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221 von 250 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NICHTS IST EIN GROßER WURF
Ich habe das Buch, wie einer der anderen Rezensenten auch, gelesen weil mich ein Beitrag im ARD Magazin ttt" darauf aufmerksam und schließlich ziemlich neugierig gemacht hat.

Ich habe es an einem einzigen Tag gelesen, was zwei Gründe hatte. Zum einen ist es ein kurzes Buch. Zum anderen ist es ein hypnotisches Buch. Ich konnte es schlicht nicht mehr...
Veröffentlicht am 24. September 2010 von Stefan C. Limbrunner

versus
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts, nichts, gar nichts?
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension anfangen soll.

Das Buch hat international viele renommierte Preise gewonnen und wird in zahlreichen Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt; es wurde aber auch schon an Schulen verboten, wie z.B. ursprünglich im Heimatland der Autorin, Dänemark. Auf Amazon gibt es achtzig...
Vor 9 Monaten von Alexandra Gottstein veröffentlicht


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen käme dieses buch ohne brutalität aus?, 26. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
das ist für mich die Frage: was wäre dieses Buch ohne all die Brutalität?
Nichts und kein Mensch würde darüber reden.. Das Buch ist angewiesen auf seelenlose, kalte Brutalität, weil es literarisch und philosophisch ansonsten nichtssagend ist und an der Zielgruppe (?) völlig vorbei geschrieben ist.
Ich hätte gedacht, dass wir mittlerweile so weit sind, dass reines Schockieren und wahlloses vermeintliche Tabus Brechen nicht mehr so viel Beachtung findet. Schön wäre das!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Absolute Depri Nummer!, 27. März 2014
Von 
Om Namah Shivaya "OM" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Gerade für Jugendliche, die sich Gedanken über den Sinn des Lebens machen, finde ich dieses Buch einfach völlig daneben! Nach etlichen Tiefschlägen lässt selbst das Ende den Leser im Regen stehen... & man bekommt eher Depressionen, als auch nur einen einzigen hellen Gedanken beim lesen.
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61 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vereinzelte Einzelne, 8. November 2010
Von 
Peter Samol "sympathietraeger" (Herford, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vorweg: Ich werde hier nicht zum x-ten Male der Inhalt des Buches wiedergegeben. Dafür bitte die anderen Rezensionen auf dieser Seite lesen. Stattdessen folgen Überlegungen über seine Bedeutung(!). [Im Folgenden werde ich die Begriffe "Bedeutung" und "Sinn" synonym verwenden. "Bedeutung steht nämlich allgemeinsprachlich entweder für den Sinn, oder aber für die einem Gegenstand beigemessene Wichtigkeit." (Wikipedia) Weitergehende Philosophische Explikationen erübrigen sich. Zum einen ist das Buch selber gar kein philosophisches, zum anderen stünde notfalls mit der Sprachpragmatischen Philosophie (später Wittgenstein und seine "Schüler") eine Denkrichtung bereit, die der allgemeinsprachlichen Auffassung entspricht.]

Erst einmal ist festzustellen, dass das Werk den Horizont seiner eigenen Schöpferin zu übersteigen scheint. Das ist daraus zu entnehmen, dass sie in den zahlreichen Interviews zu ihrem Buch neben reinen Platitüden vor allem falsches von sich gibt. Dazu einige Beispiele:

1) Erstens verwechselt sie Existenzialismus mit Nihilismus. So sagt sie etwa im Spiegel-Interview über Pierre Anthon: "Er ist ein ganz gewöhnlicher, handelsüblicher Existenzialist." Das ist allerdings falsch. Pierre Anthons Aussagen sind nihilistisch. Und das ist etwas ganz anderes. Ein Nihilist behauptet, das nichts einen Sinn hat. Ein Existenzialist dagegen, dass nur die Menschen selbst ihrem Leben einen Sinn verleihen können - und nichts und niemand sonst (Wer es literarisch vergleichen möchte: Im Stück "Der Belagerungszustand" von Albert Camus taucht in der Figur von "Nada" (dt. "Nichts"!) ein Nihilist auf. Ihm steht der Existenzialist "Diego" gegenüber). Existenzialisten sind meist lebensbejahende Menschen. Sie unterscheiden sich von anderen dadurch, dass sie die Mühe der bewussten Sinnfindung auf sich nehmen und nicht einfach Vorgefertigtes Übernehmen. Und genau an dieser Stelle bleibt der Roman stecken. Seine Erkenntnis könnte für Pierre Anthon ein großartiger Aufbruch in neue Erfahrungswelten sein. Was aber passiert? Er hockt jämmerlich in seinem Baum.
2) Laut eigener Aussage will sie mit ihrem Buch gegen die "sinnlosen Konventionen" der Erwachsenenwelt vorgehen. Der einzige, der die angeblich sinnlosen Konventionen in Frage stellt, ist Pierre Anton. Seine Klassenkameraden aber, die nahezu ausschließlich Fokus der Handlung stehen, haben aber nichts besseres zu tun, als ihre bisherige Lebensweise (und damit auch deren Konventionen) mit allen(!) Mitteln zu verteidigen. Selbst der letzte Satz des Buches deutet noch darauf hin. Sprich: Sie gehen gerade nicht gegen sinnlose Konventionen vor, sondern verteidigen diese vielmehr mit Zähnen, Klauen und schlimmerem.

Aus dem Umstand, dass das Buch den Horizont der eigenen Autorin selbst übersteigt - was übrigens nicht ungewöhnliches ist, sondern gerade auch Werke der großen Literatur auszeichnet - folgt leider nicht automatisch, dass das Buch selber gut ist. Das kann an folgenden Momenten gezeigt werden:

3) Pierre Anthon widerspricht seinem eigenen Schluss "Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden." Er tut nämlich selber doch etwas. Er sitzt in einem Baum, bewirft seine (ehemaligen) Klassenkameraden mit Pflaumen und belehrt sie ungefragt, indem er ihnen bei jeder Gelegenheit seine neuesten "Erkenntnisse" von der Bedeutungslosigkeit hinterher ruft. Kurz: Er provoziert. Damit tut er aber eben doch etwas. Ist denn dieser Selbstwiderspruch (um an dieser Stelle eine philosophische Referenz zu bemühen: Es ist der Paradefall eines Performativen Widerspruchs nach Karl Otto Apel) noch keinem der vielen Rezensenten, Preisverleiher, Jurimitglieder, Journalisten etc. aufgefallen? Er lässt sich übrigens auch noch einmal auf der Ebene der Bedeutung explizieren: Entweder haben Pierre Anthons Aktionen keine Bedeutung, dann kann man sie ignorieren. Oder sie haben eine Bedeutung, dann aber hat er unrecht.

4) Letztlich funktionieren Provokationen vom Schlage derer, die Pierre Anthons anwendet, deswegen so gut, weil dabei begriffliche Unschärfen weidlich ausgenutzt werden. Die Provokationen laufen auf den simplem Trick hinaus, die normativen Ansprüche eines Begriffes so stark zu überhöhen, dass keine faktische Realität ihnen mehr gerecht werden kann (hierzu ist übrigens auch zu empfehlen: Paul Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein"). Wenn Bedeutung impliziert, dass etwas sowohl für Alle als auch für immer und ewig Bedeutung haben soll, dann ist der Anspruch so hoch gehängt, das allenfalls noch Religion diesem Anspruch gerecht werden könnte (aber Religionen verstricken sich dann wieder ob ihrer Absolutheit in eine Reihe von Paradoxien - das würde aber hier zu weit führen). Solche normativen Überdehnungen funktionieren auch mit anderen Begriffen: Liebe, Freundschaft, Treue etc. Und sie funktionieren beispielsweise auch bei mathematischen Figuren: "Echte" Kugeln kann es z.B. empirisch gar nicht geben. Spätestens auf subatomarer Ebene sorgen nämlich Quantenphänomene für eine ausgesprochen bucklige und sich ständig verändernde Oberfläche - wie sie ideale Kugeln aber nicht haben dürfen. Fazit: Die beispielhaft genannten Probleme sind keine Probleme der Welt, sondern der Begriffe (Einzige Alternative: Man wird Anhänger eines hundsmiserablen Platonismus).

Angesichts dieser Befunde ist es mir absolut schleierhaft, wie man der Autorin einen "einen scharfsinnigen und durchaus philosophischen Blick auf unsere moderne Zivilisation" ([...]) bescheinigen kann. Ihr Blick ist offensichtlich von keinerlei Fachwissen getrübt. Anders ausgedrückt: Weder denkt Janne Teller philosophisch, noch ist es ihr Buch. Auf der philosophischen Ebene widerlegt es sich selbst schon auf den ersten Seiten.

Psychologisch ist das Werk sowieso ein Totalausfall. Die Charaktere sind holzschnittartig angelegt, haben keinerlei Tiefe, und innerpsychische Vorgänge tauchen allenfalls bei der Ich-Erzählerin als vordergründige mulmige oder aggressive Gefühle auf. Meist herrscht jedoch eine allgemeine Gefühllosigkeit und seelische Eiseskälte vor, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Über die Misere der Autorin täuscht auch der literarische Kniff, das Ganze aus der Perspektive einer Schülerin zu erzählen, nicht hinweg.

Interessant wird das Buch erst auf der sozialen Ebene, die sich der Autorin selbst offenbar nicht mehr erschließt. So ist es etwa jammerschade, dass Pierre Anthon nach seinem Befund: "Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun als ob - und eben genau dabei der Beste zu sein." selber nicht mehr weiter weiß. Er hockt lediglich in seinem Baum und predigt anderen ungefragt von der Bedeutungslosigkeit ihres Lebens und Handelns. Damit handelt er jedoch - vom Selbstwiderspruch einmal ganz abgesehen - parasitär. Er nährt sich selbst nämlich von der Zerstörung des Sinnes, den die anderen in die Dinge legen.
Und wie reagieren diese anderen? Sie versuchen die Dinge und ihre Bedeutung mit allen Mitteln zu retten. Indem sie den Bedeutungsberg aufhäufen, errichten sie einen Fetisch, der für den Sinn der Dinge stehen soll. Dabei kommt es zu einer Verdrehung und Verkehrung, welche ihnen selbst gar nicht bewusst wird: Nicht die Dinge geben dem Berg Bedeutung, sondern der Berg den Dingen! Der Berg ist das einzig sinnstiftende. Um ihn zu erhalten, beginnen die Kinder fanatisch, rücksichtslos und brutal zu werden. Indem sie ihm nicht nur Gegenstände, sondern auch Tiere, Köperteile sowie die seelische und körperliche Integrität von Angehörigen der eigenen Gruppe opfern, enden sie schließlich in der Barbarei.

Der Weg in die Barbarei ereignet sich vor dem Hintergrund einer erschütternden Gefühlsarmut. Sämtlichen Beteiligten fehlt es an Empathie, menschlicher Wärme sowie überhaupt an der Fähigkeit, zu den anderen nähere Bindungen aufzunehmen. Die Bindungen werden einzig und allein über den Bedeutungsberg vermittelt. Nur er verbindet die vereinzelten Einzelnen. Ansonsten steht jede und jeder ganz allein da. Sein Verlust bedeutet folglich dem Verlust von allem. Einen Sturz ins Bodenlose. Kein Wunder, dass die Kinder ihm alles, aber auch wirklich alles opfern würden. Die Kinder spiegeln damit nur ihre eigene Gesellschaft, in welcher Vereinzelte gegen andere Vereinzelte konkurrieren. In der Realität haben wir es nämlich mit einer nahezu allumfassenden und sich immer weiter ausbreitenden Konkurrenzgesellschaft zu tun. Diese macht die Einzelnen zu Konkurrenzsubjekten, die nur noch über die Konkurrenz miteinander verbunden sind. Der Bedeutungsberg ist hierzu eine treffende Allegorie.

Dabei wohnt Pierre Anthons Ausbruch ganz zu Anfang des Buches für kurze Zeit ein Moment der Befreiung inne: "Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun als ob - und eben genau dabei der Beste zu sein." Das Selbstverständliche ist selbst schon längst unerträglich geworden. Pierre Anthons Erkenntnis könnte der Beginn der Aufhebung der Vereinzelung sein. Aber weder nimmt er die anderen bei seinem Aufbruch mit, noch durchschreitet er die Tür aus der Konkurrenzsituation heraus wirklich. Es stößt sie lediglich auf, um anschließend auf der Schwelle (vulgo seinem Pflaumenbaum) sitzen zu bleiben. Die "grinsende Tür", die er nach dem Verlassen des Klassenzimmers hinterlässt, ist die Einladung, sich aus der gegenwärtigen Situation heraus zu begeben. Aber niemand traut sich Pierre Anthon zu folgen. Vielleicht hätten die Kinder gemeinsam wirklich erste Schritte aus dem Elend gehen können. Menschen sind Gattungswesen und der Ausweg beginnt da, wo die Vereinzelung aufhört. Was dann kommt, ist offen. Aber diese Erkenntnis liegt offensichtlich jenseits der Erkenntniskraft der Autorin. Die fragt lieber: "Ist der nihilistische Pierre Anthon jugendlichen Lesern zumutbar?" ([...]) Dabei sind die Aktionen der anderen Kinder um ein Vielfaches schlimmer. Sie klammern sich mit aller Macht an Alltag und Konventionen und gehen dabei zur Not auch über Leichen.

Das Schlusswort hat Bob Dylan:

"There must be some way out of here," said the joker to the thief
"There's too much confusion, I can't get no relief"
(...)
"No reason to get excited," the thief, he kindly spoke
"There are many here among us who feel that life is but a joke
But you and I, we've been through that, and this is not our fate
So let us not talk falsely now, the hour is getting late"
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eigenartig..., 2. Oktober 2010
Die Zeit sagt: "Ein brutales und mutiges Buch." Und die Buchhändlerin war auch ganz angetan. Und ich sitze hier und denke, was das eigentlich wirklich einem Jugendlichen geben kann oder auch einem Erwachsenen? Nichts von Bedeutung, eher von seltsamer Oberflächlichkeit und einer Gewalt, die so selbstverständlich einfach sogar den Tod eines Tieres und eines Menschen in Kauf nimmt. Des Menschen, der eigentlich ganz schlaue Sachen sagt, indem er aufzeigt, dass unsere rastlose Suche nach Bedeutung sich doch oft verstrickt in kurze Kicks und Bedeutungslosigkeit. Und genau das passiert in dem Buch. Denn nicht eines der zusammen getragenen Dinge kommt mit Bedeutung wirklich in Kontakt, wie ich finde, erschließt nicht, was so bedeutungsvoll für den Menschen ist, und all die tiefen Möglichkeiten, die diese Buchidee hätte haben können wurden verschenkt. Die Sache mit dem angebotenen Preis und dem Medienrummel um diesen Haufen aus meist dummen Dingen, haut dann den letzten Boden raus, der noch hätte halten können, was die Rezensionen versprechen.

Es fehlt total jegliche Reflektion und das für Jugendliche. Ich finde es völlig ungeeignet und blutleer.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein gutes Thema macht hier ein schlechtes Buch, 23. September 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Vorweg muss ich sagen, warum ich dieses Buch gelesen habe und unter welchen Voraussetzungen. Der Deutschlehrer meines Sohnes bat uns, das Buch zu lesen, da er es mit seiner 8. Klasse gerne behandeln will und wir sollten mit entscheiden. Die Diskussion hat noch nicht stattgefunden, aber ich bin jetzt schon gespannt darauf.

Da mir erst die Zeit fehlte, las ich einige Rezensionen und war schon etwas zwiespältig, als ich ans Lesen ging. Zum einen bin ich ein sehr offener Mensch, der durchaus dafür ist, den Schülern etwas zuzutrauen und kontroverse Themen zu behandeln. Ich begrüße es in der Regel, wenn ein Lehrer von den ausgetretenen Pfaden abweicht.

Durch die doch unterschiedlichen Meinungen im Netz war ich aber doch etwas verunsichert und wollte mir selbst ein Bild machen. Nun habe ich dieses kleine Büchlein durch und kann so gar nichts damit anfangen. Dieser Hype um Verbot auf der einen und hochgelobten Preisen auf der anderen Seite kann ich so gar nichts abgewinnen. Denn ich finde das Buch einfach schlecht - und zwar aus literarischer Sicht.

Ja, es ist brutal, wie eine Klasse versucht, alles zusammen zu tragen, was eine Bedeutung hat, um dem Klassenkameraden seine nihilistische Einstellung zu widerlegen. Sie schrecken nicht vor Vergewaltigung und Verstümmelung zurück, um den "Berg der Bedeutung" zu erschaffen. Aber das war nicht mein Problem beim Lesen. Für 13jährige finde ich das immer noch heftig, hätte es aber akzeptieren können, wenn das Buch wirklich eine Botschaft hätte. Hat es aber nicht!

In keinem Satz wird auch nur ein Versuch der Begriffserklärung "Bedeutung" gestartet. Die Autorin setzt bei allen Lesern dasselbe Verständnis voraus. Nun kann man entgegnen: für jeden hat etwas anderes eine Bedeutung und das stimmt ja in der Tat und wenigstens dies kommt in dem Buch auch raus. Aber mit welchem Fazit? Wieder keinem.

Die Schüler sind so konturlos, das Thema nur angerissen, der Kern am Ende sogar vernichtend. Keiner agiert sinnvoll, nichts ist realitätsnah. Weder Pierre Anton in seinem Pflaumenbaum, der die Kinder und ihre Suche nach Bedeutung verhöhnt, noch die anderen, die monatelang kriminelle Energien entwickeln ohne dass jemand davon etwas mitbekommt und selbst als alles rauskommt, regiert die Erwachsenenwelt blass und schemenlos mit Hausarrest - ohne Emotion, weder beeindruckt, noch wütend, noch fassungslos. Einfach nichts! Vielleicht ist dies mit dem Titel gemeint...

Jugendbücher sollten doch vor allem eines: als Identifikation dienen. Doch wie soll sich ein 13jähriger mit jemandem identifizieren, der so wenig Charakter aufweist wie diese Jugendlichen? Sie sind kalt, kennen keine Zweifel und offenbar auch keine Grenze zur Gewalt. Mitleid existiert nicht und Zweifel schon gar nicht.

Ich kann die Intention des Romans verstehen. Sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzten und auch mit der Frage, ob es irgendetwas gibt, was wirklich Bedeutung hat, ist löblich. Die Schilderung, dass eine Situation außer Kontrolle gerät und nur noch die schlimmsten menschlichen Züge hervorbringt, kann ein gutes Stilmittel sein. In "Herr der Ringe" oder "Die Welle" wird das wunderbar beschrieben. In diesen Werken leben aber auch die Figuren, man fühlt mit und kann die Handlungen nachvollziehen. Aber Janne Teller gelingt nichts von dem. Hätten die Schüler nicht erstmal mit ihren Eltern, den Lehrern oder untereinander über dieses Thema reden können? Warum wird das Ganze zum Selbstläufer und gipfelt in einer solchen Brutalität und Abgestumpftheit?

Was mich aber am meisten entsetzt ist das Ende. Es ist nicht offen, es regt nicht zum weiteren Nachdenken an. Vielmehr lässt es die jugendlichen Leser in eine Leere fallen:

"Er (Pierre Anthon) war schuld, dass wir die Lust am Leben und an der Zukunft verloren hatten und nicht aus noch ein wussten."
Sollte man solch ein Buch unseren Kindern vermitteln? Ich sage NEIN!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und doch polarisierend..., 26. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die hier veröffentlichten Rezensionen machen es deutlich, dieses
Buch polarisiert. Und deshalb ist es auch lesenwert!

Dass die Geschichte nicht in irgendeinem bekannten Ghetto spielt, macht sie zudem interessanter.
Seit wann sind solche Ereignisse ortsgebunden oder irgend einem Kreis von Menschen zuzuordnen?
Ich erinnere an sexuelle Übergriffe, von Schülern an Schülern, in einem Ferienlager Stichwort: Ameland.
Mittlerweile, ließen sich viele ähnliche oder vergleichbare Beispiele anführen.

Was wenn ein Autor sich so etwas ausgedacht / behauptet hätte !?

Die Geschichte rüttelt in vielerlei Hinsicht auf.
Da sie jedem in das Bewusstsein ruft: "Vergleichbares könnte auch in meiner Nachbarschaft passieren!"
Es steht aber auch die Erkenntnis dahinter; Naivität schützt vor Straftaten nicht.

Das Buch regt einfach an...

Die Folgen einer Gruppendynamik, werden, ohne das Wort beim Namen zu nennen, sehr deutlich gezeichnet.

Die Autorin versäumt es aber leider, die nötigen bzw. möglichen Konsequenzen der Straftaten zu erläutern -im Gegenteil- niemand aus der Schülergemeinschaft hat mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen. Und so entsteht für den vielleicht "jugendlichen" Leser der Eindruck. Ach war gar nicht so schlimm, wenn ich ähnliches vorhätte, bräuchte ich mir keine Gedanken, um eine drohende "Strafe" machen.

Zudem hatte ich mir etwas mehr Tiefgang erhofft, wurde diesbezüglich aber enttäuscht.
Aber dennoch läßt es sich flüssig lesen.
Gebe aber zu, das dieser Roman aus meiner Sicht, nicht zu den literarischen "Meisterwerken" zählt.

Meine Empfehlung an die Eltern, wenn sie mit dem Gadanken spielen, ihrem Kind dieses Buch zu kaufen:

Ihr Kind sollte kein "Sensibelchen" sein, und aus Ihrer Sicht mit dem Inhalt umgehen können. Im Anschluss eine Disskussion anzuregen, erachte ich als sehr sinnvoll.

Also lieber vorher selbst lesen...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen zuviel wind um nichts, 5. Mai 2014
Buchgestaltung: Das Buch kommt sehr schlicht daher, abgesehen von den wenigen Schriftzeichen und einem leicht ablösbaren Aufkleber ist alles in weiß gehalten. Der Schriftzug "Nichts" ist hervorgehoben und mein optisches und optisches Highlight.

Meine Meinung: Ich musste dieses Buch bereits vor 3 Jahren in der Schule lesen und fand es einfach nur schrecklich. Vor kurzem bin ich dann wieder darüber gestolpert und habe "Nichts" eine zweite Chance gegeben. Ja was soll ich sagen? Meine Meinung ist ähnlich geblieben, aber ich sehe es jetzt trotzdem etwas anders. Habe ich es in der Schule verflucht und als lächerlich für eine 12 Klasse eingestuft, habe ich nun doch festgestellt, dass in diesem Buch doch mehr steckt. Potenzial nämlich, und davon sogar sehr viel. Dazu gleich nochmal mehr.

Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil. Ich weiss, das Buch ist und war für Jugendliche gedacht aber trotzdem kann man mehr erwarten. Der Stil ist sehr jugendlich und einfach, die Sätze sind kurz und knapp und die Handlung wird viel zu schnell abgespeist. Ich hätte mir einfach mehr Details, Nebeninformationen oder sonstige Ausschmückungen gewünscht, denn 12,99€ für 144 Seiten sind schon ein Wort zum Sonntag. Seltsam fand ich auch die Klimaxe ( mehrteilige Steigerungen). Als Beispiel wäre da "Blau. Mehr Blau. Am meisten Blau." gut geeignet, welcher auf Seite 67 direkt 2x verwendet wird. So etwas kam schon öfters vor und ich finde einmal kann man sich einem solchen Stilmittel ja bedienen, aber irgendwann ist auch gut. Das Buch ist aus der Sicht eines der Mädchen erzählt.

Der Gedanke und die Idee des Buches finde ich wiederum wirklich klasse. Man kann mithilfe dieses Buches stundenlang nachdenken und philosophieren, aber der Schreibstil hat mir jeglichen Spaß daran genommen. Die Charaktere sind nicht besonders gut ausgebaut und flach, ich konnte mich mit niemanden von ihnen identifizieren.

Fazit: Im obigen Zitat wird dieses Werk als "Kinder- und Jugendliteratur" bezeichnet - verdammt, ich würde dieses Buch niemals einem Kind in die Hände geben. Das ganze Buch handelt irgendwo auch von kindlicher Naivität ( mal ehrlich, wer kommt denn auf die Idee einen Finger zu opfern um jemanden etwas zu beweisen?! ) und ich hätte echt Angst, dass Kinder so etwas nachahmen würden oder fortsetzen wollen, in dem sie selber Dinge sammeln die etwas "bedeuten". Ich würde das Buch nicht jedem weiterempfehlen, Personen die gerne philosophieren und interpretieren ja, aber ein wirkliches Lesevergnügen war es nicht. Ebenso kann ich den Hype nicht verstehen, das Ende ist zwar unvorhergesehen hart aber schocken konnte es mich nicht. Ich weiß, dass viele das anders sehen aber so ist eben meine Meinung, sorry.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer das Buch nicht mag, hat es nicht verstanden., 2. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Nach dem Lesen des Buches „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ war ich, wie sicherlich alle Leser, zu tiefst erschüttert und aufgewühlt. Verwundert hat mich jedoch im Nachhinein mein erster Gedanke: „Krank!“ Und nicht nur krank, nein, sondern um es mit Janne Tellers Worten zu formulieren: Krank. Kränker. Am Kränksten.

Meine Intuition war, dass das Verhalten der Kinder krankhaft war. Die Krankheit jedoch gedanklich und sprachlich zu erfassen, fiel mir schwer und erforderte ein ausgiebiges Auseinandersetzen mit der Vielschichtigkeit dieses Buches.

Wir haben zunächst einmal den sogenannten „Auslöser“ der Krankheit: Pierre Anthon, der Nihilist (lat. nihil: „nichts“!). Nihilist, weil er dem Leben jegliche Bedeutung abspricht und in Hinblick des Todes keinen Sinn im weiter leben sieht. Der hier zu fokussierende Aspekt ist die Reaktion seiner Schulklasse auf seine Erkenntnisse: Angst, Wut und Hass. Was löst solch mächtige Gefühle in einem Menschen aus? Es hätte ihnen auch egal sein können. Aber es ist es nicht. Es hat Zweifel in ihnen geweckt und sie beschließen ihm, aber noch mehr sich selbst, das Gegenteil zu beweisen.

Sie beginnen Dinge zusammen zu suchen, denen sie einen Wert zuschreiben und welche die Bedeutung ihres bisherigen Lebens spiegeln sollen. Es beginnt harmlos mit ersetzbaren Gegenständen wie ein paar Paar Lieblingssandalen, Boxhandschuhe, ein neues Rennrad. Dabei darf der Opfernde festlegen wer als Nächstes dran ist und so setzt sich eine Eigendynamik in Gang: Um so schmerzvoller das Opfer um so größer die Bedeutung. Es entwickelt sich dann zu einem Zwang: als nächstes werden persönliche Dinge geopfert wie ein Tagebuch, Haare, ein Haustier. Die nächste Stufe ist dann schon etwas makaberer denn sie opfern den Sarg samt Inhalt eines toten kleinen Bruders und auch vor religiösen Gegenständen wie Gebetsteppich und das Kreuz aus der Kirche machen sie keinen Halt. Nichts scheint ihnen heilig. Obwohl, es scheint ihnen etwas heilig geworden zu sein: Der Berg der Bedeutung. Der einzig und allein eine „höhere Bedeutung“ hat, weil die Jugendlichen sie ihm zuweisen. Doch dann wird es kriminell: sexueller Missbrauch und Verstümmelung bis hin zur Ermordung des Pierre Anthons. Eine Spirale der Gewalt.

Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch die absolute, kompromisslose Überzeugung von der Richtigkeit ihres Tuns und die Bestrebtheit, Pierre Anthon in diesem Sinne zu missionieren.

Es gibt keinen besseren Weg einem Jugendlichen ein solch schwieriges Thema nahezubringen, als über Literatur. Ich finde, dass dies der Autorin außerordentlich gut gelungen ist. Wer das Buch nicht mag, hat es nicht verstanden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gute Idee schlecht umgesetzt, 8. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mir scheint das Thema verfehlt worden zu sein. Es ist sicher ein lobenswertes Unterfangen, sich dem Sinn des Lebens auch in einem Jugendbuch zu nähern, und die Auseinandersetzung mit dem Nihilismus zu fördern. Das Buch gleitet dann aber ab und thematisiert Gewalt in der Gesellschaft. Und das Ganze ist dann noch handwerklich schlecht umgesetzt. Einzig das Bild vom Jungen im Pflaumenbaum wird mir bleiben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was bedeutet dir dein Leben ..., 5. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Was bedeutet dir dein Leben, die Gegenstände, die in deinem Zimmer stehen oder was bedeuten dir deine Freunde und deine Familie? Nichts, viel, mehr als dein eigenes Leben? Was bedeutet das Wort Bedeutung? - Bedeutung steht allgemeingemeinsprachlich entweder für den Sinn einer Aussage oder aber für die einem Gegenstand beigemessene Wichtigkeit." Pierre-Anthon meint, dass nichts etwas bedeutet und weigert sich deshalb ab sofort in die Schule zu gehen oder sonst irgendetwas zu machen, was ihn anstrengen oder ihn etwas lehren würde. Fortan sitzt er auf der Mauer, die das Grundstück seiner Kommune begrenzt und wirft Pflaumen nach seinen ehemaligen Klassenkameraden aus der 7a, die ihm partout nicht glauben wollen. Es ärgert sie so sehr, dass sie beschließen einen Berg der Bedeutung zu bauen, um Pierre-Anthon zu beweisen, dass Bedeutung existiert.
Am Anfang erfolgt dies noch sehr verantwortungsvoll und die Kinder verlangen vom jeweils nächsten Mitschüler nur Gegenstände, die sich leicht ersetzen ließen. Doch nach und nach artet das Ganze aus. Spätestens als Köpfe rollen, die Unschuld daran glauben muss und vor der Religion nicht mehr Halt gemacht wird, geht es hier nicht mehr nur um reines Sammeln von Dingen mit Bedeutung. Das reine Leben wird aufs Spiel gesetzt und am Ende sogar an den Höchstbietenden verkauft.
Das Gewalt kein Alter kennt, bekommt man hier deutlich zu spüren. Es läuft einem kalt den Rücken runter, wenn man begreift, dass diese Menschen, die Bedeutung suchen, jedoch Gewalt und Hass finden, erst in der 7. Klasse sind.
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Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman
Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman von Janne Teller (Taschenbuch - 1. April 2012)
EUR 6,95
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