Kundenrezensionen

46
4,4 von 5 Sternen
Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst
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372 von 381 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Titel "Meditation für Skeptiker" führt ein bisschen in die Irre. Es handelt sich bei diesem Buch des Diplom-Psychologen Ulrich Ott nicht um eine Art Streitschrift, die Skeptikern Meditation schmackhaft machen will, sondern um eine wissenschaftlich fundierte und trotzdem gut lesbare Einführung in das Thema Meditation. Im Mittelpunkt steht eher die Meditationspraxis (es werden eine Vielzahl an Übungen beschrieben) und nicht nur die "graue Theorie".

Was genau erwartet den Leser (der vermutlich ohnehin schon an Meditation interessiert ist, denn sonst würde er das Buch nicht kaufen)?
Der Autor, Ulrich Ott, beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit veränderten Bewusstseinszuständen, die man durch Meditation erreichen kann. Er meditiert selbst und forscht v.a. über die Effekte, die die Meditation auf Funktion und Struktur des Gehirns haben.
In einer kurzen Einführung informiert Ott den Leser über Grundlagen und Voraussetzungen der Meditationspraxis und gibt einen Ausblick auf die nachfolgenden Kapitel.
Im ersten großen Teil, geht es um den "Weg zum Selbst". Hier wird zunächst auf die unterschiedlichen Körperhaltungen eingegangen, die in der Meditation möglich sind. Die Vor- und Nachteile werden abgewägt und schließlich kann man mithilfe einer Checkliste herausfinden, welche Haltung für einen selbst am günstigsten ist. Im Buch wird v.a. von einer sitzenden Haltung ausgegangen, die Ott dem westlichen Übenden aufgrund verschiedener Vorteile empfiehlt. Es muss allerdings nicht zwangsläufig der Lotossitz sein! Ziel ist es, aufrecht und entspannt zu sitzen.
Nach der Körperhaltung geht der Autor auf das wichtige Thema "Atmen" ein. Wie bereits bei der Körperhaltung werden auch hier zahlreiche - teilweise sehr einfache und effektive - Übungen vorgestellt. Die Übungen zur Atemachtsamkeit zielen vor allem darauf, das vegetative Nervensystem "runterzubringen", also eine Beruhigung herbeizuführen. Durch das Bewusstwerden der Atmung (die ja sonst autonom und weitgehend automatisch funkioniert) kann schon eine erste Stabiliesierung der Aufmerksamkeit herbeigeführt werden.
Im nächsten Schritt geht es um das "Fühlen". Als Meditierender lernt man sich selbst als fühlendes Wesen zu erkunden und im Rahmen einer akzeptierenden Innenschau eine Klärung herbeizuführen. Hier wird u.a. die sehr wirksame Methode des Body-Scans vorgestellt - und eine Reihe weiterer Übungen, die sich auch von Anfängern sehr gut durchführen lassen.
Das nächste Kapitel, "Denken", wird auf einige grundlegende Techniken eingegangen, mit der "Gedankenflut" umzugehen, die man als Meditierender oft erlebt (nicht nur als Anfänger!). Hier erklärt der Autor, warum es überhaupt dazu kommt, dass man gerade dann, wenn man nicht denken will, mit besonders vielen Gedanken konfrontiert wird.
Die nächste Ebene - "Sein" - wird im darauffolgenden Kapitel erläutert. Hier werden die Übungen schon schwieriger - und sind auch nicht mehr für alle geeignet, denn in diesem Tiefenbereich, der am ehesten mit mystischen Erfahrungen in Verbindung gebracht wird, ändert sich die Perspektive. In den Worten des Autors: "Das Ihnen vertraute Ich in der Form, in der Sie es bisher als Zentrum Ihres Erlebens und Handelns kennen, hört vorübergehend auf zu existieren." (S. 112) Deshalb rät Ott "psychisch labilen Personen" (125) von der Durchführung einiger Übungen ab.
Weiterführende Hinweise (z.B. zum Üben in der Gruppe oder zu technischen Hilfsmitteln) runden den "Praxisteil" ab.

Im 2. Teil geht es um eine wissenschaftliche Vertiefung des Stoffes. Hier werden weitere Studien zitiert, die die Wirksamkeit von Meditation belegen. Die Anzahl der Studien im Bereich Meditationsforschung ist im Lauf der letzten 10 Jahre förmlich explodiert. Ott bringt Ordnung in den "Wust" an Studien. Er erläutert, was bisher erforscht wurde (und was noch nicht) und erklärt, was "herauskam".
Sowohl Wirkungen auf die Gesundheit sind Thema, als auch die konkreten Vorgänge im Gehirn.

