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Der Autor und ehemalige hohe politische SPD Funktionär Albrecht Müller spricht mit seinem Buch MEINUNGSMACHE einige brisante Gedanken gelassen aus. Das wir alle unablässig und mit jedem Jahrzehnt mehr und mehr manipuliert werden, sollte jedem klar denkenden Menschen bereits bewusst sein. Das diese Manipulation von den Medien und wir reden hier nicht nur über die allfällige Werbung für das neue Auto oder den neuen Staubsauger ausgeht, ist schon schlimm genug. Doch es kommt schlimmer denn die Politik insgesamt und die großen Industriekonzerne mit ihrer Lobbyarbeit machen sich ebenso daran, den Verstand der Bürger auszuhöhlen und den Kopf der Menschen mit Sägespänen zu füllen.

Der Autor war langjähriger Berater von Willy Brandt im Planungsamt, arbeitete für Karl Schiller und unterstützte Helmut Schmidt. Seine Internetplattform Nachdenkseiten verarbeitet mit Wolfgang Lieb zusammen diese Gedanken zum Thema Reformen, Meinungsmache und Machtwahn.

Sehr dezidiert schildert uns Albrecht Müller die derzeitige Lage in den Medien, zeigt uns die Vernetzungen zwischen privaten und staatlichen Interessen auf und gibt zu bedenken, das bestimmte politische Strömungen und privatwirtschaftliche Interessen den Bürgern und letztendlich dem Staat gravierend schädigen.

Seine Ansichten zu Täter Opfer Profilen in den Medien bezüglich Serbien und Albanien kann ich persönlich gut nachvollziehen. Auch zu anderen europäischen und internationalen Themen zeigt uns der Autor die starke Manipulation anhand von vielen Beispielen auf.

Allerdings möchte ich bemerken, dass dem Autoren wohl etwas entgangen ist, denn die Manipulation der Bürger auf bestimmten meinungspolitischen Ebenen, die Aufgabe des Staates in seinen Grundfesten und der ursprüngliche und noch immer aktive Zweck des Staates an sich - zielen auf eine immerwährende Beeinflussung hin. Weder ist dieser Staat jemals souverän gewesen, noch waren die Medien in ihrer Gesamtheit jemals frei, noch haben sich die Parteien seit der Gründung der Bundesrepublik jemals an den echten und wahren Volkswillen gehalten.

Es wurde manipuliert, verbogen, gezupft, gestopft und ausgeblendet. Es wurde beeinflusst, Feindbilder wurden erzeugt und Gefahren heraufbeschworen, welche nie wirklich da waren. Noch heute werden politische Zusammenhänge und Strömungen in Europa und der Welt und in Deutschland verfälscht dargestellt und dieser Honig wird den Bürgern über Presse, Funk und Fernsehen unablässig ins Gehirn geträufelt.

Dennoch ist das Buch ein erster Schritt in einer schonungslosen und offenen Diskussion um Freiheit und Selbstbestimmungswillen. Was das Grundgesetz tatsächlich sagt, weiß heute niemand mehr und niemand scheint sich daran halten zu wollen.

MEINUNGSMACHE von Albrecht Müller kann als ein Buch gelten, welches zum Nachdenken anregen möchte, blenden wir Rechts, Links und Mitte sowie sonstige Strömungen einfach einmal aus - denn am Ende ist alles nur Meinung.

Nicht erst seit heute haben Autoren versucht Kriegsvorbereitungen, Kriegshetze und Manipulation der Bürger mittels falscher Informationen anzuprangern, es scheint jedoch schwer zu sein zum Bürger vorzudringen, zu dicht ist das gewebte Netz aus Desinformation und Lüge.

Die Plünderung des Volksvermögens und die Manipulation sind bereits allumfassend, frech scheint man dem Bürger ins Gesicht zu lügen. Zahlen werden manipuliert, Statistiken werden gefälscht und der Demokratie ins Gesicht gelacht.

Man sollte im Übrigen nicht vergessen, nichts ist so instabil wie eine Demokratie und selten waren deren Vertreter so inkompetent, gierig und über das Volk erhaben wie heute. So werden Sie selbst zu Totengräbern des Staates und es scheint ihnen sogar noch Spaß zu machen.

Dem Autoren sollte es zumindest angerechnet werden, dass er darüber gesprochen und geschrieben hat, auch wenn er meint selbst nichts falsch gemacht zu haben - doch wer ist schon frei von Schuld?

Das Buch MEINUNGSMACHE kann man ruhigen Gewissens zum Politikunterricht verwenden. Jugendliche Schüler werden begeistert sein, was der Staat und die Konzerne mit ihnen noch vor haben und wie man ihre Eltern und Großeltern bereits manipuliert hat.

