|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
14 Rezensionen
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
|
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Man unterschätzt die Wissenschaft wenn man denkt, sie wäre weltfremd!!,
Von Gutenberg (Koblenz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
Es ist nun einmal für den allgemeinen Wähler zu aufwendig und für die Deutschen zu mutig, ernsthaft über umsetzbare Staatserneuerung nachzudenken. Man muss erst das Übel verstehen, um überblicken zu können, das einiges für den Bürger nahezu bedrohlich schief läuft. Was Kriege und gewaltsame Revolutionen in der Geschichte an Umstrukturierung bewirkten, ist heute auf demokratischem Weg wesentlich schwerer zu erreichen, zu viele Verbände und Interessensgemeinschaften regieren das Land, beeinflussen die Politik. Der Gesetzgeber ist unfähig das Gesetz nachvollziebar und ohne Widersprüche verbal zu verfassen, das Recht aus Gesetzen und Verordnungen ist eigentlich verfassungswidrig, da der Bürger nicht mehr in der Lage ist, das Recht nachzuvollziehen und zu begreifen. Ist das wirklich Demokratie oder haben wir uns von Demokratie und Freiheit längst verabschiedet?Die von mir während des Wahlkampfes oft gehörten Aussagen, "Kirchhof sei weltfremd", haben mich wirklich geärgert. Es waren Leute, die nichts über Kirchhofs Vorschläge wussten. Es ist nicht Kirchhof, der weltfremd ist! Das Buch ist gut geschrieben, das Thema ist für manch einen vielleicht etwas trocken und vielleicht überfordernd, der Inhalt und das was es vermittelt ist äusserst hochwertig. Dieses Buch ist ein Ergebnis von langjähriger Arbeit, Beobachtung, Wissen und Erfahrung, ein Bild unserer demokratischen Lage, es ist ein Entwurf zur Erneuerung im Sinne des Bürgers! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
74 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schade, schade, schade...,
Von taxpayer (Reilingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
dass dieser Mann nicht in unserer Regierung sitzt. Hätten die Wähler sich mehr um Inhalte gekümmert und wären nicht den bewussten Falschaussagen der politischen Kontrahenten auf den Leim gegangen, würden wir nicht mitten in diesem Chaos sitzen, sondern hätten das Licht am Ende des Tunnels bereits für uns entdeckt. Auch ein Paul Kirchhof hätte den Karren nicht allein aus dem Dreck ziehen können, aber auf jeden Fall hätte wenigstens einer mal zugepackt. Und auch die Krankenschwester und der Schichtarbeiter hätten mehr und nicht weniger in ihrem Lohntütchen (das stimmt wirklich! und ist keine Mär), Familien wären besser gestellt und wir hätten die bittere Pille der Mehrwertsteuererhöhung nicht schlucken müssen. Ich empfehle jedem uneingeschränkt dieses Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
96 von 107 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Gott, wäre das schön gewesen!,
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich dieses Buch lese, muss ich unweigerlich wieder an die Frechheiten des vergangen Bundestagswahlkampfes denken. Was wären für wunderbare Veränderungen eingetreten, hätte man dieser Idee eine Chance gegeben. Bis zu dieser Wahl war es durchaus verständlich, ein echter Fan des sehr verehrten Herrn Wulf aus Niedersachsen zu sein, - bis er schließlich begann, sich seinen eigentlichen politischen Kontrahenten um unseren integeren Ex-Kanzler anzuschließen, und knallhart und mit einer primitiven Frechheit eiskalte Lügen (ja: Lügen) über die Vorschläge des "Professors aus Heidelberg" herauszudröhnen.Ich mag mir kaum vorstellen, was uns alles entgangen ist: In vielen deutschen Städten hätten Finanzbeamte ihre warmen Büros räumen müssen, in denen ein Großteil der Bestimmungen unseres weltweit verlachten Steuerrechts ihren Ursprung haben. Ganze Finanzämter wären verschwunden, einige radikal verschlankt worden, weil es einfach keinen Bedarf mehr für ihre unproduktive und die Ökonomie behindernde Arbeit gegeben hätte. Auch die Unzahl unserer Steuerberater und -juristen (auch das ist ein deutlicher Indikator für die Fehlentwicklungen eines Wirtschaftsstandortes) hätte sich sehr rasch und wie von selbst reduziert. Sorgen hätte man sich jedoch um all diese hoch qualifizierten Menschen keine machen müssen, da sie problemlos in der Wirtschaft neue Beschäftigung gefunden hätten, wo sie endlich kreative und wertschaffende Tätigkeiten hätten ausführen und somit zu unser aller Wohl beitragen können, anstatt sich jeden Tag neue Wege zur Umgehung der Steuerpflicht ihrer elitären Mandanten zu überlegen und somit dem Gemeinwesen - also letztlich uns allen - beträchtlich zu schaden. Da wurden doch tatsächlich von etablierten Politikern Sätze herausposaunt wie "Wollen Sie wirklich, dass die Krankenschwester genauso viel Steuern bezahlen muss wie der Oberarzt?" Einfach unglaublich, dass ein gewählter Abgeordneter die Dreistigkeit besitzt, mit der Unfähigkeit der Menschen, zwischen absolut und relativ zu unterscheiden, seinen Wahlkampf betreibt und die Massen auf schäbigste Weise anlügt. Hinzu kommt: Es wurde immer von einer Flat-Tax gesprochen - im Übrigen auch von den Kollegen der CDU. Dies ist einfach falsch. Auch der Kirchhof-Steuertarif beginnt in den ersten Einkommensklassen stufenweise. Das bedeutet, dass viele tausend deutsche Haushalte in diesem System im Vergleich zum Jetzigen gar keine (das ist wirklich so) oder viel weiniger Steuern zu entrichten gehabt hätten. Leider ist dies nie - bis heute nicht - zu den Menschen durchgedrungen. Ich bin kein Fan von Ulli Hoeneß. Dennoch will es doch schon etwas heißen, wenn selbst dieser Mann Sätze sagt wie: "Die Kirchhof-Steuer wäre für all die Leute bei uns aus Starnberg das Brutalste überhaupt gewesen. Dann hätten sie zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich Steuern zahlen müssen." Was wäre es allein für eine Freude gewesen, die eigene Steuererklärung zu erstellen. - Keine hohen Gebühren für den Steuerberater, kein endloser Zeitverlust, keine Nachzahlungen, keine mühsam gesammelten Belege, kein Druck, kein ahnungsloses Davorsitzen, keine Minderwertigkeitsgefühle, weil man dieses bescheuerte Formular nicht versteht. Und aus meiner Sicht Wichtigste: kein Sich-ewig-ungerecht-behandelt-fühlen, weil man bestimmt noch irgend etwas hätte besser machen und somit noch ein paar Cent sparen können. So mancher müsste sich wahrscheinlich erstmal überlegen, was er nun mit all der gewonnenen Zeit anfängt: vielleicht spazieren gehen, fernsehen oder nichts tun - alles tausendmal sinnvoller als dieser lächerliche, überflüssige Firlefanz, mit dem man die Leute seit Jahrzehnten quält. Kurzum: Es bleibt dabei. Dieses Konzept (auch wenn dieses Wort keiner mag) ist brillant - und somit auch dieses Buch. Ich hoffe sehr, dass diese Idee - egal, ob in Gestalt des Herrn Professor Kirchhof, oder sonstwie - noch einmal eine echte Chance bekommt. Deutschland kann's gebrauchen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der kranke Staat: Diagnose und Therapie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
Während seines unfreiwillig kurzen Ausflugs in die deutsche Bundespolitik - er war in einer möglichen CDU/CSU-FDP-Regierung als Finanzminister vorgesehen - erwarb sich Paul Kirchhof, der offen für eine Vereinfachung des Steuerrechts und die Abschaffung von Subventionen und anderen Vergünstigungen eintrat, den Ruf eines Feindes der Krankenschwestern; eigentlich des "kleinen Mannes" schlechthin.Dieses Bild, das auf nachweislich irreführenden Kampagnen des politischen Gegners und deren Forcierung durch die Medien beruht, falsifiziert Kirchhoff in seinem Buch. Er beschreibt unseren Staat als eine vielköpfige Hydra, die einst dazu dienen sollte, das Gemeinwesen, mithin das Recht zu schützen, nun aber aufgrund ihrer Gefräßigkeit zur Gefahr für ihre Schutzbefohlenen wird. Die Hydra droht den Bürger nicht nur mit zahllosen unverständlich-verquasten Reglementierungen aller Lebensbereiche zu erdrücken, sondern sie entmündigt ihn regelrecht. Zudem ist der Staat den Interessen der verschiedensten Verbände hörig geworden. Der "kleine Mann" ohne die Lobby von Gewerkschaften, Arbeitgeber-, Umweltschutz- und sonstigen Verbänden zahlt die Zeche für jene, die wie selbstverständlich mitregieren, aber nie gewählt wurden. Mit einer freiheitlich-demokratischen Ordnung hat das nicht sehr viel zu tun. Auch wenn sich Kirchhoff für Familiengründung und deren Unterstützung durch den Staat einsetzt, möchte er keineswegs, wie es in den Medien hieß, die Frauen hinter den Herd verbannen. Im Gegenteil, er schlägt interessante und zeitgemäße Ausbildungs- und Studienreformen vor, die Qualifizierung, Erwerbstätigkeit und Familiengründung parallel ermöglichen. Er erläutert die Bedeutung von Kindern für ein gesundes Staatsgefüge und zeigt die Grenzen und Gefahren der modernen Jagd nach beruflichem und finanziellem Erfolg auf. Ein Kapitel ist den Steuern beschieden, die ihren Sinn nicht mehr erfüllen und viele Bürger einseitig belasten, ein anderes der unermüdlichen Staatsverschuldung. Kirchhoff stellt seine Lösungsvorschläge vor - radikal, aber ganz offensichtlich effektiv, dabei unkompliziert. Zum Abschluss zählt er die einzelnen Hydraköpfe auf und bietet Mittel zu ihrer Vernichtung an. Wer Konservatives pauschal ablehnt, wird kaum willens sein, sich auf Kirchhoffs Politkritik und Reformideen einzulassen. Schade, denn den "Erfolg" dieser Haltung können wir Tag für Tag begutachten: ein aufgeblähtes Steuerrecht zum Wohl des Berufsstandes der Steuerberater, eine Gesamtverschuldung, deren Höhe schwindelig macht, Politik, die ängstlich zwischen Verbandsinteressen laviert und daher nichts zuwege bringt, junge Paare, die nicht wissen, wie sie die Familienplanung in ihrem Lebenskonzept unterbringen oder überhaupt finanzieren sollen, Politverdrossenheit allenthalben. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen und seine Inhalte zu verbreiten, auch wenn das Kind längst in den Brunnen gefallen ist. Kirchhoff unterscheidet sich sehr angenehm von jenen politisch Aktiven, die nur kritteln und keine Alternativen vorzeigen können. Er stellt sogar ein Gesamtkonzept auf, das nachvollziehbar ist und zwar Einschnitte fordert, jedoch von allen nach ihren Möglichkeiten und ganz bestimmt nicht zuungunsten der Krankenschwestern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein ganz schwarzer Tag,
Von Livermore (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
war die letzte Bundestagswahl wohl für die große Mehrzahl der deutschen Bevölkerung. Unser Volk hatte nicht den Mut, vor allem aber genügend Bildung, um zu erkennen welch große Chancen Deutschland eröffnet worden wären wenn Paul Kirchhof deutscher Finanzminister geworden wäre. Über Angela Merkel kann man vieles sagen. Aber dass sie den Mut hatte auf Kirchhof zu setzen gehört gelobt.In den damaligen, hochinteressanten, Talkrunden durfte sich Herr Kirchhof immer wieder anhören, als Wissenschaftler hätte er keine Ahnung vom politischen Tagesgeschäft. Ich frage mich: wenn die Politiker Ahnung hätten, waren geht es meist rückwärts statt vorwärts? Uns hätte nichts Besseres passieren können als jemanden wie Herrn Kirchhof im Machtzirkel der Politik zu haben. O.k. das Buch ist nicht immer leicht verständlich geschrieben. Entscheidend sind jedoch die Aussagen, die darin stehen. Neben den größten Nutzen der kirchhofschen Veränderungen, nämlich deutliche Verbesserungen für alle im Steuersystem, gibt es zahlreiche kleinere, interessante Ideen: Eltern sollten je Kind 0,5 Wahlstimmen mehr haben um den demografischen Faktor auch bei den Wahlen ausgleichen zu können. Familienanliegen bekämen auch bei den politischen Entscheidern eine deutlich höhere Relevanz. Regierungsmitglieder dürften keine Abgeordneten-Mandate haben. Schließlich kontrollieren derzeit die Regierungsmitglieder in führenden Positionen sich selbst. Abgeordnete - nicht Regierungsmitglieder - dürften und müßten einen Beruf neben ihrem Bundestagsmandat ausüben. Abgeordnete müßten Leistungsnachweise in ihrem angestammten Beruf erbringen um in den Bundestag gewählt werden zu dürfen. Ein Handwerksmeister muss den Meisterbrief haben. Ein Unternehmen muss mind. 3 Jahre rentabel ein Unternehmen geführt haben. Ein Anwalt muss mind. 3 Jahre in einer Kanzlei gearbeitet haben. Usw. Typische "politische Karrieren" in denen der Abgeordnete sein Leben lang niemals etwas vom Leben "draussen" mitbekommen hat würden so vermieden, wie z. B. beim Ex-Bundestagspräsidenten Herrn Thierse. Vor allem stellt Professor Kirchhof die Bedeutung der Erziehungsleistung heraus. Tatsächlich ist es so, dass kinderreiche Familien auf die wohlhabenden Kinderlosen blicken. Er stellt interessante Thesen vor wie es zu erreichen ist, dass endlich auch wieder Gutverdiener Kinder wollen. Das Verhalten vieler Politiker im letzten Wahlkampf hat die Augen geöffnet wie weltfremd und mutlos die allermeisten Angehörigen dieser Kaste (geworden) sind. Derzeit erkenne ich nur in der FDP ansatzweise die Thesen Kirchhofs wieder. "Seine" Partei, die CDU, ist wie die Schwesterpartei tief im Morast der Interessenvertreter versunken und findet den Blick aus dem Fenster nicht mehr. Was diese Menschen für das Fenster halten ist der Spiegel. Alle anderen Parteien halte ich für weltfremd. Letzten Endes ist der Wähler natürlich selbst Schuld. Die Menschen haben es schlicht nicht kapiert, dass es auch für den "kleinen Mann auf der Straße" ein Riesenschritt nach vorne gewesen wäre, hätten wir einen Finanzminister Paul Kirchhof bekommen. Statt dessen bangt man kleinkariert um den Nachtzuschlag, die Pendlerpauschale und sonstige Vergünstigungen. Alle Subventionen wären weg - ein Befreiungsschlag sondersgleichen für die Menschen, die Wirtschaft, für Deuschland. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Eine Ent-Täuschung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
Diejenigen, denen es bereits vergönnt war, Herrn Professor Kirchhof Live zum Thema Steuerrecht vortragen zu hören, dürften bei der (anstrengenden) Lektüre seines Buches aus dem Kopfschütteln nicht mehr herausgekommen sein. Wie kann es sein, dass jemand, der persönlich Sachverhalte so prägnant und überzeugend zu vermitteln vermag, seine wichtigen Botschaften in diesem Buch so sperrig und teilweise (das Märchen am Anfang eines jeden Kapitels, die Bemühung der griechische Mythologie) gar konsequent verquast präsentiert?Man sollte meinen, ein Buch, das einige zentrale Schwachstellen unseres politischen Systems und unserer Gesellschaft benennt, Sollzustände beschreibt und auch den einen oder anderen Lösungsansatz werde geschrieben in der Absicht, etwas zum Besseren zu bewegen, indem es die Menschen bewegt. Dann aber hätte es anders geschrieben werden müssen, verständlicher, eingänglicher, mit mehr Leidenschaft. So wie es ist, spricht es eine relativ kleine intellektuelle Elite an und erklärt vor allem die in der Öffentlichkeit mehrfach verzerrt wahrgenommene Person Paul Kirchhoff, ihre Stärken und Schwächen. Paul Kirchhoff ist wertkonservativ, idealistisch und durch und durch integer. Ein engagierter, materiell saturierter, dem Staat gegenüber unbedingt loyaler Spitzenbeamter. Ein Staatsdiener, so wie er sein sollte. Paul Kirchhoff stellt - anders z.B. als sein Professoren-Kollege Hans-Herbert von Arnim - das politische System an sich grundsätzlich nicht in Frage, sondern verteidigt es vehement. Sein Glaube an die auch faktische Kraft (das Potential) der bestehenden Verfassung ist offenbar unerschütterlich. Was verwundert, muss er doch (wie z.B. bei der Staatsverschuldung oder der Steuergerechtigkeit) immer wieder das praktische Versagen verfassungsrechtlicher Vorgaben, Instrumente und Schranken konstatieren. Doch er bleibt dabei: nicht die Verfassung ist das Problem, sondern deren schlechte Anwendung und Umsetzung. Von Missbrauch oder vorsätzlichem bzw. grob fahrlässigem Fehlverhalten politischer Akteure ist an keiner Stelle die Rede. Sein Glaube an das Gute (im Staate) wirkt bisweilen erstaunlich naiv. Dies führt dazu, dass er auch dort Lösungen innerhalb des Systems sucht, wo das System selbst das Problem ist. Zudem fehlt ihm die Vorstellungskraft für die Lebensverhältnisse und Sorgen derjenigen, die sich trotz harter Arbeit niemals ein Einfamilienhaus in Heidelberg werden leisten können. Man kann vor diesem Hintergrund nur froh sein, dass Herr Professor Kirchhoff nicht Teil des Kabinetts Merkel geworden ist. Wer die Welt und die Menschen darin nicht so sieht wie sie sind, sondern wie sie idealerweise sein könnten, kann nicht erfolgreich und verantwortlich Politik betreiben. Schließlich ist er - obschon CDU-Mitglied - als Wertkonservativer politisch praktisch heimatlos geworden, seitdem die politisch maßgeblichen Akteure auch dieser Partei ihre Werte skrupellos um des bloßen Machterhalts willen verraten und verkaufen. Allein schon die Kapitel zum Steuerrecht (Aufbruch in den Garten der Freiheit") und zur Staatsverschuldung (Abbau der Schulden") und speziell die darin enthaltenen Lösungsvorschläge rechtfertigen allerdings den Kauf dieses Buches. Als Vater zweier Kinder ist mir im übrigen auch der Vorschlag eines vormundschaftlich wahrzunehmenden Kinderstimmrechts überaus sympathisch. Denn (nur) Kinder sind Zukunft - und diesbezüglich sind die Aussagen erfrischend klar und deutlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Der Herr Professor aus Heidelberg" hat ein sehr lesenwertes Buch geschrieben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
"Der Herr Professor aus Heidelberg" wurde er herablassend im BT-Wahlkampf 2005 von einem Linksanwalt aus Hannover und einem "Commandante" genannten Putzgruppenführer aus Frankfurt genannt. Der Linksanwalt war damals Bundeskanzler und der Gruppenführer war Minister des Äußer(st)en.Dieser "Herr Professor aus Heidelberg", 1943 in Osnabrück geboren und von 1987 bis 1999 Richter am Bundesverfassungsgericht, gehörte als parteiloser, designierter Finanzminister dem Kompetenzteam der CDU/CSU an. Die Schmähungen durch die politischen Gegner und die mangelnde Unterstützung von Seiten der Parteien, für die er mit einem neuartigen und radikal vereinfachten Steuersystem als Wahlkämpfer durch die Länder reiste, führten dazu, dass aus dem angestrebten Ministeramt dann doch nichts wurde. Nun hat der "Herr Professor aus Heidelberg" ein Buch veröffentlicht, das es immerhin in die Bestsellerlisten geschafft hat. Einen Geisterschreiber hat er, anders als der Linksanwalt aus Hannover und der Putzgruppenführer aus Frankfurt, nicht beschäftigt, der "Herr Professor aus Heidelberg" kann nämlich selbst und außerdem gut schreiben. Das Wasserschlangenungeheuer Hydra besaß neun Köpfe. Wenn Herakles einen Kopf abgeschlagen hatte, wuchsen an seiner Stelle sogleich zwei neue nach. Herakles musste mit einer Fackel die Wunden ausbrennen, damit konnte er das Nachwachsen verhindern und das Ungeheuer besiegen. Hydra ist aber wieder auferstanden. Sie heißt nun "(deutscher) Staat" und tritt mit der Maske des Wohltäters auf. In Wirklichkeit ist sie aber noch schlimmer als die Gegnerin des Herakles, sie hat nämlich zwölf Köpfe und diese zwölf Köpfe versprühen das betäubende Gift der Versprechungen und Wohltaten: Zuwendungen, Steuervergünstigungen, Subventionen, Privilegien, anstrengungsloses Einkommen. Im Gegenzug will uns die moderne Hydra aber alles vorschreiben. "Die Hydra verspricht das Maximum und zerstört das Maß." Kopf 1: Die Normenflut Allein das deutsche Bundesrecht umfasst ca. 100.000 Einzelvorschriften. Nach jeder Legislaturperiode rühmen sich die Politiker mit der Zahl neu beschlossener oder novellierter Gesetze. Kopf 2: Das Misstrauen gegenüber den Bürgern In einer freiheitlichen Ordnung sind die Bürger grundsätzlich gegenüber der Regierung skeptisch, in einer totalitären Ordnung dagegen misstraut die Regierung grundsätzlich den Bürgern. Eine Tendenz zur Totalisierung ist unverkennbar. Kopf 3: Der Lobbyismus Art. 38 Abs. 1 GG bestimmt, dass die Abgeordneten "Vertreter des ganzen Volkes" sind, "an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen" sind. Ein überhand nehmender Lobbyismus hat aus dieser konstitutionellen Bestimmung eine Farce werden lassen. Kopf 4: Bürger als Adressaten der Rundumbetreuung Bürger werden immer weniger als freie und selbstbestimmte Wesen, aber immer mehr als Adressaten der "Daseinsvorsorge" (Ernst Forsthoff im Jahre 1938!) betrachtet. Kopf 5: Hypertrophie des Sozial- und Wohlfahrtsstaates Damit gefährdet sich der Staat selbst, weil der umfassende Maternalismus die Bürger entmündigt und zu Lethargie und gleichzeitig zu Anspruchsverlangen verführt. Der Anspruchsinflation, die er selbst in Gang gesetzt hat, kann er prinzipiell nicht gerecht werden. Kopf 6: Die Zwangsversicherung Das gouvernmentale System der Zwangsversicherung schöpft zuerst Kaufkraft potentieller Patienten ab, um danach den Zwangsversicherten zu versichern, dass für eine medizinische Behandlung das Beste gerade genug sei. Daraus resultiert eine Ausgabenexplosion, die selbstverständlich die Versicherten selbst zu bezahlen haben. Kopf 7: Mangel an Kindern und mangelhafte Erziehung Wir brauchen mehr Kinder, haben aber immer weniger Kinder. Das rarer werdende Gut, nämlich das Kind, müsste nach dem Nachfragegesetz immer wertvoller werden. Dies jedoch ist nicht der Fall: Je weniger Kinder geboren werden, desto mehr rutschen in die Armut ab. Kopf 8: Invasionen in die Privatsphäre Die Pressefreiheit kollidiert mit dem Recht auf Privatheit, auf eine Intim- und Familiensphäre, auf die Unverletzlichkeit der Wohnung und des eigenen Lebensbereichs. Auch Prominenten, die die Öffentlichkeit suchen, steht ein Recht auf Privatheit zu. Kinder und Jugendliche sollten um einer unbelasteten Entwicklung willen aus Publikationen ausgenommen werden. Kopf 9: Die Maßlosigkeit beim Kampf um Geld Anders als Menschen arbeitet das Geld nicht, es erleichtert die Arbeit, vor Allem dient es der virtuellen Welt des Wirtschaftens, wodurch letztlich individuelle Verantwortlichkeiten geschwächt werden. "Jedenfalls muss das provozierende Dogma der Weltkonzerne, allein den Anteilseignern dienen zu wollen, durch die Freiheitsrechte aller Wirtschaftsbeteiligten widerlegt werden." Kopf 10: Ein undurchschaubares und verwirrendes Steuerrecht Das geltende Steuerrecht ist ein gigantisches System der Verwirrung und Verschleierung, in dem es vor Allem dem durchschnittlichen Steuerzahler unmöglich ist, Bevorzugungen, Benachteiligungen, Ausweichmöglichkeiten und Widersprüche zu erkennen. Zudem stört eine Besteuerung der Gewinne aus Kapital mit 12,5 % und der Gewinne aus Arbeit mit 45 % die Balance des Wirtschaftssystems. Dieses Missverhältnis widerspricht der verfassungsrechtlichen Besteuerungsgleichheit und verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger. Kopf 11: Eine maßlose Staatsverschuldung Unser Staat ist mit über 1,5 Billionen Euro verschuldet. (Zur Erinnerung: 1 Billion ist 10 hoch 12, also eine Million Millionen oder 1000 Milliarden.) Und diese Verschuldung nimmt stetig zu. Kopf 12: Abrupte Brüche mit tradiertem Recht Rechtserneuerung ist prinzipiell unvermeidbar, ja sogar notwendig. Dabei wird jedoch häufig ignoriert, dass abrupte Brüche, Revolutionen, weit mehr Schaden als Nutzen stiften. Grundsätzlich gilt: "Nur einfaches Recht ist gerechtes Recht." Welcher Herakles aber soll diese zwölf Köpfe abschlagen und die Wunden sogleich ausbrennen, damit nicht neue Köpfe nachwachsen? Der Verfasser gibt darauf eine in eine Sage eingebettete Antwort: Wieder wird Herakles gerufen, um die neue und immer gieriger gewordene Hydra zu besiegen. Doch der Held lässt auf sich warten. Die Bürger greifen notgedrungen selbst zu den Waffen. Immer neue Köpfe wachsen nach, doch nach und nach ermattet das Ungeheuer, da es keine Nahrung mehr bekommt. Und so stirbt es schließlich, vielköpfig, an Hunger. Herakles allerdings war immer noch nicht eingetroffen. Die Bürger stellen einen großen Stein vor dem Rathaus auf und meißeln nur einen einzigen Satz hinein: "Herakles sind wir. Liegt nicht in der Sonne und wartet auf Helden." Offensichtlich sind die zwölf Hydraköpfe von recht unterschiedlicher Art, insbesondere der achte und der neunte Kopf fallen aus der Reihe. Und ganz allgemein fällt eine aristotelisch-katholische Grundhaltung des Verfassers auf, die mit dem Liberalismus bisweilen in eine spannungsvolle Beziehung tritt. Unsympathisch ist dies nicht. "Der Herr Professor aus Heidelberg" hat ein sehr interessantes Buch vorgelegt, das man mit großem Gewinn lesen kann. Die Anmerkungen auf den Seiten 347 bis 384 zeugen von einer stupenden Gelehrsamkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Lesenswert,
Von PST "A Reader from Germany" (Eislingen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER)
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Gebundene Ausgabe)
Prof. Kirchhof hat hier eine sehr lesenswerte Analyse der Probleme unserer Gesellschaft vorgelegt, und Lösungen aufgezeigt.Die Sprache ist zunächst gewöhnungsbedürftig, anfänglich musste ich fast jeden Satz zweimal lesen, bevor ich das deutsch verstand. Es lohnt sich aber sehr, sich hier "durchzubeissen". Unverständlicherweise wird jedem Kapitel ein Märchen vorangestellt, was der Sinn sein soll, bleib mir verborgen. Mein Rat: Märchen überspringen. Bei einfacherer Sprache, und ohne Märchen, hätte das Buch uneingeschränkt 5 Sterne verdient. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Buch zum Überlegen!,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Taschenbuch)
Über Bücher, deren Inhalt sowie den Autor kann man nichts schreiben! Jeder hat dies bezüglich ne andere Auffassungsgabe und denkt anders darüber!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
wertvolles Sachbuch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (Taschenbuch)
Da ich in letzter Zeit sehr viele Bücher verschlinge, kam ich nicht umhin dieses hier zu lesen. Ich finde es sachlich und fachlich sehr wertvoll. Kirchhof ist mir dadaurch wieder ins Gedächtnis gerufen worden. Wer sich mit dieser o.ä. Thematiken beschäftigt oder sich einlesen will, der sollte zwingend zu diesem Buch greifen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
Das Gesetz der Hydra: Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! von Paul Kirchhof (Gebundene Ausgabe - 21. September 2006)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,32
| ||