Ein Resümee und ein Ausblick stehen am Ende des Buches.
Zudem findet man eine gehaltvolle Literaturliste auf dem aktuellsten Stand der Forschung. Was auch erwähnt werden muss, ist die Website zum Buch, auf der man viele weiterführende Informationen finden kann (der Autor erwähnt das im Text auch häufiger).

Fazit: Ein sehr gut verständliches Buch, das sich hervorragend als Einführung in die Meditation eignet. Man sollte sich vom Titel nicht in die Irre führen lassen. Es geht nicht nur um Theorie, sondern auch und v.a. um die Praxis. Die wissenschaftliche Fundierung untermauert die Wirksamkeit, die man am eigenen Leibe erfahren kann, nur zusätzlich.
Für Anfänger und an Meditation Interessierte sehr zu empfehlen!

Immer wieder zitiert der Autor aktuellste Studien, die auf die Wirksamkeit der Meditation eingehen.
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113 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Oktober 2010
Wer nicht nur am eigenen Leib erfahren möchte, was Meditation ist, sondern auch verstehen will, was beim Meditieren geschieht, hat mit diesem Buch den richtigen Griff getan. Der Neurowissenschaftler Ulrich Ott erforscht seit über zehn Jahren veränderte Bewusstseinszustände wissenschaftlich. In seinem Buch gibt er eine Übersicht über die verschiedenen Methoden und Techniken der Meditation und erklärt wie sie jeweils funktionieren und wirken. Mit den Abschnitten "Körperhaltung","Atmen","Fühlen","Denken"und "Sein" führt er schrittweise in die Praxis der Meditation ein, ohne dabei eine bestimmte Religion oder ein Dogma in den Vordergrund zu stellen. Er stellt somit dem aufgeklärten Leser eine Art "Baukastensystem" zur Verfügung, aus denen er sich seine ganz persönliche passende Meditationsform zusammenstellen, entwickeln kann, ohne das Ganze esoterisch oder religiös zu verkleistern oder zu schmücken. Dies und die wissenschaftliche Vertiefung im zweiten Teil des Buches sind in einer klaren, unverstellten Sprache geschrieben. Ein gutes Buch für alle, die meditieren lernen wollen, einen neuen Zugang zur Meditation suchen und seriös über die Wirkung von Meditation aufgeklärt sein wollen.
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55 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2011
Das Buch hat bei mir durch die Untertitel "Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst" und "... führt in fünf Schritten anschaulich in die Meditationspraxis ein" einige Erwartungen geweckt. Leider wurden diese nur teilweise erfüllt:

Der an den theoretische Grundlagen interessierte Leser wird durch die Abhandlungen vielleicht befriedigt. Mir persönlich haben die wissenschaftlichen Hintergründe nicht so viel gebracht, da ich eher an praktischen Infos interessiert bin. So mag es für Wissenschaftler spannend sein, zu erfahren welche Teile der Neocortex durch Meditation aktiviert werden. Mir persönlich haben diese Informationen nicht viel neuen Erkenntnisgewinn gebracht.

Positiv an dem Buch ist hervor zu heben, dass der Autor nicht, wie so viele andere Bücher, nur eine, allein seelig machende Meditationsschule als einzig Richtige herausstellt.

Wer allerdings eine praktische Anleitung zur Meditation sucht, wird bei dem Werk eher enttäuscht sein. Die Praxisteile sind recht oberflächlich gehalten und selbst für den fleißig Übenden ist oft unklar, in welcher Reihenfolge, wie lange und wie oft die zahlreichen vorgeschlagenen Übungen praktiziert werden sollten. Eine anschauliche Einführung in die Meditationspraxis habe ich jedenfalls nur bruchstückhaft erkennen können. Dabei sind einige der Hinweise durchaus brauchbar und hilfreich für die eignene Meditationspraxis. Leider fehlt etwas der rote Faden.

Insgesamt nach meinem Geschmack ein eher durchschnittlich brauchbares Buch zum Thema.
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Januar 2011
Ich schließe mich den bestehenden positiven Rezensionen an.

Mir hat an diesem Buch gefallen, dass es die Meditation aus dem üblichen religiösen und esoterischen Umfeld herauslöst.
Die unterschiedlichen Stufen der Meditation werden jeweils aus neurowissenschaftlicher Sicht betrachtet und danach werden dem Leser praktische Übungsvorschläge gegeben. Diese Herangehensweise kommt meiner Meinung nach vielen westlichen, "verkopften" Menschen (Skeptiker) sehr entgegen.
Eine klare Kaufempfehlung für Leute die etwas handfestes über Meditation lesen wollen.
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89 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2010
Wir im Westen sind ja wissenschaftsgläubig und so ist dieses Buch keine Überraschung: Ein Neurowissenschaftler erklärt uns die Meditation. Im Untertitel wird sogar gesagt: "'Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Sein".' Das ist aber wirklich zu hoch gegriffen.

In meinen Augen hat Ulrich Ott ohne Frage ein sehr fundiertes Buch geschrieben, aber es ist schon auch sehr, sehr nüchtern. Meditation für den westlichen Geist eben. Und so liest man in diesem Buch Sätze wie: "Das begriffliche Denken basiert auf grammatikalischen Strukturen, in denen wir als Subjekt, als "'Ich"', eine zentrierte Position einnehmen.'" Aber kann und soll man Meditation in erster Linie zu solch einer mechanischen, formalistischen Sache degradieren?

Ich glaube, das Gute an diesem Buch ist, dass es vielleicht auch Nüchterne und kopflastige Menschen für die Meditation zu interessieren vermag - Menschen, die einfach eine Technik zur Entspannung suchen. Und so leitet Ulrich Ott im ersten Teil seines Buches auch rudimentär zur Praxis an: Sitzen, Atmen, Fühlen, Denken, Sein. Im zweiten Teil geht es dann um die 'wissenschaftliche Vertiefung', wie er es nennt, die beispielsweise daraus besteht, welche Veränderungen sich im Hirn durch Meditation ergeben (z.B. die altbekannte EEG-Erhöhung der Gamma-Aktivität oder dass z.B. "in der hinteren unteren Hirnwindung im Temporallappen die Gefühle der Präsenz und Freude zuhause sind", die durch Meditation ebenfalls aktiviert werden )... usw. usw. Jon Kabat-Zinn, ein amerikanischer Arzt, der 1979 die erste Klinik eröffnete, in der man gezielt Meditation zur Unterstützung von Heilungsprozessen anwandte, und der die heute recht bedeutungsvolle MBSR-Methode begründete, hat in seinen Büchern sehr viele dieser wissenschaftlich relevanten Erkenntnisse bereits ausführlich dargelegt - wenn auch sicher nicht mit dieser Fülle neurowissenschaftlicher Einzelheiten, die erst in den letzten Jahren bekannt geworden sind.

Das ist alles gut und klug. Aber es ist eben ein bedeutender Unterschied, ob man nur weiss, in welchem Hirnareal sich 'Mitgefühl' ausdrückt oder ob man Mitgefühl wirklich selbst zu empfinden vermag. In diesem Sinne kam mir das Buch von Ulrich Ott manchmal schon eher mechanisch und kopflastig vor.

Das Buch ist also nach meiner Auffassung eine schöne Ergänzung zu allen andern Büchern, die es bereits über Meditation gibt und sicher erhalten Interessierte, die sich über dieses Thema ohne jeden religiösen oder mystischen Ballast orientieren wollen, einen guten Einstieg. Ich glaube jedoch nicht, dass man einer so ausserordentlichen Sache, wie Meditation sie ist, auf derart nüchterne Weise gerecht werden kann. Meditation ist so unglaublich viel mehr als nur eine lokalisierbare Reaktion im Gehirn - und das sollte man nicht vergessen.

Wenn dieses Buch Ihnen einen ersten Zugang verschafft, ist das wunderbar. Und wenn Sie Meditation zu praktizieren beginnen, werden Sie erkennen, dass es gar keine Wissenschaft braucht, wenn man selbst erfährt, was es einem bringt. Man sitzt da und etwas völlig Neues erscheint.

Jede solche Erfahrung ist mehr wert als eine Vielzahl von Zahlen und Tabellen.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. November 2011
Ja, dieses Buch ist sehr rational aufgebaut und etwas für die linke Gehirnhälfte. Oder wars die rechte ?
Nein, Meditation und Religion müssen nichts miteinander zu tun haben.
Jawohl, auch die Wissenschaft kommt nicht zu kurz, obwohl es auf diesem Gebiet noch nicht viel wissenschaftliches zu sagen gibt.
Nein, Sie brauchen kein Sitzkissen für die Übungen. Es geht auch auf einem Stuhl, beim Abwasch oder in der Bahn. (Da sollten Sie allerdings schon etwas Übung haben)
Recht gekonnt werden Übungen und wissenschaftliche Hintergründe miteinander verknüpft. Das alles findet in dem Rahmen statt, den "sich unsere Schulweisheit zwischen Himmel und Erde" so zurechtgelegt hat.
Kein mystisches Brimborium, nichts für Eso-Freaks.
Meditation als Mentaltechnologie, die man völlig rational abhandeln bzw. lernen kann.
Und der Rest ist dann wirklich Übung.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Als "Schlag unter die Gürtellinie" empfand ich die Rezension einer Person, die dem Buch nur einen Stern gab. Mein Unverständnis darüber veranlasste mich zu einer eigenen Darstellung.

Auch wenn man die Kritik dieses Rezensenten respektiert, mutet es doch schon wie eine Privat-Fehde an, dem Autor dafür nur einen Stern zu geben. Denn "schlecht" ist es keineswegs, auch wenn es vielleicht nicht das erfüllt, was jemand in den Titel hineininterpretiert hat.
Was der Rezensent "langweilig" nennt, ist ein entspannter Geist, in dem das Buch geschrieben ist. In der mich umgebenden Hektik der Welt empfand ich gerade diese Tatsache als sehr angenehm. Es verbreitete sich in mir bereits beim Lesen die innere Ruhe, die Meditation einem schenkt.

Wessen Geist bereits reizüberflutet, abgestumpft und ständig auf der Suche nach einem neuen Kick ist, der sollte das Buch nicht kaufen. Alle anderen werden hier bestens bedient. Lesen und Wissenserwerb als Entspannung. Ich persönlich kenne nicht viele Wissenschaftler, die das so gekonnt in Einklang bringen.
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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2011
Vorrede:
Versteht man unter "Skeptiker" jemanden, der sich nicht mit metaphysischen Tautologien und inhaltsleeren Pseudo-Definitionen zufriedenstellen lässt; der nicht bereit ist, schon vorab ein Glaubensbekenntnis gleich welcher Richtung abzulegen, um dann vom Placebo-Effekt der eigenen Hoffnung profitieren zu dürfen; der sein Fragen auch dann nicht aufgibt, wenn ihm bereits ein gönnerhaftes "Du bist eben noch nicht so weit" von fortgeschrittenen Erleuchtungssuchenden entgegenschallt; der ein Minimum nachvollziehbarer, selbst erlebbarer Erklärungen erwartet; der in seiner kritischen Haltung aber auch nicht gleich so weit gehen muss wie der "Berufs-Skeptiker" Alfred Binder in seinem Buch "Mythos Zen" - dann ist der Titel durchaus treffend gewählt.
Eben: Meditation für den westlichen Geist (wie ein anderer Rezensent hier schrieb), von einem westlichen Geist. Genau, wie auch sonst?! Schon jener Verweis droht ins west-östliche Dualitätsdenken abzugleiten, das doch mit zunehmender Erleuchtungsnähe gerne als längst überwunden beansprucht wird. Meditation mag eine "außerordentliche Sache" sein - aber warum müssen gerade sogenannte "Fachleute" mit Argumentationen der Marke "man kann nicht drüber reden, bevor man es selbst erfahren hat" alles dafür tun, dass sie es bleibt?
Genau davon haben wir schon genug, und der Unterschied zu jenen mystischen, lediglich alternativreligiösen Ansätzen macht den Reiz dieses Buchs aus.

Zur Sache:
Das Buch ist übersichtlich aufgebaut, und Ott bietet in einer auch dem Anfänger praktisch nachvollziehbaren Abfolge - von der Körperhaltung über die Atmung, die Körperwahrnehmung, die Gedankenbeobachtung bis zu spirituellen Aspekten - dem Leser so viel Anleitung wie nötig und so viel Freiheit wie möglich, "selber zu machen" bzw. zu erfahren. Die Zielsetzung bleibt jedem selbst überlassen (S. 146):
' Technik zur Entspannung und Stressbewältigung
' Mentales Training zur Schulung spezifischer Leistungen
' Klinische Intervention zur Behandlung von Krankheiten
' Methode zur Erkenntnisgewinnung durch systematische Innenschau
' Asketische Praxis zur Erlangung spiritueller Einsichten.
Über Forschungsmethoden und -ergebnisse wird in einem Extrateil (ab S. 140) informiert, was dem Lesefluss und der Vertiefung in das eigentliche Thema sehr gut tut.
Schließlich gibt es eine begleitende Website, auf die im Buch verwiesen wird, die (jedenfalls nach erstem Augenschein) wohltuend informativ und wenig werbeintensiv wirkt.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Oktober 2011
Hoffentlich hält der Titel niemand ab, das Buch zu kaufen und zu lesen! Es ist nämlich sehr lesenswert. Sechs Sterne, wenn das nur ginge! Der Meditation gegenüber war ich noch nie skeptisch - eher gegenüber der modernen Hirnforschung, wie ich sie bisher kannte. Die Begeisterung weltberühmter Forscher mit ihren überzogenen Schlussfolgerungen, die so an die frühere Begeisterung für die Phrenologie erinnerte, hat mich doch immer etwas skeptisch gemacht. Diese Skepsis hat mir der Autor nun genommen. Er stellt Studien sachlich vor und zieht solide Schlussfolgerungen oder stellt fest, dass sich daraus nichts folgern läßt. Das läßt mich hoffen, dass die Goldgräberstimmung auch in der Hirnforschung vorübergeht, bevor sie größeren Schaden anrichten kann. Und Hoffnung ist ein gutes Gefühl!

Ein gutes Gefühl machte mir das Buch auch dadurch, dass es so einen guten Überblick über die verschiedenen Arten der Meditation gibt und nicht zuletzt durch das, was der Autor über "Erleuchtung" schreibt. Meditation erscheint mir jetzt nicht mehr so nebelhaft geheimnisvoll oder nur mit Guru erlernbar, wo gegen ich doch Bedenken hätte. So hat sich das Buch für mich auch aus diesem Grund sehr gelohnt! Ich hab's übrigens auf dem Kindle gelesen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. August 2012
"Ulrich Ott vermittelt auf nachvollziehbare und fundierte Art den neuesten Stand der Forschung und führt in fünf Schritten anschaulich in die Meditationspraxis ein", behauptet der Klappentext. Und das ist durchaus richtig, unterschlägt allerdings das Wesentliche dieses Buches: Die Tatsache, dass der Autor, der hauptberuflich die Effekte von Meditation auf Struktur und Funktion(en) des Gehirns untersucht, zeigt, dass Meditation weltanschaulich neutral (d.h. losgelöst aus jeglichem religiösen Kontext) erforscht und geübt werden kann. Damit steht er ganz in der begrüßenswerten Reihe derer, die jene Gebiete, die einst ausschließlich von religiösem und esoterischem Sumpf durchsetzt waren, endlich für die wissenschaftliche Erforschung und weltanschaulich neutrale Praxis fruchtbar machen (auch wenn er im Kapitel "Sein" einen kurzzeitigen, klitzekleinen, kaum merklichen Rückfall erleidet).
Das Buch gliedert sich vor diesem Hintergrund thematisch in einen theoretischen und einen Praxisteil.
Letzterer, der Meditation stets als ein Mittel zur Selbsterforschung und Selbstregulation versteht, beschreibt Übungen aus den Bereichen Körperhaltung, Atemachtsamkeit, Wahrnehmung von Körperempfindungen, Gefühlen und Gedanken, Kultivierung von Emotionen und "transzendente" Bewusstseinszustände. Dies geschieht in einer klaren und leicht nachvollziehbaren Sprache, sodass der Leser nach der Lektüre der jeweiligen Übung sofort mit dem Praktizieren und Experimentieren beginnen kann.
Der theoretische Teil stellt aktuelle Forschungsergebnisse aus der wissenschaftlichen Meditationsforschung vor und macht ansatzweise deutlich, welche Auswirkungen beispielsweise Achtsamkeitsmeditation auf die strukturelle und funktionale Architektur unseres Gehirns und damit auf unser Erleben haben kann. Hierbei zeigt sich zwar, dass die erst seit der Jahrtausendwende boomende Meditationsforschung noch in den Kinderschuhen steckt. Trotzdem dürften die Ausführungen durchaus weniger ansatzartig ausfallen. Zumindest den wissenschaftlich interessierten Leser stellt der Autor hiermit sicherlich nicht in ausreichendem Maße zufrieden. Andererseits bieten sowohl das Literaturverzeichnis als auch die Website zum Buch (Adresse findet sich im Buch) ausreichend Literaturhinweise und Links zu aktuellen Forschungsbeiträgen, sodass die etwas knappe Darstellung im Buch in gewisser Weise ausgeglichen wird.
Fazit: Erfahrene Meditierende und meditationswissenschaftlich Unterrichtete finden hier wenig Neues. Interessierte Einsteiger und Anfänger (sowohl in Sachen Praxis als auch in Sachen Theorie) dürfen dagegen bedenkenlos zugreifen. 3,5 von 5 möglichen Sternen.
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