleibt.
Eine durchwegs glaubwürdige Lebensgeschichte eines großen Sportlers, der nicht nur in der obersten Riege mitspielte, sondern auch Abstürze erlebte, durch die er aber immer wieder mit neuen Zielen und Plänen hervorging.

Mein Fazit:

Eine Biografie die einen bleibenden Eindruck hinterläßt
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am 21. Januar 2012
Jeder Tennisspieler wird dieses Buch interessant finden. Auch als nicht ausgesprochene "Leseratte" konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, bis ich es durch hatte.
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am 22. November 2009
Ist es nicht interessant, welch harte Kritik Agassi von anderen Tennisspielern für seine Offenbarungen einstecken muss? Tenor: Warum muss er denn jetzt noch über seine Probleme und seinen Drogenmissbrauch sprechen? Er schadet damit doch nur dem Ansehen des Tennisports.
Image is everything!
über einen Fall wie Robert Enke wird in Krokodilstränen-Manier geheuchelt. Hier ist jemand, der es wagt, zu beschreiben, was für eine Hölle Leistungssport sein kann und der einen Blick gewährt in persönliche Abgründe und Ängste. Was passiert? Er wird dafür demontiert.
Ich finde das Buch verdient seinen Titel, es ist gut geschrieben (das gilt für das englische Original, die Übersetzung kenne ich nicht) und gibt dem Leser Einsichten und Denkanstöße.
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am 5. Juli 2013
Ich selbst bin großer Tennisfan, spiele aktiv und bin der Zeit von Agassi, Becker & Edberg groß geworden. Dies ist meine erste Biografie, die ich lese und obwohl Agassi nie zu meinen absoluten Lieblingsspielern gehörte, finde ich diesen Mann unheimlich sympathisch, da er das Herz auf dem rechten Fleck hat und irgendwie ein drolliger Typ ist..:-) Ich habe mir also diese Biografie zugelegt (Hardcover) und muss sagen, dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der komplette Werdegang Agassis bis zum Karriereende wird in der Ichformn erzählt. Höhen und Tiefen, der Druck des Vaters auf Andre, die Schleifmühle Trainingslager, das Aufgehen eines Tenniskometen. Nirgends wird einem ein dermaßen großer und intensiver Einblick in die Tennisszene gewährt. Die wichtigsten Spiele seiner Karriere schildert Andre detailgetreu, man sieht sich förmlich in der Box sitzen und mitfiebern. Interessant die Tatsachen, dass Becker und er sich spinnefeind waren (ich dachte, dass wären echte Buddies), auch zu Michael Chang hatte er ein gespaltenes Verhältnis, Pete Sampras wurde aber sein Freund. Auch das Privatleben kommt natürlich nicht zu kurz. Ein Vater, der ihn auspresst wie eine Zitrone, Freundschaften zu Barbra Streisand, Beziehungen zu Wendy und schließlich Brooke Shields und das Kennenlernen mit Steffi Graf. Kurzum: Wer Tennis liebt, ein Pflichtkauf, wer mit dem weißen Sport nichts am Hut hat, sollte die Finger davon lassen, da das Tennis doch sehr detailgetreu beschrieben wird! 5 Sterne!
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am 31. Oktober 2010
Andre Agassi war immer eine Legende - als Spieler unglaublich begabt, alle Grand-Slam-Titel gewonnen, hing ihm jahrelang der Ruf an, ein zwar großes Talent zu sein; am eisernen Siegeswillen fehle es ihm jedoch, ihm, der oft im Furor ganze Matches verloren gab. Ein "Paradiesvogel" allerdings, das war er immer: gerade im verzopften Tennisport mit Leggings, langen Haaren und Ohrgehänge auf den Platz zu gehen - allerhand!

Und: er war und ist ein sensibler Mensch, ja geradezu Künstler. Davon kündet diese Autobiografie.
Und, gleich vorweg: diese ist die für mich packendste Sportlerbio, die ich kenne.

Agassi lässt - erwartungsgemäß - nicht nur Schlüsselpartien (gegen Sampras, Becker, Phillippoussis und Konsorten) Revue passieren; nein, er lässt einen auch teilhaben am verworrenen, zutiefst verunsicherten Privatleben einer Kunstfigur: angetrieben durch den übermächtigen, ehrgeizigen Vater (Sinnbild: die selbst entwickelte Ballmaschine, der "Drache", vor dem es kein Entrinnen gibt), zutiefst verängstigt ob der großen, weiten Welt, sollte er seine Erfüllung nach Irrwegen erst in der Beziehung mit Steffi Graf finden.

Agassi strips off - ein Seelenstrip, der fesselt. Open daher die Devise - und diese wird nur zu gerne angenommen.

Fazit daher: Pflichtlektüre für Sportinteressierte und Interesseleser!
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am 26. Dezember 2009
Ich habe dieses Buch zu Weihnachten bekommen und es verschlungen! Es ist einfach faszinierend zu erfahren, wer und wie der Mensch Andre Agassi eigentlich ist. Sein Tennisspiel habe ich über 20 Jahre lang bewundert, als Persönlichkeit mit all seinen Stärken und vor allem Schwächen habe ich ihn erst durch dieses Buch richtig kennenge-
lernt. Agassi ist nicht der coole Tennisstar, für den "Image" alles ist. Ganz im Gegenteil! Getrieben durch seinen
krankhaft ehrgeizigen Vater wird ihm eine normale Kindheit genommen. Tennis ist für ihn eine Qual, der er nicht entkommen kann, weil er keine Chance hatte, etwas anderes aus seinem Leben zu machen. Wovon andere träumen, nämlich ein umjubelter Tennistar zu werden, der seine Millionen kaum noch zählen kann, wird für ihn die größte Last. Leistungsdruck, unmenschlich hohe Erwartungen des Vaters, der Trainer, der Medien lassen Agassi zu einem Menschen werden, der nach außen hin alles erreicht hat, im Inneren jedoch völlig zerrissen ist.
Das Buch ist keine Tennisbiografie wie viele anderer ehemaliger Topspieler. Natürlich geht es auch um Tennis, um große Matches, Titel, Pokale und sportliche Höchstleistungen. Viel mehr jedoch geht es um echte Freundschaft, Gefühle wie Leid, Kummer und auch Liebe, Emotionen die ich bei Agassi abseits des Rampenlichts nie in dieser Form erwartet hätte.
Wer das Buch gelesen hat, wird nicht unbedingt ein anderes Bild von Agassi dem Tennisspieler gewinnen. Er wird jedoch auf jeden Fall ein ganz neues Bild von dem Menschen Agassi bekommen, einem Menschen, der warmherzig ist, der sich um andere kümmert, für den Freundschaft nicht nur ein Wort ist und der nach Jahrzehnten des rastlosen Umherirrens in der Glamourwelt Tennis sein ganz privates Glück gefunden hat.
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