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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Killerspiele" ??????
Ich finde die Thematik sehr aktuell und war zuerst sehr gespannt. Dann habe ich mich doch ein wenig gesorgt, ob 350 Seiten Mobbing nicht doch langatmig werden. Aber ich wurde positiv überrascht. Das Buch wurde nie langweilig - besonders durch die besondere Art die Zeugenaussagen darzustellen anstelle reinen Erzählens. So hatte ich das Gefühl, immer wieder...
Veröffentlicht am 9. April 2011 von Sternfahrerin

versus
12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fordert immerhin den Intellekt
Das Buch "Ein toter Lehrer" von Simon Lelic ist ein gesellschaftskritischer Roman zum Thema Mobbing in Schule und Beruf. Offenbar inspiriert von Schüler-Amokläufen, kehrt es deren Muster um, zeichnet dabei einige teilweise realistische, wenn auch plumpe Formen des Mobbing und der sexuellen Belästigung, unterschlägt jedoch bekannte Möglichkeiten...
Veröffentlicht am 11. März 2011 von Scharfe Zunge


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Killerspiele" ??????, 9. April 2011
Von 
Sternfahrerin - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich finde die Thematik sehr aktuell und war zuerst sehr gespannt. Dann habe ich mich doch ein wenig gesorgt, ob 350 Seiten Mobbing nicht doch langatmig werden. Aber ich wurde positiv überrascht. Das Buch wurde nie langweilig - besonders durch die besondere Art die Zeugenaussagen darzustellen anstelle reinen Erzählens. So hatte ich das Gefühl, immer wieder neue Kurzgeschichten zu lesen.

Ich finde das Buch wichtig:
Es ist durchweg realistisch - meiner Meinung nach, da ich vieles davon schon miterlebt/beobachtet habe in Schule und Beruf.
Und die damit verbundene Hilflosigkeit finde ich gut dargestellt. Dies ist verdeutlicht durch die Erzählungen bezüglich des Lehrers, aber auch durch die Aktuelle Lage der Ermittlerin, die ebenfalls schikaniert wird.
Und die Reaktionen der Politik in unserer Realität, die davon sprechen, dass "Killerspiele", Schützenvereine oder Waffen verboten werden sollten ignorieren weitgehend die dahinterliegenden Ursachen. In diesem Buch geht es um eben die. Die Situation in den Schulen, an den Arbeitsplätzen und die fehlenden Möglichkeiten Hilfe zu bekommen werden sehr gut verdeutlicht! Besonders deutlich wird dies auch nochmal durch die erwähnte Alternative zum Amoklauf: dem Suizid.

Der Autor verzichtet nach meinem Empfinden darauf eine klare Stellung zu beziehen. Wer gut und wer böse ist, ist offen. Vielmehr wird deutlich, dass es eben nicht immer so einfach trennbar ist.
Die Wahl des Lehrers als Amokläufer ist interessant. So wird auch verhindert, dass ein grundsätzliches "die Lehrer sind schuld" entsteht. Die "Täter" und "Opfer" verteilen sich auf Schüler und Lehrer. Das finde ich gut gelöst.

Der Schreibstil gefällt mir gut. Er ist sehr flüssig. Die Zeugenaussagen sind ohne die dazugehörigen Fragen dargestellt aber gut verständlich.

Der Autor ist in Brighton geboren und schildert wohl damit am ehesten die Bedingungen von dort. Jedoch sind sie auf Deutschland doch gut übertragbar.
Er hat vor diesem Roman als Journalist gearbeitet. Dies ist sein Debut-Roman.

Fazit:
Ein wirklich faszinierendes und aussagestarkes Buch!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Plädoyer für Zivilcourage, 6. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Wenn man dieses Buch liest, fragt man sich ständig, warum niemand diese Katastrophe verhindert hat. Mit einer kleinen Geste der Zuwendung hätte man doch so viel bewirken können. Und dann denkt man unweigerlich an seine eigene Schulzeit. In der gab es auch Mitschüler, die gehänselt wurden. Hat man ihnen geholfen oder war man nur froh, nicht selbst das Ziel zu sein ?
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein für alle Schüler, Lehrer, Eltern, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es erinnert auf sehr eindringliche Art daran, genau hinzusehen, hinzuhören, nachzufragen und sich einzumischen.
Wir sollten viel öfter hinterfragen, wie unser Verhalten oder auch unser Unterlassen auf andere wirkt und welche Konsequenzen es hat.
Dieses Buch ist der perfekte "Wachrüttler".
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen mehr gesellschaftskritischer Roman als Krimi, 3. April 2011
Von 
bonomania "bonomania" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Der tote Lehrer ist ein Buch was mich etwas Zwiegespalten zurücklässt.
Positiv zu vermerken sind der angenehme Schreibstil und die gewählte Form zwischen verschiedenen Personen, die diesen Amoklauf aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln beleuchten.
Hier offenbart sich das Talent des Autors mit den unterschiedlichen Erzählern auch den Tonfall der Geschichte zu ändern.
Wobei eben dies mir auch etwas Mühe machte, jedes Mal wieder in den Rhythmus von Lucia zu kommen, die die einzelnen Sequenzen verbindet. Leider blieb Lucia etwas farblos.
Außer, dass sie hartnäckig an dem Fall dranbleibt und nicht vorschnell ihrem Chef ein Urteil abgeben will, sondern sich redlich bemüht hinter die verschiedenen Facetten des Falles zu kommen. Und dass sie relativ stoisch die Mobbing-Versuche in ihrem eigenen Umfeld hinnimmt, was ich sehr frustrierend fand.
Außerdem fehlte mir etwas die Spannung. Vielleicht lag das auch daran, dass ja Täter und Opfer bereits ermittelt sind. Es handelt sich meiner Meinung nach also eher um eine Milieu-Studie, als um einen richtigen Krimi.
Da ich bereits einige Romane gelesen habe, die sich mit Amokläufen in Schulen beschäftigen (Picoult, Lamb usw.) war das Thema mir auch nicht mehr wirklich neu. Allerdings war neu, dass diesmal ein Lehrer der Täter wurde und das hat mir wiederum gefallen, da hier diesem Berufsstand mal ein wenig mehr Aufmerksamkeit gezollt wird.
Ich vergebe gute 4 Punkte für einen interessanten Erstling.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tatort Schule, 7. April 2011
Von 
MH (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Kaum jemand ahnt, was wirklich hinter den Mauern unserer Schulgebäude geschieht: die Schule, das ist ein Kosmos für sich. Angesichts mangelnder Supervision und fehlender, flächendeckender Qualitätskontrollen ist die Lehrkraft allerdings auch mit Sorgen und Nöten - sowohl fachlich als auch emotional - im Arbeitsalltag weitgehend alleingelassen. Ausgeliefert. Probleme werden sorgsam verheimlicht, totgeschwiegen, buchstäblich unter das hölzerne Pult gekehrt. Und weil ein Eingeständnis in die eigene Überforderung einem Karrieresuizid gleichkäme und zweifelsohne Häme aus dem Kollegium nach sich ziehen würde, wird geschwiegen über die heimliche Hölle, der sich tagein tagaus gestellt werden muss.

Immer wieder berichten die Medien von dramatischen Amokläufen. Meist sind es Schüler, die die Nerven verlieren, Rache- und Suizidpläne schmieden und dann mit einem Maximum an öffentlicher Aufmerksamkeit aus dem Leben scheiden und dabei so viele Klassenkameraden und Lehrkräfte mitnehmen, wie möglich. In fast all diesen Fällen steckt Mobbing als Ursache dahinter.

So auch in Simon Lelics Debütroman "Ein toter Lehrer". Samuel Szajkowski, ein junger Londoner Geschichtspädagoge, der an einer Eliteschule lehrt, dreht scheinbar grundlos während einer Schulversammlung durch, zückt eine historische Waffe und erschießt drei Schüler, eine Kollegin und schließlich sich selbst. Hintergrund: Seelenqual durch Mobbing.

Lucia May, Ermittlerin der Londoner Polizei und selbst Mobbing-Oper, nimmt den Fall an und macht sich durch intensive Recherchen sowohl bei dem Schuldirektor als auch bei ihrem eigenen Chef unbeliebt. Das Engagement der Polizistin läuft den Eigeninteressen der Männer entgegen. Doch ihr geht es nicht darum, die Akten möglichst bald schließen zu können; sie will Klarheit und Wahrheit. Der Weg durch den Sumpf aus Drahtziehern, Tätern, Mitwissern, Opfern und Zeugen ist dabei schlüpfrig; das dahintersteckende Geflecht schwer zu entwirren.

Der puzzleartige Erzählstil des 1976 in Brighton geborenen Autors macht das Buch zu einer ungewöhnlich fesselnden Lektüre: Vernehmungsprotokolle rücken in den Mittelpunkt der Handlung und lassen Akteure so direkt zu Wort kommen. Nach und nach entsteht so ein realistisches Bild der wahren Situation.

Es ist ein Buch, das die Lesenden aktiv einbindet, bange Fragen aufwirft und die eigene Reaktionsweise in solch einer Reaktion hinterfragt: Hätte die Tat verhindert werden können? Kann man Mobbing unterbinden? Was kann jeder einzelne tun und wie sollte man sich verhalten, wenn der Verdacht eines Amoklaufes entsteht?

Mobbing an Schulen, aber auch im Berufsleben, ist auf dem Vormarsch. Wer nicht in den Einheitsbrei der breiten Masse passt, wird gnadenlos niedergeknüppelt. Was nicht passt, wird passend gemacht. Ausgemerzt.

Der Begriff "Opfer" hat dabei einen erschreckenden Wertewandel hinter sich: Längst löst er nicht mehr Beschützerinstinkte und den Wunsch, helfend einzugreifen aus. Nein, "Opfer", das ist heutzutage vielmehr ein Schmähwort, eine Einladung, nachzutreten. Dementsprechend gelingt der Ausbruch aus der Opferrolle aus eigener Kraft in der Regel nicht. Übermacht gegen Ohnmacht. Kollektivität gegen Individualität. Und doch kann und sollte man als vermeintlich Außenstehender handeln. Auch das verdeutlicht dieser beeindruckende Erstling.

Der Roman besticht durch das realistische, gekonnt in all seinen Facetten dargestellte, hochkomplexe Thema und seine interessante Herangehensweise. Ganz klischeefrei bleibt er dabei jedoch nicht: Man hat insgesamt das Gefühl, alles schon einmal so oder in ähnlicher Form in den Medien verfolgt zu haben, und die stereotype Beschreibung von Widerling Walter, der die Ermittlerin Lucia May drangsaliert, hätte auch weniger extrem ausfallen können. Nicht immer sind Mobber diejenigen, die zu Übergewicht neigen, den Kontakt mit Waren aus dem Produktbereich der Körperhygiene scheuen und eigene, mehr als offenkundige Schwächen dadurch zu kompensieren versuchen, dass sie andere niedermachen um sich selbst aufzuwerten.

Dennoch: ein sehr lesenswertes Werk, das sich nicht aus der Hand legen lässt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie kann ein ausgeglichener Mensch damit rechnen, daß jemand so etwas tut?", 16. März 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Mit dieser Frage versucht einer der Kollegen des Amokläufers Szajkowski die Tatsache zu rechtfertigen, daß er keinen Alarm schlug, nachdem ihm vom zukünftigen Täter die Mordwaffe gezeigt worden war. Man kann sich schon ein wenig in den Fragesteller hineinversetzen, dessen banaler, wohlgeordneter Alltag plötzlich durch den Anblick einer Waffe im Lehrerzimmer aus der Bahn gerät und der sich nicht sicher ist, ob er die Erklärung, die ihm Szajkowski gibt, warum er die Waffe dabei habe - als Anschauungsobjekt für den Geschichtsunterricht, denn immerhin handelt es sich um eine alte Waffe aus dem Zweiten Weltkrieg -, nicht doch gelten lassen solle, entbindet ihn das Akzeptieren dieser Erklärung doch von dem Wagnis, den Schulleiter oder die Polizei zu informieren und so eventuell seinen Kollegen zu Unrecht zu verdächtigen.

"Rupture" ist der Originaltitel des im Deutschen als "Ein toter Lehrer" veröffentlichten Debütromans des englischen Journalisten und Schriftstellers Simon Lelic, und wie so oft paßt der Originaltitel ungleich besser als seine Übersetzung.

Der Roman spielt in der Gegenwart, an einer Londoner Schule, die sich eines gewissen Rufs erfreut und deshalb Zugpferd eines mit Fördergeldern dotierten Regierungsprojekts werden soll, und er beginnt, nachdem der junge Geschichtslehrer Samuel Szajkowski auf einer Schulversammlung, zu der der Schulleiter Mr. Travis alle Kollegen und Schüler gebeten hat, eine Waffe zieht, drei Schüler und eine Lehrerin tötet und sich dann selbst erschießt. Medien, Schule und der Chef der leitenden Ermittlerin Lucia May sind sich schnell darin einig, daß diese Tragödie die Tat eines Wahnsinnigen ist, gegen die niemand etwas hätte unternehmen können, da Szajkowski zwar als Sonderling galt, aber niemand in der Lage gewesen sei abzusehen, welche Abgründe wirklich in ihm gähnten. Doch Lucia May, der man den Fall zugeteilt hat, mag sich nicht mit dieser vorschnellen Erklärung zufriedengeben, und so bohrt sie ein wenig tiefer, befragt Tatzeugen - Lehrer und Schüler sowie den überheblichen Direktor -, Szajkowskis Schwester und auch die Angehörigen der Opfer, und sie findet auch eine Verbindung zwischen dem Amoklauf und dem Fall des kleinen Elliot Samson, ebenfalls Zögling dieser Schule, der direkt vor dem Pausenhof von einigen Jugendlichen mißhandelt und erniedrigt wurde und der sich in angstvolles Schweigen hüllt. Schließlich gelingt es Lucia, eine andere, weit unbequemere Erklärung für das grauenhafte Massaker zu finden, doch scheint es da niemanden zu geben, der diese Erklärung hören möchte, denn die Schule ist immerhin für Fördergelder nominiert, und der Superintendent höchstselbst sitzt in der Schulkommission.

Lelic nimmt sich in diesem Roman, der eigentlich kein typischer Krimi ist, da nicht so sehr die Ermittlungen selbst als vielmehr die sozialen Verflechtungen an einer Schule im Mittelpunkt stehen, eines aktuellen Themas an, geht es doch um Mobbing und seine Folgen. Allerdings unterlaufen ihm dabei zwei Schönheitsfehler. Zum einen neigt er dazu, sein Thema gar zu plakativ an den Mann zu bringen, denn nicht nur an der Schule werden Schwächere von einigen üblen Typen drangsaliert, sondern auch Lucia May selbst ist Opfer von Mobbing und sexueller Nötigung am Arbeitsplatz. Ihr Arbeitskollege Walter ist der Hauptverantwortliche für die täglichen Schikanen und Übergriffe, deren sie sich erwehren muß, und dieser Walter ist - Sie werden es erraten haben - fett, grobporig, transpirationsintensiv, primitiv und laut, und seine Mobbingattacken und Anzüglichkeiten geraten dabei so plump und offensichtlich, daß es wohl kaum einen Chef geben würde, der vor ihnen - schon mit Rücksicht auf seine eigene Karriere, wenn nicht aus Gerechtigkeitsempfinden - lange die Augen verschließen würde. Lucias Chef indes tut dies, obgleich er auch nicht sonderlich viel für Walter übrig zu haben scheint. Er tut dies, da er einer Prämisse des Autors gehorchen muß, auf die später noch einzugehen sein wird, doch er tut dies auch um den Preis eines großen Teils der Glaubwürdigkeit dieses Handlungsstrangs, der allein schon wegen der Figur Walters und der Natur der Übergriffe selbst nicht gerade glaubwürdig ist. Dieser Teil des Romans erinnert mich alles in allem stark an eine der wenigen Passagen aus "Harry Potter", die ich je gelesen habe - nämlich an die alberne Schilderung der bösen und fetten Verwandten Harrys und der schrecklichen Dinge, die sie ihm antun.

Zum anderen erscheinen die Mobber geradezu als übermächtig, wenn Lelic an manchen Stellen doch auch Gründe für ihre Aggressivität andeutet. In der Schule gibt es zwei Jungen, Donovan Stanley und seinen Sidekick Gideon, die durch ihr Vermögen, schwache Punkte bei ihren Mitmenschen zu entdecken und diese dann gnadenlos auszubeuten, Angst und Schrecken verbreiten. Daß zwei üble Typen (und vielleicht noch ein kleines Gefolge) nun eine gesamte Schule durch ihre Fiesheiten in Atem halten können, erscheint schon ein wenig übertrieben.

Dennoch halte ich Lelics Roman für ein sehr lesenswertes Buch - und das aus mindestens drei Gründen:

1. Lelics Schreibstil unterscheidet sich wohltuend von dem Einheitsbrei vieler moderner Autoren, denn er schreibt insgesamt recht knapp, aber dabei findet er die richtigen Worte und läßt seine Figuren authentisch reden. Diese Schlichtheit ist denn auch sicher dafür verantwortlich, daß die Stellen, die vom Schicksal des kleinen Elliot handeln, den Leser nicht unberührt lassen, sondern unmittelbar ergreifen. In anderen Passagen gelingt es dem Verfasser dann auch - trotz des ernsten Themas - ein wenig Humor aufblitzen zu lassen. Wenn Sie keinen finden sollten, trösten Sie sich: Ich scheine auch bei Dostojewski hier und da Humor zu finden. Eine weitere Besonderheit des Romans ist, daß sich zwei Erzählperspektiven präzise Kapitel für Kapitel abwechseln. Linear treibt ein personaler Erzähler die Geschichte aus der Perspektive Lucia Mays voran, während in den anderen Kapiteln immer - einleitungslos - die von Lucia befragten Zeugen aus der Ich-Perspektive ihre Sicht der Dinge schildern. Dieses Verfahren wirkt recht reizvoll, da man sich als Leser immer erst einen Reim darauf machen muß, wer gerade spricht, und da es Lelic sehr gut gelingt, die verschiedensten Charaktere authentisch zum Sprechen zu bringen, wenn auch an einigen Stellen leichte Übertreibungen vorkommen.

2. Lelics Entscheidung, stets den personalen Erzähler mit den Zeugenaussagen abwechseln zu lassen, verhindert eine strikt chronologische Erzählweise und bringt den Leser dazu, immer wieder neu über Zusammenhänge nachzudenken. This is nothing for the friend of the straight story line - aber es regt eben die kleinen grauen Zellen an.

3. Lelic nimmt sich eines wichtigen Themas an. Wenn seine Beschreibung des Mobbings selbst und der Täter oft auch ein wenig holzschnittartig gerät, so liegt die Stärke des Buches - wie der englische Titel schon andeutet - doch darin, daß es die Frage stellt, wie denn die unmittelbaren Zeugen von Mobbingvorfällen gewöhnlich mit dem Problem umgehen. Sie schauen nämlich oft weg oder bagatellisieren derartige Vorfälle, da sie meist froh sind, daß für sie das alltägliche Leben weitergeht, dessen Routine sie nur ungern unterbrochen sehen würden. Hier ruft Lelics Roman bei den leichten Schwächen, die er zweifellos hat, dazu auf, mehr Verantwortung und Mut zu beweisen, wie folgende Passage veranschaulicht: "Elliot war nicht nur mutterseelenallein gewesen, man hatte ihn im Stich gelassen. Warum hätte e r um Hilfe bitten müssen? Warum war man nicht auf ihn zugegangen und hatte sie ihm angeboten? Schließlich war es ein offenes Geheimnis gewesen. Diejenigen, die hätten eingreifen können: Sie wußten es. Weshalb waren stets die Schwachen in der Pflicht, wenn die Freiheit zum Handeln doch bei den Starken lag? Weshalb mußten die Schwachen immer so viel Mut aufbringen, während die Starken sich wie Feiglinge benehmen durften?" (S.226f.)

Alles in allem habe ich "Ein toter Lehrer" als eine recht gehaltvolle, spannend und ungewöhnlich geschriebene Lektüre erlebt, die ich gern weiterempfehlen würde.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend., 26. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Taschenbuch)
Während der ersten Seite habe ich mich noch gefragt, wie das, was ich da gerade lese, mit dem zu tun haben soll, worum es in diesem Buch gehen soll. Ich hatte erwartet, von einem Amoklauf eines Lehrers zu lesen, stattdessen brauchte es etwas Zeit, bis ich verstanden habe, was dort tatsächlich beschrieben wird: Die Zeugenaussage eines Schülers.

Solche - nicht nur von Schülern und deren Eltern, auch von Kollegen und Angehörigen des Täters - tauchen im Verlauf des Buches immer wieder auf. Um genau zu sein, bestehen die Kapitel immer abwechselnd aus einer Aussage und dem Geschehen in der Gegenwart, einige Tage nach der Tat, in der wir die ermittelnde Kommissarin begleiten, die mit der Aufklärung des Amoklaufs betraut wurde.

Diese wird von allen Seiten unter Druck gesetzt, die Ermittlungen möglichst schnell abzuschließen. Dabei scheint sie die einzige zu sein, die wirklich an einer Aufklärung interessiert ist und nicht einen Bericht mit den Worten "der Lehrer ist ausgerastet und hat um sich geschossen. Ihm allein gebührt die Schuld" zu schreiben. Im Laufe des Buches bekam ich immer mehr Mitgefühl mit Lucia May, die sich nicht nur unter lauter männlichen Kollegen behaupten muss, sondern die auch eine andere Art von Ermittlung führen will, als sie darf.

Doch nicht nur mit der Kommissarin bekommt man Mitgefühl, sondern auch oder vielleicht sogar hauptsächlich mit dem vermeintlichen Amokläufer Samuel Szajkowski. Wieso schreibe ich an dieser Stelle "vermeintlich", obwohl doch - anders als in anderen Krimis und Thrillern - schon von der ersten Seite an klar ist, dass dieser Lehrer tatsächlich der Täter ist? Nun, das ist schwierig zu erklären. Vor allem, ohne zu viel vom Inhalt des Buches zu verraten. Nur so viel: Niemand handelt von sich aus so, wie er handelt. Dafür ist dieses Buch ein Paradebeispiel.

"Ein toter Lehrer" ist ein Psychothriller wie er (achtung, schlechts Wortspiel) im Buche steht. Und dabei kommt er vollkommen ohne Darstellung von Gewalt aus sondern greift den Leser da an, wo es am meisten wehtut: In der Psyche. Dieses Buch geht wirklich an die Nieren und zwingt einen, auch dann noch darüber nachzudenken, wenn es schon lange zugeklappt ist. Minimalste Minuspunkte gibt es nur im Schreibstil der Zeugenaussagen, doch die sind lediglich persönlicher Natur.

Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte - auch oder vielleicht gerade im Schulunterricht - und das sich eigentlich durch nichts treffender beschreiben lässt als durch das aufgedruckte Zitat von Sebastian Fitzek: "Selten war ein unblutiges Buch so grausam."
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 19. März 2013
Von 
Andrea Hübner "monja1995" (Fahrenzhausen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mein Umriss:

Samuel Szajkowski erscheint in der Aula der Londoner Eliteschule, an der er tätig ist und eröffnet das Feuer. Am Ende sind fünf Leben beendet…
Der Direktor und die Polizei wollen, dass dieser Fall möglichst schnell aus den Köpfen der Bürger verschwindet und London wieder zur Tagesordnung über geht. Lucia May, eine junge Kriminalbeamtin sieht das jedoch anders und ermittelt weiter, was ihrem Chef und ihren Kollegen so gar nicht gefällt. Bevor sie von ihrem Dienst suspendiert wird, findet sie heraus, dass dem Ganzen eine weitere Straftat vorangegangen ist, zu der anscheinend nur sie einen Zusammenhang findet. Lucia stellt weiterhin unangenehme Fragen und bohrt weiter, obwohl ihr der Fall längst entzogen wurde.
Sie fördert Dinge zutage, die die Schule gerne verschwiegen hätte.

Mein Eindruck:

Ein für mich aussergewöhnlicher Kriminalroman, der wie viele andere mit der Bluttat beginnt, dann jedoch wie ein Ordner voller Zeugenaussagen aufgebaut ist. So fügt Simon Lelic langsam aber beständig den Leser an die Hintergründe dieser Bluttat heran und zeigt, dass der Lehrer sich für etwas rächte, das nach aussen nur für wenige sichtbar war.
Anfangs etwas verwirrend, las ich mich recht schnell ins Geschehen ein und fieberte regelrecht der jeweils nächsten Aussage entgegen. Lelic gibt auch Einblick in die tägliche Arbeit der Polizei und zeigt, dass es auch dort nicht nur um reine Ermittlungsarbeiten geht. Nein, auch die menschlichen Seiten der Beamten läßt er nicht ausser acht. Zumal auch die Gesetzeshüter nicht so brav sind, wie sie von aussen oftmals gesehen werden.

Mein Fazit:

Trotz des ungwöhnlichen Aufbaus ein rundum gelungener Kriminalroman, den man gelesen haben sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Aber interessant!"..., 28. März 2011
Von 
Udo Erhart "udoerhart" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
...würde der Ermittler Brenner des österreichischen Autoren Wolf Haas sagen. Doch von dem eher humoristischen Österreicher hin zu einem erstaunlichen und ungewöhnlichen Thriller um die Londoner Ermittlerin Lucia May.

Interessant ist "Ein toter Lehrer", Simon Lelics Erstling, nämlich auf jeden Fall. Und das gleich aus mehreren Gründen.

Detective Lucia May soll möglichst rasch und - wenn es nach ihrem Chef geht - ohne viel Aufsehen den Amoklauf eines Lehrers an einer Londoner Schule aufklären. Doch sie entpuppt sich dabei nicht als stereotype Pulp-Ermittlerin oder als stahlharter Cop, sondern ist selbst sehr verletzlich und auf ihrer Station den Anfeindungen einiger Kollegen ausgesetzt. Das macht Lucia in meinen Augen einerseits authentisch, andererseits aber auch etwas fad (weil sie bis kurz vor Schluss wenig bissig reagiert). In den Fall des Amoklaufes arbeitet sie sich ein und deckt auf, dass sich an der Schule nicht nur die Schüler untereinander mobben, sondern auch der Amoklauf-Lehrer etliche Nackenschläge in der Schule erlebt hat und sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt war.

Ein weiterer Grund, die Lektüre von "Ein toter Lehrer" interessant zu finden, ist folgender: Ähnlich zum Schreibstil Bram Stokers bei "Dracula" ist das Buch zweigeteilt, immer abwechselnd behandelt ein Kapitel Lucias aktuelles Handeln, das nächste enthält die Gesprächsprotokolle der von ihr interviewten Zeugen/Betroffenen. Diese Protokolle drucken jedoch nur das ab, was die Zeugen ausgesagt haben. Lucias Fragen gibt es nicht zu lesen und sind nur aus dem Zusammenhang zu entschlüsseln. Mit diesem Kunstgriff gelingt es Simon Lelic, den Leser in die Handlung einzubinden und ihn mitermitteln zu lassen. Sehr geglückt werden auch die unterschiedlichen Gesprächspartner poträtiert, in ihrer Sprache unterscheiden sie sich deutlich.

Auch interessant: Eigentlich ist der Fall ja klar und erledigt. Opfer und Täter sind tot. Fall geschlossen. Aber als Lucia auf Elliot, einen gemobbten Schüler, einen schwarzen Jungen, der ob seiner Hautfarbe gegängelt wird und auf einen alten Rechtsfall stößt, nehmen ihre Ermittlungen eine neue Wendung...

Insgesamt ist Simon Lelic ein erstaunlicher Erstingsroman gelungen, der mit einigen Krimi- und Thrillertraditionen bricht. Dennoch von mir nur vier statt fünf Sterne, da Lucia als im Zentrum stehende Ermittlerin in meinen Augen zu blass bleibt und der Roman auch nicht durchgehend fesselt. Auch hätte ich mir persönlich gewünscht, dass das durch die Bluttat ausgelöste Drama und die Trauer und Betroffenheit mehr Raum eingenommen hätte (wobei eine gewisse Kühle Lelics hier als Stilmittel unterstellt werden muss).

Dennoch eine deutliche Kaufempfehlung für Krimi- und Thrillerleser, die nicht die 100ste Variante des Immergleichen lesen, sondern sich auf zu neuen Erfahrungen machen wollen.

Die Covergestaltung finde ich sehr passend, das Motiv gut gewählt. Das Buch wurde in Deutschland gedruckt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dieser Roman wird Sie nicht kalt lassen..., 24. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Sie sitzen alle in der Aula und warten darauf, dass der Direktor mit seiner Rede beginnt, da betritt der neue Geschichtslehrer Samuel Szajkowski den Raum und erschießt scheinbar ohne Grund drei Schüler und eine Lehrerin.
Ein gefundenes Fressen für die Medien, ein scheinbar offensichtlicher Fall für die Polizei: Szajkowski ist wahnsinnig, ein Verrückter. Was ist das für ein Mensch, der einfach so in einer Schule amokläuft?
Genau das fragt sich Lucia May, die ermittelnde Kommissarin wirklich. Sie spricht mit Kollegen Szajkowskis, mit Schülern, mit Eltern, mit seiner Schwester - und sie beginnt zu verstehen, was Samuel Szajkowski für ein Mensch war und was er erdulden musste: Mobbing und Ausgrenzung durch Schüler, Kollegen und die Schulleitung. Seine Versuche, sich selbst zu helfen, gescheitert, die Schüler, die schnell merken, dass sie keine Strafen zu befürchten haben, wenn sie diesen Lehrer fertigmachen, werden immer grausamer, mobben den jungen Geschichtslehrer in der Schule zum Teil bis hin zu körperlichen Angriffen, machen sich im Internet über ihn lustig.
Und er ist nicht der Einzige, der an der Schule leiden muss. Aber aus politischen und finanziellen Gründen - der Ruf der Schule darf unter keinen Umständen gefährdet werden - wird alles verschwiegen und unter den Teppich gekehrt, was im Argen liegt. Und schließlich scheint Szajkowski keinen Ausweg mehr zu sehen, als sich seiner Probleme und sich selbst ein Ende zu setzen.

Dieser Roman lässt einen wirklich nicht kalt. Eigentlich ist einem als Leser nämlich von Anfang an eines klar: der Amokläufer ist ein Monster. Wie krank muss man sein, um so eine Tat zu begehen? Man kann sich wenig vorstellen, das schrecklicher ist, und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Angst vor Amokläufen in Schulen immer wieder ein Thema ist.
Lelics Aufbau des Romans ist sehr interessant. Abwechselnd erzählt er Kapitel aus der Sicht von Lucia May, der Ermittlerin, die selbst in ihrem Revier ziemlich schlimmen Mobbing ausgesetzt ist und vielleicht auch deswegen sensibel mit dem umgeht, was Szajkowski passiert ist. Die anderen Kapiteln sind jeweils Zeugenaussagen, die wie Mitschnitte vom Tonband wiedergegeben werden. Man muss beim Lesen erraten, wer spricht, doch das ist meist nach wenigen Zeilen bereits erkennbar. Auch durch diese Art des Erzählens bekommt man immer wieder einen anderen Blickwinkel auf den Fall. Das Puzzle Szaykowski setzt sich langsam zusammen und man sitzt fassungslos davor, wenn man erfährt, was ihm an seinem Arbeitsplatz widerfahren ist, wie sehr man in gequält hat, weil er einfach anders war als die Anderen.
Am Ende sitzt man ratlos da, zumindest ging es mir so. Einerseits verspürt man natürlich immer noch die Abscheu vor dieser Tat, andererseits sieht man auch den Menschen, den die Gesellschaft an den Abgrund getrieben hat und der sich nicht mehr zu helfen wusste. Szajkowski ist kein Amokläufer, der seine Tat ankündigt, sich als Held fühlen will. Wenn man den Roman gelesen hat, ist das schlimmste, dass man das Gefühl hat, dass man mit ihm mitfühlt, was man eigentlich gar nicht will... Ein toter Lehrer" ist ein einzigartiges Buch, das man wahrscheinlich nicht mehr vergessen wird, wenn man es einmal gelesen hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aktuelles Thema, kurzweilige Unterhaltung, 19. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein toter Lehrer: Roman (Gebundene Ausgabe)
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"Ein toter Lehrer" handelt von Mobbing und Schikane. In Schulen und am Arbeitsplatz. Ein Lehrer wird an einer Schule schikaniert von Schülern und von anderen Lehrern. Der Direktor ist geübt im Wegsehen. In derselben Schule werden selbstredend auch Schüler schikaniert. Ein kleiner Junge so sehr, dass er am Ende sogar Selbstmord begeht. Der gemobbte Lehrer läuft Amok, tötet 3 Schüler, eine Lehrerin und schließlich sich selbst. Die Kommissarin, die sich um den Fall kümmert (länger als sie soll) wird am Arbeitsplatz auch von ihren männlichen Kollegen gemobbt (eigentlich von einem, die anderen sind feige und lachen und machen mit). Sie will raus finden, wer Schuld an dem Amoklauf ist. Es ist klar, der Direktor der Schüler hätte viel früher eingreifen müssen. Doch er schaute weg. Als der Schüler tyrannisiert wurde. Als der Lehrer tyrannisiert wurde. Immer wieder. Hauptsache nach Außen wird der schöne Schein gewahrt.

Das Buch ist ganz anders "aufgezogen" als man es gewohnt ist. Das hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht. Es ist kein klassischer Krimi, weil man schon von Anfang an weiß, wer der Täter bzw. die Täter sind. Es geht auch gar nicht darum, dies rauszufinden. Es geht vielmehr um das "Warum". Was auch anders ist: Viele Kapitel geben wider, was Zeugen im Fall gesagt haben. Es sind die Tonbandaufzeichnungen der Kommissarin. Dies ermöglicht dem Schriftsteller, den Schreibstil ständig zu ändern. Mal spricht ein Kind, mal ein Lehrer, mal der Direktor. Dies wird unterbrochen von Geschichten über die Kommissarin, die mir sehr sympathisch war, weil sie sich so in Fall rein gehängt hat. Weil sie Menschlichkeit gezeigt hat und sich für den kleinen toten Jungen und auch für den Amok gelaufenen Lehrer einsetzt.

Ich hatte das Buch in zwei Tagen durch gelesen und muss sagen, es hat mir kurzweilige Unterhaltung gebracht. Es ist auf alle Fälle die investierte Zeit wert. Das Thema Mobbing ist ja in aller Munde und ich glaube, der in dem Buch beschriebene Fall ist keineswegs an den Haaren herbei gezogen. Leider geht es auch an deutschen Schulen (das Buch spielt in London) so zu wie an dieser Schule beschrieben. Und das Buch ist ein Aufruf dazu, nicht nur wegzuschauen, sondern hinzuschauen und etwas zu unternehmen, wenn man mitbekommt, dass jemand schikaniert wird, verzweifelt und sogar zum Selbstmord getrieben wird.
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Ein toter Lehrer: Roman
Ein toter Lehrer: Roman von Simon Lelic (Taschenbuch - 3. September 2012)
EUR 9,99
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