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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisse, Heilkunde und noch so viel mehr
Der historische Roman beginnt im Jahr 1156 die junge Grafentochter Judith ist zu diesem Zeitraum gerade mal blutjunge 12 Jahre. Bei einem Besuch des Kaisers auf der väterlichen Burg Lare im Harz, lernt sie den Leibarzt des Regenten kennen. Den maurischen Sklaven Silas, dieser weckt in ihr das Interesse für die Heil - und Kräuterkunde. Doch bald merkt sie...
Vor 24 Monaten von jackdeck veröffentlicht

versus
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen
Die in Thüringen aufgewachsene und nach wie vor dort lebende Autorin studierte Mathematik und Physik und unterrichtet an einem Gymnasium. Nachdem ihre Kinder aus dem Gröbsten heraus waren, konnte sie sich zudem der Verwirklichung eines lang gehegten Traums widmen und ging dem Schicksal ehemaliger Bewohner von Burg Lohra nach. Unter dem Pseudonym Simone Knodel...
Veröffentlicht am 22. Januar 2013 von A. Jürgens


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisse, Heilkunde und noch so viel mehr, 30. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Der historische Roman beginnt im Jahr 1156 die junge Grafentochter Judith ist zu diesem Zeitraum gerade mal blutjunge 12 Jahre. Bei einem Besuch des Kaisers auf der väterlichen Burg Lare im Harz, lernt sie den Leibarzt des Regenten kennen. Den maurischen Sklaven Silas, dieser weckt in ihr das Interesse für die Heil - und Kräuterkunde. Doch bald merkt sie dass sie nicht nur am Wissen des jungen Mannes interessiert ist sonder sie hegt tiefe innige Gefühle für ihn. Die Jahre gehen ins Land und aus dem Mädchen wird eine Frau, immer wieder treffen sich die Lebenswege von Judith und Silas. Doch so nah sie sich auch kommen es liegt ein schier unüberwindbarer Graben zwischen ihnen. Sie eine Adlige ..er nur ein Sklave. Damit nicht genug kommt Judith einer furchtbaren Intrige auf die Spur, die sich bis in die privatesten Gemächer des Kaiserhofes zieht. Wem soll sie sich anvertrauen? Wer ist Freund oder Feind? Sie und ihre Familie stehen einem mächtigen, einflussreichen Feind gegenüber, der auch vor erbarmungslosen Mord nicht zurückschreckt.
Die Lebensgeschichte von Judith erstreckt sich über 60 Jahre, wunderbare beschriebene Kulisse, das Leben in dieser Zeit wird beim wird beim Lesen greifbar. Gute Mischung ich erfuhr einiges über die Heilkraft von Kräutern, die Wirrungen am Hofe und durfte die Lebensgeschichte einer starken Frau mit verfolgen. Besonders gut, da dezent eingesetzt fand ich die Liebesgeschichte um Judith und Silas.
Gefühlvoll und sympathisch niedergeschrieben ohne den typischen Kitsch den einige historische Romane an den Tag legen. Das Buch las sich leider unsagbar schnell, sehr gute Mischung aus Historie, Spannung und Gefühlen die ich gerne weiterempfehle.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisse, Intrigen, Liebe - aber alles andere als abgedroschen!, 28. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Und wieder ein "Geheimnis" - ein Begriff, der zurzeit im historischen Genre recht oft abgehandelt wird. Aber ich nehme hier gleich vorneweg: dieses "Geheimnis" lohnt es sich durchaus zu erkunden.

Der Leser lernt Judith, eine junge Grafentochter, kennen, die schon früh ihr Talent und ihre Leidenschaft für die Kräuter- und Heilkunde entdeckt. Silas, der maurische Leibarzt des Kaisers, führt sie in die Heilkunst ein und erobert gleichzeitig ihr Herz. Seine Herkunft macht eine gemeinsame Zukunft jedoch aussichtslos. Als sie dann noch Mitwisserin eines politisch brisanten Geheimnisses wird, scheint ihr Schicksal vorbestimmt.

