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5.0 von 5 Sternen Actionreiche Parabel auf Minderheitendiskreminierung
Mit seinem Erstlingsroman "Robocalypse" hat der in Robotik promovierte Amerikaner Daniel H. Wilson einen furiosen Science Fiction Thriller abgeliefert, der von keinem geringeren als Steven Spielberg verfilmt wird. Nun ist sein zweiter Roman auf Deutsch erschienen und dieses Mal nimmt sich Wilson eines ständig präsenten Themas an: der Diskreminierung von...
Vor 9 Monaten von Lesezeichen veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema, schwaches Buch
Owen Gray hatte als Jugendlicher einen schweren epileptischen Anfall, weshalb ihm sein Vater, ein führender Neurowissenschaftler, ein mechanisches Implantat einsetzen ließ, welches weitere Anfälle verhindern soll.
Viele Menschen tragen inzwischen solche oder ähnliche Implantate. Man nennt diese Menschen in den USA “Amps” (vom...
Vor 9 Monaten von Gunther Barnewald veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Actionreiche Parabel auf Minderheitendiskreminierung, 5. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Mit seinem Erstlingsroman "Robocalypse" hat der in Robotik promovierte Amerikaner Daniel H. Wilson einen furiosen Science Fiction Thriller abgeliefert, der von keinem geringeren als Steven Spielberg verfilmt wird. Nun ist sein zweiter Roman auf Deutsch erschienen und dieses Mal nimmt sich Wilson eines ständig präsenten Themas an: der Diskreminierung von Minderheiten. Natürlich vermischt er auch hier Science Fiction und Gesellschaftskritik, verpackt in einen kurzweiligen, spannenden und actionreichen Plot.

Zur Handlung:

Owen ist Lehrer und muß den dramatischen Selbstmord seiner Schülerin Samantha miterleben. Wie Owen selbst trägt sie ein Gehirnimplantat. Owen bekam seines nach einem schweren Unfall von seinem Vater, einem Mitentwickler dieser Form von Neuralem Minicomputer, als letzte Hoffnung erfolgreich implantiert, um epileptischen Anfällen vorzubeugen. Doch mittlerweile tragen viele Menschen solche Implantate, die sie lern- und leistungsfähiger als Menschen ohne ein solches Implantat machen. Diese "Ungerechtigkeit" nutzt der Dogmat Vaughn, um Stimmung gegen die "Amps" zu machen - und er ist erfolgreich mit seiner Hetzkampagne. Die Bevölkerung begehrt gegen die Amps auf und erzwingt Verordnungen und Gesetze, die den Implantatträgern ihre Rechte absprechen und sie übelst diskreminieren.

In diesem Umfeld erfährt Owen, dass sein Implantat ein ganz Besonderes ist und deshalb die Regierung, aber auch die Organisation von Vaughn alles versuchen wird, um ihn in die Hände zu bekommen. Als letzte Zufluchtsstätte verbleibt Owen ein Wohnwarkenpark, einer der wenigen Bastionen der Amps, wo er von dem Ex-Kollegen seines Vaters, Jim erfahren soll, was es mit seinem Implantat auf sich hat und wozu er für Regierung und Amp-Gegner so wichtig ist. Und ehe er es sich versieht, findet sich Owen am Rande eines Krieges wieder - dem radikaler Amp-Gegner und genau so radikaler Amps.

Das Grundthema ist sicherlich nicht neu, doch "Das Implantat" zieht seinen besonderen Reiz und seiner Spannung aus dem Spiel mit dem "was wäre wenn". In einem Interviewauszug im Einband des Romans weist der Autor darauf hin, dass der Einsatz solcher neuralen Implantate keine Fiktion mehr ist, sondern bereits intensiv erfroscht und getestet wird. Und die Vorstellung, dass Menschen, die zunächst im Vergleich zu Normalbürgern aufgrund neuronaler Erkrankungen benachteilig sind, nach Einsatz eines Gehirnimplantats plötzlich deutlich leistungsfähiger als die Normalbürger werden, nicht nur Skepsis, sondern sehr schnell auch Neid und Mißgunst auslösen, ist gar nicht so weit von der Hand zu weisen. Wilson treibt diesen Gedanken auf die Spitze und entwickelt ein Szenario, in dem eben aus Mißgunst in einer furiosen Dynamik Diskreminierung und komplette Ausgrenzung werden und man sich schnell an das Judenprogrom der Nazis erinnert fühlt.
Dabei kann man Wilson zwar vorwerfen, er stellt dieses Szenario sehr einseitig und isoliert dar, denn seine Handlung bleibt auf die USA beschränkt und lässt mögliche Reaktionen und Einflußnahme aus der internationalen Gemeinschaft außen vor. Aber in meinen Augen ist dieses Manko zu Gunsten einer straffen und durchaus auch etwas verschachtelten Handlung tolerierbar. Auch die Tatsache, dass es auch um Manipulation der Protagonisten geht, eine Liebesgeschichte eingebaut und das Finale sehr überdramatisiert ist, haben zumindest bei mir nicht zu einer Einschränkung des Lesevergnügens geführt.

"Das Implantat" von Daniel H. Wilson ist sicherlich nicht die schwerste Kost eines an sich durchaus schweren Themas, aber der Roman unterhält exzellent und lässt trotzdem einiges an Nachdenklichkeit nachschwingen. Er ist kein zweiter "Robocalypse", aber für sich allein gewertet ein lesenswerter, spannender Thriller.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema, schwaches Buch, 10. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Owen Gray hatte als Jugendlicher einen schweren epileptischen Anfall, weshalb ihm sein Vater, ein führender Neurowissenschaftler, ein mechanisches Implantat einsetzen ließ, welches weitere Anfälle verhindern soll.
Viele Menschen tragen inzwischen solche oder ähnliche Implantate. Man nennt diese Menschen in den USA “Amps” (vom englischen amplify für Verstärken), da ihre Körper und vor allem ihre geistigen Ressourcen mit diesen Modifikationen aufgerüstet oder verstärkt wurden.
Doch die anderen Menschen fürchten sich mehr und mehr vor diesen “Aufgerüsteten”, haben sie doch Angst ins Hintertreffen zu geraten, unterlegen zu sein und vielleicht schulisch und im Arbeitsleben abgehängt zu werden.
Als dann der Oberste Gerichtshof der USA den Menschen mit Implantat einen besonderen Schutz als Minderheit, die diskriminiert werden könnte, verweigert, scheinen alle Dämme zu brechen, zumal der demagogische US-Senator Joseph Vaughn (hier lässt wohl Joseph McCarthy grüßen) und seine Organisation “Pure Human Citizen's Council” immer mehr gegen diese technologischen Eingriffe und die veränderten Menschen hetzen.
Die Geschichte beginnt mit dem Selbstmord einer aufgerüsteten Schülerin, die sich gemobbt und ausgestoßen fühlt. Owen Gray, ihr Lehrer, versucht vergeblich, die junge Frau zu retten. Danach wird er sogar des Mordes verdächtigt und gesucht, während die Menschen mit Implantaten in der allgemeinen hysterischen Stimmung in den USA versuchen, sich in sichere Zonen zurück zu ziehen, bevor der Volkszorn sich an ihnen entlädt. Die USA scheinen auf einen verheerenden Bürgerkrieg zuzusteuern...
Ein äußerst interessantes Thema, welches aber leider an den begrenzten Möglichkeiten des Autors ziemlich sang- und klanglos scheitert. Wie schon in seinem überaus spannenden und fulminant geschriebenen Erstling "Robocalypse" hat Autor Wilson zwar viel Ahnung von Technik und neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet, seine Charaktere sind aber leider unterirdisch schlecht und somit völlig unglaubwürdig. Weder der Protagonist noch die sonstigen Figuren erreichen auch nur annähernde Lebendigkeit, da ihnen so gut wie keinerlei emotionales oder kognitives Innenleben zugestanden wird.
Statt dessen setzt der Autor auf die “Lieblingsneurose” der US-Amerikaner: nämlich deren ausgeprägte Paranoia.
So wimmelt es auch in "Das Implantat" von Intrigen und Intriganten, erweisen sich die Guten schlußendlich als die böseren Bösewichte.
Im Fall des vorliegenden Romans kommt noch hinzu, dass Daniel H. Wilson auf die innovativen stilistischen Experimente seines Erstlings völlig verzichtet.
So bleibt eine laue, nie wirklich mitreißende oder gar überzeugende Geschichte, aus deren Potenzial man viel mehr hätte machen können. Unglaubwürdig, wie sich die USA im Handumdrehen in eine nationenweite Gruppe von durchgeknallten Hysterikern verwandelt, deren emotionales Klima durch ein bisschen Propaganda und einen Bombenanschlag gleich in eine landesweite Pogromstimmung gegen die eigenen Landsleute kippt. Vieles erinnert an die Judenverfolgung im Dritten Reich, wobei der Autor vergisst, dass auch die Nationalsozialisten nicht mit ihrer ersten antijüdischen Stimmungsmache gleich 1933 so erfolgreich waren, sondern dass erst die meisten potenziellen Widerständler (Bürgerrechtler, Sozialdemokraten, Kommunisten etc.) im Konzentrationslager gelandet sein mussten, bis der größte Teil der Verfolgungen vier Jahre nach der Machtergreifung durchgezogen werden konnte. Bei Wilson ist die USA gleich nach wenigen Wochen abschussreif, so dass man die blutigsten Eskalationen oder auch ein fieses Pogrom befürchten muss. Dies dürfte selbst für jemanden, der kein Fan der us-amerikanischen Gesellschaft und deren allgemeiner Ausrichtung ist, schwer zu schlucken sein. Selbst Leser, welche die US-Amerikaner für irrationale Bekloppte halten, dürften hier ihre Schwierigkeiten haben mit den Prämissen des Autors.
Deshalb ist das vorliegende Buch leider ein Rohrkrepierer, inhaltlich zwar interessant, aber von der Umsetzung her mehr als mau und zudem an vielen Stellen einfach wenig fesselnd und unglaubwürdig. Schade um das Thema, es hätte eine niveauvollere Umsetzung verdient gehabt!
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5.0 von 5 Sternen Es hatt sich gelont, 31. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Es hatt lange gedauert bis ich mich durschringen konnte das Buch zu Kaufen. Aber jetzt im Nachhinein bin ich sehr froh das ich es getan habe den es ist sehr interesant. Die grundlegende Geschichte ist sehr erschrekend und mann kann nur hoffen das die geselschaft sich nie so verhalten wird. Das Buch hatt an sich ein Paar überaschendene wendungen und baut zum schluss eine gute spanung auf. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben.
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1.0 von 5 Sternen Mein Gott, was für eine Idee..., 4. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
was hätte man aus dieser Idee nicht alles machen können, was hätte der Autor nicht alles an nahe liegenden Themen streifen können! Herausgekommen ist eine langweilige, spannungsfreie, unausgegorene SF-Geschichte, die das grundlegenste schriftstellerische Handwerkszeug weitgehend vermissen lässt. Logische Brüche, nicht überzeugende Kampfszenen. Defizite im logischen Aufbau: Eine Hardwareerweiterung im Gehirn kann aus einem unsportlichen Lehrer nicht automatisch eine Kampfmaschine machen - da hätte der Autor schon weiter ausholen müssen. Schade um das Geld!
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3.0 von 5 Sternen Kam leider für mich nicht an den Vorgänger ran. Dennoch trotz Schwächen ganz gut gelungen., 24. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Um was geht es?
In Daniel H. Wilsons neuem Roman geht es um eine Zukunft, in der Menschen die zum Beispiel eine Lernschwäche haben oder eben gesundheitliche Probleme, ein Implantat eingesetzt bekommen.
Dieses Implantat lässt die Leute allerdings intelligenter als der normale Durchschnitt werden und sorgt so für Neid und Missgunst.
Das Land teilt sich in zwei Gruppen auf: Den Amps (die, die das Implantat an der Schläfe tragen) und eben der normalen Menschheit kurz genannt die „Normalos“.
Es herrscht ein Krieg, bei dem die Amps gnadenlos gejagt werden. Doch sie wehren sich und vor allem Owen muss in diesem Krieg überleben.

Der Einstieg:
beginnt mit dem Selbstmord einer Schülerin und dem Lehrer Owen. Beide sind Implantatträger. Owen muss flüchten, da ihm dieser Selbstmord und Schlimmeres nachgesagt werden. So beginnt die Handlung an sich schon recht spannend.

Der weitere Handlungsverlauf
dreht sich hauptsächlich um Owens Geheimnis und der Spaltung der beiden Gruppen. Es wird politisch und grausam, manchmal auch sehr blutig. Die Brutalität hält sich meiner Meinung nach dennoch in Grenzen und geht eher in die Psyche. Sehr gut gefiel mir die Beschreibung der Implantate und der Wirkung. Es war leicht verständlich und nicht mit zu vielen technischen Details versehen.

Die Figuren:
Owen ist der Protagonist in diesem Roman. Er ist Lehrer und weiß zunächst nicht um das Geheimnis seines Implantates. Leider hatte ich mit ihm als Figur unheimliche Probleme. Er war mir nicht wirklich sympathisch, war mir zu naiv und zu weinerlich. Ich hätte mir einfach mehr Biss bei ihm gewünscht. Auch die anderen Figuren erschienen mir zu blass und nicht genug ausgearbeitet.

Der Schreibstil
war recht leicht zu lesen ohne zu viele wissenschaftliche Begriffe. Die Bedeutung und Funktion des Implantates wurde leicht erklärt und waren für mich auch gut nachvollziehbar, nur wenn die Amps in Aktion traten, wurde es für mich etwas verwirrend. Streckenweise wurde die Geschichte etwas langatmig, dennoch gab es auch Action in dieser Handlung. Die Beschreibung der Gruppen und der Kämpfe, die Diskriminierung und Unterdrückung fand ich ebenfalls gelungen, nur bei den Personen hätte ich mir einfach etwas mehr Dichte gewünscht. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Gesetzesabschnitte und Medienberichte lockern die Handlung etwas auf.

Und das Beste kommt immer zum Schluss oder nicht?!
Das Ende fand ich etwas schnell gelöst und wirkte auf mich unrealistisch.

Fazit:
Daniel H. Wilson war mir schon durch seinen Roman „Robocalypse“ bekannt, der mir sehr gut gefiel. „Das Implantat“ kam leider nicht an meine Erwartungen durch den Vorgänger ran. Dennoch, trotz der erwähnten Schwächen fand ich „Das Implantat“ recht gut gelungen. Mir gefiel die Vorstellung der Implantate und auch die Darstellung der Problematik. Die Geschichte bietet sehr viele Facetten. Es wird politisch, brutal, spannend und es steckt etwas Action drin. Somit war es für mich eine gute Abwechslung zu meinen anderen Genres.
© Michaela Gutowsky
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3.0 von 5 Sternen Falsche Erwartungen, 29. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Daniel H. Wilson wartet in seinem Roman "Das Implantat" mit einer faszinierenden Idee auf! Die Geschichte spielt in den USA der nahen Zukunft. Der medizinische und technologische Fortschritt ermöglicht es inzwischen, kleine Implantate ins Gehirn einzupflanzen, um neurale Krankheiten zu heilen. Aber auch um die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

Nun stimmt einen der Klappentext mit folgenden Worten auf die Handlung ein: „Was, wenn Überlegenheit käuflich wäre?“ Und weiter: „Neurale Implantate (…) sind der letzte Schrei. Sogar neurale Krankheiten können damit geheilt werden. Doch die Implantate sind teuer, und nur die Wohlhabenden können sie sich leisten.“(Quelle Klappentext: Droemer)

Klingt nach einer großartigen Story und ich hatte einen Plot erwartet, in dem es darum geht, dass die Menschen ohne Implantat diskriminiert werden und die Wohlhabenden sich durch die Implantate noch weiter bevorteilen.

Aber da habe ich mich vertan. Und vor allem zu viel erwartet. Die Handlung geht in eine völlig andere Richtung als gedacht und konnte mich mit seinem tatsächlichen Thema überhaupt nicht überzeugen. Nun kann das Buch ja nichts für seinen Klappentext und meine falsche Interpretation des selbigen, deshalb gilt es unbedingt hervorzuheben, dass es letztlich an meiner fehlenden Flexibilität lag, mich „neu“ auf das Buch einzulassen. Stilistisch gibt es nämlich nicht viel zu meckern, sprachlich einwandfrei liest sich das Buch sehr zügig und flüssig. Ich persönlich bin nur kein großer Freund der hier verwendeten Ich-Erzähler-Perspektive, weil dies die Sichtweise immer stark einschränkt. Und da die Handlung ohnehin schon sehr einseitig ist, hat sich der Autor in meinen Augen mit dieser Wahl keinen Gefallen getan.

Insgesamt ist es eine temporeiche Geschichte. Wenn auch inhaltlich ein wenig zu hastig. Der Autor nimmt sich nicht genügend Zeit, die Geschichte zu entwickeln. Die Ereignisse überstürzen sich fast und wirken damit stellenweise konstruiert und die Entwicklungen unglaubwürdig. Auch wenn ich die Welt sicher nicht durch eine rosarote Brille betrachte, traue ich der Menschheit (gut, in dem Buch konzentriert es sich ausschließlich auf US-Bürger) mehr zu als der Autor. Trotz der Brisanz, die das Thema Diskriminierung in Kombination mit technischem Fortschritt bietet, bleibt der Autor bei stereotypen Figurenzeichnungen und nutzt in meinen Augen nicht die vielen Möglichkeiten, die das Thema bereithält. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass dafür nicht nur die Zeit fehlte, sondern dass es auch einfach gar nicht vorgesehen war.

Die Geschichte bleibt letztlich sehr oberflächlich. Einige Aspekte wurden völlig ausgeklammert und einer actionreichen und rasanten Handlung geopfert, die an mir glatt vorbei ging. Im Mittelteil habe ich mich ehrlich gesagt sogar stellenweise gelangweilt, weil alles stark schwarz/weiß dargestellt wurde und den Figuren die Tiefe fehlte. War der Einstieg noch sehr spannend und packend, ließ mein Interesse schnell nach, weil einfach keine neuen Impulse mehr kamen.

Fazit: Ein Buch, das ich mit anderen Erwartungen vielleicht etwas positiver aufgenommen hätte. So bleibt bei mir aber nur die Enttäuschung über verschenktes Potential. Ich könnte mir „Das Implantat“ gut als kurzweiliges Popcorn-Kino vorstellen, aber mehr hatte die Geschichte für mich nicht zu bieten. Da die Idee aber kontroverse Gedankenspiele zulässt, gibt es dennoch 3 Sterne von mir.

Bewertung: 3 Sterne für eine faszinierende Idee mit schwacher Umsetzung

Rezension auch auf wortgestalt-buchblog.blogspot.com
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4.0 von 5 Sternen Spannender Thriller, der aber mehr hätte sein können, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
"Das Implantat" ist weniger ein Science Fiction, als ein Roman über Diskriminierung, wie sie in der Geschichte schon unzählige Male vorgekommen ist. Wilson bedient sich dabei historischer Vorlagen wie der Diskriminierung der Japaner während des zweiten Weltkrieges. Aus Vereinfachungsgründen übertreibt er es für mein Empfinden allerdings ein wenig mit der Schnelligkeit der Entwicklung. Ich traue der Kollektivparanoia der US-Amerikaner ja einiges zu, aber daß innerhalb weniger Wochen sogar das Vertragsrecht für Implantierte aufgehoben wird, eine der Grundfesten des amerikanischen Handels und Selbstverständnisses, wage ich doch zu bezweifeln. Sieht man darüber hinweg, funktioniert die Geschichte ganz gut und lässt sich flüssig lesen. Auch einige überraschende Wendungen sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Allerdings hat mich das Schicksal der Protagonisten zu keiner Zeit berührt, was angesichts des Themas doch verwundert. Hier fehlt dem Autor m.E. die Fähigkeit, den Leser auf emotionaler Ebene zu packen. Auch einer moralischen Auseinandersetzung mit dem Thema Sinn- und Unsinn leistungssteigernder Implantate geht Wilson aus dem Weg, bei mir entstand der Eindruck, dass er als Wissenschaftler klar auf der Seite der Befürworter steht, was den Roman einseitig erscheinen lässt und viel Potenzial verschenkt. Babylon 5 (Telepathen) und Star Trek (genetisch Verbesserte) haben ein ähnliches Thema m.E. bereits besser verarbeitet.

Fazit: Ein ordentlicher Thriller, der aber viel mehr hätte sein können. 3 1/2 Sterne, aufgerundet zu 4.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Segen zum Stigma, 25. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
In einer nicht sehr fernen Zukunft hat der Mensch mit Hilfe moderner Technik eine Vielzahl von Leiden besiegt. Direkt an das Gehirn angeschlossene Implantante können – teilweise im Verbund mit leistungsstarken Prothesen – geistig und körperlich benachteiligten Menschen zu einem normalen Leben verhelfen, indem das vorhandene Potenzial künstlich verstärkt wird. Doch wie so oft hat eine scheinbar segensreiche Errungenschaft auch eine Schattenseite. Neben dem Einsatz von neuronalen Implantaten zu medizinischen Zwecken kommt es auch zu deren Verwendung mit dem Zweck, die körperlich leistungsfähigen noch leistungsfähiger und die intelligenten noch intelligenter zu machen.

Das Entstehen einer Gruppe von “Übermenschen”, den bald so genannten Amps, führt die Gesellschaft unweigerlich in ein Klima von Angst und Ablehnung. Eine Gesetzgebung, die eine besondere Schutzwürdigkeit vor Diskriminierung und Ausgrenzung nicht anerkennt, trägt zur endgültigen Eskalation bei.

Als eine derart “verbesserte” Schülerin dem Druck der Ausgrenzung und Diskriminierung nicht mehr standhält und sich das Leben nimmt, wird der junge Lehrer Owen Gray hautnah mit dem Konflikt konfrontiert. Auch er selbst trägt ein Implantat, dies jedoch lediglich, um seine Epilepsie zu unterdrücken. Doch dieser Unterschied spielt schon bald keine Rolle mehr, Owen ist nun einer der verhassten Amps. Erst später erfährt er, dass sein Implantat noch deutlich mehr zu leisten vermag.

Durch Medien und Politik befeuert, kommt es bald zu immer gewalttätigeren Auseinandersetzungen zwischen “Normalos” und “Amps”, die bald damit beginnen, sich in Ghettos zu flüchten. Extremistische Organisationen auf beiden Seiten tragen ihr Übriges dazu bei, die Spirale der Gewalt unaufhaltsam zu weiter zu drehen. Auch Owen schließt sich der vermeintlich guten Sache an, die Rechte der Amps notfalls mit Gewalt zu verteidigen. Doch bald muss er erkennen, dass die Grenze zwischen Gut und Böse nicht so scharf ist, wie sie scheint.

Der Autor erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Owen Gray. Durch das Fehlen eines allwissenden Erzählers verläuft die Handlung – abgesehen von zwischen den Kapiteln eingestreuten Pressemitteilungen und offiziellen Verlautbarungen – geradlinig und ohne Wechsel der Erzählperspektive oder der Zeit. Der Leser ist immer direkt am Geschehen und kann der Handlung somit ohne Mühe folgen. Auch sprachlich fordert es den Leser nicht durch besondere Komplexität.

Inhaltlich bleibt die Geschichte für meinen Geschmack ein wenig zu oberflächlich. So hätte ich mir gewünscht, mehr über die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einer neuen ungeliebten Minderheit zu lesen. Die Rasanz, mit der eine medizinische Errungenschaft, die heute noch ein Segen ist, bereits morgen deren Träger zu verhassten “Untermenschen” macht, wirkt auf mich etwas überstürzt und daher nicht immer glaubwürdig. Andererseits hätten entsprechende Schilderungen vermutlich deutlich Tempo aus der Geschichte genommen. Und die überragenden Fähigkeiten, die ein besonderes Implantat namens Zenith seinem Träger verleiht, muten vor einem trotz des Prädikats Science Fiction um Realismus bemühten Hintergrund etwas übertrieben an. Dies finde ich jedoch verzeihlich.

Das Implantat wirft Fragen auf: sind wir im Zeitalter von Google Glass noch mehr als ein paar Zentimeter davon entfernt, uns auch “innerlich” nach Belieben verbessern lassen zu können? Und wie geht eine Gesellschaft damit um, wenn sich eines Tages mehr und mehr Menschen dazu entschließen, sich einer Art freiwilliger technischer Evolution zu unterwerfen?

Obwohl es bei einem Thema, welches für uns vielleicht schon bald aktuell werden kann, nur an der Oberfläche kratzt, hat mir Das Implantat als leichte Lesekost ohne große Schwächen gut gefallen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessant,aber..., 25. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Implantat: Roman (Broschiert)
Ich finde die Story sehr interessant. Der Autor schafft es, dass man die Haltung einzelner Parteien nachvollziehen kann. Ich finde es ist schwer sich zu hundertprozent auf eine Seite zustellen.
Was mich stört ist, es heisst zwar Menschheit, aber der Schauplatz ist die USA.
Schade das die USA immer für den Nabel der Welt gehalten wird.
Es ist leicht zu lesen (leichte Lektüre)
Ich bin eigentlich, was Bücher betrifft nicht, grad ein Sifi-Fan.
Für richtig SiFi-Fans, denke ich ist es nicht wirklich zu empfehlen, da die Charaktere nicht wirklich Ecken und Kanten haben.
Es wird sich zu stark auf die Hauptpersonen konzentriert, das man die weltlichen (USA) Geschehnisse als unwichtig erahnen könnte.
Dann wird eine Lücke von mehreren Wochen in die Story gerissen, in der aber gerade die wichtigen Sachen passieren und man hat dadurch das Gefühl,
der Autor möchte schnell zum Ende kommen. Schade.
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Das Implantat: Roman
Das Implantat: Roman von Daniel H. Wilson (Broschiert - 3. März 2014)
EUR 14,99
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