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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wenn auf dem Grab jedes Ermordeten eine Kerze brennen würde, wären Friedhöfe nachts hell erleuchtet"
Kindesmisshandlung, ein Thema, das in Deutschland nach wie vor ein Tabu-Thema ist. "Mir hat das auch nicht geschadet", eine häufige Aussage von heutigen Erwachsenen, die selbst Gewalt in ihrer Kindheit erlebt haben, doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Laut offizieller Polizeistatistik sterben in Deutschland jede Woche drei Kinder durch Misshandlung,...
Vor 11 Monaten von Kerry veröffentlicht

versus
53 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtiges Thema. Schrecklich geschrieben.
Vorweg: ich bin Familienrichter und, wie ich hoffe, einer von denen, die Herr Tsokos und Frau Guddat für eine absolute Ausnahme halten: ich kann bestätigen, was für entsetzliche Misshandlungen gerade durch Eltern und Stiefeltern gang und gäbe sind, und es schaudert mich immer noch, wenn ich Fotos von Säuglingen mit Bissverletzungen,...
Vor 15 Monaten von Joschua veröffentlicht


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5.0 von 5 Sternen Überfällig und wichtig!, 28. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Ich finde es gut und wichtig, dass sich wenigstens mal ein paar Gerichtsmediziner mit dem Thema Kindesmisshandlung auseinandersetzen - wenn es sonst schon keiner tut. Denn leider hat sich in Deutschland beim Umgang mit Kindesmisshandlung ein System des Vertuschens, Verharmlosens und Wegschauens etabliert, bei dem es nicht allein um den Schutz der Täter, sondern insbesondere auch um die finanziellen Interessen des Staates geht: Opfer von Kindesmisshandlung haben, sofern sie physische oder psychische Schäden davongetragen haben, zumindest theoretisch Anspruch auf (u.U. recht üppige) Entschädigungsleistungen. Vertuscht, leugnet oder verharmlost das Jugendamt allerdings die Kindesmisshandlung, was ja fast der Normalfall ist, so fehlen dem Opfer später wichtige Beweise, um diese finanziellen Ansprüche gegenüber dem Staat geltend zu machen. Die raffinierte Logik der Ämter: "Wenn das Jugendamt keine Kindesmisshandlung festgestellt hat, dann wird es wohl auch keine gegeben haben - also keine Entschädigungsleistung."
Die Lektüre selbst fand ich, obwohl ich aufgrund meiner Tätigkeit im sozialen Bereich eigentlich allerlei gewöhnt bin, sehr belastend. Ich konnte das Buch nur in kleineren Dosen zu mir nehmen. Erfreulich, bei Gerichtsmedizinern allerdings auch erwartbar, ist das vollständige Fehlen von Betroffenheitsgelaber und sentimentalem Schmalz.
Ich finde, dass dieses Buch gar nicht genug Aufmerksamkeit und Lob bekommen kann. Dass es viel bewirkt, glaube ich indes nicht. Denn solange der Staat finanziell von der Vertuschung von Kindesmisshandlung profitiert, wird sich an der aktuellen Misere nichts ändern.
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5.0 von 5 Sternen Berührende Fakten ...., 22. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Ein berührendes Thema sachlich aufbereitet....für mich der ideale Weg um mit dem sehr
emotionalen Inhalt nicht in die Unterhaltung der "Grenzvoyeuristen" abzugleiten.
Ich habe es an einem Nachmittag durchgelesen, bin berührt und achtsamer geworden.

Was sich in deutschen Kinderzimmern abspielt ...vielleicht streift dies Buch auch nur
die Spitze des Eisberges? Kinder aufzuziehen kostet Kraft, Energie, Freiheit und Nerven.
Bereits auf der Entbindungsstation wird geleugnet. Eltern haben gefälligst glücklich zu sein und alles zu tun
damit das Kind es ebenso ist. (???) Wer aber fängt die sozial "unauffälligen" Eltern auf wenn die
Nerven blank liegen? Somit folge ich dem jetzigen Tenor der Gesetzgeber "Alle Hilfe und Unterstützung" den Eltern.

Gleichwohl hinterfragt dieses Buch ob der jetzige Ansatz ausreicht. Nein.
Stärkung der Fachkompetenzen der Ärzte, Sozialarbeiter und Erzieher müssten im Focus der Gesetzgebung stehen.
Pflichtweiterbildungen, Supervisionen, Entbindung von der Schweigepflicht, Netzwerke ... das würde
sicherlich in einigen Fällen mehr zu einer sofortigen Hilfe für die bemitleidenswerten Kinder führen.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit bitte Herr Tsokos und Frau Gudat - "sie" sind erst vor den Kopf gestoßen und
so laut, dass sie noch nicht hören was Sie sagen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt weiterempfehlen, 29. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Diese Buch sollte jeder lesen und zum Nachdenken und Umdenken und Aufklären und zum Gesetzesänderungen beitragen das es wirklich zum Wohle der Kinder kommen kann und nicht mehr zum Wohle der Eltern
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buch, 17. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
dieses buch ist lesenswert,da sieht man erst mal,was so hinter den türen geschieht.es ist eshr traurig,das man sich an kleinen kindern so vergreifen kann.einfach nur super geschrieben und weiter zu empfehlen..
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, 12. Februar 2014
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Das Autorenpaar, das aus der Rechtsmedizin kommt, rüttelt an einem Tabuthema, das von vielen verschwiegen wird. Man hat gar manchmal den Eindruck, als ob hier völlig übertrieben wird. Doch die Fallbeispiele aus dem Alltag der beiden Ärzte, gibt Ihnen recht, ihre Mission: Kindern ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung zu ermöglichen. Ihr Appell richtet sich an Familienrichter, Staatsanwälte, Kinder- und Klinik-Ärzte, Jugendämter, Familiengerichte, Familienhelfer, Gesetzgeber, Kinder- und Jugendschutz, Ermittlungsbehörden, Sozialarbeiter und: Uns! Wir die wir Nachbarn sind, Menschen die beobachten und wahrnehmen. Doch die Bilanz ist erschütternd: Es wird weggeschaut, verschwiegen, verharmlost, verleugnet, schöngeredet. Die Täter sind meist die Eltern, die Verlierer die Kinder! Das Tragische daran ist, dass sich kleine Kinder noch nicht genügend ausdrücken und wehren können. Noch tragischer ist, wenn etwa Betreuungs-und Kontrollpersonen von Jugendämtern etwa sich linken lassen oder noch schlimmer, einfach wegsehen. Offensichtlich gesteht sich unsere Gesellschaft nicht ein, dass viele Eltern - aus welchen Gründen auch immer - sich überfordert fühlen, und fähig sind, ihre Kinder zu verletzen, manchmal mit verheerenden Folgen. Spätestens nach dieser Lektüre wird klar: Unser System hält dem nicht stand, was Kinder über sich ergehen lassen. Das erste aufrüttelnde Statement des Autorenpaars: "Sie glauben nicht an Serientäter? Wir Rechtsmediziner schon!" Man bekommt Gänsehaut, wenn man diese Lektüre liest. Der Rechtsmediziner steht am Ender der Kette und kommt dann auf den Platz, wenn es im Grunde schon zu spät ist. Eine Lektüre, die auch auf die Politik zielt, in der Hoffnung, dass sich da etwas von ganz oben verändern muss, um diesen Schwachpunkt in unserer Gesellschaft konsequent anzugehen. Das ist eine Thematik, die nicht nur in Deutschland ein Thema ist (auch wenn mit anderen Ländern verglichen wird) und nur im gemeinsamen Angehen, auf eben verschiedenen Ebenen eine Chance hat, zum Wohle unserer Kinder, eine wirkliche Veränderung einzuläuten.

Die Fallbeispiele der beiden Autoren machen betroffen und sollen das auch. Man hält den Atem an, wenn die beiden so manche Wahrheit aufzeigt. Wir erfahren davon, wie Überforderungssituationen Eltern, Stiefeltern zu Gewaltsituationen bereit sind, weil sie beispielsweise ein "Schreikind" zu hause haben. Im Zentrum steht das Schütteltrauma, wo Kinder bis zur Apathie geschüttelt werden (Shaken Baby Syndrome). Das eigene Unvermögen angesichts einer geforderten Situation ist es fast immer, die Aufsichtspersonen entweder gewalttätig werden lassen, oder ihre Aufsichtspflicht vernachlässigen. (Wenn etwa eine Kindergärtnerin ihre Kinder für 30 min. (!) alleine lässt, und danach ein Kind im Gesicht völlig verbissen ist.) Es gibt zwar einzelne Beispiele, so so mancher Rechtsmediziner aufatmet, etwa wenn sich eine Mütze blau abgefärbt hat und er realisiert, das ist keine Verletzung. Doch die weitreichende Bilanz ist erschütternd, besonders dann, wenn Kinder an der erfahrenden Gewalteinwirkung sterben. Tsokos und Guddat zeigen die Schwachstellen auf, warum unser System im Grunde kläglich versagt. Noch erschütternder ist jedoch die Ignoranz die hier in aller Deutlichkeit angesprochen wird! Nicht die der Eltern, sondern von denen, die nach der Gewalttat, sich mit der Familie und dem Kind konfrontiert sehen. Kinder werden geschüttelt, verbrannt, verbrüht, vernachlässigt - das ist die traurigmachende Bilanz dieses Buches, und das Schlimme daran ist, dass man förmlich spürt, dass diese beiden recht haben! Wer kennt nicht die Erfahrung, etwa bei Nachbarn mitzukriegen, dass er seine Kinder schlägt? Ich kenne diese Erfahrung. Doch die Tragik hat kein Ende: Denn oftmals werden Eltern, aus mangels an Beweisen, freigesprochen, das Kind wird ihnen weiterhin anvertraut, das Drama kann weitergehen - ohne wirklichen Schutz für Kinder, die sich der Gefahr einer Gewalteinwirkung nicht entziehen können. In bezeichnenden Beispielen, spielen Eltern immer einen Unfall vor, der im Grunde gar keiner war. Hier wird gelogen, bis sich die Balken biegen. Eine Botschaft mit Aufforderungscharakter, die uns alle angeht, vom Nachbarn, über den Arzt, bis zum Richter. Es kann nicht sein, dass Kinder weiterhin misshandelt werden, ohne das WIR unsere Verantwortung übernehmen, egal an welchem Glied der Kette wir sind.

Man wird ohnmächtig, wenn klar erwiesen ist, dass Eltern hier zu weit gegangen wird und Kinder in ihre Hände zurück gegeben werden. Eltern werden Täter - ohne dafür bestraft zu werden, das ist der weitreichende Tenor unserer heutigen Zeit. Auch wenn wir hier die Hintergründe, so manches Elternteils erfahren, gibt diese Situationen noch lange keine Rechtfertigung. Ein Buch das einen Blick wirft auf: Das Unvermögen junger Eltern, die Inkompetenz von Mitarbeitern der Jugendämter, von Ärzten die sich eingestehen können, dass hier eine Misshandlung vorliegt bis dahin dass Richter den Tatbestand zurückweisen, weil sie nicht glauben können, dass Eltern ihre Kinder ja bis zum Tod verletzen können. Dieses Buch ist ein Wachrüttler, der sich an verschiedene Personengruppen richtet. Doch bietet dieses Buch auch nachvollziehbare Lösungsansätze: Etwa der Weiterbildung von Ärzten, die von der Rechtsmedizin über Misshandlungen geschult werden. Oder etwa der Anpassung von Kitas und Krippen nach skandinavischem Standart, umso eine grössere Entlastung für Mütter und Väter zu gewährleisten. Auch das Alter von adoptionswillingen Paaren anzuheben, oder der Leichenschaupflicht bei verstorbenen Kindern. Die Einrichtung von Kinderschutzambulanzen und eine grundlegende Aufklärung die an Richter, Staatsanwälte gehen muss! Auch die Abschaffung von wirkungslosen Helfern ist ein Thema, denn diese Leute nutzen niemandem etwas. Was nutzt ein angemeldeter Besuch einer Helferin des Kinderschutzes, wenn alles dort beim Besuch gefakt ist, und die beauftragte Person nichts merkt oder noch schlimmer wegsieht! Die Trennung von Misshandeln und ihren Kindern ist unabdingbar genausowichtig, als auch die Überprüfung von Menschen, die Misshandler besuchen (Controlling). Die ärztliche Reaktionspflicht ist hierbei von immenser Wichtigkeit und zuletzt sind wir Leser gefordert, denn: "Eingreifen und nicht wegschauen", ist die Devise, für die es keine Ausflüchte oder Ausreden mehr geben darf! Klar: Dieses Buch ist eine aufrüttelnde Kampfansage, für ein gesellschaftliches System, das im Punkto Kindesmisshandlung, bis dato ein einem Dauerversagen im Begriff ist. Höchste Zeit, etwas zu ändern. Man kann die beiden Autoren zu diesem mutigen Schritt nur gratulieren und hoffen, dass sie möglichst viel dadurch erreichen, unseren Kindern sind wir es schuldig, so oder so. Kinder erleben täglich Gewalt, die Frage ist: Ob wir hinsehen wollen oder nicht.

Michael Tsokos und Saskia Guddat waren am 5. Februar bei Markus Lanz, die Sendung kann als Video abgerufen werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 13. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr erschreckendes Buch, man fühlt Schmerz und Traurigkeit beim lesen. Ein Buch zum nachdenken und erstaunen über die schrecklichen Erlebnisse der vielen Kinder . Sehr zu empfehlen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend informativ, 26. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Tsokos und Guddat schreiben aus der rechtsmedizinischen Praxis, die schockierender kaum sein könnte. Unvorstellbar, wie viele Kinder einen Alltag voller Schmerzen und Gewalt durch die eigenen Eltern erleiden müssen. Und noch unvorstellbarer, wie viele Menschen absichtlich wegsehen. Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der mit Kindern zu tun hat, ob privat oder professionell.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konnte nicht Glauben das es das noch gibt, 20. Dezember 2014
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Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr erschreckendes Buch. Ich konnte gar nicht glauben, das es in Deutschland noch vorkommt. Ich werde meine Augen jetzt offen halten ....
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hinschauen!!!, 26. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Das Buch behandelt eine wichtige, oft todgeschwiegene oder verleugnete Thematik. Viele Menschen schrecken vor den Schilderungen von misshandelten Kindern zurück oder können und wollen nicht wahrhaben, was tagtäglich passiert. Das betonen die Autoren immer wieder in ihrem Buch. Durch die Kapitel hinweg, machen sie wiederholt darauf aufmerksam, dass Misshandlungen in jeder gesellschaftlichen Schicht - jedoch vorwiegend in den unteren Bildungsschichten - auftritt. Es werden eine Reihe von Misshandlungsbeispielen aufgeführt. Daneben werden typische Merkmale von misshandelten Kindern (besondere Zugewandtheit) und auch typische Merkmale von Eltern, die ihre Kinder misshandeln (jung, arbeitslos,...) aufgezählt. Neben diesen, oft mit Belegen zitierten Zahlen und Daten, fällt negativ auf, dass die Autoren in Klischees verfallen, indem sie ein Kapitel "Generation Kevin" nennen oder den tattowierten Muskelprotz als Schläger darstellen. Sicherlich gibt es viele Fälle, in denen genau diese Bilder zutreffen, trotzdem schadet es dem Sinn des Buches; aufzurütteln. Das Aufrütteln geschieht aber nicht durch Vorurteile, sondern - wie auch mehrfach im Buch genannt - dem Erkennen von Missständen im Umfeld und darin, Zivilcourage zu beweisen und sich einzumischen, wenn man einen Verdacht hat. Ähnlich verhält es sich mit dem wiederholten Verriss von Mitarbeitern des Jugendamtes, die in nahezu allen Fällen, die die Autoren nennen, versagt hätten und entweder als zu unerfahren oder, wenn erfahren, dann als zu demotiviert, erklärt werden. Natürlich gibt es eine Reihe von Mitarbeitern, die unter den Arbeitsbedingungen (viel Arbeit, wenig Lohn, Druck von ihren Vorgesetzten) resignieren und still hoffen, dass es in den Familien schon gut gehen würde. Die Autoren tun nur vielen engagierten Mitarbeitern unrecht und erwähnen es in keinem Wort. Richtig ist selbstverständlich, dass das System in vielen Fällen versagt und nur auf Gewinn aus ist. Dieser Part ist vielen Menschen gänzlich unbekannt, die in keinem Zusammenhang mit dem Jugendämtern stehen. Aus diesem Grund, finde ich es wichtig, dass die Autoren die finanzielle Abhängigkeit anprangern. Denn daraus resultiert die Resignation und oft auch Stagnation bei Fällen von misshandelten Kindern.
Meiner Meinung nach, ist dieses Buch sehr gut verständlich geschrieben und durch die Beispiele wird dem Leser immer wieder klar, wie viele Kinder allein in Deutschland Opfer von Misshandlungen werden - und das durch ihre eigenen Eltern. Der Hinweis auf rechtsmedizinische Informationsveranstaltungen, bei denen typische Verhaltensweisen und Verletzungen nach Misshandlungen, thematisiert werden, wird leider nur kurz angesprochen und nicht wieder aufgegriffen. Im Internet finden sich keine Infoveranstaltungen, es sei denn, sie sind für Ärzte bestimmt. Dort hätten die Autoren sicher noch einige Hinweise geben können.
Insgesamt haben die Autoren die Problematik sehr deutlich auf den Punkt gebracht und bieten auch konkrete Vorschläge zur Umsetzung und gesetzlichen Verankerung an.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Deutschland misshandelt seine Kinder" von Michael Tsokos u.Saskia Guddat, 17. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutschland misshandelt seine Kinder (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beruht auf - erschütternden - Fakten, ist von kompetenten Autoren geschrieben, öffnet uns die Augen zu größerer Aufmerksamkeit und gibt zugleich Hinweise für das Verhalten im Falle eines Verdachts und Anregungen für eine Verbesserung der Gesetze, damit die Gefahren zur Kindesmisshandlung verringert werden.Ein überzeugendes Plädoyer für die Kinder!
Unbedingt lesenswert!
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Deutschland misshandelt seine Kinder
Deutschland misshandelt seine Kinder von Saskia Guddat (Gebundene Ausgabe - 3. Februar 2014)
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