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Kundenrezensionen

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am 1. Mai 2013
Ich hab mir das Buch geholt, weil mich das Thema interessiert. Es ist wahrhaftig ein echter Wälzer und ich ziehe den Hut vor der Autorin: so viel Fleißarbeit und Recherche und dann auch noch über alles den Überblick behalten- alle Achtung! Mir hats gefallen, hat sich gut lesen lassen, obwohl ich mich dabei stellenweise konzentrieren mußte, um am Ende diese vielen Namen nicht durcheinanderzubringen bzw. richtig zuzuordnen. Was mir nicht gefallen hat, ist dieses "Ebert-Typische" sehr weit Ausholen, Rückblicken, Abschweifen. Ist sicher auch nicht ganz einfach, bei diesem massenhaft gesammelten Material, sich auf das "Kernthema" zu beschränken.
Trotzdem würde ich das Buch jedem empfehlen, der sich für die Völkerschlacht interessiert. Es ist eine ganz gut gelungene Mischung von Geschichtsbuch und Roman.
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am 19. März 2013
Nachdem sich Napoleon von seinem gescheiterten Angriff auf Russland im Winter 1812 zurück zog, rekrutierte er eine neue Armee aus jungen und unerfahrenen Männern um dann gestärkt gegen die Alliierten kämpfen zu können.
In dieser Zeit musste Henriette gleich mehrere Schicksalsschläge hinnehmen. Schon früh verlor sie die Mutter, im Frühjahr 1813 starb dann auch noch der Vater an seinem Herzleiden. Zurück blieb sie mit ihrem 10 jährigen Bruder Franz. Als sie von einem französischen Artilleristen im Haus angegriffen wird, der ihr das letzte an Besitz und Brot nehmen wollte, setzt sich Henriette mit einem Schürhaken zur Wehr. In der Annahme, sie habe den Franzosen getötet, flüchtet sie gemeinsam mit ihrem Bruder zu ihrem Onkel nach Freiberg. Doch auch dort hat der Krieg keinen Halt gemacht. Henriette, die bereits in Weißenfels sich aufopferungsvoll den Verletzten widmete und sie pflegte, tat das ebenfalls in Freiberg, egal ob es sich um Preußen, Russen oder Franzosen handelte. Dort lernte sie auch den preußischen Premierleutnant Maximilian von Trepte kennen, dessen Verletzungen sie praktisch noch in letzter Minute versorgte, bevor die französische Armee in Freiberg Einzug hielt. Da der König von Sachsen dem Kaiser Napoleon wiederholt seinen Treueeid schwor, haben die Freiberger mit ansehen müssen, wie sich die napoleonische Armee in Freiberg einquartierte.
Viele, so auch die Studenten Felix und Richard, konnten sich mit dem Bündnis, das zwischen Napoleon und dem König bestand, nicht mehr einverstanden erklären und haben sich freiwillig in die Freikorps, wie den Lützowern gemeldet, um dem Vaterland zu dienen und sie von der französischen Herrschaft zu befreien.
Während im Mai 1813 nach einigen Schlachten rund um Bautzen so viele Soldaten fielen, dass Napoleon einen Waffenstillstand verkündete, begann sich in den Köpfen der Sachsen und der Alliierten für kurze Zeit eine Wandlung zu vollziehen. Als allerdings im August 1813 der vorgezogene Geburtstag des Kaisers prunkvoll gefeiert wurde, dachte kaum noch einer an das bevorstehende Ende des Waffenstillstands und so bejubelten sie Napoleon und den König von Sachsen. Nur wenige Tage später sollten die Soldaten in die alles entscheidenden Schlachten ziehen.

1813 – außer der Geschichtszahl und welches Ereignis sich dahinter verbirgt, war mir bisher nur wenig über die Völkerschlacht bei Leipzig bekannt. Spätestens nach dem Zuklappen des Buchdeckels und 928 verschlungenen Seiten sollte dies anders sein. Sabine Ebert hat in einem atemberaubenden Roman geschildert, was sich in der Zeit zwischen Mai und Oktober 1813, vor allem in Sachsen, zugetragen hat. Auf ihrer Homepage schreibt die Autorin, wie sie sich in Vorbereitung ihres Romans durch mehr als 30.000 historische Schriften und Dokumente gearbeitet hat. Mit diesem fundierten Hintergrundwissen hat Sabine Ebert ein Werk geschaffen, das Seinesgleichen sucht. Mit ihrem inzwischen 7.Roman hat sich die Autorin einem höchst denkwürdigen geschichtlichen Ereignis gewidmet, das maßgebend für die Neuaufteilung Europas Anfang des 19. Jahrhunderts war.
Sabine Ebert liefert in "1813-Kriegsfeuer" einen geschichtlichen Abriss über die Schlachten rund um Leipzig während der französischen Herrschaft, der so harmonisch in eine Romanhandlung eingebettet worden ist, dass man nichts von einem "Lehrbuchhaften" spürt.
Der Autorin ist es gelungen, die Schlachten, deren Vorbereitungen und die vielen Dialoge zwischen Generälen, Ministern, Majoren, König und Kaiser aber auch aus der Sicht des einfachen Bürgers so detailreich zu schildern, als würde man sich mitten im Geschehen befinden. Man bekommt einen beispiellosen Einblick, was sich in den Köpfen von Napoleon und seinem Gefolge abspielte, wie kriegerische Strategien geschmiedet und wieder verworfen worden sind. Man lernt den quirligen, cholerischen, machtbesessenen, ehrgeizigen und kaltherzigen Napoleon kennen, dessen Charakterzüge so gut getroffen sind, dass man sich diesen Menschen genau vorstellen kann. In Sabine Eberts Handlung wird deutlich klar, wie unersättlich Napoleon nach Ruhm gierte und wie er seiner Eroberungssucht frönte um endlich als Weltherrscher anerkannt zu werden.
In den Nebenhandlungen erfährt man immer wieder, wie sich das Leben hinter der Front zugetragen hat und zwar in der einfachen Bevölkerung, welchen Ängsten sie ausgeliefert waren und in welchen Gefahren sie sich befanden. Aber auch die Missstände, die der Krieg mit sich brachte wurden nicht außer Acht gelassen. Sie schildert die Hungersnöte und vor allem wie machtlos sich die Bürger dem Krieg und den tausenden von Kriegsopfern gegenüber sahen, denen sie weder mit Medikamenten, Verbänden, Lebensmittel oder Schlafplätzen helfen konnten.
Aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten wird der Krieg in diesem entscheidenden Jahr dargestellt, dessen Handlung vorerst mit dem 19.Oktober 1813 endet und somit viele Fragen zurück lässt. Die Antwort darauf erhält der Leser mit einem Fortsetzungsroman, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Fazit: "1813-Kriegsfeuer" ist ein rasanter, spannender und ereignisreicher Roman mit einer sehr komplexen Handlung und äußerst sympathischen Figuren, der absolut lesens- und empfehlenswert ist.
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am 10. Juni 2013
200 Jahre Völkerschlacht. Dazu lieferte Sabine Ebert das passende Buch. Das 19. Jahrhundert wird bildhaft dargestellt. Sittenbild und geistige Haltung der Menschen dieser Zeit werden beschrieben ohne das es zu patriotisch, gefühlsduselig oder gar langweilig werden würden. Ohne unötige Brutalität werden die Schlachten beschrieben und der Alltag des bis dahin verlustreichsten Krieges mitten in Europa dargestellt. Die verworrenen Wege der Politik und die Winkelzüge der Politiker und der Militärs werden vermittelt ohne das der Leser den Faden dabei verliert. Die Sorge und Nöten der kleinen Leute dieser Zeit werden greifbar. Meiner Meinung nach ein historischer Roman der Extraklasse!
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am 16. Mai 2013
Der König rief, und alle, alle kamen. Nun gut, es kamen zwar nicht alle, aber überlegen Sie mal: Wie viele würden wohl heute kommen?
Nach dem Aufruf "An mein Volk" Friedrich Wilhelms des III vom 17.03.1813 (preußisch korrekt einige Tage nach der Kriegserklärung, denn Ordnung muss schließlich sein!) begannen die sogenannten Freiheits-bzw. Befreiungskriege gegen die französischen Okkupanten. Das Volk ließ die Maske fallen und griff zu den Waffen. Freiheit oder Tod -was für Worte- aber damals nicht als hohle Phrase, sondern buchstäblich todernst gemeint.Die Autorin hat bienenfleißig unzählige Dokumente gesichtet und umfangreiche Recherchen betrieben, und das Ergebnis kann sich sehen bzw. lesen lassen. Frau Ebert hat dabei nach eigenen Angaben ein großes historisches Brachland betreten und schafft es mit ihrem Buch, die wohl wichtigste Zeit für den Entstehungsgedanken an ein einiges Deutschland den Lesern nahezubringen. Keine leichte Aufgabe in einem völlig geisteskranken Land, dessen Geschichte von den politisch Korrekten auf die Zeit von 1933-1945 reduziert wird. In diesem leider im echtesten Sinne geschichts-losen Land einen solch historisch präzisen Roman zu schreiben ist eine unglaubliche Leistung. Diese Buch war lange überfällig!
