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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist ein besonderes Buch...
... in zweierlei Hinsicht:

Zum Einen beschreibt es aus Sicht der jungen Frau Paula einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte, nämlich die Geschichte der SPD zum Ende des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik, zum anderen lässt sie durch die zweite Hauptfigur Alexandra erkennen, wie sehr das Erleben zweier Weltkriege mit all dem Wahnsinn einen...
Vor 7 Monaten von Menolly veröffentlicht

versus
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starke Frauen in schweren Zeiten
Es ist der 09. November 1989: die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland ist gefallen. Inmitten des Freudentaumels finden wir die schüchterne Alex wieder. Genau an diesem ereignisreichen Abend beschließt die junge Studentin aus ihrem alten Muster auszubrechen und die geborgenen vier Wände ihrer Großmutter, liebevoll Momi genannt, für einen...
Vor 6 Monaten von Stephie87 veröffentlicht


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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist ein besonderes Buch..., 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
... in zweierlei Hinsicht:

Zum Einen beschreibt es aus Sicht der jungen Frau Paula einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte, nämlich die Geschichte der SPD zum Ende des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik, zum anderen lässt sie durch die zweite Hauptfigur Alexandra erkennen, wie sehr das Erleben zweier Weltkriege mit all dem Wahnsinn einen Menschen prägen kann und nicht nur ihn, sondern auch dessen Familie.
Was gibt man bewusst oder unbewusst an die Nachkommen weiter? Ist man überhaupt in der Lage weiter zu leben, ohne diese Verletzung auf die ein oder andere Art und Weise an die Familie weiterzutragen?

Es ist aber auch ein Roman über die Liebe und ob sie all das verkraften kann. Reicht es (sich) zu lieben, um Kriegserfahrungen und all den Schmerz vergessen zu machen? Alles Fragen, die ich mir während des Lesens stellte und die Charlotte Roth mir auf ihre besondere Weise beantwortet.

Sie schreibt sehr intensiv und packend, vor allem in emotionaler Hinsicht. Was aber auf keinen Fall mit Kitsch verwechselt werden darf. Dieses Buch ist alles andere als kitschig, sondern sehr ehrlich. Sie schont ihre Figuren nicht und am Ende stellt man sich die Frage, ob es wirklich möglich ist, alles zu verzeihen und ob man das überhaupt muss.
Wunderbar gelungen finde ich auch, dass ihre Figuren Fehler haben, Fehler machen und alles andere als in "schwarz-weiß gezeichnet sind".

Paulas Geschichte beginnt 1912, Alexandra lernen wir am Tag des Mauerfalls 1989 kennen. Die Verknüpfung dieser beiden Personen lernen wir Leser nach und nach besser zu verstehen. Sie entfaltet sich wie eine Blume, langsam, mal leise, mal wuchtig, aber stetig. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Das lag sicher auch daran, dass dieser Teil unserer Geschichte mir zwar nicht unbekannt ist, mir aber noch nie auf diese Weise in Romanform erzählt wurde. Außerdem hat es mich auch persönlich betroffen, denn meine Großeltern sind in dieser Zeit geboren. Bestimmte Erinnerungen an Erzählungen von damals sind plötzlich wieder da, aber auch die Frage, wie viel ihres Verhaltens ist genau diesem Tatbestand geschuldet, dass sie in einer solchen Zeit erwachsen werden mussten?

Das ist ein wunderbarer Roman über die Sozialdemokratie am Ende des Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Aber es geht auch darum, wie schwer die Menschen an dem Erlebten ihr Leben lang zu tragen haben und wie sehr dies auch ihre Nachkommen noch beeinflusst. Ein Buch mit absoluter Sogwirkung, das mich aber auch zum Nachdenken bringt und mich nicht loslässt.
Ich weiß sicher, dass ich dieses Buch nicht zum letzten Mal gelesen haben werde.

Das Buch bekommt von mir 5 absolut verdiente Sterne. Ich würde mehr vergeben, wenn das möglich wäre. Ich bin mir sicher, dass dies eines meiner Jahres-Lese-Highlights sein wird und mehr als das, nämlich ein weiteres Lieblingsbuch. Ich wünsche ihm noch ganz viele Leser!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erster Weltkrieg in Berlin, ich war dabei, 30. Mai 2014
Von 
Sursulapitschi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Ich habe wirklich seit langem nicht mehr so ein eindrucksvolles Buch gelesen.
Es war erster Weltkrieg in Berlin, und ich habe das Gefühl, ich war dabei.