Johanna Maria Jakob ist es gelungen, mich von den ersten Seite an mit ihrer Geschichte zu fesseln. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich und regelmässig angespannt, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Auch wenn der eine oder andere Zeitsprung etwas aprupt erscheint, macht die Autorin dies mit überraschenden Wendungen wieder wett. Ihr flüssiger Erzählstil lässt das Ambiente des Hochmittelalters ganz ohne Schnickschnack wieder lebendig werden. Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz. :-)

Alles in allem ein spannendes, unterhaltsames Leseerlebnis, das neugierig auf weitere Werke der Autorin macht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannungsreiche Biografie einer Grafentochter, 8. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Judith ist eine junge Grafentochter, die gemeinsam mit ihrem Vater, ihren beiden Brüdern und Isabella, der Tochter des Kaisers, auf der Burg Lare im Harz lebt. Die Mädchen sind eng miteinander befreundet. Doch eines Tages wird die Idylle zunichte gemacht, denn Beatrix, die junge Gemahlin des Kaisers, die gerade mal im selben Alter wie Judith und Isabella ist, kommt auf die Burg. Isabella hasst ihre neue Stiefmutter. Nie von Beatrix' Seite weicht ihr Beichtvater Konrad, eine äußerst unangenehme Erscheinung, der nichts Gutes im Schilde zu führen scheint.

Bei einem Besuch des Kaisers auf Lare lernt Judith dessen maurischen Leibarzt Silas kennen. Sie ist fasziniert von seinem umfangreichen Wissen der Heilkunde - und auch von ihm selbst. Doch eine Verbindung zwischen ihm, dem Sklaven, und Judith, der Adelstochter, ist undenkbar. Später, bei der Schlacht um Crema, versorgt sie mit ihm gemeinsam die Verwundeten. Die Jahre vergehen und Judith soll schließlich verheiratet werden. Sie ist indes einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur gekommen, das sie letztlich dazu bewegt, als Novizin in den Cyriakusstift einzutreten. Obwohl sie Silas nicht vergessen kann, bleibt sie im Kloster, wird Nonne und schließlich sogar Äbtissin. Als Judith bereits eine ältere Dame ist, holt sie das Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ein...

In "Das Geheimnis der Äbtissin" begleitet der Leser die Hauptakteurin Judith fast durch ihr gesamtes Leben. Der historische Roman der Autorin Johanna Marie Jakob hat dadurch etwas Biografisches. Sie verknüpft Fakten und Fiktion geschickt miteinander und hat einen äußerst bildlichen Erzählstil. Die für mich packendste Stelle im Buch war der tosende Sturm in Mainz, der viele Tote und Verletzte gefordert hat und den es auch tatsächlich gab. "Das Geheimnis der Äbtissin" ist packend und sehr, sehr lesenswert! Johanna Marie Jakob hat ein ganzes Füllhorn von Ereignissen in diesem Buch vereint und berichtet zudem eine Menge Interessantes, wie etwa über den Bau der Basilika zu Mönkelare. Mitunter geht Frau Jakob dabei ein wenig zu sehr ins Detail, aber das ändert nichts daran, dass ich "Das Geheimnis der Äbtissin" allen Freunden von historischer Spannung uneingeschränkt empfehle!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geheimnis der Äbtissin, 16. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Das Geheimnis der Äbtissin" spielt im 12. Jahrhundert zur Zeit des Kaiser Friedrich I und seiner jungen Frau Beatrix beginnend auf der Burg Lahre im Harz. Judith, eine junge Grafentochter, deren Familie im Dienste des Kaisers steht, trifft auf den leibeigenen Arzt des Kaisers. Der Maure Silas lehrt sie dann in der Kräuter- und Heilkunde, der sie sehr angetan ist, und sie wird zu einer Heilerin. Dabei verliebt sie sich in ihn, doch sie weiß, dass diese Liebe keine Chance hat, da sie als Adlige keinen Bund mit einem Sklaven eingehen kann.
Dieser historische Roman ist nicht nur eine Liebesromanze, sondern viel mehr. Er steckt voller Spannung und großer Geheimnisse, Intrigen und Verrat und fesselt einen bis zum Ende. Der Schreibstil dazu ist gut flüssig, trotzdem wähnt man sich in dieser Zeit. Das Ende gefällt mir, auch wenn es offen ist, um sich seine eigenen Gedanken darüber machen zu können.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Lese-Highlight!, 29. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Klappentext:
Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz: Die junge Grafentochter Judith steht in Diensten von Kaiser Friedrich I., um dessen junge Gemahlin sie sich liebevoll kümmert. Sie interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde - und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave ...
* Meine Meinung *
Dieses Buch kann ich zu meinen Lese-Highlights 2012 zählen, denn es hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können!
Die Hauptfigur des Romans ist die Grafentochter Judith, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie ist klug, besonnen, mutig und wissbegierig, und sie ist unglücklich verliebt in Silas, den Leibarzt des Kaisers!
Doch obwohl sich diese unglückliche Liebe durch das ganze Buch zieht, bleibt sie doch eher im Hintergrund. Im Vordergrund steht das turbulente Leben von Judith, die wirklich vieles erlebt und dabei auch oft in Gefahr gerät. Ihr Leben scheint verknüpft zu sein mit dem Leben der Königin Beatrix.
Alle Figuren wirken echt und lebendig. Ich konnte sie beim Lesen vor meinem inneren Auge deutlich sehen und habe mich in die Geschichte regelrecht eingesogen gefühlt; sie hat mich nicht mehr losgelassen.
Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin es geschafft hat, die geschichtlichen Hintergründe geschickt in den Roman einzuarbeiten!
Zusammenfassend kann ich wirklich nur sagen, dass es ein ausgezeichneter Roman ist, der unbedingt gelesen werden sollte!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So viel mehr...., 16. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
... als der Klappentext verspricht.
Es geht um viel mehr als nur die Liebe zwischen einer Grafentochter und einem Sklaven.
Es geht auch um gefährliche Geheimnisse, Verluste und unglückliche Begebenheiten.

Ich habe dieses Buch mit Freuden gelesen und war etwas traurig das es schon zu Ende war. Das Buch an sich ist gen Ende nicht wirklich abgeschlossen, sondern dem Leser wird frei überlassen wie es weitergeht, aber er wird mit einem Wink und kleinen Sätzen in die richtige Denk-Richtung geschubst.
Zuerst hat es mich etwas gestört, das zum Ende hin (etwa das letzte drittel) zu großen Zeitsprüngen gegriffen wird. Aber man gewöhnt sich schnell daran, da wichtiges trotzdem miterlebt wird und man sich ansonsten durch den schnöden Alltag der Personen hätte Quälen müssen. Da wir nun gerade bei den Personen sind. Die Personen hatten alle ihren Charakter und manchmal waren die Grenzen eben dieser so verschwommen, das man nicht wusste, auf welcher Seite sie stehen und welche hinterlistigen Gedanken sie hegten. Es hat Spaß gemacht die Protagonistin Judith zu begleiten und ihr Leben mitverfolgen zu können, mit allen guten und schlechten Seiten.
Man hat natürlich wie im Klappentext erwähnt mit der Liebe zwischen Silas und Judith mitgefiebert... Wird was draus?... Dürfen sie glücklich sein?... um welchen Preis?... Findet es selbst heraus.

Fazit: Ein spannender historischer Roman mit Höhen und Tiefen, einem offenen Ende und einem doch ungeahnten Ausgang...
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 22. Januar 2013
Von 
A. Jürgens (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis der Äbtissin: Roman (Taschenbuch)
Die in Thüringen aufgewachsene und nach wie vor dort lebende Autorin studierte Mathematik und Physik und unterrichtet an einem Gymnasium. Nachdem ihre Kinder aus dem Gröbsten heraus waren, konnte sie sich zudem der Verwirklichung eines lang gehegten Traums widmen und ging dem Schicksal ehemaliger Bewohner von Burg Lohra nach. Unter dem Pseudonym Simone Knodel veröffentlichte sie anschließend 2004 ihren ersten historischen Roman Adelheid von Lare, dem 2008 Radegunde von Thüringen folgte. 2011 erschien dann der ursprünglich von Weltbild herausgegebene und jetzt als Taschenbuch bei KNAUR neu aufgelegte Roman Das Geheimnis der Äbtissin, dem die historisch belegte Äbtissin des Klosters Eschwege Judith von Lohra zugrunde liegt.

Der Name ist geblieben, denn laut Inhaltsangabe geht es in Das Geheimnis der Äbtissin um Judith, die auf Lare aufgewachsen ist, und sich für Heil- und Kräuterkunde interessiert. Im Zuge dessen kümmert sie sich nicht nur um die Gemahlin des Kaisers, sondern lernt auch Silas kennen und lieben. Der maurische Leibarzt des Kaisers erwidert ihre Gefühle, doch die gesellschaftlichen Zwänge verhindern ein Zusammenkommen.

Die Geschichte beginnt im Sommer 1156 (Judith ist zu diesem Zeitpunkt noch keine 13 Jahre alt) und endet (lange nach ihrem Verschwinden 1191) im Jahr 1220 in Eschwege. Sie umspannt also somit nahezu das gesamte Leben der Hauptfigur. Bieten all diese Jahre jede Menge Stoff für gemütliche Lesestunden? Zumal ja auch der Titel auf einen spannenden zweiten Erzählstrang hindeutet. Wer liebt schließlich keine Geheimnisse?

Inhaltsangabe und zumeist positive Leserstimmen weckten meine Neugier und bald darauf durfte ich Das Geheimnis der Äbtissin in Händen halten. Recht vielversprechend beginnt der Roman dann auch gleich mit dem eigentlichen Ende im Jahr 1220 und einer drohenden Verhaftung und im Zuge dessen auch vermuteter Folter. Danach geht es in die Vergangenheit und es folgt die Geschichte, die zu eben dieser Verhaftung führt.

Gleich anfangs offenbart sich Judith als gleichermaßen sympathisch-wissbegierige wie mutige Hauptfigur. Sie steht nach dem Tod ihrer Mutter nicht nur dem Haushalt ihres Vaters auf Lare vor und erzieht ihre beiden Brüder mit. Darüber hinaus bietet sie auch der Tochter und der intriganten Gemahlin des Kaisers Obdach und Freundschaft. Ihr bereits bestehendes Interesse für die Heilkunde wird mit einem Unfall eines ihrer Brüder und der Ankunft des maurischen Leibarztes des Kaisers, des Sklaven Silas, verstärkt. Im Laufe der Jahre wird Judith erwachsen, überquert als Begleiterin der Gemahlin der jungen Kaiserin die Alpen und landet in Italien mitten im Krieg. Dort werden ihre heilerischen Fähigkeiten auf die Probe gestellt, denn sie arbeitet Hand in Hand mit Silas und auch die Kaiserin benötigt ihre Hilfe. Während dieser Reise bekommt sie zufällig mit, was die junge Kaiserin auf Drängen ihres Bischofs gegen ihre Kinderlosigkeit unternimmt und hat fortan einen Geistlichen zum Feind, der offenbar auch vor Mord nicht zurückschreckt. Judith kehrt nach Hause zurück und wird nach etwas mehr als der Hälfte des Buches dann Nonne und später Äbtissin des Cyriakusstifts zu Eschwege. In diesem Zusammenhang wird sie in ein weiteres Geheimnis eingeweiht. Judith gerät also mehr als einmal in Gefahr.

Die Beschreibung der damaligen Zeit ist anschaulich und nachvollziehbar gestaltet. Egal ob es sich um die Lebens- und Wohnverhältnisse, die Macht der Kirche und ihrer Vertreter, die Willkür der Herrschenden, die Verklärung des Rittertums oder das damalige Frauenbild handelt: Man hat keine Schwierigkeiten, sich die Gegebenheiten und Unwägbarkeiten vorzustellen. Der Schreibstil der Autorin ist an die damalige Zeit angepasst und lässt sich grundsätzlich leicht lesen.

Dennoch: Trotz der hintergrundmäßig dichten Atmosphäre und der an sich spannenden Grundidee konnte mich der Roman nicht wirklich fesseln. Dazu hat die Geschichte in meinen Augen bedauerlicherweise zu viele Schwachstellen.
Zum einen blieben mir die Charaktere abgesehen von Judith samt und sonders fremd. Sie sind zu distanziert und eher oberflächlich skizziert. Nicht einmal Silas wird näher beleuchtet. Die nach Lektüre der Inhaltsangabe vermutete Liebesgeschichte kommt, auch weil die beiden tatsächlich gesellschaftsbedingt überaus wenig Zeit miteinander verbringen, nicht zum Tragen. Und obwohl (nicht nur) Judith für damalige Verhältnisse alt wird, entwickelt sie sich in meinen Augen nicht wirklich weiter. Man könnte sagen, dass sie trotz einiger mädchenhafter Züge von Anfang alt ist oder sich im Alter auch etwas Mädchenhaftes bewahrt, allen Erlebnissen zum Trotz. Das mit dem früh alt wirken kann durchaus mit der damaligen Zeit zusammenhängen, in der Kindern nicht unbedingt viel Zeit für ihre Kindheit zugebilligt wurde. Doch genau dieses Stehenbleiben ihres Charakters führte dazu, dass Judith mir im Laufe der Geschichte zunehmend fremder wurde.

Unabhängig davon wirken die Geheimnisse etwas zu bemüht. Ihre angedeutete Brisanz wird durch die tatsächliche Handlungsweise der Geheimnisträger ad absurdum geführt. Zwar erscheinen Judiths Reaktionen durchaus nachvollziehbar, die ihrer Widersacher jedoch in gewisser Weise recht ausgebremst.

Wie bereits erwähnt, kann eine lange Handlungsdauer für viele gemütliche Lesestunden sorgen. Zu viele Jahre können eine Geschichte faktisch aber auch zerstückeln und in Das Geheimnis der Äbtissin finde ich die Proportionierung der Jahre tatsächlich nicht sehr gelungen. Bereits zwischen den Jahren 1156 bis 1166 treten kleinere Zeitsprünge auf, die jedoch zunächst nicht weiter ins Gewicht fallen. Insgesamt widmet die Autorin diesen Jahren, in denen sich Judiths und Silas‘ Wege mehrfach kreuzen und wieder trennen, bereits zwei Drittel des Buches. 1166 ist Judith schon Nonne geworden, jedoch noch keine Äbtissin.

Auf Seite 342 findet man sich dann plötzlich im Jahr 1184 wieder. Dort wird erwähnt, dass Judith Äbtissin des Cyriakusstifts geworden ist und vom Kaiser nach Mainz geladen wird. Abgesehen davon, dass sie bei dieser Reise Silas erneut begegnet, spielt die Beziehung der beiden nach wie vor eine eher untergeordnete Rolle. Zu ausführlich geht die Autorin stattdessen auf ein Ereignis im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten ein und ganz nebenbei auch auf eines der Geheimnisse, knüpft angedachte Intrigen und weitere Widersacher in die Geschichte ein. Dann folgt ein weiterer Sprung ins Frühjahr 1191 und damit zum bereits angesprochenen Verschwinden Judiths. Ihre Beweggründe für eine Flucht sind zwar durchaus nachvollziehbar erklärt. Die ihres Widersachers jedoch nicht. Speziell dieses Kapitel lässt den Eindruck entstehen, dass hier die Geschichte schnell und irgendwie fertig erzählt werden musste. Auch Silas wird darin wiederum eher präsentiert als geschickt mit der Handlung verwoben.

Und gerade die letzten beiden Zeitsprünge drohen die roten Handlungsfäden um Silas und Judith beziehungsweise um Judiths Geheimnisse fast zu zerreißen. Insgesamt nehmen sie der Geschichte eindeutig an Spannung. Zu vieles wird einfach erwähnt, ohne wirklich erklärt zu werden. Zu oft wird vom Tod einer Figur berichtet, die entweder zuvor bereits nahezu sang- und klanglos aus dem Fokus der Autorin verschwunden zu sein scheint oder aber gerade erst an Kontur gewinnt. Trotz mehrerer geschickt angedachter Wendungen kommt die verlorene Spannung für mich auch nicht wieder auf.

Beide Erzählstränge haben letztlich ein offenes und im Bezug auf Silas und Judith tatsächlich überraschendes Ende. Dieses lässt nicht nur LeserInnen Platz für eigene Gedankengänge. Es bietet der Autorin auch Raum für eine Fortsetzung.

Fazit:

Eins der Bücher, die mich gespalten zurücklassen. Einerseits der anschaulich beschriebene Hintergrund, der dazu passende Schreibstil, die leicht lesbare Sprache und die anfangs überaus sympathische Hauptfigur. Andererseits sorgt der zunehmende Spannungsverlust für Längen, die das Lesen erschweren. Erschwerend hinzu kommen die überwiegend zu blassen Charaktere und dann noch die Diskrepanz zwischen der Inhaltsangabe und der daraus bei mir entstehenden Erwartungshaltung. Wirklich schlecht fand ich das Buch nicht, dazu fand ich den historischen Bezug zu gut gelungen. Doch richtig packen konnte mich Judiths Geschichte auch nicht, weshalb ich für Das Geheimnis der Äbtissin nur drei von fünf Punkten vergeben möchte.

2013 Antje Jürgens (AJ)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Lesevergnügen bis zur letzten Zeile, 6. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Geheimnis der Äbtissin
ist ein Lesevergnügen bis zur letzten Zeile. Obwohl ein Roman, ist das Buch bis zum Schluss spannend geschrieben. Die Lektüre ist zu empfehlen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das Geheimnis der Äbtissin, 16. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
tolle Buch. Johanna Marie Jakob hat für mich überzeugend und sehr verständlich geschrieben. Sehr packendes Buch, das ich nur empfehlen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend, 1. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist aus meiner Sicht sehr vielschichtig und beleuchtet am Beispiel einer Person viele Seiten einer Frau im Mittelalter.
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Das Geheimnis der Äbtissin: Roman
Das Geheimnis der Äbtissin: Roman von Johanna Marie Jakob (Taschenbuch - 1. Oktober 2012)
EUR 9,99
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