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am 19. März 2012
Inhalt:

Ein abgelegenes Dorf in den Pyrenäen, eine hermetisch abgeriegelte Psychiatrie und ein grausam inszenierter Mord. Commandant Servaz und sein Team stehen vor einem Rätsel. Warum hängt jemand einen zerstückelten Tierkadaver in 2000 Meter Höhe auf? Was verbindet den Großindustriellen Eric Lombard, Besitzer des toten Pferdes, mit dem Mord an einem Apotheker? Gibt es einen Zusammenhang mit der angeblich ausbruchssicheren Anstalt? Was bedeutet der schwarze Schmetterling? Fragen über Fragen und der hoch intelligenter Täter scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein'

Kritik:

Was dieses Buch ist: spannend, beängstigend, gesellschaftskritisch, eine treffende Charakterisierung unserer Zeit. Was dieses Buch nicht ist: langweilig.

Schwarzer Schmetterling hat mich wirklich begeistert. Angefangen bei den Protagonisten Commandant Martin Servaz und der Psychologin Diane Berg. Servaz führt zwar das typische Polizistenleben, geschieden und mit der Arbeit verheiratet, ist aber im Gegensatz zu vielen seiner literarischen Kollegen nicht permanent von Selbstzweifel zerfressen oder depressiv. Ein fähiger Ermittler, ein kluger Kopf, der in seiner Arbeit aufgeht, sich aber auch in ihr verrennt. Vielleicht um sich von den Schwierigkeiten in seinem eigenen Leben abzulenken.

Im Gegensatz dazu die analytische, aber im Moment verunsicherte Psychologin, die in der abgelegenen Psychiatrie, unweit der Tatorte, soeben ihren Dienst angetreten hat. Irgend etwas an ihre Umfeld behagt ihr nicht und so ermittelt sie auf eigene Faust und versucht hinter das Geheimnis der Anstalt zu kommen. Glaubhaft schildert der Autor, warum Diane sich nicht mit den Ermittlern in Verbindung setzt, sondern eigenständig agiert.

Sämtliche Akteure sind interessant und ungewöhnlich, z.B Servaz Partnerin Irène Ziegler, der pensionierte Richter Saint-Cyr oder die toughe Staatsanwältin Cathy d' Humières. Bald wird klar, dass jeder Mensch ein dunkles Geheimnis hat ' egal wie sehr er es versteckt und wie gut man ihn zu kennen glaubt.

Der Roman wird aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren erzählt, so dass man als Leser sowohl über die Ermittlungen der Polizei, als auch über die Vorgänge im Institut sehr genau informiert ist und eigenständig versuchen kann das Rätsel zu lösen. Bernard Minier versteht es ' trotz der Fülle an Informationen ' meisterhaft seine Leser im Dunkeln zu lassen, die Geschichte gipfelt schließlich in einem spannenden Ende und hinterlässt ein Gefühl der Beklemmung.

Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft. Fast akribisch beschreibt er jede Situation und die handelnden Figuren bis ins kleinste Detail. Trotzdem wirkt dieser Stil hier nicht störend, sondern passt in die Gesamtheit des Buches und sorgt für eine einzigartige, kalte und düstere Atmosphäre.

An manchen Stellen stolpert man über sehr merkwürdige Formulierungen und ungewöhnliche Satzkonstrukte, die auch schon von einigen Lesern ' zu Recht ' kritisiert wurden. Da ich das seltene Vergnügen hatte das Buch sowohl im Original, als auch in der Deutschen Übersetzung zu lesen, kann ich sagen, dass diese Auffälligkeiten vor allem aus der teilweise, für mein Empfinden, sehr lieblosen Übersetzung herrühren.

Beispiel: Der Satz 'Samira Cheung portait ce matin-là des hautes chaussettes à rayures horizontales rouges es blanches,..' wird Wort wörtlich übersetzt: 'Samira Cheung trug an diesem Morgen mit Rot und Weiß geringelte Kniestrümpfe', ohne zu beachten, dass die Syntax im Französischen eine ganz andere ist als im Deutschen. Richtig wäre also gewesen mit 'trug an diesem Morgen rot-weiß geringelte Kniestrümpfe' zu übersetzen. Diese Fehler ziehen sich aber durch das gesamte Buch und zerstören zum Teil die sprachliche Wirkung des Romans.

Fazit:

Ein großartiges Roman, fesselnd und trotz der Länge keine Sekunde langweilig. Interessante Charaktere und eine wirklich überzeugende Story. Einzig die Übersetzung schmälert das Lesevergnüngen. Trotzdem sollte man dieses Buch unbedingt lesen, Aber man muss sich 'warm anziehen', denn selbst im warmen Bett, oder auf den Sofa lässt einen die Kälte nicht los, die dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite vermittelt.
0Kommentar35 von 36 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Das am 1. März erschienene Buch von Bernhard Minier möchte ich euch heute vorstellen. Wir befinden uns mitten im Winter in St. Martin, einem kleinen Ort in den französischen Pyrenäen. Ein Talkessel, Schieferdächer, Tannen, ein Wasserkraftwerk und viel Schnee ' - das sind die Worte, an die ich im Laufe des Buches erst einmal denke. Dann denke ich an das erste schreckliche dramatische Verbrechen. Ein Pferd ohne Kopf, der Kadaver schrecklich zerstückelt '. Man kann es förmlich an der Seilbahn hängen sehen, die hinauf zum Wasserkraftwerk führt, so bildhaft ist die Szene beschrieben ' bildhaft und detailliert, aber, das ' so finde ich ' muss einfach so sein. Aber ' liebe Leser ' zieht euch warm an, es kommt noch doller ' Am Tatort wird ermittelt und man findet DNA-Spuren von Julian Hirtmann, einem als hochintelligent bekannten Serienmörders. Dieser aber sitzt im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt ein, kann also eigentlich nicht der Täter sein '

Zwei Charaktere sind es, die ermitteln: Martin Servaz der Commandant und Diane Berg, die Anstaltspsychologin ist. Beide werden ' wie auch die anderen 'Darsteller' ' sehr bildhaft und authentisch auch in ihrer Entwicklung während der Thrillerhandlung herausgearbeitet. Ich fand es besonders angenehm, dass man das Buch nicht aus den Händen legen kann, weil es gleich zu Beginn vor Spannung sprüht und diese Spannung mittels eines perfekt ausgedachten Spannungsbogens ständig gehalten und immer wieder ausgebaut wird.

' Nachdem man den Mord des Tieres verdaut hat, geht es weiter ' Menschen werden ermordet. Ist es ein Psychopath, der hier sein Unwesen treibt ???

Absolute Spannung ' Nervenkitzel ' und authentische Charaktere, Szenen, die bildhafter nicht in Worte gefasst werden könnten ' und dass alles in einem Debütroman ' Ich bin begeistert. Hier lohnt es sich absolut, diesen mehr als 600seitigen Thriller in die Hand zu nehmen. Auch kommt sehr schön die Landschaft der Pyrenäen zur Geltung. Ich habe es sehr genossen, wie der Autor die Handlung aufgebaut hat. Mir hat es gut gefallen, wie er seine Idee umgesetzt hat ' wie er aus dem eigentlich Nur-Tiermord eine Schreckensszenerie erschaffen hat, die dem Leser Gänsehautfeeling vermittelt. Man weiß bis zum Schluss nicht, wer nun wirklich der Täter ist. Diese Handlung in der kalten einsamen eisigen Landschaft, dieses kleine Dörfchen ' all das ist allein schon mysteriös und die atemberaubende Spannung noch dazu, das alles treibt den Leser von Seite zu Seite. Eine dichte Handlung mit literarischem Anspruch und doch leicht und flüssig zu lesen ' ein perfekter Spagat wie ich finde und von der Schreibweise her für einen solchen Thriller bestens geeignet.