Wenn man anfängt, dieses Buch zu lesen, denkt man an nichts Böses.
1989, die Ostberlinerin Alex wird im Begeisterungsstrudel wegen der Grenzöffnung zur BRD mitgerissen und stolpert über den Westberliner Oliver. Liebe auf den ersten Blick.
Ganz schlicht, aber eindringlich, erlebt man hier eine sehr schöne Liebesgeschichte in einer Zeit des Umbruchs in Deutschland. Ohne große Erklärungen erfährt man, wie es zu der Wende gekommen ist. Man erlebt sie einfach mit. Wer dabei war denkt: Ja, so war das damals...und wer nicht dabei war denkt: Ach, so hat sich das angefühlt.
Als Alex ihren neuen Liebsten ihrer Großmutter vorstellen will, erleidet sie einen Herzinfarkt. Was hat sie an Olivers Anblick so geschockt?

Das ist allerdings nur die Rahmenhandlung zu Paulas Geschichte, die man von 1912 bis 1933 miterlebt.
Sie beginnt, als Paula 16 Jahre alt war und erzählt vordergründig, wie sie erwachsen wird und sich unsterblich verliebt. Nebenher erfährt man hautnah, wie das Leben in Deutschland zu dieser Zeit war, wie die Bevölkerung im ersten Weltkrieg gelitten hat, wie sich das Parteiensystem durchgesetzt hat und wie die SPD entstanden ist.
Paula war auch bei einer Wende dabei, als nämlich 1918 der deutsche Kaiser abdankte und die Weimarer Republik ausgerufen wurde, kurz nach Ende des ersten Weltkriegs.
All das lernt man ohne große politische Erklärungen kennen. Man erfährt es ganz nebenbei durch das Schicksal von Paula und ihren Freunden, und dadurch ist es sehr nachvollziehbar und sehr beklemmend. Immerhin bahnt sich auch der zweite Weltkrieg an. Auch die einfühlsame und authentische Sprache trägt dazu bei, dass man sich in dieser Zeit sehr zu Hause fühlt.

Irgendwie ist Paulas Geschichte mit der von Alex verbunden. Man liest sie beide mit Spannung und rätselt: Wie passt das zusammen.
Und neben den offensichtlichen Berührungspunkten weisen die beiden Geschichten immer ganz dezente Parallelen auf. Bei einem Zeitwechsel beginnt das neue Kapitel mit dem letzten Satz vom vorherigen und wird eingeleitet mit einem Zitat aus einem Lied, entweder von Berthold Brecht oder Wolf Biermann. Das macht Spaß und ist beeindruckend.

Nach dem Lesen dieses Buches habe ich einen dicken Kloß im Hals und das Gefühl, ich habe ein wichtiges Stück deutsche Geschichte zum ersten Mal richtig verstanden. Ich war dabei und es war schön, aber auch sehr traurig. Man kann plötzlich verstehen, warum Großeltern, die zwei Kriege erlebt haben, nie wirklich etwas darüber erzählen wollten. So etwas kann man eigentlich gar nicht erzählen.
Charlotte Roth hat es an ihrer Stelle erzählt. Dankeschön!
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Lass dich nicht verbittern in dieser bitt'ren Zeit.“, 18. Mai 2014
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Ich höre gerüchtehalber wie die Spatzen zwei angebliche Tatsachen aus der Buchbranche von den Dächern pfeifen. Einerseits sollen Historische Romane sich in einem argen Tief befinden, zu allen wichtigen und unwichtigen zeithistorischen Personen und zu allen grossen und kleinen Schlachten vergangener Zeiten gibt es unzählige dramatische Liebesgeschichten, aber andererseits fallen mir die vielen Neuerscheinungen die sich mit und rund um den 1. Weltkrieg befassen auf. Sind die Bücher deren Handlung sich vor fast genau einhundert Jahren abgespielt hat, Sachbücher mal ausgenommen, etwa keine Historischen Romane? Ich finde schon ... nur gilt es die raren Perlen in der Flut der aktuellen Publikationen ausfindig zu machen und zu lesen.

