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4.0 von 5 Sternen Hübsch erdacht, am Ende flach
Tanja Kinkels 'Venuswurf' ist ein historischer Roman aus dem alten Rom. Mir gefiel er bis zu etwa Zweidritteln sehr gut, weil er solange spannend und lebensnah eine Geschichte erzählt - die Geschichte der zwergenhaften Sklavin Tertia, die von Ovid zu Beginn den Namen Andromeda erhält. Ihre Person wird glaubhaft und liebevoll entwickelt. Plötzlich jedoch...
Veröffentlicht am 30. Januar 2009 von Dr. Elke Heinze

versus
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel unausgeschöpftes Potenzial
Wie viele andere Leser auch, griff ich zu diesem Roman, weil mir Tanja Kinkels Werk "Die Puppenspieler" gut gefallen hatte. Wie auch viele andere Leser bin ich von ihrem Buch "Venuswurf" enttäuscht. Die Klappentexte zeigen viel Potenzial der Geschichte um die Zwergin Tertia. Im Mittelpunkt steht eine halb-historische junge Frau, anhand der eine historische...
Veröffentlicht am 6. Oktober 2006 von T. Hofbauer


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel unausgeschöpftes Potenzial, 6. Oktober 2006
Von 
T. Hofbauer "Lesekatze" (München, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie viele andere Leser auch, griff ich zu diesem Roman, weil mir Tanja Kinkels Werk "Die Puppenspieler" gut gefallen hatte. Wie auch viele andere Leser bin ich von ihrem Buch "Venuswurf" enttäuscht. Die Klappentexte zeigen viel Potenzial der Geschichte um die Zwergin Tertia. Im Mittelpunkt steht eine halb-historische junge Frau, anhand der eine historische Persönlichkeit und wichtige Ereignisse im Leben derer dargestellt werden. Somit ist das weibliche Geschlecht der Dreh- und Angelpunkt dieses Romans, was ein sehr ansprechender Gesichtspunkt ist! Tertia wird von ihren Eltern als Sklavin verkauft und gelangt hierdurch zu Lycus, einem Freigelassenen von Aemilius Paullus - dem Ehemann der Enkelin Julilla von Augustus. Lycus lässt "seine" Zwergin durch seine Gaukler ausbilden und Tertia (die dort schon Andromeda nennt) lebt für einige Zeit im Bordell von Lycus. Man erfährt viel über das Leben in der Suburba und über das römische Leben abseits von Politik und Militär. Durch Glück - im Roman wird dies der Venuswurf - gelangt sie in die Dienste von Julilla. Sie verstrickt sich in die undurchsichtigen Machenschaften der Julier. Und genau hier geht der Handlung viel Spannung und Esprit verloren. Die Autorin schafft es leider nicht die Familienverhältnisse der Julier und Claudier übersichtlich und verständlich näherzubringen. Ich habe oft im Anhang den Stammbaum von Augustus studiert und habe trotzdem nicht durchgeblickt wer zu wem in welchem Verhältnis steht. Auch die Zwergin erfährt hier in ihrer charakterlichen Entwicklung einen seltsamen Stopp. Zwar erwirbt sie neue Fähigkeiten wie Schreiben, aber sie verliert einen Teil ihrer eigenständigen, individuellen und damit realistischen Darstellung. Sie wird zu einem Werkzeug der Autorin um Ereignisse um Julilla darzustellen. Erwähnenswert allerdings ist der Schluss. Dieser ist mit dem Roman stimmig und rundet das Gelesene hervorragend ab - nicht wie bei "Die Puppenspieler".

Insgesamt war dieses Buch eher enttäuschend und eingefleischten Fans von historischen Romanen nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide Recherche, doch nicht packend, 24. September 2006
Von 
Frankypistor "frankypistor" (Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Venuswurf schildert die Stadt Rom vor 2000 Jahren aus der Sicht einer Sklavin, die vom Lande in die Riesenmetropole gebracht wird. Um diesem nicht gerade neuen Ansatz etwas mehr Originalität zu verleihen, handelt es sich bei der Hauptperson um eine Zwergin, die in eine Gauklertruppe gesteckt wird (eine Perspektive, die K. Robinson so ähnlich bereits in ihrem Roman 'Dominicus' gewählt hat).

Damit erleben wir jedoch das Intrigenspiel, in das die Kleinwüchsige gerät, aus einer Sicht, die stets eine Barriere zwischen der Heldin und dem Rest der handelnden Personen entstehen lässt. Man weiß: Ganz gleich, was passiert, Tertia/Andromeda wird nie ein vollgültiges Mitglied dieser römischen Gesellschaft sein können – und damit fällt auch ein entscheidendes Spannungsmoment weg, da allzu vieles a priori nicht möglich ist. Meiner Ansicht nach ein wesentlicher Grund, warum viele Leser den Roman als emotional distanziert erlebt haben.

Grundsätzlich positiv fand ich die sehr fundierte Recherche der Autorin, die zahllose Details des römischen Alltagslebens vor der staunenden Zwergin (und den Lesern) ausbreitet, obwohl das Buch dadurch streckenweise fast wie ein Reise- und Sittenführer wirkt (und auf S. 245 doch der Patzer mit dem Zucker auftaucht, den die Römer eben nicht zum Süßen kannten!!). Auch der Anhang mit Karten (Rom, das Imperium), Preisen und Informationen zum Alltag sowie einem Stammbaum des komplexen Julisch-Claudischen Hauses ist vorbildlich. Hätte Kinkel ein anekdotisch angereichertes Sachbuch schreiben wollen, wäre das eine ausgezeichnete Basis gewesen.

Vermisst habe ich bis ca. Seite 400 dagegen weitgehend die Spannungselemente, die Dramatik und die Choreografie, die einen wirklichen Roman ausmachen. Erst zum Schluss wird man durch Andromedas Eingriff in eine geplante Intrige, die sie zwangsweise schuldig werden lässt, emotional in die Handlung hineingezogen. Aber letztendlich bleibt auch hier die „Außenseiterperspektive“ ein Hindernis – schade, bei der Recherchearbeit und dem Talent der Autorin hätte aus dem Buchkonzept mehr werden können…
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Ausflug ins Ungewisse., 21. Juli 2006
Von 
Apicula "Biene" (Apiculis) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (#1 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Venuswurf" klang wieder einmal sehr vielversprechend. Liest sich zugegebener Weise angenehm ist geschichtlich gesehen überladen mit Geschehnissen und Intrigen, die man erst mal verstehen muss, aber - der Funke wollte bei mir lange nicht so recht überspringen.

Gelegentlich verwirrten mich die komplizierten Familienverhältnisse der Julier und Claudier ("im alten Rom") doch mehr, als sie der vermutlich geschichtsträchtig interessanten Handlung dienlich waren. Vor einer Weile habe ich die vielleicht schon etwas veraltete aber dennoch höchst sehenswerte englische TV-Serie "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" (produziert von der BBC, nach dem Roman von Robert Graves) gesehen. Tanja Kinkels "Venuswurf" spielt zur ungefähr gleichen Zeit (um das Jahr sieben (n. Chr.). Was ich sagen will: Ich kam mit den von der Autorin geschilderten Familienverhältnissen von Augustus, seinen Kindern und der ganzen Mischpoche nicht richtig gut klar. Einziger Anhaltspunkt war Livia, die Frau des Kaisers und Haupt-Intrigantin über mehrere Generationen Julier und Claudier. Eine Intrigantin erster Güte. Und auf genau jene trifft die Heldin des Romans.

Freilich, die Schilderungen über die Lebensverhältnisse von Sklaven, Huren, Zuhältern, Artisten, Künstlern, Dichtern bis hin zum gewöhnlichen Bürger und schließlich die Macht, der Einfluss und die Intrigenschmiede innerhalb der kaiserlichen Familie werden eindrucksvoll geschildert. Ich habe mir jedenfalls bislang noch nie Gedanken darüber gemacht, wie die Empfängnisverhütung einer Hure ums Jahr Null wohl ausgesehen haben mag. Nun weiß ich es. Und einige andere leckere Details auch.

Unsere Andromeda (ihr Name wechselt im Verlauf der Handlung einige Male) wird sozusagen ins kalte Wasser - "armes kleines Bauernkind gelangt Sklavin nach Rom, wo sie Dinge sieht, die sie sich niemals vorstellen hätte können" - geworfen und macht das Beste aus ihrem Leben. Was wohl auch die "Moral von der Geschichte" ist. Wobei ich im Verlauf der Lektüre lange gerätselt habe, wohin die Reise der kleinen Dame wohl führen mag; will heißen: So ganz klar war mir sehr lange nicht, worauf die Autorin hinaus will. - Drittelchen (so wird sie liebevoll von einem anderen Kleinwüchsigen genannt) erträgt ihr Schicksal brav und tapfer und macht was draus. Insgesamt ist der kleinen Dame das Glück schließlich doch hold und der Venuswurf, um den es schließlich geht - also das "Glück" von Andromeda, oder Tertia, oder Drittel(chen), oder wie sie gerade genannt wird - gelingt ihr gewissermaßen. Aber wie genau die Geschichte ihr mitgespielt hat, das lesen Sie besser selbst. Denn ...

... als "historischer Roman" sticht Tanja Kinkels Venuswurf allerdings positiv aus der Masse an Veröffentlichungen hervor. Eine "Seele" fehlt dem Roman meiner Meinung leider doch.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein großer Wurf, 3. Januar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich mache es kurz für dieses zu lange Buch: Bei Seite 241 bin ich ausgestiegen. Hier fehlte einfach die zündende Idee für eine Geschichte. Wahrscheinlich hat Tanja Kinkel zwar die historischen Aspekte gut recherchiert, aber das ist einfach zu wenig.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 17. Februar 2007
Von 
N. Jostmeyer (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich lese unheimlich gerne Tanja Kinkels historische Romane. Doch dieser hat auf ganzer Linie enttäuscht. Zwar bekommt man einen guten Eindruck des damaligen Roms, vom Sklavendasein und Kaiserdynastien. Jedoch fehlt eine spannende Story, die man durchaus zu dem Stoff erwarten konnte. Es gibt keinerlei Höhepunkte bzw. Tiefpunkte. Es plätschert vor sich hin ohne Überraschungen. Schade Frau Kinkel, das können sie besser!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Wurf, der leider nicht ins Schwarze traf..., 24. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mich wirklich gefreut, als ich dieses neue Buch von Tanja Kinkel entdeckte. Der Klappentext lies auf eine spannende Geschichte hoffen.
Leider blieb es auch bei dem "Prinzip Hoffnung" .....
Eigentlich vom ersten Kapitel an, nervte mich die Hauptfigur - die Zwergin Tertia - dieses Romans. Ich weiss nicht, ob es Absicht der Autorin war, aber diese Figur wurde im laufe der Geschichte auch nicht sympathischer. Die Zwergin blieb farblos und eindimensional. Nach meinem Geschmack hätte sie gar nicht mehr auftauchen müssen, aber um wen hätte sich die Geschichte dann drehen sollen????
Auch die anderen auftretenden Personen wurden nämlich recht lieblos dargestellt. Normalerweise möchte man als Leser ja eine Figur im Buch haben, mit der man mitfiebern kann. Diese fehlte mir hier total.
Ich konnte auch keinen wirklich fesselnden Handlungsstrang entdecken. Tertia sollte für ihre Herrin als Spionin arbeiten, aber was genau sie ausspionieren sollte, wurde erst ganz am Ende des Buches aufgedeckt. Zwischendurch bleibt der Leser darüber leider im Unklaren gelassen. Eigentlich hätte dies ja Spannung garantieren sollen, leider verwirrte mich das ganze und endete darin das ich mich beim lesen fast langweilte.
Ich habe mich dann aber doch durch das komplette Werk durchgequält, weil ich schließlich wissen wollte, wo der Sinn diese ganzen Spionagetätigkeiten liegt. Naja, ich weiss es jetzt.... die Auflösung war allerdings auch recht unspektakulär beschrieben worden und haute mich nicht wirklich vom Hocker. Als Pluspunkt kann man die - wie ich denke -gute Recherche aufführen, auch der Anhang hat mir gut gefallen. Doch diese zwei Punkte alleine machen noch keinen guten historischen Roman aus.
Alles in allem hatte das Buch für mich keinen wirklich nachvollziehbaren Handlungsstrang. Es gibt bessere Bücher von Tanja Kinkel ....... wobei "Die Puppenspieler" wohl der bisher beste Wurf von dieser Autorin war!
Doch auch über römische Geschichte kann Tanja Kinkel besser schreiben, was "Die Söhne der Wölfin" beweist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vielleicht war man zu sehr verwöhnt, 26. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf (Taschenbuch)
Mit Begeisterung hab ich Tanja Kinkels Roman Puppenspieler gelesen und mit ebensolcher Begeisterung mich auf Venuswurf gestürzt. Doch leider wurde das Buch meinen Erwartungen in keinster Weise gerecht. Ich habe drei Versuche gestartet um das Buch zu lesen. Doch dreimal bin ich nicht über Seite 80 hinausgekommen.

In dem Buch fehlt leider jede Spannung und zumindest ich hatte das Gefühl, daß die Geschichten oft sehr an den Haaren herbeigezogen und in die Länge gedehnt wurde.

Schade, aber bei dem Buch handelt es sich mehr um eine fiktive Geschichte als um einen geschichtlich wertvollen historischen Roman
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Pralles röm. Alltagsleben - dennoch nicht der große Wurf, 17. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit „Venuswurf“ führt Tanja Kinkel ihre Leserschaft in das antike Rom 7 nach Christus. Ihre Protagonistin ist Tertia, eine 15-jährige Zwergin, die von ihren Eltern als Sklavin verkauft worden ist. Tertias neuer Besitzer Lycus ist ein freigelassener Sklave, der seine Probleme mit der Obrigkeit zu lösen versucht, indem er Tertia, mittlerweile Andromeda genannt und als Gauklerin ausgebildet, an Julilla, Enkelin des Princeps Augustus, verschenkt. Tertia kommt somit in ein wohlhabendes Haus, aber die Ironie des Schicksals will es, dass sich dort die Fremdbestimmung ihres Sklavendaseins erfüllt, indem sie einem anderen Sklaven, dem Zwerg Conopas, quasi ins Bett gelegt wird und sie sich ihre Freiräume erkämpfen muss. Die äußerlich angepasste Julilla schmiedet insgeheim Ränke gegen ihren Großvater Augustus und versucht ihren Bruder Postumus aus der Verbannung zurückzuholen. In ihr Intrigennetz verstrickt Julilla verschiedenste Personen, so auch den Dichter Ovidius Naso (Ovid) und ihre Sklaven Tertia und Conopas…
Mit der Geschichte um die Verbannung des Dichters Ovid und den Machtverhältnissen in der Familie des Princeps Augustus hat Tanja Kinkel einen historisch interessanten und spannenden Ausgriff der Geschichte gewählt, den sie zudem aus der Sicht einer Zwergin, d.h. also eher einer Anti-Heldin erzählt. Dass die Zwergin zunächst in der Subura bei ihrem neuen Besitzer Lycus im Umfeld von Garküchen, Bordellen und Gauklertruppen lebt, später dann im wohlhabenden Haus der Enkelin des Princeps, erhöht den Reiz der Geschichte und bietet der Autorin die Chance viele historisch interessante Details zu verarbeiten. Damit erweckt die Autorin von Beginn an hohe Erwartungen bei ihrer Leserschaft. Mit ihren umfangreich recherchierten und farbenprächtigen Beschreibungen des römischen Alltagslebens erfüllt Tanja Kinkel diese Erwartungen auch zunächst. Die Tatsache, dass die Protagonistin eine Zwergin ist, hilft der Autorin, uns mit einer Fülle von Details aus dem antiken Rom zu überraschen, denn Tertia erlebt die intimsten Situationen selbst mit. Leider führt das aber auch zu einem eher voyeuristischen Blick der Leserschaft auf ein antikes Rom, in dem Dekadenz vorherrscht, ein Bild, wie es geschichtlich mittlerweile eigentlich überholt ist.
Die Charaktere, insbesondere die Protagonisten bleiben zu meinem Bedauern ohne die erwarteten Ecken und Kanten, sie erscheinen unausgewogen und unlogisch, allen voraus die dümmlich-naiv wirkende Tertia und die farblose Julilla. Lebendig wirkten auf mich eher Nebenfiguren wie der Maler Arellius, die Tonstrix Helena und die Livia, deren Darstellung sehr an die von Robert von Ranke Graves in „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“ angelehnt scheint. Interessanterweise beschreibt Tanja Kinkel Szenen, die viel über die Charaktere ihrer Protagonisten transportieren könnten, nicht aus deren Sicht sondern aus der Sicht anderer Nebenfiguren. Einige interessante Szenen wie z. B. das Farbenspiel von Tertia