Kundenrezensionen


 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nun gilt Kooperation!
Hamed Abdel-Samad ist einer der profiliertesten islamischen Intellektuellen im Land und hat bereits durch einige Veröffentlichungen (u.a. 'Mein Abschied vom Himmel') von sich reden gemacht, ebenso, wie er mit Henryk M. Broder in intensiver Form in 'Entweder Broder' zusammenarbeitet und auch dort jederzeit seine weltoffene Toleranz und seine Abneigung gegen...
Veröffentlicht am 7. Oktober 2011 von M. Lehmann-Pape

versus
21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Höhen und Tiefen
Hamed Abdel-Samad hat ein herausragendes, wichtiges, berührendes und mitreißendes Buch geschrieben - und das war sein erstes Werk: "Mein Abschied vom Himmel". Die beiden folgenden Werke ließen in der Qualität deutlich nach, das zweite, "Der Untergang der islamischen Welt", enthält meines Erachtens noch eine sehr wichtige und richtige Kernthese,...
Veröffentlicht am 7. Februar 2012 von Martin Schnackenberg


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nun gilt Kooperation!, 7. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Hamed Abdel-Samad ist einer der profiliertesten islamischen Intellektuellen im Land und hat bereits durch einige Veröffentlichungen (u.a. 'Mein Abschied vom Himmel') von sich reden gemacht, ebenso, wie er mit Henryk M. Broder in intensiver Form in 'Entweder Broder' zusammenarbeitet und auch dort jederzeit seine weltoffene Toleranz und seine Abneigung gegen dogmatische Verhärtungen aufzeigt.

Zu Zeiten der 'arabischen Revolution' war Abdel-Samad vor Ort, befand sich unter den Demonstranten in Kairo, hat die umwälzenden Ereignisse auch der Nachbarstaaten hautnah mitverfolgt und redlich reflektiert. In seinem Buch teilt er seine Schlüsse aus den Ereignissen mit und zieht Folgerungen für ein notwendiges Handeln des Westens in der Zukunft.

Intensiv vermag es zu beschreiben, dass die Aufbrüche vor allem auf zwei Säulen ruhen, die ineinander übergehen. Das Erwachsenwerden einer neuen Generation, gepaart mit einem breiten Zugang zu neuen Medien. Gerade die Jugend Ägyptens, ganz Arabiens, ist vertraut mit modernen Kommunikationsmitteln, ein fast natürlicher Zustand der Abschottung, wie er über Jahrhunderte und auch die letzten Jahrzehnte hinweg bestand, löst sich in dieser Generation vollständig auf, auch eine Politik der Abschottung war und ist nicht mehr in der Lage, sämtliche Informationskanäle zu verschließen. 'Eine neue, arabische Mittelschicht ist erwachsen geworden', globalisiert und informiert und dadurch in der Lage, informiert zu vergleichen.

Auf der Basis dieser grundlegenden Entwicklungen schildert Abdel-Samad die konkreten Folgen der Aufstände, beleuchtet die Stellung der Muslim Bruderschaft und des militanten Islamismus, gerade nach dem Tod Bin Ladens und wendet sich zum Abschluss seinen Folgerungen für die Zukunft zu.

Kurzfristig sieht Abdel-Samad kein 'Schneeballsystem' der arabischen Welt, zu unterschiedlich sind die geprägten Gesellschaften und, vor allem, die Loyalitäten des Militärs verteilt. Aus überwiegend friedlichen Aufständen wie in Ägypten entwickeln sich so gewalttätige Revolutionen wie in Lybien, Syrien, oder dem Jemen mit wechselhaftem Erfolg.

Um die Chance auf eine Befriedigung der Region zu wahren und möglichen radikalen (oder restaurativen) Tendenzen entgegen zu steuern, empfiehlt Abdel-Samad, nicht in erster Linie finanzielle Unterstützungen (obwohl diese eine Rolle spielen werden, aber eben nur zielgerichtet Wirkung zeigen können), sondern verweist auf eine mögliche Befruchtung durch Erfahrungsaustausch. Hier einerseits eine lange Praxis demokratischer Strukturen und politischer Arbeit, dort eine Vielzahl junger, ambitionierter und neugieriger Menschen, große Ressourcen und Möglichkeiten wirtschaftlicher Entwicklung. Eine wirtschaftliche Perspektive, die für Europa ebenso Nutzen in sich tragen kann wie für die arabischen Staaten.

Im Gesamten bietet das Buch nicht unbedingt bahnbrechend neue Erkenntnisse, fasst aber Ursache, Umsetzung und Perspektiven des 'arabischen Frühlings' gut zusammen und warnt in vernünftiger Weise vor zu wenig oder falschem Engagement des Westens. Durchaus interessant zu lesen und mit bedenkenswerten Ansätzen, innerhalb derer Abdel-Samad klarstellt, dass die Chancen nun differenziert und mit Energie ergriffen werden müssen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Westen darf die Entwicklung nach dem arabischen Frühling nicht verschlafen- eine Art Marshallplan ist nötig, 1. Oktober 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Über Wdie arabische Revolution und die Zukunft des Westens" reflektiert der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamel Abdel-Samad als Zeitzeuge des arabischen Frühlings und der Arabellion in seinem neuen Buch. In seinem letzten hatte er medien- und publikumswirksam den "Untergang der islamischen Welt" prognostiziert. Ob die Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten allerdings einen Abstieg oder nicht gerade eine Art Neugeburt des Islam, vor allen Dingen des politischen Islam mit sich bringen werden, ist noch offen. Deshalb zeigt der Autor, nachdem er ausführlich die Entwicklungen und Aufstände in den verschiedenen Ländern beschrieben hat, warum der Westen jetzt handeln muss. Denn es sei das Schlimmste, wenn er jetzt, vielleicht konzentriert auf die Bewältigung seiner eigenen Finanz- und Krisenphänomen, die Entwicklung verschlafen würde.

Hamel Abdel-Samed, schlägt, wie schon einige andere, einen Marshallplan des Westens vor. "Unter einem Marshallplan für die nicht-diktatorisch regierten arabischen Staaten verstehe ich einen auf Basis gemeinsamer Interessen aufgestellten Masterplan vor allem für wirtschaftliche Entwicklung. Beginnen könnte man mit Tunesien und Ägypten, wo junge Menschen nach der Revolution darauf brennen, in nationale Entwicklungsprojekte mit einbezogen zu werden und wo eine stabile Wirtschaft notwendig ist, um demokratische Strukturen zu bilden."

Folgende Kooperationsfelder schweben ihm vor:

* Sicherheit
* Parteigründung und Wahlen
* Bildung und Ausbildung
* Investitionen
* Umweltforschung und Umweltschutz
* Erneuerbare Energien

Deutlich wird vor allem: Es liegt in der Hand des Westens, ob aus dem arabischen Frühling ein neues Verhältnis zwischen Abendland und Morgenland wächst, oder ob es in diesen Ländern zu destabilisierenden Zuständen mit Bürgerkriegen und einer total zusammenbrechenden Wirtschaft kommt, die dann Massen von jungen Menschen in die Flucht in den Norden treiben, "wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überrennen drohen."
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hintergründe zum arabischen Frühling, 25. Januar 2012
Von 
Arne123 (Kairo, Cairo, Le Caire) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Ein Jahr ist es her, als sich Hamed Abdel-Samads Wege mit meinen vermutlich irgendwo über dem Mittelmeer kreuzten. Der in Ägypten gebürtige Politikwissenschaftler wollte das, was sich in seiner Heimat abspielte, direkt miterleben und beim Entstehen eines freien Ägyptens mitwirken. Ich wollte hingegen - wie jeder, der es damals konnte - mit meiner Familie nichts als aus Ägypten raus. Noch immer gehen mir Eindrücke aus den letzten Januartagen 2011 durch den Kopf: das Abschalten des Internets und des Mobilfunknetzes, die Nachrichten von der zunehmenden Gewalt gegenüber den Demonstranten, der Selbstauflösung der Polizei und Machtübernahme des Militärs, der Őffnung des Tora-Gefängnisses unmittelbar in unserer Nachbarschaft und den ersten Plünderungen und Toten, die Verknappung des Lebensmittelangebots und die Verhängung einer Ausgangssperre, das Auffahren von Panzern und Kettenfahrzeugen in unserem Wohnviertel, die nächtlichen Wachen gemeinsam mit den Nachbarn und der bittersüsse Anblick meiner Kinder, die vor der Geräuschkulisse lauter Maschinengewehrsalven mit unschuldiger Mine in unserem verbarrikadierten Haus musizierten, und schliesslich unsere chaotische Flucht über Rom nach Genf. Meine Sympathien waren während der ganzen Zeit eindeutig auf Seiten der Demonstranten, zumal ich in meinen Vorlesungen an der Amerikanischen Universität in Kairo, wo ich als Gastprofessor für VWL tätig war und bin, immer wieder auf die zentrale Bedeutung von Freiheit und Veränderung für Ägypten hingewiesen hatte. Von den geplanten Demonstrationen, an denen viele meiner Studenten teilnahmen, hatte ich daher frühzeitig Kenntnis. Im Übrigen war das Semester nach der Revolution ein ausserordentliches Erlebnis. Nie zuvor und nie danach hatte ich so interessierte und diskussionsfreudige Studenten in meinen Veranstaltungen; nie war soviel Aufbruchsstimmung. Viele Studenten kehrten mit zum Teil schweren Verletzungen an die Universität zurück. Entschuldigungen für verspätete Hausarbeiten oder Abwesenheiten nahm ich augenzwinkernd und gerne entgegen - wir verstanden uns.

Hamed Abdel-Samads Buch mit dem leider etwas reisserischen Titel "Krieg oder Frieden" liefert äusserst wertvolle Informationen zum arabischen Frühling allgemein und zur Situation Ägyptens im Speziellen. Wer etwas über die Ursache der Aufstände lernen möchte oder sich über die Rolle der sozialen Medien, der Muslimbruderschaft oder der Kopten in der Revolution kundig machen möchte, wird hier bestens informiert. Obwohl ich versuche, ein aufmerksamer Beobachter meiner Umgebung zu sein, war mir vieles neu: Dass sich die englische und arabische Ausgabe von Al Dschasira grundlegend unterscheiden; dass der Begründer der Muslimbrüder, Sayedd Qutb, auch der literarische Entdecker von Nagib Machfus war; dass der arabische Nationalismus vor allem von Christen voran getrieben wurde, all das lernte ich erst durch dieses Buch. Mit grossem Gewinn las ich auch den Abschnitt über den Alltag muslimischer Frauen in traditionell lebenden Familien - eine Welt, die mir als westlicher Mann weitgehend versperrt bleibt, genauso wie meiner Frau, deren Arbeit bei den VN uns überhaupt erst nach Kairo brachte.

Besonders pointiert und provokativ sind die Äusserungen Abdel-Samads, der als junger Student selbst Mitglied der Muslimbrüder war, zur Rolle der islamischen Religion. Die These, dass Religion und Stammeskultur die beiden wichtigsten Modernisierungshemmnisse der arabischen Welt sind, hat er bereits in früheren Büchern ausführlich dargelegt und begründet. Folglich erteilt er auch den Befürwortern eines interreligiösen Dialogs eine klare Absage ("Luxus der Diaspora") und setzt auf Säkularisierung und wirtschaftliche Interessen. Wer so argumentiert - und Abdel-Samad macht es sprachlich und inhaltlich hervorragend, schafft sich nicht unbedingt Freunde, weder in einer Gesellschaft, in der Verschwörungstheorien und politisches Sündenbock-Denken immer schon Konjunktur hatten, noch unter westlichen Islamfreunden.

Uneingeschränkt zuzustimmen ist zudem Abdel-Samads Forderung nach einer Reform des Bildungssystems. Die Leistungsfähigkeit des ägyptischen Schulsystems ist katastrophal - viele junge Menschen gehen von der Schule als funktionale Analphabeten ab. Geschichtsbücher heizen nach wie vor den Hass auf Israel und den Westen ein. Gute Schulnoten werden den schlecht bezahlten Lehrern üblicherweise gegen Bares abgekauft. In den Gehaltslisten sollten die 1,4 Millionen Geheimpolizisten (PS: im Abhören von Telefongesprächen wart Ihr nie besonders professionell!) deshalb nach und nach jungen Lehrern Platz machen; die Lehrpläne müssen dringend überarbeitet werden.

Leider scheint mir der Abschnitt zur wirtschaftlichen Fragen mit recht heisser Nadel gestrickt und auch mit Fehlern behaftet. So ist mir die Forderung, "westliche Staaten sollen sich mit Eigenkapital an Investitionen in den arabischen Ländern" beteiligen, unverständlich - in Marktwirtschaften werden Investitionsentscheidungen dezentral von Unternehmen getroffen und nicht von Regierungen, zumal wenn es sich um Auslandsinvestitionen handelt. Auch der Forderung nach Schuldenerlass stimme ich nicht zu, da die Auslandsverschuldung Ägyptens relativ niedrig ist und es der ägyptischen Regierung nicht an Deviseneinnahmen mangelt (Suezkanal, Õlexporte). Ebenso unangebracht wäre es, in einem Anfall von Aktionismus weitere Entwicklungshilfegelder nach Ägypten zu pumpen - den Ruf nach einem Marshall-Plan für die arabische Welt halte ich für falsch. Kapital ist in Ägypten ausreichend vorhanden; es liegt bloss meistens brach. Schliesslich gibt es die von Abdel-Samad geforderte Freihandelszone im Nahen Osten längst ("Pan-Arab Free Trade Agreement"); sie krankt allerdings am Geschwür der Korruption und mangelnder Implementierung.

Was können wir tun, was dürfen wir hoffen? Insgesamt gibt es Anlass zu vorsichtigem Optimismus, nicht nur weil das Jahr 2011 die Sterbeurkunde für drei arabische Diktaturen markierte. Die meisten Ägypter wünschen sich nichts anderes als Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Perspektiven sowie eine Abkehr von Folter und Korruption. Diesem Ansinnen sollte sich die westliche Welt nicht verschliessen. Daher empfiehlt Abdel-Samad, dass der Westen sich in der Übergangsphase politisch zurückhalten und der neu gewählten Regierung einen Vertrauensvorschuss geben sollte. Auch wenn einem die Ergebnisse der jüngsten Parlamentswahlen (die nach der Veröffentlichung des Buches stattfanden) nicht gefallen: In ihrer Mehrheit sind die Muslimbrüder eher islamische Traditionalisten als fanatische Religionskrieger; ihre Philosophie ähnelt in vielen Bereichen auffallend der katholischen Soziallehre, allerdings im islamischen Gewand. Den Friedensvertrag mit Israel haben sie mehrfach bekräftigt. Ernst zu nehmen ist aber sicherlich die unter Muslimbrüdern verbreitete Einstellung, der Westen sei prinzipiell islamophob. Andererseits wäre es naiv anzunehmen, dass in kurzer Zeit Musterdemokratien westlicher Prägung entstehen. Aber möglicherweise hat die Revolution einen Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende im Nahen Osten einige offene und rechtsstaatliche Gesellschaften mit verbrieften Freiheitsrechten stehen. Damit auf den arabischen Frühling auch ein Sommer folgt, wünsche ich Ägypten auf seinem langen Weg nach Westen viel Glück. Ebenso wünsche ich mir weitere sachkundige Beiträge aus der Feder Hamed Abdel-Samads.

[Grosse Klammer auf: Darf man gute Sachbücher verbessern? Ich bin so frei und erlaube mir das für einige Passagen für den wirtschaftlichen Bereich. Also, was ist zu tun in und für Ägypten?
(1) Reform des Arbeitsmarkts - In einer 2008 vom Weltwirtschaftsforum durchgeführten Studie über die Effizienz nationaler Arbeitsmärkte landete Ägypten von 134 untersuchten Staaten auf dem 134. und letzten Platz. Kein Wunder, denn die Realität ist sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein Alptraum: In vielen Unternehmen ist es gängige Praxis, dass Angestellte vor ihrem ersten Arbeitstag eine undatierte Kündigung unterschreiben, mit Hilfe derer sie dann später jederzeit entlassen werden können. Umgekehrt herrscht bei Arbeitern und Angestellten Selbstbedienungsmentalität vor, denn ausserhalb des Familienverbunds fühlt man sich oft nur zu eingeschränkter Loyalität verpflichtet. Die Gesetzeslage ist konfus; das äusserst voluminöse und undurchschaubare Arbeitsgesetz ist noch nicht einmal auf der Internetseite des Arbeitsministeriums erhältlich. Wer hingegen als Arbeitgeber seinen Angestellten halbwegs vertrauen will, muss aussergewöhnlich hohe Gehälter zahlen (im Fachjargon: Effizienzlöhne mit erheblichen Shapiro-Stiglitz mark-ups) und reduziert deshalb die Belegschaft auf ein notwendiges Minimum. Obwohl Ägypten niedrigere Löhne und grössere Nähe zum europäischen Absatzmarkt bietet, ziehen es beispielsweise Textilunternehmen vor, in China und Bangladesch zu produzieren. Ein sauber formuliertes und allseits respektiertes Arbeitsgesetz mit klaren Regeln für Einstellungen und Kündigungen könnte hier Wunder wirken und den Beschäftigungsmotor anspringen lassen.
(2) Reform des Staatssektors - Angesichts der miserablen Beschäftigungssituation ist es kein Wunder, dass der beliebteste Arbeitsplatz ein lauer Job beim Staat ist; lediglich "Onkel beim Staat" ist noch beliebter als Einkommensquelle. Gleichwohl muss der Staatssektor reformiert und die Zahl der sieben Millionen(!) Beamten reduziert werden. Wer noch nie in einem ägyptischen Ministerium war, kann sich die kafkaeske Situation mit Hunderten und Tausenden von Beamten, von denen viele rein gar nichts tun, vermutlich kaum vorstellen. Ebenso muss die wirtschaftliche Rolle des Militärs, das bei grossen Transaktionen gerne die Finger im Spiel hat, beschnitten werden.
(3) Korruptionsbekämpfung - Ägypten ist weitaus korrupter als andere Staaten mit einem vergleichbaren Pro-Kopf-Einkommen. Die Selbstbedienungsmentalität in den immer noch zahlreichen Staatsbetrieben ist weit verbreitet. Auftragsvergabe und Bezahlung richten sich nicht nach Leistung, sondern nach persönlichen Beziehungen. Wer ein Unternehmen gründen will, muss sich erst einmal durch einen Wald von Bestimmungen und Lizenzen bestechen, lässt es aber in der Regel bleiben. Wer sich als Ausländer niederlassen will, um zu investieren, darf beim Zoll erst einmal mehrere Tausend Dollar "Lagerkosten" berappen, nur um an sein persönliches Hab und Gut zu kommen. Pressefreiheit, klare strafrechtliche Vorgaben und eine grössere Kultur der Transparenz können viel bewirken.
(4) Marktzugang für ägyptische Produkte verbessern - Hier können westliche Staaten viel bieten. Trotz des Assoziationsabkommens mit der EU haben viele ägyptische Produkte immer noch schlechten Zugang zum EU-Markt. Qualitativ ausgezeichnete Produkte wie Baumwolle, Olivenöl oder Wintergemüse können aufgrund höher Zölle nicht profitabel in die EU verkauft werden. Zollsenkungen im Rahmen der Nachverhandlungen zum Agrarprotokoll des Abkommens könnten dies ändern, müssten aber gegen den Widerstand südeuropäischer EU-Mitglieder durchgesetzt werden.
(5) Reform der Staatsfinanzen - Einkommenssteuer zu zahlen gilt für gut Verdienende nach wie vor als milde Form der Exzentrik; wohlhabende Ägypter zahlen sie in der Regel nicht. Auf der Ausgabenseite sollte die ökonomisch kostspielige wie ökologisch bedenkliche Subventionierung von Benzin abgeschafft werden, die den Preis von Benzin unter den von Mineralwasser drückt. Anstatt die obere Mittelschicht zu bezuschussen, sollten Armutsbekämpfung und Bildung die Pfeiler staatlicher Ausgaben bilden. Grosse Klammer zu.]
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tahrir-Platz in den Köpfen.., 14. Dezember 2011
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972, ist ein deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler, der die revolutionären Ereignisse in Ägypten im Frühjahr 2011 hautnah miterlebt hat.

In "Krieg oder Frieden" schildert er seine Sicht der Dinge und unterbreitet darauf aufbauend Vorschläge, wie der Westen die arabischen Staaten, die sich ihrer Diktatoren entledigt haben, unterstützen kann um nicht den Ultrareligiösen die schnell gewonnene Oberhand zu ermöglichen.

Das Buch ist eigentlich nicht bei diesen Vorschlägen am spannendsten, sondern eher in Bezug auf die Darstellung, wie stark die Vernetzung durch das Internet via Facebook und Co in den arabischen Staaten Einfluss auf die politische Entwicklung nimmt. Der "arabische Frühling" ist, wie bei Lektüre des Buchs schnell deutlich wird, eigentlich ohne das web 2.0 und gerade Facebook kaum denkbar.

Spannend sind besonders die Verhältnisse in Ägypten dargestellt, weil immer wieder auch persönlich Bezüge thematisiert werden, ohne die das Buch wahrscheinlich wesentlich trockener ausfallen würde. Abdel-Samad war schließlich am Tahrir-Platz Zeuge und Mitakteur der Demonstrationen, die letztlich zum Sturz Mubaraks führten. Der Sturz, darüber lässt das Buch auch wenig Illusion, ist aber nur ein Teilschritt in Richtung einer Verbesserung, der politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Die Ereignisse in Tunesien, in den Emiraten, Syrien und Libyen werden ebenfalls in diesen Kontext gestellt und analysiert. Interessant finde ich hier auch die Rolle, die Medien wie der Fernsehsender Al-Jazeera übernehmen und von wem und aus welchen Interessen heraus diese finanziert werden.

Es zeigt sich, dass hier sehr viele mitmischen und einmal mehr, dass der Islam, durchaus nicht die große Uniformität besitzt, die ihm westliche Medien gerne vereinfachend zuschreiben.

Das Buch ist mittlerweile vielleicht von der Geschichte schon wieder etwas überholt, man denke z.B. an den Sturz Gaddafis, der damals noch nicht vollzogen (wenn auch schon absehbar) war. Es ist spannend zu lesen, da die Ereignisse ein persönliches Gesicht bekommen und eine differenzierte Wahrnehmung der arabischen Welt ermöglicht wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebendig, ausgewogen und interessant, 2. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Der deutsch-ägyptische Autor kennt seine Pappenheimer auf beiden Seiten des Mittelmeeres. Deswegen schreibt er so ausgewogen, verständlich und leserbezogen: Da ist wohl das drin, was man jetzt wissen kann und sollte in Bezug auf die Ereignisse des arabischen Frühlings.

Der Augenzeugenbericht vom Tahrir-Platz gibt einen anschaulichen und bewegenden Einblick in die Ereignisse. Dann folgt eine klare Gliederung, die bedeutsame Aspekte des Geschehens tiefer beleuchtet: Medien, Frauen, Muslimbrüderschaft, regionale Perspektiven. Kompakt erhält man hier tiefergehende Informationen, die sich aus den Tagesmedien, wenn überhaupt, nur schwer ziehen lassen. Die historischen Rückgriffe sind in ihrer Länge und Tiefe genau richtig.

Die Ereignisse liegen noch nicht lange zurück und Abdel-Samad ist zu intelligent, um sich in gewagte Prognosen nach so kurzer Zeit (noch vor den Wahlen in Ägypten) zu versteigen. Mutig, dass er überhaupt eine abgibt. In ihrer Allgemeinheit wird sie besonders spannend für später erfolgende, dann rückblickende Bewertungen.

Das lohnt sich und geht schnell über den Nachttisch ...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Höhen und Tiefen, 7. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Hamed Abdel-Samad hat ein herausragendes, wichtiges, berührendes und mitreißendes Buch geschrieben - und das war sein erstes Werk: "Mein Abschied vom Himmel". Die beiden folgenden Werke ließen in der Qualität deutlich nach, das zweite, "Der Untergang der islamischen Welt", enthält meines Erachtens noch eine sehr wichtige und richtige Kernthese, welche die Kernprobleme der arabischen Welt gut auf den Punkt bringt (vor allem der fehlende Zugang zur Moderne). Allerdings störte mich bereits beim zweiten Werk der deutlich reißerische Titel, was nun, mit "Krieg oder Frieden", noch gesteigert wurde. Meiner Meinung nach hat ein so intelligenter Autor, der so viel zu sagen hat (und der so gut schreiben kann), es nicht nötig, seine Bücher derartig inflationär zu betiteln. Man merkt "Krieg oder Frieden" an allen Ecken und Enden an, dass es mit heißer Nadel gestrickt ist, wahrscheinlich deshalb, um den hohen Bekanntheitsgrad des Autors nach der ägyptischen Revolution in schnelle Buchmünze umzumünzen. Generell ist das völlig legitim, denn der Autor hat jedes Recht, von seiner Arbeit gut zu leben, nur sollte so ein kritischer Geist wie Abdel-Samad sich nicht solche Titel aufschwatzen lassen. Neben vielen deutlich redundanten Stellen in diesem Buch (z.T. im Wortlaut des Vorgängerwerkes!) ist es so, dass diejenigen Passagen, die den Titel überhaupt rechtfertigen könnten, nämlich die Frage nach der Handlungsweise des Westens bezüglich der Arabellion, zugleich die schwächsten Teile des Buches sind. Hier merkt man deutlich, dass der Autor kein gelernter Ökonom und auch kein Historiker ist, seine Schlussfolgerungen sind dementsprechend einfach, eindimensional und z.T. auch in ihrer Kürze schlicht falsch. Z.B. bemüht der Autor die Weimarer Verfassung als Beispiel für eine schlechte Verfassung, die dann den Nationalsozialismus möglich gemacht habe. Tatsächlich spielten beim Untergang der Weimarer Republik aber noch ganz andere Faktoren eine Rolle, die Verfassung selbst war sehr demokratisch und nicht schlechter als viele andere demokratische Grundordnungen des Westens, dort aber entstanden keine faschistischen Regime. Undzwar deshalb nicht, weil ein System immer nur so gut ist wie die Menschen, die darin leben - und weite Teile der deutschen Bevölkerung hegten für die Demokratie eben keine positiven Gefühle. Ein Thema übrigens, was auch für Ägypten ertragreich diskutiert werden könnte, denn dort haben wir eigentlich eine ähnliche Frage zu beantworten. Die Liste der Argumentationsschwächen bei Abdel-Samad ließe sich fortführen, meiner Meinung nach erfährt der informierte Leser im letzten Drittel des Buches kaum noch Neues und dafür viel Strittiges. Richtig stark ist hingegen der erste Teil der Buches, dort, wo der Autor seine Erlebnisse während der Revolution ausbreitet. Hier ist das Buch packend, hier hat der Autor anderen westlichen Autoren, die über die Revolution berichten (wie z.B. Armbruster), deutlich voraus, dass er in der ägyptischen Gesellschaft zu Hause ist, dass er arabisch spricht, dass sich ihm die Menschen ganz anders öffnen, dass er genau weiß, wovon er redet - und dass er einfach packend schreiben kann.
Dennoch kann ich insgesamt nicht mehr als drei Sterne verteilen; vielleicht, weil ich nach den Vorgängerwerken einfach mehr erwartet und verlangt habe; vielleicht, weil man dem Buch anmerkt, dass es so schnell zusammengeschnippelt wurde (es fehlt auch ein Roter Faden, vieles wirkt assoziativ, wirkt aneinandergereiht und sprunghaft); vielleicht, weil Titel und Untertitel (reichlich apokalyptisch: "Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens") einfach Dinge versprechen, die das Buch bzw. der Inhalt anschließend einfach nicht halten können. Dennoch empfehle ich dieses Buch denjenigen, die einen hervorragenden Revolutionsbericht aus der Feder eines Menschen suchen, der beide Seite (Westen und Nahen Osten) sehr gut kennt und der beide Seite kritisch betrachtet (eine seltene Mischung!) mit Nachdruck. Andere, die den "alten Abdel-Samad" suchen, finden ihn in diesem Buch nicht überall - er blitzt aber bisweilen auf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Darstellung des Ist-Zustandes - etwas dünner Blick in die Zukunft, 3. Oktober 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Herr Abdel-Samad war selbst Teilnehmer der verschiedenen Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz in Kairo und auch so seine Verletzungen in der Auseinandersetzung mti den Sicherheitskräften davon getragen. In dem vorliegenden Buch gibt er eine Darstellung der Ereignisse, die er selbst erlebt hat und auch eine mögliche Erklärung für die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten und die darauf folgenden - deutlich anders verlaufenden - in Lybien und Syrien, sowie einigen anderen Staaten des Nahen Ostens. Dabei geht er ausgiebig auf die Rolle der neuen Medien, aber auch der jüngeren Generation und der neueren "alten Medien" im Nahen Osten, wie Al Arabiya und Al Dschasira ein - und auch darauf, inwiefern Letzere mehr und mehr an Glaubwürdikeit verlieren.

Dies ist alles sehr erhellend und lässt den Außenstehenden deutlich besser informiert weiterlesen. Auch sein Ausblick, bzw. seine Ideen zur Weiterentwicklung Ägyptens sind interessant zu lesen und zeigen seine langjährige Auseinandersetzung mit den Problemen seines Heimatlandes. Dabei sind einige seiner Ideen, wie speziell Deutschland helfen könnte auch direkt aus seinen vorhergehenden Schriftenableitbar.

Wie die Entwicklungen in der Region weiter gehen und wie der Westen sich daran beteiligen sollte ist dahingegen eher spekulativ zu betrachten, auch wenn viele der Aussagen Herr Abdel-Samads sehr programmatisch klingen und argumentativ eher dünn unterfüttert wirken. aber sie sind zumindest interessante Gedankenanstöße, die in der Außenpolitik der europäischen Staaten auf jeden Fall mit in alle Überlegungen einbezogen werden sollten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, 15. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Ich kann nur sagen , er trifft voll ins "Schwarze" und dass noch aus von einem Kenner der Problematik , der es erfahren hat in seinem eigenen Leben. Das ist mehr als MuT
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen 3 Buch von Hamed zur aktuellen Lage in Ägypten, 20. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Das Buch ließt sich insgesamt recht gut, ist aber nicht so spannend und interessant wie seine ersten beiden. Es wirkt deutlich zahmer.
Ich hoffe, nach seiner Entführung sit er noch bereit weiterhin seine Meinung und seinen Protest offen auszusprechen und den Mut u haben ein Buch über die wirklich aktuelle Lage in Ägypten zu schreiben. Die Politische Lage hat sich ja bekanntlich wieder ziemlich gewandelt und damit verliert das Buch auch deutlich an Aktualität.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Krieg oder Frieden, 5. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens (Broschiert)
Von allen Büchern Hameds ist dieses Buch wohl das schwächste. Hamed scheint schon zu lange in Europa zu sein und hat seine Augen verschlossen gegenüber den Vorgängen in seinem Heimatland, seit dem Sturz Mursis. Da Hamed ein vehementer Gegner der Moslembruderschaft ist, kann man dies sogar zu verstehen versuchen. Sowohl die Revolution, als auch der arabische Frühling sind längst tot, mit Ausnahme in Tunesien, wo die zarten Pflänzchen einer neuen jungen Demokratie zu sprießen beginnen, ein Vorgang, von dem die Ägypter noch nicht einmal im Ansatz zu träumen wagen. Bedingt durch die ausgesprochene Todes-Fatwa, ist es Hamed wohl verwehrt, sich in Ägypten ein aktuelles Bild von der politischen Lage zu machen und darüber zu schreiben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens
Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens von Hamed Abdel-Samad (Broschiert - 4. Oktober 2011)
EUR 18,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen