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5.0 von 5 Sternen Der Sound des gesunden Menschenverstandes..., 8. Februar 2014
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gesellschaft im Überfluß (Broschiert)
Das Buch ist von 1958 (sic!). Da lagen noch 20 Jahre Wirtschaftswunder vor Westeuropa, aber schon damals machte sich Galbraith Gedanken darüber, ob die "Logik der Produktion" noch die Antwort für die Zukunft sein könnte. Nach dieser Logik, die offenbar bis heute gilt, ist alles, was die Produktion, und damit den materiellen Wohlstand, steigert, gut. Dabei hatte schon Galbraith etliche Einsprüche zu erheben: Kann Produktion immer gut sein, wenn ihre Erzeugnisse keinerlei gesellschaftlichen Wert haben - wenn die Schnapsfabrik ihren Ausstoß verdoppelt, steigt notwendigerweise das BIP. Oder kann ein steigendes BIP wirklich von steigendem Wohlstand künden, wenn wir Bedürfnisse gar nicht mehr befriedigen sondern durch Reklame und Marketing überhaupt erst einmal wecken müssen. Und kann es nicht sein, dass es Bedürfnisse gibt, welche die Marktwirtschaft gar nicht decken kann? Wenn ich meine Gesundheit auf der Arbeit ruiniere, steigert das die Produktion, aber meine Bedürfnisse werden dabei in Wahrheit frustriert. Und gibt es nicht auch Bedürfnisse, die kein Unternehmen befriedigen kann, die aber beim Staat, der natürlich Steuern erheben muss, ganz gut aufgehoben sind; Bildung, Parks und Spielplätze nennt dabei der Autor, aber auch Straßen und Infrastruktur, die durch Unternehmen aus purem Eigeninteresse gar nicht unterhalten werden würden. Auch mit der Frage, ob wir einen ständig wachsenden materiellen Wohlstand brauchen, um geostrategisch, also sicherheitspolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten, beschäftigt sich Galbraith.
Man könnte daran verzweifeln, dass dieses Buch nach 56(!) Jahren mit den Problemen, die es aufwirft, und mit dem Argumenten, die es ausbreitet, immer noch tagesaktuell wirkt...
Wenn wir uns heute fragen, warum das Bruttoinlandsprodukt auch weiterhin Jahr für Jahr steigen muss - welche Antwort können wir da geben? Geht es um die Arbeitsplätze? Oder geht es ehrlicherweise nur noch darum, dem aufstrebenden China etwas entgegensetzen zu können und sich ein wenig von den USA zu emanzipieren? Aber was ist das Ende von der Geschichte, hat irgendein politisch Verantwortlicher eine Vision davon, wie wir aus einem permanenten Wirtschaftskrieg in einen Zustand des Ausgleichs und der Stabilität kommen könnten? Und können die Individuen einer Gesellschaft eigentlich Zufriedenheit finden, nämlich durch Stillung ihrer wahren Bedürfnisse, während sich das Gesamtsystem - wozu eigentlich? - in einem Zustand ständigen ökonomischen Wettstreits befindet?
Galbraith gibt auf solche Fragen keine Antworten, aber er macht Mut, sich zum gesunden Menschenverstand zu bekennen und zu seiner eigenen Wahrnehmung zu stehen.
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Gesellschaft im Überfluß
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