Die Autorin Charlotte Roth sagt mir auf den ersten Blicks nichts und ist mir gänzlich unbekannt, auf den zweiten Blick entdecke ich eine geschätzte Schriftstellerin die sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Für mich eine klare Sache, ich muss das Buch haben und es lesen. Kurzbeschreibung und Cover zielen auf die weibliche Leserschaft ab aber jegliche Befürchtungen in diese Richtung wurden rasch zerstreut, auch männliche Leser dürfen bedenkenlos zu diesem Buch greifen. Es beginnt mit der kleinen Nebengeschichte im Jahre 1989 just in den Tagen des Mauerfalls und der Wende. Alexandra aus der Ex-DDR begegnet der Liebe auf den ersten Blick in Gestalt des Westlers Oliver. Als sie die stürmische Liebe ihrer Grossmutter vorstellt, erleidet diese einen Herzinfarkt. Sie erkennt in Oliver einen Geist der Vergangenheit ...

Dann setzt der dominierende Handlungsstrang beginnend im Jahre 1912 ein. Schnell erobern die jungen Berliner Paula und ihren Bruder Manfred, ihre Freunde Clemens, Harry und Joachim die Gunst der Leser/-innen und ziehen einem in eine spannende Zeit voller politischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Was die Leserschaft weiss, aber die Figuren noch nicht, ist das der 1. Weltkrieg unmittelbar bevorsteht. Die sorglosen Tage am Wannsee werden bald von den Wirren des Krieges abgelöst und verlangen den Protagonisten einiges ab. Sie entwickeln sich und werden eigenständiger, schreiben Artikel in Zeitungen, ziehen in den Krieg und kümmern sich um die verarmte Arbeiterschaft. Sie erleben das Ende des Krieges, die Anfänge der Weimarer Republik und die beginnende Macht der Nazis bis sich der Bogen wieder im Jahre 1989 schliesst.

Es ist eine fesselnde Geschichte die uns Charlotte Roth erzählt. Die Figuren müssen sich in einer rasant verändernden Welt behände zurechtfinden. Sie reifen und nehmen entschlossen den Platz ein den das Leben für sie bereithält. Das die Autorin die Politik nicht ausspart und die Rolle der Sozialdemokratie und ihrer Bewegung in diesen Roman mit einbringt hat mir als politisch interessierter Leser besonders gut gefallen. Quasi lebendiger Geschichtsunterricht in Romanform. Ein kleines Wagnis vielleicht aber eines das sich gelohnt hat. Wer die Schriftstellerin von anderen Büchern her kennt, dem kann ich mitteilen, dass dieser Roman vom erzählerischen/sprachlichen Stil her zum Lesen das bisher "leichtfüssigste" Werk ist. Wohlgemerkt, das bezieht aber rein auf den Schreibstil und nicht auf den Inhalt den der ist wie gewohnt Erstklassig.

Ich kann beim besten Willen nichts anmerken was mir nicht gefallen hat. Zu kritisieren habe ich null, nix, nada, niente, ich steh diesbezüglich mit leeren Händen da und auch deshalb die Wertung von fünf Amazon Sternen. Dieses Werk wird es ziemlich sicher nicht in den Kanon der Weltliteratur schaffen, aber es ist ein lesenswerter Historischer Roman mit Anspruch und gute Unterhaltungsliteratur.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Geschichte, 21. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
"Wenn dein Haus zusammenstürzt, hörst du es vorher in den Wänden knacken." So beginnt "Als wir unsterblich waren" und entführt uns mit diesen Worten nach Ostberlin im Jahr 1989. Wir begegnen Alex, die bei ihrer Großmutter Momi lebt, und deren Haus am 09. November 1989 zweimal einstürzt: Es ist der Tag des Mauerfalls, nach dem alles anders ist. Und dann begegnet Alex am Grenzübergang noch Oliver und verliebt sich Hals über Kopf.

