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Kundenrezensionen

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am 6. Oktober 2005
Ein wunderbarer Roman über das Frankreich der Aufklärung. Rousseau, Diderot, d'Alembert, Malesherbes, ... all diese Namen, die einem in Frankreich fast buchstäblich an jeder Ecke begegnen, weil praktisch in jeder Stadt Strasse und Plätze nach ihnen benannt sind... und von denen heute kaum noch ein Franzose sagen kann, für wen oder was diese Namen eigentlich genau stehen. Als derzeitiger Wahlfranzose (bis auf die Nationalität) habe ich enorm viel gelernt bei Peter Pranges Roman.
Prange schreibt sehr gut und besitzt viel Einfühlungsvermögen in seine Darsteller, von denen keiner erfunden ist; deren Beziehungen untereinander er aber mit seiner Phantasie ausschmückt. Dabei ist seine Aufgabe alles andere als leicht. Bei einer so grossen Anzahl von Protagonisten den Leser nicht den Überblick verlieren zu lassen, noch der Oberflächlichkeit nachzugeben, ist unbestreitbar eine Leistung. Prange versteht es sogar, dem Leser Verständnis für beide Seiten des alles überschattenden Konflikts um Wissen und Macht -- Krone und Kirche auf der einen, Aufklärung und Philosophie auf der anderen -- zu vermitteln.
Hauptperson ist die historisch reale Sophie Volland, der Prange interessanterweise Beziehungen mit dreien der männlichen Hauptfiguren andichtet (weil keineswegs historisch gesichert): Diderot, Sartine und Malesherbes. Sohpie erlebt die Entstehung der ersten, grossen französischsprachigen Enzyklopädie von Diderot und d'Alembert. Da geht es um Verfolgung, Bücherverbrennung, Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Hass und Tod. Packend geschrieben. Es fällt einem schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Am besten nimmt man es sich an einem Wochenende vor, damit man ungestört bis zum Ende lesen kann.
Bravo, Peter Prange, und weiter so!
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am 28. Dezember 2004
Wer in dem Buch nur eine historisch angehauchte Liebesgeschichte sucht, hat sich das falsche Buch ausgesucht. Die Liebesgeschichte ist nur ein Teil der Handlung. Peter Prange vermittelt in seinem Roman sehr anschaulich die Geschichte, die Philosophie und die unterschiedlichen Geisteshaltungen (Kirche versus Aufklärung) des 18. Jahrhunderts. Man lernt viele historische Gestalten kennen: Diderot, Rousseau, Mme Pompadour etc. und bekommt deren aufklärerisches Gedankengut vermittelt. In meinen Augen ein sehr interessantes Buch für alle wirklich geschichtlich interessierten Leser.
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am 20. Februar 2005
Die junge Kellnerin Sophie Volland lernt im Jahre 1747 im Café Procope, einem populären Treffpunkt von Autoren und Philosophen, den jungen Schriftsteller Dennis Diderot kennen und verliebt sich gegen ihren Willen in den charismatischen Charmeur. Dieser ist gerade im Begriff das neue Buch der Bücher, "das Sturmgeschütz der Vernunft, die Armada der Philosophie, die Kriegsmaschine der Aufklärung", die weltbekannte Enzyklopädie zu beginnen, ein Werk das alles Wissen der Menschheit unter einem Buchdeckel vereinen soll. Nach langem Kampf und nachdem Sophie sich in eine Ehe mit einem anderen Mann gestürzt hatte, finden sie und Diderot zusammen. Er weist sie in die Geheimnisse der Philosophie ein und lässt sie schon bald, nachdem er ihr natürliches Talent entdeckt hat, auch an seinem Werk mitarbeiten. Da die Enzyklopädie in konservativen und kirchlichen Kreisen jedoch viele Feinde hat, belastet die mühsame und auch gefährliche Arbeit die Liebe zwischen den beiden zunehmend. Diderot muss sich entscheiden- zwischen seinem Lebenswerk und der Liebe...
Peter Pranges Roman ist recht zwiespältig zu bewerten. Auf der einen Seite stehen die sprachliche Schönheit des Buches, die wunderschöne Liebesgeschichte zwischen dem Aufklärer und der Protagonistin und die sicherlich vorhandene Spannung. Auf der anderen Seite schafft Prange es nicht das vorrevolutionäre Paris aus der Mitte des 18. Jahrhunderts überzeugend wiederauferstehen zu lassen, tiefere Einblicke in den Prozess und das Wesen der Aufklärung zu vermitteln und die Darstellung Rousseaus grenzt schon fast an Denunziation (auch wenn dieser wohl tatsächlich ein eher unangenehmer Zeitgenosse gewesen sein mag). Aus diesen Gründen ist das Buch eher denjenigen empfehlen, die einen gefühlvoll geschriebenen Liebesromane zu schätzen wissen, als dem Liebhaber historischer Romane.
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am 6. Oktober 2010
Peter Prange (geboren 1955 in Altena, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Schriftsteller.

Sein erster Roman "Das Bernstein-Amulett" (1999 erschienen) handelt von einer deutschen Familie während der politischen Wirrnisse von 1944-1990.
Ein paar Jahre später, 2003-2005 erschien seine Trilogie: "Die Principessa" (Die Handlung spielt in Rom im 17. Jh. und handelt von den zwei großen Architekten und Bildhauern Gian Lorenzo Bernini/Borromini), "Die Philosophin", "Die Rebellin" (London, 19 Jh. Weltausstellung). 2009 schließlich "Die Gottessucherin". 2007 ist "Der letzte Harem" und 2010 "Himmelsdiebe" von Peter Prange erschienen.

Die Trilogie und "Die Gottessucherin" habe ich gelesen und alle vier Bücher haben mir sehr gut gefallen. Dadurch aber, dass der Stil und auch dieselben inhaltlichen Gedanken immer wieder in all seinen Büchern wiederkehren, wurde es mir mit der Zeit etwas langweilig. Es geht meistens um eine starke, intelligente Frau, die mit berühmten Menschen aus der Geschichte zusammenkommt und sich meistens zwischen zwei Männern entscheiden muss. Die Bücher sind leicht zu lesen und die Sprache ist angenehm einfach und doch voll mit philosophischen und psychologischen Details. Die inneren Regungen und Gefühle der Protagonisten werden immer berücksichtigt und es entsteht eine Wechselwirkung zwischen äußeren Ereignissen und der Gedankenwelt, wobei Prange hauptsächlich über Liebe und Romantik schreibt. Am Ende seiner Romane fügt Prange immer ein paar Seiten hinzu und erklärt was in seinen Romanen geschichtlich belegbar ist.

"Die Philosophin" ist die Liebesgeschichte zwischen dem französischen Aufklärer Denis Diderot und Sophie. Die Handlung spielt von 1740 bis 1794 in Paris, also während der Aufklärung und bis zur Französischen Revolution.
Diderot plant eine Enzyklopädie zu verfassen, darin soll all das bis dahin angesammelte Wissen der Welt stehen. Diderot, D'Alembert, Voltaire und Montesquieu sind die bekanntesten Verfasser von der "Encyclopédie" die tatsächlich in 35 Bänden zwischen 1751 und 1780 erschienen ist.
Die Romanhandlung behandelt hauptsächlich das Liebesleben Diderots, der nicht nur fiktiv mehrere Frauen hatte (eine Ehefrau, eine Geliebte und eine geliebte Freundin). Sophie ist die geliebte Freundin und sie hilft ihm im Kampf gegen seine Feinde, gegen Kirche und Königreich. Weitere Protagonisten sind "Sartine", der die Polizei verkörpert und "Radominski", der die Kirche verkörpert. "Madame de Pompadour", die Mätresse des französischen König Ludwig XV erhält auch eine größere Rolle im Roman.

Manche Stellen aus dem Roman möchte ich hier wiedergeben, die den Stil und den Inhalt des Autors gut widerspiegeln:

"Ich will die Menschen zeigen, wie sie lieben und leiden, wie sie ihr Leben wagen für die Abenteuer des Geistes. Ich will ihre Größe und Erhabenheit schildern, die Kraft ihrer Gefühle und die Flut ihrer Gedanken, die Stürme ihrer Empfindungen und die Reinheit ihrer Ideen. Ich will die Nebel verjagen, die noch in ihren Köpfen wabern, Vorurteile und Wahnvorstellungen - was immer den freien Geist unterjocht, der selbst zu denken wagt und nur akzeptiert, was ihm Erfahrung und Vernunft bezeugen."

Nichts einte und stärkte Menschen so sehr wie die Kraft einer Idee, an der sich ihr Glaube entzündete. Die Jünger Jesu waren auch nur einfache Fischer gewesen, und doch hatten sie die ganze Welt erobert, weil sie von einer Botschaft durchdrungen waren. Durfte man da ausschließen, dass ein anderer Glaube in anderen Menschen ähnliche Kräfte freisetzte?

Als Jesuit wusste er sehr wohl, dass die Waffen des Geistes gefährlicher waren als alle Gewehre und Kanonen dieser Welt.

Dieser Mann, das spürte die Pompadour, hatte Macht über andere, weil er Macht über sich selbst besaß.

Wissen, so hatte die Pompadour seiner Rede entnommen, schien eine ebenso starke Macht zu sein, vielleicht sogar eine noch stärkere. Denn wer es besaß, besaß nicht nur Macht über die wandelbaren Leidenschaften der Menschen, sondern auch Macht über ihr Denken, über ihre Köpfe, Herzen und Seelen.

Weil ich glaube, dass kein Mensch vor irgendeinem anderen Menschen Angst haben sollte. Weil ich glaube, dass das Leben in Wirklichkeit viel schöner sein kann, als es für die meisten Menschen ist. Und weil ich glaube, dass jeder Mensch das Recht hat, schon auf dieser Welt glücklich zu sein, nicht erst im Jenseits.

Mit der Geburt Moses begann die Zeitrechnung der Juden, mit der Geburt Jesu die Zeitrechnung der Christen, und mit der Geburt des Propheten die Zeitrechnung der Mohammedaner. Diese Geburtstage sind von heute an Geschichte. Denn heute beginnt eine neue Zeitrechnung - die Zeitrechnung der Philosophen!

... die bittere Erkenntnis, dass die Liebe die gemeinste, die heimtückischste, die miederträchtigste aller Illusionen war, Blendwerk des Himmels oder der tierischen Körpersäfte im Menschen, einzig dazu erfunden, jeden in die Irre zu führen, der ihr anheim fiel. Es gab keine Liebe, es gab nur Liebschaften oder Überdruss.

Was war die Liebe denn schon? Nichts weiter als der Austausch zweier Launen und die Berührung zweier Häute!

Wie musste es um einen Staat bestellt sein, so ihre sorgenvolle Frage, in dem die Blinden die einzigen Sehenden waren?

"Ist letztlich nicht jeder Versuch, die Wirklichkeit in ein System zu pressen, vollkommen willkürlich?", fragte Diderot mit einem Anflug von Verzweiflung. "Die Wirklichkeit bietet uns ja nur beliebige Einzeldinge, ohne feste Unterteilungen. Alles fließt, geht ineinander über, unmerklich, in kaum wahrnehmbaren Nuancen. Wie können wir da hoffen, die wahren Verhältnisse zu treffen?".

"Leben ist Chaos", erklärte D'Alembert, "Denken ist Ordnung! Das wusste schon Bacon."

Diderot nickte. "Wahre Philosophie ist bescheiden. Sie lässt als Wahrheit nur gelten, was sich durch Vernunft und Erfahrung erschließt. Alle anderen Behauptungen sind Dogmen oder Vorurteile. Sie gehören in die Kirche, nicht in die Enzyklopädie."

Der Schein ist die Wirklichkeit des Teufels.

Woher nehmen Sie das Recht, die Menschen auf das Jenseits zu vertrösten? Wie können Sie das wagen, angesichts des Elends und der Not, die hier auf Erden herrschen?

"Der Aberglaube ist die schrecklichste Plage der Menschheit", erwiderte Diderot. "Er wirkt wie ein Zauber, den die Furcht auf die Seele ausübt. Er ist ein Tyrann, der die Menschen in Angst und Schrecken hält, um sie zu unterdrücken".

Als könne der Himmel ihr Antwort geben, blickte sie zum Firmament. Wie sehr sie die Sterne am Himmel beneidete! Ruhig und unbeirrbar zogen sie ihre Bahn, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr, als könne es keinen Irrtum geben.

Ja, so war das Leben, genau so wie diese Nacht: ein unendliches Meer der Finsternis, nur hin und wieder erleuchtet von den Zuckungen eines irrenden Lichts.

Da habe ich plötzlich begriffen, dass alles, was wir tun, um gegen das Elend und die Dummheit und die Not anzukämpfen, und sei es noch so unvollkommen, doch besser ist, als gar nichts zu tun.

Denn nur solange die Menschen den Glauben an eine bessere Zukunft haben, voller Hoffnung und Liebe, haben sie einen Grund zum Leben. Und das ist das Wichtigste.
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am 6. Februar 2010
Sophie ist ein kleines, katholisches und tiefgläubiges Mädchen so wie man es ihr beigebracht hat, bis sie in ihrem jugendlichen Alter dem selbstbewussten, intelligenten und charismatischem Philosophen Dennis Diderot begegnet, der ihre Welt auf dem Kopf stellt. Zwischen den beiden hochintelligenten und jeder auf seine Art und Weise rebellisierenden Charakteren, entsteht eine tiefe Freundschaft.

Die Geschichte spielt sich gegen Ende des 18 Jahrhunderts, einige Jahre vor dem Ausbruch der französischen Revolution, in einer Zeit die gottlos, aufwühlerisch und gefährlich ist. Diderot wagt die Realisierung des wohl gefährlichsten, gewagtesten und unmöglichsten Vorhabens, der in dieser besagten Zeit nicht einmal gedacht werden durfte: "die Enzyklopädie der Wissenschaften, Künste und Gewerbe'. Was für uns heute als so selbstverständlich gilt, wie der tägliche Sonnenaufgang war in diesen Tagen jedoch so gefährlich als, dass man wohl mit lebenslanger Sicherheitsverwarung rechnen durfte oder vielleicht sogar auf einem der öffentlichen Plätze mit der bestialischen Erfindung Guillotin's, Bekanntschaft machen durfte.

Sogar die berühmt berüchtigte Mätresse der damaligen Epoche, Madame Pampadour bekommt einige Gastspiele in Pranges Werk, als Befürworterin des Projektes und nicht unwesentliche Vermittlerin zwischen den Enzyklopädisten und den damaligen Ministern.

Peter Prange gelingt es meiner Meinung nach sehr gut uns eine glaubhafte, unverschönte und reelle Biografie zu präsentieren. Beim Lesen des Buches fühlt man sich als wäre man einer der Cafe "Procope" Besucher, als würde man Herzrasen bekommen vom Zuhören der heftigen Debatten zwischen Diderot, d'Alembert, MontesquieuUnd Voltaire und als wäre man ein kleiner Teil einer unglaublichen Wendung, die das französische Volk, ja sogar irgendwann einmal das ganze europäische Kontinent und die gesamte Welt erleben werden.

In kurzen, knappen Worten: unbedingt lesenswert für Leute jeden Alters, die sich für Geschichte interessieren und keine Lust haben ein Geschichtsbuch zu durchblättern und studieren.
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am 18. August 2007
Der historische Hintergrund und die Entstehung der "Encyclopédie" sind überaus spannend. Aber was Peter Prange daraus macht, enttäuscht doch sehr. Zu viel Konstruiertes, zu viele Türen, die aufgestoßen werden und die man dann am Ende natürlich wieder schließen muss (und dabei noch mehr konstruieren muss). Sophie, die Protagonistin des Romans, lebte wirklich, aber in diesem Buch lebt sie nicht.
Die drei Sterne belohnen jedoch den Mut des Autors, sich dieser wichtigen und komplexen geschichtlichen Zusammenhänge angenommen zu haben.
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TOP 500 REZENSENTam 22. April 2015
Der Autor Peter Prange hat den Machtkampf um die Presse- und Meinungsfreiheit im achtzehnten Jahrhundert vor der französischen Revolution in eine Liebesgeschichte gepackt. Er hat die historische Figur der französischen Intellektuellen Sophie Volland verändert, zur Hauptfigur dramatisiert und ihr Verhältnis zu Denis Diderot, einem der wichtigsten Herausgeber und Autoren der Encyclopédie, romantisiert.

Bei den meisten Figuren ist Prange den historischen Vorbildern treu geblieben. Unter anderem haben der Pariser Verleger André Le Breton, der Mathematiker und Physiker Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, der Philosoph Jacques Rousseau ihren Aufritt, aber auch Friedrich Melchior Baron von Grimm als Journalist und der wegen versuchten Königsmordes an Ludwig XV grausam hingerichtete Robert François Damiens. Man erfährt vom Fleiß des Louis de Jaucourt bei der Arbeit an der Enzyklopädie und daß die berühmte Mme de Pompadour und tatsächlich der Chefzensor Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes auf der Seite der Enzyklopädisten standen.

FAZIT
Katrin Fröhlich, die schöne Synchronstimme von Cameron Diaz, liest das spannende und lehrreiche Historiendrama.
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erzählt Peter Prange von der Entstehung der ersten Enzyklopädie durch den frz. Philosophen Denis Diderot (1713-1784), die 26 Jahre in Anspruch nahm. Dieses Werk wurde seinerzeit als Wettbewerb zur "allwissenden" Bibel und deshalb von der katholischen Kirche als Frevel aufgefasst. Diderot riskierte durchaus sein Leben - und die Erstausgabe 1772 wurde einer harten Zensur unterzogen.
Doch die Story bildet nur den Hintergrund. Vordergründig geht es um Sophie Vollant, die tatsächlich gelebt hat und zumindest Briefkontakt mit Diderot hatte. Prange hat diese Beziehung ausgearbeitet zu einer Liebelei und vielen weiteren fiktiven Ereignissen, u.a. arbeitet sie eine Zeit als Zofe von Mme.Pompadour in Versailles. Sie hilft im Buch natürlich auch bei der Enzyklopädie mit. Das Buch endet während der frz.Revolution 1789, bei der mehrere der Akteure auf der Guillotine landen.
Mein Eindruck: das Prinzip, Geschichte in Form eines Romans zu vermitteln, ist gut. Doch bei Prange fand ich die Gefühlswelt und eigentlich unwichtige Details so überbetont, dass die Historie verdrängt wird. Der Lerneffekt in diesem Buch ist gering, und auch die Sprache ist nur relativ seicht. Im Vergleich mit anderen exzellenten historischen Romanen sehe ich die "Philosophin" bei 3 Sternen.
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am 19. Dezember 2004
Nachdem die kleine Sophie Volland bei ihrer Erstkommunion die Hostie erbrochen hat, muss sie miterleben, wie ihre Mutter als angebliche ‚Hexe' auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.
Jahre später findet sie sich in Paris wieder, wo sie als Kellnerin in dem Cafe ‚Procope' arbeitet, indem hauptsächlich Philosophen, Dichter und Denker verkehren. Dort trifft sie Denis Diderot, in den den sie sich bald verliebt...
‚Die Philosophin' schildert auf der einen Seite das Leben der Sophie Volland, zum anderen befasst es sich mit der aufklärerischen Enzyklopädie, einem gefährlichen Projekt einiger Philosophen, allen voran des Denis Diderot. Gegen die Zensur verfassen sie so manchen Artikel, der sie Kopf und Kragen kosten kann, beseelt von der Aussicht, alle Menschen aufzuklären, ohne auf die Proteste von Kirche und Staat zu achten.
So erlebt man bei der Lektüre einerseits das Leben, Lieben und Leiden Sophies und zum anderen den Eifer der Verfasser der Enzyklopädie mit, außerdem die damaligen politischen Ränke und das Leben im Frankreich kurz vor der Revolution.
Der Autor zeichnet wunderbare und anschauliche sprachliche Bilder, und mir persönlich fiel es schwer, mich von der fesselnden Lektüre zu lösen. Immer wieder musste ich danach greifen und hätte das Buch am liebsten an einem Stück ‚verschlungen' (wobei es natürlich auch wieder schade ist, da man am liebsten noch tagelang so weiterlesen möchte). Ein wunderschöner historischer Roman mit sehr vielen bekannten Gestalten aus der Geschichte!
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Februar 2006
Dieser historische Roman spielt in Frankreich.
Sophie Volland wird 1740 als junges Mädchen Augenzeugin, wie ihre Mutter, angeklagt der Hexerei, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Angezeigt von einem Mann mit einem Hut mit rotem Federbusch, den Sophie später in Paris wieder treffen wird, und dabei nicht weiss, dass er es ist.
Sophie schlägt sich durch und landet in Paris als Kellnerin im Cafe Procope, wo sich die Philosophen treffen. Keiner weiss, dass sie lesen kann, was für die damalige Zeit nicht üblich war. Sie verliebt sich in Denis Diderot. Diderot steht auf der „schwarzen Liste" von Sartine, der als Polizeioffizier alle Schreiberlinge und Schriftsteller beobachtet, ob jemand die Lehren von Kirche und Staat in Frage stellt.
Sophie und Diderot treffen sich und sie erfährt, dass er verheiratet ist. Nachdem diese Beziehung für sie keine Zukunft haben wird, heiratet sie schlussendlich Sartine, der ihr einen Antrag gemacht hat.
Im Procope wird zeitgleich die Idee geboren, eine Enzyklopädie zu schaffen. Dieser Plan wird in die Tat umgesetzt. Viele Schriftsteller beteiligen sich an dem Werk. Es gibt im Laufe von 20 Jahren ein bewegtes Auf und Nieder, Verhaftungen, Zensuren, schützende und zerstörerische Hände über dem Projekt. Ich möchte jetzt gar nicht alles aufzählen, das würde sonst zu viel vorwegnehmen.
Madame de Pompadour intrigiert am Hofe von König Ludwig XV mit und hat ihre Finger auf höchster politischer Ebene mit im Spiel.
Sophie wird von Diderot schwanger, sagt es ihm aber nicht und trennen sich im Streit. Sie trennt sich auch von Sartine, der nie die Ehe mit ihr vollzogen hat und landet mit ihrem Sohn Dorval am Hofe des Königs als Gesellschafterin der Pompadour. Sophie wird am Ende durch eine umstrittene Tat das Werk retten.
Die als Tatsachen verbürgten Daten sind am Ende des Buches als Zeittafel abgedruckt, was ich als sehr hilfreich empfand, wenn man mit den geschichtlichen Daten nicht so vertraut ist. Die Geschichte von Sophie ist durch ihre Liebe zu Diderot eng verbunden mit der Geschichte um die Entstehung der Enzyklopädie. Obwohl es ein interessantes Thema ist, habe ich mich zuweilen zum Weiterlesen zwingen müssen, da ich manche Stellen als ein bisschen zäh empfand.
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