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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Ariely-Neulinge fällt sein Recycling früherer Bücher nicht ins Gewicht, 9. November 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge: Wie wir andere täuschen - und uns selbst am meisten (Gebundene Ausgabe)
Dan Ariely lebt und arbeitet zwar seit einigen Jahren in den Vereinigten Staaten, machte aber seine wichtigsten persönlichen Erfahrungen in Israel. Denn während eines langen Spitalaufenthalts nach einem schweren Unfall vertrieb er sich die Zeit mit dem Beobachten menschlicher Verhaltensweisen. Und inzwischen gehört Dan Ariely zu den weltweit führenden Verhaltensökonomen. Mehr über die biographischen Einflüsse auf seinen beruflichen Werdegang gibt er in seinem ersten Buch „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“ bekannt. Dass er darüber im vorliegenden Werk nur noch berichtet, wenn es zu einem der behandelten Themen passt, finde ich gut. Zumal meine einzige Kritik darin besteht, bereits beschriebene Experimente erneut in ein Buch aufzunehmen. Aber immerhin drückte er beim Formulieren nicht einfach die Copy-Paste-Tasten.

Die Bücher von Dan Ariely mag ich, weil er wie der berühmte Abraham Harold Maslow zu den Verhaltensforschern zählt, die bei der Konzeption und beim Setting ihrer Experimente eine faszinierende Kreativität an den Tag legen. Wer also noch nie ein Buch von Dan Ariely gelesen hat und sich für experimentelle Verhaltensökonomik interessiert, wird mit Sicherheit auf Beispiele stoßen, die er noch nicht kannte und die oft mit seinem eigenen Leben zu tun haben. Die Beschreibungen dieser Experimente sind ebenso unterhaltsam wie lehrreich. Denn wie Dan Ariely vom Beobachten einer Alltagszene zu einer These kommt, die er mittels geeigneter Experimente belegen will, faszinierte mich bereits in seinen ersten beiden Werken.

Bei seiner wissenschaftlichen Arbeit geht Dan Ariely immer davon aus, dass sich Menschen mehrheitlich eher unvernünftig als rational verhalten. Daher stellt er das Simple Model of Rational Crime-Modell gleich zu Beginn dieses Buches auf den Prüfstand. Es geht also diesmal primär um die Frage, warum, wie und wen Menschen betrügen. Und weil Dan Ariely davon ausgeht, dass Selbsttäuschungen zu den häufigsten Lügen gehören, sollten sein Buch auch alle lesen, die mit ihrem moralischen Zeigefinger gerne auf andere weisen.
Obwohl es mich reizte, den Inhalt anhand von Betrügereien und dazugehörenden Selbstrechtfertigungen auf dieser Plattform zusammenzufassen, gebe ich dieser Versuchung nicht nach. Denn wie in Dan Arielys Buch ebenso nachzulesen ist, gehört zur Legitimation betrügerischer Verhaltensweisen auch der dumme Reflex, die Überbringer einer schlechten Nachricht und somit die Beobachter heftig und oft unter der Gürtellinie anzugreifen.

Wenn ich außer der Wiederverwertung alter Beispiele noch etwas an Dan Arielys neustem Buch bemängeln müsste, dann ist es seine geringe Begabung oder Weigerung, verstreutes Wissen und nützliche Ratschläge in wenigen Worten zusammenzufassen. Zwar findet sich auf Seite 284 eine Grafik die Dan Ariely als die Summe seiner Überlegungen sieht, die aber erstaunlich unvollständig ist. Um das Interesse an seinem Buch zu wecken, möchte ich aus dieser Zusammenstellung einige Aspekte herausgreifen.

Die Unehrlichkeit vermindern könnten: Beaufsichtigung, moralische Gedächtnisstützen, Unterschriften, öffentliche Gelöbnisse, schmerzliche Erfahrungen mit Betrug und geeignete Rituale. Zu den Punkten, die Unehrlichkeit vergrößern, gehören: Betrügerisches Umfeld, Anonymität, Interessekonflikte, Rationalisierungen, Kreativität, Erschöpfung, Profit anderer an unserer Unehrlichkeit und Gelegenheiten, in denen wir andere bei betrügerischem Verhalten beobachten können. Geld und die Angst, beim Schummeln und Lügen erwischt zu werden, spielen eine geringere Rolle, als viele vielleicht denken.

Mein Fazit: Flunkern, Tricksen und Lügen ist menschlich und kann ansteckend sein. Aber wer von dieser Krankheit allzu stark befallen ist, muss damit rechnen, auch körperlich krank zu werden. Dan Ariely ist ein Meister des Beobachtens und im Designen empirisch aussagekräftiger Experimente. Ihm bei der Arbeit zuzusehen, macht nicht nur Spaß, sondern könnte auch zu Verhaltensänderungen führen, die der eigenen Psyche gut tun. Denn darin sind sich so ziemlich alle Mediziner einig, je weiter tatsächliches Handeln und Selbstbild auseinanderklaffen, desto grösser die Gefahr, den inneren Frieden und damit das eigene Gleichgewicht zu verlieren. Völlig neu ist die Sichtweise von Dan Ariely nicht. Dafür wartet er mit neuen Beispielen auf.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die soziale Ansteckung, 19. Oktober 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge: Wie wir andere täuschen - und uns selbst am meisten (Gebundene Ausgabe)
Wie werden aus sonst braven Bürgern manchmal kleine Versicherungsbetrüger oder Steuerhinterzieher, fragt sich Dan Ariely in seinem Buch. Das Lösungswort heisst: "Soziale Ansteckung".

Allein wären die meisten wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, die Versicherung oder das Finanzamt um manchmal bloß zweistellige Euro-Beträge zu betrügen. Aber man bekommt natürlich mit, dass es der Nachbar oder der Schwager auch machen. Und dann gibt es ja noch die ganz großen Betrüger, von denen man in der Tagesschau hört, die Zumwinkels dieser Welt. Das alles senkt die Hemmschwelle. Motto: "Warum soll ich der einzige ehrliche Dumme sein?" Gründe, um die Schummelei vor sich selbst zu rechtfertigen, finden sich immer, etwa: "Was machen die paar Euro schon für einen weltweiten Versicherungskonzern" oder "Wenn ich es dem Kunden nicht andrehe, macht es die Konkurrenz."

Zum Glück funktioniert die Soziale Ansteckung auch in die andere Richtung, hat der Autor herausgefunden. Wenn sich nämlich die Erkenntnis durchsetzt, dass der erschwindelte Gewinn das Risiko nicht rechtfertigt, erwischt zu werden. Und dann immer mehr (zwangsweise) ihre Ehrlichkeit wiederentdecken. Bestes Beispiel ist hier die sprunghafte Zunahme von Selbstanzeigen aufgrund von CD`s, auf denen andere Dinge als Musik gespeichert sind... Das Buch zeigt also, es gibt noch Hoffnung - die Menschen werden vielleicht nicht schlechter - aber wohl doch anpassungsfähiger!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr informativ, 7. Januar 2013
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge: Wie wir andere täuschen - und uns selbst am meisten (Gebundene Ausgabe)
Wie bereits das andere Buch von Herrn Ariely ("Denken hilft zwar, nützt aber nichts") ist auch dieses Buch sehr unterhaltsam geschrieben, vor allem aber aufschlussreich, was das menschliche Verhalten angeht. Natürlich gibt es einige Dinge, die man auch aus seinem früheren Werk kennt, aber das Lesen lohnt sich trotzdem :)
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Die halbe Wahrheit ist die beste Lüge: Wie wir andere täuschen - und uns selbst am meisten
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