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am 21. Februar 2015
Der Gerichtsmediziner Paul Herzfeld findet in einer zu obduzierenden Leiche einen Zettel mit einer Telefonnummer versteckt. Als er dort anruft, hört er die Stimme seiner Tochter Hannah, die offensichtlich entführt wurde, sie bittet ihn, niemandem etwas zu sagen. Paul Herzfeld setzt alles aufs Spiel und macht sich auf die Suche nach Hannah. Derweil findet die Comiczeichnerin Linda an Helgolands Küste eine Leiche, die das nächste Puzzleteil zu Hannahs Versteck bieten könnte, denn durch das neben der Leiche gefundene Handy hat sie Paul Herzfeld in der Leitung. Helgoland ist durch einen Sturm von der Außenwelt abgeschnitten und so macht Linda sich daran, Paul bei der Suche zu unterstützen.

Dies ist tatsächlich mein erster Roman von Sebastian Fitzek. Diesen hat er zusammen mit dem bekannten Rechtsmediziner Michael Tsokos geschrieben – und so nimmt das Thema Obduktion auch eine breiten Raum im Roman ein – man kann sich schon denken, dass er dadurch nicht jedermanns Sache sein wird, einiges wird sehr explizit beschrieben.

Der Roman ist vor allem eines: Ungeheuer spannend. Dass dabei die Logik bzw. die Wahrscheinlichkeit manchmal etwas auf der Strecke bleibt, nehme ich bei solchen Romanen in Kauf, hier wird es aber etwas übertrieben, weswegen ich auch einen Stern gestrichen habe. Da ist zum Einen die mehr als unwahrscheinliche Rettung eines der Charaktere und zum Anderen, und für mich am ausschlaggebendsten, die in meinen Augen ziemlich unnötige Hintergrundgeschichte um Linda, die sich gegen Ende unschön und absolut unglaubwürdig entwickelt. Das war der Punkt, an dem der Roman in meinen Augen an „Wohlwollen“ verloren hat. Linda hätte man sicher auch anders einführen können, vor allem hätte man diese horrorfilmmäßige Wendung sein lassen sollen.

Wie im Genre üblich gibt es nicht nur diese sondern eine ganze Reihe „überraschender“ Wendungen, wobei nicht alle bei mir funktioniert haben, recht viele konnte ich vorher schon ahnen. Die übelste betrifft Hannah selbst – und das habe ich nicht kommen sehen, ich finde sie aber gelungen und glaubhaft.

Sehr tiefgehend gezeichnet sind die Charaktere nicht, aber man kann durchaus ihr Handeln und Denken nachvollziehen. Sehr bedrückend sind die Szenen, die aus Sicht eines Opfers beschrieben werden. Der Spannung sehr zuträglich sind die kurzen Kapitel, die meist mit einem Cliffhanger enden, sie sorgen auch dafür, dass man den Roman zügig lesen kann und will. Für mich ist er ein echter Pageturner, am liebsten hätte ich ihn in einem Zug ausgelesen.

Gut fand ich, dass sich hinter dem Geschehen auch ein gesellschaftskritischer Ansatz befindet: Warum werden z. B. Steuersünder härter bestraft als Kinderschänder, ein durchaus aktuelles Thema, über das man nachdenken sollte, vor allem die Verantwortlichen.

Der Roman konnte mich durchaus überzeugen, wenn er auch nicht perfekt ist, auf jeden Fall möchte ich mindestens einen weiteren Fitzek-Roman lesen. Leseempfehlung für Thriller-Fans, die explizite „Ekel“szenen nicht abschreckt.
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am 23. März 2015
Fassungslos

Ich arbeite mich chronologisch durch die Bücher von Sebastian Fitzek und fand seinen Schreibstil bislang meist flüssig und spannend, aber bei „Abgeschnitten“ bin ich fassungslos und frag mich, woran es liegt. Bin ich langsam „Fitzek“-resistent, weil alle Bücher irgendwie nach Schema F aufgebaut sind und man ihm nicht mehr so in die Falle geht wie beim ersten Buch? Oder ist das Buch wirklich unnötig unter seinen Möglichkeiten geblieben? Während des Lesens war ich ein paarmal versucht, es wegzulegen, weil Fitzek, statt an der Spannungsschraube zu drehen, nur den Ekelfaktor erhöht, und das haben eigentlich nur die nötig, die nichts anderes können.

Es reicht mir, im Nebensatz zu erfahren, dass eine junge Frau in Gefangenschaft vergewaltigt wird, um mir die Situation und ihre Qual vorstellen zu können, das möchte ich nicht mehrfach bis zum Erbrechen detailgetreu geschildert bekommen, weil es mich eher anwidert, die dazu begleitenden Ausflüge in die Gossensprache sollen wohl Authentizität erzeugen, stoßen mich aber ebenfalls nur ab. So war ich zwischendrin immer wieder versucht, dem Buch nur einen Stern zu geben, hab dann aber tapfer durchgehalten und bei der finalen Entwirrung der Geschehnisse fast wieder vier Sterne gegeben, weil die Geschichte in sich schon raffiniert aufgebaut ist. Weil danach das Ende aber wieder so moralinsauer Gesellschaftskritik äußert und Überlebende zusammenfinden, die so gar nicht zusammenpassen und auch im Nachspann unnötig reißerisch und eigentlich überflüssig Sektionsbestecke geschildert werden, reicht es für mich noch knapp zu drei Sternen.

Zu Beginn und zum Schluss wird durch aktuelle Gerichtsurteile darauf hingewiesen, dass Steuerhinterzieher eher im Knast landen als Vergewaltiger oder Kinderschänder, das ist zugegeben eine Schande für unser Land, aber die entsprechenden Urteile als Einleitung hätten als Sozialgericht gereicht, man muss es nicht im Buch mehrfach thematisieren und am Ende nochmal brachial um die Ohren gehauen bekommen, dann wirkt nämlich alles leider zu oberlehrerhaft, und der gute Wille bleibt im Ansatz stecken.

Was mir am Buch gefällt? Schwer zu schreiben, ohne zu spoilern: Die Geschichte beginnt grandios, die eigentlichen Haupt- und Nebenhandlungen sind auch spannend, und wie sich am Schluss alles auflöst – oder eben nicht … und dann wieder doch, ist raffiniert gestrickt, und es hätte darauf für mich ein grandioser Roman entstehen können, aber es gibt ein paar mittlerweile typische Fitzek-Versatzstücke, die mich zusehends nerven: aufdringliche Cliffhanger am Ende jedes Kapitels, die sich gleich danach wieder in Nichtigkeiten auflösen, unnötige blutrünstig-reißerische Ekelszenen und dann eben absolut unglaubwürdige Vorkommnisse. Man gewöhnt sich gähnend daran, dass diejenigen, die tot sind, eben doch nicht tot sind, sondern noch aufgeschlitzt, mit Messer im Hals oder zerschossenem Gesicht wahre Meisterleistungen verbringen und dass („Saw“ lässt grüßen) ein Mastermind so intelligent alles vorherplant, dass Tage dauernde Handlungsabläufe minutiös ablaufen wie geplant, obwohl das Misslingen eines einzelnen Versatzstückes alles zusammenbrechen ließe. Grad dann, wenn es passt, läuft eine Person durchs Bild, die genau weiß, was mit dieser oder jener Andeutung gemeint ist – natürlich genau im richtigen Moment, dass die folgenden Versatzstücke wieder passen können. Und wenn mal alles so gar nicht mehr passen kann, kommt halt Kommissar Zufall zu Hilfe, da schafft man dann schon mal Geschwindigkeitsrekorde auf Autobahnen oder hat einen Jungmilliardär an der Hand, der immer so viel Geld im Auto bunkert, dass er mal schnell einen Rettungshubschrauber, der grad für die Handlung gebraucht wird, herbeizaubert, der in Rekordtempo zum Showdown rast und grad den glücklichen Moment erwischt, an dem der Orkan, der die Insel von der Außenwelt abschneidet, ein Päuschen einlegt. Das dienst dann auch in der übertriebenen Form wie hier nicht mehr der Spannung, sondern wirkt nur noch lächerlich.

Insofern: Fitzek kann’s … eigentlich, aber irgendwie bleibt er in meinen Augen mit diesem Buch unter dem, was man erwarten kann. Weniger wäre mehr gewesen … Vielleicht ist das Buch halt eher ein Zugeständnis an Massengeschmack und Vermarktungsmöglichkeiten, früher war er der Geheimtipp, der wunderbar schreiben konnte, heute wird er von Talkshow zu Talkshow weitergereicht, sitzt bei Lanz und lässt sich feiern, da muss man als Autor vielleicht Abstriche machen, um mehr verkaufen zu können. Schade eigentlich. Dass er es immer noch kann, zeigt der Aufbau des Buches, dass er es umsetzt, wie er es tut, geht an meinem persönlichen Geschmack dann leider größtenteils vorbei, aber das ist rein subjektiv, der Erfolg sei ihm gegönnt.
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am 5. November 2013
Mein erster Fitzek. Endlich. Da viele immer von den Fitzek-Bücher geschwärmt haben und Fitzek schon so was wie eine "Marke" unter den Bücher geworden ist, musste ich natürlich auch mal als absoluter Thriller-Fan ein Buch des berühmten Autors lesen. Mit hohen Erwartungen ging ich an das Buch ran und wurde wahrhaftig "umgehauen" vor so viel Brutalität, Spannung und Grausamkeit. Einst lasst euch sagen, dieses Buch ist nichts für schwache Nerven...
Das Cover ist sehr einfach, aber vielsagend gestaltet und passt, genau wie der Titel, perfekt zum Buch.
"Abgeschnitten" beginnt mit einem Prolog, der ziemlich ... verstörend... ist und jede Menge Fragen offen lässt. Fragen, die erst gegen Ende des Buches beantwortet werden.
Das Buch besteht aus zwei Geschichten, die sich ineinander "einreihen" und sich so eine komplette Story ergibt. Zum einen wäre da die Story mit Paul und der Entführung seiner Tochter, zum Anderen gibt es da noch die Geschichte von Linda und Danny, die ebenfalls eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle spielt. Das Buch wird von drei Orten aus beschrieben, die sich circa jedes zweite Kapitel abwechseln. Da wäre Berlin, wo man die Handlung aus Pauls Sicht erklärt bekommt, Helgoland, auf der Linda die ermordeten Leichen seziert und außerdem gibt es noch den Ort, der im Buch "Aus der Hölle" genannt wird. Hier erlebt man, wie die Entführte sexuell missbraucht und vergewaltigt wird. An keinem Ort wird es langweilig. Es geschehen überall immer wieder neue, unerwartete Ereignisse und schockierende Momente, bei denen einem die Luft für einige Zeit wegbleibt.
Die einzelnen Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger, doch nach und nach ergibt sich aus den einzelnen Puzzleteilen eine komplette, logische Geschichte, die so einige Überraschungsmomente mit sich bringt.
Das Buch hat einen unglaublich spannenden, krassen Schreibstil, sodass man meint, man ist wirklich im Geschehen beteiligt, was auch ziemlich angsteinflößend werden kann.
"Abgeschnitten" hat ein wirklich tolles, unverhersehbares Ende, das zum einen schockiert, andererseits auch genau zu einem solchen grausamen und brutalen Thriller passt.
Vor und nach der Story sind insgesamt vier echte(!!!) Zeitungsartikel abgedruckt, die man sich unbedingt und auf jeden Fall mal durchlesen muss. In denen sind von Steuerhinterzieher und Sexualstraftätern die Rede. Ein Beispiel gefällig? Während der Steuerhinterzieher für circa 5 Jahre Freiheitsstrafe im Gefängnis verbringen darf, bekommt der Sexualtäter 2 Jahre Bewährung. Man betone: Bewährung. Solche Urteile, in denen Geld wichtiger und wertvoller behandelt wird als Menschenleben, sollten ernsthaft mal in Frage gestellt werden...

Ein toller, spannender Pageturner, für den man schon mal ein paar nächtliche Stunden dafür opfert. Eine klare Kaufempfehlung für alle Thriller-Fans da draußen. 5 von 5 Punkten.

marysbuecherblog.blogspot.de
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am 14. März 2013
Paul Herzfeld geht seinem Beruf als Rechtsmediziner beim BKA absolut gewissenhaft nach. Er hat einen guten Ruf und daher landen bei ihm die wirklich harten Fälle. Diesmal handelt es sich um eine bestialisch zugerichtete Frau. Zunächst scheint es sich für Paul Herzfeld um einem Fall wieder jeder andere zu handeln, bis er im Kopf der Leiche auf eine Nachricht stößt, die nur für ihn bestimmt ist. Es geht um seine Tochter, sie wurde entführt und auf der Suche nach ihr geht es um Leben und Tod.
Und er benötigt Hilfe bei dieser Suche, denn der nächste Hinweis ist auf Helgoland versteckt. Auf Helgoland wütet jedoch ein Orkan und niemand kann mehr auf die Insel gelangen. Doch auch Linda, eine Comiczeichnerin, befindet sich auf der Insel. Sie sucht dort Schutz vor ihrem gewalttätigen Ex-Freund und stößt am Strand auf eine Leiche. Durch diese Leiche kommt sie in Kontakt mit Herzfeld, denn er vermutet dort den nächsten Hinweis auf den Aufenthaltsort seiner Tochter. Und somit muss Linda für Herzfeld die Leiche obduzieren. Und das per telefonischer Anweisung. Und diese Obduktion ist nur der Anfang einer grauenvollen Schnitzeljagd auf der Suche nach Hinweisen, Herzfelds Tochter und den Schuldigen!

Gänsehaut, Nervenkitzel, Ekel, Spannung - das alles wird einem bei diesem Buch von Sebastian Fitzek geboten. Jedoch hat er diesmal nicht allein gearbeitet, sondern sich Hilfe von Michael Tsokos, dem Leiter des Institutes für Rechtsmedizin der Charité, geholt. Und genau diese Zusammenarbeit zieht sich durch die gesamte Geschichte. Michael Tsokos gewährt uns einen tiefen Einblick in die Arbeit eines Rechtsmediziners und die Obduktion einer Leiche. Nichts für schwache Nerven! Stellenweise geht es schon recht blutig zu und gerade durch die Stimme des Sprechers hat man schnell entsprechende Bilder im Kopf. Jedoch durch die Mischung aus Thriller und Rechtsmedizin passen die detaillierten Beschreibungen sehr gut ins Geschehen und steigern die Spannung.
Das Autorenduo Fitzek und Tsokos hat es geschafft einen spannenden und raffinierten Fall zu schreiben, der überwiegend an zwei verschiedenen Orten in Deutschland spielt und aus der Sicht zweier Personen erzählt wird. Mit Rechtsmediziner Herzfeld und der Comiczeichnerin Linda haben die beiden zwei sympathische und realistische Protagonisten geschaffen, die der Zufall zusammenführt und die nur gemeinsam das Rätsel lösen und Leben retten können. Beide haben ihre Ecken und Kanten, ihre Schwachstellen und Stärken. Doch auch die Nebencharaktere darf man nicht außer acht lassen, die sich schön in die Geschichte einfügen und einen das ein oder andere Mal auf eine falsche Spur locken!

Die Spannung ist von Anfang bis Ende hoch und teilweise konnte ich mir das Hörbuch abends allein zu Hause nicht anhören - Gänsehaut und Nervenkitzel à la Fitzek. Es werden falschen Fährten gelegt, Hindernisse müssen überwunden werden und natürlich gibt es überraschende Wendungen.
Auch die Mischung der beiden Sprecher passt perfekt. Anhand des jeweiligen Sprechers weiß man sofort ob man bei Linda auf Helgoland oder bei Paul Herzfeld auf seiner Spurensuche durch Deutschland ist. Beide Sprecher haben für mich angenehme Klangfarben, passen ihre Stimmen unterschiedlichen Situationen und auch Nebencharakteren perfekt an. Es ist absoluter Hörgenuss diesen beiden Sprecher zuzuhören und ich verdanke ihnen die ein oder andere Gänsehaut!

Fazit: Für mich ein absolut gelungenes Doppelwerk mit hohem Spannungsfaktor und Nervenkitzel, das perfekt abgerundet ist mit detaillierten Informationen aus der Rechtsmedizin und realistischen Charakteren. Absolute Hörempfehlung! Ich werde mir auf jeden Fall noch das Buch zulegen!
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am 29. April 2015
Doof.....irgendwie völlig konstruiert und bekloppt. Ich liebe Thriller....aber wenn die Geschichte zu konfus wird langweilt das nur noch. Was ist los , mr fitzek ?
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Sebastian Fitzek hat sich, das ist mittlerweile im deutschen Thriller-Genre bekannt, mit an die Spitze der Top-Schreiberlinge geschrieben. Seine Bücher sind unvorhersehbar, spannend und er vermag es, den Leser gekonnt mit falschen Fährten durch seine Geschichten zu schicken, um ihm am Ende des Romans den Hammer der Erkenntnis über den Schädel zu ziehen. Für den neuesten Thriller "Abgeschnitten" hat sich Fitzek Verstärkung in Form von Michael Tsokos ins Boot geholt. Seines Zeichens Rechtsmediziner und ebenfalls Buchautor, der mit seinen Büchern "Dem Tod auf der Spur" und "Der Totenleser" ebenfalls große Erfolge feiern konnte.

Die beiden Autoren setzen den Rechtsmediziner Paul Herzfeld in den Fokus ihres Thrillers. Er findet bei einer Obduktion die Telefonnummer seiner Tochter im Kopf einer "stark lädierten" Leiche. Seine Tochter Hannah wurde entführt und der Kidnapper veranstaltet eine perfide Schnitzeljagd mit Herzfeld, die ihn nach Helgoland zu einer zweiten Leiche führt. Durch einen Sturm ist die Nordseeinsel jedoch vom Festland abgeschnitten (!), sodass Herzfeld der Comiczeichnerin Linda, die auf der Insel geblieben ist und die zweite Leiche gefunden hat, telefonisch Anweisungen gibt, wie er an die Informationen kommt, die sich IM Toten befinden - der Abend ist jung, die Wellen toben und die beiden gefundenen Leichen werden nicht die letzten sein...

Der Einfluss Fitzeks auf das Geschriebene ist direkt nach der ersten Seite spürbar. Der lockere Schreibstil und die häufig eingestreuten Humorblumen, die Fitzek-Fans schon aus anderen Büchern des Autoren kennen, fallen sofort auf. Der Prolog ist zweifelsohne der perfekte Opener für die knapp 400-seitige Tour de Force - irritiert und fingernägelkauend will der Leser sofort wissen, was es mit dem Geschilderten auf sich hat. Hier muss ich Ihnen aber sagen, dass Sie sich noch gute 380 Seiten gedulden werden müssen, um eine Kausalität zwischen Haupterzählung und Prolog herstellen zu können.

Die Autoren streuen massenhaft falsche Hinweise. Ich kann mir förmlich vorstellen, wie die beiden bei einer Besprechung des weiteren Vorgehens kichernd in ihrem Büro gesessen haben, weil ihnen eine neue Finte einfiel, um den Leser zu verwirren. Leider ist genau an dieser Stelle der in der Überschrift benannte "Abstrich" zu machen, denn: Waren die Vorgängerromane Fitzeks mit dem Prädikat "unvorhersehbar" zu 100% zu belegen, war ich in "Abgeschnitten" verwundert, dass bereits nach 2/3 der Handlung, der Bösewicht feststand, ohne dass eine plötzliche Wendung das Geschehen veränderte. Verstehen Sie mich nicht falsch, das restliche Drittel ist spannend und das Ende gespickt mit einigen "WTF-Momenten", aber der große Knall der Vorgängerbücher blieb hier aus - das ist aber wirklich nur Meckern-auf-hohem-Niveau.

Fitzek und Tsokos ist ein spannender, kurzweiliger Erste-Klasse-Thriller gelungen, der sich deutlich vom derzeitigen Einheitsbrei der weltweiten Spannungs'literatur' abhebt und es dem Leser sehr schwer macht, aufhören zu können - was nicht nur daran liegt, dass die beiden fast jedes Kapitel mit einem fiesen Cliffhanger beenden.

Kleiner Tipp zum Schluss: Schauen Sie sich den Schutzumschlag mal etwas genauer an, denn es versteckt sich hier ein kleiner interaktiver Part, der - und das kann ich nach Ausprobieren bestätigen - funktioniert. Gänsehaut.
1111 Kommentare61 von 74 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Februar 2015
Sebastian Fitzek schreibt immer so konstruierte Geschichten,
nur diesesmal besonders unglaubwürdig,
Leichenbeschau per Telefon........
Der Mörder verzichtet auf Beistand, na ganz bestimmt !!!!!
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am 1. April 2013
Dieses Buch fängt spannend an, doch leider entwickelt sich die Geschichte so dermaßen unglaubwürdig und unrealistisch, dass man sich an den Kopf fassen muss. Schade, früher habe ich die Bücher von Fitzek gerne gelesen, doch von Mal zu Mal werden sie schlechter. Was die Figuren physisch und psychisch alles aushalten können, ist schon daneben. Aber dieser Fingerzeig, nur man selbst könne gerechte Ergebnisse erzielen, während die Justiz immer nur Delikte gegen das Vermögen bestraft (und das natürlich überzogen), gibt dem Ganzen den Rest. Dazu passt, das sich der Hauptakteur selbst auch überhaupt nicht veranlasst sieht, angesichts der Vielzahl der blutrünstigen Morde mal die Polizei einzuschalten, sondern klärt im Alleingang unter diversen Verstöße gegen diverse Gesetze alles selbst auf. Sollen de Angehörigen der Opfer, die mutwillig seziert und getötet werden, dann auch selbst gegen den Hauptakteur vorgehen? Das wäre wohl nach dem Telos des Buches richtig.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. Dezember 2012
~Inhalt~

Ein scheinbar normaler Arbeitstag wird für den Rechtsmediziner Paul Herzfeld zum Albtraum, als er im Kopf einer Frauenleiche eine Telefonnummer findet, unter der er eine Mailbox erreicht, die von seiner Tochter Hannah besprochen wurde. Sie wurde entführt und bittet ihren Vater um Hilfe!

Die Comiczeichnerin Linda ist nach Helgoland geflüchtet, um ihrem psychopathischen Ex-Freund zu entkommen, dessen Stalkerqualitäten keine Grenzen kennen und sie um ihr Leben fürchten muss. Ein Orkan wütet vor der Küste und so ist die junge Frau von der Außenwelt abgeschnitten – ein Segen, denn dadurch fühlt sie sich in Sicherheit. Dies sollte sich jedoch schnell ändern, als sie eine Leiche am Strand findet – samt einem Handy. Unter der einzigen eingespeicherten Nummer erreicht sie Paul Herzfeld, der Linda bittet, unter seiner Regie die Leiche zu obduzieren, in der der Mediziner einen weiteren Hinweis auf den Verbleib seiner Tochter zu finden glaubt …

~Einschätzung~

Man kann über Sebastian Fitzeks Geschichten und seine Art zu schreiben sagen, was man will – spannend bis zum Grand Finale war noch jedes seiner Bücher und „Abgeschnitten“ stellt keine Ausnahme dar. Selten, dass ich ein Buch in die Hand nehme und es einfach nicht mehr weglegen kann, was zum Großteil den wirklich fiesen Cliffhangern zu verdanken ist, die der Autor schon markenzeichenmäßig an das Ende eines jeden Kapitels setzt.

In seinem aktuellen Werk „Abgeschnitten“, dass er zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos verfasst hat, geht er sogar noch einen Schritt weiter als bloß Spannung zu erzeugen und geizt weder mit ungewohnter Brutalität, noch mit realitätsnahen Grausamkeiten, die einem schon das eine oder andere Mal den Magen umdrehen. Großartig finde ich, dass der Autor immer wieder für gekonnte Überraschungsmomente sorgt, um so auch jene Leser bei der Stange zu halten, die bereits ungefähr wissen, was sie von einem „Fitzek-Werk“ erwarten dürfen.

Für die sehr realistischen Einblicke in die Rechtsmedizin und die teilweise wirklich haarsträubende und wütend machende Gesetzeslage im Hinblick auf die Bestrafung von Sexualdelikten, sorgte wohl Michael Tsokos und zwar auf tolle, verständliche Weise. Ich muss schon sagen, gerade dieser Aspekt war außerordentlich spannend und interessant und verlieh der Story eine große Portion Authentizität.

Darüber hinaus erhält der Leser wie immer einen sehr gut durchdachten Plot und eine äußerst rasante Handlung, die in einem unglaublichen Tempo geschildert wird und zu keinem einzigen Zeitpunkt an Dynamik verliert. Ein Ereignis jagt das nächste und zwar ununterbrochen. Ich kenne nur wenige Thrillerautoren, die dieses Niveau in zahlreichen Veröffentlichungen halten können. Fitzek ist inzwischen ein Garant für nervenaufreibende Spannung, die sich konstant hoch hält und zwar immer über mehrere hundert Seiten bis zum bitteren Ende.

Trotz all der positiven Aspekte gerät man als Leser in all seinen Büchern irgendwann unweigerlich an den Punkt, wo man sich fragt: Können so viele unglaubliche, unbegreifliche Zufälle noch Zufälle sein? Tja … das sei dahingestellt, und ob dieses Merkmal seiner Storys gefällt oder nicht, muss wohl jeder für sich entscheiden. Ich persönlich fühle mich jedes Mal aufs Neue unglaublich gut von Fitzeks Geschichten unterhalten und genau das ist es, was für mich einen guten Thriller ausmacht.

~Fazit~

Einmal mehr macht Sebastian Fitzek seinem Namen alle Ehre und präsentiert zusammen mit dem Rechtsmediziner Michael Tsokos einen rundum gelungenen, überzeugenden Thriller, der spannender nicht sein könnte – und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Von mir aus dürfen die beiden Herren gerne öfter zusammenarbeiten! Für “Abgeschnitten” gibts von mir nicht nur 5 von 5 Punkten, sondern auch ein Amazing für den Keeperstatus! (Cat)
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am 18. November 2012
Wie habe ich dem Erscheinungstermin entgegengefiebert.

Fitzek und Tsokos - Thriller-Autor und Rechtsmediziner - das muss doch einfach ein gutes Buch werden.

Die E-Book-Version ist durch einige Bilder und einem Video angereichert. Das Video lässt sich allerdings nicht auf dem Reader abspielen, sondern muss auf dem Rechner gesehen werden.

Die Details auf dem sonst recht einfach gehaltenem Cover sind außergewöhnlich. Hat jemand mal die Nummer auf dem Cover angerufen? Ich habe mich nicht getraut. :)

Für Weicheier wie mich sind solche Stories wahrlich schwere Kost.

Vergewaltigung, Obduktion, Mord, ... Fitzek weiß wie man diese Dinge gut und vor Allem spannend verpackt und somit die breite Masse begeistern kann. Die hinzukommenden rechtsmedizinischen Details durch Tsokos waren überaus interessant und haben sich wunderbar in die Story eingefügt.

Viele kurze Kapitel und Perspektivwechsel lassen das Buch zu einem schnellen und heftigen Lesevergnügen werden. Die gut ausgearbeiten Charaktere runden die Sache ab.

Normale Personen, die auf einmal aus ihrem alltäglichen Leben gerissen werden. So fällt es dem Leser leicht, sich mit diesen zu identifizieren. Wie würde ich wohl reagieren, wenn ich eine Leiche sezieren sollte?

Die Sprache ist einfach. Fitzek bringt die Sache auf den Punkt - unkompliziert und direkt. Momente, die einen ohnehin schon die Luft scharf einsaugen lassen, werden umso detailreicher beschrieben. Schwache Nerven haben hier wahrlich nichts verloren.

Es hätte toll werden können, und doch kommt mein großes "Aber".

Was war denn das bitte für ein Ende?

Ich habe Fitzek immer dafür gelobt, wie er die verschieden Handlungsstränge am Ende zueinanderführt, aber hier ist ihm das nicht gelungen. Der Schluss wirkt übertrieben konstruiert, dass es fast schon ein wenig albern war.

Schade, es wäre fast perfekt geworden.

Fazit
Fitzek und Tsokos haben dennoch einen tollen Roman zustande gebracht, den ich besten Gewissens weiterempfehlen würde. Ich bin allerdings noch Besseres von Fitzek gewohnt.
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