Kundenrezensionen


13 Rezensionen
5 Sterne:
 (10)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vermissung mit Folgen
Dies ist die Rezension eines Tabor-Süden-Neulings, der das Risiko eingegangen ist, ganz hinten in Friedrich Anis langjährige Reihe um diesen seltsam sympathischen Vermisstenjäger einzusteigen. Gereizt hatte mich dabei auch der lapidare Titel "M", der ein ungewöhnliches Buch versprach. Und ungewöhnlich ist das Buch, aber nicht wegen des Titels...
Vor 11 Monaten von Felix Richter veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dilettierende Detektive
Gleich am Anfang des Romans lernt man verstehen, warum Ani ein Liebling des Zeit-Feuilletons ist.
Da sitzt die Inhaberin der Agentur auf der Ledercouch, wartet auf ihre Tränen, und es „ entwischte ihr Blick dem vom Innern verdunkelten Verlies ihrer Augen und fiel auf das Ensemble der Stumpenkerzen“, die allein zu dem Grund gekauft wurden, „den...
Vor 3 Monaten von helmut seeger veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vermissung mit Folgen, 10. Oktober 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
Dies ist die Rezension eines Tabor-Süden-Neulings, der das Risiko eingegangen ist, ganz hinten in Friedrich Anis langjährige Reihe um diesen seltsam sympathischen Vermisstenjäger einzusteigen. Gereizt hatte mich dabei auch der lapidare Titel "M", der ein ungewöhnliches Buch versprach. Und ungewöhnlich ist das Buch, aber nicht wegen des Titels (dazu gleich mehr).

Tabor Süden hat seinen Dienst als Kriminalkommissar quittiert und arbeitet jetzt für eine kleine Münchner Detektei. Diese erhält eines Tages von einer Journalistin den Auftrag, nach deren seit einer Woche verschwundenem Freund zu suchen. Dabei spüren die Kollegen sofort, dass ihnen die Dame längst nicht alles erzählt, was sie weiß. Das gilt vor allem für ihre Beziehung zu dem Verschwundenen.

Warum das so ist, bleibt unseren Detektiven nicht lange verborgen: Die Spur führt bald in den rechtsradikalen Untergrund, und bei ihren nicht immer sehr professionell durchgeführten Nachforschungen bekommen sie es mit Leuten zu tun, die es überhaupt nicht schätzen, wenn man sich für ihre Aktivitäten interessiert. Das gilt dann auch für die Kollegen des LKA, denen sie dabei auf die Füße treten (und diese natürlich ihnen). Und die Suche nach dem Vermissten steht schon bald nicht mehr im Vordergrund.

Ani versteht es, seine Figuren ausgesprochen malerisch zum Leben zu erwecken, vor allem den melancholischen Tabor Süden, aber auch dessen Chefin, die ihren eigenen ungelösten Fall mit sich herumträgt. Gelegentlich entwickelt die Metaphorik einige Eigendynamik ("Sie sahen sich an, und ihre Blicke waren wie Leinen gespannt, an denen sie die tränenvollen Fetzen ihrer Gedanken trockneten."), aber doch nur gelegentlich. Ich bin hier übrigens zum ersten Mal dem schönen, weil kurzen und verständlichen Wort "Vermissung" begegnet, das viel besser klingt als das beamtendeutsche "Vermisstenfall". Ani-Fans kennen das wahrscheinlich schon längst.

Die rechtsradikale Szenerie ist aber für meinen Geschmack zu holzschnittartig und klischeehaft dargestellt, und das gesellschaftliche Umfeld, das von ihr unterwandert wird und das davon so gar nichts mitbekommt, etwas sehr naiv. Und dass ich am Ende tatsächlich nicht wusste, was der Titel "M" bedeutet, hat mich dann doch an mir zweifeln lassen. So voller Menetekel, von denen auf dem Einband die Rede ist, war die Geschichte jetzt auch wieder nicht, und Bezüge zum Filmklassiker gleichen Namens habe ich, trotz Kindesmord hier wie dort, auch nicht gesehen.

Zum eingangs erwähnten Risiko sei noch angemerkt, dass Tabor Südens Vorgeschichte aus 18 Romanen so kurz und klar angedeutet wird, dass Neulinge wie ich alles erfahren, was sie für diesen Roman wissen müssen, alte Süden-Hasen aber auch nicht über Gebühr gelangweilt werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dilettierende Detektive, 16. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
Gleich am Anfang des Romans lernt man verstehen, warum Ani ein Liebling des Zeit-Feuilletons ist.
Da sitzt die Inhaberin der Agentur auf der Ledercouch, wartet auf ihre Tränen, und es „ entwischte ihr Blick dem vom Innern verdunkelten Verlies ihrer Augen und fiel auf das Ensemble der Stumpenkerzen“, die allein zu dem Grund gekauft wurden, „den Gästen beim Essen und Trinken und Reden mit munterem Flackern Gesellschaft zu leisten“.
Überhaupt die Tränen. Sie fließen reichlich in diesem Roman. Und es gibt auch eine Menge Anlass zum Weinen. Da ist einerseits die traurige Lebensgeschichte der versammelten Detektive, mit der sich dieselben so ausführlich beschäftigen, dass die Geschichte teilweise zum Erliegen kommt.
Und da ist andererseits die dilettantische Ermittlungsarbeit, die dazu führt, dass ein Ermittler tatsächlich ums Leben kommt und die zweite Ermittlerin nur knapp einem Mordanschlag entgeht.
Das rechte Milieu, welches den Ermittlungen zugrunde liegt, bzw. dessen bedrohliche und heimattümelige Atmosphäre, hat Ani recht gut getroffen, auch wenn die Protagonistin in all ihren Widersprüchen nicht so recht überzeugt.
Nur allerdings befassen sich die Rechten in diesem Roman hauptsächlich damit, die eigenen Leute, alte Männer oder die dilettierende Detektivin ums Leben zu bringen. Insofern kann man fast von einer Verharmlosung sprechen.
Anis Stärke ist sicher auch die Zeichnung der Personen und ihrer psychischen Befindlichkeiten. Mit den Jammerlappen als Detektiven, die er seinen Lesern präsentiert, mutet er Ihnen aber auch einiges an Toleranz zu. Praktisch jede Ermittlung geht hier in die Hose und endet für die Beteiligten beinahe fatal. Ausnahme ist der „Held“ Süden, der mit Hilfe von ungeahnten und arg strapazierten Zufällen und Kombinationen am Ende den Fall zur Strecke bringt.
Ich habe lange keine Ani-Geschichte mehr gelesen und nehme nicht an, dass dies hier die stärkste ist. Dieselbe schleppt sich im Mittelteil arg zäh über viele Seiten dahin, so dass es einige s an Durchhaltevermögen erfordert, bei der Stange zu bleiben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melancholisch, poetisch, wort- und bildgewaltig und schonungslos spannend, 15. Oktober 2013
Von 
Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Mitarbeiter der Münchner Detektei Liebergesell erhalten von der Journalistin Bischof den Auftrag, ihren seit wenigen Tagen vermissten Freund Siegfrid Denning zu suchen, der sich zuletzt wohl etwas seltsam verhalten hätte. Doch die Mitarbeiter der Detektei halten auch das Auftreten und Verhalten ihrer Auftraggeberin selbst für seltsam und fragwürdig und beginnen ohne Unterstützung ihrer Chefin zu recherchieren, die jedes Jahr zur gleichen Zeit ein grausames, erschütterndes Ereignis aus ihrer Vergangenheit durchlebt und sich dabei ihrem Alltag entziehen muss. Und doch könnten Tabor Süden und seine Kollegen jede Hilfe gebrauchen, denn es scheint, als ob der vermisste Taxifahrer Denninger dem rechtsextremen Gedankengut zugeneigt zu sein scheint - das Auftauchen des LKA und Ermittlungsbehinderungen durch die Kripo lassen vermuten, dass die kleine Detektei einer solchen Situation nicht gewachsen ist. Als sich auch Verdachtsmomente gegen die Auftraggeberin Bischof eröffnen, nimmt der weitere Verlauf der Suche eine katastrophale Wendung...

Offen gestanden, fällt es mir nicht einfach, einen passenden Anfang für meinen Kommentar zu finden, wenngleich ich dieses kleine Problem mit dieser Formulierung eigentlich sogar bereits gelöst zu haben scheine: Ich könnte stattdessen aber anfänglich erwähnen, wie wort- und bildgewaltig Ani's sehr eigentümliche, aber wundervolle Prosa ist, wie realitätsnah, wie authentisch sich intensive, lange Monologe und Dialoge und selbst das gefühlte Schweigen anfühlen. Schonungslos zeichnet Ani ein echtes Bild von echten Menschen mit ihren echten Ängsten und Sorgen und Problemen und ihrer eigenen Machtlosigkeit gegenüber notwendigen Lösungen. Ungeschönt und offen übt Ani Sozialkritik, vergisst dabei aber nie die Menschlichkeit und versucht auch ebenso die Motivation hinter Handlungen unbewertet und ungeschönt zu erklären.

So fiel es mir auch bei diesem Roman nicht einfach, die Fiktion hinzunehmen und zu akzeptieren, so plastisch, so authentisch wirken die Figuren und Szenen. Darüber hinaus ist 'M' vielleicht einer der extremsten Romane aus der 'Süden'-Reihe: Die Handlung ist im Vergleich zu anderen 'Vermissungsfällen' Ani's ausserordentlich komplex und einige Szenen haben mich in kurzzeitige Fassungslosigkeit gestürzt. Auch damit ist es Ani gelungen, mich nachhaltig zu beeindrucken. Ein großartiger, leiser und doch bild- und wortgewaltiger, schonungslos spannender Krimi, der klar die so markante Handschrift Ani's trägt - "Möge es nützen!"
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken", 23. Oktober 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
Von 1998 bis 2005 hatte der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani in 14 Büchern seinen Kriminalkommissar Tabor Süden mit seinem Team bei der Münchner Kripo Morde aufklären und schwerpunktmäßig nach vermissten Menschen suchen lassen. Obwohl diese Bücher niemals die Auflagen erzielten, wie etwa die vieler skandinavischer Krimireihen, wurden sie regelmäßig von der Literaturkritik hoch gelobt, die seit den Romanen von Sjöwahl/Wahlhöö von einem Krimiautor nicht mehr so begeistert war.

Und das lag an der Perspektive von Friedrich Ani, an der Weise, wie er selbst und mit ihm seine Hauptfigur Tabor Süden die Welt und die Menschen betrachtet, wahrnimmt, erleidet, spürt und nicht selten regelrecht "liest."

Mit dem Roman "Süden und der Mann im langen, schwarzen Mantel" war dann für Tabor Süden Schluss. Er hängte den Polizistenberuf an den Nagel und wollte etwas ganz anderes machen. Ob Friedrich Ani damals schon daran dachte, ihn irgendwann nach einigen Jahren wieder zurückzuholen, wie er es seit 2011 in mittlerweile drei Romanen getan hat, glaube ich weniger. Zunächst erfand er mit dem ehemaligen Priester Polonius Fischer einen Ermittler im Münchner Dezernat 11, der in leider nur drei Bänden seine Ermittlungstätigkeit nicht nur verband mit tiefen philosophischen und theologischen Reflexionen auch über sein eigenes bewegtes Leben, sondern auch ein ähnliches Faible entwickelte wie Tabor Süden für die Outlaws, die Unsichtbaren und unsichtbar gemachten Menschen in einer Gesellschaft, die ihr unteres Segment aufgegeben hat.

Fast zeitgleich entwickelte er bei DTV eine Reihe von kurzen Krimis um den "Seher", den bei einem Einsatz erblindeten Kommissar Jonas Vogel und seinen ebenfalls bei der Münchner Kripo arbeitenden Sohn.

Allen drei Polizistenfiguren von Friedrich Ani hat er seine eigenen Fähigkeiten und Vorlieben angedichtet. Sie sehen die Menschen, dort, wo anderen blind sind, sie lieben, jeder auf seine Weise, die Menschen, auch wenn die anderen und sie sich selbst längst aufgegeben haben. Und sie suchen nach dem, was dahinter ist, was verschwunden ist, sie fühlen und lesen "die leeren Zimmer."

Nun ist Tabor Süden mit einem weiteren Band zurück. All die Jahre war er in Köln, hat dort als Kellner gearbeitet, als ihn im vorletzten Buch ein Anruf aus München dorthin regelrecht zurückzwingt. Sein Vater, der vor 35 Jahren einfach verschwand und damit eine noch immer schmerzende Wunde in Süden zurückließ, hat sich gemeldet. Weil er, ihn suchend, sich in München von irgendetwas ernähren muss - Süden ist ein armer Mann geblieben-, heuert er bei einer Detektei an, die er aus seiner Zeit als Kommissar kennt und bekommt einen Fall eines Mannes, der seit zwei Jahren verschwunden ist.

