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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krieg - stell dir vor er wäre hier
Auffallend ist zuerst einmal die Optik des Buches. Es sieht aus wie ein Reisepass und hat auch in etwa das gleiche Format. Das Buch ist mit thematisch passenden Grafiken durchzogen. Ich finde dass die Grafiken den Inhalt verdeutlichen, was ich gut gelungen finde. Stellenweise wirken die Grafiken wie Platzhalter, um das Buch etwas zu füllen und auf mehr Seiten zu...
Veröffentlicht am 3. Juni 2011 von *LIVE.LOVE.READ.

versus
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erschütternd, eindringlich, aber zu kurz
Janne Teller hat mit "Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier" ein erschreckendes Buch geschrieben, dass zum Nachdenken und Kopfschütteln anregt.
Obwohl der Krieg für uns in Deutschland zum Teil wahnsinnig weit weg ist und viele Leute mit Scheuklappen durch die Gegend laufen, um nichts von Kriegsgebieten zu erfahren, hat es die Autorin zumindest bei mir...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2011 von Brina


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krieg - stell dir vor er wäre hier, 3. Juni 2011
Von 
*LIVE.LOVE.READ. (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Auffallend ist zuerst einmal die Optik des Buches. Es sieht aus wie ein Reisepass und hat auch in etwa das gleiche Format. Das Buch ist mit thematisch passenden Grafiken durchzogen. Ich finde dass die Grafiken den Inhalt verdeutlichen, was ich gut gelungen finde. Stellenweise wirken die Grafiken wie Platzhalter, um das Buch etwas zu füllen und auf mehr Seiten zu kommen.

Die Idee des Buches finde ich wirklich interessant, denn Janne Teller dreht den Spieß einfach mal um. Meldungen von Flüchtlingen, die verzweifelt versuchen nach Europa zu kommen, gibt es immer in der Presse, doch 'Krieg ' stell dir vor, er wäre hier' schreibt die Geschichte um. Für die deutsche Ausgabe wurde das Buch von der Autorin extra überarbeitet und angepasst, da sich die Original-Ausgabe auf Skandinavien bezieht. Die deutsche Ausgabe bezieht sich jedoch auf ein Deutschland, wie ich es nicht erleben möchte.

Der Leser wird mit 'du' direkt angeredet. Dadurch habe ich mich vom ersten Satz an angesprochen gefühlt und wurde sofort in die Geschichte gezogen. Bereits nach wenigen Sätzen war ich von der Geschichte gefangen und konnte mich ihr nicht mehr entziehen. Das dünne Büchlein habe ich somit in einem Rutsch durchgelesen. Das Buch greift die Migrationshintergründe aber auch die Schwierigkeit, als Asylant in einem fremden Land mit einer völlig fremden Kultur zu leben auf. Im Grunde ist das nichts Neues, aber es geschieht so eindringlich, dass es einen sehr nachdenklich zurück lässt.

Mein Fazit:

Das Buch ist sehr lesenswert, denn es macht einem bewusst, dass sich auch für uns das Blatt wenden kann. Zudem verdeutlicht es die Probleme von Flüchtlingen und ich hoffe, dass es zu etwas mehr Toleranz beiträgt. Das Buch ist sehr dünn und der Text wird durch viele Grafiken in die Länge gezogen. Normalerweise ist das etwas, was mich abschreckt. Nicht so hier, denn ich finde es faszinierend, wie es der Autorin mit kurzen, eindringlichen Worten gelingt eine solch umfangreiche Geschichte zu erzählen.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternchen für dieses Buch sowie eine Leseempfehlung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Lese-, sondern ein Dialog-Buch, 24. April 2011
Obwohl vorliegende Publikation wegen seiner Kürze wohl kaum Buch genannt werden dürfte und zudem schon zehn Jahre alt ist, ist es dennoch zeitlos aktuell wie bewegend und hat dem Leser trotzdem soviel zu sagen wie ein dicker Wälzer.

Das bewirkt die Schlichtheit der Sprache, der Stil in Form eines Appells oder ermahnender Rede - Predigt möchte man fast schon sagen - die gänzlich dialogfrei ist und zudem ohne Ausschmückungen und reißerische Adjektive auskommt. Vor dem Leser wird geradezu rasend schnell ein Leben - wie auf der Überholspur der Autobahn - ausgebreitet, das von Kriegsopfer über Vertriebener und Aufgenommener hin zum pragmatisch Angepaßten in fremder Umgebung reicht.

Für Erwachsene, die Anteil nehmen am Weltgeschehen und sich permanent durch Medien über Geschehnisse an den globalen Kriegsschauplätzen informieren, ergänzen Tellers Worte nur die von diesen Schauplätzen gesendeten Bilder. Zusätzliche Betroffenheit lösen sie kaum noch aus, einerseits, weil man schon alt genug ist, dies für sich selbst zu imaginieren, anderseits, weil man medial schon reizüberflutet ist vom Unbill auf der Welt.

Für Kinder und Jugendliche hingegen stellt sich diese Sachlage ganz anders dar: Für sie könnte Janne Tellers Buch bewußtseins-, erkenntnis- wie betroffenheits-erweiternd sein, sofern Erwachsene die Kinder und Jugendlichen bei der Lektüre dieses Buches nicht allein, nicht sich selbst überlassen. Denn Tellers Text ist eigentlich eine Chiffre für aus humanistischer Sicht folgenschwere Ungeheuerlichkeiten, bewirkt durch Ignoranz und Arroganz von seiten Starker gegenüber Schwachen. Und diese Ungeheuerlichkeiten sind im Text nicht plakativ ausgebreitet, sondern erschließen sich dem Leser erst, wenn man die Sätze einige Zeit später, darüber sinnierend, auf sich einwirken läßt; besser, wenn man seine Leseeindrücke anderen mitteilt und darüber zum Gespräch findet.

Dieses Buch ist ein Text, der Kinder und Erwachsene gewissermaßen zum Gespräch einlädt, sich mit Hilfe dieser Lektüre diskutierend und kommentierend die Maßstäbe für ein human-gerechtes wie gewalfreies Zusammenleben gemeinsam zu erarbeiten. Profitieren würden davon beide Gruppen: Die Kinder mit ihrer größeren Unbefangenheit und Bereitschaft, unkonventionell Neues zu wagen sowie die Erwachsenen mit ihrem gefestigten Erfahrungswissen und intellektuelleren Vorstellungskraft nebst stärkerer routinierter Alltagsbewältigung.

Bildhaft formuliert: Kein Buch für die Taschenlampe unter der Bettdecke, sondern für die Deckenlampe über dem Familientisch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krieg, 26. November 2011
Von 
Heike M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
In Form eines EU-Passes präsentiert sich Janne Tellers "Krieg". Das schafft Nähe. Noch unvermittelter wird das Ganze mit der persönlichen Aufforderung, der Leser wird direkt angesprochen, sich das für uns inzwischen, zum Glück, Unvorstellbare vorzustellen. Zerbombte Häuser, Terror, Verfolgung, Flucht, Tod, Krieg ' mitten in Deutschland, eine zerbrochene Europäische Union, Frankreich und Griechenland als Feinde der Deutschen, die Asylsuche in Ägypten. Das Besondere dabei ist, dass dieses Büchlein für die deutsche Übersetzung speziell an die hier herrschenden Bedingungen und die Besonderheiten Deutschlands angepasst wurde. So entsteht eine nahezu lebensechte Fiktion, die einem eine Gänsehaut verursacht. So werden die Themen Flucht und Migration aus einem uns unbekannten Blickwinkel inszeniert. Sehr gut zu diesem Buch passen die Illustrationen von Helle Jensen. Auf nur 64 Seiten schafft es die Autorin, den Leser persönlich anzusprechen, ihn in diese Fiktion aufzunehmen und ihm die Probleme der Migranten in der fremden Kultur, mit unbekannter Sprache und die Ablehnung bei den Einheimischen vor Augen zu führen und unsere "heile Welt" auf den Kopf zu stellen. Andererseits finde ich es ein wenig schade, dass Janne Teller sich mit diesen wenigen Seiten zufrieden gibt. Der Stoff hat Potential für so viel mehr.

"Krieg" ist ein sehr dünnes Büchlein, berührt aber ungemein und hat ein hohes Diskussionspotential, es rüttelt auf und macht einem deutlich, wie glücklich wir uns schätzen können, in relativer Sicherheit zu leben. Ich empfehle dieses Buch jungen und erwachsenen Lesern.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurz, knapp, Idee überfällig, 27. April 2011
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Die Idee für dieses Buch finde ich außerordentlich gut. Erstaunlich eigentlich, dass vor Janne Teller anscheinend noch kein anderer Autor auf den Gedanken gekommen ist, einen Roman aus dieser geänderten Perspektive zum Thema Krieg, Flucht und Migration zu verfassen. Falls das doch geschehen sein sollte, habe ich darüber keine Kenntnis.

Einerseits finde ich es schade, dass die Autorin so wenig daraus macht. Das Büchlein ist in der Aufmachung eines deutschen Reisepasses zwar sehr originell, doch inhaltlich bleibt es bei einer Idee. Auf mich wirkt der Text wie eine Skizze, ein Entwurf, aus dem ein Roman hätte werden können. Essay nennt die Autorin ihr Werk selbst im Nachwort. Ich gehe davon aus, dass sie keinen Roman aus diesem Stoff schreiben wollte, und das ist als Autorin ja auch ihr gutes Recht.
Doch nur negativ ist dieser Ansatz auch nicht zu betrachten, denn andererseits spornt gerade die Kargheit des Textes zu eigenen Überlegungen an. Das Werk eignet sich prima für kreatives Schreiben, indem man die Leerstellen selbst füllt und ausmalt und dem, was nur sachlich erwähnt wird, eine Geschichte gibt und Leben einhaucht.

Schließlich stellt sich noch die Frage nach der Zielgruppe für dieses Buch - hoffen wir, dass es sie erreicht. Zwischen den derzeit sehr umfangreichen Werken historischer und fantastischer Art muss dieses schmale Bändchen aufpassen, im Jugendbuchregal nicht unterzugehen.

Ich möchte auch die Illustrationen von Helle Vibeke Jensen nicht unerwähnt lassen, deren Bilder für sich sprechen und einen Teil der Eindringlichkeit dieses Büchleins ausmachen.

Wie auch schon bei "Nichts - Was im Leben wichtig ist" fällt es mir schwer, ein Urteil zu fällen und dieses Buch zu bewerten. Wenn es möglich wäre, würde ich dreieinhalb Sterne geben. Das wäre dann etwas besser als "okay". Da mir die Idee zu diesem Text aber sehr gut gefällt, runde ich auf und entscheide mich für vier Sterne.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erschütternd, eindringlich, aber zu kurz, 15. Oktober 2011
Janne Teller hat mit "Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier" ein erschreckendes Buch geschrieben, dass zum Nachdenken und Kopfschütteln anregt.
Obwohl der Krieg für uns in Deutschland zum Teil wahnsinnig weit weg ist und viele Leute mit Scheuklappen durch die Gegend laufen, um nichts von Kriegsgebieten zu erfahren, hat es die Autorin zumindest bei mir geschafft, über Krieg direkt in Deutschland nachzudenken.

Menschen müssen in Kellern wohnen, werden von ihren Familien getrennt, die Politik bricht zusammen und eine Demokratie gibt es nicht mehr. Dies ist nicht nur wahnsinnig erschreckend, sondern kann auch bei uns irgendwann wieder zur erschreckenden Realität werden.

Janne Teller schildert die einzelnen Situationen und Momente sehr eindringlich und erschütternd. Da die Geschichte aber sehr kurz ist, konnte ich mich nicht komplett darauf einlassen. Sobald ein Gedanke zu einer Situation vorhanden war, ist er auch gleich wieder durch eine Situation verflogen. Ein näheres Eingehen auf Situationen und Menschen wäre hier ein wenig besser gewesen. Bei einer Länge von 56 Seiten, bzw. 30 Minuten kann man dies aber nicht verlangen.

Die Covergestaltung ist sehr schlicht. Darauf abgebildet ist ein Pass, der sehr gut zur Geschichte passt. Ein zu beladenes Cover hätte dieser Geschichte geschadet. Die Kurzbeschreibung ist leider nur mittelmäßig, da sie im Grunde genommen bereits alles verrät, was besonders bei dieser sehr kurzen Geschichte mehr als schädlich ist. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen.

Insgesamt hat das Buch ein paar Schwächen, die ich der Autorin bei so einem schwierigen Thema jedoch gerne verzeihe. Die Geschichte ist weit mehr als ein Gedankengang und ein Jugendbuch und sollte an Schulen dringend thematisiert werden.
Nicht nur für Jugendliche empfehlenswert!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig! Eine der besten Neuerscheinungen - nicht nur für Jugendliche und, 16. März 2011
Nur 59 Seiten, aber die können etwas. Sehr eindringlich schilder die Autorin das Schicksal eines ca 14 jährigen Protagonisten. Es herrscht Krieg ....doch diesesmal ist er hier. In Deutschland. Und nicht so weit weg, wie man es sonst nur aus dem Radio hört. Und ein komplett neues Leben beginnt für den Jungen, der bisher ein recht angenehmes Leben geführt hat. Die Autorin zeichnet ein sehr realistisches Bild eines Flüchtling, der sich auf ein komplett neues Leben einstellen muss... ein Leben ohne heimat und allerlei Schikanen.....

Dieses Buch schafft verständnis für Kriegsopfer und zeigt auf, dass es jeden treffen kann!!!

Ein absolutes MUSS für Schüler und Lehrer !! danach sieht man keine fernsehnachrichten und kriegsberichte mehr unberührt! dieses buch öffnet augen,schafft verständnis und berührt.

UNBEDINGT LESEN!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stell Dir vor, er wäre HIER, 19. April 2011
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Janne Teller nimmt es wörtlich mit ihrem Buch KRIEG und dem Untertitel Stell Dir vor, er wäre hier - hier meint er wäre in Deutschland - unvorstellbar? Nein - erschreckend, Ja! Mit diesem kleinen Büchlein darf man sich als Deutscher endlich mal wie ein Flüchtling aus Afrika fühlen, man bekommt alles hautnah mit und darf sich am Ende des Büchleins fragen, ob man so etwas wirklich wollen würde. Erschreckend einfach konzipiert, sehr durchschlagend und es wert auf der Stelle gelesen zu werden - selbst für die Zeitgeister die meinen sie hätten immer so wenig Zeit für Literatur.

Der große Bruder bei der Miliz, die Schnüffelpolizei und die Überprüfung der Gesinnung überall in Deutschland. Nachbarn verschleppt, verpfiffen und verraten - alles Made in Germany.

Da wird einem schon Angst und Bange - das Konzept des Buches einfach aber durchschlagend wie eine Magen-/ Darmgrippe. Janne Teller hat ihr Dänisches Buch adaptiert auf den Deutschen Bürger - was dabei heraus gekommen ist sollte uns nachdenken lassen was Vertreibung, Flüchtlingsströme und Hilfe von außen wert ist.

Ein Buch für den heutigen Deutsch-/ und Politikunterricht.

Empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen! Jeder!!, 25. August 2011
Die 1964 in Kopenhagen in einer deutsch-österreichischen Familie geborene Janne Teller, ehemalige Konfliktberaterin bei EU und UN sowie vielfach ausgezeichnete Autorin, wechselt in diesem Buch ihre und unsere Perspektive auf schmerzhafte Weise. Mit einfachen Worten illustriert sie unsere Welt als eine Welt des Krieges und nötigt uns die Vorstellung ab, wie es ist, als Flüchtlinge im eigenen wie im Ausland unerwünschte Menschen dritter Klasse zu sein. Im eigenen Land herrschen faschistoide Kräfte (von einer der Gestapo nicht unähnlichen Gleichschaltungspolizei" ist beispielsweise die Rede sowie vom Hass ehemaliger Einwanderer auf die Deutschen), in den einzigen, vermeintlich sicheren Flüchtlingsländern im arabischen Raum zählen unsere bürokratischen und damit nicht-körperlichen Arbeitsfähigkeiten nichts und wir gelten als Störenfriede, die den sozialen Unfrieden schüren.
Ein Szenario also, wie es tagtäglich an / in den Einwanderungsgrenzen und -ländern und in Folge der Flüchtlingsbewegungen auch allen anderen reichen Ländern zu beobachten ist.
Ganz nebenher erschließt sich dem Leser dieser Lektüre die Gefahr zunehmender Islamophobie und Ausländerfeindlichkeit in den westlichen Nationen als eine Gefahr kaum zu kontrollierender Erosion auf dem Gebiet der Brüderlichkeit und Freiheit. Kommt Hass, sei es auch nur durch die in Deutschland bei neofaschistischen Umtrieben seit Jahren zu beobachtende Unterlassung vorrangig konservativer Politiker, in Bewegung, sind seine Auswirkungen kaum noch zu kontrollieren.
Da das Buch auf bewegende Weise einfach, ja fast naiv geschrieben ist, blieb hier kein Platz für die Erwähnung, dass jene Nationen, jene vermeintlich freie westliche Welt, in denen wachsender Unmut gegen alles Fremde zu verzeichnen ist, mit Kolonialisierung, Sklavenhandel, Landraub, Massenmorden und Unterdrückungn sowie christlicher Bekehrungspolitik und aktuell unsäglichen Produktionsbedingungen wie auch kaum zu bewältigender Zinspolitik Schuld haben an der Misere einer Vielzahl von Flüchtlingsländern auf diesem Planeten.

Fußnote: das Buch wurde in allen Übersetzungen aus dem Dänischen den jeweiligen politischen Landesgepflogenheiten angepasst und ist wie ein Pass gestaltet. Fast kryptische Illustrationen, Bildern optischer Fadenkreuze von Kampffliegern nicht unähnlich, vervollständigen das beklemmende Lesergefühl.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Janne Teller provoziert aufs Neue, 22. Mai 2011
Einen Pass hält man in den Händen. Rötlich mit goldenen Verzierungen und einer provokanten Aufschrift: K"rieg ' Stell dir vor, er wäre hier". Man schlägt ihn auf und findet ein Essay mit abstrakten Zeichnungen vor. Eine Geschichte, welche gar nicht so utopisch ist, wie es für manche klingen mag.

Das Buch

Was wäre, wenn in Deutschland plötzlich der Krieg ausbrechen würde? Was wäre, wenn deine Schwester durch eine Bombe verletzt wurde und deine Mutter den Winter wahrscheinlich nicht mehr überlebt und wenn ihr nicht ins Ausland flüchten könntet? Der Gedanke pflanzt sich mit der Lektüre immer mehr im Kopf des Lesers fest. Beim Lesen wird einem vor Augen geführt, wie es wäre, wenn man auf einmal in einem Kriegsgebiet leben würde. Der Weg vom Bürger im Krieg zum Flüchtling nach Ägypten wird geprägt, durch den Verlust von Familienmitgliedern und dem Finden eines neuen Zuhauses. Man lernt schließlich wieder zu Leben, doch findet man seine Heimat im Herzen irgendwann wieder?

Fazit

Janne Teller heißt die Autorin, welche schon mit "Nichts, was im Leben wichtig ist" provoziert hat. In ihrem Essay über den Krieg, geht sie wieder weite Schritte, um den Lesern die Schrecken des Lebens von Menschen im Krieg vor Augen zu führen. Bereits 2001 schrieb sie ihre Geschichte für das dänische Publikum. Für Deutschland veränderte sie diese und hat sie den gesellschaftlichen Umständen angepasst. Sie beschreibt die Folgen eines wirtschaftlichsozialen und nationalistischen Zusammenbruchs. Wenn die Schere von Migranten und Deutschen zu groß wird und aus der Freundschaft Feindschaft wird.
Kein Ich-Erzähler berichtet die Geschehnisse. Der Leser wird stets mit Du angesprochen, womit er das Gefühl bekommen soll, dass es sein Leben ist, das dort in seinen Händen auf den Seiten geschrieben wurde. Dies alles klappt bedingungslos. Auch wenn es um eine männliche Figur handelt, fühlt man sich hineingezogen in die Geschehnisse. Man zittert mit und versucht sich vor Augen zu führen, wie es wäre, wenn man nicht mal eben eine Cola aus dem Kühlschrank holen oder seine Freunde mit seinem Handy anrufen könnte. Letztlich schockiert Janne Teller auch diesmal wieder, dennoch schwebt einem immer vor Augen, dass es in Wirklichkeit noch viel grausamer sein würde und das man froh sein kann, einfach zu sitzen und lesen zu können.
Obwohl "Krieg ' Stell dir vor, er wäre hier" als Jugendbuch deklariert ist, was vor allen Dingen daran liegt, dass die Hauptperson in die man sich hineinversetzen soll jugendlichen Alters ist, sollten auch Erwachsene zu diesem Essay greifen. Es steckt viel mehr in diesem Text, als man denken würde, wenn man dieses kleine Büchlein in den Händen hält.
Passend untermalt wird die Geschichte durch Zeichnungen der Illustatorin Helle Vibeke Jensen, welche ebenso provokante Bilder geschaffen, wie die Autorin geschrieben hat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Art Parabel, die zu eigenem Denken und zum Mitgefühl, zu politischem Bewusstsein und zur Menschlichkeit helfen soll, 31. März 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Man sollte, wenn man dieses kleine, wie ein Pass aufgemachte Büchlein in die Hand nimmt, zunächst einmal das Nachwort seiner Autorin lesen, gerade dann, wenn man ihre Parabel "Nichts was im Leben wichtig ist" nicht kennt.

Janne Teller, selbst als Kind von Flüchtlingen nach Dänemark gekommen, setzt sich 2001 unter dem Eindruck einer großen Zahl von Flüchtlingen die nach Dänemark gekommen und dort das innenpolitische Thema Nummer eins sind, an ihren Schreibtisch und schreibt einen Essay, "als eine Einladung, sich in das Leben als Flüchtling hineinzudenken. Nicht aus dem Blickwinkel der Flüchtlinge, die von weit her nach Dänemark kommen, sondern mit dem Blick der Dänen, deren eigenen sicheres Leben durch einen hoffentlich undenkbaren Krieg zwischen skandinavischen Ländern zerstört wird."

Sie versteht ihr kleines Buch als "Einladung an die Vorstellungskraft" und hat es deshalb für die deutsche Übersetzung leicht verändert und ein Szenario gewählt, in dem die EU aus sozialen und nationalistischen Gründen auseinanderbricht. Viele Menschen fliehen in den Nahen Osten. So auch oder 14 - jährige Protagonist der Geschichte, der aus Deutschland stammt und in Ägypten in einem Flüchtlingslager mit seinen Eltern um sein Überleben kämpft. Angesichts der vielen Flüchtlinge, die aus Nordafrika in den letzten Wochen nach Europa kommen, und dort eine bessere Zukunft sich erhoffen, ein fast prophetisches Szenario

Sie will ihre jugendlichen Leser einladen, sich in die Migranten hineinzufühlen, "eine Einladung, das Leben der anderen nachzuvollziehen, ein Schicksal, das hoffentlich nie unser eigenes sein wird."

Das ist ihr mit diesem Essay wie ich finde, hervorragend gelungen. Jugendliche werden verstehen, worum es geht, denn sie befassen sich, mehr als wir Erwachsenen denken, mit solchen Fragen. Es ist ein Text, der nicht politisch gelesen werden will, etwa gar als Schilderung einer möglichen Entwicklung, sondern es ist wie Janne Tellers erstes Buch auch eine Art Parabel, die zu eigenem Denken und zum Mitgefühl, zu politischem Bewusstsein und zur Menschlichkeit helfen soll.
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Krieg: Stell dir vor, er wäre hier
Krieg: Stell dir vor, er wäre hier von Janne Teller (Taschenbuch - 1. August 2013)
EUR 5,00
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