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217 von 246 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NICHTS IST EIN GROßER WURF
Ich habe das Buch, wie einer der anderen Rezensenten auch, gelesen weil mich ein Beitrag im ARD Magazin ttt" darauf aufmerksam und schließlich ziemlich neugierig gemacht hat.

Ich habe es an einem einzigen Tag gelesen, was zwei Gründe hatte. Zum einen ist es ein kurzes Buch. Zum anderen ist es ein hypnotisches Buch. Ich konnte es schlicht nicht mehr...
Veröffentlicht am 24. September 2010 von Stefan C. Limbrunner

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts, nichts, gar nichts?
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension anfangen soll.

Das Buch hat international viele renommierte Preise gewonnen und wird in zahlreichen Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt; es wurde aber auch schon an Schulen verboten, wie z.B. ursprünglich im Heimatland der Autorin, Dänemark. Auf Amazon gibt es achtzig...
Vor 5 Monaten von Alexandra Gottstein veröffentlicht


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217 von 246 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen NICHTS IST EIN GROßER WURF, 24. September 2010
Ich habe das Buch, wie einer der anderen Rezensenten auch, gelesen weil mich ein Beitrag im ARD Magazin ttt" darauf aufmerksam und schließlich ziemlich neugierig gemacht hat.

Ich habe es an einem einzigen Tag gelesen, was zwei Gründe hatte. Zum einen ist es ein kurzes Buch. Zum anderen ist es ein hypnotisches Buch. Ich konnte es schlicht nicht mehr aus der Hand legen.

Ist es ein makelloses Buch?

Nein, das ist es nicht. Das ist auch nicht wichtig. Meisterwerke sind nicht Meisterwerke weil sie makellos sind, sondern weil sie etwas Essenzielles unvergleichlich einfangen, das sie bedeutungsvoll macht, und sie, sozusagen, aus der Zeit fallen lässt.
Dieses Buch fällt aus der Zeit...

Wie Janne Teller hier mit unheimlicher Konsequenz und fast wagemutiger Kühnheit ihr Konzept völlig unbeeindruckt von den sonst für Jugendbücher geltenden Regeln in aller grausamen Konsequenz auf hohem Niveau durchzieht und gnadenlos zu Ende denkt - das ist eine tour de force vor der ich den Hut ziehe.

Nichts. Was im Leben wichtig ist" (man beachte wie bereits Titel und Untertitel in verschiedenen möglichen Deutungen doppelbödig miteinander zu spielen scheinen) erzählt, aus der Sicht der erstaunlich distanzierten Ich- Erzählerin Agnes, die als Fabel gebaute und ganz und gar nicht so realistische Geschichte einer siebten Klasse am Gymnasium der dänischen Kleinstadt Taering. Und sie erzählt, wie diese Klasse sich verändert, nachdem einer der Mitschüler, Pierre Anthon, plötzlich seine sieben Sachen in den Schulranzen packt und die laufende Unterrichtsstunde verlässt, weil das Leben sinnlos ist, da wir sowieso alle sterben müssen.

Nichts, so sagt er, sei im Leben von Bedeutung.

Von da an sitzt Pierre Anthon auf einem Pflaumenbaum und bewirft seine früheren Mitschüler mit Pflaumen und mit Wahrheiten, die einem Nietzsche Ehre gemacht hätten, und irgendwie gar nicht wirkten als stammten sie aus dem Mund eines Siebtkläßlers. Er bewirft sie - und beunruhigt sie. Verängstigt sie. Verstört sie. Sehr.

Er könnte nämlich Recht haben...

Irgendwann fühlt die Klasse sich gezwungen etwas zu unternehmen, damit der, der nicht Recht behalten darf, nicht Recht behalten kann.

Der Plan: Im alten Sägewerk werden allerlei die Dinge zusammen getragen, Gegenstände hauptsächlich, die Menschen etwas bedeuten, mit diesem "Berg aus Bedeutung" , den er begutachten soll, wenn er denn fertiggestellt ist, soll Pierre Anthon überzeugt werden, das es mindestens eine Sache im Leben eines Menschen gibt, geben muss, die von Bedeutung ist.

Irgendwann fällt den Kindern auf, dass sie bisher nur Dinge zusammengetragen haben von denen sie sich leicht trennen konnten, die im Sägewerk zurückzulassen ihnen keinen Schmerz bereitet hat. Damit wird man den Störgeist kaum überzeugen können; diese ehrliche Erkenntnis führt unheilvoll zum nächsten Schritt:

Jetzt muss reihum, jeweils bestimmt von den Mitschülern, jeder sein Liebstes, sein Allerliebstes, opfern.

Egal wie weh es tut, egal was die Folgen sind, oder wie ungeheuerlich es ist - und von diesem Augenblick an, da der Geheimplan sich mit Machtspiel, Gruppendynamik, unterschwelligen Konflikten, gährenden Freund- und Feindschaften vermischt, läuft das Kinderspiel in atemberaubender Geschwindigkeit, wie ein Strudel dem nichts und niemand entkommen kann , völlig aus dem Gleis, wird zu einer schrecklichen und grausamen Kaskade der Opferungen, die unaufhaltsam auf ein schreckliches Ende zurast...

Und dieses Ende hat es in sich. Zumal der Leser manches, aber mitnichten alles kommen sehen, und sich daher auf einen ziemlichen Schlag in die Magengrube einstellen kann...

Zwar kann man der Erzählung vorwerfen, dass der Auslöser für das alles, die Verunsicherung durch philosophische Fragen, wohl kaum eine glaubwürdige Motivation darstellt, die Kinder dazu bringen würde einen so komplexen und altruistischen Plan zu schmieden, und sich ihm bis zur Selbstentleibung hinzugeben, besonders da der Gefühlszustand der Verstörung nur sehr andeutungsweise herausgearbeitet ist. Man kann auch anmahnen, dass es diesem Roman an Realismus mangelt, aber wenn man an alle Literatur mit dieser Forderung herantritt, was, darf man fragen, bleibt dann noch übrig? Auch die mangelnde Ausarbeitung der Figuren, die einem, einschließlich der Protagonistin, niemals wirklich seelisch, gefühlsmäßig nahekommen, könnte man anprangern -

- ABER wenn man sich bewusst macht, dass man es hier mir der Gattung der Parabel zu tun hat, erklären sich diese Umstände fast alle von selbst, alles was unklar scheint fällt an seinen richtigen Platz. Und wenn man bedenkt wer einem die Geschichte da erzählt, und was diese Figur zuvor durchlebt hat, wie die Geschehnisse sie gezeichnet haben, dann versteht man plötzlich, dass diese Person die Geschichte nicht anders erzählen konnte, und dass die seltsame Distanz in der Erzählweise kein Mangel, sondern Teil der ungeheuren Konsequenz ist mit der die Autorin ihre Fabel gestaltet hat.

Was bleibt ist ein sehr starkes Jugendbuch mit ungemein vielschichtiger, präziser, scharfer Sprache, die auch die letzte Doppeldeutigkeit noch bis in den dunkelsten Winkel ausleuchtet, ein Jugendbuch von starkem substanziellem Gehalt, das den Leser regelrecht mit Gewalt zwingt sich zu positionieren, ein Jugendbuch von aufreizender philosophischer Tiefenschärfe, das an jene dunklen, düsteren Orte geht, die Bücher wie dieses im Normalfall meiden, ein Jugendbuch von solchem Rang dass auch erwachsene Leser von dieser Reise ins Herz der Dunkelheit keinesfalls unberührt zurückkehren werden...

Ist das Buch geeignet für Kinder geeignet? Definitiv nicht.

Für Jugendliche ab 13, 14 Jahren hingegen scheint es mir, wenn die Lektüre gemeinsam erfolgt und unter Begleitung von Erwachsenen oder Lehrern, durchaus zumutbar zu sein. Ich glaube auch, dass man es zumuten sollte. Es womöglich zumuten muss.

Die Frage, was im Leben von Bedeutung ist, kann und darf auch Jugendlichen nicht erspart werden. Sie muss gestellt werden. Und jeder Mensch, auch ein sehr junger, muss darauf eine Antwort finden. Irgendeine Antwort.

Und wenn dieses starke, provokante, dünne Buch dazu einen Beitrag leistet, diese Diskussion in aller Ehrlichkeit und, ja, auch Härte zu ermöglichen, dann kann man sagen

"Nichts" ist im Leben wichtig.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts, was dieses Buch lesenswert macht., 30. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Das Buch "Nichts" behandelten wir vor einiger Zeit im Religionsunterricht. Vorweg: Ich besuche die Klassenstufe 9 eines Gymnasiums. Unsere Religionslehrerin verkündete überschwänglich und voller Enthusiasmus welches Buch wir lesen würden, und der Buchtitel machte alle Mitschüler sofort aufmerksam.

