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61 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewohnte Sichtweisen, doch das eigentliche "Warum?" kommt zu kurz.
Dan Ariely schafft es in seinem Buch, den Leser mehr oder weniger regelmäßig mit einer Sichtweise auf Dinge zu überraschen, die einem zuvor möglicherweise nicht in den Sinn kam. Diese Ansammlung von interessanten Begebenheiten, die sich in der Regel auf einfache Experimente stützen, bilden den Inhalt dieses Werkes und eröffnen dem Leser...
Veröffentlicht am 18. März 2010 von Daniel Drewitz

versus
124 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen interessante Laborexperimente aus dem MIT
"vorhersehbar unvernünftig" als Titel, wäre wohl treffender gewesen.
Denn ist es nicht gerade die Absicht des Autors, uns zu zeigen, daß das reflektierte Nachdenken über unsere Handlungen, sehr wohl nützt.
Würden die Versuchspersonen,nachdem sie die Experimente kennen, dieselben Fehler wieder machen? ...
Die intelligent und...
Veröffentlicht am 2. Januar 2009 von ike


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61 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewohnte Sichtweisen, doch das eigentliche "Warum?" kommt zu kurz., 18. März 2010
Von 
Daniel Drewitz (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen (Taschenbuch)
Dan Ariely schafft es in seinem Buch, den Leser mehr oder weniger regelmäßig mit einer Sichtweise auf Dinge zu überraschen, die einem zuvor möglicherweise nicht in den Sinn kam. Diese Ansammlung von interessanten Begebenheiten, die sich in der Regel auf einfache Experimente stützen, bilden den Inhalt dieses Werkes und eröffnen dem Leser interessante und auch witzige Einblicke.

Der rote Faden ist die Art und Weise der Beschreibung: Ariely bedient sich durchgehend seiner zahllosen selbst durchgeführten Experimente. Diese sind verständlich und ausführlich beschrieben und führen schrittweise zu den beabsichtigten Effekten. So zum Beispiel das Phänomen der Relativität (warum bin ich plötzlich mit meinem Gehalt unzufrieden, weil ich erfahren habe, dass ein Kollege mehr verdient als ich und ich ohne dieses Wissen zuvor eigentlich zufrieden war?). Leider fehlt durch diesen andauernden Bezug auf die zahllosen, oft recht einfach und durchschaubar gestrickten Experimenten die Abwechslung und auch eine gewisse Tiefe. So mancher Versuch und die Schlussfolgerungen daraus schien mir auch nicht sonderlich plausibel, da wurde aber bereits zum nächsten Experiment übergeleitet.

Ariely hangelt sich auf diese Weise nun themenbezogen von einem Experiment zum Anderen, offenbart dabei dennoch überraschende und interessante Ansichten, die aber für sich genommen häufig doch recht banal sind. Man wünscht sich gelegentlich eine fundiertere Beschreibung des Verhaltens, das eigentliche "Warum" bleibt dort nur sehr schwach beleuchtet. Wer sich aber mit einer flüssig zu lesenden und verständlichen Beschreibung alltäglicher Irrationalitäten gut bedient fühlt, wird in diesem oft auch witzigen Buch seine Freude finden. Die eingestreuten eigenen zum Teil schmerzhaften Erfahrungen des Autors bilden zwischenzeitlich eine angenehme Abwechslung.

Die versprochenen Hilfen und Tipps für den Alltag aber sind einerseits gering an der Zahl und andererseits den meisten wohl bereits bestens bekannt (wenn vielleicht auch nicht umgesetzt). Alles in allem also ein informatives, aber doch vergleichsweise triviales Werk über die Irrationalität des Menschen. Wer über die bloße Beschreibung der Phänomene und die grundlegenden Fakten hinaus gehen möchte, sollte aber lieber zu anderen Werken greifen.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Amerikaner können unterhalten, 20. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen (Taschenbuch)
Warum ich das Buch gekauft habe? Wegen dem provokanten Titel und da bin ich beim Thema. Das Buch könnten sich einige deutsche Professoren zum Vorbild nehmen. Statt das siebenunddreißigste staubtrockene Lehrbuch zu einem bestimmten Thema oder den fünfhundertzweiten Aufsatz zu schreiben hat sich Dan Ariely dafür entschieden ein unterhaltsames Buch zu schreiben.

Er greift dafür (scheinbar recht wahllos) Entscheidungsprobleme auf und handelt diese immer auf die gleiche Art ab, zuerst eine Beschreibung des Problems, dann die Beschreibung eines Experiments mit dem geklärt werden soll, wie Menschen auf die Problemstellung reagieren, dann eine (sehr) knappe Auswertung und schließlich die Interpretation der Versuchsergebnisse. Die einzelnen Kapitel sind weitgehend unabhängig voneinander und man kann sie in beliebiger Reihenfolge lesen.

Die Stärke des Buches?
Es ist in leichtverständlicher Sprache geschrieben, hat mich zum Nachdenken gebraucht (Wie hätte ich reagiert? Warum hätte ich so reagiert?)

Und die Schwäche?
Es ist insgesamt recht oberflächlich, insbesondere die Interpretation der Experimente ist so knapp geraten, dass sie je nach Kapitel banal bis willkürlich wirken. Eine Analyse der Hintergründe, das "Warum", fehlt komplett. Allerdings würde die intensive Abarbeitung der im Buch angesprochenen Themen einen tausendseitigen Wälzer erfordern und den würde ich nicht lesen.

Fazit: Wer ein populärwissenschaftliche Buch zum Thema Entscheidungsprozesse sucht, kann unbesorgt zugreifen. Besonderen Tiefgang oder konkrete Entscheidungshilfen sollte man aber nicht erwarten. Trotz der angesprochenen Schwächen gibt es von mir 5 Punkte.
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141 von 151 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der besondere Blick, 18. Oktober 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Man hat mir oft gesagt, ich hätte einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt." Mit diesem Satz, der mir selber nur zu bekannt ist, beginnt Dan Ariely seine Darlegungen, weshalb wir dem Denken allzu sehr vertrauen. War es bei mir das Zusammenleben mit meiner behinderten Tochter, das die Optiken verschob, führte bei Ariely ein schwerer Unfall zu veränderten Sichtweisen auf das menschliche Verhalten. Im Krankenhaus drei Jahre lang von Kopf bis Fuss einbandagiert, blieb dem Autor gar nichts anderes übrig, als sich auf das Beobachten der Muster zu beschränken, nach denen die Personen in seinem Umfeld agierten. Und die waren eben alles andere als so, wie es in den Lehrbüchern über den rationalen Menschen steht. Als er das Krankenhaus endlich verlassen konnte, wenn nicht gerade wieder eine Operation oder Behandlung anstanden, kam ein zweites Schlüsselerlebnis hinzu. An der Universität Tel Aviv brachte der Besuch eines Seminars über die Physiologie des Gehirns das Modell vom Homo oeconomicus endgültig zum Einstürzen.

Heute ist Dan Ariely selber Professor und lehrt am Massachusetts Institut of Technology Verhaltensökonomie. Und nach der Lektüre seines Buches kommt wohl bei manchem Leser der Wunsch auf, bei einem solchen Dozenten studieren zu dürfen. Denn so wichtig Theorien auch sind, im Vordergrund steht immer das Experiment. Wie können wir nachvollziehbar beweisen, was die Neurowissenschaftler in ihrer eigenen Sprache, mit ihren eigenen Instrumenten und mit ihren eigenen Anliegen erforschen? Was konstruiert unsere Wirklichkeit und bestimmt damit unser Verhalten? Und wie weit können wir uns gegen das Irrationale vieler Entscheidungen überhaupt wehren? Spannende Fragen werden in diesem Buch aufgeworfen und in aller Vorläufigkeit beantwortet.