und Conopas laufen enttäuschend ins Leere. Obwohl Tertia von der Gauklertruppe ausgebildet wurde, andere zu unterhalten, schlagfertig und witzig zu sein, empfand ich die Dialoge selten humor- oder schwungvoll. Ausgerechnet das letzte Drittel, während dessen sich die Ränke zum Höhepunkt zuspitzen, hat meines Erachtens deutliche Längen, die den Spannungsbogen beeinträchtigen, wohl auch deshalb, weil die Figuren blass bleiben und der Esprit in den Dialogen fehlt. Sprachlich liest sich Tanja Kinkels Roman leicht, flüssig und flott, gelegentlich verwendet sie sehr schöne Metaphern.
Der Verlag hat sich mit der Ausgestaltung des Romans sehr viel Mühe gegeben. Das Cover ist optisch ansprechend, an den Roman schließt sich ein ausführlicher und hilfreicher Anhang mit einem Stammbaum der julisch-claudischen Dynastie, Kartenmaterial und Ausführungen zu Währung, Preisen und Kaufkraft, sowie Informationen zu Sklaven, römischen Feiertagen und der Lex Julia an. Des weiteren hat der Verlag eine Homepage zum Buch aufgelegt, die weitere Informationen für interessierte Leser enthält.
„Venuswurf“ ist für mich ein netter, flott zu lesender historischer Roman, dem es bedauerlicherweise deutlich an Tiefgang, Spannung und Humor fehlt, dem entscheidenden Quäntchen mehr im historischen Roman – leider also nicht der große Wurf für Tanja Kinkel.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ...das war schon einmal besser, 26. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Bisher war ich ein absoluter Kinkel-Fan und habe Bücher wie "Götterdämmerung", "Die Puppenspieler", "Unter dem Zwillingsstern" oder "Die Löwin von Aquitanien" verschlungen. Fasziniert war ich immer vom historischen Hintergrund, wie z.B. bei der "Löwin von Aquitanien" oder einfach den Hauptfiguren, wie sie z.B. in "Unter dem Zwillingsstern" entworfen wurden. Das neue Werk "Venuswurf" finde ich eher enttäuschend. Als Leser bekommt man keinen Zugang zu den Figuren, die vielen Namen und Personen sind absolut verwirrend, so das man ständig das Gefühl hat, zurück blättern zu müssen oder den Stammbaum am Buchende zu Hilfe nehmen zu müssen. Sicherlich hat Tanja Kinkel für diesen Roman überaus korrekt recherchiert, aber die emotionslose Schreibweise verhindert, dass die Stadt und ihre Bewohner - und somit auch ihre Protagonisten - vor dem Leser lebendig werden (das ist eine Eigenschaft, die Rebecca Gablé z.B. perfekt beherrscht). Bis zum Zusammentreffen der zwei Hauptfiguren Tertia/Andromeda und Julilla quält man sich über fast 130 langatmige Seiten, auch danach fehlt "das gewisse Etwas", dass einem den Zugang zu diesem Buch eröffnet. Es ist wirklich schade, dass die Erwartungen hier nicht erfüllt wurden (wie ich den vorhergehenden Rezensionen entnehmen konnte, ging es einigen Lesern so).
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen langweilig, 27. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Venuswurf: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mich tapfer durch dieses Buch gekämpft.
Ich fand ich das Buch einfach nur langweilig und lieblos geschrieben.
Es kommt erst auf den letzen 10 Seiten Spannung auf und da ist es dann leider viel zu spät.
Auch wenn man wieder einmal erkennen kann, dass Frau Kinkel eindeutig gut recherchiert hat.
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Venuswurf
Venuswurf von Tanja Kinkel (Taschenbuch - 1. Oktober 2007)
EUR 8,95
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