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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 3. November 2012
Die ruhige, etwas introvertierte, aber zuverlässige Kellnerin einer Münchner Stadtrand-Kneipe, Ilka, verschwindet von einen Tag auf den anderen und da es keine Indizien für ein Verbrechen gibt, ist die Polizei machtlos. So legen der Wirt und einige Stammgäste zusammen, um Tabor Süden anzuheuern, Ilka zu finden, denn sie befürchten Schlimmes. Die Suche gestaltet sich anfangs schwierig, denn Ilka scheint keinerlei Interessen, keinen Freundeskreis zu haben, selbst die Beziehung zu ihrer Mutter und ihrer Schwester ist mehr als unterkühlt und wortkarg. Doch eine schmerzhafte Begegnung mit einem anfangs Unbekannten sowie das in den intensiven Dialogen entstehende Zu-Hören des eigentlich nicht Ausgesprochenen der wenigen Bekannten Ilkas führen Süden auf eine Spur, die ihn langsam, aber stetig aus der Bahn wirft.

Ani's Romane und Krimis sind ungewöhnlich aussergewöhnlich, er widmet sich sorgfältig und mit Muse den wohl am ehesten als Randexistenzen zu bezeichnenden Menschen, aber auch dem typischen Alltag von ganz gewöhnlichen Menschen, den Sorgen und Ängsten, dem Ausgesprochenen und dem nicht Ausgesprochenen, wühlt bisweilen in verstörenden Gedankengängen und trotz aller Ruhe und Sanftheit vermag er es, zu schockieren, wenn die Protagonisten plötzlich mit tiefsten Schnittwunden in den Scherbenhaufen ihrer gescheiterten Existenz treten, um vielleicht zu überleben - oder auch um daran zugrunde zu gehen und zu sterben. Seine so detaillierte Skizzierung von Schauplätzen und die starken, authentisch wirkenden Dialoge, die bisweilen auch in extreme Monologe driften, sind unheimlich und plastisch und unheimlich plastisch und so realitätsnah, dass ich auch bei diesem Roman immer wieder Zweifel hatte, dass er auf reiner Fiktion basiert. Die tiefe Melancholie ist trotz so manch humorvollem Wortwitz und amüsanter Situationskomik spürbar und verstört eindrucksvoll, zugleich aber schnitzt Ani Sätze und Gedanken so messerscharf perfekt mit dem literarischen Skalpell, dass man sie sich am liebsten ausdrucken und damit die Wände tapezieren möchte, um wieder und wieder darüber nachzudenken.

Ein wort- und bildgewaltiger, kleiner, stiller Roman jenseits des - wie so schön ein anderer Rezensent mal über Ani schrieb - klassischen Krimi-Mainstreams, der es vermag, den Leser tief zu ergreifen und dank so unkonventioneller Ideen und der zugleich so scheinbar extrem strengen Realitätsnähe auch lange und nahhaltig zu beeindrucken vermag. Kurzum: Aussergewöhnlich, stark und schlichtweg sehr, sehr ergreifend.
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am 26. November 2012
Von 1998 bis 2005 hatte der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani in 14 Büchern seinen Kriminalkommissar Tabor Süden mit seinem Team bei der Münchner Kripo Morde aufklären und schwerpunktmäßig nach vermissten Menschen suchen lassen. Obwohl diese Bücher niemals die Auflagen erzielten, wie etwa die vieler skandinavischer Krimireihen, wurden sie regelmäßig von der Literaturkritik hoch gelobt, die seit den Romanen von Sjöwahl/Wahlhöö von einem Krimiautor nicht mehr so begeistert war.

Und das lag an der Perspektive von Friedrich Ani, an der Weise, wie er selbst und mit ihm seine Hauptfigur Tabor Süden die Welt und die Menschen betrachtet, wahrnimmt, erleidet, spürt und nicht selten regelrecht "liest."

Mit dem Roman "Süden und der Mann im langen, schwarzen Mantel" war dann für Tabor Süden Schluss. Er hängte den Polizistenberuf an den Nagel und wollte etwas ganz anderes machen. Ob Friedrich Ani damals schon daran dachte, ihn irgendwann nach einigen Jahren wieder zurückzuholen, wie er es zunächst 2011 und nun mit dem hier vorliegenden Roman tut, glaube ich weniger. Zunächst erfand er mit dem ehemaligen Priester Polonius Fischer einen Ermittler im Münchner Dezernat 11, der in leider nur drei Bänden seine Ermittlungstätigkeit nicht nur verband mit tiefen philosophischen und theologischen Reflexionen auch über sein eigenes bewegtes Leben, sondern auch ein ähnliches Faible entwickelte wie Tabor Süden für die Outlaws, die Unsichtbaren und unsichtbar gemachten Menschen in einer Gesellschaft, die ihr unteres Segment aufgegeben hat.

Fast zeitgleich entwickelte er bei DTV eine Reihe von kurzen Krimis um den "Seher", den bei einem Einsatz erblindeten Kommissar Jonas Vogel und seinen ebenfalls bei der Münchner Kripo arbeitenden Sohn.

Allen drei Polizistenfiguren von Friedrich Ani hat er seine eigenen Fähigkeiten und Vorlieben angedichtet. Sie sehen die Menschen, dort, wo anderen blind sind, sie lieben, jeder auf seine Weise, die Menschen, auch wenn die anderen und sie sich selbst längst aufgegeben haben. Und sie suchen nach dem, was dahinter ist, was verschwunden ist, sie fühlen und lesen "die leeren Zimmer."

Nun ist Tabor Süden schon mit einem zweiten Band zurück. All die Jahre war er in Köln, hat dort als Kellner gearbeitet, als ihn im letzten Buch ein Anruf aus München dorthin regelrecht zurückzwingt. Sein Vater, der vor 35 Jahren einfach verschwand und damit eine noch immer schmerzende Wunde in Süden zurückließ, hat sich gemeldet. Weil er, ihn suchend, sich in München von irgendetwas ernähren muss - Süden ist ein armer Mann geblieben-, heuert er bei einer Detektei an, die er aus seiner Zeit als Kommissar kennt und bekommt einen Fall eines Mannes, der seit zwei Jahren verschwunden ist.

Ganz ähnlich beginnt auch der neue hier vorliegende Roman „Süden und das heimliche Leben“, in dem er von einer Stammtischrunde einer Kneipe und dem Wirt beauftragt wird, nach der seit Tagen verschwundenen Bedienung Ilka zu suchen. Und weil er wie immer vom Auftraggeber nur die Informationen bekommt, die ihn eher von einer Lösung wegführen (vgl. Sara Gran, Die Stadt der Toten und die Maxime ihrer Ermittlerin Claire de Witt: „Der Auftraggeber kennt die Lösung des Rätsels bereits. Aber er sträubt sich dagegen. Er beauftragt den Detektiv nicht, um das Rätsel zu lösen. Er beauftragt ihn, um sich bestätigen zu lassen, dass es keine Lösung gibt.“) begibt er sich, wie früher auch schon, auf die Spuren der Vermissten, redet mit vielen Menschen, liest zwischen den Zeilen, hört das, was verschwiegen wird, und wird irgendwann selbst zu dem Verschwundenen, lernt so zu denken und zu fühlen wir er.

Süden kommt auf das Geheimnis von Ilka und muss erleben, dass sie fast alles bereit ist zu tun, damit es gewahrt bleibt.

In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: "Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken".
Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, längst in sich selbst verschwunden sind, in "leeren Zimmern" leben.

Es ist gut, dass Ani Tabor Süden "weiterleben" lässt, und vielleicht auch irgendwann lieben. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn er irgendwann auch Polonius Fischer reaktivieren würde.
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am 19. November 2013
"Süden und das heimliche Leben" ist ein Hörbuch, das ruhig in Erscheinung tritt, dafür aber viel von den Problemen der heutigen Zeit verrät. So sind es vor allem die Einsamkeit der Menschen, der heimliche Umgang mit Problemen und die Angst, Anforderungen nicht gerecht zu werden, die Friedrich Ani in seinem neuen Vermisstenfall thematisiert. Dabei nimmt er sich viel Zeit, um seinen Detektiv hinter die Kulissen schauen zu lassen, um das Leben der beteiligten Figuren zu beleuchten, ihre Schwächen zu erkennen und letztendlich die Schlussfolgerungen zu ziehen, die er zur Lösung seines Falles braucht. Eine akribische Recherche, die sich nicht von Verfolgungsjagden, blutigen Tatorten und ständigen Szenenwechseln ablenken lässt und dadurch eine Tiefe erfährt, die angenehm zu erleben ist.

Gelesen wird der ergreifende Fall von Hans Jürgen Stockerl, der die außergewöhnliche Atmosphäre des Romans wunderbar zum Ausdruck bringt. Mit einer angenehmen Stimme und gut gesetzten Nuancen geht er dabei zu Werke und stellt die Figuren ihrem Charakter entsprechend dar. So verkörpert er den kauzigen Tabor Süden mit einer spürbaren Gelassenheit, die gut zu dem charismatischen Detektiv passt, während er den Stammgästen von "Charly's Tante" wesentlich mehr Emotionen verleiht. So treten diese fordernd und erregt in Erscheinung, als es um die Suche nach ihrer Stammtischkellnerin geht, zeigen sich verwundert und erstaunt, weil keiner von ihnen etwas über das Leben von Ilka Senner weiß, oder werden ungeduldig und mürrisch, als Süden nicht sofort Ergebnisse vorweisen kann. Eine Interpretation, die die verdrießliche Atmosphäre des Kriminalromans gut unterstreicht und den Hörer unmittelbar fesselt.

Fazit:
Mit "Süden und das heimliche Leben" hat Friedrich Ani erneut einen Kriminalroman geschrieben, der mitten im Leben angesiedelt ist und durch seinen unverblümten Blick auf die Probleme seiner Figuren überzeugt. Mit viel Einfühlungsvermögen und passenden Nuancen von Hans Jürgen Stockerl gelesen, schafft er es, seine Hörer emotional anzusprechen und sie tief in Gedanken zurückzulassen.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Dezember 2012
Süden, erst bei der Polizei, bei der "Vermissung", jetzt Privatdetektiv, hat einen neuen Auftrag. Er soll wieder jemanden suchen, der vermisst wird - diesmal eine Kellnerin. Die ist von einem Tag auf den anderen verschwunden. Jetzt haben die Stammgäste zusammengelegt, um Süden zu bezahlen. Denn da keine Anzeichen für ein Verbrechen vorliegen, sind der Polizei die Hände gebunden. Und Süden deckt sie wieder auf, die Lebensverirrungen der Menschen, das, in das sie sich verstrickt haben und was sie geheimhalten wollen. Die Angst, die Scham und die Flucht.

Mit Simenon und seinem Kommissar Maigret wurde Ani verglichen. Große Verschwörungen, bestialische Serienmörder sind so gar nicht sein Fall, kleine Leute mit ihren Schummeleien und Verstrickungen um so mehr. Auch dieser Roman ist da nicht anders. Ein Streifzug durch Münchener Vorstädte, durch alt gewordene Kneipengänger, durch zerrüttete Familienverhältnisse und der Suche nach ein bißchen Glück.

Wieder ein echter Friedrich Ani eben und ein echter Süden. Lesenswert.

Hans Peter Roentgen
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am 9. Januar 2015
Einer der jüngsten Tabor Süden-Romane, in dem der Vermissten-Sucher schon nicht mehr bei der Polizei arbeitet, sondern in einer Detektei angestellt ist. Es geht um eine verschwundene Kellnerin, deren Vergangenheit bei der Suche wie bei Ani üblich einer genaueren Revision unterzogen wird. Und dabei kommen natürlich wieder diverse menschliche Unzulänglichkeiten und Abgründe ans Licht. Wie immer ist auch dieses Süden-Buch eine schöne Mischung aus ironischen Dialogen und einer guten Portion Herzensschwere, die der sensible Süden meist mit ein paar Halben Bier bekämpft. Etwas anstrengend fand ich, dass dem Protagonisten diesmal fast alle weiblichen Nebenfiguren an die Wäsche wollen. Die Mischung aus Schwerenöterei und leichtem Bauchansatz scheint bei der Damenwelt wohl gut anzukommen.

Zum Schluss noch ein Zitat, das den typischen Süden-Slang ganz gut trifft: "Vermutlich hatte jeder Mensch ein Symbol, das ihn auszeichnete. So wie die Liebenden die Passanten daran erinnern, dass es mehr gab als Freizeit und Ärger mit den Kindern und Zoff im Betrieb und morgens aufstehen und abends schlafen gehen. Dass es etwas Federleichtes gab. Etwas, das man festhalten musste, damit man am Ende des Lebens nicht mit ausgehöhltem Herzen ins ewige Dunkel hinunterstieg." Also, festhalten bitte!
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am 18. Januar 2016
Ich habe schon ein anderes Buch von Ani gelesen, dass ich sehr gut fand. Hier nun war ich am Anfang von der schlichten, fast platten Sprache etwas enttäuscht, habe aber durchgehalten. Inzwischen ist es spannend und sprachlich deutlich besser. Ich bin aber noch nicht am Ende angekommen.
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am 11. Februar 2013
war nicht ganz so mein geschmack, habe es zu ende gelesen, weil ich gern wissen wollte, wie es ausgeht.
aber ich werde die anderen titel aus dieser serie wohl nicht lesen...
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am 5. Februar 2013
Wer sich einen spannenden Ani-Krimi vorstellt, wird leider etwas enttäuscht, da die Handlung nicht so prickeld ist, man erkennt zwar Münchner Schauplätze, das wars aber dann!
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. April 2013
Der sehr spezielle Schreibstil von Friedrich Ani ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber bald lernt man ihn schätzen und lieben. Er beschreibt ja auch sehr spezielle Menschen, so wie die plötzlich verschwundene Bedienung Ilka Senner, die er im Auftrag ihrer Chefs , der Wirtsleute u. Freunden, suchen soll.
Zum Glück hat Süden eine Freundin bei der Polizei (bei der er selber jahrelang in der Vermisstenstelle gearbeitet hat), und so ist er immer auf dem Laufenden u. hat auch Zugang zu Fakten u. Daten, an die er sonst wohl schwer herangekommen wäre.
Er dringt nun erstens in ihre verlassene, top aufgeräumte u. geputzte, u. erstaunlicherweise auch nach 5 Wochen Abwesenheit noch gelüftete Wohnung ein, ebenso wie in ihre Vergangenheit.
Gleichzeitig erfährt der Leser von ihrer schlimmen Kindheit, ihre Schwester aus Berlin taucht auf, hat aber wenig Interesse an ihr, sowohl jetzt als auch früher. Die Mutter lehnt sogar jegliche Kommunikation mit dem Ermittler ab.
Und da Ilka sich Zeit ihres Lebens als Opfer fühlte, ausser als Bedienung, da hat sie das Sagen u. ist auch äusserst beliebt, wird sie nun plötzlich zur Täterin.Auch erfährt man den Grund ihres Abtauchens: Angst.
Die beiden Männer in ihrem Umfeld sind auch sehr verhaltensgestört, aber auch sie waren früher Opfer u. der eine zog sich völlig zurück, der andere wird ebenfalls zum Täter.
Das ist wohl auch die Aussage dieses Buches, das man locker an einem Sonntag-Nachmittag durch hat: Dass jeder Täter auch ein Opfer ist, und umgekehrt.
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am 17. Februar 2013
Mußte mich ein wenig einlesen, dann aber ein faszinierendses Buch.
Es geht auch ohne massenhaft Leichen. Sehr einfühlsam und trotzdem
spannend. Habe gleich das nächste von Friedrich Ani gelesen und
es ist sicher nicht Schluß.
Bravo!
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