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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter "Psycho"-Thriller!
So unterschiedlich können die Geschmäcker sein. Viele Rezensenten werfen dem Roman Langatmigkeit und fehlende Spannung vor, mir ging es genau umgekehrt - ein Thriller bereitet mir selten Herzklopfen, hier war es mal soweit. Ein Buch, das mächtigen Anlauf nimmt und mit einem furiosen Showdown endet.

Die lange zurückliegende Mörder-Jagd...
Veröffentlicht am 2. August 2007 von O. Behrendt

versus
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Mörder flog übers Kuckucksnest
Mit "Die Anstalt" legt Katzenbach einen Thriller vor, der ein zwiespältiges Gefühl hinterlässt.

Zum einen verdient die Idee einen Thriller in einer geschlossenen Psychatrie anzuzusiedeln und zwei "Insassen" und eine Staatsanwältin auf Mörderjagd gehen zu lassen Respekt, denn das ist ja mal was erfrischend neues.

Zum anderen...
Veröffentlicht am 26. Juni 2007 von NewWorldMan


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62 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter "Psycho"-Thriller!, 2. August 2007
Von 
O. Behrendt (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
So unterschiedlich können die Geschmäcker sein. Viele Rezensenten werfen dem Roman Langatmigkeit und fehlende Spannung vor, mir ging es genau umgekehrt - ein Thriller bereitet mir selten Herzklopfen, hier war es mal soweit. Ein Buch, das mächtigen Anlauf nimmt und mit einem furiosen Showdown endet.

Die lange zurückliegende Mörder-Jagd in der Anstalt ist die eine Schiene - Francis' Albtraum, die Schatten der Vergangenheit, die ihn wieder einholen, während er seine Geschichte aufschreibt, die andere. Denn zuvor halbwegs genesen kommen nun die brüllenden, fauchenden Stimmen wieder, und Francis' Psychosen nehmen erneut Fahrt auf. Das wird zwischen den Kapiteln erzählt und ist nicht minder spannend als die Geschehnisse in der Klinik. Über mehrere Tage entwickelt sich eine lebensbedrohliche Psychose, die parallel zu den damaligen Ereignissen kulminiert.

Ist das Wahn? Realität? Der Leser bleibt lange im Unklaren, was Francis in seiner Wohnung derart zusetzt - genauso unklar bleibt bis zum Ende, wer da eigentlich gejagt wird in der Anstalt. Gibt es überhaupt einen Mörder? Ist es vielleicht sogar Francis selbst? Oder bildet er sich all das nur ein? Finden die Mordserie und die Ermittlungen lediglich in seinem Kopf statt? Wird hier "nur" die unheimliche Geschichte eines psychisch arg gestörten, bemitleidenswerten jungen Mannes erzählt?

Das alles bleibt bis zu den letzten Seiten vollkommen offen. Und dieses Ende hat es in sich. Denn das ist der Vorteil dicker Bücher: Die Auflösung wird nicht mal schnell auf fünf Seiten abgefrühstückt, nein, das Finale erstreckt sich auf über 80 Seiten - die Beteiligten bringen sich in Stellung, schärfen die Schwerter, machen sich bereit zum großen Kampf, gegen ein Phantom, gegen einander, gegen sich selbst. Dass zuvor schon mal 300 Seiten zwischen dem ersten und dem zweiten Mord liegen, stört mich nicht im Mindesten.

Katzenbach kann elegant, pointiert und ohne jede Effekthascherei schreiben, die Darstellung der geisteskranken Patienten und einer psychiatrischen Anstalt in den '70ern ist realistisch und kein bisschen voyeuristisch. Und Katzenbach spendiert uns ein paar Sätze, die einen mit der Zunge schnalzen lassen. Und dieses Verlangen, es jetzt aber wissen zu müssen, obwohl es zwei Uhr nachts ist und man immer noch 50 Seiten vor sich hat.

Ein intelligenter, umfangreicher Schweißhände-Thriller: Volle Punktzahl.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme in mir, 25. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Die Stimme in mir

Francis Petrel versteht die Welt nicht mehr. In der einen Minute noch im Kreis der lieben Verwandten, findet er sich kurze Zeit später in einer Isolierzelle gefangen. Seine Muskeln sind wegen der Zwangsjacke völlig verspannt und er hat das Gefühl, dass seine Blase gleich platzt. Dabei war es doch ein Abend wie jeder andere. Nun gut, das er mit dem riesigen Tranchiermesser seine Mutter bedroht hat, war vielleicht etwas misslungen. Aber er wollte seiner Familie doch nichts tun! Diese Stimmen in seinem Kopf waren schuld!

John Katzenbachs neuester Roman „Die Anstalt" spielt sich auf zwei Handlungsebenen ab. Zum einen erzählt Francis in der Ich-Form von seinem heutigen Leben und setzt seine Handlungen in Relation zu Ereignissen, die sich vor 20 Jahren in einer Heilanstalt für geistig Kranke abspielte, in der er von seiner Familie zwangsweise eingewiesen wurde und mehrere Jahre verbrachte. Zum zweiten erzählt er von in langen Rückblenden von seiner Zeit dort. Allerdings wählt hier der Autor die Perspektive eines außenstehenden, allwissenden Erzählers und ermöglicht dem Leser dadurch Einblicke in die Gedankenwelt einer Vielzahl von Personen, welche aus der Ich-Perspektive nicht möglich wäre.

Zu Beginn wiegt der Erzähler uns in trügerischer Sicherheit, sofern man genug Distanz zu den teils doch recht krassen Behandlungsmethoden der damaligen Zeit wahrt. Doch schnell eskaliert die Situation in der Anstalt, als ein grausamer Mord geschieht und eine Staatsanwältin Ermittlungen aufnimmt. Sie macht Francis und seinen Mitinsassen Fireman zu einer Art Hilfssheriffs, die ihr helfen sollen, den Täter zu finden. Die behandelnden Ärzte belächeln von Anfang an die Bemühungen der Staatsanwältin und verweigern jede Unterstützung. So sind die Drei auf sich selbst gestellt, um den Mörder zu finden, während ihnen die Zeit davon rennt. Denn es scheint so gut wie sicher, dass bald ein weiterer Mord geschieht.

John Katzenbachs großes Geschick liegt in den psychologischen Studien und der lebendigen Ausarbeitung seiner Protagonisten. Er lässt dem Leser ausreichend Zeit, sich mit den Personen zu beschäftigen, zeichnet diese jedoch von Beginn an bunt, denn durch den Kniff der wechselnden Erzählperspektive ist einiges des Erzählten unsicher, wird unterschiedlich dargestellt und verunsichert den Leser gehörig. Außerdem legt er geschickt falsche Fährten oder baut erstaunlich kreative Fallen, um den Leser auf die falsche Spur zu lenken oder lässt in einem Nebensatz wie zufällig eine Äußerung fallen wie: „Wenn uns der Handwerker bereits jetzt aufgefallen wäre, hätte sich alles anders entwickelt". Der Leser beginnt fieberhaft zu überlegen, nur um etliche Seiten später zu erfahren, dass er diese Zeile anders interpretiert hat, als sie vom Autor gemeint war. Ziemlich gemein, aber sehr effektiv und anregend. Obwohl der Roman sich sehr flüssig liest, braucht der aufmerksame Leser doch erheblich mehr Zeit bis zum überraschenden Finale als bei vergleichbaren Thrillern weil der Autor immer wieder durch die Freigabe weiterer Details vergangenes in einem anderen Licht erscheinen lässt und der Leser so manches Mal einige Zeiten zurück blättert, um sich die betreffende Stelle nochmals durchzulesen.

Fazit: In einem ungewöhnlichen Ambiente angesiedelter Psychothriller mit ausgeklügeltem Plot, zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen, geschickt angelegten falschen Fährten und Finten und sympathischen Figuren. Bis zum ungewöhnlichen und überraschenden Ende wird der Leser vom Buch gefesselt und so mancher wird sich vielleicht fragen, wo die Grenze zwischen gesund und krank liegt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langwierig, aber athmosphärisch und düster!, 27. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
John Katzenbachs Romane sind nie einfach nur Geschichten um Mord oder Totschlag. Bei Katzenbach geht um andere, tiefere Sachen, die hinter den Handlungen verborgen liegen. So ist es auch zu erklären, dass sein Buch ''Die Anstalt'' ungeachtet seiner unbestrittenen, gemächlichen Erzählweise ein annehmbarer, stellenweise hervorragender Thriller geworden ist.

Als Francis Xavier Petrel in jungen Jahren nach einem Gewaltausbruch in die Psychiatrie eingeliefert wird, geht es ihm schlecht. Er hört Stimmen. Befehlende, ruhige, ängstliche, panische, aggressive Stimmen. Er leidet an Denkstörungen und Unruhe, sodass er nicht in der Lage ist, in eine gewöhnliche Kommunikation mit der Außenwelt zu treten. Nichts desto weniger, erweist er sich im Laufe seines Klinikaufenthalts als vergleichsweise gering gestört, schließlich treiben sich in der Anstalt die skurillsten, schrägsten und vor allen Dingen auch gefährlichsten Menschen herum, mit denen Francis je zu tun hatte. So hilf es ihm, dass er in dieser Armee der Kranken zumindest ein paar Freunde findet. Lanky, Peter The Firemann. Und auch die beiden schwarzen Pflegerbrüder Big Black und Little Black haben erkannt, dass Seabird - wie alle Francis inzwischen nennen - anders als die anderen Insassen ist und sich mit ihm angefreundet. Inmitten dieser Normalität des Gestörten geschieht später völlig unvermittelt ein grausamer Mord: Short Blond, die junge, neu eingestellte Pflegerin wurde grausamst entstellt. Und Lanky ist der Hauptverdächtige, denn er hat sie am Abend zuvor ebenso energisch angegangen wie alle anderen Neuankömmlinge auch. Doch irgendwie will Seabird nicht glauben, dass es Lanky war und so wird er herangezogen, um als Mittler zwischen der eingetroffenen Staatsanwältin und den Insassen zu fungieren. Sie begeben sich auf die Suche nach dem Mörder...

Katzenbachs Stil erweist sich - obwohl in der Tat extrem ruhig und detailliert - als der Geschichte in vollstem Maße angemessen. Denn ''Die Anstalt'' erzählt nicht nur von einer Mordserie, sondern auch von Dingen wie Obsession, Perversion, Wahn, Psychopathie sowie psychischen Erkrankungen, erstellt darüberhinaus das authentische Porträt eines Schizophrenen und beschwört eine Athmosphäre des zyklischen Rhymthmus' der Klinik herauf, in dem jeder Tag gleich abläuft. Neben diesem aufklärenden Anklang hinsichtlich der Psychiatrie glänzt ''Die Anstalt'' vor allen Dingen mit seiner facettenreichen Ausarbeitung der Figuren, die in ihrer geringen Zahl ein Gefühl der Paranoia erzeugen, welches durch die kammerspielartige Anordnung der Handlung verstärkt wird. Folglich fühlt sich der Leser als stiller Teilhaber in einer kleinen Runde aus Freunden: Seabird, Peter und Lucy.

Schließlich weiß Katzenbach dann seine zeitweise übertrieben langatmige Geschichte zu einem hervorragenden und enorm spannenden Showdown zusammenzufügen, der den Zuschauer mit seiner psychologisch spannenden Gestaltung und sprachlichen Ausarbeitung fesselt!
Man wird schlicht mitgerissen in diesem Strudel aus Perversion, Brutalität, Gewalt, Kampf und psychologischen Duellen.

FAZIT: Man muss sich wirklich auf die schleppende Erzählweise von Katzenbach einlassen, um ''Die Anstalt'' mögen. Und ich weiß, das können nicht alle. Aber wer bei diesem Psychothriller Geduld aufbringt, der wird mit einer starken Geschichte entlohnt, die sich im Finale an Spannung überschlägt und dem Zuschauer ein glaubwürdiges Porträt des geistigen Zustands der eindringlich geschilderten Protagonisten offenbart. Spannend!
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Immer noch Oberklasse!, 25. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Hörbuch Die Anstalt (Audio CD)
Nachdem mich das brilliante Höhrbuch "Der Patient" vom gleichen Autor fasziniert hatte, mußte ich natürlich auch zu diesem Stück greifen. Ich persönlich finde, das es nicht ganz so mitreißend ist, aber immer noch gut bis sehr gut im Vergleich mit anderen Psycho-Krimis abschneidet. Vor allem gefällt mir der Stimmenwechsel, wenn die Hauptperson von der Vergangenheit in die Gegenwart wechselt. Und wieder einmal: Simon Jäger liest einfach genial!Ich war allerdings vom Ende sehr enttäucht, da ich hinsichtlich des Mörders ganz andere Verdächtige und Theorien hatte.

Wenn ich könnte, würde ich 4,5 Sterne geben, aber so muß ein Stern weichen, weil "Der Patient" für mich bisher unerreicht bleibt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In den Spuren Thomas Manns...., 31. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Dieses Buch ist zweiseitig,einmal der Thriller der sicherlich stark geschrieben die Vorgänge in einer Nervenheilanstalt aufklärt und andereseits das literarische Lesevergnügen das dieses Buch bereitet.
Mich hat es stark an Thomas Manns Zauberberg erinnert, die vom Autor aus Sicht eines Schwächlings oder Grünschnabel zu bezeichnend erlebten Menschen, durch dessen Augen der Zuschauer das Epos erlebt. Der Hauptdarsteller ist am Anfang restlos überfordrt mit den aufgeblasenen Ärzten, den Medikamenten die nichts zur Heilung beitragen und verarbeitet dies langsam in den Sitzungen mit Ärtzten. Die Klinikwelt dreht sich dann wie in beschriebenem Zauberberg in ein heile Welt-gebäude das sich zu verlassen nicht mehr lohnt. Draussen ist das böse,drinnen die eigene kleine heile Welt.
Die Zweite Ebene erinnert mich stark an T.C.Boyle, herumlaufende Ärtze die weder ein noch aus wissen,süffisant beschrieben und gekonnt in Szene gesetzt,symphatischhe Gestalten gezeigt mit teilweise sozialem Background der auch diese wie Gefangene Kinder ihrer Zeit darstellt.
Dieses Buch hat auf 800Seiten wirlich viel zu bieten sei es nur das der Autor es noch schafft neben so vielen Qualitäten noch eine spannende Handlung aufzubereiten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Mörder unter Geisteskranken, 26. Juli 2006
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Als Francis Xavier Petrel mit seinen 21 Jahren in das Western State Hospital eingeliefert wird, ahnte er noch nicht dass ihn dieser Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt mehr für sein Leben zeichnen sollte, als die Diagnose "geisteskrank" an sich. Selbst jetzt, 20 Jahre danach, muss Francis noch Medikamente nehmen, damit seine "Stimmen" nicht zurückkehren und wacht nachts schweißgebadet auf, wenn ihn die Geschehnisse von damals wieder einholen. Nach einem Treffen mit einem seiner ehemaligen Mitpatienten beschließt er die Erlebnisse aufzuschreiben, womit er beginnt die Geschichte im Geiste erneut zu erleben. Da er kein Papier zur Hand sieht er sich dabei gezwungen, die Wände seiner Wohnung zu beschreiben. Denn vor 20 Jahren, kurz nachdem Francis in die Anstalt eingeliefert wurde, geschah dort ein grauenvoller Mord an einer jungen Schwester. Wie sich schnell herausstellt, könnte dieser Mord mit einem Serienmörder zusammenhängen, der bereits mehrmals zugeschlagen hat. Doch während die junge Staatsanwältin Lucy Jones zusammen mit den Patienten Francis und Peter the Fireman (einem ehemaligen Feuerwehrmann und Brandstifter) versucht dem Mörder auf die Spur zu kommen, spielt dieser sein eigenes Katz-und-Maus-Spiel mit den Ermittlern, wobei er auch vor weiteren Morden nicht zurückschreckt und den Dreien immer einen Schritt voraus zu sein scheint...

In einer Klink voller Geisteskranker einen psychopathischen Serienmörder zu finden bietet denkbar viele Möglichkeiten für falsche Verdächtigungen und Fährten, wobei man sogar in Betracht zieht, dass es jemand aus dem Pflegepersonal sein könnte oder gar der leitende Psychologe. Währenddessen kann man miterleben wie Francis Xavier Petrel oder C-Bird (ausgesprochen Seabird, auf Deutsch Seevogel) sein Spitzname in der Anstalt lautet, bei der Niederschrift der Ereignisse langsam aber stetig in alte Gewohnheiten zurückfällt und wieder verrückt wird. Genau diese Kombination von Schauplatz der Ereignisse (Anstalt), dem Protagonisten (Geisteskranker) und der Jagd nach einem psychopathischen Serienmörder rechtfertigt die Bezeichnung Psychothriller für "die Anstalt".

Zu den faszinierenden Schilderungen aus dem Alltag eines Geisteskranken gehören jedoch auch die gelegentlich kuriosen, doch vor allem amüsanten Spitznamen, die dem Pflegepersonal und Patienten verliehen werde, so zB nennt man den Psychologen Dr. Evans aufgrund seiner geringschätzigen Art Mr. Evil oder den indischen Chefarzt Dr. Gulptilil Dr. Gulp-a-Pill weil dieser bei jedem Problem mit einem Patienten sofort ein entsprechendes Medikament parat hat.

Trotz des mitreißenden Stils und der zahlreichen erzählerischen Tricks die den Leser bei der Stange halten sollen, scheitert die Anstalt an ihrem Umfang von knapp 750 Seiten. Zwar verstärkt diese Länge auch die vorherrschende Atmosphäre, doch führt sie auch zu gelegentlich vorhersehbaren Wendungen und Spannungseinbrüchen. Gegen Ende kommt zwar wieder einiges an Spannung auf, doch verpufft diese in einem mehr als plumpen Finale. Dazu kommt noch eine stellenweise sehr unschöne Übersetzung, die einen Griff zum englischsprachigen Original nahe legt.

In einer Mischung aus der autobiografischen Ich-Form und der neutralen dritten Person vermittelt John Katzenbach einen sehr lebhaften Eindruck von den Erlebnissen Francis Petrels, wobei man regelrecht miterlebt, was Francis alles erleben musste. Dabei entsteht jedoch auch der Eindruck, dass der Autor mehr Wert auf die Erzählungen Francis gelegt hat, als auf den eigentlichen Thrillerplot.

Fazit:
Im Großen und Ganzen ist die Anstalt ein Buch dass seinem Genre als Psychothriller durchaus gerecht wird, wenn gleich es zumindest für meinen Geschmack um 250 Seiten zu lang geraten ist.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Mörder flog übers Kuckucksnest, 26. Juni 2007
Von 
NewWorldMan "NewWorldMan" (Wetzlar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Mit "Die Anstalt" legt Katzenbach einen Thriller vor, der ein zwiespältiges Gefühl hinterlässt.

Zum einen verdient die Idee einen Thriller in einer geschlossenen Psychatrie anzuzusiedeln und zwei "Insassen" und eine Staatsanwältin auf Mörderjagd gehen zu lassen Respekt, denn das ist ja mal was erfrischend neues.

Zum anderen hätte es dem Roman/der Handlung und damit auch dem Leser gut getan, wenn er zwei- bis dreihundert Seiten kürzer geraten wäre, denn das Buch erscheint doch manchmal etwas zu langatmig.

Weniger wäre in dem Fall mehr gewesen, was auch der Spannung sicherlich zuträglich gewesen wäre, die doch manchmal ein wenig auf der Strecke bleibt.

Nichtsdestotrotz lässt sich der Roman gut lesen, denn meines Erachtens schreibt Katzenbach sehr flüssig und wirklich gut lesbar, d.h. man muss sich nicht wirklich "durchquälen".

Fazit: Eine innovative Idee für einen Thriller wurde leider nicht konsequent genug umgesetzt, und so verhindert Katzenbach eine höhere Wertung als ein "Durchschnitt".
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Düsterer Ausflug in ein klischeelastiges Kuckucksnest, 20. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Nachdem mir John Katzenbachs Schreibstil in "Der Patient" gefallen hatte (auch wenn die Story selbst nicht sooo prickelnd war), wagte ich noch einen Ausflug in seine "Anstalt".

Natürlich war mir klar, dass ein Thriller, der in einer psychiatrischen Heilanstalt in den 70er Jahren (noch dazu in Amerika) angesiedelt ist, voller Klischee-Fallen steckt. Entgegen meinen Hoffnungen ist leider auch Herr Katzenbach in viele davon getappt, was wahrscheinlich daran liegen mag, dass er sich für die Recherchen in Sachen Diagnosen und Stimmenhören nur wenig Zeit genommen zu haben scheint. Umso verwunderlicher, als er in einem Interview erzählt hat, seine Mutter sei trotz ihres hohen Alters noch immer praktizierende Psychoanalytikerin.

So lässt bedauerlicherweise an vielen Stellen das "Kuckucksnest" grüßen, obwohl selbiges wesentlich authentischer war, immerhin schrieb dessen Autor mit Wissen aus erster Hand. Um nur ein Beispiel zu nennen, wird in Katzenbachs "Anstalt" der Chief (aus dem Film) eben zum "Fireman". Zumindest erinnerte er mich sehr an diese Figur, auch wenn er zugegebenermaßen kein Indianer ist.

Lässt man dies alles aber mal außer acht, ebenso wie die etwas seltsamen Ermittlungsmethoden der Staatsanwältin unter Einbeziehung zweier forensischer (!) Patienten, hat man eine recht lesenswerte Geisterbahnfahrt mit einigen Thrillerelementen vor sich, die durchaus unterhaltsam sein kann. Mehr ist "Die Anstalt" jedoch nicht.

Nach meinen Erfahrungen mit "Der Patient" hatte ich kein sonderlich spektakuläres Ende der Geschichte erwartet, und behielt leider Recht. Katzenbach kommt der "epischen Gerechtigkeit" nach und schafft ein Ende, das ihm eine Hollywood-Verfilmung einbringen dürfte: Unglaubwürdig und mit einem "Bösewicht" aus der zweidimensionalen Klischee-Kiste.

Fazit:
Obwohl mir John Katzenbachs Sprache sehr gefällt, war "Die Anstalt" für mich sein zweites und letztes Buch, weil
a) mir die Enden seiner Geschichten zu sehr vom Klischee des "amerikanischem Gerechtigkeitsempfindens" strotzen, in denen das Böse eben böse ist (ohne dass man wissen muss oder will warum) und folglich bestraft werden muss, und
b) Herr Katzenbach sich zu sehr BEMÜHT, einen Thriller zu schreiben, statt es wirklich zu TUN. Das merkt man vor allem bei den aufgesetzt wirkenden Gewaltszenen in seinen Geschichten, die ihm offensichtlich nicht liegen, die er aber trotzdem hineinpackt, weil sie wohl für ihn in so eine Story "hineinzugehören" scheinen.

Dennoch scheint mir Herr Katzenbach ein Autor zu sein, der sich auf die Schilderung des Skurrilen und Unheimlichen versteht. Dafür gibt es zwei Sterne von mir. Nur schade, dass er sich bisher nicht getraut hat, seine Stärken bis zum Ende auszuleben und sich stattdessen in Klischees flüchtet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel zu langatmig, 21. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Das beste an dem Buch ist das Cover, das im Dunkeln leuchtet! Ansonsten ist das Buch viel zu langatmig und in die Länge gezogen, als dass wirklich Spannung aufkommen könnte. Erst ab Seite 500 wird's mal spannend, 100 Seiten später ist es damit aber auch schon wieder vorbei. Die Auflösung des Täters am Schluss hat mich eher verärgert zurück gelassen: Dafür hab ich mich wirklich 750 Seiten durch das Buch gequält? Ich denke, wenn Katzenbach seine Bücher nicht immer auf 750 Seiten ausrichten und dadurch vieles unnötig in die Länge ziehen würde, wären seine Bücher bedeutend besser. Sein Schreibstil an sich ist nämlich sehr schön zu lesen.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut gemachter Thriller, 26. Mai 2006
Von 
Peter Goebel (Hamburg, Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Anstalt: Psychothriller (Taschenbuch)
Dieses Buch müssen sie mal anschauen wenn nachts das Licht aus. Dann schimmert die Hand auf dem Cover in gruseligem Licht und man kommt schon gut rein in die Stimmung des Romans. In einer Irrenanstalt wird eine Schwester ermordet und eine junge Staatsanwältin entdeckt Parallelen zu anderen Morden, die ausserhalb der Klinik auf die gleiche Weise passiert sind und quartiert sich in der Klinik ein um dem Täter zur Strecke zu bringen. Der Täter muss die Möglichkeit haben rein und raus zu kommen aus der Klinik, da er ja auch die anderen Morde verübt haben soll. Zur Aufklärung des Falles stehen ihr zwei Insassen zur Seite, was schon etwas seltsam anmutet. Welcher geistig gesunde Mensch würde sich auf das Urteil von Verrückten verlassen? Oder ist es genau das was man braucht, um einem anderen Verrückten auf die Schliche zu kommen, wie er tickt, was er fühlt? Francis Petrel, ein schizophrener Patient der Klinik erzählt die Geschichte der Klinik 20 Jahre nach den mysteriösen Vorfällen und wird immer noch von den Geschehnissen heimgesucht. Ein gut geschriebener Roman, etwas zu lang geraten, aber duchaus spannend.
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Die Anstalt: Psychothriller
Die Anstalt: Psychothriller von John Katzenbach (Taschenbuch - 1. Mai 2006)
EUR 10,99
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