Der Autor verwendet oftmals die wörtliche Rede und nutzt bildhafte Adjektive, um die Handlung noch authentischer und realer vor dem geistigen Auge des Leser erstehen zu lassen. Ich vergebe aus meinen gesammelten Erfahrungen mit dem Buch 100 von 100 möglichen Punkten !!!
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am 7. Mai 2012
Im Ernst, es ist mir noch nie so schwer gefallen, meine Meinung in Worte zu fassen wie im Fall des Schwarzen Schmetterlings. Woran das liegt? Ich habe keine Ahnung, denn eigentlich stand meine Meinung bereits nach knapp einem Drittel fest:
Da wäre (deutlich) mehr drin gewesen.

Zum Buch (Achtung: SPOILER):
In einer kleinen Stadt in den Pyrenäen wird ein Pferd ermordet (ja ganz recht, ein Pferd!) und die Kriminalpolizei von Toulouse rückt an, um Licht ins Dunkle zu bringen.
Natürlich bleibt es im weiteren Verlauf nicht bei einem ermordeten Pferd; zwei renommierte Männer des Ortes mit düsterer Vergangenheit werden kurz nacheinander auf bizarre Weise ermordet und eine lange zurückliegende Selbstmordserie gibt neue Rätsel auf.
Kurzum... es ist alles da, was ein gutes Buch braucht, vor allem: ein guter Einsteig, ja ein völlig neuer Ansatz einen Thrillers, der Mord an einem Pferd.
Ich gebe zu, zu Beginn habe ich gestutzt. Ich meine, Kriminalpolizei? Die Mordkommission? Für ein Pferd?
Sich als Leser darauf einzulassen, ist mir zuerst nicht ganz leicht gefallen, der betriebene Aufwand schien mir doch etwas sehr überzogen, dann aber hat es mich doch irgendwie gepackt und auf den folgenden Seiten habe ich tatsächlich ab und an vergessen, dass es (nur) um ein Pferd geht und ich war bereit, mich von der Story fesseln und davontragen zu lassen.

Und so begab ich mich an der Seite der Ermittler zum Schauplatz des Verbrechens, einer windumtosten Seilbahnstation mitten im Nirgendwo auf einem verschneiten Steilhang, in deren Gerüst der Leichnam des Pferdes ohne Kopf und Haut aufgehängt wurde und ich stutzte erneut.
Wie um alles in der Welt hat der Täter das hingebracht?
Ich meine, ich bin natürlich kein Experte, weder für Seilbahnen noch für das Handling von toten Pferden, aber selbst für einen wahren Herkules nebst einem halben Dutzend Helfer scheint mir das Unterfangen, ein kopfloses Pferd in eine Seilbahnkabine zu bugsieren und dann in einem Stahlgerüst zu drapieren, doch etwas zu ... unhandlich zu sein.
Nun ja, dachte ich, kleine Schwachstelle, kann ja mal vorkommen. Also las ich weiter und fand mich kurz darauf im Institut Vernier, der örtlichen Hochsicherheitseinrichtung für kriminelle Psychopathen. Dort erklärte soeben der leitende Arzt seiner neusten Angestellten gleich beim ersten Rundgang munter, dass es in dieser Einrichtung üblich ist, die wirklich üblen Jungs mit Elektroschocks zu disziplinieren (aber natürlich nur, wenn's gar nicht anders geht!).
Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich denke, dass nur die wenigsten Mediziner eine solche Behandlung als sinnvoll, bzw. vertretbar ansehen (also, ich hoffe das zumindest ^^).
Nach und nach wurde die Stimmung dann immer düster und bedrohlicher... ständig schnürte es einem der gerade agierenden Charaktere vor Angst die Kehle zu oder den Magen ab.
Hier ist mir insbesondere die Szene, in der der leitende Kommissar (ein Polizist!) nachts mit seinem Jeep durch den Wald fährt, in bester Erinnerung geblieben (immerhin saß ich ja quasi auf dem Beifahrersitz^^) ... plötzlich tauchte hinter ihm ein anderer Wagen auf... folgte ihm durch den Wald.. die Kehle des Polizisten wurde eng (sein Magen ebenso)... dann passiert es... das ULTIMATIVE GRAUEN... der Wagen hinter ihm BLENDET AUF!!!!
Zum Glück hat er nicht auch noch angehalten, sonst wäre am Ende noch wer weiß was passiert :)
Nachdem ich das gelesen hatte, habe ich bei den klischeehaft überzeichneten Charakteren wie z.B. der motorradfahrenden (bei meterhohem Schnee in den Pyrenäen) Gendarmin [schlank, wunderschön, schwere Motorradkluft (ja, auch und vor allem im Dienst^^)] oder dem eigenbrötlerischen Kommissar (selbstverständlich geschieden) mit seinen (zum größten Teil wenig passenden) lateinischen Zitaten kaum noch mit einer Wimper gezuckt. Etwas härter getroffen haben mich da doch die Beschreibung von Julian Hirtmann, der prominenteste Insasse von Station A des Institutes Vernier (kultiviert, hochgebildet, vieler Morde verdächtigt und tatsächlich auch eines (!) Mordes überführt), der mich fatal an Hannibal Lector (wenn auch ohne dessen kulinarische Vorlieben) erinnert hat, sowie der nette, pensionierte Richter, der den Kommissar mit Essen und guten Ratschlägen versorgt und sich am Ende (natürlich!) dann doch als Verräter entpuppt.

Das Ende der Geschichte folgt auch leider dem Tenor. Wer auf eine unerwartete Wende, ein Aufbäumen wartet, wird enttäuscht. Die (vorhersehbare) Auflösung enthüllt ein gewaltiges Komplott, das insgesamt zu ausdehnt ist, um tatsächlich realistisch zu sein. Leider wird auch nicht erklärt, wie das mit dem Pferd und der Seilbahn funktioniert hat...
Schade, das hätte ich wirklich gerne gewusst :)

In diesem Sinne,
33 Kommentare23 von 25 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. März 2012
Dieser Roman hat mich die letzten Abende voll in seinen Bann gezogen. Man mag sich nicht rühren, wagt nicht vom Sessel aufzustehen und schlafen zu gehen. Das beginnt bereits bei der Kulisse. Von den ersten Seiten an stand mein Lesesessel mitten in den Pyrenäen - und das bei etwa minus 20 Grad Celsius. Die Figuren Servaz und Berg werden regelrecht zu Reiseleitern und geleiten einen in tiefe psychologische Verwicklungen...und eh man sich's versieht, ist man selbst gefesselt.
Ich lese wirklich viel Krimis/Thriller und bin von diesem Titel echt begeistert. Hoffentlich schreibt der Autor weiter...damit ich in meinem Sessel wieder auf die Reise gehen kann.
0Kommentar30 von 33 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. März 2012
Commandant Servaz ist verärgert, dass er im Fall eines ermordeten Pferdes ermitteln soll. Doch dies ist erst der Beginn einer Mordserie, die ein kleines Dorf in den Pyrenäen erschüttert und Servaz und seine Kollegin von der Gendarmerie, Capitaine Irène Ziegler, vor große Probleme stellt. Denn zunächst ist ihr einziger Verdächtiger der hochintelligente Psychopath Julian Hirtmann, der in einer psychiatrischen Anstalt für Schwerverbrecher einsitzt. Auch die junge Psychologin Diane Berg, die gerade erst ihren Job in der Klinik angetreten hat, interessiert sich besonders für diesen Serienkiller.

Bernard Minier macht in seinem ersten Roman Anleihen bei Jean-Christophe Grangé (Die purpurnen Flüsse) und Robert Harris (Schweigen der Lämmer). Es braucht eine Weile, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch nahm mich die düstere Atmosphäre der atemberaubenden Kulisse der winterlichen Pyrenäen von Beginn an gefangen.

Durch die Perspektivwechsel befinden wir uns einerseits auf dem Revier und im Privatleben der ermittelnden Polizisten, auf der anderen Seite in den Räumen der psychiatrischen Anstalt.
Die Handlungsstränge entwickeln sich parallel und finden erst ganz am Ende zueinander. Der Weg zur Aufklärung führt auch zu einem schrecklichen, in der Vergangenheit verborgenen Geheimnis, das die Härte und Grausamkeit der Taten in der Gegenwart widerspiegelt. Durch die vielen Wendungen und geschickt gelegten Spuren hatte ich immer wieder andere Verdächtige im Visier. Am Ende gelingt dem Autor eine überraschende Auflösung, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

Die Charaktere sind gut gelungen, einige erwecken Sympathie, andere sind zumindest glaubwürdig in ihren Aktionen.
Kommandant Servaz ist ein Mann mit heftigen körperlichen Reaktionen: er zittert, er zuckt, er hat Schweißausbrüche. Dieser Fall nimmt Formen an, die ihm die Grenzen seiner physischen und psychischen Belastbarkeit aufzeigen. Ein bisschen unglaubwürdig erscheinen da die Nehmerqualitäten, die er am Ende des Buches zeigt.
Neben den anderen starken Charakteren bleibt die Figur der Psychologin Diane Berg hinter meinen Erwartungen zurück. Sie füllt ihre Rolle nicht aus, wirkt zu schwach und könnte genauso gut eine untergeordnete Angestellte oder Sekretärin der Anstalt sein.

Zum Schluss gibt es einen kleinen Cliffhanger, was Servaz' Privatleben anbelangt. Eine Fortsetzung ist also denkbar.

Das Buch bringt beste Voraussetzungen für eine Verfilmung mit. Neben der atemberaubenden Kulisse und den spektakulären Leichenfunden fehlt auch die Actionheldin, hier in Person von Irène Ziegler, nicht. Auch der Soundtrack ist schon vorhanden, teilen Servaz und Hirtmann doch die Leidenschaft für Gustav Mahler und hört Servaz' Kollege Espérandieu gern bestimmte Rockbands.

Insgesamt ein spannender Psychothriller, eingebettet in eine eindrucksvolle Kulisse mit interessanten Charakteren und einer nicht leicht zu verdauenden Handlung und einer sauberen Auflösung.
0Kommentar4 von 4 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. Februar 2012
***Zum Inhalt***
Das französische Dorf Saint-Martin versinkt in Eis und Schnee.
Eine Arbeitergruppe fährt früh morgens mit der Seilbahn zu ihrer Arbeitsstelle - dem Wasserkraftwerk von Arruns. In 2000 Metern Höhe machen sie eine grausame und verstörende Entdeckung. Ein Pferdekadaver, grauenvoll verstümmelt und bedrohlich inszeniert. Ein Kunstwerk des Wahnsinns.
Der Besitzer ist einer der reichsten und einflussreichsten Männer in ganz Frankreich.
Am Tatort werden DNA-Spuren des hochintelligenten Psychopathen Julian Hirtmann gesichert. Doch dieser sitzt seit Jahren im Hochsicherheitstrakt einer hermetisch abgesicherten psychiatrischen Anstalt. Wie konnte er seine Spuren am Tatort hinterlassen wenn er seine Zelle nie verlassen hat?
Commandant Servaz und die Schweizer Psychologin Diane Berg versuchen, getrennt von einander, das Rätsel des Wahnsinns zu lösen und begeben sich beide in tödliche Gefahr.
Denn nichts ist so wie es scheint...

***Meine Meinung***
Eins vorweg - Der Debütroman des Franzosen Bernard Minier, "Schwarzer Schmetterling", ist ein absolut grandioser Psychothriller und verspricht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Der Fall ist einfach ungewöhnlich. Zu Anfang ist es nur eine bizarre Geschichte - der Tod eines Pferdes unter ungewöhnlichen Umständen - die niemals solche Ausmaße angenommen hätte, wenn statt des Milliardärs ein kleiner Landwirt der Eigentümer gewesen wäre. Und plötzlich steht diese Geschichte in Verbindung mit einem der schrecklichsten Mörder der Gegenwart - keiner weiß warum und wie diese Verbindung Zustande kommt.
Das Gefühl von Martin Servaz, mit etwas konfrontiert zu sein, das grauenhafter war als alles, was er bislang erlebt hat, ist stärker denn je. Der Fall nimmt eine neue Dimension an und treibt die Ermittler an den Rand der psychischen Belastbarkeit.

Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Auf der einen Seite aus der Sicht des Ermittlerteams - bestehend aus dem Protagonisten Commandant Martin Servaz, seinem Kollegen Vincent Espérandieu (der auf dem Revier ein beliebtes Mobbing-Opfer ist) und der toughen Irène Ziegler. Auf der anderen Seite steht die Schweizer Psychologin Diane Berg, die gerade ihre neue Arbeitsstelle an der Psychiatrischen Klinik Wargnier antritt. Dort werden nur solche Straftäter untergebracht die als so aggressiv eingestuft wurden, dass sie jederzeit handgreiflich werden können und kaum bis gar nicht therapierbar sind. Unter ihnen ist auch der Hauptverdächtige Soziopath Julian Hirtmann. Diane fühlt sich unwohl in dieser abgeschiedenen Klinik. Doch die Patienten sind nicht ihr direktes Probelm. Der Leiter des Insituts ist ihr ein Dorn im Augen, denn er setzt die Patienten einem wahren pharmazeutischen Hiroshima aus. Für Diane einfach unbegreiflich. Sie will nur noch nach Hause. Und eines Abends bemerkt sie, dass jemand nachts über die Flure schleicht und vor ihrem Zimmer stehen bleibt.
Eine ganze Weile entwickeln sich beide Handlungsstränge in unterschiedliche Richtungen und fügen sich erst zum Ende hin zu einem grandiosen Finale zusammen.

Die ganze Zeit über kristallisiert sich der Täter nicht klar heraus - immer wenn ich dachte jetzt habe ich den Übeltäter enttarnt, wurde er wieder freigesprochen. Die Wege die der Autor legt führen in die Irre und die letztendliche Enttarnung ist wahnsinnig verstörend und überhaupt nicht vorhersehbar. Die Spannungskurve, geprägt von einem immer schneller werdenden Szenenwechsel, steigt von Seite zu Seite und raubt einem schier den Atem.

Doch Bernard Minier überzeugt mit seinem Debütroman nicht nur mit fabelhaft gezeichneten Charakteren und einem wahnsinnig verstörenden Fall. Denn die Kulisse vor dem sich die Handlung abspielt, das kleine abgeschiedene Dorf vor diesem atemberaubenden Bergpanorama, hat er meiner Meinung nach einfach nur phänomenal dargestellt. Mich erinnerte diese Umgebung stark an "Die purpurnen Flüsse" und man kann sich dieses kleine Dörfchen bildhaft vorstellen und die Kälte des Eises durch die Seiten spüren.

***Fazit***
Der Psychothriller "Schwarzer Schmetterling" ist ein rundum gelungenes Werk.
Ein richtiger Page-Turner. Ein Thriller der mit starken Charakteren und einer wahnsinnigen Mordserie vor einer atemberaubenden und eiskalten Kulisse überzeugt.
Einfach grandios!
0Kommentar34 von 39 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. November 2012
Hätte ich "Schwarzer Schmetterling" stöbernd in einem Bücherladen entdeckt, und das Cover nur mit meinem Blick gestreift, wäre dieses Buch niemals in meinem Bücherregal gelandet.

Das Cover war mir von Anfang an ein Rätsel.
Diese sehr reduzierte Front, die Kälte ausstrahlt und absolut uneinladend daher kommt, zudem jegliche Aussage über den Inhalt entbehrt.

Ich bin froh, dass ich auf einem anderen Weg zu diesem Werk gefunden habe. Denn es ist, meiner Meinung nach, definitiv eine Thriller-Perle, die ich an meine anderen Bücher anreihen konnte.

Es hat ein wenig gedauert, bis ich anfing, Feuer zu fangen. Den Anfang empfand ich als sehr kurios und nicht wirklich vielversprechend, zumal das erste Opfer ein Pferd ist, das enthauptet und enthäutet am Gipfel einer Seilbahn hängt.
Doch mit jedem Kapitel mehr, das endete und einem neuen die Tür öffnete, wurde ich tiefer in die Geschichte eingesogen.
Ich folgte den Ermittlern von Verbrechen zu Verbrechen und entwickelte mich mit der Zeit selbst zu einem Spurensucher, da bis zum Ende hin völlig unklar bleibt, was diese Taten miteinander verbindet und wer der Täter oder die Täterin tatsächlich ist.

Das Ambiente der Story von "Schwarzer Schmetterling" ist düster, geheimnisvoll und ein Blick in die Abgründe des Menschens.
Der Verlauf ist rätselhaft, atemlos und gepflastert mit vielen einzelnen Fakten, die zusammengefügt werden wollen, augenscheinlich aber nicht zusammenpassen.
Als das Mosaik dann endlich vervollständigt scheint, kommt doch alles anders als vermutet.

"Schwarzer Schmetterling" ist für mich ein lesenswerter, spannender und untypischer Thriller, der zwar eine Anlaufzeit braucht, dann aber geschwind von der Rampe schießt und im Flug einen gekonnten Spannungsbogen zeichnet, bis der Knall der Landung das Ende verkündet.

Ich gebe "Schwarzer Schmetterling" von Bernhard Minier insgesamt fünf von fünf Sternen
0Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. September 2012
Der Klappentext klingt ja schon mal sehr gut.Davon hab ich mich blenden lassen.Es sind auch einige Schnitzer in dieser Lektüre enthalten.Ziemlich am Anfang der Story geht der Commandant Servaz während des telefonierens unter die Dusche.Schon komisch.Im weiteren Verlauf des Buches folgende Zeilen:
Er begegnete dem Blick von Irene,die etwas weiter vorn KOPFÜBER im Schnee steckte und ihn mit einem Ausdruck totalen Entsetzens anstarrte.(S. 658)
Der Commandant Servaz fuhr mit der Seilbahn von der Bergstation(die auf 2000m Höhe liegt) zurück ins Tal.Als er auf der Bergstation ankam, mußte er sich sofort auf dem WC übergeben.... Wie nun???
Usw...
Teils sehr unverständlich geschrieben, dazu noch seeeehr langatmig und das Detail vom Detail wurde nochmal detailiert beschrieben. Macht keinen Spaß.Und welche Musik wer hört interessierte mich auch nicht wirklich.
Teil 2 ist noch halbwegs..halbwegs!! in Ordning, Teil 1 zieht sich nach einigen Seiten wie Kaugummi.
Also "Thriller" ??? Eher Roman.
11 Kommentar3 von 3 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Mai 2012
...und deswegen manchmal auch wirklich mühsam zu lesen.

Einmal mehr war die Skepsis bei "gehypten" Büchern, die in allen Büchereien an vorderster Front ausliegen, berechtigt.
Denn die durch den Plot und den Klappentext geweckten Erwartungen, wieder mal einen guten Psychothriller in der Hand zu haben, wurden wirklich nicht erfüllt.

Dabei ist die Idee der Geschichte garnicht schlecht, das gewählte Umfeld ebenfalls nicht und ein, zwei Überraschungen sind auch drin.
Aber wie es schon ein Vorrenzensent geschrieben hat: Daß er Mahler hört und lateinische Zitate abfeuert, macht aus einem Kommissar noch keine spannende Figur.
Dass er im Irrenhaus sitzt, ebenfalls Mahler hört und böse schauen kann, macht aus einem Häftling noch keinen Bösewicht.
Manche Figuren bleiben endlos blaß oder kommen über ihr Klischee nie hinaus, manch Bösewicht kündigt sich schon 300 Seiten vorher an.
Am schlimmsten fand ich jedoch die fortwährenden Hinweise des Autors am Ende von verschiedenen Absätzen für den ganz und gar unsensiblen Leser:
"Das konnte doch nicht sein!" - "Das war ganz besonders grausam!" - "Wie war das möglich?"
Ein richtiger Psychothriller braucht diese Hinweise und verzweifelten Verstärkungen nicht, sondern wirkt durch die Erzählung selbst.

Und in der Tat: Das Ende ist schnell vorbei, alles fällt magisch auseinander und - ein Ende ist es eigentlich nicht, Fortsetzung droht.

Insgesamt ein Buch, das man nicht haben muss.
0Kommentar8 von 9 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. November 2014
Bereits der vierzeilige Klappentext führt den potentiellen Leser in die Irre. "Eine geschlossene Anstalt und ein hochintelligenter Psychopath mit einem teuflischen Plan" --- ja, die Anstalt ist vorhanden, ebenso der Psychopath, allerdings schmiedet er in seinem Hochsicherheitstrakt keineswegs teuflische Pläne....
Die Pläne werden von anderen geschmiedet und ausgeführt. Ich gestehe: nicht zuletzt mit einem gewissen Voyeurismus und Interesse des Außenstehenden an psychiatrischen Einrichtungen habe ich dieses Buch gekauft. Der Autor ist sich dieses Interesses absolut bewusst, sonst hätte er einen großen Teil der Handlung auch in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegen können.
Aber: bereits im Mittelalter wurden "Verrückte" in Käfigen an Burgmauern ausgestellt, im alten Russland galten "Narren" als heilig. Ich kann mir vorstellen, dass der die Handlung sehr geschickt aufbauende Autor sich dieser Tatsache voll bewusst ist.
Auf den 680 sehr gut übersetzten und flüssig zu lesenden Seiten erfahren wir alles über die Pyrenäen, den Gesteinsaufbau, Fauna und Flora und finden uns im Kopf Kino in den düsteren, verschneiten Tälern, in kleinen Dörfern mit mauernden Originalen, einem geheimnisvollen Schloss sowie unbefahrbaren Straßen wieder.
Commandant Servaz - geschieden, allein lebend, mit einer Vorliebe für die Musik von Gustav Mahler und lateinischen Zitaten, dem es seit der Scheidung an Wärme und Zuwendung fehlt, der sich große Sorgen über den Umgang seiner geliebten Teenager Tochter Margot macht und der durchaus sympathisch rüberkommt, hat das Zeug zum Genie. Bei der Lösung des Falles - auf den ich hier nicht wirklich eingehen möchte, es wurden bereits genug Rezensionen geschrieben aus denen ein Teil der Verschwörung hervorgeht - stößt er auf 15 und mehr Jahre zurückliegende, ungelöste Mordfälle und löst diese sozusagen im Handstreich. Allerdings ist er nicht wirklich ein guter Menschenkenner und tappt in manche Falle.....
Fazit: Aufbau, Handlung, Raffinesse, Personen- und Landschaftsbeschreibungen sind hervorragend; meines Erachtens beginnt die Spannung erst im 3. Teil, steigert sich bis zum überraschenden Finale furioso. Im "Schwarzen Schmetterling" läßt auch der Epilog keine Fragen mehr zum vorliegenden Werk offen.
Teil zwei habe ich auf den Wunschzettel gesetzt - es kann sein, dass ich es kaufe. Es kann aber auch sein, dass ich es bleibenlasse.
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