Parallel reisen wir noch weiter in die Vergangenheit: Wieder in Berlin, doch diesmal im Jahr 2012, lernen wir am Wannsee Paula kennen. Hierbei handelt es sich um die Haupthandlung, die die Autorin geschickt in die Rahmenhandlung einflicht: Der Übergang fällt leicht, da der letzte Satz des Abschnittes zugleich in dem neuen Abschnitt einleitet. Der Abschnitt um Paula und ihre Lieben hat mich sehr berührt. Auch hier steht ein Umbruch bevor, doch stehen hier alle Zeichen auf Krieg. Und so begleiten wir Paula in turbulente Zeiten, die ihr Leben auf den Kopf stellen. Wir erleben die Geburtsstunde der Sozialdemokratie und den ersten Weltkrieg, der alles verändert und auch um Paula herum Opfer fordert.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch von Charlotte Lyne, die sich unter dem Pseudonym Charlotte Roth auf ein neues Terrain begibt. Und ich wurde nicht enttäuscht: Auch hier hat mich die Sprachgewalt, mit der sie ihre Geschichten erzählt, auf Anhieb gefesselt. Die Charaktere sind wie gewohnt nicht eindimensional, sondern haben ihre Ecken und Kanten. Den einen oder anderen hätte ich gerne mal durchgeschüttelt. Auch die Nebencharaktere sind liebevoll ausgearbeitet und haben mich sehr berührt, allen voran Kutte, Deborah und Joachim. Ich habe mit Paula und ihren Freunden und Familienmitgliedern mitgelitten, und so war es ein hochemotionales Leseerlebnis, das mich so schnell nicht loslassen wird. Das Knacken in den Wänden hallt nach.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kraftvoll erzählte deutsche Geschichte, 7. September 2014
Von 
Caillean - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Ich war nie ein großer Kenner der Politik oder ihrer Geschichte. Insbesondere die „Irrungen und Wirrungen“ im Deutschland vor und nach dem ersten Weltkrieg (Ende des Kaiserreiches, Weimarer Republik) waren mir oft schleierhaft. Dieses „wer mit wem und warum und gegen wen“ hat mich verwirrt. Doch damit ist dank dieses Romans jetzt Schluss.

Toll erzählt und mit vielen lebendigen Details versehen, erleben die Jahre zwischen 1910 und 1933 eine Wiederauferstehung. Die Geschichte von Paula, Clemens und ihren Mitstreitern der jungen Sozialdemokraten mit ihren großen Vorbildern August Bebel, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ist rasant, oft traurig, manchmal nervenzerrend und doch absolut authentisch. Zudem erhält der Leser einen detaillierten Einblick in die frühen Jahre von SPD und KPD. Wenn ich gewusst hätte, wieviel Politik in diesem Buch steckt, hätte ich es vielleicht nicht zur Hand genommen. Ein Glück, dass der Klappentext hier sehr „schwammig“ ist – denn so hatte ich zwar etwas andere Erwartungen an das Buch, aber letztendlich war die erzählte Geschichte viel interessanter als das, was ich mir zunächst erhofft hatte.

Umspannt wird die Geschichte mit einer Rahmenhandlung, die in der Wendezeit spielt (Nov./Dez. 1989). Und nun komme ich zu meinem Punktabzug… denn auch wenn diese Rahmenhandlung ebenfalls sehr gut geschrieben ist – der Verknüpfungspunkt ist mir einfach ein zu großer Zufall und erschien mir doch ziemlich unrealistisch. Ich möchte das, um hier nicht zu viel zu verraten (das würde zu viel von der Auflösung vorwegnehmen), nicht näher ausführen. Wer es genauer wissen möchte, kann gern per E-Mail bei mir nachfragen.

Trotzdem kann ich das Buch wärmstens weiterempfehlen für alle, die nicht nur spannende sondern auch lehrreiche Lesestunden zur Geschichte Deutschlands suchen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundert als leichte Lektüre, 15. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als die Studentin, Alex, aus Ostberlin beim Mauerfall auf
den Studenten, Oliver, aus Westberlin trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick.
Die Großmutter, Paula, bei der Alex groß geworden ist, reagiert panisch, als
ihr Oliver vorgestellt wird. Er sieht aus, wie jemand aus ihrer Vergangenheit.
Die war von sozialdemokratischer Politik ausgefüllt.

So beginnt Paulas Geschichte schon vor dem ersten Weltkrieg. Die Kriegsanleihen, denen die SPD zustimmte,
lehnt sie ab, bleibt aber in der Partei mit der Hoffnung auf eine Einheit aller Linken.
Ihr Bruder wird zum USPD-Kommunisten, ihr guter Freund Harry ist als Jude
vor allem an einer Einheit gegenüber dem rechten Terror interessiert und setzt sich dafür
mit juristischen Mitteln ein. Paulas Liebster, Clemens, aber ist ein brillanter Redner,
der in der SPD bleibt und trotz aller Zweifel und Kritik sich an die Partei bindet.
Da auch ein Nazi und eine berechnende Frau aus gewalttätigem Milieu im Leben von Paula
vorkommen, kann die Autorin ein Jahrhundert in der Geschichte einer Frau präsentieren.
Wie die Gegenwart von Alex und Oliver mit Paulas Vergangenheit verknüpft ist,
wird erst am Ende verraten.

