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95 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Teilen von der Realität eingeholt...
Ich möchte ausnahmsweise die Rezension einmal mit dem Ende des Buches beginnen: Hamed Abdel-Samad nimmt in den letzten Kapitel die Entwicklung Nordafrikas und Arabiens voraus, die nach 2010 (und damit nach Erscheinen des Buches) einsetzte. Die Rebellionen in Ägypten und Tunesien genau so, wie die Wichtigkeit eines sozialen Netzwerks namens Facebook in diesem...
Veröffentlicht am 8. Juni 2012 von Nordlicht

versus
27 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Persönlich eingefärbte Prognose
Wie sehr Hamel Abdel-Samad in seinen Büchern die wunden Punkte der Islamdiskussion berührt, zeigt, daß es seinen Kritikern an Argumenten fehlt, wenn diese ihn am 25.11.2013 bei einem Besuch in Ägypten verschleppt haben sollten.

Das gut zu lesende und leicht verständliche Buch bietet eine stark von der persönlichen Sicht des Autors...
Veröffentlicht am 15. November 2010 von Laternenanzünder


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95 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Teilen von der Realität eingeholt..., 8. Juni 2012
Von 
Nordlicht (Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Ich möchte ausnahmsweise die Rezension einmal mit dem Ende des Buches beginnen: Hamed Abdel-Samad nimmt in den letzten Kapitel die Entwicklung Nordafrikas und Arabiens voraus, die nach 2010 (und damit nach Erscheinen des Buches) einsetzte. Die Rebellionen in Ägypten und Tunesien genau so, wie die Wichtigkeit eines sozialen Netzwerks namens Facebook in diesem Zusammenhang. Und den Schwenk hin zu noch mehr Religiosität, noch mehr Orthodoxie, noch mehr Scharia-Wahn. Wird einem dies bewusst, muss man auch die vorhergegangen Kapitel noch ernster nehmen, als man dies beim Lesen schon getan hat.

Der Autor war mir als die eine Hälfte der Deutschland-Safari bekannt, und so wie er in der Fernsehsendung erscheint, so schreibt er auch: sachlich, ruhig, kritisch und offen. Auf jede These folgt das Auseinandernehmen typischer Gegen"argumente " des üblichen öffentlichen Diskurs, die jede Islamkritik auf eine Stufe mit Antisemitismus stellen will. Bei manchen Sätzen drängt sich automatisch das Bild einer Claudia Roth oder eines Czem Özdemir in den Vordergrund und Hamed Abdel-Samad nimmt deren immer und immer wieder geäußerten Plattitüden geschickt auseinander, zeigt Denkfehler und Wissensmängel auf und entlarvt vieles als Nichtargumente und Worthülsen.
Das Buch redet keinen Untergang herbei und ist in all seinen Kapiteln sehr versöhnlich im Umgang mit seinem Thema: dem Islam. Es zeigt am Beispiel des europäischen Judentums auf, wie eine Säkularisierung von innen heraus gelingen kann und woran sie in der islamischen Welt scheitert. Und vor allem zeigt es auf, worauf die Umma in ihrer wachsenden Abschottung gegenüber der Moderne, der Wissenschaft und des Westens zusteuert, was es für die Menschen bedeuten wird und welche Katastrophe letztlich auch auf Europa zukommen kann, wenn unsere Politik dies nicht begreift und vorbereitet ist.

"Der Untergang der islamischen Welt" konnte nur von einem Muslim geschrieben werden - kein großer Verlag hätte es gewagt, ein Buch gleichen Inhalts und Stils von einem deutschen Autor zu veröffentlichen. Sachlich aber schonungslos legt es zahllose Lebenslügen so genannter Islamreformer offen, legt den Finger offen in die siechenden Wunden der Multikulti-Lügen dieses Landes und macht deutlich, dass Integration eine Bringschuld ist, das prächtige Moscheebauten durch in großen Teilen arbeitsloser Muslime eben kein Zeichen für Ankommen in dieser Republik ist und das Abschottung und archaisches Rechts- und Ehrverständnis eben nicht nur kulturell, sondern kulturellreligiös bedingt ist.

Eine absolute Kaufempfehlung meinerseits - auch wenn dieses Buch vermutlich wieder einmal nur die ohnehin schon kritischen Geister erreichen wird und eben nicht jene, die gutgläubig von einem Nebeneinander aufgeklärter westlicher Kultur und zugewanderter orthodoxer Islamtreue träumen.
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220 von 240 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bei aller solchen Büchern eigenen Überspitzung und Zuspitzung, die Thesen dieser "Prognose" sind bedenkenswert und erschreckend, 13. September 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Im vergangenen Jahr hat der Autor des vorliegenden Buches ein bewegendes literarisches Zeugnis abgelegt mit seinem "Abschied von Himmel".
Das Buch war eine erschütternde und glaubwürdige Autobiographie eines Muslims, der als "Wanderer und Mittler zwischen den Kulturen" 2002 an der Universität Augsburg ausgezeichnet wurde und für dieses sehr persönliche Buch Morddrohungen erhielt und Schmähungen aus der islamischen Welt erleiden musste.

Es ist die verzweifelte Suche eines Moslems, der nach langen Jahren in Deutschland, wo er seit 1985 lebt, seinen Glauben verloren hat und keinen neuen finden kann. Eine Odyssee durch Phasen der Depression und immer wieder das Schwanken zwischen verschiedenen Lebensformen tut sich da einem bewegten und erschütterten Leser auf, der sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass das, was der Autor hier für sich persönlich beschreibt, das innere Erleben von vielen Muslimen in unseren Land widerspiegelt.

Er sucht nach dem richtigen Gott, und nach irgendeinem Halt in der Welt und muss doch immer wieder erleben, dass er innerlich gespalten ist und dass ihn das fast zerreißt.

Natürlich kommen auch die wichtigen und aktuellen Themen wie interkultureller Dialog, Terrorismus und Gewalt im Islam, Frauenrechte im Islam, Beschneidung von Frauen, das Männerbild in der islamischen Welt und die Sexualität in dem Buch vor, doch wichtig war für mich das persönliche Zeugnis eines Mannes, der dafür viel Anfeindungen einstecken musste und noch heute - er arbeitet am Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität in München- unter Polizeischutz steht.

Nun setzt Hamed Abdel-Samad seine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Islam fort in einem neuen Buch, dem er den etwas reißerischen Titel "Der Untergang der islamischen Welt" gegeben hat. Doch bei aller solchen Büchern eigenen Überspitzung und Zuspitzung, die Thesen seiner "Prognose" sind bedenkenswert und erschreckend zugleich. Sich unter anderem auf die Analysen aus dem Buch des renommierten Historikers Dan Diner "Versiegelte Zeit" beziehend (vgl. auch unbedingt dessen neues Buch "Zeitenschwelle") weist er nach, dass in den nächsten Jahrzehnten in den islamischen Ländern vor allem des Nahen Ostens sich dramatische Entwicklungen abzeichnen. Denn das Erdöl als die Quelle des Reichtums wird zu Ende gehen, ohne dass sich etwa im Bereich der Bildung etwas Entscheidendes getan haben wird. Eine innovationsfeindliche Kultur, eine schnell wachsende, immer ärmer und bildungsferner werdende Bevölkerung und wachsende klimatische Probleme, werden zu einem gesellschaftlichen Mix, der hochexplosiv ist und der, so Abdel-Samed, zu einem massiven Exodus von Millionen, von vor allem jungen Moslems, nach Europa führen wird. Die Probleme, die im Augenblick im Zusammenhang mit den Thesen Thilo Sarrazins diskutiert werden, werden sich dagegen wie Peanuts ausnehmen.
Das Buch schildert den Islam als rückwärts gewandte und zur Reform unfähige Kultur. Hoffentlich wird es eifrig diskutiert werden.
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97 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine islamkritische Stimme von muslimischer Seite, 14. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Während die deutschen Medien sich heftig über Herrn Sarrazin und seine Thesen ereifert, hat der Autor von "Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland" auf den Glauben bezogen viele von Herrn Sarrazins Thesen und Aussagen bestätigt, auch wenn er diesen hier durchaus kritisiert. Wie auch einige andere Islamkritikerinnen, wie Necla Kelek oder Frau Hirsi Ali, denen er allerdings auch wieder in Teilen zustimmt.

Dieses Buch soll ganz bewusst keine wissenschaftliche Abhandlung sein, sondern viel mehr eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Islam durch jemanden, der Islamwissenschaften studiert hat und auf internationaler Ebene viel am Dialog der Religionen mitgewirkt hat. Seine Aussagen zum dem islamischen Geschichtsbewusstsein ' besonders in Saudi-Arabien und in Ägypten, der wahrscheinlich wirklichen Geschichte, zum islamische Selbstbild, der Wut, den Karikaturenstreit, den Herrschaftsglauben, den Umgang mit Frauen und Bildung, Gründen für die Radikalisierung, ägyptische Schulbuchtexte und den Koran beinahlten allerlei Vertrautes, aber auch Einiges Überraschendes, wie etwa zur Autorenschaft und - intention des Korans selbst.

Einige Aussagen zur japanischen Religiöstät und zu den japanischen Gefühlen zu USA nach dem Zweiten Weltkrieg sind sicherlich zu hinterfragen und ich persönlich vermisste einen Bezug auf die Aleviten in der Darstellung der wichtigen islamischen Strömungen.

Aber insgesamt ' unter der Vorgabe der Unwissenschaftlichkeit ' ist dieses Buch voll interessanter Fakten, Statistiken und Anekdoten, die die Integrations- und Religionsdebatten sicher bereichern werden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein umgekehrter Prophet, 12. Januar 2015
Von 
Marc S. Huf - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Hamed Abdel-Samad, ein Moslem als gebürtiger Ägypter und hervorragender Kenner der islamischen Welt, der wesentlich besser englisch und deutsch schreibt und spricht als beispielsweise Alexander Dobrindt, behauptet nicht - wie viele wohlmeinende deutsche Politiker - dass Islamismus nichts mit dem Islam zu tun habe. Er zeigt die fundamentalen, lebensgefährlichen Irrtümer verschiedener Weltanschauungen auf, die zu Terror im politischen und religiösen Gewand führen können.

Hamed Abdel-Samad ist einer der mutigsten und daher konsequent verfolgten Kritiker des Fundamentalismus und Extremismus.

Dabei setzt er weder die früheren Anhänger Mussolinis, Hitlers oder Stalins mit den hyperaktiven islamistischen Terroristen gleich, die derzeit vereinzelt, aber gezielt und gehäuft, im Orient (Irak) in Amerika (Boston) und in Europa (Paris) Schrecken verbreiten. Mit keinem Wort übertreibt und beschönigt der Autor die entsetzlichen Exekutionen, die soeben wieder reflexartig die Forderung nach Wiedereinführung der Todestrafe in Frankreich hervorriefen.

Das konnte er natürlich nicht ahnen, als er sein informatives Buch wie ein kompetent-kreativer Historiker schrieb, der nach dem Pilosophen Ortega y Gasset ein "umgekehrter Prophet" sein kann. (Hier ist der Prophet freilich kein unantastbares religöses Vorbild, sondern ein schlichter Zukunftskünder, z. B. des Alten Testaments.)

Die Geschichte kennt einige Beispiele für fundamentale Umkehr; das wichtigste historische Exempel ist wahrscheinlich das "Damaskus-Erlebnis", "the conversion of Saint Paul". Das liegt nun aber schon 2000 Jahre zurück.

Die heutigen Konvertiten scheinen besonders gefährlich und militant zu sein, weil sie sogar ihr Leben - und das Leben anderer - für die Bekehrung der "Ungläubigen" opfern. Es fragt sich, ob die Zahl der Gläubigen angesichts des Terrors gleich bleiben kann. Der kenntnisreiche Autor bezweifelt dies ganz entschieden, wenn er vorausschauend das Ende der islamischen Welt - wie einst Eduard Spranger den "Untergang des Abendlandes" - prophezeit hat. Wir wissen nicht, ob der tapfere Renegat, dem seine Gegner nicht das Wasser reichen können, Recht mit dieser These haben wird.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 7. April 2011
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Beim Nachdenken während und nach der Lektüre dieses Buches, will mir das Beleuchten der (festgefahrenen) Denkstrukturen in der islamischen Welt als wichtiger scheinen, als die im Titel des Buches proklamierte Prognose. Es ist gut und für die öffentliche Diskussion des Themas mit all seinen Problemen wohl auch wichtig, daß das Buch nicht von einem Europäer oder Amerikaner geschrieben wurde, sondern von einem Ägypter der selbst aus der beschriebenen Welt, aus der kritisch beschriebenen Gesellschaft stammt. Dem Autor gelingt es dem Leser begreiflich zu machen, daß ein Übermaß an (auch noch so menschlich gut gemeinter) Toleranz, gegenüber dem Islam nicht geboten, ja sogar kolossal falsch ist. Jedenfalls genau solange, bis nicht im selben Maße Toleranz der islamischen Welt gegenüber der säkularen Welt, gegenüber christlichen und jüdischen und atheistischen Lebenspraktiken Selbstverständlichkeit geworden ist. Im selben Maße wird aber auch klar, daß das von Kant in seiner Schrift "Zum ewigen Frieden" im kategorischen Imperativ formulierte Prinzip der Nichteinmischung unbedingte Gültikeit hat, generell und gerade gegenüber der islamischen Welt. Denn jede überhebliche Besserwisserei, jede Einmischung im Namen der Menschlichkeit, jeder Fingerzeig aus dem Westen auf die ohne Zweifel reale Mißachtung der Menschenrechte (aus unserer Sicht!), nützt den Fundamentalisten, weil es zum Beleg der Feindseligeit seit jeher von "den Anderen/den Ungläubigen/dem Westen" umgedeutet wird. Ob es letztlich zum Untergang der islamischen Welt kommen wird, vermag ich auch nach dem Lesen des Buches nicht zu beurteilen. Vieles spricht, der Argumentation des Autors folgend, dafür. Letztlich hat diese Kern-Aussage des Buches für uns Europäer, Deutsche auch nicht die höchste Relevanz, da wir in diese Entwicklung, wie auch immer sie verlaufen mag, herzlich wenig eingreifen können und sollten. Was aber für uns höchste Relevanz hat, ist die Gestaltung des Umgangs mit dem Islam als kultureller und geographischer Teil der Welt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Europa und mit den Muslimen, die auffällig häufig schwer integrierbar als Migranten in Europa leben. Ich empfehle dieses Buch grundsätzlich jedem, besonders aber jenen, die sich für besonders gute Menschen halten, wenn sie Sätze formulieren wie "Der Islam gehört zu Deutschland". Er tut es eben nicht, genauso wenig wie das Christentum zum Iran gehört. Richtig ist, in Deutschland, in der EU können Muslime frei leben. Das soll auch so bleiben. Die eigenen Probleme wird die islamische Welt aber erst überwunden haben, wenn man den Satz genau so auch über Christen und Juden und Atheisten(!!!) im Iran, in Saudi Arabien usw sagen kann.
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66 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Prognose, die inzwischen eingetroffen ist, 8. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Jeden Tag liest man irgendwo einen Beitrag über islamistischen Terror, Al Qaida, Moscheenbau, Minarettverbote, Kopftuchverbote; bei Sarrazin wird schon mal eine ganze abendländische Nation abgeschafft, allein über die Geburtenquotendifferenz - und quasi über Nacht kam nun auch noch die arabische Revolution - und dann das:
der Islam soll untergehen?

Das zumindest behauptet der Autor allen Ernstes. Er ist Ägypter und weiß, wovon er redet - weil er selbst als Muslim aufgewachsen ist. Er lebt inzwischen in Deutschland und ist Politikwissenschaftler - sein Beurteilungshorizont liegt daher weit über dem Durchschnitt eines "Otto Normalverbrauchers".

Er identifiziert den Islam grundsätzlich als eine antike, monotheistische Religion, die dazu angelegt sei, die Menschen in Passivität und Autoritätshörigkeit zu halten. Für die Probleme der modernen Welt hätte diese Religion keine Lösungen mehr anzubieten. Daher seien auch schon seit mehreren Jahrhunderten keine nennenswerten Beiträge mehr aus muslimisch geprägten Ländern gekommen, egal, ob es sich um Philosophie, Wissenschaft oder Technik handelt. Gegenüber dem Westen seien diese Länder daher hoffnungslos ins Hintertreffen geraten - und das kreative Potential in diesen Ländern werde dadurch immer noch blockiert.

Die Muslime würden dies spüren, könnten die Ursachen dafür aber meist nicht festmachen. Und so entwickelten sie eine geradezu schizophrene Haltung gegenüber dem Westen: einerseits würden sie oftmals hemmungslos auf alles Westliche einprügeln, weil der zwar als überlegen, aber gleichzeitig als verantwortlich für ihre Misere wahrgenommen würde; andererseits würden sie sich völlig kritiklos dem hemmungslosen Konsum westlicher Güter hingeben.

Modernisierung auf der Grundlage der Aufklärung, wie ihn der Westen durchlaufen hat, sei der muslimischen Welt fremd. Ergo würden alle Modernisierungsversuche höchstens oberflächlicher Natur sein können - der Muslim würde immer der Auffassung sein, dass alles Geschehen von außen käme - in erster Linie von Allah als Prüfung, oder wenigstens von einer säkularen Instanz, die ihm sagt, wo es langgehen soll. Diese Haltung beschränke sich nun keineswegs auf die ärmeren Schichten - sie sei überall in der muslimischen Welt verbreitet.

Der Autor folgert daraus, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich die jungen Muslime nicht mehr auf diese archaische Weise gängeln lassen wollten. Und dann würde es im weiteren Verlauf rapide mit dem Islam bergab gehen. Aber er zeigt auch das Konfliktpotential auf, das sich hieraus ergeben könnte.

Das Buch wurde bereits geraume Zeit vor der arabischen Revolution geschrieben - und liest sich im Nachhinein tatsächlich wie eine Prognose! Diese Revolution ereignet sich inzwischen, vielleicht für manche überraschend - und niemand weiß genau, worauf sie hinauslaufen wird.

Zu ergänzen bliebe noch, dass diese Prognose keineswegs auf die muslimisch geprägte Welt beschränkt ist. Man kann durchaus auf die Idee kommen, dass sich dieses prognostizierte Schicksal alle ähnlich gestrickten Religionen und Machtstrukturen teilen dürften - evangelikale Fundis oder erzkonservative Katholiken seien hier stellvertretend für alle anderen genannt.

Dieses Buch sollte jeder lesen, der unsere Zeit ein bisschen besser verstehen will! Es ist flüssig geschrieben, die Argumentationen sind schlüssig und rational - und häufig auch durch Beispiele untermauert von Geschehnissen, die der Autor selbst erlebt hat.

Unbedingt empfehlenswert!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Null Zukunft, 15. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Das Buch kam vor den Unruhen in der arabischen Welt heraus. Eine bessere Bestätigung der Aussagen dieses Buches gibt es nicht.

Der Autor, selber Ägypter, greift die wesentlichen Problemkreise der islamischen Welt heraus und kommt zum Schluss, dass es keine Rettung mehr für diese religiös-determinierte Welt gibt. Entweder die Länder säkularisieren sich, oder stürzen ins Chaos.
Das Problem dabei: Von diesem Crash, der Abermillionen Migranten produzieren wird, bliebe Europa nicht unbetroffen.
Das Buch ist sehr persönlich gefärbt, man nimmt Abdel Samad ab was er schreibt. Das Buch ist deshalb sehr geeignet für Leute, die islamkritischen Büchern sonst nicht so ganz trauen, weil sie das Ausmass des theologischen Elends und Rückständigkeit der Religion Islam nicht glauben wollen.

Zitat:
"Kein heftiger Zusammenprall, sondern eine leichte Berührung mit dem Eisberg namens Moderne reichte aus, um das islamische Schiff aus dem Gleichgewicht zu bringen."
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Autor spricht mir aus der Seele, 20. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als gebürtiger Iraner kann ich mich absolut in das Thema und in den Autor hinein versetzen und wirklich 95% des Inhaltes zustimmen. Er geht sogar noch sehr liberal mit dem Thema um. Ich kann's jedem empfehlen sehr gut um einen Überblick zu bekommen oder den Einstieg in diesem sehr komplexen Thema zu schaffen. Ich liebe es!!!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gebildeter Autor, der keine Angst hat die Wahrheit auszusprechen, 28. September 2014
Ich kann das Buch jeden empfehlen, der der Meinung ist, der Islam sei unschuldig.
Mohammad vor 1400 Jahren hat genau das gleiche mit meinem Volk (Mesopotamien) gemacht was heute die ISIS macht.
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59 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kulturpessimismus in hoher Potenz, 1. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose (Broschiert)
Wie Abdel-Samad in der Einleitung seines Buches betont, ist das Buch eine "persönliche Analyse" und eine Einschätzung der Entwicklungen in Teilen der islamischen Welt, nämlich den arabischen Staaten, und keine wissenschaftliche Studie.

Deshalb benutzt Abdel-Samad ohne Scheu auch sehr kräftige Worte. Das Gefühl vieler Muslime einerseits "permanent erniedrigt" zu werden, andererseits aber "Omnipotenzphantasien" zu haben, führe zu einer "explosiven Paranoia" mit fatalen Folgen; denn nichts sei gefährlicher als ein "Schwächling mit Allmachtsvisionen". Symtomatisch ist auch der Kern der Bildungsphilosophie in den meisten arabischen Staaten, nämlich "Loyalität statt Wissen", "Verherrlichung statt freies Denken" vermitteln zu wollen. Das selbstbestimmte Leben der Kinder, vor allem der Töchter, werde im Islam - welcher Wahnsinn steckt dahinter? - nicht als Chance, sondern als Bedrohung gesehen. Die Fenster des Hauses werden nicht als Öffnung gesehen, durch die frischer Wind hineinkommt, sondern als Schwachstelle, durch die die eigenen Kinder entfliehen und Eindringlinge sich hineinschleichen könnten. Die Außenwelt werde als eine Welt des Feindes gesehen, und jede Geste, die aus ihr kommt, wird als feindselig interpretiert. Der Islam habe vor allem ein Problem mit sich selbst, mit seinen Ansprüchen und Weltbildern.

Und in Bezug auf die Muslime in Europa:
Die Migration wird als Exil empfunden oder als solches mystifiziert und der Glaube wird zum leitenden Identifikationsmerkmal. Muslime würden ihren Migrationshintergrund in den Vordergrund stellen und auf Besonderheiten im öffentlichen und privaten Raum insistieren.
Wenn es nach dem Autor ginge möchte er fünfmal am Tag den Wahlspruch der Aufklärung aus jedem Minarett in der islamischen Welt hören:
Sapere aude! Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Das sind alles Dinge, die man in der Bundesrepublik als Deutscher sich in dieser Deutlichkeit immer noch kaum zu sagen traut.

Am überzeugensten kommt Abdel-Samad rüber, wenn er aus selbst erlebter Erfahrung berichtet,
z.B. über die Beschneidung seiner Nichte (nach einer UNICEF-Studie von 2010 werden immer noch unglaubliche 85 % (!) aller Mädchen in Ägypten beschnitten) oder seine Darstellung der Inhalte der Schulbücher in Ägypten.

Wenn Abdel-Samad feststellt, dass in Europa keine differenzierte Debatte über den Islam und die Migration geführt werde, weil die Atmosphäre, in der ehrliche Kritik, frei von Stimmungsmache, Apologethik und Überempfindlichkeit fehle, stellt man sich allerdings die Frage, wie dies bei der von ihm geführten Islamkritik denn überhaupt möglich sein soll.

Abdel-Samad ist sicher: Die arabisch-islamisch Welt wird untergehen. Wüste und Bevölkerung wachsen, Erdöl, Wasser und Nahrung werden immer knapper. Die unversöhnliche Geisteshaltung gegenüber dem Westen und der modernen Wissenschaft ändert sich nicht. Wer gegen die beiden das Leben und die Natur beherrschenden Prinzipien "Vielfalt und Flexibilität" verstößt, stirbt aus.

Niemand sollte sich darüber allerdings freuen; denn: Der Untergang der islamischen Welt bedeutet für die Europäer insbesondere, dass die Migrationswellen exorbitant zunehmen. Sollen wir diese im Mittelmeer ertrinken lassen? Nein, damit werden wir weder moralisch noch wirtschaftlich fertig und dann wird sich wohl zwangsläufig auch Oswald Spenglers Prophezeiung über den Untergang des Abendlandes (die Lektüre dieses Buches bildete offensichtlich den Anstoß für die Herausgabe des eigenen Buches) bewahrheiten. Schwere Zeiten warten auf uns ...

Der letzte Absatz - ich meine einen typisch arabischen Stil zu erkennen - seines Buches sei hier zitiert:

"Der Wald wird niederbrennen, und der Rauch wird zum Himmel steigen. Aber neue Bäume werden an der gleichen Stelle trotzdem wachsen. Kulturen entstehen und verschwinden wie eine Sandburg am Strand. Das Meer aber bleibt und seine Wellen werden immer kommen und gehen, unabhängig davon, welche Gestalt die Sandburg am Strand hat."
Ist das etwa nicht tröstlich?

Wegen der vielen richtigen Erkenntnisse, Anregungen zur Diskussion und der authentischen Geschichten des Autors, und trotz der kulturpessimistischen Grundaussage bleibt es ein lesenswertes Buch: 4 Sterne.
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Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose
Der Untergang der islamischen Welt: Eine Prognose von Hamed Abdel-Samad (Broschiert - 10. September 2010)
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