Am Ende sollte sich niemand wundern, warum so große Politikverdrossenheit herrscht und immer weniger Wahlberechtigte zur Wahl gehen, spielt es doch trotz gegenteiliger Bekundungen den großen Parteien in die Hände. Wer glaubt die Wahl zu haben irrt, denn in Deutschland hat niemand ein wirkliches und echtes Wahlrecht, das haben mir über 60 Jahre BRD gezeigt.

Empfehlenswert!
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am 22. August 2009
Kaum ein Bereich, den das aktuelle Werk von Albrecht Müller und Co-Autor Wolfgang Lieb nicht berührt. Ob konzernfreundliche Wirtschaftspolitik oder Umbau der Universitäten, ob fragwürdige Rettungskonzepte am Kapitalmarkt oder die Privatisierung der Altersvorsorge, die Macher der 'NachDenkSeiten.de' sprechen als frühere Insider offen und unverblümt über die in den Print- und TV-Medien allgegenwärtigen Methoden der Manipulation, die heute mehr denn je zum politischen Tagesgeschäft zu gehören scheinen. "Meinungsmache" ist ein durchweg zu empfehlendes Buch, welches die aktuellen Probleme unserer Demokratie treffend zusammenfasst. Es bleibt zu hoffen, dass es Gehör findet.
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am 31. August 2009
1. Schlechte Politik, oder: Was geht eigentlich ab?!

Dass wir es mit seltsam schlechten politischen Grundentscheidungen zu tun hatten in den letzten Jahren, ist den meisten "Menschen da draußen" (A. Merkel) nicht entgangen.

Einem konnte etwa - neben vielem anderen - folgendes auffallen, wenn man nur ein schläfriges Auge halboffen in die Welt hielt:

- Da wird an unseren Hochschulen unter dem Beifall der meisten Medien (ZEIT, Stern, CHE...) das Konzept der "unternehmerischen Hochschule" eingeführt, PPP als Zukunft der Hochschulfinanzierung gefeiert, Drittmitteleinwerbung zum Bewertungsfaktor für Hochschullehrer gemacht, und schließlich eine ach so globalisierungsadäquate Bolognareform durchgedrückt, die mit einer Absage an jedes studium generale, an jede Eigenverantwortung der Studierenden einhergeht.
- Da werden spärliche linke Gegenstimmen, die "Reformen" wie die nach HARTZ benannten SGB-Novellen richtigerweise als sozialen Kahlschlag bezeichnen, konsequent und brutalstmöglichst angefeindet und lächerlich gemacht (SPIEGEL, ZEIT, natürlich WELT, FAZ...), so als könne es eine Demokratie dauerhaft ertragen, dass einige Millionen Menschen (häßlich: Präkariat) dauerhaft ohne Stimme, ohne Repräsentation sind.
- Da wird, begleitet vom ungebrochenen medialen Jubel, in die Lücke eines politisch außer Kraft gesetzten Generationenvertrags in der Rente ein ganzes Bündel privatversicherungswirtschaftlicher "Alternativen" geschoben, und man ahnt, welch große Summe Versicherungskonzerne verdienen werden.
- Da wird nach einer Wirtschaftskrise, welche uns Milliarden kostet und zukünftigen Generationen Chancen raubt, sehr (zu) schnell zur Tagesordnung zurückgekehrt, ohne dass es wirkliche Strukturreformen (z.B. Regulierung von Hedge Funds und Private Equity, die über bloße Registrierungspflichten hinausgeht...) gegeben hat.
- usw.

Allgemeiner gefasst: Wir ahnen, dass bei dieser TOTALÖKONOMISIERUNG aller unserer Lebensbereiche, der völlig einseitigen Unterwerfung unserer gesellschaftlichen Systeme unter nur ein einziges, alleinherrschendes Leitprinzip (das der - scheinbaren - EFFIZIENZ) irgendetwas gewaltig schiefläuft. Wir ahnen, dass eine - medial gepushte - Doktrin, welche Menschen nur noch als Kostenfaktoren bzw. Produzenten von "investitionsfeindlichen Lohnnebenkosten" betrachtet und Solidarität auf dem Altar scheinbarer Zwänge der Globalisierung opfern möchte, irgendwie fehlgeleitet ist.

Kurzum: Wir ahnen, dass etwas VERDAMMT FAUL ist in unserem Gemeinwesen.

2. Steckt mehr dahinter?

Albrecht Müller fügt dem jetzt einen wichtigen Aspekt hinzu: Den, dass hinter vielen dieser politischen Fehlentscheidungen und medialer (günstigenfalls:) Apathie bzw. (schlimmstenfalls:) Wegbereitung die GROSSE KUNST DER FREMDSTEUERUNG, DER MANIPULATION, kurz: der intendierten MEIUNGSMACHE steckt; dass vieles, was uns als Sachzwang und Realität verkauft wird (demographischer Wandel, Globalisierung...), von erfindungsreichen Kampagnen auf kurze Kampfformeln gebracht und zur Erreichung bestimmter ZIELE instrumentalisiert wird.

Das klingt prima facie nach Verschwörungstheorie. Die Lektüre des Buches öffnet aber die Augen für eine weit fortgeschrittene Vermengung einflussmächtigen Großkapitals, schlagkräftiger Finanzindustrie, Politik und Medien. Dazwischen stehen eine Reihe selbsternannter "Initiativen" (wie die INSM oder die BERTELSMANN STIFTUNG), welche als Transmissionsriemen zwischen kapitalgesteuertem Partikularinteresse und politischer Entscheidung fungieren. Albrecht Müller verdichtet und rationalisiert mit dem Aufzeigen des eng verstrickten "Backgrounds", aus welchem Heraus kollektives politisches Bewusstsein kreiert wird, unser diffuses Gefühl, dass wir an Meinungsvielfalt verloren und an manipulativer Kommunikation gewonnen haben.

Besonderes Augenmerk lenkt Müller in diesem Buch auf die Medien und den Umstand, dass wir akut und greifbar Gefahr laufen, die von Verfassungsrechtlern sog. "vierte Säule" unsere Demokratie - freie, kritische Medien - zu verlieren (bzw. zu weiten Teilen verloren haben). Dabei prangert er auch Unterfinanzierung vieler Redaktionen an, welche die schreibende Zunft dazu zwingt, das verfasste Wort den Kapitalinteressen zur Disposition zu stellen.

Dahinter steckt eine Forderung, die geradezu das ROHMATERIAL für jede Demokratie ist: Die bedingungslose Einforderung von Medien, deren Vertreter UNABHÄNGIG sind und es sich erlauben, scheinbare Selbstverständlichkeiten konsequent in Frage zu stellen.

Caveat: Man wird Müller nicht in jedem seiner Beispiele für mediale Manipulation (oder wie er es nennt: "Meinungsmache") folgen müssen. Z.B. ist die mediale "Hinrichtung" Andrea Ypsilantis in Hessen nach ihrem sog. "Wortbruch" ("keine Regierung mit den Linken") ein schlechtes Beispiel für Kampagnenjournalismus, denn hier hat eine diffuse Wahlkampf-Strategie einiger eitler und sturer Partei-Granden der SPD mächtig Vorschub geleistet.

Diesem schlechten Beispiel stehen aber viele exzellent ausgearbeite, sachlich fundierte Kapital wie etwa zum Zustand unserer Hochschulen ("Die Auslieferung der Universitäten an die Wirtschaft") oder zum "Kapitalmarkt als Casinobetrieb" gegenüber, die so sauber, nüchtern und treffend analysieren, dass man sie in Schulbüchern abdrucken könnte.

Mit diesem durchaus faktenreichen Rundumschlag zum Zustand unserer Medien und Demokratie leistet Müller einen wichtigen Beitrag zu einer Dikussion, die gerade erst beginnt: In welchem Land wollen wir leben, und wer soll uns (wirklich) regieren?

INSGESAMT FÜNF STERNE
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am 1. September 2009
Nicht nur BILD, WELT und FAZ tuten unermüdlich ins gleiche Horn. Auch vormals kritische Medien wie der SPIEGEL, die Süddeutsche, die Frankfurter Rundschau, die ZEIT und, ja, neuerdings sogar die TAZ plappern bedenkenlos nach, was die INSM, die Bertelsmannstiftung, der Springerkonzern und etliche mit unseren Steuergeldern gemästete neoliberale Thinktanks uns allen immer und immer wieder vorbeten.

Die Medien als vierte Gewalt im Staate? Als intelligentes Gegengewicht zum Egoismus der Mächtigen? Schön wärs!

Genau deswegen ist mir die tägliche Lektüre der nachdenkseiten.de, der Website von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb, inzwischen ein überlebenswichtiges Bedürfnis geworden. Zudem ein ermutigender Beweis dafür, dass eben NICHT diejenigen recht haben, die am lautesten schreien und am hartnäckigsten trommeln!

Diesem klugen neuen Buch von Albrecht Müller wünsche ich von Herzen, dass es ein Bestseller wird. So vieles, was der ahnungslose Zeitungsleser, Tagesschauseher und Nachrichtenhörer treuherzig für bare Münze nimmt, entlarven der Verfasser und sein Ko-Autor Wolfgang Lieb gekonnt und überzeugend als - ja, eben NICHT als Irrtümer oder Missverständnisse, wie sie schließlich vorkommen können und nur allzu menschlich wären, sondern als von langer Hand und aus höchst unsympathischen Motiven sorgsam geplante Meinungsmache.

Da das Buch trotz des ernsten Themas unterhaltsam geschrieben ist und sich über weite Strecken spannender liest als so mancher Kriminalroman, eignet es sich wunderbar als Geschenk für intelligente Leute. Es regt zum eigenständigen Weiterdenken an und macht dem Leser Mut, anstatt ihn in tiefe Depressionen zu stürzen. Schritt für Schritt erkennt man hinter dem Wust aufgebauschter Schein-Nachrichten die willkürlich ordnende Hand und das perfide System der Manipulateure. Eine gängige Behauptung nach der anderen, die man bislang naiverweise für fundiertes Allgemeinwissen hielt, entpuppt sich dabei als gezielte Desinformation, ja, als dummdreiste Lüge.

Ein willkürlich herausgegriffenes Beispiel: das unermüdlich beschworene Allheilmittel Lohnzurückhaltung, unisono angemahnt sowohl während des sogenannten Aufschwungs (um ihn nicht abzuwürgen) als auch, na klar doch, während der Krise (Wir haben schließlich alle über unsere Verhältnisse gelebt... so wollte uns der Bundeshorst verkohlen).

Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt! Mit Recht. Was sich hoffentlich auch bei der anstehenden Bundestagswahl zeigen wird. Wir können und dürfen nicht offenen Mundes mit ansehen, wie eine Clique raffgieriger, machtgeiler, korrupter Dummköpfe (die sich in gnadenloser Selbstüberschätzung auch noch für die Elite hält!) unser Land, unsere Demokratie und all das, was wir mühselig mit unserer Hände Arbeit aufgebaut haben, in Grund und Boden wirtschaftet.

Aber lesen Sie selbst. Und bilden Sie sich selbst Ihr Urteil.
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am 26. August 2009
An erster Stelle möchte ich mich bei Albrecht Müller sowie seinen Mitstreitern für den Aufbau sowie für die tägliche und qualitativ hochwertige 'Pflege' der nachdenkseiten.de bedanken!

Ich bin vor rund 3 Jahren erstmals auf diese Website getroffen und heute gehört sie für mich als demokratischer und kritisch denkender Mensch zur täglichen Pflichtlektüre.

So sehr der Inhalt ab und an auch deprimiert, so sehr empfinde ich es auch als positiv, einfach mehr zu erfahren und zu begreifen als über die Vielzahl der Medien, welche uns offensichtlich gezielt Widersprüche, gute alternative Ansätze und Diskussionen zu politischen und gesellschaftlichen Themen vorenthalten.
Man erhält eine ganz andere Sicht, quasi eine Brille mit bestem Durchblick!

Inzwischen bin ich vom Projekt der nachdenkseiten.de so überzeugt, dass ich dies auch durch einen regelmäßigen Förderbeitrag für die 'Initiative zur Verbesserung der Qualität der politischen Meinungsbildung e.V.' würdige.

Das Buch 'Meinungsmache' ordne ich, wie auch die anderen Bücher von Albrecht Müller (Machtwahn und die Reformlüge) in meine ganz persönliche gedankliche Kategorie ein.

Diese Kategorie lautet: 'Was meinen Sie, was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen wüssten, was los ist?'

Dieses Zitat stammt übrigens sinngemäß von Volker Pispers ' es ist eine sehr zutreffende Frage oder gar eine Feststellung?

Lesen Sie dieses Buch, es lohnt sich ' insbesondere wenn Sie ein 'Neueinsteiger' sind und die nachdenkseiten.de noch nicht kennen oder dort nicht regelmäßig lesen (können).

Sie werden die gängigen Medien und Nachrichtenformate, auch die der öffentlich-rechtlichen Sender, unter ganz anderen Aspekten verfolgen können.

Folgende eigene aktuelle Beobachtungen, z. B. aus der Tagesschau: Am Montag der letzten Woche war tagsüber in diversen Medien bereits über ein Papier zu lesen und zu hören, welches im Wirtschaftministerium von Herrn zu Guttenberg ausgearbeitet worden war. Es enthält durchweg neoliberale Punkte, welche sich ganz sicher nicht im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung widerspiegeln. Abends vor der Tagesschau war ich dann gespannt, wie der Beitrag über dieses Papier wohl gestaltet wurde. Dann aber: Nichts von dem Papier! Stattdessen das Hauptthema: Ulla Schmidt hat bereits in früheren Jahren den Dienstwagen zu privaten Zwecken genutzt!

Ich fragte mich, was ist sechs Wochen vor der Bundestagswahl als Inhalt in der Tagesschau wichtiger: Guttenbergs grundlegende und gegen die Mehrheit des Volkes gerichtete Vorschläge 'vermutlich aus der Feder der Wirtschaft- oder Schmidts Dienstwagen?

Hier sehen Sie, wie wir abgelenkt werden. Hätte die Tagesschau nur annähernd objektiv über die Vorschläge Guttenbergs berichtet, so hätte dies möglicherweise zu einem ganz anderen Bild über zu Guttenberg geführt, als es gegenwärtig und sehr fragwürdig in den aktuellen Umfrageergebnissen vorherrscht. Nun findet als Resultat jedoch keine Diskussion statt, man schweigt stattdessen darüber, bis ab Oktober der Inhalt sukzessive in Gesetze gegossen wird.

Und da wäre ich beim Thema 'Umfragen':
Im Deutschlandtrend der ARD vom 6.8.09 wurde gefragt: 'Soll die FDP an der nächsten Regierung beteiligt sein?'. Beim genauen Betrachten der Ergebnisse war ich fassungslos: Knapp 40 % der Anhänger der Linken sagen 'Ja'. Ich frage mich nun immer noch, ob ich die Befragten völlig überschätze oder ob hier manipuliert wurde. Erreichen würde man bei der Veröffentlichung eines solchen Ergebnisses, dass potentielle 'Linkswähler' eher nicht zur Wahl gehen, da sie das Gefühl bekommen, sowieso keine Alternative wählen zu können, da ja auch die Linken der FDP nicht ganz abgeneigt sind.

Und kommt eine mögliche niedrige Wahlbeteiligung nicht besonders dem konservativen und neoliberalen Lager zu Gute? Wenn in 20 Jahren noch 100 Menschen zur Wahl gehen und davon 38 die CDU und 15 die FDP wählen, ist die demokratische Welt doch in Ordnung!

Fragen Sie sich nicht grundsätzlich, warum z. B. der Vorsitzender einer Oppositionspartei, einer Partei mit durchaus guten und mehrheitsfähigen Lösungsansätzen (ich spreche nicht von der FDP), mehr durch die Medien gejagt wird, als die der regierenden Parteien, welche seit Jahren gegen die Mehrheit der Bevölkerung Politik durchsetzen und auch die Auslösung und die für viele Menschen existentiellen Folgen der Krise mit zu verantworten haben?

Fällt Ihnen nicht auf, dass uns in nahezu allen Medien gute und mehrheitsfähige Alternativen vorenthalten werden? (TINA-Prinzip: There is no alternative). Sogar Diskussionen darüber werden in der Regel unterbunden!

Machen Sie sich klar, was das für unsere Demokratie bedeutet!

Beobachten Sie Sendungen wie Maybritt Illner, Anne Will, Beckmann, Tagesschau, heute-journal, Hart aber fair ganz genau.

Im Herbst letzten Jahres wollte Oskar Lafontaine bei 'Hart aber fair' erläutern, wie er die Umsetzung der Programmpunkte seiner Partei finanzieren möchte. Und jetzt aufgepasst:
Während Herr Lafontaine Luft für seine Ausführungen holt, fragt Frank Plasberg in die Runde ob man dieses 'Zahlengewitter' wirklich hören wolle. Natürlich lehnten alle ab. Ein anderes Thema unterbrach ab sofort den Dialog.
Ich könnte an dieser Stelle unzählige eigene Beobachtungen aufzählen. Allein in der soeben beschriebenen Sendung fielen noch einige fragwürdige Situationen auf.

Ich bin fest davon überzeugt, dass bei einer ungeschminkten inhaltlichen Darstellung und Diskussion der neoliberalen Politik diese keine Mehrheit finden würde.

In der Sprache von Fußball-Fans könnte man folgenden Schlachtruf ummünzen: 'Ohne Medien habt Ihr keine Chance!'

Liebe Leserinnen und Leser meiner Rezension, machen Sie mit, machen Sie Ihren persönlichen Anfang ' lesen Sie dieses Buch! Es gibt nicht mehr viele unabhängige und derart qualitativ hochwertige Informationsquellen!

Unser Land braucht dringend wieder Mitmenschen - und zwar Menschen aller Schichten, welche sich auflehnen, welche widersprechen, welche diskutieren, welche aufklären ' Menschen, die ihren eigenen Verstand nutzen.

Es geht nicht um Eitelkeiten, um Persönlichkeiten, um Parteientaktik - es geht schlicht und ergreifend darum, die Demokratie in unserem Land zu erhalten und zwar nicht nur die Fassade der parlamentarischen Demokratie.

Hinterfragen Sie den Slogan 'Mit dem Zweiten sieht man besser' und überzeugen Sie stattdessen mit dem Slogan 'Mit dem Eigenen denkt man besser!'
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am 14. Januar 2014
Wenn die Veröffentlichung (bei Knaur) von Albrecht Müllers "Meinungsmache" auch schon einige Jahre her ist, so haben die Themen und Facts darin nichts an Brisanz eingebüßt. Auch wenn man hie und da anderer Auffassung (Meinung) sein kann. Natürlich vertritt auch Albrecht Müller eine Meinung - seine. Aber man hat als aufmerksamer Leser zumindest eine Chance, diese ausfindig zu machen. Gegen die Meinungspropaganda nutzt es nichts zaghaft aufzutreten, angesicht deren finanzieller Mittel und Meinungsmachenschaften. Im Gegenteil treten die Meinungsmachenschaften der geschmierten und schmierigen Lobbyisten und Propagandisten immer deutlicher zutage und müssen gezielt auf- und angegriffen werden. Die Bürgerschafe werden mit manipuliertem Meinungsfutter gemästet und mittels "agenda setting" und Daily-soaps geistig angepflockt (in Medientrance gehalten...) Wenn wir nach Meinungsmachermeinung soweit sind, dann werden wir geschoren und geschlachtet von den Profiteuren. Wir begeben uns sogar oft genug freiwillig in die Schlacht-Pferche hinein. Bankraub war vorgestern! Die Kohle, die in Propaganda fließt, ist wohlwahr gigantisch - und Albrecht Müller hat ganz richtig ermittelt, dass diese Summen gezielt investiert werden, um am Ende im großen Stil abzukassieren. "Sie", das klingt nach Verschwörungstheorie - doch die Meinungsmacher und Profiteure haben Gesichter, Namen und Positionen. "Sie" sind real und haben uns in der Mache.
Als Journalist muss ich mir vorwerfen, dass ich oft zu wenig genau hingesehen habe (Zeitmangel spielt dabei eine Rolle, aber nicht nur). Investigativ, nicht naiv muss man aber sein als Journalist. Und alle Recherchen sollten zuerst danach fragen, wie es Cicero einst tat: cui bono? Vielleicht ein Tipp: Journalisten sollten bei der Arbeit und bei Interviews T-Shirts mit der Aufschrift "cui bono?" tragen, um sich und andere immer daran zu erinnern, penetrant nachzufragen zu wessen Vorteil etwas geäußert oder angepriesen wird. Damit wäre schon viel bewirkt.
Das Buch also nicht nur lesen, sondern inhalieren! Für Journalisten und Politiker "nach meiner Meinung" nur zu empfehlen - und ebenso natürlich für alle Bürger.
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am 29. August 2009
... denn es ist DIE Abrechnung mit den Machthabern aus Politik, Wirtschaft und Medien in unserem Land.

Anhand einer Fülle von Beispielen weist Müller nach: das Volk und auch die Mitglieder der Parteien haben bei der Meinungsbildung fast nichts mehr zu sagen; die öffentliche Meinungsbildung wird bestimmt von einem Kartell aus Führungseliten aus Wirtschaft, Politik und Medien, welches von einer agressiven, neo-feudalen Ideologie geprägt ist.

Ein kritisches Buch für kritische Leser, eine Anleitung zum Selberdenken.
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am 16. Oktober 2009
Mit »Meinungsmache« ist es Albrecht Müller wieder einmal beeindruckend gelungen, profunde Wahrheiten über die größtenteils korrupte Politik und die Machenschaften der Superreichen und ihrer Organisationen ans Tageslicht zu fördern. Es ist erstaunlich, wer alles an den größten Skandalen dieses inzwischen schon fast zur 'Bananenrepublik' verkommenen Staates mitwirkt. Besonders erschreckend ist, dass es mittels Wiederholungen falscher Tatsachen aus allen Ecken, so Arbeitgeberorganisation INSM »Initiative neue soziale Marktwirtschaft«, der Bertelsmannstiftung, sowie Politikern aller neoliberalen Parteien aus CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und lauter eigenartiger (oder als Eindruck 'bösartiger) Menschen mit Professorentitel, von Raffelhüschen bis Sinn, und auch der Masse des Mainstream 'gekaufter' Medien in einem wahren Klüngel gelungen ist, diese Art der Lügen zu verbogenen Wahrheiten zu erheben. Und nur weil, wie Albrecht Müller zurecht recherchierte, alle das gleiche behaupten, wird es von der Masse der Menschen als 'rechtens' anerkannt. Das ist unglaublich! Man wird über den Tisch gezogen, ausgebeutet und erkennt nichtmal eine Nuance von dem, was hier an Unrecht zurechtgebogen wird. Will heißen, es ist definitiv gelungen die Köpfe zu vernebeln, wie es Prof. Radermacher sehr treffend im Vorwort in Huschmand Sabets Buch "Globale Maßlosigkeit" schon vor einigen Jahren schrieb:

Zitat: "Der vielleicht größte Skandal besteht darin, dass seit einiger Zeit eine massive Umschichtung von Realvermögen auf diesem Globus zugunsten der »oberen Zehntausend« im Besonderen der »oberen Tausend« Superreichen stattfindet. Und dieser Prozess gefährdet mittlerweile die Demokratie überall auf diesem Globus, weil so viel Machtkonzentration in den Händen so weniger dazu führt, dass sich dort, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, ein Beratungsumfeld höchster Kompetenz von Ökonomen, Juristen, Steuerberatern, Mathematikern, Sicherheitsfachleuten sowie Spin-Doctors konzentriert, die aus vielerlei Antrieben heraus immer auch damit beschäftigt sind, gemeinsam diese Verhältnisse zu legitimieren und zu perpetuieren und dazu über die Medien weiter die Gehirne zu vernebeln, sodass sogar der besonders intelligente und gut ausgebildete Teil der Weltbevölkerung nicht bemerkt was passiert." Zitatende

Die Fachkompetenz des studierten Nationalökonomen Albrecht Müller zeigt daher in beeindruckender Weise vielfach auf, was für Stümper an Mittelmäßigkeit in Politik, Management und sehr vielen Medien zu finden sind. Die Demokratie wird rar gemacht! Demokratische Verhältnisse gibt es vorwiegend für Reiche, denen es ermöglicht wird, sich Entscheidungen zu ihren Gunsten über lobbyistische Mitwirkung an Gesetzestexten zu erschleichen. Kritisches Denken wird geradezu unterdrückt und nicht mehr gefördert, wie es in sehr viel früheren Jahren noch an Schulen durch die ehemaligen Lehrkräfte vermittelt wurde. Stattdessen wird es heutzutage absichtlich vollständig ausgeblendet. Albrecht Müller ist hier ein Meister seines Faches und spricht das aus, was normalerweise unser Alltag sein sollte: Sich nicht mehr manipulieren lassen! Sich selbst fragen, geht das noch mit rechten Dingen zu? Wer hat Vorteile durch absichtlich falsche (oftmals korrupte) politische Entscheidungen? Und: Wer verdient letztendlich daran, während ein Großteil der Bevölkerung politisch gewollt mehr und mehr verarmt wird? Diese »Augen zu und durch Mentalität« können wir uns einfach nicht mehr leisten! Die im Buch angesprochenen 'Leistungsträger', die offenbar durch politische Entscheidungen belohnt werden sollen ('Leistung müsse sich ja wieder lohnen') und die nur durch Spekulationen bei überdimensionalen Zinsgewinnen immer mehr haben sollen, während der arbeitende Teil der Menschen immer weiter ausgequetscht wird und dadurch der Binnenmarkt vollends abgewürgt wird (Keine Kaufkraft - kein Konsum), wird hier einmal mehr glasklar vor Augen geführt! Und Albrecht Müller bringt noch weit mehr an die Oberfläche! Ich bin ihm dankbar für so ein hervorragendes Buch, welches ich in sehr kurzem Zeitraum gelesen habe. Eigentlich gehört ein solches Werk in allen Schulen als Pflichtlektüre eingeführt, um endlich wieder die Freiheit der kritikfähigen Gedanken zu fördern. Doch da werden wohl die Mächtigen mit ihren Geldsäcken zu großen Einfluss auf die Politik ausüben können und - leider - genau das zu verhindern wissen. Gäbe es nur mehr Albrecht Müllers auf dieser Welt, müsste das Grundgesetz nicht dauernd zurechtgebogen oder umgangen werden.

Dieses Buch ist sehr empfehlenswert und dank seines klasse recherchierten Inhaltes spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Auch Co-Autor Dr. Wolfgang Lieb hat wieder einmal sein Bestes gegeben! Daher Maximum, 5 Sterne. Gäbe es nur mehr derartiger Bücher allerdings auch mehr interessierte Leser, die politischen Verhältnisse hätten sich längst geändert.

Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen
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am 4. Oktober 2009
Meinungsmache ist eine radikale und die Realität ausblendende Agitation", so Albrecht Müller. Sie ist das sanfte Mittel zur Machtausübung und zur Machterhaltung. Die unmittelbare Folge davon ist Entdemokratisierung des öffentlichen Lebens. Meinungsmache ist m.a.W. ein heimtückischer Raub der Freiheit des Einzelnen. Hinterhältig und arglistig, weil wer vom Vampir gebissen wird, nolens volens selber zu einem Vampir wird. Die Propaganda ist so umfassend, dass man jenen, die darauf hereinfallen, keinen Vorwurf machen kann.

Wie kann aber Meinungsmache gedeihen? Das Interesse an Politik schwindet", klagt der Autor. Er verweist darauf, dass jeder dritte Bürger kein Vertrauen mehr in die demokratische Staatsform hat. Die Bürger fühlen sich ohnmächtig, weil sie die politischen Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen können oder sogar als gegen sich gerichtet sehen". Die Resignation führt dazu, dass Menschen schnell zum Opfer von bewusst angelegten Kampagnen der Meinungsbeeinflussung werden. Diese Kampagnen werden systematisch und strategisch geplant". Die PR-Agenturen und die damit verbundenen Beratungsunternehmen sind die eigentlichen Produzenten der Meinungsmache, ist der Autor überzeugt. "Unsere Demokratie befinden sich am Rand ihrer Existenz", hält er zu Recht fest. Mit der Manipulation von Meinung wird Politik gemacht", so Müller kurz und prägnant. Anhand einer Reihe von konkreten Beispielen zeigt der Autor überzeugend auf, wie Meinungsmache das politische Geschehen bestimmt. Mindestlohn, Sozialstaat, Lohnstückkosten, Privatvorsorge fürs Alter, Heuschrecken, der Markt regelt alles, Banken sind systemrelevant, Finanzkrise, Privatisierung" u.v.m. gehören zu Themen der Meinungsmache. Wie die einschlägigen Botschaften lauten und die Inhalte gestaltet werden, erläutert Müller sogar einleuchtend tabellarisch.

Albrecht Müller; Industriekaufmann, studierte Nationalökonomie und war Redenschreiber von Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller, von 1973 bis 1982 Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt, von 1987 bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er lebt als Publizist in der Südpfalz und betreibt zusammen mit Wolfgang Lieb das Blog [...]

Gegen den roten Faden des Buches lässt sich objektiv nichts einwenden. Enttäuschend ist jedoch, dass die unrühmliche Debatte um die Leitkultur" unter den gängigen Beispielen der Meinugsmache nicht erwähnt wird. Immerhin handelt es sich dabei um eine der übelsten Sorten der Meinungsmache. Nicht nur Inländer mit fremdem Pass werden auf diese Weise perfid diffamiert, sondern ein Teil der Gesellschaft wird kulturell ausgegrenzt. Durch eine künstliche Hierarchisierung wird sogar ein Grundsatz der Verfassung (Würde des Menschen ist unantastbar") vorsätzlich unterhöhlt. Kulturrassismus ist heute gefährlicher als Inflation. Jemandem seine Herkunft zum Vorwurf zu machen, ist eine primitive Stigmatisierung. Nicht die kulturellen Unterschiede lösen Konflikte aus, sondern deren Instrumentalisierung für politische Zwecke. Gerade in Anhängerkreisen der Leitkultur" wird daher die sog. Aktienkultur gepflegt, damit ahnungslose Bürger ihre Ersparnisse in sog. Finanzinnovationen (die vorwiegend nichts anderes als Schwindel sind) anlegen und den Casinobetrieb der internationalen Finanzmärkte stützen. Für sie hat Spekulationsmaschinerie Vorrang vor dem Gleichheitsgrundsatz. Meinungsmacher betrachten das Land als eine AG. Selbst nach einer beinahe-Depression fordern sie lediglich ein Krisenmanagement, weshalb Sanktionen für Verantwortliche ausbleiben und Vorhaben einer neuen wirtschaftspolitischen Orientierung (Abbau der einseitigen Exportabhängigkeit, Stärkung der Binnennachfrage, gerechte Einkommensverteilung usw.) nicht realisiert werden. Unternehmen werden bekanntlich autoritär geführt.

Wie kann man gegen die Meinungsmache halten? Durch Checks & Balances" und durch die Schaffung von Transparenz, indem man Hintergründe aufzeigt und die Zusammenhänge erläutert. Zum Beispiel im Internet mittels Blogs. Nötig wären wachsame und unabhängige Medien", schreibt Müller. Doch wir haben Kampagnen statt kritischen Journalismus. Wir bekommen Kommerz statt Aufklärung, Verblödung statt Bildung". Deswegen plädiert Müller für den Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Der Mensch steht daher im Mittelpunkt. Das ist ohne Zweifel ein starkes Buch. Eine unverzichtbare Pflichtlektüre für die politische Weiterbildung. Möge die Wahrhaftigkeit sich gegen die Macht behaupten.
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am 10. September 2009
"Die herrschenden Gedanken sind weiter nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse."
(Karl Marx und Friedrich Engels, aus Die Deutsche Ideologie")

"Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten." (Paul Sethe, 1965)

Albrecht Müller macht in seinem neuen Buch Meinungsmache" nichts anderes als die o.g. Zitate zu belegen.
Als Sachbuch hat es m. E. nur den Mangel kein Personenverzeichnis zu haben.
Müller und Lieb berühren fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Leider kommt die Judikative etwas zu kurz.
Vor dem Hintergrund der Fälle Zumwinkel und Emmely wäre es m. E. angebracht gewesen, unserer Judikative in ihrer Servilität und Unterwürfigkeit gegenüber den herrschenden Eliten, die sie durch gnadenlose Strenge gegenüber den nicht elitären Mitgliedern der Gesellschaft auszugleichen versucht, etwas mehr Raum zu widmen.

Trotzdem die höchste Punktzahl und die wärmste Empfehlung, denn nach der Lektüre fühlt man sich bestätigt und freut sich, dass man noch selbstständig denken kann, oder wird dazu angeregt.
Ein Lesevergnügen, das die jahrelange, freiwillige Leidenszeit bei Christiansen, Plasberg und Will wieder ausgleicht.

Die negativen Kritiken auf diesem Forum sollte man nicht ernst nehmen, sie gehören zweifellos zu denjenigen, denen das
Himmelreich offen steht. Denn wie sprach der Sohn des Herren "Selig sind die geistig armen" usw. usw. Dem Demographen
ist Professor G. Bosbach als Nachhilfe zu empfehlen, oder will er ewig auf Raffelhüschen und Miegel- Niveau durchs
Leben gehen? Wie langweilig!
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