Die Zeitgeschichte wird stark zusammengefasst und nur in herausragenden Ereignissen,
die man ohnehin kennt, dargestellt. Die Zeit nach Hitlers Wahlsiegen und vor dem Mauerfall
kommt kaum vor. Der Weg vom Kaiser- zum Nazireich steht im Vordergrund.
Die Weimarer Republik mit ihren vertanen Möglichkeiten, insbesondere die Geschichte der
Linken, sind das Thema des Romans. Dabei bleiben Fragen offen.
Warum ein Parteimitglied, das obendrein ein erstes Haus für geschlagene Frauen aufbaut
und Journalistin ist, nie in eine Ortsvereinsversammlung geht oder sonst auf einem Wege
— vielleicht beim Kauf der Mitgliedsmarken? — Informationen direkt mit Partiemitgliedern
austauscht, verstehe ich nicht. Ausgerechnet die aktive Paula fragt den gerade aus dem Krieg zurück
gekommenen Oliver, ob jetzt die Einigkeit zwischen Liebknecht/Luxemburg und Ebert/Noske
möglich wird und hört andächtig, dass es bereits abgesprochen sei, dass der linke Flügel
an der Regierungsbildung beteiligt wird. Woher weiß Clemens das? Und wie kann Paula
so gläubig ihn befragen und sich dann zufrieden geben?

Die Autorin braucht den Dialog als Form der politischen Information, damit ihr Buch nicht zum Geschichtsbuch wird.
Manchmal gelingt es ihr sehr gut, etwa wenn Clemens und Paula sich streiten.
Dass die Dialoge in feinstem Hochdeutsch und voller Lebensweisheit geschrieben sind, macht sie zu exemplarischen Aussagen.
Dialekt setzt die Autorin nur bei einer Figur ein, die weniger Tatsachen vermittelt oder Positionen begründet
als für “das gute Herz am rechten Fleck” steht.
Sentenzen sind auch die Liebesdialoge. Sie erklären die Gefühle der Figuren feinsinnig.
Ganz anders als im Realismus, wo aus den realistischen Dialogen auf das Gefühl zurück
geschlossen werden muss, wird es hier wie im Poesie-Album direkt ausgedrückt. Auch das
dient vermutlich der Straffung, die nötig ist, um ein Jahrhundert zwischen zwei Buchdeckel zu bekommen.

Das Buch liest sich leicht und ist deshalb durchaus empfehlenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mut und Kampfgeist..., 5. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Das beste Buch was ich bisher gelesen habe... ein authentischer Schreibstil und eine sehr emotionale Geschichte. Ich fühlte mich beim Lesen in die Zeit um den ersten Weltkrieg versezt und fühlte den Mitwirkenden sehr nahe. Das Leben der Menschen zur damaligen Zeit mit allen Befindlichkeiten, Ängsten aber auch des Mutes und Zuversicht so authentisch zu zeigen, macht nachdenklich...über mich selber und unser heutiges Dasein . Der Mut und Kampfgeist der Freunde in der Geschichte hat auf mich positiv und bestärkend gewirkt...danke für dieses schöne aber auch trauriges und erschütterndes Stückchen Geschichte...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als wir unsterblich waren, 7. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Alexandra lebt in Ostberlin, der ehemaligen DDR. Als am 9. November 1989 die Mauer fällt, geht sie mit ihrer Freundin nach Westberlin. Dort trifft sie auf Oliver und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Als sie Oliver ihrer Grossmutter, die sie aufgezogen hat, vorstellt und seinen Namen nennt, bekommt Momi, so nennt Alexandra ihre Grossmutter, einen Herzanfall und verbietet Alexandra, sich weiter mit Oliver zu treffen.

In diesem Werk ist die 16-jährige Paula die Hauptfigur. Wir schreiben das Jahr 1912 in Berlin-Wannsee. Paula verbringt mit ihrem Bruder Manni und seinen Freunden Clemens, Harry und Joachim den Sommer am Wannsee. Clemens ist ein grossartiger Redner und Mitglied der SPD. Er kann seine Freunde dazu bringen, auch bei dieser Partei Mitglied zu werden. Paula verliebt sich unsterblich in Clemens, der leider bereits eine Freundin hat. Die Geschichte wird aus Paulas Sicht in den Jahren 1912 bis 1933 erzählt.

Als ich den Klappentext von diesem Buch gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Den Schreibstil fand ich sehr flüssig und ich hatte Mühe, den Roman aus der Hand zu legen. Mein Kopfkino sprang sofort an, ich konnte mir alles bildlich sehr gut vorstellen. Ich fand die Geschehnisse sehr spannend und mit sehr vielen Emotionen versehen. Die Taschentücher hatte ich zum Glück auch in Reichweite, die Tränen sind reichlich geflossen. Auf alle Fälle eines der besten Bücher, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Das gibt für mich kristallklare fünf Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schönes Buch über deutsche Geschichte, 28. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Ich liebe Bücher mit Gefühl und Herz aber auch einen historischen Rahmen. In dieses Buch kann man abtauchen und man ist gedanklich noch bei Paula wenn man Abends im Bett liegt. Wie geht es wohl weiter, wie wird sie reagieren und was hättest Du gemacht? Wie wäre es Dir ergangen?

Man freut sich mit ihr und all den anderen Personen, und man leidet. Denn das ist kein klassischer Happy End Roman. Manchmal passieren Dinge die man lieber nicht lesen möchte. Einfach weil es anders doch romantischer wäre.

Ich hatte beim Kauf weniger erwartet und war danach mehr als positiv überrascht.
Eines meiner Lieblingsbücher 2014
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als wir unsterblich waren, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Als wir unsterblich waren: Roman (Taschenbuch)
Der Roman der Autorin Charlotte Roth beginnt mit der Geschichte von Alex, die bei ihrer Großmutter in Ostberlin aufwächst. Am Abend des Mauerfalls läßt sie sich von ihrer besten Freundin mitreißen und schlüpft unter dem Schlagbaum durch, der bis gerade die Grenzen ihrer Welt waren und landet fast direkt in den Armen von Oliver. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick und sie spüren, dass sie zusammengehören. Ihre Liebe erlebt einen Dämpfer, als Alex ihrer Großmutter den neuen Freund vorstellen möchte. Momi erkennt in Oliver einen Teil ihrer Vergangenheit und bricht zusammen. Der zweite Erzählstrang beginnt 1912 mit der 16 jährigen Paula und ihrer Clique am Wannsee. Mit dabei sind ihr Bruder Manni, die jüdischen Freunde Harry und Joachim, sowie ihr Schwarm Clemens. Kutte, der Kaffeebudenbesitzer wird nach einer Auseinandersetzung mit Clemens einer seiner besten Freunde. Und um diese Gruppe spannt sich der ganze Bogen der Geschichte. Clemens, der brillante Redner, dem nicht nur die Damenwelt zu Füßen liegt ist eigentlich Sohn eines Industriellen, sein Herz schlägt aber für den Sozialismus. Ihm stehen in der Partei alle Möglichkeiten offen, aber dann bricht der erste Weltkrieg über die Freunde herein. Die Männer ziehen in den Krieg und Paula engagiert sich weiter in Berlin. Sie gründet ein Frauenhaus und lernt so auch die spröde Stefanie kennen, die im Laufe ihres Lebens immer wieder Paulas Leben kreuzt. Spätestens nach dem Krieg ist ihre Unbeschwertheit der Jugend Geschichte, denn der Krieg hat nicht nur körperliche, sondern auch seelische Narben hinterlassen an denen die Freunde zu zerbrechen drohen. Aber das Leben geht weiter, es wird geheiratet, Kinder geboren und gelebt und geliebt. Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, ich mochte den Bogen, den die Autorin vom Mauerfall bis zur Zeit des Kaisers spannte. Natürlich sollte der Leser zumindest ein wenig Interesse an der deutschen Geschichte haben, aber dann kann man sich ganz in die Geschichte fallen lassen.
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Als wir unsterblich waren: Roman
Als wir unsterblich waren: Roman von Charlotte Roth (Taschenbuch - 2. Mai 2014)
EUR 9,99
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