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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles sammeln !
Für mich ist es eines der wichtigsten Enthüllungsbücher überhaupt, das zudem auch noch spannend wie ein Agenten-Thriller geschrieben ist. Aber damit sich jeder selbst ein Urteil bilden kann, möchte ich den anderen Lesern zunächst Inhalt und die für mich wichtigsten Aussagen im Buch darstellen, und zwar Kapitel für Kapitel...
Vor 13 Monaten von Falk Müller veröffentlicht

versus
4 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die letzten Retter der freie Welt?
Ich bin schon sehr erstaunt, dass dieses Buch so viele sehr gute Bewertungen bekommen hat. In meinen Augen spielt sich hier der verfassende Journalist (oder doch eher Aktivist:)) sehr als letzter redlicher Vertreter seiner Berufsgruppe auf, welcher, was vielleicht wirklich sein Verdienst ist, die Brisanz der Informationen des IT-Spezialisten Snowden erkannt und diese dann...
Vor 10 Monaten von Thomas R. veröffentlicht


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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles sammeln !, 15. Mai 2014
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Für mich ist es eines der wichtigsten Enthüllungsbücher überhaupt, das zudem auch noch spannend wie ein Agenten-Thriller geschrieben ist. Aber damit sich jeder selbst ein Urteil bilden kann, möchte ich den anderen Lesern zunächst Inhalt und die für mich wichtigsten Aussagen im Buch darstellen, und zwar Kapitel für Kapitel.

1) Kontaktaufnahme

Hier wird geschildert, wie Greenwald im Dezember 2012 die ersten E-Mails von Snowden erhielt, ohne zu ahnen, wer Snowden überhaupt war, weil dieser unter einem Synonym schrieb. Fast wäre es gar nicht zu dem weltweiten Enthüllungsskandal gekommen, da Greenwald anfangs erhebliche Zweifel an der Seriosität von Snowdens Angebot hatte. Zitat: "Es konnte jeder x - Beliebige sein. Jemand, der sich alles nur aus den Fingern gesogen hatte. Denkbar war auch, dass uns eine Regierungsbehörde eine Falle und uns zur Zusammenarbeit verleiten wollte."

2) Zehn Tage in Hongkong

Zum Glück siegte Greenwalds journalistischer Instinkt, an einer Riesensache dran zu sein, und so kam es dann zum ersten Treffen in einem Luxushotel in Hongkong. Dieses Kapitel liest sich schon wie ein Agententhriller - nur das diesmal alles echt war. Wie konspirativ alles ablief, das kann man sich als Unbeteiligter kaum vorstellen. Ich habe mal eine Stelle herausgesucht, um dies zu verdeutlichen: "Für das Treffen waren zwei Zeiten vereinbart: 10 Uhr und 10:20 Uhr. Falls Snowden nicht spätestens zwei Minuten nach der ersten vereinbarten Zeit erschien, sollten wir den Raum verlassen und zur zweiten vereinbarten Zeit wiederkommen."

3) Alles sammeln

In dem Kapitel versucht der Autor eine erste Auswertung der Unmengen an Daten, die Snowden ihm übergeben hatte. Um es ehrlich zu sagen: Ich konnte das als Laie kaum begreifen oder gar einordnen, weil es teilweise um Milliarden abgeschöpfter Daten überall auf der Welt geht. Es gibt zum Beispiel ein Diagramm, das zeigt, dass etwa in unserem Nachbarland Polen an manchen Tagen mehr als 3 Mio Telefongespräche überwacht worden! Im Kapitel wird deutlich, dass diese Sammelwut auch dem langjährigen Leiter der NSA geschuldet war. Der hatte nämlich die schlichte Parole ausgegeben: Alles sammeln! Am Anfang mag diese Sammelwut vielleicht noch wirklich hauptsächlich zur Terrorbekämpfung eingesetzt worden sein. Aber dann wurde sie auf alle amerikanischen Staatsbürger ausgeweitet - und schließlich auf die ganze Welt. Greenwald beschreibt die NSA als eine Krake, die immer weiter ausgreift.

4) Die Gefahr der Massenüberwachung

Hier geht es Greenwald um den Verlust der Privatsphäre, der uns allen droht. Er widerlegt das vorgeschobene Argument, dass Überwachung zum Nutzen der Bevölkerung wäre, weil sie die schlechten Bürger von den guten trennt. Greenwald schreibt: "Die Behauptung, dass eine in die Privatsphäre eindringende Überwachung auf ein Randgruppe beschränkt ist - eine Gruppe von Menschen, die sich etwas zuschulden kommen lassen und es deshalb nicht anders verdient haben - sorgt dafür, dass die Mehrheit den Machtmissbrauch stillschweigend billigt." Aber diese Aussicht ist naiv, meint der Autor. Zitat: "Sich etwas zu schulden kommen lassen, bedeutet für diese Institutionen viel mehr als illegale Aktivitäten, Gewalttätigkeiten. Es liegt im Wesen der Macht, jeglichen Widerstand mit Verbrechen gleichzusetzen oder zumindest eine Bedrohung darin zu sehen."

5) Die vierte Gewalt

In dem Kapitel wendet sich der Autor gegen die politischen Medien, die ja oft als vierte Gewalt im Staat bezeichnet werden. Er beschreibt, dass die Medien ihre Aufgabe, staatlichen Machtmissbrauch zu überwachen und einzudämmen, völlig unzureichend nachkommen. Stattdessen lassen sich die Medien lieber von den Karren der Regierung spannen. Zitat: "Anstatt ihre Äußerungen unter die Lupe zu nehmen, machen sie sich zu ihrem Sprachrohr und erledigen die Drecksarbeit für sie.

FAZIT
Greenwald stellt im Vorwort die Frage: "Wird das digitale Zeitalter die Befreiung des Individuums durch das Internet bringen, oder wird es ein System ominöser Überwachung und Kontrolle etablieren, dass sich nicht einmal die schlimmsten Tyrannen der Vergangenheit hätten träumen lassen?" Das Buch ist zumindest ein wertvoller Beitrag dafür, dass die zweite Möglichkeit doch noch abgewendet werden kann.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch mit Höhen und Tiefen., 26. Mai 2014
Von 
Fabian Beiner (Rohrbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Das dieses Buch ein Besteller werden muss, ist unbestreitbar. Jeder, wirklich jeder sollte es lesen und endlich kapieren, welch große Tat Edward Snowden gemacht hatte und wie viel wir ihm zu verdanken haben.

Das Buch ist in fünf große Kapitel aufgeteilt. Die ersten zwei Kapitel – „Kontaktaufnahme“ und „Zehn Tage in Hongkong“ – sind Stoff, aus dem Blockbuster gemacht sind. Nur handelt es sich hier um schonungslose Realität. Diese zwei Kapitel sind extrem spannend und lassen Edward Snowden nochmals in einem anderen Licht erscheinen, als man ihn bisher wahrgenommen hat.

Danach kommt das große Kapitel „Alles sammeln!“, welches sich wie folgt zusammenfassen lässt: Die NSA liest und hört alles. Vermutlich auch meine Rezension hier. Nach etwa vierzig Seiten wird dieses Kapitel leider ziemlich schnell langweilig. Ja, es ist unglaublich, was da alles abgeht – aber man hat es, wenn man die Nachrichten verfolgt, schon alles mal gehört. Das lässt dieses Kapitel irgendwann „langweilig“ werden, trotz der extrem wichtigen Informationen darin.

Im vierten Kapitel „Die Gefahren der Massenüberwachung“ wird noch mal genau darauf eingegangen, was der Kapitelname verspricht. Interessant, aber auch hier hat man die Informationen schon irgendwo mal gehört. In „Die vierte Gewalt“ geht es noch mal um die Medien, die in diesem „Spiel“ mitmischen.

Das Buch hat, was den Informationsgehalt angeht, definitiv fünf Sterne verdient. Da ich mich mit dem Thema allerdings immer wieder beschäftigt habe und dies nicht meine ersten Informationen dazu waren, habe ich es – bis auf die ersten zwei Kapitel – einfach nicht sehr spannend gefunden. Aus diesem Grund gibt es einen Stern Abzug, der die Wichtigkeit dieses Buches aber nicht schmälert.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtig! Und lohnt sich!, 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Es gibt zwar wenig neue Fakten, aber so komprimiert erschlagen sie einen nochmal.
Der Anfang ist spannender als jeder Krimi es sein könnte. Stärken hat das Buch auch in der Einschätzung und Bewertung der Dokumente. Die sehr kenntnisreiche juristische Einordnung (Greenwald war Jurist für Verfassungsrecht) der damit begangenen Rechtsbrüche.
Sehr schwerwiegend ist auch der Bericht über die Rezeption der Dokumente in den Schurkenstaaten USA und dessen Vasallen GB und Canada. Wie dort inzwischen die Pressefreiheit mit Füssen getreten wird unglaublich, das hat man hier auch nicht so mitbekommen. Land of the free...das ich nicht lache.
Als letztem widmet sich Greenwald dem Untergang der amerikanischen Presse, deren willfährigen Gefolgschaft hinter dem gerade amtierenden Präsidentendarsteller.

...und was von meiner Seite her nicht fehlen darf: Gebt dem Patrioten der Freiheit Edward Snowden Asyl in Deutschland!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Pest des Überwachungsmißbrauchs und die Gefährdung der Pressefreiheit, 31. Dezember 2014
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch des Juristen und Journalisten Glenn Greenwald ist zwar auf amerikanische Leser zugeschnitten, aber auch für europäische aufschlußreich. Was der Autor über die Presse als der vierten Gewalt schreibt, dürfte für die europäischen Leitmedien mindestens in gleichem Maße gelten:
DIE VIERTE GEWALT
Greenwald: "Die großen amerikanischen Medien sind alles andere als eine unabhängige, von außen wirkende Kraft. Vielmehr sind sie ein integraler Bestandteil der vorherrschenden politischen Macht. In kultureller, emotionaler und sozioökonomischer Hinsicht handelt es sich um ein und dieselbe Clique. Reiche, berühmte Journalisten, die zum inneren Zirkel gehören, wollen den Status quo nicht aushebeln, der sie so großzügig entlohnt. Wie alle Höflinge verteidigen sie das System, das ihnen Privilegien verschafft, und verachten jeden, der es in Frage stellt. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt zur vollständigen Identifikation mit den Bedürfnissen der politischen Amtsträger."

Glenn Greenwald redet Tacheles und nennt die Namen der Guten, der Bösen und der Häßlichen:

THE GOOD
• Es gibt (aufrechte) Journalisten wie Rachel Maddow. Aufgebracht brachte sie in ihrer MSN BC-Show die Sache auf den Punkt: »Journalismus ist kein Terrorismus«.

THE BAD
Und es gibt (rechte) Journalisten, die für ihren Kollegen Greenwald die strafrechtliche Verfolgung gefordert haben, die ihn in Gefahr brächte, der Spionage angeklagt und vor ein Bundesgericht gestellt zu werden, das sich in solchen Fällen immer schamlos unterwürfig gegenüber Washington gezeigt habe.
• Jeffrey Toobin habe im Fernsehen die britische Regierung gelobt und das Verhalten von Greenwalds Lebensgefährten David mit dem eines Drogenschmugglers verglichen.
• Marc Thiessen von der Washington Post, der ein Buch schrieb, das das US-Folterprogramm rechtfertigte, sei mit der Schlagzeile aufgetreten: "Ja. NSA—Geheimnisse zu veröffentlichen ist ein Verbrechen."
• Der rechte Jurist Alan Dershowitz stieß ins gleiche Horn.
• Walter Pincus von der Washington Post der in den l96Oer Jahren amerikanische Studenten im Ausland für die CIA ausspioniert hatte, habe die Ansicht vertreten, Snowden und Greenwald seien Mitglieder einer Julian-Assange-Verschwörung.

THE UGLY
• Der Export westlicher Überwachungstechnologie an totalitäre Staaten durch Firmen wie die französische Amesys oder die italienische Area SpA scheint dagegen im Westen kaum einen aufzuregen.

DIE DÄMONISIERUNG DER GUTEN
Jeden zu dämonisieren, der die politisch Mächtigen herausfordert, gehöre schon lange zur Taktik Washingtons und der Medien. Greenberg nennt als eines der ersten und augenfälligsten BeispieIe dafür den Umgang der Regierung Nixon mit dem Whistleblower Daniel Ellsherg, der die sogenannten Pentagon-Papiere an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Damals hatte Nixon FBI-und CIA-Mitarbeiter in die Praxis von Ellsbergs Therapeuten einbrechen lassen, um seine Akten zu entwenden und in seinem Sexualleben herumzuschnüffeln. Ist das nicht unsinnig, warum sollte die Enthüllung persönlicher Peinlichkeiten die Beweise für die Täuschungspraxis der Regierung entkräften, fragt Greenwald. Ellsberg sei der Grund völlig klar gewesen: Niemand wolle mit einem Menschen in Verbindung gebracht werden, der in Verruf geraten ist oder öffentlich gedemütigt wurde.

DIE BÖSEN VOR SNOWDEN
Greenwald ruft seinen Lesern in Gedächtnis, daß es schon vor Snowdens Enthüllungen allen klar sein mußte, daß es naiv war zu glauben, in den Vereinigten Staaten gäbe es keine Überwachung. Bei einer Anhörung im Kongreß im Jahr 2006 unter dem Titel »Internet in China: Instrument der Freiheit oder der Unterdrückung?« klagte ein Redner nach dem anderen, daß es Amerikaner seien, die dem chinesischen Staat helfen würden, abweichende Meinungen im Internet zu unterdrücken. Der republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses Christopher Smith (New Jersey), der das Hearing leitete, habe Yahoos Zusammenarbeit mit der chinesischen Geheimpolizei mit dem Verrat, der Anne Frank der Gestapo auslieferte, verglichen. Es sei eine Moralpredigt, wie immer, wenn amerikanische Politiker über ein Regime sprechen, das nicht auf der Linie der USA ist. Dabei habe, wie selbst den Teilnehmern nicht entgangen war, die New York Times erst zwei Monate zuvor über das umfassende illegale Abhörprogramm der Bush-Regierung im Land berichtet. Im Licht dieser Enthüllungen klinge die Anprangerung der Überwachungspraxis anderer Länder ziemlich hohl. Der demokratische Angeordnete Brad Sherman (Kalifornien), der im Anschluß sprach, meinte denn auch, daß die, die aufgefordert würden, sich dem chinesischen Regime zu widersetzen auch gegenüber der eigenen Regierung skeptisch sein sollten .

TENDENZ DER MEDIEN: PERSONEN -FIXIERUNG
Zum Schluß noch einmal zurück zu den Medien. Greenwald nennt es angesichts von Snowdens Weigerung, Interviews zu geben, zu Recht für herbeiphanatasiert, Snowden als "geltungssüchtigen Narzißten" darzustellen, was z.B.
• Jeffrey Toobin vom New Yorker ("Snowden ist ein großsprecherischer Narzißt") und
• Richard Cohen von der Washington ("Snowden ist narzißtisch")
getan haben.
Die NYT bezichtigt Greenwald der verleumderischen Spekulation in bezug auf den unterstellten chinesischen Zugriff auf die vier Laptops Snowdens und seine Ausreise aus Hongkong.

FAZIT
Schlimm, wenn der Staat seinen Bürgern mißtraut.
Noch schlimmer, wenn die Presse als "Vierte Gewalt" versagt.
Das Wort "Lügenpresse" hat der Journalist Greenwald in diesem Zusammenhang nicht gebraucht, aber alles gesagt, was es zu sagen gab. Deshalb sind Bücher (wie dieses) eben wichtiger als Zeitungen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Snowden und „Das System“, 19. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
„Vor diesem Hintergrund wählte mich Edward Snowden ein paar Jahre später als erste Kontaktperson aus, der er Vergehen der NSA in noch viel massiveren Dimensionen enthüllte“.

In diesem Sinne bekommt der Begriff der „vierten Gewalt“, den Greenwald im letzten Kapitel seines Buches ausführlich beleuchtet, eine tiefe, erschreckende, weitreichende Dimension, die das Lesen dieses engagiert und mutig verfassten Buches alleine schon lohnt.

Sicherlich ist inzwischen vieles bekannt von dem, was Edward Snowden „verraten“ hat, was ihn zu seinem Handeln bewegte und woran natürlich eine ganze Reihe anderer, „überwachungskritischer“ Menschen beteiligt war.

Wenn man aber sieht, wie schwer sich Untersuchungsausschüsse tun, wie unverfroren weiter Daten abgegriffen werden, wie sehr alle Seiten (die es technisch vermögen) sich an den Daten auch einfacher Bürger hemmungslos bedienen (und natürlich auch vor hohen politischen Rängen dabei keineswegs Halt machen), wie deutlich Spuren auch in Richtung Wirtschaftsspionage von höchster Stelle aus weisen, dann haben die Ereignisse, von denen Greenwald berichtet und seine Schlussfolgerungen keineswegs an Brisanz verloren, sondern werden im Gegenteil Tag für Tag mehr erhärtet.

Auf der Basis von Snowdens Recherchen, die Greenwald vorliegen, führt der Autor Schritt für Schritt die Puzzlesteine zusammen, die das Leben in der neuen, digitalen Welt von dieser dunklen Schattenseite her aufzeigen. Durch die Systeme hinweg.
Denn wer gedacht hätte, das Obama mit auch nur einigen Übergriffen der Bush Regierung ein Ende macht, der sah sich klar getäuscht

„Landesweit gibt es mehr Unterstützung für das Datensammelprogramm im Lager der Demokraten als in dem der Republikaner“.

Und so wurde es auch gehandhabt. Wobei das Handy der Bundeskanzlerin nur die oberste Spitze eines immens großen Eisberges darstellt. Wie inzwischen bekannt sein dürfte.

Das Snowden, Greenwald, andere Aktivisten und Beteiligte umgehend unter Repressionen standen, in die Nähe des „Terrorismus“ gerückt wurden (was zumindest in Amerika eine Entschuldigung für jedwedes Vorgehen gegen solche Personen darstellt) und das dennoch sich diese Leute „den Mund nicht verbieten lassen“ sondern, im Gegenteil, minutiös das „System“ veröffentlichen, das ist ein wichtiges Element einer lebendigen Demokratie und eines sich Wehrens gegen die „vierte Macht“, so ohnmächtig dies auch zunächst wirken mag und so wenig offizielle Unterstützung es auch augenscheinlich zunächst findet.

Wie das genau funktioniert, was da im Hintergrund einerseits als Haltung erkennbar im Raume steht und wie diese technisch durchgeführt wird, mithin, wie unsicher alle Daten in ihrer Privatsphäre geworden sind, das beschreibt Greenwald eingängig, verständlich und klar.

Das damit demokratische Grundrechte von Bürgern in den demokratischen Ländern ad absurdum geführt werden, versteht sich von selbst. Und was man, an kleinen Schritten, dagegen tun kann, wie man zumindest versuchen kann, die eigene Privatsphäre in der digitalen Welt zu schützen, auch hierfür bietet das Buch einige Anhaltspunkte.

Im Kern stellt Greenwald das eigene „Öffnen der Augen“ unter konspirativer Arbeit und, ab einem bestimmten Zeitpunkt, unter äußerem Druck und stetiger Vorsicht dar, das sich stellenweise packend liest und insgesamt hoch informativ dem Leser weit „die Augen öffnet“. Dem Leser vor allem, der unvoreingenommen auf die Vorgänge sieht und einem „Sammelt alles“ nicht widerspruchslos weiter gegenüber stehen will.

Ein wichtiges und gut zu lesendes Werk.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orwell war gestern, 31. Mai 2014
Von 
Raumzeitreisender (Muensterland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Anfang der 1980er Jahre wurde in Deutschland heftig der Datenschutz im Zusammenhang mit der Volkszählung diskutiert und letztere teilweise auch boykottiert. Es gab zahlreiche Proteste. Zählungsverweigerer wurden zu Staatsfeinden hochstilisiert. Dabei waren die Fragen, die damals gestellt wurden, relativ harmlos. Die Daten dienten als Grundlage für u.a. Wohnraumplanungen und Bevölkerungsstatistiken.

Das, was von dem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden aufgedeckt und durch Glenn Greenwald einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, hat eine ganz andere Qualität. Es geht um die totale Überwachung und die Abschaffung der Privatsphäre und zwar weltweit. Dennoch verursacht das Thema in der Öffentlichkeit weniger Aufregung als seinerzeit die Volkszählung. Wo ist der Aufschrei der Bevölkerung, der Medien und der Politiker?

In dem Buch beschreibt Autor Glenn Greenwald, ein Vertrauter von Edward Snowden, die Entwicklungsgeschichte kurz vor und nach der Veröffentlichung der geheimen NSA-Dokumente. Die Geschichte ist aufwühlend wie ein Thriller. Snowden bewegt sich im Spannungsfeld von Loyalität, Gewissen und Verantwortung für die Gesellschaft. Er hat sich dazu entschieden, die Bevölkerung über die Machenschaften der Geheimdienste aufzuklären. Für ihn selbst begann damit ein Versteckspiel.

Im Widerspruch zu den wiederholten Dementis amerikanischer Regierungsvertreter späht die NSA ständig die Kommunikation amerikanischer Staatsbürger aus. (185) Und dazu wurde sie lt. New York Times von der Bush-Regierung heimlich ermächtigt. (9) Aus den Dokumenten geht das Ausmaß der (weltweiten) Überwachung hervor. Die größten IT-Unternehmen der USA arbeiten mit dem Geheimdienst zusammen. (160) Der Nachrichtendienst hat direkten und dauerhaften Zugang auf die Daten der Firmenkunden. (161) Sendungen mit Netzwerktechnik (Server, Router etc.) werden abgefangen und präpariert. (215)

Durch das Buch wird nicht nur das Ausmaß der Überwachung deutlich, sondern auch das Versagen der Medien. Es mangelt den Medien heute an einer kritischen Haltung gegenüber den Machthabern. "Diese Funktion zu übernehmen scheuen sich die amerikanischen Medien jedoch oft, sie lassen sich lieber vor den Karren der Regierung spannen." (297)

In Deutschland reagieren Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht nur verhalten und beschwichtigend auf die Veröffentlichungen. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass gar nichts passiert. Das Buch ist eine Lehrstunde für Zivilcourage und sehr zu empfehlen. Snowden hat, für unser aller Recht auf Privatsphäre, seine eigene Freiheit aufs Spiel gesetzt.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich das wichtigste Buch der letzten Jahre.., 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
..mit beachtlicher Sprengkraft.
Ich habe das Buch heute aus Interesse am Hintergrund der Geschichte kurzerhand auf den Kindle geladen und sofort ausgelesen.

Spannend, detailliert und mit einer ebenso simplen, wichtigen wie klaren Botschaft, und zwar, dass sich aufgeklärte Menschen durchaus darüber empören dürfen, dass die USA mittels billiger Rhetorik begründet versucht, eine Schleppnetzfahndung in unsere Wohnzimmer, Korrespondenzen und Firmen zu etablieren und als Notwendig zu proklamieren.
Bleibt diese Empörung, hierzulande zum Beispiel in Form der billigenden Haltung der derzeitigen deutschen Regierung aus, so Gerät die notwendige gesellschaftliche Balance zwischen Staatsdienern (Machthabern) und Privatpersonen (Bürgern) aus den Fugen. Oder mit den Worten Phil Zimmermann: "If privacy is outlawed, only outlaws will have privacy."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Pflichtlektüre des Jahres, 11. August 2014
Von 
Benedict H. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Auch wenn die üblichen Kriege im Nahen Osten den Themenkomplex "Geheimdienste & Überwachung" aktuell aus den Schlagzeilen verdrängt zu haben scheinen - die Snowden-Odyssee hält den deutschen Medien-Zirkus seit über einem Jahr auf Trab und wird es wohl auch noch einige Zeit tun. Die Entscheidung, mir jetzt doch das Buch von Glen Greenwald zuzulegen, folgte aus einer frustrierten Einsicht: Obwohl Spiegel und Co. ihrer Leserschaft seit mittlerweile mehr als einem Jahr fortlaufend Beiträge voller kryptischer Akronyme und Tarnnamen, wilder Graphiken und brüchigem Halbwissen auftischen, hatte zumindest ich immer noch nicht das Gefühl, im Kern verstanden zu haben, was hier eigentlich enthüllt worden war.

Von dem Buch wollte ich also wissen:

(Hinsichtlich der zur Anwendung kommenden Technologie:)

- wie die verschiedenen Programme heißen
- was sich hinter den Namen verbirgt, was diese Programme also tatsächlich können
- wie die Programme zusammenwirken, d.h. welche Synergieeffekte sich ergeben

(Hinsichtlich der gesellschaftlichen Folgen:)

- wie eng die Verknüpfung zwischen Regierung und privater Sicherheitsindustrie tatsächlich ist
- welche Prognosen für die Weiterentwicklung des Überwachungsapparats in Zukunft realistisch sind
- welche Implikationen sich aus den Enthüllungen und den zu erwartenden Entwicklungen für den Einzelnen ergeben

Antworten - oder wenigstens Anstöße dazu, eigene Antworten zu finden - bietet dieses Buch schon, dennoch bin ich etwas enttäuscht.

Zu den technischen Fragen:

Die Tarnnamen und Projektbezeichnungen, die man hier erklärt bekommt, kennt man fast alle aus der normalen Berichterstattung. Nichts neues hier, was aber eigentlich zu erwarten war. Leider gelingt es Greenwald aber auch nicht, schlüssig und umfassend zu vermitteln, was diese Programme wirklich können. Sicher, die Zahlen und Fakten, die er listet, geben einen Einduck von dem enormen Ausmaß der Überwachung, und auch das eine oder andere Beispiel für die Anwendung wird angeschnitten - mehr aber auch nicht. Stellenweise wirkt es so, als habe er einfach die Kernaussagen der hier übrigens abgebildeten Original-PowerPoint-Folien der NSA exzerpiert und wiedergegeben, ohne die nötige Transferleistung zu erbringen. Ohne die konsequente Darstellung der grundlegendsten Aufbauten und Funktionsweisen der zentralen Programme ist klar, dass man sich auch keinen Überblick über das von Greenwald mehrfach angesprochene Zusammenwirken zwischen den einzelnen Elementen verschaffen kann.

Die Mängel, die dieses Buch bei der Bewältigung des Kernthemas zweifelsohne hat, kann man dem Autor gleichwohl nicht wirklich anlasten: Er stand hier vor der Herausforderung, als Laie für Laien ein Buch über ein Thema zu schreiben, das hinsichtlich der zu verarbeitenden Quantität der Informationen extrem umfangreich und gleichzeitig hinsichtlich der Qualität der Informationen extrem kompliziert ist - letztlich geht es hier im Kern um Algorithmen und damit um höhere Mathematik.

Zu den gesellschaftlichen Fragen:

Leider gilt auch hier, dass Greenwald allenfalls an der Oberfläche der Fragen kratzt, die diese Enthüllungen zweifelsohne aufgeworfen haben. Die Verknüpfung von Militär und Industrie sind schon seit Eisenhower bekannt, trotzdem hätte ich mich gefreut, gerade in diesem Kontext etwas mehr dazu zu lesen als das abgehangene Klischee der rotierenden Drehtür zwischen den beiden Bereichen. Auch vorsichtige Prognosen, die ja angesichts der aufgedeckten Pläne möglich sein sollten, fehlen weitgehend. Die Auseinandersetzung mit den weitreichenden Implikationen des rasanten technologischen Wandels wäre wahrscheinlich noch viel wichtiger gewesen und fehlt in diesem Buch auf geradezu schmerzhafte Weise...

Was bleibt zu sagen? Eigentlich hätte ich dem Buch eher drei Sterne gegeben - den vierten hat es dann aber doch bekommen, weil Greenwald im ersten Teil, in dem es um die Kontaktaufnahme mit Snowden geht, zeigt, dass er sein Kerngeschäft - Journalismus - doch beherrscht, und weil er im dritten Teil des Buches eine rasiermesserscharfe und hoch präzise, dabei zurecht vernichtende Kritik an der amerikanischen Medienlandschaft anbringt, die bereits für sich den Kauf des Buches rechtfertigt.

Um wirklich in das Thema einzusteigen, muss man wahrscheinlich tiefer in den Kaninchenbau schauen - an handfester Fachliteratur zu Programmierung kommt man wahrscheinlich bald nicht mehr vorbei. Wer dafür Zeit hat, wird sicher ganz schön was zu staunen bekommen... Ich persönlich hoffe darauf, in zehn Jahren Snowdens eigene Erklärung der Dinge in dem unvermeidlichen 2000-Seiten-Wälzer lesen zu können - auch wenn PRISM, XKEYSCORE etc. dann so brandaktuell wie ein c64 sein werden...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Original Enthüllung, 30. Juli 2014
Von 
Oliver Völckers (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Es gibt einige Journalisten, die die Enthüllungen Edward Snowdens wiedergeben. Das ist gut, doch Glenn Greenwald ist der Pionier, der den Mut aufbrachte, selbst mit Snowden zusammen zu arbeiten. Er ist deshalb die Nummer eins unter den Journalisten zu diesem Thema.

Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert. Zunächst berichtet Greenwald, wie er Kontakt zu Edward Snowden bekam und lernte, die offenbarten Geheimdienst-Informationen auszuwerten. Dieser Teil liest sich wie ein Krimi. Dabei wird deutlich, wie Greenwald die etablierten Medien zum Jagen tragen muss – von sich aus schrecken renommierte Zeitungen und Fernsehsender davor zurück, sich mit der US-Regierung anzulegen.

Anschließend erklärt der Autor einige der zahlreichen NSA-Überwachungssystem, wobei einige wichtige Informationen auf Druck der Geheimdienste geschwärzt werden mussten. Auch so sind die Angaben spektakulär und erschreckend, auch wenn man bereits Vieles davon gehört oder gelesen haben mag. Die Kontrolle der Telefone, der E-Mail und sozialen Netzwerke ist umfassend, dabei geht Greenwald nicht einmal besonders auf Flugdaten, Geldtransfers (Kreditkarten-Daten), Gesichtserkennung u.v.m. ein, die noch dazukommen. Einige eher technische Abschnitte mögen für Laien verwirrend sein; wer sich mit Computern auskennt, wird aber gerade daran Interesse haben.

Als Leser fragt man sich: Wozu dient dieser gigantische Apparat? Eine Antwort darauf versucht der Autor in den nachfolgenden Kapiteln zu geben, einschließlich einem Plädoyer für Demokratie, Bürgerrechte und Privatheit.

Glenn Greenwald hat ebenso wie Edward Snowden seine Freiheit dafür riskiert, um der Öffentlichkeit diese Enthüllungen bringen zu können. Im Gegensatz zu anderen Autoren wie etwa des NSA-Komplex ist er keine Kompromisse eingegangen, sondern hat nach Kräften jegliche Überwachung aufgedeckt.

Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der sich mit gesellschaftlichen Fragen der Demokratie auseinandersetzt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der amerikanische Überwachungsstaat, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch „Die globale Überwachung“ oder „No Place to Hide“, wie der englische Titel lautet, toppt jeden Agenten-Thriller und dürfte ein Bestseller werden. Das Ausspäh- und Überwachungssystem, das die USA im Zuge von 9/11 aufgebaut haben, ist total, das heißt, weltumspannend. Es bildet die Grundlage für eine neue Form des Totalitarismus, dem gegenüber sich die früheren totalitären Regime wie Waisenknaben ausnehmen. Nicht nur für die US-Amerikaner, sondern für jeden Menschen auf der Welt gibt es „no place to hide“ mehr.

Glenn Greenwald hat bisher nur einen kleinen Teil der Dokumente veröffentlicht hat, die der NSA-Mitarbeiter Edward Snowden auf seiner Flucht mit genommen hat. Die Veröffentlichungen geben einen Einblick in die Machenschaften der US-Geheimdienste, die jede Vorstellungskraft sprengen. Dabei ist bemerkenswert, dass die US-Regierung eine Politik des doppelten Standards verfolgt. Beklagt die politische Klasse der USA einerseits die Kontrolle des Internets durch China oder lächerliche „petty dictators“, so schöpft sie selber den gesamten Internetverkehr auf der ganzen Welt ab. Die US-Regierung verstößt damit nicht nur in eklatanter Weise gegen die eigene Verfassung, ja sie hat diese durch den „Patriot Act“ quasi außer Kraft gesetzt, sondern auch gegen die Gesetze anderer Staaten wie zum Beispiel in Deutschland. Die Überwachung hat eine neue Dimension erreicht, weil das Internet das „Epizentrum unserer Welt – der Ort, wo sich praktisch das ganze Leben abspielt“, darstelle, so Greenwald. Im Buch kritisiert er massiv die Medien, die sich zu Bütteln der Regierung machen.

In fünf Kapiteln führt der Autor die Leser/innen in eine Welt ein, die selbst George Orwell in seinen kühnsten Träumen nicht antizipiert hätte. Für Greenwald sind die USA bereits ein „Überwachungsstaat“, und seine Medienkollegen sind nur noch „Marionetten“ in diesem Gruselkabinett. Sie nehmen nicht ihre Rolle als vierte Gewalt wahr, sondern erledigen die „Drecksarbeit“ für die Regierung. Sie greifen den Informant Edward Snowden an, besudeln ihn, und lassen die wahren Kriminellen in Washington wie Gentlemen dastehen. Übrigens: Die deutsche Ausgabe verzichtet auf den korrekteren Untertitel vom „US-Überwachungsstaat“ und begnügt sich nur mit den „Folgen“ der Geheimdienstaffäre.

Die Totalüberwachung der NSA macht auch vor so genannten Freunden nicht halt. Edward Snowdens Veröffentlichungen der kriminellen Machenschaften der NSA hat die politische Klasse in den USA vor aller Welt blamiert. Folglich verfolgt sie ihm mit einer Inbrunst, die ihresgleichen sucht. Er soll wegen Spionage angeklagt werden, was ihm lebenslänglich einbringen würde. Seine Veröffentlichungen waren der größte Deinst an der Menschheit. Er verdient Asyl in einem demokratischen Staat wie Deutschland.

Die Bundesregierung hat bisher in der so genannten Snowden-Affäre keine gute Figur gemacht. Die Tricksereien seitens der Regierungsparteien im NSA-Untersuchungsausschuss um eine Einvernahme Snowdens in Berlin sind ebenso beschämend. Solange sich die Bundesregierung nicht von den USA emanzipiert und Souveränität demonstriert und Snowden in Deutschland Asyl gewährt, sollte er bleiben, wo er ist.

Ein überaus spannendes und fesselndes Buch.

Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.
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