Auch im neuen Buch „M“ geht es um eine Vermissung. Die Journalistin Mia Bischof meldet sich bei der Münchner Detektei Liebergesell, wo Tabor Süden zusammen mit der Chefin und zwei weiteren sympathischen KollegInnen arbeitet und erteilt ihr den Auftrag, nach ihrem verschwundenen Freund und Partner Siegfried Denning zu suchen. Süden und seine Kollegen erleben Mia Bischof als seltsam. Sofort sind sie voller Zweifel an der Aufrichtigkeit des Auftrags. Und weil sie wie immer vom Auftraggeber nur die Informationen bekommen, die ihn eher von einer Lösung wegführen (vgl. Sara Gran, Die Stadt der Toten und die Maxime ihrer Ermittlerin Claire de Witt: „Der Auftraggeber kennt die Lösung des Rätsels bereits. Aber er sträubt sich dagegen. Er beauftragt den Detektiv nicht, um das Rätsel zu lösen. Er beauftragt ihn, um sich bestätigen zu lassen, dass es keine Lösung gibt.“) machen sie sich, wie früher auch schon, auf die Spuren des Vermissten. Auch im neuen Buch hat Friedrich Ani Südens ganz eigene Art perfekt beschrieben: Er redet mit vielen Menschen, liest zwischen den Zeilen, hört das, was verschwiegen wird, und wird irgendwann selbst zu dem Verschwundenen, lernt so zu denken und zu fühlen wir er.

Bald schon wird klar, dass es hier um größere Zusammenhänge geht und die Spuren gehen in das rechtsradikale Milieu der Stadt und den Anschlag auf die neue Münchner Synagoge. Das LKA sucht ebenfalls nach Siegfried Denning und möchte, dass die kleine Detektei Liebergesell sich da raus hält. Süden stößt auf eine Wand aus Lügen und Schweigen. Dennoch bleiben Edith Liebergesell und ihre Mitarbeiter dran und kommen sehr schnell in höchste Lebensgefahr. Edith Liebergesell muss noch einmal schmerzhaft jene Zeit durchleben, als vor vielen Jahren ihr kleiner Junge spurlos verschwand und erfährt auch, wer dafür verantwortlich war.

In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: "Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken". Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, längst in sich selbst verschwunden sind, in "leeren Zimmern" leben.

Es ist gut, dass Ani Tabor Süden "weiterleben" lässt, und vielleicht auch irgendwann lieben. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn er irgendwann auch Polonius Fischer reaktivieren würde.

Reich an intensiver Sprache mit starken und ausdruckskräftigen Bildern nimmt Friedrich Ani seine Leser wieder mit auf eine spannende Reise durch Bereiche unserer Gesellschaft, die er seinen Tabor Süden erkunden lässt wie kaum ein anderer Krimiautor der Gegenwart. Anspruchsvolle Lektüre vom Feinsten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefährliche Suche im "braunen Sumpf", 20. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
„Er fuhr ..... zum Waldfriedhof, redete mit seinem Freund Martin und anschließend mit seinem Vater, dem er vom aktuellen Fall erzählte“.

Freund und Vater, die sich allerdings nicht „auf“ dem Friedhof mit Tabor Süden zum Gespräch treffen, sondern die je in ihren Gräbern dort ruhen. Wobei Tabor Süden nicht einfach eine „Störung“ in sich trägt, sondern gerade diese Szenen auf dem Friedhof (die regelmäßig zu Tabor Südens Leben gehören) in sehr direkter Form die melancholische Grundstimmung der Romane um den privaten Detektiv Tabor Süden herum kennzeichnen.

Wobei Tabor selbst beleibte nicht der einzige Mitarbeiter (oder anderweitig an diesem Fall Beteiligter) ist, der diese Stimmung ausstrahlt. Eine feine, immer zu spürende, nie aber flach dargestellte „Dunkelheit im Leben“ ist Teil so mancher tragender Personen im Buch.

Leonhard Kreutzer, älterer Kollege Tabors, geht auf den fünften Todestag seiner Frau zu, „aber für Kreutzer würde es bis zum Ende der Zeit nur einen ersten geben“.

Oder Patrizia, noch in einer Bar arbeitend und sehr interessiert daran, ganz und gar in die Detektei zu wechseln. Und doch in stiller Sorge, dass all die Solitäre dort plötzlich innerlich nicht mehr erreichbar für sie wären, ganz in ihrer eigenen Welt sich abschließen könnten.

Viele solcher Fäden führt Ani immer wieder auf der emotionalen Ebene in seine Gestaltung ein. Sprachlich versiert und mit sensibler Bildsprache nimmt er den Leser in dieser Weise emotional mit hinein in eine Welt, in der Verluste drückend die Realität mit begleiten.
Was keinen der Beteiligten davon abhält, vollen Einsatz für den anstehenden Fall zu bringen.

Ein Mann wird vermisst, ein scheinbar einfacher Taxifahrer. Dessen Freundin beauftragt die Detektei und Tabor Süden macht sich an die Nachforschungen. Nur um sehr schnell zu bemerken, dass so gut wie alle Geschichten, die er überprüft, schon ersten Blicken nicht standhalten. Der Mann hatte noch eine andere Vergangenheit außer Fahrer zu sein. Die Freundin ist gar nicht so eng mit dem Verschwundenen verbunden gewesen, wie sich ebenfalls bei ersten Nachfragen erweist. Auffällige Männer sind in der Umgebung der Wohnung des verschwundenen Siegfried Denner anzutreffen, die Söder sehr an ehemalige Kollegen des BKA in Gestus und Habitus erinnern.

Und Kreutzer benötigt, unfreiwillig, auch nur erste Schritte an Ermittlungen, um sehr schnell sich eine Kopfwunde einzufangen.
Im Dunstkreis von kompakt gebauten Männern, die gerne „die Partei“ erwähnen und alte „Parteigenossen“ zu schätzen wissen.

Was alles nur die Spitze des Eisberges ist, den Süden in seiner konsequenten, nie lockerlassenden Art (und in so manchen Zwiegesprächen mit seinen treuren Verstorbenen), Schritt für Schritt aus dem Wasser heben wird. Und dabei zwischen Fronten und in hohe Gefahr geraten wird. Er und die Seinen. Dennoch lässt er nicht locker und ahnt, das die Auftraggeberin Mia Bischof der Schlüssel zum Verstehen sein wird.

Auf sprachlich hohem Niveau, mit ausgefeilten, sehr differenzierten Figuren und einem überzeugend konzipiertem Fall legt Friedrich Ani zum wiederholten Male auch mit diesem Roman eine sehr empfehlenswerte Kriminallektüre vor. In dem die zunächst scheinbar zusammenhanglos erzählte zweite Geschichte einer Kindesentführung sich zum Ende hin in das gesamte Bild bestens mit einfügt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen M: Ein Tabor Süden Roman, 31. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
M: Ein Tabor Süden Roman, hat mir sehr gut gefallen.
Krimi eben, liest sich gut, kann ich nur weiter empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Bilder malen,, 16. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
mit Worten, das kann Friedrich Ani meisterhaft – besonders gekonnt malt er München-Bilder im Stil des "Rembrandtschen Halbdunkel". Großartig sind wie gewohnt die (meist eher knappen) Dialoge. Ani schreibt Kriminalromane auf eindeutig literarischem Niveau; die Vermutung liegt nahe, daß Anis Sprachkunst daher rühren mag, daß er, geboren im oberbayerischen Kochel, Deutsch von Beginn an als ernstaft zu lernende „erste Fremdsprache“ wahrgenommen und sich demensprechend ernsthaft damit auseinandergesetzt hat(?).
Es fällt auf, daß der Autor ganz ohne Mundart-Dialoge auskommt, trotzdem sind München und Umgebung sehr authentisch präsent, er schafft das durch solide Kenntnisse von Stadtteilen und deren Charakter, Lokalen, Verkehrswegen, Verkehrsmitteln, Entfernungen usw., all das wird richtig und präzise beschrieben und dadurch lebendig! Schön finde ich speziell an den Romanen um den Ermittler/Detektiv Süden den Umstand, daß der Plot nicht auf Mord und Totschlag gründet, sondern auf "Vermissungen", zwar wird dann im Verlauf der Handlung schon auch noch gemeuchelt, aber immerhin ist es mal etwas anderes als der immer gleiche „Tatort“-Einstieg, eine Leiche. Erkennbar geht es dem Autor immer in erster Linie um (lebende) Menschen, das ist schön!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Flüssig geschrieben , das Thema hochinteressant,, 18. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Kindle Edition)
Spannend geschrieben. keine Sekunde Langeweile. Thema hochinteressant, ist gut weiterzuempfehlen, jede Seite spannend .Tabor Süden Romane sind alle gut zu lesen. immer empfehlenswert
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Süden im braunen Sumpf, 27. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist eine vogelwilde Geschichte, die Friedrich Ani seinem Tabor Süden da zumutet, eine Geschichte, die manchmal auch der Logik entbehrt. Aber auch eine Geschichte, die Angst macht und – wütend. Tabor Süden, der nachdenklich Detektiv mit den grünen Augen, der im Gespräch mit den Toten die besten Ideen hat und der in der Detektei Liebergsell eine Heimat gefunden hat, watet diesmal tief im braunen Sumpf. Und Edith Liebergsell wird mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert. Nicht genug damit, die ganze Detektei gerät in Gefahr. Und alles nur wegen einer Vermisstensuche, mit der Mia Bischof, eine Lokaljournalistin, das Büro beauftragt hat. Süden, der Mann mit dem Sinn für das, was sich hinter der Oberfläche verbirgt, ahnt von Anfang an, dass dieser Auftrag schwierig werden könnte. Zu wenig gibt die Auftraggeberin preis, zu verschwommen ist die Beschreibung des Gesuchten.
Doch das, was ihm und den Kollegen bevorsteht, ist auch dem versierten Ermittler nicht einmal ansatzweise bewusst. Sie bewegen sich auf vermintem Gebiet, im Bereich des Staatsschutzes, der V-Männer und der Lügen. Keiner traut dem anderen. Auch der Mann, der sich als Freund des Verschwundenen outet, gibt immer nur so viel preis wie er meint, dass ihm nützen könne. Und so taumelt Süden durch eine Schattenwelt, die ihn und die ganze Detektei zu verschlingen droht. Keine Hilfe in Sicht, auch nicht von der Polizei. Dem Detektiv ist klar, dass seine Gegner schwer zu fassen sind, weil sie nicht in den Computern der Ermittler existierten, „vermutlich nicht einmal in deren Köpfen“. Und doch gibt es sie, in einer braunen Parallelwelt, die mit Geldströmen aus kriminellen Quellen versorgt wird. Dass diese Kräfte auch hinter der Entführung und dem Tod des Sohnes von Edith Liebergsell stecken, passt ins Bild einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft. Am Ende bleiben ein paar Menschen auf der Strecke, doch trocken gelegt ist der braune Sumpf deswegen noch lange nicht. Im Gegenteil. Ani gelingt es, die hinter rechtschaffenen Fassaden lauernde Gefahr präsent zu machen und mit wuchtigen Sätzen Ausrufezeichen zu setzen. Dass sein Buch gerade jetzt erscheint, zu einer Zeit, da dem NSU in Gestalt der harmlos wirkenden Beate Zschäpe der Prozess gemacht wird, ist sicher kein Zufall. Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern sei M als Lektüre, vielleicht auch als Kommentar zu ihrem Prozess unbedingt empfohlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beschreibung des leichten Grauens, 27. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M: Ein Tabor Süden Roman (Kindle Edition)
Friedrich Ani beschreibt wieder einmal recht melancholisch einen tollen Kriminalfall und Menschen, die alle ein wenig aus der Welt gefallen zu sein scheinen.Der Anruf seines vor Jahrzehnten verschwundenen Vaters, lässt Tabor Süden von einem Tag auf den anderen nach München zurückkehren . Ziellos läuft er durch die Stadt auf der Suche nach einem hinkenden alten Mann. Dabei taucht er ein in das rechtsextreme Milieu Münchens. Er legt uns da einige wichtige fRagen zu den aktuellen Fällen dieser Szene nahe. Eich wichtiges Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

M: Ein Tabor Süden Roman
M: Ein Tabor Süden Roman von Friedrich Ani (Gebundene Ausgabe - 1. Oktober 2013)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen