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5.0 von 5 Sternen Musikgeschichte
Eines kann man Norman Philips nach der Lektüre des Buches auf keinen Fall vorwerfen:
Das er unter einer Ergebenheit, einer zu großen Nähe, einer unkritischen Haltung Mick Jagger gegenüber leiden würde. Norman Philips legt seinen Finger durchaus in Wunden und eine Vielzahl fragwürdige Charaktereigenschaften, so dass der Leser...
Veröffentlicht am 14. Oktober 2012 von M. Lehmann-Pape

versus
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sorry - leicht überschätzt. Nicht mehr als eine Datensammlung.
Zunächst mal: In meinen Augen disqualifiziert es einen Biographen, wenn am Ende der Eindruck bleibt, mehr über die Vorlieben und Abneigungen des Autors erfahren zu haben als über die Person, um die es sich in der Biographie handelt. Und genau so ist es. Philipp Norman nimmt sich nicht zurück, sondern misst die Person Mick Jagger und andere an seinen...
Vor 22 Monaten von agricolina veröffentlicht


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikgeschichte, 14. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Eines kann man Norman Philips nach der Lektüre des Buches auf keinen Fall vorwerfen:
Das er unter einer Ergebenheit, einer zu großen Nähe, einer unkritischen Haltung Mick Jagger gegenüber leiden würde. Norman Philips legt seinen Finger durchaus in Wunden und eine Vielzahl fragwürdige Charaktereigenschaften, so dass der Leser tatsächlich sich selbst ein Bild der „Lippen des Jahrhunderts“ machen kann und nicht unbedingt zu einer Wertung von Mick Jagger als „sympathischer Figur“ kommen wird. Das ist „Kumpel“, kein „Männerfreund“, keiner, der Rücksicht nimmt, wenn er „sein Ding“ durchzieht. Eher ein Ereignis denn eine fassbare Figur.

Einer, der zwei seiner Musiker durchweg als Angestellt „hielt“, der beim einzigen Autorenbeitrag Bill Wymans durchaus noch dafür sorgt, dass zumindest ein Teil der Tantiemen an ihn und Jagger geht. Der bei der angekündigten Trennung von Seiten Jerry Halls erst einmal die Rechtmäßigkeit der Ehe gerichtlich anzweifelt (8 Jahre Partnerschaft und vier gemeinsame Kinder interessieren Sir Mick einen Dreck, wenn es an seinen Geldbeutel gehen soll). Dessen erster Reflex auch in dieser Beziehung der gleiche war, wie bei der Trennung von Bianca. „Taschen zu!“. Ein übler Geizkragen, keine Frage.

Aber auch einer, anders betrachtet, der in der flüchtigen Welt des Glitters und Rock eben nicht Pleite geht, nicht vor die Wand fährt. Exzessiv lebt, aber nicht die Kontrolle verliert.
So haben im Buch viele der vielen schwierigen, negativen Eigenschaften auch ihre positive Kehrseite. Für Mick Jagger zunächst.
Er ist es, der „den Laden zusammenhält“, der beinhart verhandelt und so auch den anderen Unsummen an Land spült (natürlich hat er den größten Anteil nachher auf dem eigenen Konto). Natürlich zieht er über Jahre hinweg auch Keith Richards mit, der im Drogensumpf über lange Zeit nur vor sich hin taumelte. Eine Beziehung im Übrigen, die Normann durchaus sachlich zu schildern versteht und jeglicher „Rock-Freunde-Romantik“ ziemlich entkleidet. Allein schon die gemeinsamen Anfangsjahre zeigen, dass beide sehr unterschiedliche Prägungen besitzen und sich im engen Verbund letztlich auseinanderdividieren mussten.

„Wann ist denn ihr Zickenkrieg beendet?“, wurde Keith Richards einmal, gefragt. „Fragen Sie die Zicke“, war seine einzige Antwort. Freundschaften mit Mick Jagger sind und waren schwierig, folgt man dem Buch. Was Geld angeht, vor allem aber auch, wenn man als Mann und „Freund“ eine attraktive Partnerin gerade an seiner Seite wähnt. Da kennt Mick Jagger keine Freundschaft. Sei es Eric Clapton mit Carla Bruni, Keith mit Anita Pallenberg, die verheiratete Angelina Jolie, sie alle landeten über kurz oder lang in Micks Bett. Kein Wunder, dass eine ziemlich gereizte Stimmung dem Mann an vielen Orten gegenüber schlägt.
Was ihn nicht sonderlich interessiert.

Eben auch einer, der mit Keith Richards zusammen eine breite Kompositionsliste aufzuweisen hat mit einigen der erfolgreichsten Lieder der Rock'nRoll Geschichte. „Satsifaction“ ist das Lied der Zeit, das selber zeitlos wurde. Eine Band, die bis dato noch die größten Stadien füllt. Und einer, der seinem Publikum bereit ist, sich ganz zu geben, egal, was passiert. So räumt Norman auch mit der „Legende von Altamont“ auf und zeigt, wie professionell Jagger dort zu Werke ging, eben nicht “über Leichen“ seine Show abzog (vom Tod des Besuchers wusste er zunächst nichts) und nicht, wie andere Bands, die Bühne fluchtartig verließ.

Norman zeichnet ein sehr differenziertes Bild von Mick Jagger, von Höhen und Tiefen, von Geltungssucht und absoluter Kontrolle, mithin eines Mannes, der eine „lebenslange „Pubertät“ mitsamt ausgesprochener Sexsucht einfach lebt, der „ein Ding“ macht, ohne Rücksicht auf Verluste und mit einer ausgeprägten, mangelnder Empathie. Aber auch einer, von dem Norman auch sagen kann:

„Welcher Mensch sich wirklich hinter der Jagger-Maske versteckt, lässt sich am ehesten anhand seiner sieben Kinder beurteilen.... Häufig ist es so, dass die Nachkommen von Rockstars ihre Väter geradezu hassen. Doch alle Kinder Sir Micks vergöttern ihren Vater geradezu. Wenigstens in dieser Hinsicht ist der ewige Teenager wirklich erwachsen geworden“.

Einer also, der in seinem Nest, in seiner Familie alles tut (solange es nicht um Monogamie geht), und nach außen hin vieles andere einfach ohne Zucken an sich abperlen lässt.

Norman Philips schreibt detailliert und differenziert, mit spürbarem, kritischen Abstand zu Jagger und würdigt dennoch das, was diese „Ein Mann Show“ an kreativer Leistung mit persönlicher Konsequenz und massivem Charisma der Welt gegeben hat. IN einem konkreten Umfeld und einer konreten Zeit, mit konkreten Wegbegleitern, die Norman alle erwähnt und zu einem Gesamtbild zusammenzufügen versteht. Ein Bild sicher eines „Mannes mit Maske“, aber ebenso sicher auch hebt sich bei diesem Buch der Vorhang zur „großen Show“, der „größten Band“ mit den laszivsten Lippen der Rock-Geschichte.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sorry - leicht überschätzt. Nicht mehr als eine Datensammlung., 21. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Zunächst mal: In meinen Augen disqualifiziert es einen Biographen, wenn am Ende der Eindruck bleibt, mehr über die Vorlieben und Abneigungen des Autors erfahren zu haben als über die Person, um die es sich in der Biographie handelt. Und genau so ist es. Philipp Norman nimmt sich nicht zurück, sondern misst die Person Mick Jagger und andere an seinen eigenen Urteilen und Vorurteilen. Das halte ich für sehr schade. Mich interessiert nämlich nicht, was Herr Norman über die Kunst von David Bowie ("schrecklich!") oder Straßenmusikanten ("alle schmuddelig!"), die Autobiographie von Keith Richards ("vieles einfach erfunden") ectectect hält.

Vielmehr hätte mich bei diesen und vielen anderen Sachen im Buch interessiert, was Mick Jagger davon hält. Aber daran krankt dieses Buch. Die Figur Jagger bleibt menschlich völlig verwaschen. Aus ein paar Mosaiksteinchen lässt sich kein griffiges Porträt zusammensetzen. Meiner Ansicht nach liegt das vor allem an einem Punkt, der einen Biographen geradezu disqualifiziert: Offenbar hatte Norman keinen Kontakt bzw. keinen Zugang zu Jagger; geschweige denn zu irgendeinem Archiv eines Jagger-Vertrauten. Alle seine Informationen sind aus zweiter oder dritter oder sonstiger Hand. Es gibt kein Zitat, keine Geschichte auf diesen 700 Seiten, das/die von Jagger selbst kommt, die dieser dem Biographen selbst mitgeteilt hätte, keine Insidergeschichte, keine Einschätzung Jaggers, nichts.

Schwer zu sagen, woher dieses Sammelsurium an Informationen kommt, denn Norman nennt grundsätzlich keine Quellen. Er zitiert auch nicht, es gibt auch im Buch kein Verzeichnis oder eine Liste oder einen Hinweis darauf, mit wem Interviews geführt wurden für dieses Buch, welche Quellen zugrunde lagen. Es gibt im Buch praktisch keine Geschichte, die jemand, der sich mit den Stones und ihrem Umfeld (und den bisher dazu erschienenen Büchern) beschäftigt hat, noch nicht so oder anders schon gelesen hat. Dafür werden Geschichten und Stränge in einer Epik aufgedröselt, die mit Jagger nichts oder nur am Rande zu tun haben. Die Mär von dem Satanismus-Zugang und diesem Obersatanisten wird grotesk breitgetreten, auch der gesamte Bereich der Filme, für die sich Jagger angeblich interessiert hat - all das sind Nebenkriegsschauplätze, die kaum davon ablenken, dass es Norman an Substanz fehlt, wo es darum geht, Jagger herauszuarbeiten. Immer wieder stößt Norman an die Grenzen seiner eigenen Moralvorstellungen, wenn es um seine Hauptfigur geht; und schlimmer noch: Er macht diese zum Maßstab für die Leser.

Insgesamt bin ich von diesem Buch SEHR enttäuscht. Ich hatte mich darauf gefreut; aber immer wieder bei der Lektüre große Lust, es einfach in die Ecke zu feuern und nicht mehr weiterzulesen. Denn abgesehen davon, dass ich kaum mehr über Jagger erfahre, als mir ohnehin schon bekannt war, ist es einfach nicht gut und spannend geschrieben bzw. übersetzt. Streckenweise liest es sich einfach wie eine Datensammlung - hier wird einfach aneinandergereiht, Name-Dropping noch und noch. Wer den Vergleich nachvollziehen kann: Das Verhältnis zwischen Keith Richards "Life" und Normans "Mick Jagger" ist in etwa wie das Verhältnis zwischen Hillary Clintons "Gelebte Geschichte" bzw. Carl Bernsteins CLinton-Biografie einerseits und Bill Clintons "Mein Leben" andererseits. Erstere farbig, voller Anekdoten, Einschätzungen, Begegnungen, Bewertungen, spannend zu lesen; das andere ein nüchternes Kompendium mit einer schier endlosen Abfolge von Daten und Namen. Den Lesewert kann sich jeder selbst zurechtdenken.

Noch ein Nachteil von Normans Werk: Einigermaßen lesenswert und informativ ist es am ehesten für Menschen, die sich noch nie mit den Stones und Jagger beschäftigt haben. Gerade für diese aber wird einfach viel zu wenig erklärt und viel zu viel musikalisches Basiswissen, Branchenwissen und Fachterminologie vorausgesetzt. Da gibt es kein Erklärungsregister. Außerdem schwächelt das Buch enorm auf der Zielgeraden. Anfang/Mitte der Achtziger ist die Luft raus, der Rest ist nur noch vollständigkeitshalber zusammengestoppelt.

Von mir: Keine Kaufempfehlung. Dann lieber das Geld in die Biographien von Keith Richards, Bill Wyman und Ron Wood investieren. Über Mick Jagger gibt es - für mich - auch nach diesem umfangreichen Stück von Norman keine lohnende Biografie. Schade.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Mysterium bleibt, 8. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Ein Stück weit ist es doch erstaunlich, wie wenig bis heute in Buchform über Mick Jagger geschrieben wurde. Der Mann hat schliesslich nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Musikgeschichte geleistet, sondern auch Millionen Fans verzückt und Einfluss auf den Lebensstil einer ganzen Generation gehabt. Deshalb ist es ganz einfach mal gut, liegt hier ein Werk über diese aussergewöhnliche Persönlichkeit vor, die anders als die ungezählten Artikel in Musikzeitschriften aller Herren Länder auf die Person Mick Jagger zugeht. Man könnte auch sagen: Der Autor macht einer paar grosse Schritte in Richtung auf das Denkmal Jagger, er klettert sogar daran hoch und kommt diesem "zerfurchten Gesicht", wie er es an einer Stelle nennt, doch recht nahe. Dennoch: auch für Philip Norman bleibt Jagger letztlich ein Gesicht, ein Denkmal, ein Star der soviel pralles Leben in sich aufgenommen hat um damit nicht Bücher sondern Bibliotheken zu füllen. Und schliesslich gelang es auch Norman nicht, die Schatzkiste wirklich zu öffnen und an die intimsten Gedanken und Geheimnisse Jaggers heranzukommen. Denn Jagger kann sich offiziell "an nichts erinnern", eine Phrase, die der Autor leicht als Masche entlarvt, um missliebige Fragen zum Vorneherein abzuwehren. Norman scheint darob überhaupt nicht frustriert zu sein und Mick Jagger kann man es eigentlich nicht übel nehmen wenn er im Herbst des Lebens, das er dauernd an der Front, im Sperrfeuer der Medien und im Gekreische der Groupies verbracht hat ein paar Geheimnisse für sich behalten will. Das Mysterium bleibt.

Der Autor beleuchtet das Leben der Musiklegende Jagger in einfacher Sprache. Man könnte vermuten, dass er sein Werk auch denjenigen bereithalten will, die mehr Übung im Hören als im Lesen haben, aber das ist vielleicht eine böswillige Unterstellung.

Alle mehr oder weniger bekannten Gerüchte und Geschichten werden kurz oder ausführlich behandelt, so etwa der alte Kalauer von der sexuellen Beziehung zu David Bowie. Norman bietet dafür in seiner britisch trockenen Art eine eigene Erklärung an: Jagger ging es nur darum, seinen wichtigsten Konkurrenten im Auge zu behalten. Damit hätte der clevere Mick sichergestellt, dass man meistens, wenn man von Bowie sprach, auch von Jagger sprach. Eine glänzende Strategie, wenn sie denn der Wahrheit entspricht, die ihre Wirkung nicht verfehlt hätte. Daneben bietet Norman auch weniger bekannte Geschichten an, etwa diejenige von der schmachtenden Verehrung Jaggers für Angelina Jolie.

Das Buch wirkt auf mich wie ein Ruf aus einer fernen Zeit, als Musik oft noch mit gesellschaftlicher Auflehnung gleichzusetzen war. Was für ein Gegensatz zur heutigen Musikindustrie und deren jugendlichen Kunden, die wahrscheinlich gar nichts mehr mit dem Gedanken anfangen kann, dass es zwischen Musik und gesellschaftlichen Normen irgendeinen Graben geben könnte und die sich nur noch rhythmisch im Scheinwerferlicht der Marketingexperten bewegen und sowohl auf der Tanzfläche wie auch im gesellschaftlichen Leben genau das tun, was von ihnen erwartet wird.
Schön zu lesen, wie auch der junge Mick Jagger einstmals angepasst und scheu, vorsichtig und ordnungsliebend war und weder für Alkohol noch für Drogen etwas übrig hatte und darüber hinaus Herumhängen und Dreck gleichsetzte und verabscheute. Und man fragt sich: was muss das für ein Leben, was für ein Groove gewesen sein, der aus jenem Jungen diesen Mann machte, der strotzt vor Selbstvertrauen und so viel erlebt hat, dass es ausreicht, um Millionen von namenlosen Fans ein bisschen davon für ihre Träume abzugeben?

Das Buch ist oft überraschend, aber nicht immer. Dass der Registereinträge zu Keith Richards doppelt soviele sind wie zu Charlie Watts erwartet man. Dass Brian Jones dauernd heruntergemacht wird und Marianne Faithfull im Musikhimmel zu schweben scheint, erstaunt und lässt einen nachdenklich werden. Die Quellen des Autors bleiben nämlich durchwegs im Dunkeln und der Autor muss es sich selber zuschreiben, wenn der Leser auf den Gedanken kommt, dass eine besonders ergiebige Quelle mit vielen wohlwollenden Erwähnungen belohnt worden sein könnte.

Im Übrigen bietet das Buch ein wirklich gutes Register und zahlreiche hilfreiche Fotos. Leider aber wurde eine Zeittafel nicht für nötig befunden, wo sie doch ausserordentlich hilfreich gewesen wäre. Auch ein Songverzeichnis hätte diesem Buch im Sinne der Vollständigkeit gut getan.

Trotz einiger Mängel und der Geheimnistuerei darum, wer dem Autor zu all den Kenntnissen verholfen hat, hat das Buch als wirklich gute und flott geschriebene Biografie mit der notwendigen kritischen Distanz zum Porträtierten seine fünf Sterne ***** verdient! Schliesslich ist es auch noch wichtig festzuhalten, dass Leute, die mit allen Stories rund um die Stones bereits bestens vertraut sind, wohl wenig Gewinn aus der Lektüre schlagen werden. Der Leser jedoch, der die Musik der Stones mag, der fasziniert ist von der Welt des Rock'n'Roll, der aber auch noch andere Musikstile, Bands und Charakteren mag oder gar verehrt und dessen Wissen über die Epoche eher generell aber breit gelagert ist, wird von dieser Biografie angetan sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selbst Bekanntes wird so wieder spannend, 14. Oktober 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Über Mick Jagger, den Frontmann der Rolling Stones, wurde in den all den Jahren natürlich viel geschrieben. Und daher sollte man auch nicht erwarten, der Journalist und Schriftsteller Philip Norman könne mit lauter Überraschungen aufwarten. Aber dafür kann er seine Leser mit einem Schreibstil beglücken, der einfach nur Spaß macht. Das wird schon im Prolog klar.

Wie bereits in der Biographie von John Lennon zeichnet der englische Musikkenner starke Bilder, die Außenstehenden zumindest eine Ahnung vermitteln können, was in der Welt der Stars zum Alltag oder zu den Höhepunkten gehört. Nach dem zehnseitigen Auftakt werden sich einige Leser fragen, warum ihnen die Einzigartigkeit von Mick Jagger nicht schon früher bewusst wurde. Man kann die Stones mögen oder nicht, Megastars wie ihr Frontmann gibt es nicht viele. Und daher erfahren wir auch, was es alles braucht, um sich so lange auf dem obersten Podest halten zu können.

Nach Jaggers Auftritt an der Preisverleihung der British Academy of Film an Television Arts im Jahre 2009 geht’s einige Jahrzehnte zurück in den Süden Englands. Denn dort wurde Mick Jagger am 26. Juli 1943 in Dartford geboren. Aber es ist typisch für den Schreibstil von Philip Norman, dass er uns nicht einfach mit langweiligen Namen und Daten belästigt, sondern gleich noch demonstriert, wie Geschichtsunterricht Spaß machen könnte. Indem es dem Autor gelingt, uns in die damalige Zeit und Gegend zu versetzen, verstehen wir auch besser, warum Mick Jagger nicht für eine Nebenrolle bestimmt war. Auch wenn der Zufall wie immer zu seinen Auftritten kommt.

Ob die Welt wissen muss, dass Mick Jagger seine Unschuld in einer Besenkammer des Bexley Hospitals verlor, mag jeder selber entscheiden. Aber die Wochen als Pflegehelfer in einer psychiatrischen Einrichtung haben bei Mick Jagger ebenso Erinnerungsspuren hinterlassen wie all die anderen Geschichten, von denen in dieser Biografie die Rede ist. Mich interessieren jedenfalls die kleinen Episoden mehr als die mehrfach gefilterten Berichte über die großen Ereignisse.

Ein Buch über Mick Jagger zu schreiben, ist natürlich unmöglich, ohne sich in Geschichten einzumischen, die über die anderen Mitglieder der Rolling Stones erzählt werden. Und schon vor dem Erscheinen von Keith Richards’ Autobiografie fragte sich die Fangemeinde oft, welches nun die richtige der dargebotenen Versionen sei. Beantworten kann dies Philip Norman nicht. Aber er liefert zumindest neue Puzzlesteine, um eigenen Bilder zu vervollständigen. Ein Spiel, das mir auch deshalb Vergnügen bereitete, weil ich Keith Richards in den 1980er-Jahren persönlich kennenlernen durfte und damals erahnen konnte, was Keith und Mick wohl für immer verbindet.

Das vierte Kapitel trägt die Überschrift „Selbstwertgefühl? Hatte er nicht.“ Wie Philip Norman die selbstgestellt Frage in einen größeren Zusammenhang stellt und beantwortet, ist ein weiterer Beleg für seine Schreibkunst. Denn man erfährt bei Norman mehr über den Lieblingsbegriff der Lebensratgeber als in vielen populärwissenschaftlichen Büchern zu diesem Thema.

Der Versuch, bald siebzig Jahre Mick Jagger und 700 Seiten in wenigen Zeilen zusammenzufassen, kann nur scheitern. Daher lasse ich es lieber und beschränke ich mich auf die Empfehlung, Philip Normans Mischung aus Biografie, Kulturgeschichte, Klatsch und Musikkritik selber zu lesen. Langweilig ist seine einfache Sprache jedenfalls ebenso wenig wie das Leben von Mick Jagger. Und da es inzwischen so viele Bildbände über die Stones gibt, wird es auch jeder Leser verschmerzen, dass der Bildteil in Normans Buch keine Fünfsternebewertung verdient. Ganz im Gegensatz zum ausführlichen Register, das Geschichtenliebhabern die Suche nach bestimmten Episoden und Darstellern wesentlich erleichtert.

Mein Fazit: Biografien von Legenden zu verfassen, war schon immer eine schwierige Aufgabe, Doch wie Philip Norman eindrücklich zeigt, ist sie zu meistern, wenn man ein Gefühl für die richtige Mischung von überprüfbaren Fakten und überlieferten Geschichten hat. Obwohl der Biograf zu den Bewunderern von Mick Jagger gehört, hat er genügend Distanz zum Frontmann der Stones, um nicht in peinliche Heldenverehrung zu verfallen. In verständlicher Sprache zeichnet er einfach Bilder einer Epoche und eines Megastars.
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4.0 von 5 Sternen der Edelstein, 18. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich bereits Philip Normans Biographien über die Beatles, die Rolling Stones und John Lennon gerne gelesen habe, habe ich mich über dieses umfangreiche Buch (700 Seiten) über Mick Jagger gefreut. Norman spannt den Bogen von Jaggers Kindheit bis zu dem 50jährigen Jubiläum der Rolling Stones. Sein Schwerpunkt liegt eindeutig auf den 60iger Jahren. Jaggers erste musikalischen Schritte, der Durchbruch der Stones, Tourneen, Plattenaufnahmen sowie die Konflikte mit dem Gesetz nehmen einen breiten Raum ein. Es entwirft auch ein schönes Zeitbild der 60iger Jahre. Für mich der stärkste Teil des Buches.

Dabei schildert er alles aus der Perspektive Jaggers, der als durchaus ambivalente Person dargestellt wird. Norman scheint mir auch den nötigen Abstand zu Jagger zu haben. Es ist eindeutig keine Hofberichterstattung. Das Buch ist sehr gut lesbar, unterhaltsam und informativ. Man erfährt wirklich viel aus Jaggers Leben.

Ab Seite 430 mit dem Auftritt von Bianca flacht es jedoch etwas ab. Von da an nehmen für meinen Geschmack die Frauengeschichten und der Nachwuchs im Hause Jagger einen viel zu breiten Raum ein. Die Musik ist für Norman dann eher Nebensache. Schade.

Die Darstellung von Keith Richards fällt mir zu negativ aus. Dieser wird eher als Drogenwrack geschildert, der ab und zu mal einen genialen Moment hat. Sein Einfluss auf die Stones muss aber deutlich größer gewesen sein. Norman legt auch seine Quellen nicht sauber offen. Das Buch scheint aus diversen anderen Bücher (etwas die Biographien von Richards, Faithfull, Wood und Wyman), alten Interviews, youtube Clips und Artikeln zusammengestellt worden sein. Quellenverzeichnis? Fehlanzeige! Ob Norman überhaupt neue Interviews geführt hat und vor allem mit wem, wird nicht deutlich. Neue Interviews sind auch nicht zwingend erforderlich, aber erwähnen könnte man es trotzdem. Dann kommt mir auch die musikalische Analyse eindeutig zu kurz. Warum Mick Jaggers Solokarriere nie so richtig in Gang kommt, obwohl er einer der weltweit bekanntesten Musiker überhaupt ist, wird nicht analysiert. Da hätte man mehr machen können.

Trotz der Kritikpunkte hat Norman eine gut lesbare und informative Biographie über eine nicht leicht zu fassende Persönlichkeit vorgelegt. Für Stonesfans und Interessierte an Musikerbiographien klar zu empfehlen. 4 Sterne.
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4.0 von 5 Sternen Mick-Jagger Biografie, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Die Biografie war schon sehr interessant, auch wenn man vieles schon wußte. Aber einmal lesen genügt, zum Hinstellen lediglich für absolute Freaks.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Porträt über einen Megastar, der mit seiner Musik Geschichte schrieb, 31. Oktober 2012
Von 
N. Figula "M. Figula" (Timmendorfer Strand Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Nun ja - die Rolling Stones feiern ihr 50jähriges Bestehen und ihr charismatischer Frontmann wird im nächsten Jahr 70! Was lag also näher, als ein weiteres Porträt Mick Jaggers zu veröffentlichen. Autor Philip Norman zeichnet darin die verschiedenen Lebensstationen Mike (erst später nannte er sich Mick) Jaggers von der Geburt bis heute nach und liefert ein sehr ausführliches Bild des Mannes, der zum Ritter geschlagen wurde und als Rebell der Rockmusik gilt.

Philip Norman begann seine berufliche Karriere in den 1970iger Jahren als Journalist bei der "Sunday Times". Seine Kolumnen über Stars und Sternchen machten ihn schnell bekannt. Bereits seine Biografien über die Beatles, Elton John, Buddy Holly, John Lennon und die Rolling Stones wurden große Erfolge. Für die Mick-Jagger-Biografie hat er mit vielen engen Weggefährten des Rockstars gesprochen. U. a. erzählen Micks Jugendfreundinnen Cleo Sylvestre und Chrissie Shrimpton zum ersten Mal über ihre Zeit mit dem jungen Blues-Fan, der mit seiner Musik eines Tages die Welt verändern sollte.

Der Autor beschreibt Jaggers Wandlung vom braven Vorstadtjungen zum Bürgerschreck. Aufgewachsen ist der zunächst noch etwas schüchtern wirkende Junge mit den üppigen Lippen im düsteren Dartford, südlich von London. Der Sohn eines Sportlehrers ist athletisch, ehrgeizig und zusammen mit seinem Vater schon als Jugendlicher im Fernsehen zu sehen. Dort zeigt er, wie man ein Zelt aufbaut oder Kanu fährt.

Schon früh entdeckt der Stipendiat der London School Of Economics den Rhythm & Blues und gründet 1962 mit den Jugendfreunden Brian Jones und Keith Richards die Rolling Stones. Bandkollege Keith Richards veröffentlichte 2010 selbst einen Autobiografie-Bestseller ("Life", Wilhelm Heyne Verlag), in dem er viele Seitenhiebe gegen Mick Jagger verteilt. Natürlich kommt nun auch Keith Richards in der Mick-Jagger-Biografie sein Fett weg: Für Philip Norman ist er "der Böse".

Norman berichtet von den ersten Konzerten der Rolling Stones und den gigantischen Welttourneen der letzten 20 Jahre. Er schildert wüste Drogenexzesse und nennt den Dealer von Mick und Keith. Er beschreibt die Eskapaden des skandalträchtigen Womanizers Mick Jagger, dessen Privatleben - angebliche bisexuelle Abenteuer, zahllose Frauengeschichten, zwei Ehen, sieben Kinder und zwei Enkel- seit Jahrzehnten die Medien beschäftigt.

Fazit: Ein facettenreiches Porträt eines der größten Stars der Rockgeschichte, der mit seiner röhrenden Stimme und der aufreizenden Show auch fünfzig Jahre nach der Gründung der Rolling Stones noch Fußballstadien zum Kochen bringt. (Mick Jagger tönt selbtbewusst: "Wir sind ein Symbol für die Ewigkeit".) Insgesamt ist diese ultimative Biografie mit 720 Seiten etwas lang geraten. Nun gut: Keith Richards schon erwähnte Autobiografie ist schließlich auch 735 Seiten lang. Da wollte wohl keiner von beiden zurückstehen... Für Fans der Rolling Stones aber sind beide Bücher ein absolutes Muss!
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4.0 von 5 Sternen Viel Schmuddelgeschichten, 28. Dezember 2012
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Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Gleich vorab: Die Biographie ist durchaus empfehlenswert! Sie zeichnet kritisch einen Egozentriker, der die Musikwelt in vielerlei Hinsicht nachhaltig veränderte. Wenn es in diesem Buch ein paar Dinge zu kritisieren gibt, dann sind es vor allem die Schmuddelgeschichten. Der Autor beschreibt sie ausführlich und detailiert, als wäre er dabei gewesen und sie nehmen eindeutig zuviel Platz im Buch ein, ebenso wie auch Jaggers schwache Filmaktivitäten.
Für mich enttäuschend ist die Tatsache, dass die Solowerke wie auch das Stones-Spätwerk eigentlich nur gestreift wird, hingegen die Sechziger und Siebziger sehr detailverliebt beschrieben werden. Auch die belegte Geschichte, dass der berüchtigte CBS-Boss Walter Yetnikoff Jagger in den 1980ern zum Ausstieg ("du brauchst die Anderen nicht mehr")zu überreden versuchte, wird nicht erwähnt. Gottseidank ist es ihm nicht gelungen.
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5.0 von 5 Sternen Gelungene Biographie, 27. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Als Geschenk zu Weihnachten. Selbst nicht gelesen, aber Feedback war sehr gut und der Leser empfiehlts weiter zum Lesen und Schmöckern in alten Rock'n Roll Zeiten:
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5.0 von 5 Sternen wertvoll, 24. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mick Jagger: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
tolle Geschichte über den sweet Birth of Youth - die Geschichte über sein Leben lässt eigentlich keine Fragen mehr offen und doch ist Mich ein einziges Rätsel...
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Mick Jagger: Die Biographie
Mick Jagger: Die Biographie von Philip Norman (Gebundene Ausgabe - 1. September 2012)
EUR 24,99
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