Spannend ist auch die Lektüre, weil die zahlreichen und kreativ konzipierten Experimente so sehr in unserem Alltag angesiedelt sind, dass wir automatisch zu Beobachtern von uns selbst werden. Ob es um Wahrheit, die Illusion von Angebot und Nachfrage, Preise, soziale Normen, sexuelle Erregung, Aufschieberei, Besitz, Ablenkung, Erwartungen, Ratschläge oder Moral geht - immer sind wir als Leser mittendrin. Daher fällt es sehr viel schwerer als in anderen Büchern, sich von unangenehmen Botschaften distanzieren zu können. Zumal uns der Autor ja geschickt den Teppich unter den Füssen wegzieht, wenn wir es mit den gängigen Rationalisierungen versuchen. So kommt es wohl oder übel nach über 300 Seiten dazu, dass man viele Dinge nicht mehr so sehen kann, wie man es gewohnt war. Oder falls man schon vorher Zweifel am rationalen Menschen hatte, erhält man von Dan Ariely das Material, um mehr Gewissheit zu gewinnen.

Mein Fazit: Um vom Glauben an den Homo oeconomicus Abschied zu nehmen, können wir menschliches Verhalten aufmerksam beobachten, Bücher von guten Wissenschaftsjournalisten lesen - oder Dan Ariely. Die Verhaltensökonomie ist zwar noch jung, aber sie wird bestimmt nicht mehr von den Lehrplänen verschwinden. Als Einstieg in eine faszinierende interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin und als Erkenntnisinstrument kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freier Wille?, 28. November 2008
Dan Arielys Buch lässt sich außerordentlich leicht und flüssig lesen. Dies ist vor allem seinem angenehmen Stil geschuldet, er erklärt einfach und verständlich und ohne viele Fachtermini, worum es ihm geht. Die Versuche und Experimente, die er durchführt, sind immer sehr einfallsreich und nicht wenige werden sich wünschen, auch einen so kreativen Professor zu haben. Die Studenten am MIT, dem Massachusetts Institute of Technology, sind wirklich zu beneiden. Diese Experimente sind stets aus dem Leben gegriffen, so dass der Leser sich automatisch selbst testet und sich fragt, wie er selbst reagiert hätte. So wird jedem klar, dass es mit der Rationalität doch nicht so weit her ist. Ariely schafft es, komplizierte Sachverhalte mit einfachen Vergleichen zu erklären, ohne dass der Leser sich vorkommt, als würde er nicht ernst genommen werden.

Das Buch kann bestimmt dem einen oder anderen helfen, sich in Zukunft klüger und geschickter zu entscheiden, ohne sich von angelernten Verhaltensmustern und -fehlern leiten zu lassen. Aber auch, wenn man es nicht schafft, sein Verhalten zu ändern, das Buch macht dennoch nachdenklich - ist unser Wille wirklich so frei, wie wir immer vermuten?
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der homo oeconomicus bewegt sich doch!, 18. August 2009
Dan Ariely, Professor am MIT in Boston, schreibt leidenschaftlich und liebevoll über die Ergebnisse seiner Experimente in einer noch sehr jungen Wissenschaftsdisziplin, der Verhaltensökonomik.

Das Buch ist sehr lesenswert und ausgesprochen leicht zu lesen.

An einer Vielzahl von Experimenten zeigt er irrationale Verhaltensweisen auf, die wir und auch die zahlreichen MIT-Studenten regelmäßig und systematisch, zumeist unbewusst, wiederholen. Dabei verhalten sich seine Studenten in den Experimenten, die scheinbar zu den klügsten von ganz USA gehören, genauso irrational wie jeder Durchschnittsbegabte sonst und er bedankt sich in seinem Schlusswort bei diesen mit allem Respekt und großer Zuneigung und Verbundenheit, wohl wissend, dass nicht alle Ergebnisse schmeichelhaft sind.

Die vielen unterschiedlichen Beispiele sind unterhaltsam und gut nachvollziehbar. Manchmal fragt man sich, wie hängen diese Beispiele zusammen? Gibt es einen roten Faden? Nun den gibt es nur insofern, dass allen Beispielen gemein ist, wie irrational wir uns manchmal verhalten. Deshalb können die Kapitel auch in unterschiedlicher Reihenfolge gelesen werden. Ariely selbst empfiehlt, nach jedem Kapitel eine Pause einzulegen und sich zu überlegen, was könnte man durch das neu erworbene Verständnis der menschlichen Natur anders machen.

Ziel des Buches ist es aber nicht, einen Lebensratgeber zu geben!

Auch soll nicht grundsätzlich die Nützlichkeit der Rationalitätsannahme des homo oeconomicus für die wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Prognosen in Frage gestellt werden.

Allerdings geht es Ariely um die Erweiterung der Fähigkeit zu logischem Denken - um die Irrationalität - also die Abweichung vom Ideal des rationalen Entscheidens. Wie vorhersehbar (!) irrational (!) entscheiden wir? Und das immer wieder auf die gleiche Art und Weise!
Das ist die Kernaussage dieses Buches.

Weil wir uns weder zufällig noch ohne Sinn irrational entscheiden, deshalb können damit die blinden Flecken bisheriger ökonomischer Modelle erklärt werden und es lassen sich aufgrund des voraussehbaren Verhaltens für die Unternehmen, die Politik und für jeden von uns Handlungsempfehlungen bzw. Strategien im Umgang mit irrationalem Entscheiden im Alltag ableiten!

Ein Beispiel für systematisch auftauchendes, irrationales Entscheiden: Wir entscheiden uns am liebsten anhand von Vergleichen. Jobs werden mit Jobs, Gehalt mit Gehalt, Urlaub mit Urlaub, Partner mit Partner verglichen.

In der Marketingpraxis wird sich die Mehrzahl der Kunden vermutlich aus drei verschiedenen Kaufoptionen eines Zeitungsabonnements für die teuerste Preisvariante entscheiden, weil die Marketingexperten unsere Schwäche irrationalen Verhaltens ausnutzen - oder im privaten Lebensbereich - mit wem sollten wir als Single ausgehen, um unsere Attraktivität zu steigern? Das wird nicht verraten, selber lesen!

Dass das nicht immer gut für uns ausgeht, wird auch anhand anschaulicher Beispiele gezeigt. So werden die teilweise negativen Auswirkungen des vergleichenden Entscheidens für unser Leben aufgezeigt. Als Beispiel wird ein Angestellter geschildert, der sich über sein Gehalt beklagt. Er müsste zufrieden mit seiner Gehaltsentwicklung über die letzten drei Jahre sein, weil er 300 Prozent mehr verdient als zu Beginn seiner Anstellung und seiner damaligen Erwartungen ' aber im Vergleich zu seinem Kollegen verdient er aus seiner Sicht 10.000 Dollar pro Jahr zu wenig und deshalb ist er unglücklich.

Es folgen zahlreiche Experimente und Beispiele mit im Durchschnitt drei bis fünf entsprechenden Literaturhinweisen und mit weiterführender Literatur im Anhang. Damit ist das Buch auch für Studenten der Verhaltensökonomie bzw. für die Fachrichtung der experimentellen Wirtschaftswissenschaften geeignet. Ganz nebenbei lernt man einiges über empirisches Arbeiten, wie Blindtests, identifizierende Tests oder das gezielte Priming durch Vorbefragungen. Jedes Experiment wird eingeleitet durch eine anschauliche alltägliche Problemstellung, die Ausgangspunkt für das jeweilige Experiment war.

Immer wieder taucht eine große selbstkritische Offenheit von Ariely auf, seine Ergebnisse mit Beispielen von irrationalem Verhalten aus seinem eigenen Leben zu garnieren.

Selbstironisch und doppeldeutig gilt sein Dank abschließend auch der Verwaltung des MIT, die ihm die 'Gipfelpunkte irrationalen Verhaltens geoffenbart hat'. Dabei meint er vermutlich die Genehmigung und Finanzierung seiner teilweise doch sehr unorthodox anmutenden Experimente ' 1.400 Dollar für eine Rechnung über Forschungsspesen bei einem Bierexperiment ' oder die Genehmigungsprozedur für ein Experiment, bei dem der Einfluss der sexuellen Erregung von Studenten auf deren moralische Entscheidungen untersucht wird - und natürlich auch die Ergebnisse seiner vielen weiteren Experimente.

Folgenden, weiteren Fragestellungen widmet er jeweils ein Kapitel:
- Warum der Preis von Perlen - und allem anderen - schwankt. Die Illusion von Angebot und Nachfrage. Häufig stellen Preise eine Art Anker dar, der unsere Kaufentscheidungen in der Folge beeinflusst. Wie lange wirkt diese Preisprägung? Wie ist es dem Kaffeeanbieter Starbucks gelungen, uns zu einer neuen Kaufentscheidung mit viel höheren Preisen zu bewegen?
- Warum wir oft zu viel bezahlen, wenn wir nichts bezahlen. Der hohe Preis für null Kosten.
- Warum wir manche Dinge gern tun, aber nicht, wenn wir dafür bezahlt werden. Die Kosten sozialer Normen.
- Warum scharf viel schärfer macht, als uns bewusst ist. Der Einfluss sexueller Erregung.
- Warum es uns nicht gelingt, zu tun, was wir tun wollen. Vom ewigen Aufschieben. Warum wir überbewerten, war wir haben. Der hohe Preis des Besitzes.
- Warum uns Wahlmöglichkeiten von unserem Ziel ablenken. Ein Hintertürchen offen halten.
- Warum wir bekommen, was wir erwarten. Der Effekt von Erwartungen. Spielt es eine Rolle, ob das Wissen vor oder nach der Erfahrung kommt?
- Warum ein Aspirin für 50 Cent besser wirkt als ein Aspirin für 1 Cent. Die Macht des Preises. Zu welchen Ergebnissen führte die Erforschung des Placeboeffekts? Kann auch der Preis die Wirkung beeinflussen?
- Warum wir unehrlich sind und was wir dagegen tun können. Warum uns der Umgang mit Geld ehrlicher macht. Moral und Unredlichkeit. Worin besteht Korruption? Was macht uns ehrlicher?
- Was ist Verhaltensökonomik, und wo kann man risikolose Gewinne machen? Bier und kostenlose Ratschläge. Lassen sich die Gäste von der Wahl des ersten Bestellers beeinflussen? Bestellen die mit am Tisch sitzenden Begleitpersonen konform das Gleiche oder nicht konform etwas anderes, um ihre Individualität auszudrücken?

Ariely stellt noch viele sehr unterhaltsame Experimente und originelle Vorschläge vor. Nur ein Vorschlag: Die Kreditkarte mit Selbstkontrolle. Diese schützt uns vor unserer Schwäche, spontan zu viel Schokolade zu kaufen, indem wir ein freiwilliges Limit von z.B. 75 Dollar für Ausgaben für Schokolade pro Monat für uns festlegen.

Fazit: Ein sehr gutes Buch, das ich uneingeschränkt allen empfehlen kann, die an einer Erweiterung des rationalen Entscheidens um irrationales Verhalten interessiert sind. Kurzweilig, einfach zu lesen, sehr interessant und unterhaltsam.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Märchen vom Homo oeconomicus, 26. März 2009
Zu der Zeit als ich in den USA lebte, waren die Zeitungen voller Coupons. Diese konnte man ausschneiden und in einem Geschäft einlösen. Dafür gab es vierzig, fünfzig oder siebzig (!) Prozent Rabatt auf eine ganz bestimmte Ware. Freudig erregt schnipselte ich einige Coupons für Waren meines täglichen Bedarfs aus der Zeitung und fuhr in den Supermarkt. Dann tat ich etwas, was die US-Werbeindustrie in den Ruin getrieben hätte, hätten es alle gemacht. Ich verglich die heruntergesetzten Preise mit den regulären Preisen gleichartiger Waren im selben Regal. Und kaufte ein. Ich kann mich nicht daran erinnern, auch nur einen dieser Coupons eingetauscht zu haben. Ich fand immer ein gleichartiges Produkt zum regulären Preis - und zwar zu einem geringeren, als dem des beworbenen Produkts samt Rabatt. Heute weiß ich, ich hatte mich wie ein "Homo oeconomicus", also rational, verhalten (ausnahmsweise!). Wobei ich mich schon sehr darüber wundere, dass es noch heute Ökonomen geben soll, die ihre Wirtschaftstheorien darauf aufbauen, dass Menschen im Allgemeinen rational handeln würden.

Zu der Zeit, zu der ich meine Erfahrungen mit den Coupons machte, entwickelten Daniel Kahneman und Amos Tversky die Grundlagen zur Verhaltensökonomie, die das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Situationen untersucht. Dan Ariely, der am Massachusetts Institute of Technology die Forschungsgruppe eRationality leitet, wandelt auf ihren Spuren. Er entwirft praxisnahe Experimente zu menschlichen Verhaltensweisen aus der Sicht konventioneller Ökonomen, also unter der Prämisse, Menschen verhielten sich rational. Man ahnt schon: Wir verhalten uns nicht nur irrational, sondern sogar vorhersehbar irrational. Das heißt einerseits, dass wir dazu neigen, unbewusst immer wieder dieselben Fehler zu machen; andererseits gibt es uns die Chance, darauf zu achten und uns diese Fehler ins Bewusstsein zu rufen oder, innerhalb unserer Gesellschaft, die Bedingungen so zu gestalten, dass wir davor geschützt werden.

* Wir bekommen, was wir erwarten *
Es geht um Dinge, die wir alle schon erlebt haben dürften oder kennen, wenn wir uns mit Werbung beschäftigt haben. Da werden wir geködert mit Vergleichsangeboten, unter denen ein wahnsinnig teures ist. Im Vergleich *dazu* ist das andere Angebot doch preisgünstig, oder? Wirklich? Gratiszuschläge locken uns an, weil wir doch gern etwas geschenkt bekommen. Zu null Kosten! Wirklich? In anderen Fällen haben wir die Tendenz, uns viel zu lange bei der Qual der Wahl aufzuhalten, obwohl der Unterschied denkbar gering ist (dazu gibt es einen netten kleinen Test auf der Webseite des Buchs).

Am Folgenschwersten ist meiner Ansicht nach der Einfluss unserer Erwartungshaltung darauf, wie wir ein Produkt beurteilen werden (die Kapitel neun und zehn finde ich deshalb die interessantesten des Buches). Es schmeckt besser, *weil* wir wissen, dass dies unser Lieblingsgetränk ist (aber ein gemeiner Blindtest fördert gnadenlos unsere Voreingenommenheit zu Tage). Richtig heftig wird es, wenn Ariely und andere Autoren nachweisen, dass ein (angeblich) "teures" Schmerzmittel besser hilft als ein "billigeres" (auch wenn es sich um dasselbe Placebo handelt). Die Tragweite der Befunde, dass der Preis (!) einer therapeutischen Anwendung deren Wirkung beeinflusst, ist bislang in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig berücksichtigt worden.

* Schont unseren Geldbeutel, ist dabei deutlich billiger als ein Studium der Verhaltensökonomik ;-) *
Dan Ariely gibt Tipps, wie wir manche Fallen vermeiden könnten. Oft geht es dabei aber eher um Dinge, die einem schon der gesunde Menschenverstand sagt. Manches ist typisch für amerikanische Verhältnisse und wohl eher nicht so gut übertragbar. Jedenfalls kann ich mir schwer vorstellen, dass man in Deutschland für den Fall einer Überschreitung des Kreditkartenlimits einführen könnte, dass American Express eine freundliche E-Mail an den Ehepartner schickt, mit der Nachricht, der Partner habe eben sein Limit überschritten. Einige Kapitel sind etwas flach geraten, wie der Einfluss der sexuellen Erregung auf die Entscheidungen, die wir in diesem Zustand fällen. Die vielen episodenhaften Kleinstudien sind zwar ganz interessant, aber mir fehlt eine tiefere Theorie dahinter. Und völlig unverständlich ist mir der deutsche Titel; er besagt das Gegenteil von dem, was Dan Ariely uns nahe legen möchte: Da wir *vorhersagbar* irrational sind, kann das Denken sehr wohl nützen. Entsprechend lautet auch der Titel der Originalausgabe "Predictably Irrational". Unsere Lage ist sozusagen ernst, aber nicht hoffnungslos. Alles in allem trotzdem ein lesenswertes Buch, das Anregungen gibt, wie wir unseren Geldbeutel schonen können.
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124 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen interessante Laborexperimente aus dem MIT, 2. Januar 2009
"vorhersehbar unvernünftig" als Titel, wäre wohl treffender gewesen.
Denn ist es nicht gerade die Absicht des Autors, uns zu zeigen, daß das reflektierte Nachdenken über unsere Handlungen, sehr wohl nützt.
Würden die Versuchspersonen,nachdem sie die Experimente kennen, dieselben Fehler wieder machen? ...
Die intelligent und kreativ angelegten Experimente spiegeln die Unvernunft
einiger unserer Entscheidungen, die wir im täglichen Leben treffen, recht gut wieder. Wer sich jedoch bewußt ist, daß der homo öconomicus nie real
existiert hat und sich nur ein wenig mit Psychologie und Verhaltensforschung beschäftigt, für den sind dann die Ergebnisse dieser
Experimente nicht mehr so ungewöhnlich.
Da die positiven Aspekte des Buches (denen ich zustimme) vielerorts
dargebracht wurden, sollen hier auch einige kritische Anmerkungen gestattet sein.
Jene Experimente, bei denen Fragebögen die Grundlage bilden, scheinen mir
nur bedingt aussagekräftig. Lässt sich das Verhalten von Menschen anhand von Fragebögen vorherbestimmen ?
Man stelle sich vor, die Milgram-Experimente wären anhand von Fragebögen durchgeführt worden, z.B. wie: Eine Autoitätsperson befiehlt ihnen, einem
Menschen einen Stromschlag von 250V zu geben. Führen sie diesen Befehl aus ? ja - nein. Welche Aussagekraft hätte das gehabt ?
Sind die Versuchspersonen repräsentativ ? Anfang 20, soziales Umfeld USA,
unerfahren im täglichen Leben, überdurchschnittlich intelligent und ehrgeizig,...(das nehme ich jedenfalls von MIT- und Harvard Studenten an).
Kann man aus Versuchen, bei denen es um 50ct und einzelne Dollar geht,
Rückschlüsse auf die Ehrlichkeit der Mitwirkenden im täglichen Leben ziehen?. Ich zweifle die unmittelbaren Ergebnisse der Versuche in keiner Weise an, die Schlüsse die daraus gezogen werden, muten jedoch recht eindimensional an.
Bedenklich wird es, wenn man die Bürger der USA, sozusagen als "Big Brother" vor ihrer eigenen Unvernunft schützen will (Verkehrssicherheit,
Pensionsvorsorge, Krankenversicherung, usw.).Es währe eher die Frage angebracht: Wer schützt die Bürger vor der Unvernunft der Regierung?
Die zentrale Frage: WARUM HANDELN WIR SO IRRATIONAL ? wird im Buch nicht
nicht ausgesprochen. Warum nicht ? Vermutlich,weil dem Verlag ein Drittel der potentiellen Leserschaft wegbrechen würde, jene die die Evolutionstheorie ablehnen. Die Antwort für unser "unvernünftiges" Handeln, liegt großteils in unserer Entwicklungsgeschichte, was dem Autor sicherlich bewußt ist (er zitiert sogar Konrad Lorenz im Zusammenhang mit der "Prägung").
Wenn man unsere evolutionsbiologische Herkunft akzeptiert, kann man viele
Handlungen, die uns aus heutiger Sicht irrational erscheinen, erklären. Zu anderen Zeiten waren sie rational uns sicherten den Fortbestand der Art. Schade, daß dieser erhellende Aspekt im Buch gar nicht angesprochen wurde.
Die Marketingmaschinerie, die wohl kaum einer besser versteht, als der Autor selbst, hat jedenfalls perfekt funktioniert.
Meine hochgesteckten Erwartungen, die ich von diesenm Buch hatte, wurden leider nicht erfüllt. Für mich ist es nur von eingeschränktem Nutzen und Erkenntnisgewinn.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bereuen hilft zwar, nützt aber nichts..., 10. März 2010
...möchte ich dem Rezensenten der 1-Stern Bewertung zurufen! Was hat Sie denn unvernünftigerweise bewogen, dieses doch von Ihnen dann sehr schlecht bewertete Buch zu kaufen?....war wohl eine irrationale Entscheidung, wie?
IM ERNST: dieses Buch mag wissenschaftliche Schwächen aufweisen, aber als Einstieg in die Verhaltensökonomik ist es doch von unleugbarem Nutzen! Es hilft UND nützt...und zwar indem es vor der noch immer allgegenwärtigen Behauptung, der "homo oeconomicus" sei eine reale Gegebenheit, wappnet! Es liefert unzählige Argumente und ist amüsant zu lesen. Ich empfand es als Befreiungsschlag gebenüber der gepredigten "Rationalität" auf allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen, der man alle Gefühle zu opfern habe!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen interessante Einblick in unser (irrationales) Verhalten, 26. Mai 2010
Von 
Charles Halloway (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen (Taschenbuch)
Oft verstehen wir nicht, warum manche Menschen so reagieren, wie sie es eben tun. Mindestens genau so oft, geht uns das wohl mit unserem eigenen Verhalten ebenso. Dan Ariely versucht mit seinem Buch, uns nur zu gut bekannten menschlichen (und oft irrationalen) Verhaltensweisen auf den Grund zu gehen.
Dazu beschreibt der Autor zahlreiche Experimente, die er im Laufe des Jahre an und mit seinem Mitmenschen durchgeführt hat. Da Ariely an einer US-Uni forscht, ist sein Schreibstil dementsprechend unterhaltsam, nicht so trocken wie es wohl von einigen deutschen Gelehrten zu erwarten wäre. Oft erkennt sich der Leser wieder, oft fragt er sich, wie er selbst reagiert hätte. Die Experimente sind allesamt verblüffend, sowohl in ihrem Aufbau wie auch in ihrem Ausgang. Ob da wirklich verlässliche Erkenntnisse herausgekommen sind, erscheint manchmal fragwürdig. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Planungen gründlich waren und (noch) detaillierte Beschreibungen vom Autor bewusst (im Sinne des Lesers) ausgespart wurden. Dafür muss man Herrn Ariely dankbar sein, ansonsten wäre das Buch wohl weniger gut zu lesen.
Aufgrund des Aufbaus, bei dem Experiment auf Experiment folgt, hat sich bei mir zumindest ein wenig Langeweile eingestellt. Dies machte sich dann so bemerkbar, dass ich immer nur ein Kapitel gelesen habe (und auch lesen wollte), das Buch dann aus der Hand gelegt habe. Am Stück lesen war für mich undenkbar (= minus 1 Stern). Nach einer Lesepause habe ich mich aber immer auf ein neues Kapitel gefreut und wurde nie enttäuscht.
Die Frage, ob man nach der Lektüre des Buchs schlauer ist (und klügere Entscheidungen trifft), kann man wohl getrost verneinen. Dennoch schärft Ariely auf nette Art und Weise den Blick fürs eigene Verhalten. Fazit: In kleine Happen durchaus lesenswert!
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr erhellend, 3. Oktober 2008
Von 
Lulu "Penny" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Dass wir uns in vielen Situation nicht vernünftig verhalten, ist wohl jedem an sich selbst schon einmal aufgefallen. Der Autor macht jedoch klar, dass dies fast die Regel ist: Wir verhalten uns ganz häufig so, wie wir glauben, wie es von uns erwartet wird, womit wir leicht manipulierbar werden. Zum Beispiel fand die Forschung schon vor längerer Zeit heraus, dass es wohl nicht leicht ist, einen blauen Stift als blauen Stift zu bezeichen, wenn alle anderen ganz selbstbewusst sagen, dieser sei rot.

Die angeführten Tests fand sich sehr interessant, trick- und lehrreich. Ich werde in Zukunft mein Entscheidungsverhalten etwas stärker reflektieren (mit Denken abfüttern). Allerdings befürchte ich umgekehrt, dass dieses Buch natürlich auch von all denen gelesen wird, deren Ziel es ist, andere Menschen zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Eventuell werden sie ihre Techniken nun noch weiter optimieren.
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