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Die Obamas: Ein öffentliches Leben
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Januar 2012
Eines vorab, ich bin bekennender Obama-Fan. In der Wahlnacht 2008 blieb ich bis früh morgens vorm Fernseher sitzen und verfolgte die Stimmenauszählung der einzelnen Bundesstaaten. Als das Ergebnis feststand, hatte ich das Gefühl, einen historischen Moment miterlebt zu haben. Auch 2012 werde ich wieder vor der Glotze sitzen und gebannt den Ereignissen folgen.

Das Buch "Die Obamas: Ein öffentliches Leben" wurde von einer "echten Insiderin" geschrieben. (wenn es denn so etwas in Washington wirklich gibt...) Sie ist Reporterin der New York Times und berichtete jahrelang über die Obamas, bevor sie sich entschied, dieses Buch zu schreiben. Als eine der wenigen Reporter erhielt sie exklusiven Zugang zu beiden.

Das Buch besteht aus drei Teilen.

1. Teil: Ankunft. Hier beschreibt die Autoren den gemeinsamen Weg der Obamas vom Zeitpunkt des "sich kennenlernens" bis ins Weiße Haus. Wir erfahren, das Michele Obama sich anfangs schwer tat, sofort mit den Kindern von Chicago nach Washington zu ziehen und das der Plan, nachdem Obama Präsident wurde, mehrere Wochenenden in der "alten Heimat" Chicago zu verbringen, in einer Katastrophe endete. Die Autoren gewährt seltsam intime Einblicke in das Eheleben der beiden. Vor allem aber in das Leben der First Lady und ihrem Versuch, sich in der Rolle eben dieser First Lady zurechtzufinden und ihren Weg zu gehen.

2. Teil: Im zweiten Teil des Buches wird beschrieben, in welche Machtkämpfe Michele Obama verstrickt wurde und wie sie damit umging. Die Frau ist wirklich stark. Irgendwie versuchen alle Berater des Präsidenten, die Nr. 1 zu sein oder zu werden. Alle wollen sie von ihm gehört werden, und in dem Versuch, dies zu erreichen, versuchen sie sogar, die First Lady auszuschließen. Aber sogar der erste Stabschef des Präsidenten (Rahm Emanuel) scheiterte an ihr.

3. Teil: Wandel. Hier wird u.a. beschrieben, wie sich Michele Obama endlich selbst gefunden hat und endgültig zum unumstrittenen Top-Berater ihres Mannes wurde.

Ich möchte hier nicht zuviel vom Inhalt des Buches ausplaudern. Es ist sehr gut geschrieben und gibt einen wirklich guten Einblick in das Innenleben des Weißen Hauses und dessen Bewohner bzw. Mitarbeiter.

Und es kommt zu einem Zeitpunkt, da in den USA der Präsidentschaftswahlkampf 2012 beginnt. Ganz sicher kein Zufall.

Ich kann diese Buch sehr empfehlen. Und zwar beiden Seiten: Denen, die ihn mögen, und denen, die ihn nicht mögen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Seiner persönlichen Lebensgeschichte wird wohl jeder Leser entnehmen können, dass sich Reden und Handeln nicht immer in Einklang bringen lassen. Aber das Publikum erwartet von Prominenten zumindest, dass sich die Misstöne in Grenzen halten. Und weil wir ohne Ideale nicht leben können, projizieren wir unsere Hoffnungen gerne auf Helden und Vorbilder. Oder auf einen amerikanischen Präsidenten, der möglichst viel versprechen musste, um mit seiner Familie ins Weiße Haus einziehen zu können.

Politische Ämter, die Lektüre zahlreicher Biografien und etliche Lebensjahre haben mich von der Illusion befreit, die Mächtigen dieser Welt seien die besseren Menschen. Daher las ich dieses Buch auch nicht mit dieser Erwartung. Viel mehr interessierte mich, wie es eine Familie schafft, einen solch großen Rollenwechsel zu meistern. Und natürlich war ich wie die meisten Leser solcher Publikationen gespannt, was mir die Autorin über das Zentrum der Macht zu erzählen hat. Zumal Jodi Kantor zu den Journalistinnen gehört, die über ein gutes Netzwerk verfügt und seit Jahren über die Obamas berichtet.

Von den kommerziellen Interessen mal abgesehen wurde mir beim Lesen nicht klar, welche Gründe die amerikanische Journalistin dazu veranlassten, tagelang zu recherchieren und das gefundene Material in Buchform zu ordnen. Sollte sie mit ihrer Arbeit Barack Obama zur Wiederwahl verhelfen wollen, ist ihr Unternehmen nicht ganz geglückt. Denn Wähler mögen weder Unsicherheiten noch Widersprüche. Daher kommen solche "Enthüllungen" in der Regel auch geschliffen daher und enthüllen letztlich gar nichts. Was dem Präsidenten also eventuell schaden wird, ist für den Leser ein Gewinn. Und das rechtfertigt meine vier Sterne. Denn Jodi Kantor weihte mich tatsächlich in Dinge und Vorkommnisse ein, die ich der Tagespresse nicht entnehmen kann.

Etwas bemühend fand ich, dass mir Jodi Kantor die Aufgabe überlässt, aus unzähligen Episoden und dem ganzen Tratsch Verhaltensmuster herauszufiltern, was für die beschriebenen Personen typisch ist. Ganz offensichtlich will sich die Autorin nicht allzu weit auf die Äste hinauswagen. Aber das hätte sie gar nicht müssen, wenn ihr Buch auf einem Konzept beruhen würde, das konsequenter zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen unterschieden hätte.

Mein Fazit: Da ich nicht erwartete, die Autorin würde mir die Geheimnisse der Obamas, der Macht und der politischen Feinarbeit enthüllen, war ich vom bunten Gemisch aus Banalitäten und Einsichten nicht enttäuscht. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn mir Jodi Kantor einen roten Faden bereitgelegt hätte, der mir die Orientierung im Weißen Haus und in den verschiedenen Seelenlandschaften erleichtert. Auch der Bildteil hätte etwas umfangreicher ausfallen können. Zu den Qualitäten dieses Buches gehört jedoch, dass die Autorin nicht jeden Widerspruch auflöst und dem kommenden Wahlkampf zuliebe jede Unebenheit glättet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 100 REZENSENTam 30. Januar 2012
Vorab: Ob dieses Buch als Kampagnenauftakt zur nächsten Präsidentschaftswahl geeignet ist, wage ich zu bezweifeln. Aber dazu weiter unten mehr.

Was macht eine pfiffige amerikanische Journalistin, die seit 2007 als Washington Korrespondentin der New York Times arbeitet, wenn der nächste Wahlkampf naht? Sie schreibt ein Buch über den derzeitigen Amtsinhaber. Ein Schwerpunkt ist dabei die Rolle der First Lady. Die Schwierigkeiten eines Lebens im Weißen Haus. Die Einschränkungen, die damit verbunden sind. Politische Vorhaben werden nur oberflächlich und nebenbei erwähnt. Für deutsche Leser womöglich unzureichend erklärt. Und leider gibt es in diesem Buch auch jede Menge Klatsch und Tratsch. Wer mit wem warum nicht so recht konnte oder wollte. Wer warum die Contenance verlor. Wer in Ungnade fiel, etc.

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Die First Lady:

Michelle Obamas Eingewöhnung in das neue Leben ging nicht reibungslos von statten. Zum Einen, weil die Rolle der First Lady nicht genau definiert ist und Michelle Obama sich zunächst gegen das traditionelle Verständnis dieser Rolle auflehnte, welches die Inhaberin in die Schranken der Höflichkeit verweist. Zum anderen, weil es sich bei ihr um eine perfektionistisch planende, zielorientierte Person mit ganz eigener Meinung handelt, die allzu oft im Widerspruch zu den Beratern ihres Mannes stand. Deren Bedenken zur Umgestaltung der Privaträume. Eine Privatreise im Anschluss an eine offizielle Reise? Die First Lady auf dem Cover der Vogue? Das Leben im Weißen Haus: Eine permanente Gradwanderung, um ja nichts falsch zu machen, um ja keine Angriffsfläche zu bieten. Die Differenzen zwischen OSTFLÜGEL (Familienwohnung) und WESTFLÜGEL (Regierung) waren geprägt von Kommunikationsproblemen, weil die Betroffenen nicht direkt miteinander sprachen, sondern die Nachrichten über Mitarbeiter weitergaben. Allzu oft fühlte sich die Erste Dame gemaßregelt und nicht ernst genommen. Aber auch sie wählte die indirekte Methode zur Kommunikation! Dies sollte sich erst ändern, als im Westflügel Mitarbeiter ausgetauscht wurden. Allerdings kann man sich hier an dieser Stelle durchaus fragen ob eine First Lady so in die Regierungsarbeit einbezogen werden muss, dass sie zB an den morgendlichen Sitzungen teilnimmt. Sicher hat es dem Ego von Michelle Obama geschmeichelt. ABER! Sie war und ist keine gewählte Repräsentantin ihres Landes. Des Weiteren litten die Mitarbeiter (insbesondere die des Präsidenten) allzu oft, weil das Ehepaar selber sich nicht abstimmte! Als Sündenbock mussten dann die Angestellten herhalten, die zwischen die Fronten gerieten. Jodi Kantor benennt hier ganz klar die Versäumnisse der Obamas (220).

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Der Präsident:

Er lässt sich nicht in die Karten schauen. Holt verschiedene Meinungen ein, hört zu, entscheidet dann oftmals alleine in seinem Arbeitszimmer im Ostflügel und nicht im Oval Office.

Er ist geduldig, loyal zu seinen Mitarbeitern.

Aber: er hat anscheinend auch Schwierigkeiten klare Leitlinien vorzugeben (siehe zB 189 Wirtschaftspolitik). Lässt lieber seine Berater/Mitarbeiter Themen falls nötig "ewig" diskutieren.

Macht Zugeständnisse, beteiligt sich am Washingtoner Klüngel, um Stimmen für seine Projekte zu erhalten. Also ganz das Gegenteil von dem, was er im Wahlkampf versprochen hat.

Vor allem aber hat er Schwierigkeiten die Erfolge seiner Politik den amerikanischen Bürgern zu erklären (zB Steuersenkungen, die von weniger als 10% der Befragten als Steuersenkung erkannt wurden! 191) Was nützt ein Erfolg, wenn niemand ihn versteht? Und wie reagierte der Präsident auf Befragungsergebnisse zur Steuersenkung: er zuckt die Achseln. Ein anderes Beispiel ist seine Gesundheitsreform, wo er den Stimmungsumschwung in der Bevölkerung nicht mitbekommen hat (143). Die Autorin sagt es klar und deutlich: er hat es versäumt sein Volk mitzunehmen (144).

Die Distanz wird auch erkennbar, wenn Jodi Kantor beschreibt welche Freundschaften das Ehepaar pflegte. Dass Mitarbeiter, selbst Kabinettsmitglieder oder andere Figuren des politischen Lebens, so gut wie nie in die Privaträume eingeladen wurden. Erst als Obama die Abstimmung zur Gesundheitsreform gewann wurde erstmalig im Ostflügel gefeiert.

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Zum Aufbau/Schreibstil:

WIDERSPRÜCHE - Einerseits so heißt es, wollte Michelle Obama keine First Lady sein, die sich in die Angelegenheiten des Westflügels einmischt (95f). Andererseits liest man immer wieder wie sehr sie die dortige Arbeitsweise gestört hat, was sie falsch fand, wo sie sich nicht eingebunden fand. Wie sie manchmal deswegen sehr leidenschaftlich wurde (96), sogar wütend (212).

WIEDERHOLUNGEN - Immer wieder breitet Jody Kantor dieselben Punkte vor dem Leser aus. Auf Dauer ermüdend!

KEIN ROTER FADEN - Im ersten Teil bis ca. Seite 95 geht es noch. Die Jahre bis zur Präsidentschaft werden relativ zielorientiert beschrieben. Danach springt Jodi Kantor aber munter zwischen Regierungsarbeit und Privatleben hin und her. Wirtschaftspolitik und Gesundheitsreform hier. Leben der First Lady dort. Hinzu kommt, dass wahrscheinlich die wenigsten deutschen Leser sich im Detail mit der amerikanischen Politik auskennen, und so die von Jodi Kantor präsentierten Informationen kaum angemessen beurteilen können; zB im Falle der Gesundheitsreform wäre es zum Beispiel meiner Meinung nach hilfreich gewesen in einem Exkurs das vorherige und das neue Modell vorzustellen, und nicht einfach nur ein paar Häppchen hier und ein paar Häppchen dort zu den Schwierigkeiten der Umsetzung der Reform beizutragen.

Anderthalb Jahre lang sammelte Jodi Kantor Material für dieses Buch. Sie sprach mit über zweihundert Menschen, darunter 33 derzeitige und frühere Mitarbeiter, Berater oder Kabinettsmitglieder. Es gab KAUM DIREKTE Gespräche mit den Obamas. Interessant ist, wenn Sie NICHT als Gesprächspartner nennt: zB Rahm Emanuel, der in diesem Buch nicht besonders gut wegkommt. Ich will nicht wissen, ob der heutige Bürgermeister von Chicago und frühere Stabschef von Obama bei dieser Gelegenheit möglicherweise "brüllte" oder sich bei anderer Gelegenheit "unhöflich" über die First Lady äusserte. Derartiger KLATSCH UND TRATSCH hilft nur bedingt beim Verständnis.

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Mein Fazit:

Die Autorin hat offensichtlich versucht jedes, aber auch wirkliches jedes verfügbare Zipfelchen Wissen in diesem Buch unterzubringen. Herausgekommen ist ein Sammelsurium von privaten Einblicken, Informationen über politische Initiativen und Vorgänge sowie Insider-Klatsch und Tratsch aus dem Weißen Haus. Persönlich fand ich die Ausführungen am interessantesten, in denen es darum geht, wie das Leben einer Ersten Familie aussieht und vor allem, welchen Beschränkungen es unterworfen ist. Die Beiträge über politische Vorgänge empfand ich als unzureichend. Hier hat mir insbesondere das neue Buch von Christoph von Marschall bessere Einblicke in amerikanische Denkmuster gegeben: Was ist mit den Amis los?: Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben.

Ach ja, da war doch noch was ... ob dieses Buch für den Kampagnenstart geeignet ist. Ich meine nein, da sich Jodi Kantor (a) zu sehr in vergangenen Scharmützeln und Details verliert und (b) das Bild, welches sie vom Präsidenten und seiner Frau zeichnet, keineswegs durchgehend positiv ist.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Januar 2012
Es wäre übertrieben, von einer Politikverdrossenheit des Präsidenten zu sprechen. Aber was man in Jodi Kantors wunderbar erzähltem und mitreissendem Buch "Die Obamas" liest, ist eigentlich eine Bestätigung dessen, was man hier und da schon gelesen hat und zu wissen glaubt: Da war einer, der hinauszog, Dinge gründlich zu ändern, besonders die Art und Weise, wie man in Washington Politik treibt.

Nicht, dass er nun gescheitert ist. Aber drei plus Jahre nach seiner spektakulären Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im November 2008 und besonders nach den letzten Zwischenwahlen zum Kongress, nach denen die Administration wegen jeder kleinen Gesetzgebung gegen die republikanische Mehrheit des Repräsentantenhaus hart kämpfen muss, haben Obama zur Einsicht, nachgeben und kurzkommen gezwungen, ja zum Aufgeben von vielen seiner grossen Pläne. Und am Ende, jetzt wo er für seine Wiederwahl im nächsten November kämfen muss, glauben viele seine Anhänger, dass doch, "Ja, Wir Können Es", einiges, aber nicht wirklich viel.

Und das ist nicht so ungewöhnlich oder gar schlecht. Gegesätzliche Gruppen-Interessen, Parteipolitik, Lobbys... Wie soll man all das hinter sich einigen, um grosse Veränderungen durchzusetzen? Vielleicht sind das die eigentlich spannenden und notwendigen Komplexitäten der Demokratie, wo sich der Lauf der Dinge nicht nach den Wünschen einer Person oder Gruppe richtet.

Anfangs war Michelle eher skeptisch gegenüber Washington. Nun scheint sie den Präsidenten ermutigen zu wollen, weiterzumachen trotz aller Frustration seit der Amtsübernahme fast genau vor drei Jahren.

Kantors Buch basiert auf dutzenden, vielleicht hunderten von Interviews mit Quellen, die etwas Relevantes zur Sache zu sagen hatten.

Ich muss zugeben, dass ich während der ganzen Lektüre des Buches niemals aufgegeben habe, an November 2012 zu denken. Also, wird er wieder gewählt oder nicht? Das macht dieses Buch besonders aktuell und zeitgemäss. Aber das Buch ist nicht nur über Politik. Es ist auch - und vielleicht mehr über die Menschen Barack und Michelle Obama und wie sie Washington und das höchste Amt der Welt als Menschen, als Bürger der Vereingten Staaten erlebt haben und wo sie jetzt stehen.

Und das ist das Besondere der politischen und unterhaltsamen Erzählerin Jodi Kantor, auch ein Grund, warum ich nur drei Tage brauchte, dieses Buch fertigzulesen - abgesehen von der ausgezeichneten Übersetzung.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2012
In diesem Jahr wird in den USA wieder der Präsident gewählt. Während sich die republikanischen Kandidaten in den Primaries bis zum Sommer noch gegenseitig überbieten in ihrer Gegnerschaft zum gegenwärtigen Präsidenten Barack Obama, ist dessen erneute Kandidatur für die Demokraten eine unbestrittene Tatsache. Und auch wenn man sich als deutscher Beobachter der dortigen Szene im Augenblick kaum vorstellen kann, wie einer der gegnerischen Kandidaten Barack Obama gefährlich werden könnte bei der Wahl im November 2012 - in den USA ist alles möglich.

Deshalb werfen die Obama-Administration und seine Wahlkampfberater schon jetzt die Kampagnenmaschine an, um alles zu tun, dass er trotz erheblicher Widerstände in den konservativen Teilen der US-Gesellschaft für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wird.

Die vorliegende zeitgleich in den USA erscheinende Familienbiografie der Obamas von Jodi Kantor, die schon in den vergangenen drei Jahren mit großer internationaler Beachtung viele Artikel über das amerikanische Präsidentenpaar vor allem in der New York Times geschrieben hat, ist ein wichtiger Bestandteil des Auftaktes dieser Kampagne. Durch die gleichzeitige Übersetzung in mehrere andere Sprachen soll offenbar auch an der internationalen Reputation Barack Obamas gearbeitet werden, dessen "Yes, we can" schon bald im Dschungel inneramerikanischer Grabenkämpfe unhörbar wurde.

Mit Dutzenden von Farbfotos illustriert, gibt das Buch einen detaillierten Einblick in die Familie der Obamas, seit sie in das Weiße Haus eingezogen ist. Ein für amerikanische Verhältnisse offenbar ganz normales Verfahren. Wer nicht zeigen kann, dass er eine saubere Familie mit einer schönen und klugen Frau hat und vorzeigbare Kinder ohne Makel, kann in den USA von vornherein einpacken. Das ist etwas, was hierzulande vielleicht befremdet, aber bald schon auch bei uns Einzug halten wird. Die Hype um das Präsidentenehepaar Wulff und seine mediale Inszenierung hat das im vergangenen Jahr gezeigt. Es hat sich aber auch die Kehrseite gezeigt: es wird kein Fehler verziehen.

Das Buch von Jodi Kantor gibt einen gut recherchierten Einblick in das Leben und den Alltag einer Politikerfamilie und deutet zwischen den Zeilen immer wieder an, das der Einfluss von Michelle Obama auf das Handeln ihres Mannes wohl größer ist als man lange anzunehmen bereit war.
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Bei Biografien, insbesondere zu noch lebenden Personen und noch deutlicher bei noch amtierenden Politikern, hängen stark davon ab, wer diese Biografie schreibt und wie der Autor - oder in diesem Fall die Autorin - zu den Beschriebenen steht. Und ganz zweifellos steht Jodi Kantor den Obamas wohlwollend gegenüber, jedoch, und das erscheint mir essentiell, nicht bedingungslos oder gar blind. So kommt am Ende ein Buch heraus, das insbesondere große Teile der ersten Präsidentschaftsperiode Barack Obamas umfasst und eine Grundlage durch Recherchen und Rückblicke in die Zeit davor legt.

Beide Obamas, Michelle und Barack, werden im Buch, wie der Titel auch verspricht, zu gleichen Teilen betrachtet und charakterisiert. Mit ein wenig mehr Feingefühl und auch Warmherzigkeit ihr gegenüber, vielleicht liegt das daran, dass eine Frau das Buch geschrieben hat. Barack Obama ist der Idealist, der Intellektuelle, aber auch derjenige, der große Probleme hat, sich in das Volk der Amerikaner hineinzuversetzen und andere Meinungen gelten zu lassen. Zu sehr ist er davon überzeugt, zu wissen, was richtig und was falsch ist für die Weltmacht der Vereinigten Staaten. Michelle dagegen ist die Pragmatikerin, die weniger Idealistische, dafür aber Konkretere mit ihren Projekten für eine bessere Ausbildung und Ernährung bei Kindern, ihren Bemühungen, Frauen die Gleichstellung zu ermöglichen.

Das Buch liefert sehr interessante Eindrücke in das Funktionieren des komplizierten Apparates im Weißen Haus. Auch in die Vorgänge in Senat und Kongress, viel mehr und viel detaillierter jedoch im Wohn- und Regierungssitz des Präsidenten. In die Unterschiedlichkeit von West- und Ostflügel, in die große Mannschaft der Berater des Präsidenten und seiner Gattin, in die gesellschaftlichen Vorgänge, die mit einem solchen Amt verbunden sind. Kurzgesagt in die Politik in der Politik.

Wie schwer das Regieren in einem Land mit zwei nahezu gleichen Lagern ist, bekommt man als außenstehender Europäer zwar ansatzweise mit, mir ist das aber noch einmal viel deutlicher bei der Lektüre dieses Buches geworden. Zwischendurch mit Längen, bleibt am Ende aber dennoch eine interessante Lektüre über das politische Funktionieren und Nichtfunktionieren dieser Weltmacht. Und ein Einblick in das Leben und Zusammenleben eines der faszinierendsten Paare der jüngeren Politikgeschichte, des ersten Präsidenten mit afro-amerikanischen Wurzeln und seine charismatische Gattin, die wohl die stärkere Persönlichkeit der beiden ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 50 REZENSENTam 17. Januar 2012
Das Buch zeichnet noch einmal den atemberaubenden Aufstieg Obamas vom einfachen Abgeordneten im Senat von Illionois 2004 zum mächtigsten Mann der Welt 2008. Der Wandel innerhalb von nur 4 Jahren könnte nicht größer sein. Wohnten die Obamas damals noch in einer engen Eigentumswohnung mit tropfenden Wasserhähnen und düsterem Schlafzimmer, und konnten bei Mc Donnalds unbehelligt essen gehen, waren nun die Tage im Weißen Haus minutiös durchgeplant. Wie die Obamas mit dieser Herausforderung fertig wurden, damit beschäftigt sich das Buch.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei Michelle Obama, welche die Autorin besonders beleuchtet. Sie erzählt die noch nicht erzählte Geschichte über Michells tiefe Unzufriedenheit im Weißen Haus. Und mit der Berichterstattung über sie bot sich der Autorin auch die Gelegenheit, ihren schwer zu fassenden, introvertierten Mann Barack
besser zu verstehen. Im Buch wird Michelle Obama seine Sparringspartnerin, sein Frühwarnsystem, seine Alpa-Unterstützerin und seine Aufpasserin genannt. Diese Worte machen schon deutlich, welche Bedeutung sie für ihren Mann und den ganzen Politikbetrieb im Weißen Haus hat.

Besonders hervorzuheben ist der Bildteil in der Mitte des Buches. Stehen in anderen Biografien bei Fotos meist nur wenige, oder gar keine Worte, ist bei den Bildern im Buch in mehreren Sätzen erläutert, was das Besondere an dem jeweiligen Foto ausmacht, so dass man es danach mit ganz anderen Augen sieht. Dabei sind auch recht private Fotos enthalten. So sieht man etwa die Präsidentenfamilie in ihren Wohnräumen bei der Übertragung des Endspiels der Fußball-WM der Frauen bei Chips und Gebäck mitfiebern.

Insgesamt ist es also ein interessantes, anschauliches Buch geworden.
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am 1. Juli 2013
Mit dem Produkt bin ich sehr zufrieden, die Lieferung erfolgte schnell.
Ich würde jederzeit wieder das gleiche Produkt bei diesem Händler kaufen.
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am 24. Februar 2014
Ein gut recherchiertes Buch mit vielen Details und einem sehr guten Schreibstil. Es macht viel Spass, das Buch zu lesen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. April 2013
gefiel mir sehr, gibt sachlich die Situation der 'Obamas wieder. War spannend zu lesen. Zu empfehlen. Eine Ergänzung zu meinen bereitsgelesen Büchern über den Präsidenten
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