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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen53
4,4 von 5 Sternen
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Es passiert zwar äußerst selten, aber hier haben mir wirklich die Worte gefehlt und ich hab wirklich lange überlegt, was ich zu dem Buch schreiben soll. Also bitte nicht wundern, wenn die Rezension etwas diffus daherkommt.

Zu allererst kann ich sagen, dass das Buch ein absoluter Pageturner ist, ich hatte es in kürzester Zeit ausgelesen. Was mich selbst verwunderte, da die Sprache jetzt nicht so alltäglich ist wie in anderen Romanen [alle, die schon mal ein Buch im französischen Original oder eine Übersetzung davon gelesen haben, wissen, was ich meine ]. Aber wie gesagt, die teilweise etwas wirren und komplexen Sätze tun dem Lesefluss absolut keinen Abbruch. Gegenüber der Hauptprotagonistin stellte sich bei mir sofort eine emotionale Reaktion ein - Delphine de Vigan hat es sehr gut verstanden, einem die kleine intellektuelle frühreife Lou näherzubringen: man bangt und leidet mit ihr, da sie sich absolut deplaziert und damit Abseits jeglicher Gruppierungen fühlt [wobei ich im Nachhinein überlege, ob sie mir mehr leid tut als sie sich selbst...]. Der Leser erhält mit No & ich Einblick in eine ganz besondere Freundschaft zwischen 2 Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die jedoch sehr gut zusammen können".

Der Haupttenor des Romans ist ein recht melancholischer, trauriger [was für mich irgendwie auch typisch französischer Literaturstil ist]. Zwar wird die triste und einsame Lebenssituation Nos von der Herzlichkeit, mit der Lous Eltern sie aufnehmen und des Gefühls, als könne noch gut werden, abgelöst, aber zumeist dominiert eine konstante Tristesse, die einen schon etwas herunterziehen" kann.

Mit dem Ende bin ich nicht ganz so glücklich ich hätte es mir etwas abgerundeter gewünscht. Nichtsdestotrotz ein toller Roman über Freundschaft und einen kleinen Krümel (so wird Lou immer liebevoll von ihrem Mitschüler und Freund Lucas genannt), der mit seinen 13 Jahren schon erwachsener ist als er eigentlich sein sollte und der die Hoffnung, dass man die Welt ein Stück weit verändern kann, noch nicht aufgegeben hat.
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am 17. September 2010
Inhalt:

Lou ist dreizehn und intellektuell frühreif. Sie hat zwei Klassenstufen übersprungen, führt an den Wochenenden unentwegt Experimente durch und denkt viel über alles Mögliche nach. Lou ist außerdem sehr sensibel und kann sich gut in Menschen einfühlen. Vielleicht ist auch das der Grund, warum sie sich plötzlich gemeinsam mit No - einer obdachlosen jungen Frau - in einem Cafe wieder findet. Lou bestellt Cola, No Wodka. Lou beschließt ihr Referat über obdachlose Frauen zu halten und bittet No, sich regelmäßig zu Interviews mit ihr zu treffen. Doch dem jungen Mädchen geht es dabei hauptsächlich um No selbst, die sie mehr und mehr ins Herz schließt. Gelingt es Lou die Dinge zu ändern und die Welt zu verbessern?

Meine Meinung:

Endlich mal wieder ein Buch, was mich richtig gefesselt hat. Von der ersten Seite an überzeugt das Buch durch seine eindringliche Sprache, durch aufwühlende Gedankengänge, einer absolut liebenswerten Hauptperson und einer mitreißenden Handlung.
Ein Buch über die Freundschaft zwischen einem Mädchen aus normalen Verhältnissen und einer Obdachlosen zu schreiben, ist sicherlich riskant. Oftmals droht die Gefahr ins Klischeehafte zu verfallen, etwas zu beschönigen oder in zu düsteren Farben zu zeichnen. Meiner Meinung nach ist es der Autorin gelungen, all diese Klippen zu umschiffen. Sie kreiert eine Eindringlichkeit, die einem zum Nachdenken anregt, ohne dabei mahnend den Zeigefinger zu erheben.

Mehrere Zitate in diesem Buch sind es wert, schon in dieser Rezension genannt zu werden. Hier beispielhaft eins, das das Buch gut charakterisiert:

"Wir sind imstande, Überschallflugzeuge und Raketen ins All zu schicken, einen Verbrecher anhand eines Haars oder eines winzigen Hauptpartikels zu identifizieren, eine Tomate zu züchten, die im Kühlschrank drei Monate völlig faltenfrei bleibt, und Milliarden von Informationen auf einem Mikrochip zu speichern. Wir sind imstande, die Leute auf der Straße sterben zu lassen." (S. 81)

Und ich gebe dem Buch sehr gerne 5 von 5 Punkten. Wirklich empfehlenswert! :)
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am 3. Oktober 2010
Nur selten geschieht es, dass ein Buch mich so sehr berührt. Mich ans Nachdenken bringt über die Dinge, die um mich herum geschehen. Und nun habe ich mich von einer Dreizehnjährigen genau dazu anleiten lassen. Lou lebt mit ihrer Mutter, die nicht über einen schweren Verlust hinwegkommt und ihrem Vater in einer Pariser Wohnung. Sie ist hochbegabt, in sich gekehrt und eine Einzelgängerin. Bedingt durch ein Schulprojekt schließt sie Bekanntschaft mit der erst siebzehnjährigen Obdachlosen No. Und Lou möchte sich nicht damit abfinden, dass No Nacht für Nacht um einen Schlafplatz betteln muss, der Kälte und dem Hunger so schutzlos ausgesetzt. Sie will ihr helfen. Und auf diesem Weg durfte ich sie begleiten. In einer warmen, weichen Sprache, die die Gefühle der Protagonistin wundervoll auf den Punkt bringt, habe ich mich seit langem einmal wieder dabei ertappt, wie ich einen Satz wieder und wieder lese, weil er so wahr, so ehrlich klingt. Es geht in dieser Geschichte um so Vieles. Darum, in der Gesellschaft nicht die Augen zu verschließen, um das Erwachsenwerden. Um Verlust und wie man damit umgehen kann. Um das Verletzt- und Enttäuscht werden. Ich habe mir nach dem Schließen des Büchleins viele viele Fragen gestellt. Noch habe ich nicht auf alle MEINE Antwort gefunden. Das Buch kann ich nur jedem ans Herz legen, da es durch Sprache und Inhalt etwas in einem anrührt. Ein kleines Zitat, damit ich zeigen kann, wie viel Wahres in den vielen Sätzen steckt:

- Ich bedaure oft, dass man die ausgesprochenen Worte nicht ausradieren kann wie auf dem Papier, dass es keinen Spezialstift gibt, den man in der Luft schwenkt, um die Worte auszustreichen, bevor sie gehört werden können. -
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Inhalt
"Wir sind imstande, Überschallflugzeuge und Raketen ins All zu schicken, einen Verbrecher anhand eines Haars oder eines winzigen Hautpartikels zu identifizieren, eine Tomate zu züchten, die im Kühlschrank drei Monate lang völlig faltenfrei bleibt, und Milliarden von Informationen auf einem Mikrochip zu speichern. Wir sind imstande, die Leute auf der Straße sterben zu lassen." (S. 81)

Lou ist dreizehn Jahre alt und hochbegabt. Ihr IQ von 160 schützt sie aber nicht davor, Angst vor Referaten zu haben. Als ihr Lehrer sie fragt, über welches Thema sie vortragen möchte, antwortet sie deshalb ziemlich widerwillig und eher spontan: über obdachlose Mädchen. Und so beginnt sie für ihren Vortrag zu recherchieren. Dabei trifft sie am Bahnhof auf die obdachlose No, die mit ihren achtzehn Jahren schon viel zu viel Schlimmes erlebt hat. Was als Schulprojekt beginnt, entwickelt sich aber schnell zu einer zaghaften Freundschaft. Lou und No treffen sich und reden, reden, reden. Und irgendwann wird der Dreizehnjährigen klar, dass sie etwas verändern will. Dass sie Lou helfen und die Welt ein Stück verändern möchte...

Bewertung
"No & ich" ist ein sehr ernsthafter Roman über das Erwachsenwerden, den Glauben an das Gute und über das Leben selber.

Lou ist eine sehr ernste Protagonistin. Nicht nur ihr besonders hoher IQ, der sie bereits zwei Klassen hat überspringen lassen, macht sie dabei zu einer ununterbrochenen Denkerin. Auch die Probleme, die zu Hause totgeschwiegen werden, belasten das Mädchen. Umso erstaunlicher scheint es, dass ausgerechnet der älteste Schüler der Klasse, Lucas, ihr einziger Freund ist. Der Siebzehnjährige nennt sie Krümel und findet immer wieder aufheiternde Worte für Lou.
Erst als No in ihr Leben tritt, verändert sich für sie alles. Denn sie sieht in der Obdachlosen eine Freundin und ein Projekt gleichermaßen. Mit ihrem naiven Tatendrang nimmt sie sich vor etwas zu verändern und schafft es tatsächlich - wenn auch anders, als sie es sich vorgestellt hat.

Wunderbar fand ich an "No & ich" wie Delphine de Vigan für ein so schwieriges Thema sensibilisiert. An einer Stelle beschreibt Lou sehr passend, wie man den Anblick Obdachloser einfach ausblendet, wie einem die Menschen, die dort tagein, tagaus am Straßenrand hocken, gar nicht mehr auffallen und beinahe mit dem Hintergrund verschwimmen. Tatsächlich kann man sich als Leser dort an vielen Stellen wieder erkennen und fängt an darüber nachzudenken, wie man selber mit diesem Thema umgeht. Die durchgehend etwas melancholische, getragene Sprache des Buches unterstützt dieses Gefühl und wendet sich so an das Moralempfinden es Lesers. In der Tat ist das der ergreifende und gleichzeitig erschreckende Teil des Buches - bekommt man doch einen Spiegel vorgehalten und empfindet ein schlechtes Gewissen dabei, wie mutig Lou etwas verändern will.

Was letztendlich aber dazu führte, dass ich nur drei Sterne vergeben habe, liegt am Verlauf der Geschichte. Das Ende ist vorhersehbar und auch wenn man es erwartet, und es sich logisch in die Erzählung einfügt, so hinterlässt es doch ein leicht ungutes Gefühl beim Leser. Ich selbst weiß noch immer nicht genau, was ich aus "No & ich" denn nun mitnehmen soll. Man wird für etwas sensibilisiert und beginnt sich Gedanken zu machen. Ja, man kann etwas verändern, man muss nicht die Scheuklappen anlegen. Aber wozu führt das Ganze? Was hat man davon? Das Ende lässt einen etwas unbefriedigt zurück und nüchtert doch zumindest in dieser Hinsicht wieder aus.
Auch fand ich es etwas störend, dass Lou mit ihrem Aktionismus zwar nur Gutes im Sinn hat, ihre kindliche Naivität ihr Vorhabe aber ad absurdum führt. Sie möchte in No eine Freundin sehen und sie in ihre Familie aufnehmen, doch letztendlich behandelt sie sie wie ein Projekt oder ein Haustier. Es ist ihr nicht möglich tatsächlich ihre Scheuklappen abzulegen und so zu handeln, wie sie es sich vornimmt.
Darin liegt vermutlich auch der Knackpunkt der Geschichte, der sich zum einen darauf beschränkt die Gefühlswelt einer Dreizehnjährigen wieder zu geben und auf der anderen Seite zwar Hoffnung schürt, diese aber enttäuscht. Die letztendliche Aussage des Buches bleibt beklemmend und irgendwie hoffnungslos. Einzig die Entwicklung von Lous Mutter scheint eine positive zu sein. Durch Nos Anwesenheit blüht sie erstmals wieder auf und beginnt wieder zu leben. Aber auch die Aussage, die da hinter steckt, hat mir persönlich nicht gefallen. Hart ausgedrückt, empfand ich diese Entwicklung als "wenn du selber Probleme hast, such dir einen Sozialfall, mach ihn zu deinem Projekt und du kannst deine Probleme überwinden. Du musst nur jemanden finden, dem es noch schlechter geht".

Die Geschichte ist also recht treffend und realistisch geschrieben und gibt tatsächlich Eindrücke in das Denken eines Kindes, das erst noch erwachsen werden muss. Doch diese durchweg negative Stimmung hat mir nicht gefallen. Denn sich seine Träume bewahren zu können, ist es doch erst, was wirklich reizvoll ist. "No & ich" desillusioniert eher und ist meiner Meinung nach etwas schwieriger Stoff für ein Jugendbuch.
Wem das gefällt, der wird durchaus Vergnügen an dieser Erzählung haben, denn "anders" ist sie alle Male. Die schöne Sprache im Buch gibt natürlich auch einen großen Pluspunkt.
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"Als ich klein war, wollte ich Ampel werden". So wünschte sich Lou Bertignac das Leben. Mittlerweile aber ist sie dreizehn. Eine Überfliegerin im wahrsten Sinne - mit einem IQ von 160, allerdings etwas zu klein geraten. So ist sie gleich in mehrfacher Hinsicht eine Außenseiterin. Und sie ist einsam, nachdem ihre kleine Schwester gestorben ist und die Mutter sich seitdem von der Welt abschottet.

Aber "die Dinge sind, wie sie sind". Und um auch das, wie vieles anderes zu verstehen, möchte Lou die Welt auf den Kopf stellen, um "dazuzugehören". Bald sollte sie dazu Gelegenheit haben.

Mit sehr viel psychologischer Sensibilität und großem Einfühlungsvermögen für ein Mädchen dieses Alters beschreibt die Autorin Delphine de Vigan die Lebenssituation und Gedankenwelt von Lou. Eine Welt, die sich schnell grundlegend ändern sollte.

Im Sozialkundeunterricht hat sich Lou für ein Referat über Obdachlose entschieden. Im Rahmen ihrer Recherchen trifft sie auf No, eine Achtzehnjährige, die mitten in Paris auf der Straße lebt. Sie trägt alte Klamotten, trinkt und raucht und hungert - und muss sich für die Nacht von Tag zu Tag eine neue Bleibe suchen. Mit achtzehn Jahren, unter diesen Umständen, mit einer kaputten Biographie ist die oberste Devise: überleben.

Lou, das Mädchen mit dem guten Herzen, aus wohlbehütetem Hause, will No retten. Sie bezieht in diese Rettungsaktion ihre Eltern ein, die anfangs auch mitspielen in diesem so ernsten Spiel. Und sie verpflichtet sich Lucas, diesen eigenwilligen, aber liebenswerten Mitschüler. Alles, um No zu retten und um sich und der Welt zu beweisen, dass sich alles ändern lässt. Am Ende ist festzustellen, dass Träume und der gute Wille allein nicht ausreichen. Ernüchterung - oder, wie die Autorin sagt: Entzauberung - findet statt. Aber auch dass gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens.

Delphine de Vigan ist es gelungen, eine wunderbar dichte Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Protagonisten dieses wunderbaren Buches ihrem Alter entsprechend bewegen können. Das liegt vor allem an der Sprache, die jederzeit die richtigen Worte findet, mit der die Autorin ihre Figuren zeichnet und ihre Geschichte erzählt. Sie nimmt den Leser mit, und er folgt willig - traurig, berührt, voller Hoffnung.

Ein Buch für alle und jeden. Ein außerodentliches Buch für junge Menschen - und für Erwachsene, die sich den Blick auf die Welt aus jeder Perspektive erhalten haben. Traurig und schön zugleich.
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Ich liebe dieses Buch. Viel mehr müsste an dieser Stelle eigentlich auch schon gar nicht gesagt werden - da ich aber möchte, dass dieses Buch kein Geheimtipp bleibt, sondern auch von vielen anderen Literaturliebhabern gekauft wird, bleibe ich doch etwas objektiver. "No & ich" erzählt die Geschichte der obdachlosen, 18jährigen No und der 13jährigen Lou, die zu viel denkt, aus einer in sich eingefallenen Familie stammt und das Bedürfnis hat zu helfen. Die Geschichte ist simpel, behält den roten Faden bei, bleibt realistisch und glaubwürdig, hat ein grandioses Ende. Wirklich mitgerissen hat mich aber die Weisheit, die in den Worten steckt, die interessanten Bilder, mit der Lou ihr Umfeld beschreibt. Auch stilistisch auffällig waren die langen, verschachtelten Sätze, zu denen ich beim Schreiben auch oft neige. Sie forderten Konzentration vom Leser, die man aber an allen Stellen gerne aufgebracht hat. An manchen Stellen konnte man lachen, an anderen standen einem die Tränen in den Augen. Jeder von uns wurde beim Lesen entlarvt, jeder fand sich in irgendeiner Passage wider. Eindeutig den Zauber macht meiner Meinung aber wirklich die Sprachschönheit des Buches aus - eine Seltenheit, eine Rarität, vor allem, da es sich um eine Übersetzung aus dem Französischen handelt und Übersetzungen oftmals unglaublich viel verlieren. Bei "No & ich" ist das an keiner Stelle der Fall.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Dezember 2011
No & ich von Delphine de Vigan erzählt die Geschichte von zwei Außenseiterinnen. Lou ist dreizehn und hochbegabt. In der Schule hat sie zwei Klassen übersprungen und in ihrer Freizeit widmet sie sich den verschiedensten Experimenten. No hingegen ist 18 und obdachlos. Als die beiden sich kennenlernen, beginnt Lou ein neues Experiment: sie möchte No retten.

Delphine de Vigan erzählt die Geschichte von Lou und No mit viel Einfühlungsvermögen. Die Person der Lou gefällt mir unheimlich gut. Beim lesen hatte ich das Gefühl, Lou kennt die Welt. Und dann wieder wird deutlich, dass sie erst dreizehn ist und sehr naiv an einige Dinge heran geht. Aber gerade diese Mischung ergibt ihren ganz eigenen Charme, welche Lou zu einer liebenswerten und klugen Protagonistin machen. Die Geschichte wird aus Lous Sicht erzählt und man erfährt dadurch auch viel über ihre Gefühle und Gedanken. Nos Gedanken und Gefühle hingegen bleiben dadurch etwas auf der Strecke, was ich schade finde, da ich auch gerne tiefere Einblicke in ihre Gedankenwelt gehabt hätte.

Der Schreibstil der Autorin hat mir anfangs gar nicht gefallen. Sie schreibt viele lange und verschachtelte Sätze, was ich nicht mag. Nach einer Weile hatte ich mich jedoch daran gewöhnt und kam gut damit zurecht. Ein weiterer Schwachpunkt des Schreibstils der Autorin sind die regelmäßigen Zeitsprünge. Die kommen manchmal zu plötzlich und auf einmal war man ohne Vorwarnung in einer völlig anderen Situation. Irritierend fand ich auch, dass sie zum Beispiel über ein Ereignis schreibt, als sei es schon geschehen, dann geht sie in eine andere Situation und wenige Seiten später steht die gleiche Situation erst noch bevor und ist dann doch noch nicht geschehen.

Dennoch ist es Delphine de Vigan gelungen, mich zu fesseln. Sie gibt der Geschichte viele Weisheiten mit. Diese schwingen mal lauter und mal leiser mit, sind jedoch immer da. Sie sind nicht immer schön und die Autorin macht auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam. No & ich bietet viel Input, viele neue Gedankengänge und hat mich sehr, sehr nachdenklich zurück gelassen. Zudem hat mich die Geschichte sehr berührt, denn es ist schön zu lesen, wie unerschütterlich Lou daran glaubt, No helfen zu können. Und auch wenn Lous Zweifel langsam größer werden, und sie einsieht, dass es nicht so einfach ist jemandem zu helfen, habe ich mir für die beiden ein Happy End gewünscht. Ob es tatsächlich ein Happy End gab oder nicht, verrate ich an dieser Stelle nicht. Ich möchte zum Ende nur sagen, dass ich es absolut authentisch fand und es das Buch aus meiner Sicht sehr gut abgerundet hat. Nach der letzten Seite saß ich noch lange still da und habe über das Gelesene nachgedacht und ich denke, dass mir dieses Buch noch eine Weile im Kopf herum schwirren wird.

Fazit:

Obwohl mir der Schreibstil der Autorin nicht wirklich gefallen hat, konnte ich mich daran gewöhnen. Zum Glück, denn sonst wäre mir eine ganz außergewöhnliche Geschichte entgangen, welche mir gut gefallen hat. Trotz der angesprochenen Kritikpunkte bekommt das Buch von mir 4 Sternchen, da mir die Geschichte so gut gefallen hat.
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am 18. Februar 2009
delphine de vigan ist mit "no & ich" ein roman gelungen, der mich wirklich überrascht hat.

no ist eine sehr junge frau, die mitten in paris auf der straße lebt, gefangen in der illegalität der obdachlosen, in einer halbwelt - aber doch nicht voyouristisch betrachtet, sondern aus der "unschuldigen" perspektive eines idealistischen mädchens, das sich sicher ist, die welt zum besseren verändern zu können: lou - eine teenagerin, die sich von den eltern löst, sich zum ersten mal verliebt, und zum ersten mal aus dem mädchenzimmer in die realität hinaus geht und die welt mit ihren widersprüchlichkeiten kennenlernt.

lou stellt all die fragen, auf die wir erwachsene schon keine antwort mehr suchen, weil wir uns mit einem "so ist das leben nun mal" zufrieden gegeben haben. durch die augen der 13 jährigen betrachtet wird das leben mit all seinen fragwürdigkeiten, wundern und widersprüchen, qualen und freuden plötzlich wieder so glasklar sichtbar, wie wir es selbst als teenager vielleicht empfunden haben - und dabei ist das buch vollkommen unkitschig, im gegenteil: es berührt durch eine präzise, klare und dadurch sehr poetische sprache. tolle entdeckung!
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VINE-PRODUKTTESTERam 20. September 2010
Delphine de Vigan hat mit ihrem Roman No & Ich einen großen und sprachgewaltigen Roman verfasst. Es geht um Liebe, Freundschaft und Vertrauen. Das man, wenn man nur will die Welt verändern kann, wenn man stark genug ist.

Lou, die Erzählerin dieses Romans ist hochbegabt, hat schon zwei Klassen übersprungen und ist eine Einzelgängerin. Es fällt ihr schwer sich im normalen Leben zurecht zu finden. Ihre Mutter leidet, seit dem Kindstod von Lous kleiner Schwester, an Agoraphobie. Lou war also schon seit ihrem 9 Lebensjahr auf sich gestellt. Ihre Mutter verlässt die Wohnung schon seit Jahren nicht mehr und ihr Vater weint heimlich im Badezimmer. Sie hat Angst in der Öffentlichkeit zu stehen, in der Schule ist sie unscheinbar. Für ein Referat will sie ein Interview mit einer obdachlosen Frau machen, zufällig läuft ihr No (Nolwenn) über den Weg. No, 18 Jahre und obdachlos, fragt Lou nach ein paar Euro und Lou lädt sie daraufhin ins Café ein.
Sie treffen sich öfter und No gibt immer so viel von sich Preis wie sie gerade bereit ist zu geben. Lou lässt sie gewähren, immer in Angst das No sonst geht. Langsam entwickelt sich etwas zwischen den beiden, No hält das Referat und wird nicht unmächtig wie sie befürchtet hat.
Doch dann ist No weg. Lou fühlt sich als hätte sie No nur ausgenutzt und sucht sie, bis No eines Tages vor der Schule auf sie wartet.
No geht es immer schlechter und so zögert Lou nicht, sie schafft es ihre Eltern zu überzeugen zu helfen. Hier beginnt ein wahrhaft hoch emotionaler Roman über das Leben von Lou, ihren Eltern, Lukas ihrem Schulkameraden und No. Doch beiden ist immer wieder klar auch wenn sie jetzt zusammen wohnen, hat jeder sein leben in dem kein Platz für den jeweils anderen ist.
Ist Lou stark genug, ist No stark genug?

Bücher haben Kapitel, um die einzelnen Phasen sauber zu trennen, um zu zeigen, dass die Zeit vergeht oder die Lage sich weiter entwickelt und manchmal sogar Teile mit verheißungsvollen, Begegnungen, Hoffnungen, Ende, sie sind wie Bilder. Doch im Leben gibt es gar nichts, keine Titel, keine Warntafeln und Hinweisschilder, kein Achtung - Gefahr, häufiger Steinschlag oder drohende Desillusionierung. Im Leben ist man ganz allein in seinem Kostüm und es ist eben Pech, wenn es zerrissen ist."
So lässt die Autorin die kleine hochbegabte 13jährige Lou denken.
Die Autorin schafft es verschiedene Erzählstränge miteinander zu verbinden und nicht weniger wichtig erscheinen zu lassen. Tod, Verlust im welchen Maße es auch stattfinden mag auf eine Ebene zu heben.

Beim lesen der letzten Seiten ist mir etwas passiert, etwas sehr seltenes. Auf einmal liefen mir Tränen übers Gesicht, einfach so. Das Buch berührt tief und man muss schon wirklich sehr hart sein um nicht weich zu werden
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Inhalt: Die dreizehnjährige Lou, ist hochbegabt und eine Einzelgängerin. Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind eigenwillige Experimente zu machen, alles zu zählen und andere zu beobachten. Außerdem stellt sie Theorien auf, die ihr helfen sollen die Welt zu verstehen. Nachdem sie in der Schule ein Referat halten soll, entscheidet sie sich mehr oder weniger dafür über junge Obdachlose zu referieren. So lernt sie No kennen. Die achtzehnjährige lebt auf der Straße und Lou begegnet ihr an einem Bahnhof. Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Lou & No und Lou versucht alles um No von der Straße zu holen. Doch wird ihr das gelingen?

Mein persönlicher Eindruck: Der Roman beschreibt sehr schön das Problem des Erwachsenwerdens, aber auch wie schnell Kinder und Jugendliche durch Unachtsamkeit oder Ablehnung aus der Bahn geworfen werden. Die hochintelligente Lou vermisst ihre Mutter, die nach einem Schicksalsschlag kaum noch am Leben teilnimmt und No ist an der Ablehnung durch ihre Mutter zerbrochen. Mir hat sehr gut gefallen wie die Autorin die Gefühle und das Seelenleben der Figuren beschreibt. Lou, die versucht No um jeden Preis zu helfen, und No, die durch ihr Leben auf der Straße sich anderen Menschen nicht mehr öffnen kann. Die Einfühlsamkeit mit der die Autorin die Geschichte erzählt macht dieses Buch zu etwas besonderen.

Fazit: Ein Buch der leisen Töne, das einem zum Nachdenken bringt.
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