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am 8. März 2013
Cheryl Strayeds Mutter, stirbt, gerade einmal 45 Jahre alt, an Krebs. Dieses traumatische Erlebnis wirft die Autorin mit Anfang zwanzig komplett aus der Bahn, lässt sie ihre Ehe ruinieren, zu Drogen greifen und ihr vormals einigermaßen geordnetes Leben über den Haufen werfen.
Zwei, drei Jahre später fällt ihr bei einem Einkauf zufällig ein Reiseführer, der den ersten Teil des Pacific Crest Trails (PCT) beleuchtet, in die Hand. Sie stellt das Buch zwar wieder zurück, doch irgendwie ist ihr Interesse geweckt und so kehrt sie einige Zeit später wieder in den Laden zurück und kauft es. Und so kommt es, dass in ihre die Idee wächst, einen Teil des Trails tatsächlich zu "erwandern"... Im Grunde ahnt man auch als Nicht-Hiker, dass ihre Vorbereitungen für ihr Vorhaben manchmal etwas "ungeübt" sind, dennoch ist es sehr spannend zu lesen, denn man beginnt mit der Lektüre auch fast gleich mit ihren ersten Kilometern auf dem PCT. In Rückblenden und mit ihren Überlegungen während des Wanderns erfährt man immer mehr über ihre Beweggründe dafür und über ihre Familie, ihre Freunde und wie es überhaupt so weit mit ihr bergab gehen konnte.
Cheryl kellnert also noch einige Zeit in Minnesota, deckt sich dann von ihrem Gehalt mit den nötigen Utensilien für ihre Tour ein und packt Versorgungspakete mit Nahrung und sonstigen wichtigen Dingen für die einzelnen Versorgungssationen auf dem PCT. Dabei lässt sie sich zwar in Outdoor-Geschäften beraten und nimmt sich auch viele Tipps von den Autoren des Reiseführers zu Herzen, doch das ein oder andere Grinsen bleibt einem bei der Lektüre nicht erspart: spätestens, als sie nach ihrer letzten Übernachtung in einem Motel nahe ihres Trailstarts morgens den Rucksack packt und schultern möchte, musste ich sogar lachen! Das Teil wiegt halb so viel wie Cheryl selbst und sie muss sich auf den Boden vor das "Monster" setzen, um es überhaupt nach oben stemmen zu können... Doch Cheryl steckt nicht auf, auch nicht, als sie merkt, dass die von ihr berechneten Etappen zu Beginn illusorisch sind: sie ist froh, wenn sie am Tag knapp 10 Kilometer bewältigt.
Bemerkenswert ist jedoch ihr Wille, den Trail in Angriff zu nehmen, sich ihm für hunderte von Meilen stellen zu wollen und dies dazu noch komplett alleine! Der Pacific Crest Trail ist 2663 Meilen (= 4286 Kilometer) lang und verläuft von der US-Grenze zu Mexiko bis zur Grenze zu Kanada durch die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Er gehört zudem zu den National Scenic Trails der USA, den Fernwanderwegen mit ausgesprochen herausragenden landschaftlichen Reiz, den jährlich allerdings nur 200 bis 300 Menschen in Angriff nehmen. Doch das ist noch nicht alles: der Trail führt durch völlig unterschiedliche Landschaften; durch Wüste, Nationalparks, Indianerreservate, Bergregionen und entlang von Höhenzügen vulkanischen Ursprungs wie beispielsweise am Mount St. Helens vorbei, einem aktiven Vulkan, der 1980 einen schweren Ausbruch erlebte. Besonders prekär ist die Strecke durch die Sierra Nevada, ein Hochgebirge, dass auch im Sommer durchaus schneebedeckt ist. Cheryl Strayed beginnt mit dem Trail in Südkalifornien und hat vor, ihn bis zur Grenze zwischen Oregon und Washington zu gehen. Dabei trifft sie auf verschiedene Menschen, die den Trail ebenfalls entlang wandern, ebenso wie beispielsweise auf Ed, einen Trail Angel, der am PCT campiert und die Hiker kostenlos mit gutem Essen versorgt, oder aber die wenigen ortsansässige Menschen, die fast ausnahmslos sehr hilfsbereit sind. Aber sie begegnet auch wilden Tieren und sieht atemberaubende Landschaften, wie beispielsweise den Crater Lake, mit 655 Metern der tiefste See der gesamten USA.

Doch den größten Teil der Beschreibungen nimmt ihre eigene Gefühlswelt ein. Wenn ich zu Beginn noch öfter den Kopf über ihre männerfixierte, oft unüberlegte, vielleicht schon selbstzerstörerische Art geschüttelt habe, so ist ein Denkprozess von Anfang an eindeutig zu erkennen. Auf den Trail kämpft Cheryl zu Beginn mit den alltäglichen Problemen der Fernwanderer, große wie kleine Problemen wie wundgescheuerte Hüften durch den Rucksack, Blasen an den Füssen und das Pumpen von Wasser aus irgendwelchen Teichen, doch dann beginnt sie irgendwann, ihre Erlebnisse hervorzukramen, ihr Leben zu analysieren und Schlüsse daraus zu ziehen. Die Frau, die viele Gefühle zu betäuben versucht hat, beginnt eine Aufarbeitung und eine Selbstreflexion, die zwar keine Sensation ist, aber dennoch bemerkenswert. Denn erst nach und nach wird deutlich, wie sehr sie die eigenen Erfahrungen mitgenommen haben.

Fazit: Ein sehr kurzweiliges Buch - keine hohe Literatur und sicherlich auch nicht für Wanderfreaks, denen es um die Schilderungen des PCT geht -, das mich wirklich gut unterhalten hat! Auch wenn ich an der ein oder anderen Stelle kichern musste, so habe ich doch einen Heidenrespekt vor der Leistung der Autorin und ihrer Art der Problemlösung oder ihres eigenen "Ich bin dann mal weg"-Versuchs.
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am 24. Juni 2013
Ich finde dieses Buch toll.Hab es gerade erst zu Ende gelesen.Es ist absolut ehrlich und es gehört sehr viel Mut dazu,sich so komplett zu entblättern.Das rauswerfen aus der halbwegs normal gezogenen Bahn nach dem zu zeitigen Tod der Mutter.Das experimentieren mit Drogen,den schnellen Sex mit vielen Männern,der Abtreibung und immer nach der Suche,nach was eigentlich?Einer Familie,nach Liebe und Geborgenheit.Nach einer heilen Welt.
Der Mut und die Naivität,sich so auf diesen langen Weg zu begeben.So unvorbereitet mit den falschen Schuhen,einem viel zu schweren Rucksack - ihrem später geliebten Monster.Vom Anfang bis zum Ende ziehen sich Blasen und abgefallene Zehennägel wie ein roter Faden durch das Buch.Den Gedanken mit den Versorgungspaketen fand ich toll.Die Entbehrungen und die Freude auf den Genuß gehören zu einer Wanderung.Wie Menschen,die Mut machen,Hoffnung schenken;die zum Durchhalten animieren.Die Geste mit dem Pfirsich oder dem Bier finde ich total rührend.Auch den Mut,einen Teil zu überspringen,weil es zu gefährlich wird,statt einfach aufzugeben.Auf dem Trail sich selbst zu finden.Vergangenheit auf zuarbeiten und sein Leben wieder im Griff kriegen.Egal ob PCT,AT,Fernwanderwege welche auch immer oder Pilgerwege.Nach so einem Trip ist man ein anderer Mensch als der,der man losgegangen ist.
Für mich auf jeden Fall ein Buch,das mir Mut macht,meinen eigenen Weg zu gehen.Weg von den vorgefertigten bequemen asphaltierten Straßen mit Wegweisern.Dem Mut,der Mensch zu sein,der ich bin.Gegen den Strom als Individuum,statt im Einheitsgrau der Masse mit dem Strom.Und das ruhigen Gewissens,mich nicht immer rechtfertigen müssen.Leben statt gelebt zu werden,glücklich sein,zufrieden,dankbar und demütig.Was will ich mehr.Über Gesundheit will ich nicht reden,ich bin mehrfach traumatisiert und chronisch krank.
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am 30. August 2014
Vorab: Ich bin kein Wanderer! Aber da ich gerne Reiseberichte und Reiseerfahrungen lese, kam ich nicht daran vorbei mir dieses Buch zu kaufen. Habe gewartet, bis es im leichteren (und günstigeren) Taschenbuch-Format erschien und wurde dann direkt in den Bann gezogen. Zu Beginn hat es (für mich persönlich) einige Längen, das Drama oder die Dramen der Kindheit der Autorin, der Tod der Mutter wurden dann für meinen Geschmack dann doch zu tief gehalten, was aber natürlich Geschmackssache ist. Für jemand anderen machen vielleicht gerade diese Schilderungen den Reiz aus. Die Wanderung auf dem PCT wird schön beschrieben, mit all seinen Höhen und Unberechenbarkeiten, man leidet förmlich mit, wenn die Autorin sich mit dem "Monster" herumschlagen muss oder als ihr nach und nach 6 Fußnägel abfallen. Die Landschaft wird detailliert beschrieben, auch die Menschen, die sie auf ihrer Reise kennenlernt werden deutlich, manchmal zu deutlich, wenn sie von ihren sexuellen Gelüsten und ihrer sexuellen Vergangenheit erzählt und schwärmt. Fand ich jetzt in diesem Buch eher etwas unpassend, aber auch nicht weiter tragisch. Das Buch liest sich flott, ein flüssiger Schreibstil macht das Lesen leicht. Am Ende hat man Lust, selbst diese Tour zu wandern, aber wer kann schon 3 Monate Urlaub machen? :-) Deutlich besser gefallen hat mir Bill Bryson's PICKNICK BEI BÄREN, einer Wanderung über den Appalachian Train an der Ostküste der USA. Bryson hat eben diesen gewissen Charme und Wortwitz, der in DER GROSSE TRIP (für mich) etwas gefehlt hat.
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am 20. April 2016
Das Buch ist packend, ich habe es bis zum Ende gelesen.
Ein guter, flüssiger Schreibstil.
Die Frau kann schreiben und hat eine unglaubliche Wanderung hinter sich gebracht.
Allein, ich bin mit ihr nicht warm geworden.
Was für eine Heulboje, die bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit um ihre Mutter trauert. Du meine Güte, sie hat sogar Mamis Asche gefressen und mit ihrer obsessiven Trauer ihre Geschwister und ihren Stiefvater in die Flucht geschlagen.
All das geschah übrigens schon Jahre vor der Wanderung, wird aber von ihr durch und während der Wanderung akribisch aufgearbeitet.
Auch ihre eigenhändig ruinierte Ehe samt einem Schwung unappetitlicher Liebhaber und einem Umweg über eine Drogenkarriere werden thematisiert.
Allesamt nicht meine Probleme und Sorgen, so dass mir jeglicher Ansatz, mich mit ihr identifizieren zu können, komplett fehlt.
Aber leider kann man diese wiedergekäuten Sorgen und Probleme auch nicht einfach überspringen, da sie nun einmal einen Großteil des Buches ausmachen.
Ich hätte gern mehr Wanderung, mehr Landschaft, mehr Eindrücke und weniger Teeniesorgen gelesen.
Mehr Seiten für den auf dem Trail begegneten Wildleben und weniger Raum für die tote Mutti, ExMann und Lover.
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am 1. August 2013
Die Autorin verarbeitet ihr Leben und das, was das Leben aus ihr gemacht hat, mit dieser Wanderung auf dem PCT. Der Pacific Crest Trail verlangt ihr alles ab, was sie körperlich und seelisch noch geben kann. Mich hat ihre Geschichte sehr berührt und vielleicht war es ihre Rettung, diese Wanderung zu unternehmen.
Unterwegs berichtet sie von Episoden ihres Lebens, lustige, sowie traurige, erschreckende. Sie erzählt von den Menschen und Begebenheiten, die sie auch dem Trail erlebt. Mir hat es geholfen, ab und zu ein paar Bilder zu ihren Beschreibungen der Natur im Internet herauszusuchen, da ich diesen Teil von Amerika nicht so gut kenne.
Ein kurzweiliges, unterhaltendes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der wie ich Reisetagebücher und ähnliches liebt.

Ein Buch, das dazu anregen kann darüber nachzudenken, wie man geliebte Menschen behandelt, so lange sie noch am Leben sind und was es heißt, ihnen diese Behandung nicht mehr zukommen lassen zu können, wenn es zu spät ist.
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am 18. Februar 2014
Da macht sich eine junge Frau mit ziemlich wenig Erfahrung auf und geht (einfach) auf eine Tour, die von Länge und Schwierigkeit manchem erfahrenen Streckenwanderer gehörigen Respekt einflöst.
Später beschreibt sie auf eine schöne, einfache, aber gerade deshalb großartige Weise ihre Erlebnisse. Das Ergebnis ist dieses Buch.
Das einzig unschöne daran ist, dass die Autorin ihren Ex-Partnern so viel Platz darin überlässt. Der Platz wäre besser genutzt gewesen, wenn man noch etwas mehr über ihre Mutter und/oder mehr Details über die Tour erfahren hätte. Deswegen 1 Stern Abzug.
Ich befürchte, dass das in der Verfilmung noch etwas schlimmer werden wird.
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am 7. August 2015
Nachdem ich den Film gesehen habe wollte ich unbedingt noch mal das Buch lesen. Was Cheryl Strayed gewagt hat finde ich unheimlich mutig vor allem, dass sie den Pacific Crest Trail die meiste Zeit wirklich im Alleingang bezwungen hat. Nach einem schweren Schicksalsschlag, einer gescheiterten Ehe und eher gedankenlosen sexuellen Affairen und Drogenkonsum entschied sie sich für eine Auszeit und wanderte den PCT von Kalifornien bis nach Oregon ab. Unterwegs hat sie die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt, meist nur für kurze Zeit, die ihr Leben jedoch um einiges bereichert haben.
Ich fand es wirklich toll jede einzelne Etappe mit ihr im Roman bestreiten zu dürfen und wurde ständig von starken Fernweh geplagt. Die Beschreibungen ihrer Umgebung waren sehr detailliert und ausführlich, man konnte sich beim Schmöckern alles bildlich vorstellen und auch ihre Begegnungen mit verschiedenen Leuten fand ich sehr unterhaltsam, bewegend – manchmal aber auch gruselig, aber die meiste Zeit hatte Cheryl einfach Glück und ist wunderbaren Menschen auf ihrer Reise zu sich selbst begegnet.
Trotzdem gab es einige Strapazen, wenn man bedenkt, dass sie die durch Wüstenlandschaft gewandert ist mit starkem Schnee und Regenfällen kämpfen musste, Bären begegnete und anderen Tieren wie Klapperschlangen, Bullen und Elchen und natürlich auch immer die Gefahr als Frau allein zu reisen, wobei sie wirklich ziemlich großes Glück hatte und die meisten Leute sie wohl gerade weil sie als Frau allein unterwegs war mit Herzlichkeit überschüttet haben. Ich glaube, Männer haben es da auf dem PCT etwas schwerer mit der Gastfreundschaft.
Was mir nicht so gut gefiel waren im Grunde genommen ihre regelrechte Fixierung auf Männer, wenn man es mal so ausdrückt, das war mir dann manchmal doch etwas zuviel. Sie hatte durchaus ein bewegendes Leben mit ihrer Familie durchgemacht, aber beim Lesen hat es eben durchaus ein wenig genervt, besonders wenn man so etwas immer auf die Eltern schiebt. Dazu noch ihre Naivität in manchen Situationen bei denen man nicht wusste ob sie das nun aus Absicht tat oder eben nicht und ihre Gedankenlosigkeit mit der sie durchs Leben ging. Aber klar, selbst mit 26 Jahren verzapft man noch so einigen Unsinn und wenn man bedenkt wie früh sie geheiratet hat – neben ihrem Männerkonsum, kann man durchaus verstehen, dass sie erst mal auf die harte Tour erfahren musste dass das Leben eben nicht immer eitel Sonnenschein ist.
Trotzdem fand ich ihre Wanderung auf dem PCT aufregend und bin immer noch erstaunt was sie bisher in ihrem Leben alles hat durchmachen müssen, wenn man bedenkt, dass ich im Moment genauso alt bin wie sie damals. Mit Recht hat sie den Spitznamen die Königin des PCT bekommen.
Interessant fand ich auch die erwähnten Bücher in ihrer Biografie, die sie während ihrer Wanderung gelesen hat und die noch einmal alle am Ende aufgelistet worden sind.
Am Ende war ich beinahe genauso erleichtert beim Lesen wie Cheryl, als sie endlich die Brücke der Götter erreicht hat und ganze 1700 km gewandert ist. Das ist wirklich eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt wie schlecht sie sich auf den PCT vorbereitet hat.

Wer gerne wandert und selber solche strapaziösen Wege bereits auf sich genommen hat sollte auch mal in die Biografie reinlesen. Sie ist wirklich toll geschrieben worden und ich empfehle sie auch allen Naturliebhabern, Biografie-Lesern oder Fans der Verfilmung. Einige Szenen versteht man durch das Lesen der Biografie viel besser, da im Film doch einiges zu schnell abgehandelt worden ist.
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am 2. September 2014
Ich bin durch Zufall in einem Outdoorgeschäft über das Buch gestolpert und habe zugegriffen.

Die Autorin schildert ihre Erlebnisse, die zu ihrer Wanderung auf dem Pacific Crest Trail (PCT) von Kalifornien bis Washington State führten. Zunächst wird man in die persönliche Situation eingeführt, dann gehts in die Wanderschuhe.

Zunächst war mir die Frau nicht sehr sympathisch. Sie wirkte mir sehr unerwachsen, dann aber brachte ich mehr und mehr Respekt vor ihr auf. Sehr zäh hat sie sich durch die Wanderung gekämpft und zahlreiche soziale Kontakte geknüpft.

Die Schilderungen waren interessant und unterhaltsam. Es gab gefühlvolle und spannende Momente und keine extreme Schnulzigkeit. Das fand ich zu dem harten zu bewältigenden Weg irgendwie sehr passend und angenehm.
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am 2. Dezember 2013
"Eine Welt, von der ich hoffte, sie würde mich zu der Frau machen, die ich werden zu können glaubte, und zugleich in das Mädchen zurückverwandeln, das ich einmal gewesen war. Eine Welt, die gut einen halben Meter breit und 4284 Kilometer lang war. Eine Welt namens Pacific Crest Trail." Zitat Seite 12

Inhaltsangabe:

„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Und so trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr al tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur „Brücke der Götter“ im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie „Monster“ nennt. Diese Reise führt sie bis an ihre Grenzen und darüber hinaus…

Meine Gedanken zu dem Buch

Das Buch ist in 5 Teile unterteilt und diese wiederrum in einzelne Kapitel. Jeder einzelne Teil hat noch eine weitere Überschrift und macht den Anfang durch ein Zitat einer berühmten Person. Auch die Karte des PCT ist vorne im Buch abgedruckt und am Ende ist noch aufgelistet, welche Bücher Cheryl Strayed auf ihrer Reise gelesen bzw. verbrannt hat um auf ihrem weiteren Weg an Gewicht zu sparen.

Das Cover ist schlicht und ein einzelner ausgelatschter Wanderstiefel mit roten Schnürsenkeln verziert dieses weiße Cover mit großer schwarzer Schrift. Die Gestaltung hat mich schon eine ganze Weile angesprochen, allerdings konnte ich mir anfänglich nicht vorstellen, dass man eigentlich eine Lebensgeschichte bzw. eine Reise zu sich selbst so emotional und dennoch mit der richtigen Prise Humor umsetzen kann.

Cheryl Strayed erzählt gleich zu Beginn, den Verlust ihrer Mutter auf so intensive und emotionale Weise, dass ich zeitweise mit den Tränen kämpfen musste. Sie war noch so jung, als sie erfahren musste, wie es ist, wenn dein Halt, dein Fels in deinem Leben, dich verlasen muss.

"Sie sollte im gleichen Augenblick aus meinem Leben scheiden, in dem ich in ihres getreten war, dacht ich." Zitat Seite 21

Viel möchte ich hier über die Geschichte und den Verlauf nicht erzählen. Dieses Buch ist mehr als ein persönlicher Reisebericht oder eine Lebensgeschichte. Es liegt die Kunst darin auch zwischen den Zeilen zu lesen und deshalb sollte man sich hier die Ruhe und Zeit nehmen und auch neben den lustigen und aufregenden Passagen sich auf die traurigen und tiefgründigen Momente im Leben von Cheryl Strayed konzentrieren zu können, die wie ich finde zum großen Teil auf jeden von uns zutrifft. Sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass wir hier nicht eine fiktive Geschichte sondern direkt über die Autorin und ihr Leben lesen. Ein Mensch, der uns die Tür zu seinem Innersten öffnet. Die Verletzlichkeit, die Schwächen, die Erfahrungen und Verluste. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, ihre Erfahrung mit Heroin zu schildern oder Ihre Seitensprünge sowie die Trennung von ihrem Mann . Es ist kein Buch, in dem die Autorin sich selbst lobt sondern ihre Seele entblößt.

"Auf das, was da in mir wuchs, sollte ich mich Jahre später besinnen, als Trauer mein Leben aus der Bahn warf. Es gab mir den Glauben, dass mich eine Wanderung auf dem Pacific Crest Trail wieder zu dem Menschen machen konnte, der ich einmal gewesen war." Zitat Seite 30

Die Autorin erscheint zu Beginn verletzt, verloren und ohne Lebenswillen, aber von Kapitel zu Kapitel erlebt man ihre Veränderung. Wie sie stärker wird, nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Eine Frau, die durch ein tragisches Ereignis aus ihrem Leben gerissen wird und ohne Erfahrung sich auf einen langen Fußmarsch aufmacht, um wieder ihren Lebenswillen zu finden. Ein Trip der über 4000 Km geht und neben den schönen Begegnungen mit anderen Wanderern, den schönen Landschaften auch die harten und erbarmungslosen Seiten, so einer langen Reise zu Fuß, nur mit einem Rucksack auf dem Rücken, mit sich bringt.

Bewundernswert, wie viel Stärke sie im Laufe ihrer Reise entwickelt. Nicht nur körperlich sondern auch geistig. Trotz der Tiefgründigkeit dieses Buches, verliert man nie die Spannung, selbst die vielen kleinen erheiternden Ereignisse auf ihrer Reise wirken so erfrischend und fesseln einen. Es ist üblich, dass wir Menschen an manchen, wenn auch glücklicherweise an wenigen Tagen, an uns selber und unserer Umgebung zweifeln. Dieses Buch hat mich ein Stück dankbar gemacht. Wir sind durch unseren Willen, in der Lage Schmerzen, Trauer und Erschöpfung zu erfahren, die weitaus über unsere bisher gekannten Grenzen gehen.

Kurz & gut - mein persönliches Fazit

Cheryl Strayed hat mich berührt und mir die Möglichkeit gegeben, Einblick in ihr bisheriges Leben zu gewinnen. Ich habe mir sehr viel Zeit beim Lesen gelassen. Stets etappenweise gelesen, so als würde ich auch immer wieder ein paar Kilometer zurücklegen, auf der schweren Reise. Der große Trip ist mehr als der Titel dieses Buches. Es hat mir gezeigt, wie stark ein Mensch sein kann. Physisch und psychisch, fernab vom Alltag oft auf sich allein gestellt in der Wildnis. Zudem konnte ich mir häufig auf der Facebook Seite von Cheryl Strayed Bilder zu ihrem Trip auf dem Pacific Crest Trail (PCT) ansehen, die mich immer in meiner Vorstellung bestätigt haben. Ein absolutes Lesehighlight für alle die sich in schwachen Lebensmomenten nach Stärke und Zuspruch der Hoffnung macht, sehnt. Meinen absoluten Respekt an die Autorin für so viel Mut, Stärke und Offenheit. Auf ihrer Facebook Seite habt ihr die Möglichkeit viele Bilder von PCT zu sehen, zudem laufen gerade die Dreharbeiten zu dem gleichnamigen Film. Die Autorin wird hier übrigens von Reese Whiterspoon gespielt, hierzu könnt ihr mehr auf ihrer Facebook Seite lesen.

© Rezension: 2013, Aygen (AE) buecherkaffee.blogspot.de
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am 24. September 2013
Wer dieses Buch kauft, bekommt:
- eine tolle Beschreibung eines Wandertrips
- einen gut lesbaren Reisebericht, der Lust macht, seine Sachen in die Ecke zu werfen und mit seinen sieben Sachen loszustiefeln
- bildhafte Beschreibungen (mir ist es immer noch, als würde ich beim plätschernden Regen im Zelt neben der Autorin sitzen)
- ein beeindruckendes Beispiel, wie man sich ohne Geld durch die Pampa schlägt
- eine einfühlsame Beschreibung vom Umgang mit tiefer Trauer

Aber:
- ein wenig anstrengend wirken die künstlich konstruierten Probleme der Autorin auf der Tour (Mini-Dollar-Beträge als Reisebudget, null Tourenplanung, zu kleine Schuhe – Fußqualen – ach echt?).
- Anstrengend sind auch die vielfachen Probleme, die zwar durch Trauer verursacht sind, in der Folge aber zu irrationalen Handlungen und somit weiteren Krisen der Autorin führen – diese Handlungen lassen die Autorin als Person durchweg eher fremd und unsymphatisch wirken
- einige Stellen im Buch sind doch sehr drastisch (Stichwort: Pferd), das hätte man auch ohne Probleme weglassen sollen – Effekthascherei

Fazit: Ein unterhaltsames und zuweilen nervenaufreibendes Buch, allerdings eine echte Empfehlung für alle, die Abenteuer miterleben möchten und dabei auch die Sinnsuche nicht vernachlässigen wollen.
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