Kundenrezensionen


59 Rezensionen
5 Sterne:
 (19)
4 Sterne:
 (16)
3 Sterne:
 (13)
2 Sterne:
 (8)
1 Sterne:
 (3)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlvoller Gesellschaftsroman
Bevor ich ein Buch bestelle überfliege ich den "Klappentext" immer nur flüchtig, da ich vorher nicht zu viel wissen will.
Im Rahmen des Vine-Produktesterprogramms wurde mir dieses Buch angeboten und als Stichworte blieben bei mir "England", "50er Jahre" und "Familiengeschichte" hängen. Ich war also gespannt was mich erwarten würde und begann...
Veröffentlicht am 16. Februar 2011 von Amazon Customer

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Barfuß und nicht Lackschuh
Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig zurückgelassen, zum einen ist die Erzählweise sehr poetisch gehalten, hier entstehen fantastische Bilder im Kopf, die fesseln und weiterlesen lassen. Dann aber wird mit Klischees gearbeitet, dass man das Buch sofort beiseite legen möchte. Darüber hinaus verzettelt man sich in ausschweifenden...
Veröffentlicht am 1. September 2011 von Bianca Wenzel


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlvoller Gesellschaftsroman, 16. Februar 2011
Von 
Amazon Customer - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Bevor ich ein Buch bestelle überfliege ich den "Klappentext" immer nur flüchtig, da ich vorher nicht zu viel wissen will.
Im Rahmen des Vine-Produktesterprogramms wurde mir dieses Buch angeboten und als Stichworte blieben bei mir "England", "50er Jahre" und "Familiengeschichte" hängen. Ich war also gespannt was mich erwarten würde und begann voller Vorfreude zu lesen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist eine wundervolle Geschichte über das Leben, die Liebe und das Erwachsenwerden und ich hab das Buch sehr genossen.

Worum geht es:
Der 10jährige Charlie wächst in den 50er Jahren in einem kleinen Ort in England auf. Die Ehe seiner Eltern ist am Ende und als sein Vater die Familie verlässt und seine Mutter unter Depressionen leidet, ist er auf sich alleine gestellt und muss langsam mit der neuen Situation zurecht kommen. Trost und Hilfe findet er bei der Ärztin Jean Markham, in deren Garten er umherstreifen darf und bei deren Bienen, die er zu versorgenn hilft.
Auch seine Mutter Lydia kommt häufig zu Besuch und sieht das Leben bald mit anderen Augen. Zwischen ihr und er Ärztin entwickelt sich bald eine Freundschaft und nach und nach kommen sich die beiden Frauen näher und bald geht ihre Beziehung über reine Freundschaft hinaus und aus Zuneigung wird Liebe.
Etwas, das in den 50ern noch ein Tabuthema war und viele Schwierigkeiten mit sich bringt.

Das Buch ist liebevoll und atmosphärisch geschrieben. Man taucht schnell in diese vielschichtige und fesselnde Geschichte ein und lässt sich von den Geschehnissen in den Bann ziehen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann es jedem, der gutgeschriebene Romane mag, weiterempfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen viel Gefühle, interessantes Thema, Filmstoff, 14. Februar 2011
Von 
Milchbart "marcon" (Münster) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Geschichte spielt in den 50er Jahren. Die historische Einordnung ist wichtig, denn aus heutiger Sicht wäre alles, was sich in dem Buch ereignet, nicht so außergewöhnlich und problembefrachtet wie zu der damaligen Zeit.

Die Autorin wechselt die Erzählperspektive zwischen den drei Protagonisten: der ca. 10jährige Sohn, die Mutter, die Ärztin. Daran kann sich der Leser schnell gewöhnen, kein Problem. Die Gefühle sind nachvollziehbar und einfühlsam dargestellt, die Erzählperspektiven glaubwürdig geschildert.

An ein paar Stellen bin ich über Formulierungen gestolpert, wo ich mich fragte, ob es jetzt Druckfehler sind oder es an der Übersetzung liegt. Manchmal dachte ich, das einges zu vorhersehbar ist.

Begeistert war ich eigentlich von der Lektüre gleich zu Beginn, in der Mitte des Romans flachte die Begeisterung etwas ab und gegen Ende stieg sie wieder enorm an und ich wollte das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es nun ausgeht. Ich hatte sogar schon die Rahmenhandlung vom Romanbeginn vergessen, wo der erwachsene Charlie in seine Heimatstadt zurück kehrt.

Es ist ein guter Erzählroman, der ein Thema aufgreift, das sicherlich nicht so oft und intensiv in der Literatur behandelt wird und gerade deshalb empfehlenswert ist, doch zu viel möchte ich nicht vorweg nehmen, weil die Geschichte sonst für den unbedarften Leser oder die unwissende Leserin nicht mehr so spannend ist. Wer gern Familiengeschichten, Liebesgeschichten, Romane übers Erwachsenwerden, Gefühle, soziale Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen liest, ist hier gut bedient. Außerdem wird noch einiges Wissen über Bienen und Bienenzucht mitgeteilt, so nebenbei, daher auch der Name Honiggarten. Ich kann mir diesen Roman gut verfilmt vorstellen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Liebe geht manchmal seltsame Wege, 9. Februar 2011
Von 
Gabriele Steininger (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Fiona Shaw ist mit diesem Buch ein Liebesroman der besonderen Art gelungen. Obwohl der Leser schon früh ahnt, was sich im Garten der Ärztin, die auch Bienen züchtet, anbahnt, verliert der Roman bis zum Schluss seine Spannung nicht. Das liegt unter anderem am Stil der Autorin, die wohl sehr naturverbunden ist. Mit wundervollen Vergleichen beschreibt sie die Landschaft und die Menschen im prüden England kurz nach dem zweiten Weltkrieg.

Da hing ein "grauer Himmel tief über der Stadt, als wäre er mit Wäscheklammern an den Hügeln im Westen befestigt". Die Hausärztin Jean "wusste, dass mit jedem Mann und jeder Frau, die sie aufsuchten, ihre Taschen abstellten, den Hut abnahmen, den Mantel auszogen und auf dem braunen, mit Polsternägeln beschlagenen Stuhl im Behandlungszimmer Platz nahmen, ein ganzes Leben, ein menschliches Schicksal, hereinkam." Eines Tages kam der zehnjährige Charlie mit seinem Vater herein und stellte ihre Welt auf den Kopf. Endlich hatte sie jemanden, mit dem sie ihr Hobby, das Imkern, teilen konnte. Währenddessen "tropfte die Trauer (seiner Mutter) in das Kartoffelwasser und auf die Würste." Viel später erlebt der Leser mit, wie Charlie mit seinem geliebten Segelboot seine unbekümmerte Kindheit davon schwimmen lässt...

Auch wenn die Geschichte wenige Seiten vor Ende des Buches eine etwas unglaubwürdige Wendung nimmt, lohnt sich das Lesen durchaus. Unter anderem, weil es dem Leser erlaubt, in längst vergangene Zeiten einzutauchen (heute lebt es sich viel leichter, weil die Menschen viel toleranter sind), ihm Gefühle nahe bringt, über die er sich sonst vielleicht keine Gedanken machen würde und ihn somit auch zum Nachdenken anregt.

Mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen! Dass diese Rezension auf eine falsche Fährte führt, ist übrigens Absicht . . .
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte über eine Liebe, die allen Widrigkeiten trotzt, 2. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Im England der 50er Jahre, in einem kleinen Dorf, verliebt sich Lydia nach ihrer Trennung von ihrem Hallodri-Mann in die Ärztin Jean. Ihre Liebe stößt (natürlich) auf Unverständnis bei allen Zeitgenossen und bringt Probleme mit sich. Denn plötzlich scheint ihr Ex-Mann väterliche Gefühle zu entdecken und nimmt ihr Charlie weg. Eine Wendung kommt in die vermeintlich trist endende Geschichte, als Lydias Ex-Schwägerin eines Nachts die Ärztin Jean um Hilfe bittet: ihre Tochter Annie braucht dringende medizinische Hilfe, sonst verblutet sie...

>> Mit den Augen eines Kindes>>, steht groß am Covertext, doch diese Anmerkung trifft den wahren Inhalt des Romans nicht ganz. Denn die Geschichte ist keineswegs nur aus der Sicht von Charlie erzählt, sondern sehr häufig aus Jeans oder Lydias Sicht, was dem ganzen wirklich gut tut und auch von Nöten ist. Wie sollte Charlie, dieser kindliche Junge, denn auch wissen können, was sich in den Gefühlswelten von Lydia oder Jean abspielt und mit welchen Problemen diese in der Welt der Erwachsenen zu kämpfen haben? In der Tat ist es mir ein Rätsel, weshalb der Knaur-Verlag die Sichtweise und Rolle von Charlie so hoch gewichtet.

>> In seiner offenen und unschuldigen Art teilt er sein Glück auch anderen mit - und ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt>>, heißt es weiter auf dem Buchrücken, doch, stopp...! Charlie hat daran, dass andere von der verbotenen Liebe zwischen Jean und Lydia erfahren, nicht den Hauptanteil. Die Rahmenumstände sind, gemessen an der damaligen Zeit, einfach zu offensichtlich - schon allein die Tatsache, dass Lydia bei Jean einzieht, verlangt nach stimmigen Begründungen im England der 50er Jahre.

Wie schwer es in dieser Zeit war, als lesbisches Liebespaar zu leben, dürfte inzwischen bekannt sein und ist aus meiner Sicht nicht das Herausragende an dieser Geschichte. Es liegt wohl an der Art, wie der Roman aufbereitet ist: der niveauvollen Sprache, der flüssigen Schreibe, den sympathischen Charakteren, dem Perspektivenwechsel und der Schilderung diverser Rahmenumstände der damaligen Zeit. Allein Jeans Alltag als ländliche Hausärztin ist sehr interessant beschrieben.
Nachdem ich unmittelbar zuvor Corinna Waffeneders Gegenwarts-Krimi TOD DURCH ERINNERN gelesen hatte, in dem die AkteurInnen mal mit diesem, mal mit jenem ins Bett hüpfen und Bindungsangst in jedweder Form zu beobachten ist, tat es gut, in DER HONIGGARTEN unmittelbar danach über eine Liebe zu lesen, die allen Widrigkeiten trotzt und Bestand hat.

Ich fürchtete mich nach dem ersten Drittel des Buches vor dem Ende - und wurde positiv überrascht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die 50er Jahre - eine Befreiungsgeschichte, 21. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Der Roman schildert den moralinsauren Mief und Muff der 50er Jahre in England. Die strenge soziale Kontrolle, die insbesondere Frauen wenig Luft zum Atmen lässt, wird hier anhand verschiedener Schicksale geschildert, und zwar so detail- und wortreich, dass dem Leser/ der Leserin selbst das Atmen schwerfällt. Eine ganz individuelle Gegenbewegung findet aber auch statt: Ein Junge und zwei Frauen finden auf so schwierige wie letztlich befreiende Weise zueinander, und diese wendungsreiche Geschichte zu verfolgen, ist ein wahres Lesevergnügen. Mich hat die Lektüre jedenfalls von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Barfuß und nicht Lackschuh, 1. September 2011
Von 
Bianca Wenzel (MKK, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Dieses Buch hat mich sehr zwiespältig zurückgelassen, zum einen ist die Erzählweise sehr poetisch gehalten, hier entstehen fantastische Bilder im Kopf, die fesseln und weiterlesen lassen. Dann aber wird mit Klischees gearbeitet, dass man das Buch sofort beiseite legen möchte. Darüber hinaus verzettelt man sich in ausschweifenden Handlungssträngen, die das Buch etwas langatmig werden lassen. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen.

Toleranz und der Umgang damit ist das bestimmende Thema des Buches. Wir lesen uns ins England der 50er Jahre, sprich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Frauen sind auch hier noch nicht so gleichberechtigt und das, obwohl sie es waren, die das Land und das Leben oben gehalten haben, während ihre Männer an der Front waren. Lydia und Robert haben einen gemeinsamen Sohn, der von seinem Vater jedoch nicht ins gewünschte Raster passt und so nicht geliebt wird, wie er es verdient. Charlie verschlingt so manches Buch, beobachtet alles sehr genau und das passt dem Vater nun gar nicht. Die Ehe der Eltern zerbricht und plötzlich stellt sich die Frage, ob Lydia wieder lieben darf und vor allem wen...

Ein sehr ruhiges Buch, das in kein herkömmliches Raster passt, manchmal fesselt, manchmal leider aber auch nervt. Das Thema ist interessant sowie die Geschichte der Protagonisten, aber die ausschweifenden Beschreibungen stören den Lesefluss leider zu oft.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesen Sie nicht die Buchrückseite!, 4. April 2011
Von 
Bernauer (Loccum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die Hauptperson des Buches ist unzweifelhaft der zehnjährige Charlie. Tatsächlich ist es aber seine Mutter, deren Geschichte hier erzählt wird, gesehen durch die Augen ihres Sohnes. Eine Liebesgeschichte natürlich, aber auch ein Entwicklungsroman. Nicht nur Charlie steht an der Schwelle zum (frühzeitigen)Erwachsenwerden, auch seine Mutter muss in eine neue Rolle finden.

Fasziniert hat mich die Beschreibung des Lebens in den 50er Jahren, über die man ja glaubt genug zu wissen. Typischerweise spielen historische Romane gerne in der Antike oder im Mittelalter und handeln von Frauen, die trotz aller Ungerechtigkeiten ihren Weg machen.

Hier aber ist es die Generation unserer Großmütter. Auch in England hielten die Frauen ein Land aufrecht während die Männer im Krieg waren und wurden hinterher in ihre alte Rolle zurückgedrängt. Wütend und ungläubig erfährt man, dass Charlies Mutter nicht gegen ihren Mann vorgehen kann, obwohl er es ist, der sie betrügt und die Miete nicht zahlt. Sie würde den Sohn verlieren.

Die typische Heldin würde jetzt aus eigener Kraft eine Lösung finden und es allen heimzahlen, egal wie unglaubwürdig das wäre. Charlies Mutter hingegen hat trotz aller Bemühungen keine Perspektive, bis ihr der Zufall zu Hilfe kommt. Ihre Stärke liegt im Weitermachen.

Was die Buchrückseite betrifft, so steht da zum Teil Quatsch (z.B. liebt Charlie angeblich seine Mutter "abgöttisch" - wenn das so ist, dann tut das jeder Zehnjährige), zum Teil passieren die Dinge erst spät im Buch. Lieber nicht beachten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön und sehr berührend, 2. März 2011
Von 
Maren Frank "Leseratte" (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
England in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Lydia hatte nicht wirklich viel Glück in ihrem Leben. Sie lernte Robert kennen, wurde sehr schnell von ihm schwanger. Ihr Vater war gegen die Beziehung, da sie Robert kaum kannte, dennoch liebte Lydia ihn und bliebt mit ihm zusammen. Sie bekam Charlie, und damit entzweiten die beiden sich. Robert wirft Lydia vor, seit der Geburt nur noch für ihren Sohn dazusein, immer weniger nimmt er am gemeinsamen Familienleben teil.
Charlie wird schnell ziemlich selbstständig, entdeckt alleine die Umgebung und kommt so eines Tages auch in den Garten der Ärztin Jean. Sie hält dort Bienen, was Charlie fasziniert. Er und Jean kommen ins Gespräch. Durch Charlie lernt Jean schließlich die inzwischen von Robert verlassene Lydia kennen. Beide Frauen sind sich sofort sympathisch. Jean leiht Lydia Bücher aus der privaten Bibliothek ihres Vaters, sie führen lange Gespräche. Als sie zusammen wegfahren, kommen sie sich näher, geben ihrer Leidenschaft nach. Für Jean eine völlig neue Erfahrung. Für Lydia ein kostbares Glück.
Doch beiden ist klar: Niemand darf davon erfahren. So treffen sie sich zwar weiterhin, halten ihre Liebe aber geheim. Das allerdings wird immer schwieriger und schließlich erscheint die Situation geradezu ausweglos ...

Ich lese sehr gerne Liebesgeschichten zwischen zwei Frauen, so dass ich mich gefreut habe, dass es in diesem Buch darum geht. Der Klappentext verrät das nämlich nicht, da steht mit keinem Wort was darüber, dass es ein Liebesroman ist. Macht aber nichts, denn das Buch fesselt von Anfang an, so dass es schnell gelesen ist. Der Schreibstil hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Autorin hat eine ganz tolle Art, Gefühle und Stimmungen rüberzubringen. So wirkt die Geschichte sehr berührend, die Figuren sind sehr ausführlich gestaltet. Das verleiht ihnen eine große Glaubwürdigkeit, auch die Entwicklung der Beziehung ist nachvollziehbar.
Mich hat das Buch sehr gefesselt, einmal angefangen, konnte ich es dann kaum mehr aus der Hand legen und habe es sehr schnell gelesen.
Die Liebesszenen sind eher zurückhaltend, also recht dezent geschildert, aber das passt ebenso wie alle anderen Beschreibungen.
Für mich ein rundum gelungener Roman, den ich jedem empfehlen kann, der gerne gefühlvolle, berührende Bücher liest.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotional anschaulich: Ein psychologisch-gesellschaftskritischer Emanzipationsroman, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
"Sie hatte sich in einen Mann verliebt, die Liebe zu ihm verloren, und nun liebte sie eine Frau."

"Wenn Kinder geboren werden, wenden die Frauen sich von einem ab."

Diese beiden Zitate des flüssig lesbaren, eindrücklichen und spannenden Romans markieren den äußeren Motivrahmen der Geschichte, einmal aus der Sicht der Hauptprotagonistin Lydia, und einmal aus der Perspektive ihres Ehemanns Robert. Eine Geschichte, die zauberhaft, fast idyllisch beginnt und tragisch, für alle Beteiligten ernüchternd endet. Zwischen den beiden Eheleuten steht Charlie, der gemeinsame Sohn. Charlie will in seiner kindlichen Welt lange nicht wahrhaben, dass sein Vater, nachdem er seine Mutter verlassen hatte, nie mehr zurückkehren würde. Lydia dagegen erkennt die Selbstsucht ihres Mannes recht früh, findet in der Freundschaft mit der Ärztin Jean wieder zu einem glücklichen Leben. Dass diese neue Liebe, jetzt zu einer Frau, zudem aus einer anderen Gesellschaftsschicht, im provinziellen England der 1950er Jahre als moralisch verwerflich gilt, stellt sie vor eine harte Probe.

Was mich als Leser anrührt, ist nicht dieser psychologisch und gesellschaftskritisch motivierte Rahmen, es ist vielmehr die eindrückliche Erzählung einer innigen Mutter-Sohn-Beziehung. Im Honiggarten der Ärztin konzentriert sich ein Szenario, in dem das Kind Charlie ganz frei sowohl seiner ganz eigenen Gedanken- und Erfahrungswelt nachgehen als auch das enge Verhältnis zur Mutter genießen kann, weil er sie ebenfalls wieder glücklich weiß. Im Garten mit den Bienen, denen er auch seine Sorgen anvertrauen kann, in der stets neugierigen Erkundung der dörflichen Umgebung mit all den vertrauten Personen kann Charlie er selber sein. Erst am Ende kann er als junger Erwachsener bewusst nach Gründen für das Verhalten des Vaters suchen, ohne allerdings eine Antwort zu erhalten. Das vergangene Drama hatte sich in der Welt der Erwachsenen abgespielt, nach deren für ihn unverständlichen Regeln. Später weiß er: Der nicht schmerzfreie "Befreiungsweg" seiner Mutter war auch für ihn die bestmögliche Entwicklungschance. Die nichts auflösende spätere Begegnung mit seinem uneinsichtigen Vater macht ihm dies deutlich. Wenn eine Erkenntnis am Ende stehen sollte, dann die, dass sich Mut zur Individualität auszahlt. Auch wenn das Kampf gegen gesellschaftliche Konventionen bedeutet. Lydia, Jean und Charlie hätten nicht unbedingt auswandern müssen, um dies zu erkennen. Aber diese Wendung wirkt vor dem Hintergrund der erzählten Zeit dennoch vorstellbar und plausibel.

Ein bewegender Roman, der die gesellschaftlich geprägten Wirrungen erwachsener Gefühlswelten in der Erlebniswelt eines Kindes spiegelt, das gleichzeitig Gegenstand und Spielball dieser Wirrungen ist.

Absolut empfehlenswert, gerade auch wegen der emotional anschaulichen und flüssigen Erzählweise.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Geschichte über das Leben, die Liebe und das Erwachsen werden, 18. Februar 2011
Von 
bonomania "bonomania" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der Honiggarten: Roman (Taschenbuch)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Mit sehr viel Liebe zum Detail erzählt uns die Autorin ein Beziehungsdrama in einer englischen Kleinstadt der 50ziger Jahre.
An Hand des Klappentextes habe ich mir nicht viel versprochen, wurde aber angenehm überrascht.
Die Wortwahl in "Der Honiggarten" empfand ich als äußerst angenehm und ich war von der Fülle der poetischen Sätzen sehr angetan.

Obwohl eigentlich nur Szenen aus einem ganz alltäglichen spießigen Leben in den 50ziger Jahren erzählt werden, nimmt die Geschichte immer mehr an Fahrt auf und danach war es für mich schier unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Innerhalb von 2 Tagen habe ich es verschlungen. Je näher ich zum Ende kam, desto langsamer habe ich versucht zu lesen. Ich wollte mich einfach nicht von den liebevoll beschriebenen Menschen verabschieden.
Jeder der Protagonisten hat so seine Macken, seine Ecken und Kanten und man hat mit ihnen mitgefiebert und mitgelitten.
Es ist ein trauriges Buch das zu Herzen geht, aber zugleich auch ein fröhliches Buch, das bewegt.

Fazit: ein Roman der die Marotten der Bewohner einer englischen Kleinstadt liebevoll und eindringlich erzählt und dabei niemals in Belanglosigkeiten abdriftet.

Sehr schön werden auch Charlies (der 10-jährige Sohn in diesem Roman) Sammelleidenschaft beschrieben und beklemmend zu lesen, dass seine bedingungslose Liebe zu seinem Vater leider nicht erwidert wird.

Ich empfand diesen Roman als eindrucksvoll und kann ihn 100% weiterempfehlen (was ich auch schon getan habe)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 26 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Honiggarten: Roman
Der Honiggarten: Roman von Fiona Shaw (Taschenbuch - 7. Februar 2011)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen