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36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Mauer aus Büchern, ein alter Lastkahn und eine neue Liebe
Monsieur Perdu betreibt eine Buchhandlung in einem alten Lastkahn auf der Seine. Eine Bücherapotheke soll es sein, er verkauft nur Bücher, die seine Kunden heilen sollen. Einzunehmen bei Liebeskummer, Weltschmerz und zur Überwindung von Erwachsenenängsten.

Sich selbst kann er nicht heilen durch die Bücher. Im Gegenteil, er hat aus...
Vor 9 Monaten von H. P. Roentgen veröffentlicht

versus
80 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sorry, ist leider nicht meins ...
Was nimmt man als Urlaubslektüre mit? Etwas zum Träumen und Schwelgen, etwas Nachdenkliches, etwas mit Liebe und Leidenschaften. Angesichts so manch euphorischer Rezension erschien mir "Das Lavendelzimmer" gerade passend. Und so lud ich es trotz des stolzen Preises für knappe 400 Seiten als E-Book herunter.
Die ersten dreißig Seiten machten auch...
Vor 12 Monaten von Lesebiene veröffentlicht


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36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Mauer aus Büchern, ein alter Lastkahn und eine neue Liebe, 7. Oktober 2013
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Kindle Edition)
Monsieur Perdu betreibt eine Buchhandlung in einem alten Lastkahn auf der Seine. Eine Bücherapotheke soll es sein, er verkauft nur Bücher, die seine Kunden heilen sollen. Einzunehmen bei Liebeskummer, Weltschmerz und zur Überwindung von Erwachsenenängsten.

Sich selbst kann er nicht heilen durch die Bücher. Im Gegenteil, er hat aus Büchern eine Mauer um sich herumgebaut, eine Mauer, die ihn vor dem Leben schützen soll. Besonders dick ist die Mauer vor dem Lavendelzimmer, dem Zimmer seiner großen Liebe, die ihn vor einundzwanzig Jahren verlassen hat. Jetzt zieht eine neue Frau in dem Mietshaus ein und Monsieur Perdu traut sich erstmals seine Büchermauer einzureißen und das Zimmer zu betreten. Denn er will der neuen Mieterin, die keine Möbel hat, einen Tisch und einen Stuhl schenken.

Mauern einzureißen, ist nicht ungefährlich, das gilt auch für Mauern aus Büchern. Schon gar nicht, wenn die Mauer auf "1984" aufgebaut wurde. Und mit dem Fall dieser Mauer fällt auch die Versteinerung seines Herzens. Erstmals nach über zwanzig Jahren löst er die Leinen seines Bücherschiffes und fährt los. Die Seine hinab, über die Kanäle Frankreichs in die Provence. Dorthin, wo er mit seiner großen Liebe glücklich war.

Ein junger, verstörter Autor springt in letzter Minute auf sein Schiff, einen Bestseller hat er geschrieben und jetzt ist er ratlos und sichert sich mit Ohrenschützern gegen das Leben ab. Hinzu kommt ein neapolitanischer Koch und eine Büchernärrin, die beide ...

Nein, das erzähle ich jetzt nicht. Das müssen Sie schon selbst lesen.

Das Lavendelzimmer hat alle Zutaten zu einem Kitschroman. Viel Liebe, viel Lebensweisheiten, sogar ein Happy-End, für viele deutsche Literaten sicheres Anzeichen für "Finger weg". Nur ist es kein Kitschroman. Sondern eine ruhige Fahrt durch den Sommer; Landschaften, die man riecht und sieht, wenn sie beim Lesen vorbeigleiten; vier Leben, die langsam zu sich selbst finden und vor dem Leser ihre Geheimnisse Stück für Stück preisgeben; viel sinnlicher Tango und Erotik und die Erkenntnis, dass man Erinnerungen und das Leben nicht einfach aussperren kann. "Erinnerungen sind wie Wölfe. Du kannst sie nicht wegsperren und hoffen, dass sie dich ignorieren."

Doch so einfach ist das alles nicht. Denn "Im Kopf stand er [Monsieur Perdu] immer noch im Flur seiner Wohnung, vor einer Bücherwand, die ihn einmauerte." Ihm steht noch einiges mehr bevor als eine gemütliche Wasserreise in einem alten Lastkahn.

Poetisch und herzzerreißend, traurig und tröstend, anregend und vor dem Schlafengehen einzunehmen ist dieses Buch selbst eine Herzmedizin. Eines der Bücher, die man nicht schnell liest, sondern langsam an sich vorbeigleiten lässt, Stückchen für Stückchen, immer wieder aus der Hand legt, weil man Atem holen, seinen eigenen Träumen nachhängen will. Ein Buch, das lange nachklingt.

Hans Peter Roentgen
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für Herz und Seele, 24. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief - den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.

Das Lavendelzimmer" ist ein Buch, das mit wenigen Protagonisten auskommt. Protagonisten, die so unterschiedlich sind und doch soviel gemeinsam haben. Protagonisten, deren Herz und Seele krank ist, als das Buch beginnt, und die über ihr Leben nachdenken und durch die anderen lernen, gelernt haben. Ein Buch über Schmerz, Leid, Freude, Glück, Leben und Tod ... aber das wichtigste ... unendlich viel Liebe, aber auch die Möglichkeit zwei Menschen gleichzeitig zu lieben und das ganze verständlich zu erläutern; und über Gefühle, die alles überstehen läßt, die einem sogar die Angst vor dem Tod nimmt. Es wurde geliebt, gefeiert, gelacht, gekocht (hmmm) und ich habe gelernt: auch wenn man meint, dass das Leben nichts mehr zu bieten hat ... irgendwann und irgendwo ist das Lichtlein", die helfende Hand, der Anstoß um wieder zu leben, vielleicht anders, auch zu lieben, vielleicht anders ... aber immer wieder einmalig.

Man lebt mit diesen Figuren, leidet und genießt und das Ganze in der traumhaft schönen Kulisse der Provence, die Nina George einem so nah bringt, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein, das Land, die Städte und Orte und auch den Lavendel zu riechen und schmecken. In wundervollen Farben und Erläuterungen der Gegend, Orte taucht man ab zu einer wundervollen Reise. Man spürt regelrecht die Liebe der Autorin zu diesem Land.

Abgerundet durch eine literarische Notapotheke und ein paar wirklich tollen provenzalischen Rezepten, ist dieses Buch eines der besten, schönsten zu Herzen gehenden, die ich je gelesen habe.

Dieses Buch ist ein Buch, wie ich noch nie eins gelesen habe. Ich habe es regelrecht eingesogen, inhaliert, immer und immer wieder Passagen erneut gelesen, zurückgeblättert. Es läßt einen viel Nachdenken über das eigene Leben und hat mir persönlich meiner Seele und meinem Herzen wieder Halt gegeben. Danke Nina George für das Finden der richtige Worte, für das Schreiben dieses großartige Buch. Der Platz auf der Spiegel-Bestenliste ist mehr als verdient.
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101 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Manche Bücher werden nur für einen einzigen Menschen geschrieben. Dieses war offensichtlich für mich!", 18. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Grundsätzlich bin ich kein eifriger Schreiber von Rezensionen. Wenn ich aber zu einem einzigen Buch eine Rezension schreiben müsste,ja, wenn ich in meinem Leben nur ein einziges Buch lesen dürfte - es wäre ganz sicher dieses!

Ich kann mich nicht erinnern, dass mich ein Buch jemals so fasziniert hat. Man möchte lachen, wenn man es liest, dann weinen, dann fühlt man sich traurig und im nächsten Moment derart erleichtert und hoffnungsvoll, dass man es kaum glauben kann.

Nina George schreibt so poetisch, dass man "Das Lavendelzimmer" gar nicht schnell lesen kann, man wird förmlich dazu gezwungen, es zu genießen. Und das tut man, wenn vom Lavendel- oder Rosmarinduft aus der Provence derart detailliert geschrieben wird, dass man es selbst riecht. Oder die malerischen Sonnenuntergänge in Sanary-sur-mer - ich habe tatsächlich das Gefühl, selbst dort gewesen zu sein.
Jeder Satz ist derart durchdacht und teils so wunderschön, dass es einem beim Lesen die Tränen förmlich in die Augen treibt. Schon das an ihren kürzlich verstorbenen Vater gerichtete Vorwort von Frau George zeigt, wie poetisch sie schreiben kann.
"Das Lavendelzimmer" ist einfach ein kluges Buch, das dabei hilft, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Ähnlich wie die Kunden in der "Literarischen Apotheke" von Jean Perdu habe ich das Gefühl, dass ich dieses Buch lesen SOLLTE, weil es einfach hilft.

Fazit: Dieses Buch MUSS man lesen! Es ist nicht kitschig (wie es der ein oder andere eventuell vermuten mag) und durchaus nicht nur für Frauen gedacht. Wer sich gut fühlen möchte, ist hier absolut richtig! 5 Sterne!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heilsame Lektüre, 3. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie beim „Hundertjährigen“, fast noch mehr wie bei der „Pilgerreise des Harold Fry“, setzt Nina George in ihrem neuen Roman auch eine „Lebensreise“ zum Mittelpunkt des Geschehens. Der, wie in den anderen erwähnten Büchern auch, eine faktische Reise vordergründig Rhythmus und Etappen mit vorgibt.

Das Ganze in einer schönen, ausdrucksstarken, wortreichen und mit einer erkennbaren Tiefe versehenen Sprache, die mit großem Einfühlungsvermögen die Protagonisten bis in kleine Nebenfiguren hinein erfasst und vor den Augen des Lesers nuancenreich ausbreitet.

Jean Perdu hat seinen großen Lastkahn am Seineufer in Paris fest vertäut und betreibt eine Buchhandlung, die viel mehr ist als nur ein „Umschlagplatz“ für Gedrucktes. Ohne es selbst genau erklären zu können, besitzt Jean zwei Dinge, die ihn zu etwas ganz Besonderem machen. Zum einen ein profundes Wissen über Geschichten (30.000 hat er im Kopf, darüber hinaus Ahnungen von viel mehr noch) und zum anderen eine fast magische Empathie, was Menschen angeht, vor allem Kunden.

Wer kommt, den erfasst er schnell, intuitiv, fast immer aufs Genaueste. Und „verschreibt“ diesem Kunden dann das genau passende Buch, zur Erleichterung, zur Lindigkeit, zum Lebensmoment passend. Genauso, wie er von anderen Lektüren abrät, hinweist, die Kraft der Sprache zum Guten, zur Heilung ebenso betont wie die Gefahren falscher Lektüre zur unpassenden „Lebenszeit“. Eine „literarische Apotheke“, das ist, was Jean anbietet.

Doch Jean selbst? Da nagt seit Jahrzehnten ein Schmerz. Ein Zimmer in seiner fast möbelfreien Wohnung war bis vor Kurzem über ebenso lange Jahre hinweg fest verschlossen. Ein Zimmer mit einem Resthauch von Lavendelduft. Genau das Zimmer, in dem Jean mit Manon seine Liebe des Lebens erlebte.

Vergangen. Schmerzlich auseinandergegangen. Ein Ereignis, dass Jean dazu bewegt, einen festen, unsichtbaren Panzer anzulegen. Bitte keine Berührungen. Keine zu persönlichen Fragen. Keine Nähe. Das ausufernde Puzzle auf dem Boden des Wohnzimmers, das ist seine Freizeitbeschäftigung und damit soll es gut sein.

Doch das Zimmer wird geöffnet. Einen Tisch braucht er daraus, um ihn der schmählich verlassenen Nachbarin zu schenken. Eine Öffnung des Zimmers, die ebenso erste Risse in seinem „Lebenspanzer“ hervorruft. Die nicht durch ein wenig gute und rechte Lektüre so schnell zu schließen sein werden. Und so wird sich Jean aufmachen, die Taue lösen, den Motor anwerfen und sich mit seinem alten „Buchschiff“ auf die Reise durch Frankreich machen. Auf die Reise zu sich selbst, zu Manon, mit vielen, vielen anrührenden und tief reichende Begegnungen auf der Reise selbst, versteht sich.

Begegnungen, die Nina George eine wie die andere poetisch und menschenkundig beschreibt, den Leser ganz mit hinein zieht in diese Welt des Geistes, der Literatur, der „anderen“ Seite eines technisierten Alltages, der die Seele doch nicht erreicht. Und zugleich eine ebenso anrührende und wunderbare Liebesgeschichte mit zu erzählen versteht.

„Erinnerungen sind wie Wölfe. Du kannst sie nicht wegsperren und hoffen, dass sie dich ignorieren“. Ebenso wenig, wie die Liebe oder der Wunsch nach innerem Leben „weggesperrt“ werden könnte. So sehr so manche Menschen das auch versuchen.

Ein wunderbares Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedeutsam, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Schon lange nicht mehr hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieser Roman voller Gefühle und Erkenntnisse. Jetzt habe ich ein wundervolles Geschenk für viele liebe Menschen.
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80 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sorry, ist leider nicht meins ..., 1. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was nimmt man als Urlaubslektüre mit? Etwas zum Träumen und Schwelgen, etwas Nachdenkliches, etwas mit Liebe und Leidenschaften. Angesichts so manch euphorischer Rezension erschien mir "Das Lavendelzimmer" gerade passend. Und so lud ich es trotz des stolzen Preises für knappe 400 Seiten als E-Book herunter.
Die ersten dreißig Seiten machten auch tatsächlich Spaß. Ein Bonmot hier, ein schönes Wortbild da. Ich geriet fast in den Seufzermodus. Doch dann fing ich urplötzlich an, mich beim Lesen zu langweilen. Weil die Geschichte ach so vorhersehbar ist. Weil ich das Gefühl hatte, den erhobenen Zeigefinger zwischen den Zeilen zu sehen. Lebe hier und jetzt! Traue dich was! Hab' keine Angst vor deinen Gefühlen. Trag' deine Verletzungen wie stolze Wunden. Schäme dich ihrer nicht ... Ach Herrje, als hätten wir das alles nicht schon zig mal gelesen, gehört und gedacht.

Tatsache ist, das Buch hat es nicht vermocht, mich zu fesseln. Hätte ich es als Papierbuch, hätte ich sicher einem anderen Leser damit noch eine Freude bereiten könnne. Denn alles ist Geschmacksache. So aber landet es leider nur noch in meiner Rubrik "Gelesen und für nicht gut befunden".
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unglaublich berührendes Buch, 21. Februar 2014
Von 
Kleeblatt "Monika" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Monsieur Perdu ist ein einsamer Mann, seit er vor 21 Jahren von seiner großen Liebe Manon urplötzlich verlassen wurde. Auf einem alten Kahn, der vor Anker liegt, betreibt er einen Buchhandel wie ein Apotheker. Er weiß ganz genau, welches Buch die Leser, die zu ihm kommen, lesen sollten. Er sagt ihnen Wahrheiten, die sie nicht hören und verkauft ihnen nicht die Bücher, die seiner Meinung nach nicht für die Personen sind. Er ist eigenwillig und hat doch Erfolg damit.
Auch wenn er bei seinen Kunden helfen kann, gibt es eine Person, bei der es ihm nicht gelingt ... bei ihm selbst.
Nach dem Weggang von Manon hat er sich zurückgezogen in seine 4 Wände, lebt sehr spartanisch und hat sogar das Zimmer, das er mit Manon mit Leben füllte, mit einem Bücherregal zugestellt. Lavendelzimmer nannten sie es, weil es immer einen feinen Duft von Lavendel beherbergte.
Als neben ihm eine neue Nachbarin einzog, wurde er gefragt, ob er nicht Möbel für sie zur Verfügung stellen könnte, denn ihr geschiedener Mann hätte ihr nicht überlassen.
Perdu öffnet das Lavendelzimmer und gibt der Nachbarin den darin befindlichen Tisch. Diese findet darin einen noch ungeöffneten Brief, ein letzter Brief von Manon, den Perdu nie gelesen hat. Nun nach 21 Jahren stellt er sich der Herausforderung und was er dort zu lesen bekommt, ändert seine gesamt Sichtweise und krempelt ihn völlig um ...

Nie im Leben hätte Perdu gedacht, dass er mit dem Kahn noch einmal auf Reisen gehen würde, aber genau das tut er. Er macht die Leinen los und will dorthin, wohin Manon gegangen ist.
Unterwegs ist er zusätzlich auf der Suche nach einem Schriftsteller seines Lieblingsbuches. Er weiß nicht, wer es ist, seit Jahren sucht er ihn oder sie, denn das Buch wurde unter Pseudonym geschrieben. Er hat in den Jahren Schreibstile verglichen und Vermutungen angestellt und will nun einen Autoren aufsuchen, in der Hoffnung, dass es der Richtige ist.
Auf seiner Reise begleitet ihn ein junger Autor, der einen Bestseller geschrieben hat und mit dem Ruhm nicht klarkommt. Er springt in letzter Sekunde auf das Boot und versucht so, seinem Ruhm zu entkommen. Perdu, anfangs gar nicht von dem ungebetenen Gast begeistert, kann sich aber schnell mit dem Arrangement der beiden anfreunden.
Es bleibt nicht bei dem einen Gast auf dem Boot...

Nina George hat ein Buch geschrieben mit ganz viel Herz.
Jean Perdu, ein einsamer Mann, der seiner damaligen Geliebten nie verziehen hat, dass sie ihn ohne Vorankündigung verlassen hat. Nicht mal ihren Brief wollte er lesen, keine Entschuldigungen, keine Ausreden.
Als er jedoch nach 21 Jahren endlich den Brief liest, weiß er, dass es für vieles zu spät ist, zu spät zum Verzeihen und Vergeben.
Dieser Brief reißt ihn aus seiner Lethargie und bringt ihn dem Leben wieder näher. Er lässt alles, was ihn hielt, zurück und macht sich auf die Suche nach Manon, obwohl er weiß, dass es kein Wiedersehen geben kann.

Einfühlsam führt die Autorin den Leser an den Menschen Jean Perdu heran. Er, der dachte, dass er nach Verlassen seiner Geliebten kein Recht mehr auf Glück und Liebe hat, tastet sich langsam ins Leben zurück.
Es wird die Liebe zu Büchern vermittelt wie auch ihre Fähigkeit zu trösten, zu informieren und zu sich selbst zu finden.
Nina George versteht es meisterhaft, den Leser in das Buch hineinzuziehen, um Jean Perdu auf seinem Weg zu begleiten. Es ist ein langer und weiter Weg, den Jean gehen muss, um seine Trauer zu verarbeiten und vor allem, um sich selbst verzeihen zu können.

Ein Buch, das man so schnell nicht vergisst.
Es gibt viele Sätze, die ich mehr als einmal lesen musste, nicht, weil ich sie nicht verstanden habe, sondern weil ich sie auf mich wirken lassen wollte, sie hatten einen Nachhall, den ich aufsaugen wollte.
Ein unglaublich berührendes Buch, das ich nur zu gern weiterempfehle.
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37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch braucht auf jeden Fall seine Zeit gelesen zu werden., 20. Mai 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Bücher, die möchte man einfach nicht loslassen - weil sie einen selbst nicht loslassen!
"Das Lavendelzimmer" von Nina George ist so ein Buch. Bevor ich aber näher auf dieses Buch eingehe, muss ich etwas weiter ausholen.
Nina George hat mich bereits 2010 mit "Die Mondspielerin" begeistert und ich habe dieses Buch nicht umsonst am "Welttag des Buches" verschenkt. Ich bin der Meinung, dass jeder es gelesen haben sollte. Es ist bis heute tief in meinem Herzen verwurzelt. Und ich bin mir sicher, dass es noch sehr viele begeisterte Leser/innen finden wird.

Ist es also ein Wunder, dass ich "Das Lavendelzimmer" mit ganz besonderen Erwartungen zu lesen begann? Nein. Ganz sicher nicht.
Dieses Mal hat Nina George einem Mann die Hauptrolle in ihrem Buch gegeben.
Jean Perdu, ein verkorkster Buchhändlerin, der vor genau 21 Jahren von seiner großen Liebe Manon verlassen wurde nimmt uns mit auf sein Bücherschiff. Seine "Literarische Apotheke" ist alles was er noch hat, wenn man einmal von seiner Leidenschaft für Puzzles - groß wie Zimmerböden - und der Suche nach einem ganz bestimmten Schriftsteller absieht.
Jeden Tag spenden seine Bücher Trost, Freude und ein kleines bisschen Hoffnung. Doch Jean selbst hat allem was die Seele streichelt schon lange abgeschworen. Er hört keine Musik mehr, weil sie ihn an Manon erinnern könnte und Trost findet er nur in "Südlichter", dem Buch dessen Autor sich hinter einem geschlossenen Pseudonym verbirgt. Oder ist es gar eine Autorin? Seit zwanzig Jahren analysiert Jean verschiedene Schreibstile, doch bisher ohne Erfolg. Wer das Buch geschrieben hat, ist ihm immer noch ein Rätsel.

Rätselhaft erscheint ihm auch der junge Erfolgsautor Max Jordan, der vor seinen Fans in die Rue Montagnard geflohen ist.
Und Catherine. Die ihn zum Essen einlädt, obwohl sie gar nicht kochen kann und ihm gleichfalls befiehlt Teller und Besteck mitzubringen, weil ihr Mann ihr nichts gelassen hat. Jean kommt ihrer Aufforderung nach.
Und für Catherine betritt Jean Perdu auch "Das Lavendelzimmer" in dem der Schlüssel zu ihm selbst verborgen ist ...

Die Botschaft des Buches ist für mich Trauer anzunehmen, aber ihr auch etwas entgegenzusetzen. Und nicht wie Jean Perdu 21 Jahre lang sein Leben zu verschwenden, denn davon kommt niemand zurück. Sei es eine große Liebe oder jemand, der viel zu früh aus dem Leben scheiden musste. Trauer ist wichtig, aber auch das Leben, das bleibt. Und manchmal braucht es ein paar Anstöße um sich aufzumachen sein altes Ich wieder zu entdecken.

Nina George hat diese Botschaft mit viel Herzblut in viele wunderschöne Zeilen verpackt und ich bereue es ein bisschen, dass ich den Postit-Block erst ab der Hälfte des Buches neben mir liegen hatte, um die Seiten mit den kleinen Zetteln zu füllen. Es finden sich Zeilen für Buchliebhaber (Seite 38, erster Absatz!!), Wortliebhaber (Seite 203, Mitte) und für kleine Augenblicke des Innehaltens.

Dieses Buch braucht auf jeden Fall seine Zeit gelesen zu werden. Ich musste es zwischendurch immer wieder zur Seite legen, um den Worten nachzulauschen, mir Tränchen wegzuwischen oder um der Geschichte noch ein bisschen mehr Raum zu lassen, denn sie lebt nicht nur durch den mitreißenden Schreibstil, sondern auch durch seine vielschichtigen Charaktere.

Und sie lebt von der Atmosphäre die sie verströmt. Wer sich nach der Lektüre dieses Buches nicht nach Lavendel, Provence und französischem Wein sehnt, für den hat auch die "Literarische Apotheke" keine Medizin mehr.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kluges Buch, 29. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Das Lavendelzimmer" von Nina George ist kein Buch, das man "mal eben so runterliest", obwohl es angenehm leicht geschrieben ist. Es ist auch kein Buch, das man beendet, weglegt und sofort das nächste anfangen kann. Nein, es nimmt mit auf eine gedankliche Reise durch das schöne Frankreich, das als Hintergrund für die Geschichte - die überall hätte spielen können - nur zuträglich ist, weil es das Flair wunderschön unterstreicht.

Warum dann "nur" vier Sterne? Weil zum "gefällt mir sehr" trotz allem der letzte Funke gefehlt hat. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe geschmollt, nachgedacht und versucht zu verstehen. Eigentlich war alles dabei - und dennoch bleibt mir die weibliche Protagonistin, die niemals direkt auftaucht und höchstens in ihrem Tagebuch selbst spricht, ein Rätsel. Über weite Strecken des Buches erschien sie mir nicht sympathisch, einfach weil ich ihr Handeln nicht nachvollziehen konnte. Ebenso wenig passte dann die totale Abschottung des männlichen tatsächlich agierenden Protagonisten für mich (obwohl sie zum Buch passt). Das klingt mehr nach zwei bis drei Sternen? Ja, doch der Schluss hat mich mit der Dame versöhnt. Ihr selbstloses Handeln macht ihr doch relativ selbstsüchtiges Handeln zuvor wieder wett.

Mit Monsieur Perdu durch die Stadien der Trauer zu reisen, all die klugen Gedanken mitzunehmen - das war Balsam für die Seele. Wem "Das Lavendelzimmer" gefallen hat, dem könnte auch "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce gefallen. Ähnliche Handlungsgrundlage, aber ganz andere Umsetzung und ebenso bezaubernd.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein herrliches Buch für kalte Tage oder zum Trösten, 19. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lavendelzimmer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Frauenbuch in erster Linie, voller Poesie, stellenweise beinahe lyrisch.
Ich habe es kurz hintereinander zwei Mal gelesen, weil ich das Gefühl hatte, dass mir beim ersten Mal zu viel von den leisen Tönen entgangen ist.
Um Bestsellerlisten mache ich von Haus aus einen großen Bogen, weil sie wenig real sind. Dieses Buch hat es allerdings verdient, von vielen Menschen gelesen zu werden.
Schon alleine die Idee der schwimmenden Bücherapotheke ist faszinierend. Dass Perdu den Brief seiner Geliebten erst 21 Jahre nach ihrem Verschwinden öffnet, ist ein Punkt, der mich neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte machte. Seine ganz und gar unerwartete Reise auf den Spuren der Vergangenheit in Begleitung zweier Katzen und des Jungautors, der vor seinen Fans flüchtet, ließ mich zwar für einen Moment ungläubig im Lesen innehalten, aber es sind schließlich schon zweifelhaftere Dinge auf dieser Welt passiert. Perdu gelangt auf Irrwegen dorthin, wo er schon seit vielen Jahren sein könnte, wäre er nicht zu feige oder zu wütend gewesen, den Brief seiner Geliebten zu lesen. Dennoch macht sein Weg Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es für jeden Menschen möglich ist, das Glück zu finden, das er verdient.
Nina Georges Schreibstil hat mich ebenso begeistert, wie die Idee des Buches an sich, deshalb eine ganz klare Empfehlung!
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Das Lavendelzimmer: Roman
Das Lavendelzimmer: Roman von Nina George (Gebundene Ausgabe - 2. Mai 2013)
EUR 14,99
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