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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen abenteuerliches und faszinierendes Heldenepos, 30. Juni 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Egils Saga (Gebundene Ausgabe)
Altisländische Sagas sind im Allgemeinen schwierig zu übersetzen, da Satzbau und Wortwahl nicht immer der heutigen Zeit entsprechen. Im Gegensatz zu vielen anderen Literaturübersetzungen ist dies meiner Meinung nach bei diesem Werk sehr gut gelungen, der Text ist gut verständlich und somit auch wesentlich flüssiger lesbar. Auf allzu umfangreiche Fußnoten unter dem Text wurde glücklicherweise verzichtet. Die lyrischen Textpassagen sind nicht zu sehr "eingedeutscht", also verfremdet, und durch die beistehenden Erläuterungen gut nachvollziehbar und in den Text einordbar. Sehr lobenswert ist auch der Anhang: Neben den fast schon obligatorischen Anmerkungen zum Text, bekommt der Leser auch umfangreiches Informationsmaterial geboten, wie beispielsweise Tafeln über die weitgehenden und nicht immer direkt überschaubaren Verwandtschaftsverhältnisse, Kartenmaterial und Namensregister. Interessant und informativ ist auch das Nachwort zur Person Egils und zur Skaldendichtung. Insgesamt ist das Buch sehr lesenswert. Wie in anderen Sagas ist der Inhalt allerdings nicht immer was für schwache Nerven. Auch bei den fast endlos erscheinenden Aufzählungen der Verwandschaftsverhältnisse muß sich der Leser in Geduld üben. Es ist also keine erholsame "Abendlektüre"! Trotzdem ist es aber ein spannender und fesselnder Ausflug in die Vorzeit.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwierige Lektüre, aber faszinierend, 11. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Egils Saga (Gebundene Ausgabe)
Aus Gründen der Übersichtlichkeit (und als Möglichkeit zum Überfliegen für Leser/innen) teile ich meine Rezension in 4 Abschnitte: 1. Gedanken zur "technischen" Aufmachung des Textes: Der wissenschaftliche und arbeitstechnische Apparat (Fußnoten, Anmerkungen, Vor- und Nachwort, Bibliographiehinweise, Karten etc.) ist vielleicht etwas zu umfangreich, muß aber aus wissenschaftlicher Sicht als vorbildlich beurteilt werden. Gerade die Anmerkungen / Seitenverweise erleichtern den Zugang zum Text. (Es muß ihn niemand benützen). 2. Persönlicher Eindruck zur Übersetzung: Textwiedergabe scheint gelungen. Zumindest wirkt die Übersetzung relativ einheitlich und verständlich. Die Übersetzungsform, die für die lyrischen Teile gewählt wurde, finde ich gut. Der Text wird dem Inhalt gemäß wiedergegeben, wobei einige inhaltliche Merkmale beibehalten sind. Das ist zumindest einer nicht wirklich adäquaten oder unverständlichen Nachdichtung vorzuziehen. Im Nachwort gibt es außerdem für Interessierte eine Einführung zur Skaldendichtung. 3. Inhaltlicher Eindruck: Die Geschichte besticht durch ihre extremen Gegensätze und Konstraste, die sich eigentlich ausschließen müßten, aber hier tatsächlich zu einer Einheit verschmolzen scheinen. So ist das Geschehen z.B. zeitweise ausgesprochen abenteuerlich und wirkt gleichzeitig doch "alltäglich". Das zeigt sich nicht nur bei der Beschreibung der Ereignisse, sondern auch in der Personencharakteristik. (Trotz allen Extremen, aller (mythischen?) Überhöhung und Übersteigerung haben die Personen, wenn man sie genauer betrachtet, noch sehr viel Bezug zur "Wirklichkeit"). Der soziale und materielle Hintergrund ist selbst für Saga Verhältnisse sehr ausführlich geschildert. Ob eher historisch oder eher fiktiv, wirkt die dargestellte Zeit (das späte 9. und das 10. Jahrhundert) und die dargestellte Welt (vorwiegend nordeuropäischer Raum) in sich schlüssig. Erstaunlich, daß sich verschiedene Klischees bereits in einem Text finden, der vor fast 700 Jahren entstanden ist. Schon damals stellte man Dichter, die tatsächlich gelebt haben, als schwierige, zwiespältige Charaktere dar, und schon damals waren düstere, negative (?) Figuren interessanter. Freilich, mit solchen Überlegungen wird man dieser Geschichte kaum gerecht werden. Vermutlich hängt es damit zusammen, daß - scheinbar - objektiv erzählt wird. Der Erzählstil erinnert an einen Film, der seine Bilder für sich sprechen läßt und auf jeden direkten Kommentar verzichtet. Der/die Leser/in bleibt muß sich seine eigene Sicht bilden, und die wird wohl kaum (nur) zugunsten der Gegner/innen des Protagonisten und seiner Familie ausfallen. Dieses Merkmal vieler Sagas wird hier fast vollständig durchgeführt. 4. Überlegungen zur Wirkung auf Rezipienten/innen - Einige Warnungen: Die Geschichte ist nichts für Leute mit schwachen Nerven oder ausgesprochen moralischer/humanistischer Einstellung. Sie ist auch nichts für bequeme Leser/innen oder solche, die sich beim Lesen erholen möchten. (Schon die zahlreichen Strophen, die zum Teil nicht überlesen werden können, erfordern einige Geduld). Wer sich dennoch auf die Geschichte einläßt, wird sich ihrer Wirkung trotz der 700 Jahre kaum entziehen können.
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Egils Saga
Egils Saga von Kurt Schier (Gebundene Ausgabe - 1996)
Gebraucht & neu ab: EUR 27,99
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