...ist dieses Buch. Auch wenn Sie vielleicht noch nicht viel über Tango wissen und nur diese etwas schwermütige Musik kennen, wird sie das Buch gefangen nehmen.
Fleischhauer wirft seine Leser - wie auch schon in "Die Purpurlinie" und "Die Frau mit den Regenhänden" - in den Sog von Geschichte und Politik. Hier jedoch mit hilfe von Tango, anstatt von Gemälden oder Kriminalfällen.
Wieder einmal schafft er es komplexe Zusammenhänge, spannend, flüssig und absolut packend darzustellen. Man wird das Buch, einmal angefangen, nicht so schnell wieder aus der Hand legen.
Der Tango macht die Geschichte dann auch begreiflich, denn auch in den hier beschriebenen Geschehnissen liegt eine Art Schwermut und Aussichtslosigkeit, sowie die Suche nach Trost.
Etwas verstört hat mich jedoch der Schluss des Buches, obwohl dieser schon vorhersehbar war, war es dennoch ein wenig ein Schock ihn wirklich so zu lesen.
Herr Fleischhauer, ich freue mich jedoch auf jeden Fall auf ihren nächsten Roman.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
aufregend, himmlisch, faszinierend, aktuell,.., 27. April 2003
Von Ein Kunde
dieses buch raubt den schlaf. ich frage mich, ist es eine liebesgeschichte, ein thriller, ein krimi ? wie verzaubert habe ich mich in die welt der liebe und des tangos verführen lassen, gleichzeitig wurden mir die augen geöffnet, wie wenig ich über die politischen zustände in argentinien wußte. ein buch voller zärtlichkeit ! ich vermag es nicht zu beschreiben, man muß es einfach lesen.
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So spannend wie ein Krimi, so anrührend wie eine Liebesgeschichte, so komplex wie ein Politthriller - all das ist dieses Buch und noch einiges mehr. Es beginnt wie eine Liebesgeschichte. Giulietta, 19 Jahre, Balletthospitantin in Berlin, lernt den argentinischen Tangotänzer Damian kennen und erlebt die Überschwänglichkeit einer großen Liebe voller Leidenschaft und Erotik. Alles ändert sich, als Damian Giuliettas Vater Markus kennen lernt, einen Mann, der in der ehemaligen DDR geboren wurde und bei der Übersiedlung in den Westen einen neuen Namen angenommen hatte. Als Giulietta ein paar Tage aus Berlin weg ist, nimmt Damian Markus gefangen, fesselt und knebelt ihn und flieht nach Argentinien. Giulietta entdeckt nach der Heimreise den Vater und beschließt, weil sie sich weder auf Damians Handlung ihrem Vater gegenüber noch auf dessen überstürzte Abreise einen Reim machen kann, dem Geliebten nachzureisen. Giulietta fliegt nach Buenos Aires. Weder versteht noch spricht sie spanisch; sie kennt Damians Adresse nicht, weiss nichts von seiner Familie, kennt keine Menschenseele dort. Abends irrt sie durch die Tangoclubs der Stadt, landet in verschiedenen Etablissements; sie ist umgeben von Damians Spuren, Plakaten seiner Auftritte, Broschüren mit seinen Tangokursangeboten, aber er bleibt unauffindbar. Eines Abends lernt Giulietta Lindsey kennen, eine Kanadierin, die um Tango zu studieren nach Argentinien gekommen ist. Jetzt hat Giulietta wenigstens eine Dolmetscherin und eine Adresse, und gemeinsam mit Lindsey beginnt Giulietta heraus zu finden, was es mit Damian und seiner geheimnisvollen und auch abgelehnten Art den Tango zu tanzen auf sich hat. Spätestens hier fängt die Kriminalgeschichte an, sích mit der Liebesgeschichte zu verknüpfen; Stück für Stück geht Giulietta den Supren in Damians Tänzen nach und beginnt sie zu verstehen. Eines Tages taucht ihr Vater in Buenos Aires auf und will seine Tochter mit nach Hause holen. Ebenso wie Giulietta bekommt der Leser Anhaltspunkte. Man ahnt, dass die Geschichte des argentinisches Militärregimes und hier vor allem das Verschwinden vieler tausend Menschen direkt in ihr Leben eingreift, aber entscheidene Zusammenhänge werden erst nach und nach enthüllt; eine Spurensuche wie sie perfekter fast nicht geschildert werden kann. Was sich am Ende enthüllt, ist für Giulietta noch tragischer als Damians Verschwinden. Gleichzeitig ist es so ungeheuerlich und in sich selbst so logisch, dass alle Fragen des Buches beantwortet werden. Das Ende finde ich dem Buch nicht ganz angemessen, aber insgesamt ist der Roman so stark, so dicht, so glaubwürdig und spannend, das ich dafür keinen Stern abziehe.
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Ein sehr gutes Buch, dass wirklich unerwartete Wendungen nimmt, so dass man nur noch kopfschüttelnd davorsitzen kann. In der Mitte des Buches ist es leider etwas langgezogen , jedoch durchhalten! Es lohnt sich!!! (Konnte es nicht weg legen, hatte es in zwei Tagen durch.)
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"Drei Minuten mit der Wirklichkeit" gehört zu den besten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe (und das sind nicht wenige). Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich keine Ahnung hatte, was mich da erwartete... Wo beginnen? Vielleicht beim wichtigsten - der "Story": Die solide Geschichte bietet eine gute Grundlage. Aber was der Autor daraus macht! Faszinierend, wie das Buch immer mehr Kraft und Atmosphäre gewinnt, gleichzeitig immer dunkler und unheimlicher wird. Wie man zu ahnen beginnt, dass man da viel mehr in der Hand hält, als eine Ballett-Lovestory. Das Buch ist ein Thriller, eine Liebesgeschichte, ein politischer Roman und dazu noch in einer gleichzeitig schönen und schlichten Sprache abgefasst. Absolut empfehlenswert!
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Eins der seltenen Bücher, das so gut anfängt wie es aufhört. Man kann es nicht aus der Hand legen, bis man bei der letzten Seite angekommen ist. Und möchte dann am liebsten wieder von vorn anfangen. Man glaubt, die Tangotänzer vor sich zu sehen. Kriegt auch einen kleinen Blick auf ein Land, das man vielleicht noch nicht so genau kennt. Vor allem auch der Rückblick in die traurige junge Geschichte macht es spannend. Und dann erst, wie viele Leute, die es mir empfohlen, meinten, kann man nur den Kopf erstaunt darüber schütteln, dass ein Mann so gut die Befindlichkeiten der weiblichen Protagonistin wiedergeben kann. Falls jemand anspruchsvolle Bücher zu schätzen weiß und mal etwas anderes lesen will: dieses Buch wäre kein Missgriff!
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Zuerst war ich sehr skeptisch: Wolfram Fleischhauer mit einem Buch, das in der Gegenwart handelt, und dann noch über den Tango. Ich hatte bereits drei Bücher (zuletzt "Das Buch, in dem die Welt verschwand") von ihm gelesen, die in der Vergangenheit spielen, diese auch recht gut lebendig werden lassen, mich aber auch immer etwas ratlos zurückgelassen haben, weil die endgültige "Harmonie", das "grosse Ganze" fehlte. Die Lektüre dieses Buches kann ich jedoch jedem leidenschaftlichen Leser uneingeschränkt empfehlen. Ich bin kein Tänzer, was man aber über den Tango erfährt, hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir diese Musik anhören muss. Und es ist ein Buch, das die jüngste Geschichte Argentiniens lebendig macht. Die Hauptpersonen sind sehr gut gezeichnet, grosse Gefühle und eine spannende Handlung tun ihr Übriges. Taschentücher bereit halten!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Faszinierende Mischung, 12. September 2004
Von Ein Kunde
Dieses Buch gehört mit Abstand zu den besten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Schon der Anfang mit dem Verhör von Guilettas Vater auf dem Polizeirevier ist sehr spannend gemacht, und spätestens wenn Guiletta nach Buenos Aires aufbricht, um nach ihrem verschwundenen Damian zu suchen, ist man von dem Buch so verzaubert, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Die faszinierende Mischung verschiedener Welten, der des Tango und der des Balletts, der der planenden Berechnung von Guilettas Vater und dem heißblütigen Temperament von Damian, nehmen einen gefangen und lassen den Leser nicht wieder los, bis man die letzte Seite zu Ende gelesen hat. Dieses Buch ist so viel mehr als eine reine - nebenbei gesagt: wunderschöne - Liebesgeschichte, es enthält auch Elemente von Drama, Krimi und Politthriller. Insgesamt kann ich dieses herrliche Werk nur jedem begeisterten Leser ans Herz legen: Denn egal, welches Genre man normalerweise bevorzugt, mit diesem Buch kommt jeder auf seine Kosten.
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Zunächst einmal eines vorweg: Ich habe selten ein so gigantisches Buch gelesen - eigentlich tritt die Krimi-Thematik in den Hintergrund, vielmehr geht es um das Seelenleben von Menschen, die mit einer vollkommen anderen Kultur und Denkweise konfrontiert und erfasst werden. Jedem ist dieses Buch anzuraten, der viel reist und diese Gefühle nachvollziehen kann.
Nun ist es so, daß ich selbst Tänzer bin und eigentlich hat man sich damit abgefunden, daß kein Autor in der Lage ist, den Tanz als solchen mit Worten wiederzugeben - es wirkt platt und wird den Emotionen nicht gerecht. Dies ist tasächlich das erste Buch, welches ich lesen durfte, daß in so faszinierender Art und Weise Bewegungen, Empfindungen, Gedanken, Gefühle eines Tänzers wiedergibt, daß mir teilweise die Tränen in den Augen standen. Ganz abgesehen von der genialen Idee des im Tanz verwobenen Geheimcodes, ist die Konfrontation einer Ballett-Tänzerin mit der Welt des Tangos unbeschreiblich intensiv dargestellt - so intensiv, wie sie wohl nur ein Tänzer verstehen und nachvollziehen kann. Ich bin begeistert und berührt - ein Buch nicht nur für drei Minuten....
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Zugegeben: der Autor hat gut recherchiert. Er kennt sich mit dem Argentischen Tango sowie mit der Geschichte Argentiniens bestens aus; auch seine Recherchen bezüglich Ballett und "Ballettbetrieb" sind nicht zu beanstanden. Dass die Story nicht ganz den historischen Tatsachen entspricht (wohl aber in der Tendenz) ist dem Autor auch nicht anzukreiden, denn er schrieb einen Roman, kein Geschichtsbuch. Die Ideen, die der Handlung zugrunde liegen, sind teilweise auch recht originell; ebenso versteht es der Autor, Spannung zu erzeugen. Nun aber kommt das große ABER: Der Roman ist viel zu sehr mit Nebensächlichkeiten aufgebläht. Vor allem in der ersten Hälfte wird der Handlungsablauf immer wieder durch Rückblenden unterbrochen - seitenweise wird die Handlung in der Vorvergangenheit beschrieben, was völlig unnötig ist.. Auch sonst ist der Roman stilistisch nicht immer gut gelungen; das fängt mit zu oft gehörten Floskeln an ("Schmetterlinge im Bauch", die Nadel, die man hätte fallen hören können usw.) und endet mit teilweise völlig unverständlichen "Philosophien" über den Tango. Die Seiten im Taschenbuch 332 und 333 jedenfalls wären eine Fundgrube für jeden Philologen oder Germanisten für ein Seminar über "Verständlichkeit eines Textes". Schließlich sind die Beschreibungen der Tangoszenen teilweise zu detalliert und gespickt mit Spezialausdrücken, so dass selbst Tangotänzer (der Rezensent tanzt selbst seit über einem Jahrzeit Tango Argentino) mitunter Probleme haben, zu verstehen, was sich nun da abspielt. Dazu kommen häufig Passagen, wo die Protagonistin immer wieder das Gleiche reflektiert; damit mag vielleicht versucht worden sein, deren inneren Zwiespalt und ihre Hilflosigkeit darzustellen, doch auch hier wäre weniger mehr gewesen.
Fazit: Kann man lesen, wenn man dicke Schmöker mag bzw. Stories, die nicht gleich auf den Punkt kommen. Ist auch gut geeignet, sich ein wenig mit der Zeitgeschichte und Kultur Argentiniens vertraut zu machen - aber es ist aus meiner Sicht nicht "DER große Tangoroman". Leider!
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