Die Geschichte der Freiheitskriege wird in bester Tradition an die Hebammen-Romane erzählt, und zwar wieder aus der Sicht der einfachen Leute. Sabine Ebert ist es dabei gelungen, die Gedankenwelt der Menschen dieser Zeit neu aufleben zu lassen. Zwar ist das Buch überwiegend ein Geschichtsbuch, doch wird eben diese Geschichte erst durch die Romanfiguren mit Leben erfüllt.
Die Figur der Marthe wird in diesem Roman durch das Mädchen Henriette ausgetauscht, die allerlei gefährliche Abenteuer zu bestehen hat und wo der Leser etwas auf die Folter gespannt wird, welcher der Verehrer das Herz der Heldin am Ende erobern wird. Hier müssen wir aber noch auf den Fortsetzungsroman warten (auch wenn mir das schwerfällt!). Ich habe das Buch an einem Samstag gekauft und war am Sonntagabend damit fertig. Dieses Buch überhaupt für eine Weile aus der Hand legen zu müssen, war fast schon eine Zumutung. Das ist wahrscheinlich das größte Lob, das man einem Buch erteilen kann.
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Eigentlich war ich etwas skeptisch, als ich laß, dass die Autorin der mittelalterlichen "Hebammen-Romane" nun einen Roman über die Schlacht bei Leipzig schreibt. Doch ich muss sagen, ich bin angenehm überrascht. Sie hat offensichtlich gut recherchiert und die historischen Fakten in einen Roman eingebettet. Dass natürlich eine Liebesgeschichte nicht fehlt, ist bei der Autorin eigentlich klar. Aber - sehr zu empfehlen.
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am 2. Juli 2013
Ich lese die Romane von Frau Ebert sehr gern, denn sie sind eine gelungene Mischung aus fundierter Recherche, regionalem Bezug und einfühlsamer Gestaltung ihrer Hauptfiguren. Als ich ihren neuen Roman las, dachte ich an so mancher Stelle:"Schade". Es ging im Eiltempo weiter. Viele Nuancen, mit denen die Autorin gekonnt ihre Bücher gestaltet, Charaktere zeichnet und somit auch Aussagen vermittelt, blieben auf der Strecke. Ich verstehe, dass möglichst viele Details aus jener Zeit gezeigt werden sollten, aber der Gesamteindruck des Romans leidet darunter. Weniger (historische Fakten) wäre Mehr gewesen, wenn es bei der Komplexität des Völkerschlacht Themas auch nicht einfach ist.Dieser Roman ist sicherlich sehr anspruchsvoll, was die korrekte Vermittlung historischer Fakten betrifft, aber die Unterhaltung und Entspannung, die mir ein Roman auch bringen soll, habe ich vermisst.
Beim Band 2 werde ich wohl erst mal abwarten.
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am 25. April 2016
1813 - Kriegsfeuer ist ein sehr gut recherchierter Roman - Geschichtsunterricht vom Feinsten. Als Leipzigerin war für mich das Buch besonders interessant, da Orte auftauchen, die heute in die Stadt schon längst eingemeindet sind und historische Persönlichkeiten, die man - falls man in Geschichte aufgepasst hat - noch heute kennt, wie z.B. Frege. Das Geschehen rund um die Völkerschlacht ist in Vielem noch heute in Leipzig lebendig. Das Buch war für mich von Anfang bis Ende spannend. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn die Autorin eine Gestalt eingefügt hätte, die sich handelnd durch das ganze Buch zieht und sich entwickelt. Das fehlte mir. Henriette, das junge Mädchen aus gutbürgerlichem Haus, konnte diese Position nicht ausfüllen. Sie bleibt von Anfang bis Ende blass, mit unlogischen Handlungsweisen unterlegt und entwickelte sich kein Stück. Die patriotischen Phrasen, die ihr in den Mund gelegt wurden, wirkten bei dieser Person nicht überzeugend. Da ich das Hörbuch gekauft habe, noch ein Wort zu der Sprecherin. Ich mag i.d.R. keine Frauen als Sprecherin, aber Doris Wolters macht ihren Job im Prinzip gut. Angemerkt sei noch, dass die Ortsbezeichnungen rund um Leipzig vielfach falsch ausgesprochen worden sind. Leipzig ist ehemals slawisches Land und die Ortsnamen sind heute noch an die slawische Sprache angelehnt. Das sollte eine Sprecherin beachten und eine Regie wissen.
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Gestärkt tritt Napoleon im Frühjahr 1813 aus dem misslungen Russlandfeldzug im Winter des Vorjahres. Doch auch die Alliierten waren nicht untätig und rüsten zum Gegenangriff. Preußen, Schweden und Russland kämpfen gegen die Grand Armée, während sich Sachsen auf die Seite Napoleons stellt und Österreich vorerst die Neutralität wahrt. Auch die Bevölkerung von Freiberg in Sachsen leidet massiv unter den Folgen des Krieges, während dieser praktisch vor ihrer Haustür unerbittlich weitergeführt wird. Die junge Henriette konnte während der Kriegswirren mit ihrem jüngeren Bruder von Weißenfels nach Freiberg fliehen und findet Unterschlupf bei ihrem Oheim, einem Buchdrucker. Doch auch dieser muss um sein Leben fürchten, wird doch jede Veröffentlichung genauestens zensiert. Und dann besetzten die Franzosen die Stadt, jeder Bürger hat französische Soldaten im Haus einquartiert und jede unbedachte Äußerung kann zur Inhaftierung führen.

Sabine Ebert beginnt ihre akribisch recherchierte Geschichte über das Schicksalsjahr 1813 mit der Ankunft der 17-jährigen Henriette „Jette“ und ihrem Bruder Franz beim Buchdrucker Gerlach in Freiberg. In Weißenfels sind die plündernden Franzosen bereits eingefallen, Jette ist überzeugt, einen Soldaten getötet zu haben und entsprechend verstört ist die junge Frau. Ihre herzensgute Tante Johanna und ihr gutmütiger Oheim Friedrich nehmen Jette und Franz liebevoll auf. Doch noch bevor sich Jette von den Strapazen der Reise erholen kann, ziehen ein Leutnant und dessen Sohn Etienne von der Grand Armée in Gerlachs Haus ein.

Dies ist nur einer von sehr vielen Handlungssträngen und beileibe nicht der Haupterzählstrang des Romans. Sabine Ebert beleuchtet alle Seiten des Krieges, so begleitet man strategische Gespräche von Napoleon mit seinen Generälen, ist bei diversen Schlachten und Scharmützeln dabei, verfolgt die Kriegsplanung des Königs von Sachsen, die diplomatischen Bemühungen der Österreicher und den Krieg aus Sicht der Preußen und Schweden. Dutzende von Namen, Orten, Daten und Fakten tauchen zwangsläufig in dem Roman auf, den Sabine Ebert äußerst detailgenau beschreibt. Die Autorin hat hier wirklich ein Meisterwerk an Recherchearbeit hingelegt und versteht es zudem meist gekonnt, diese geballten Informationen unterhaltsam und oft auch spannend zu präsentieren.

Doch ab und an waren mir die detaillierten Schilderungen einzelner Ereignisse etwas zu viel und die Geschichte wirkt durch die Fülle der Handlungsstränge und Ereignisse manchmal etwas überladen. Gekonnt ist die Umsetzung der Autorin, historisch belegte Fakten und Persönlichkeiten in ihre fiktive Geschichte einzubauen, wobei die fiktive Geschichte eigentlich Nebensache ist, der Hauptprotagonist ist ganz klar der Befreiungskrieg mit der entscheidenden Schlacht im Oktober 1813 bei Leipzig, die auch als Völkerschlacht in die Geschichte einging. Das Buch bezieht sich auf die Ereignisse rund um Leipzig von Mai bis Oktober 2013.

Hierauf muss man sich einlassen, dass die Freiheitskriege, hier explizit das Jahr 1813 ganz klar im Vordergrund stehen und Jette mit ihren Erlebnissen während des Krieges nur eine Randfigur von vielen ist. Mithilfe ihrer Person und noch vielen weiteren schildert Sabine Ebert sehr anschaulich, welchen Repressalien, Ängsten und Sorgen die einfache Bevölkerung ausgesetzt ist. Wie junge Männer begeistert zu den Waffen greifen, um der Grand Armée beizutreten, manche sich mit der gleichen Inbrunst auf die Seite der Husaren stellen und wie Mütter um ihre gefallenen Söhne trauern. Im Mittelpunkt stehen aber zumeist die großen Staatsmänner, allen voran Napoleon Bonaparte.

Fazit: Hervorragend recherchierter Roman über das Kriegsjahr 1813, stellenweise aber etwas zu detailliert und ausschweifend.
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am 27. Dezember 2013
Für die junge Henriette bedeutet das Jahr 1813 nicht viel Gutes. Zunächst stirbt ihre Mutter, kurz darauf ihr Vater. Als sie und ihr kleiner Bruder dann noch von Plünderern bedroht werden, fliehen die beiden zu ihrem Onkel nach Freiberg. Henriette ist von Schuldgefühlen geplagt, denn aus Notwehr erschlug sie einen der Plünderer. Sie versucht ihre Schuld zu sühnen, indem sie aufopfernd Kriegsverletzte pflegt. Und derer gibt es viele – Napoleons Truppen haben Einzug gehalten …

Henriettes Schicksal ist nur eines unter vielen. Viele tausend Männer, zum Teil noch Kinder, finden in den Kämpfen den Tod. Und die große Völkerschlacht steht noch bevor.

Passend zum 200sten Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, legt Sabine Ebert ihren über 900 Seiten umfassenden Roman „1813 – Kriegsfeuer“ vor. Er ist prächtig aufgemacht mit Landkarten, Lesebändchen und der Schutzumschlag lässt sich zu einer großen Karte auseinander falten.

Der Inhalt des Romans ist harter Tobak. Auch wenn man anhand des Titels und des Klappentextes keinen rührseligen Roman erwartet, fühlte ich mich zeitweise von dem geschichtlichen Abriss überfordert und musste einige Abschnitte zweimal lesen um sie zu verstehen. Wer in der Schule bei diesem Thema besser aufgepasst hat, dürfte damit weniger Probleme haben.

Sabine Ebert hat sich ausgiebig mit der Thematik befasst und viel recherchiert. Trotz der vielen „Zahlen, Daten, Fakten“ ist es ihr aber gelungen, die Gefühle der Betroffenen zu veranschaulichen. Die Freude der Bevölkerung über den Besuch Napoleons und des Kaisers. Der Wille, für sein Vaterland zu kämpfen. Aber auch die Verzweiflung der Frauen, deren Männer und Söhne im Krieg fielen oder als vermisst gemeldet wurden. Dazu kommen der Hunger und die schlechte Versorgung mit Medikamenten.

Am Ende des Romans bleiben viele Fragen offen, was auf einen Fortsetzungsroman schließen lässt.
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am 29. September 2013
Im Verwandtenkreis gelte ich als der einzige Napoleon-Interessierte, deshalb wurde mir von meinen Schwestern geraten, dieses Buch zu lesen. Begleitet wurde der Rat mit den Worten: „Eine Biografie von Napoleon ist es natürlich nicht, eher ein Schicksalsroman. Aber die Völkerschlacht bei Leipzig wird hier eindringlich geschildert. Lies es, es wird dir gefallen."
Trotzdem war ich zunächst ziemlich skeptisch, wusste ich doch, dass Sabine Ebert Autorin von sogenannten typischen Frauenromanen ist. (Hebammen-Zyklus).

Eingebettet in die Vorgeschichte der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Alliierten und Napoleons Streitmächten vor der Völkerschlacht als auch dann in die Wirren dieses blutigen Schlacht selbst, wird der Lebensweg der jungen Henriette in Sachsen geschildert. An dieser Stelle muss ich aber gestehen, dass mein hauptsächlichstes Interesse den geschilderten Ereignissen und Geschehnissen galt, die sich Napoleon, seinen Marschällen und den maßgeblichen Befehlshabern seiner Gegner widmeten.

Sabine Ebert versucht in diesem Roman ein Schicksal in dieser Zeit in flüssig zu lesender, jedoch hin und wieder in einer für diese Epoche unpassenden Stilistik zu gestalten. Wenn man nicht wüsste, wer der Autor des Buches ist, wird der aufmerksame Leser bald erkennen, dass es von einer Frau geschrieben wurde. Denn oft hat die Ausdrucksweise bei Henriettes Gesprächen und Monologen einen gefühlsbetonten „jungfräulichen und bisweilen mütterlich-schmalzigen" Ton (a la Hedwig Courths-Mahler).
Hauptsächlich in den anfänglichen Darstellungen von Kampfgeschehen ist zu spüren, dass aus weiblicher Sicht geschildert wird. Sie beschreibt die Streifzüge der Freiwilligenschar unter Führung des preußischen Rittmeisters Peter Colomb - dessen Gefolgsleute erfolgreich im Rücken der französischen Armee Überfälle durchführten - in nahezu kindlich-naiver Art und Weise, dass einem unwillkürlich das Kinder- und Jugendspiel „Räuber und Gendarm" (auf sächsisch: Räuber und Schammpampel) in den Sinn kommt. Sie lässt die in Wirklichkeit blutigen, sogar tödlichen Attacken von den Beteiligten als Raufereien deklarieren.
Und der Dialog zwischen Napoleon und Metternich kommt in einer derartigen burschikosen Tonart daher, dass man sich in heutige Zeiten versetzt fühlt. Napoleon beginnt dieses Gespräch wie ein rüpelhafter Türsteher aus dem 21. Jahrhundert: „Sie wollen also Krieg, hä!"

Darüber hinaus hat man das Gefühl, dass Sabine Ebert sich über ihre angelesenen und recherchierten Kenntnisse gern ausbreitet, wobei die Nennung vieler Persönlichkeiten mit all ihren Vornamen und Titeln nicht unbedingt notwendig ist. Allerdings war es sehr interessant, dass die sächsische Gräfin Kielmannsegge als Spionin im Dienste Napoleons tätig war. Sie wird in einigen Napoleon-Biografien - meiner Erinnerung nach - lediglich beiläufig erwähnt.

Und einige Schilderungen kommen doch ziemlich ermüdend und fast unfreiwillig komisch daher. Das gilt vor allem für die Darstellungen der zivilen Bevölkerung, die zwar resignierend das unendliche Leid solch kriegerischer Auseinandersetzungen hinnehmen musste, dennoch aufwendig herausgeputzt ihren Tanzleidenschaften frönen. Das wird seitenlang mit akribisch aufgeführter Bekleidungsordnung und exakt beschriebenen Tanzschritten auf einem Ball-Fest geschildert. Und Höhepunkt ihrer zuweilen schwulstig-pathetischen Ausdrucksweise ist die Liebesszene zwischen Henriette und einem jungen französischen Offizier. Bei ihrer Deflorierung empfindet Jette nicht nur Schmerzen - nein, in diesem Augenblick d e n k t! sie an: ... gewalttätige Bilder vom Schlachtfeld, Bajonette, die sich in Leiber bohren, vor Schmerz schreiende Männer.
Hallejuja, Sabine Ebert, die seliggesprochene Mutter Theresa sendet Ihnen himmlische Grüße .
Nach diesen sarkastischen Anmerkungen habe ich aber nicht etwa den Roman endgültig beiseite gelegt, sondern erwartungsvoll weiter gelesen. Wollte erleben, wie S. Ebert wohl die bis dahin größte Schlacht der Weltgeschichte beschreiben würde.

Zunächst wurden die Kampfhandlungen und Ereignisse der Schlacht um Dresden geschildert. Und diesmal beschreibt S. Ebert zu meinem größten Erstaunen ungeheuer einprägsam die schrecklichen Auswirkungen dieses Gemetzels. Sachlich, drastisch und ohne Rücksicht auf Sensibilität. Da war nichts mehr zu spüren von kindlicher Naivität, von weiblicher Verniedlichung des Geschehens, von einer Beschreibung munterer Geländespielchen und Raufereien mit einer endlosen Aufzählung beteiligter Personen.
In den anschließenden Episoden beweist sie wieder ihre ausführlichen Recherchen bei der Angabe der operierenden Einheiten, Untereinheiten, den Führern der Verbände, wobei sie Titel und vollständige Namen geradezu penibel benennt. Und bei der Schilderung Henriettes Reise nach Leipzig gelingt es S. Ebert beeindruckend, die chaotischen und schrecklichen Wirren um Leipzig in den Vortagen der großen Schlacht darzustellen. Hierbei erinnerte ich mich an Dominic Lievens Roman über Napoleon: „ ... eine riesige Armee, die das besetzte Land leer fraß...“
Das blutige und entsetzliche Schlachtgeschehen der Völkerschlacht selbst mit über 500.000 Soldaten wurde von S. Ebert anschaulich geschildert. Und auch hier vergegenwärtigt sie dem Leser die unglaublichen Belastungen der Zivilbevölkerung. Allerdings hatte ich abermals den Eindruck, als würde ich eine völlig andere Autorin erleben, sozusagen die zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite „die etwas gekünstelt wirkende Schicksalsbeschreibung“, auf der anderen Seite „mitreißende und einprägsame Kriegs- und Schlachtberichtserstattung“.

Insgesamt - trotz vieler kritischer Anmerkungen - hat mir der Roman recht gut gefallen. Auch in Anerkennung der intensiven Recherchen, denen sich Sabine Ebert in Vorbereitung des Romans mit enormen Fleiß gewidmet hat. Außerdem hebt sich der Roman nicht nur durch die eindrucksvollen Schilderungen der Gefechte - und Schlachten um Dresden und der Völkerschlacht bei Leipzig, sondern auch deren Folgeereignissen aus dem Genre „herzergreifender, historisch unterlegter Frauen-Schicksalsroman (Hebammen-Zyklus)“ deutlich hervor. Auch wenn sie den König von Sachsen, Friedrich August I., abschließend wie einen schmollenden „Heimleiter“ charakterisiert, der sich über Ungezogenheiten seiner „sächsischen Heimkinder“ beschwert.
Doch klammert man die Schilderung trivialer Randerlebnisse einmal aus, so ist der Roman nicht nur für geschichtsbewusste Sachsen und Leipziger eine interessante und lesenswerte Lektüre.
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