Der Klapptext verspricht Gewalt und einen Jungen, der sich scheinbar ohne jeglichen Grund auf einen Pflaumenbaum sitzt und seine Mitschüler mit der Bedeutungslosigkeit des Lebens konfrontiert.
Die Idee der Auseinandersetzung mit dem Nihilismus und der Bedeutung gefiel und gefällt mir sehr gut, zumal die Frage nach dem Sinn des Lebens anscheinend die Mehrheit aller Jugendlichen beschäftigt, so auch mich.
Ich erhoffte mir Denkanstoße, Fragen und tiefgründige Gedankengänge, die sich von faktenreichen Lernmaterial sonstiger Fächer unterscheiden. Außerdem reizte mich die Tatsache, dass das Buch umstritten ist, und wollte wissen, was sich hinter diesem so heftig diskutiertem Buch verbirgt.

Was mir während der ersten Seiten sofort auffiel , war die an Qualität mangelnde Schreibweise. Merkwürdige, überflüssige Steigerungen konnten diese auch nicht mehr retten.
Der simple, umgangssprachliche Schreibstil nahmen mir jedes Lesevergnügen, aber der Inhalt machte es zu einer Tortur.
Die Idee nach der Findung der Bedeutung wird in dem Buch auf rohe Gewalt reduziert, die sich durch das gesamte Buch zieht, aber keinen Eindruck auf mich machte, da diese in überzogener und übertriebener Form dargestellt wurde.
Alles sehr oberflächlich, Charaktere blutleer und unrealistisch. Es gibt nicht mal eine im Ansatz versuchte Deutungsmöglichkeit der Bedeutung, oder dem Sinn des Lebens. Das einzige, das das Denken anregt sind die immer mal wieder eingeworfenen Sprüche Anton Pierres, welcher ein Nihilist zu sein scheint.
Dieses Buch ist eine einziger Witz, und wenn man es in Schulen verbieten sollte, dann nicht weil es gefährlich für zu junge Gemüter ist, sondern zu oberflächlich und inhaltslos. Mittels dieses Buches erstickt man kluge Gedanken und Fragen, anstatt sie zu fördern.

Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass dieses Buch von einigen so lobgepriesen wird oder Preise erhalten hat.
Dieses Buch hat keinen Inhalt. Überhaupt nicht. Mehr Überhaupt nicht. Am Überhauptnichsten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts, nichts, gar nichts?, 23. März 2014
Von 
Alexandra Gottstein "Bloggt Buchkritiken / Bl... (Deutschland / Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Ich weiß gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension anfangen soll.

Das Buch hat international viele renommierte Preise gewonnen und wird in zahlreichen Schulen als Pflichtlektüre eingesetzt; es wurde aber auch schon an Schulen verboten, wie z.B. ursprünglich im Heimatland der Autorin, Dänemark. Auf Amazon gibt es achtzig 5-Sterne-Bewertungen, aber auch dreißig 1-Stern-Bewertungen. Eins ist klar: an diesem Buch scheiden sich die Geister. Ist das einfach das unvermeidliche Merkmal eines Buches, das zum Nachdenken anregt und den Leser dazu bringt, seine eigene Meinung zu hinterfragen? Vielleicht sogar eine Grundvorraussetzung? Oder liegt es daran, dass die Autorin im Versuch zu provozieren geradezu eine Checkliste der Provokationen abhakt?

Wie der Klappentext schon verrät: hier werden Tiere getötet, Mitschüler verstümmelt oder vergewaltigt... Auch vor Grabschändung wird nicht haltgemacht. Mich ließ das alles überraschend kalt; bestenfalls hat es mich unangenehm berührt. Aber die Augen geöffnet oder neue Denkansätze in Gang gesetzt hat es für mich nicht. Die Autorin hat einmal gesagt, die Erwachsenen würden Kindern das Buch nicht zutrauen - ich traue es Kindern zu und glaube auch nicht, dass das Buch verboten werden sollte, ich weiß nur nicht, welchen Gewinn sie daraus ziehen sollen.

Die Geschichte ist sicher originell, und sie bietet eigentlich so viele Möglichkeiten... Ein Junge beschließt, dass das Leben sinnlos ist, und seine Mitschüler tun sich zusammen, ihm das Gegenteil zu beweisen - was für ein Spannungspotential! Aber schon nach kurzer Zeit fragte ich mich: was will die Autorin mir eigentlich sagen? Der Junge hat Recht und das Leben IST sinnlos? Dann ist auch das Buch irgendwie sinnlos, und das ist eine unbefriedigende Ausbeute.

Als Schullektüre finde ich es auch etwas merkwürdig - am gleichen Ort, an dem Schülern normalerweise eingetrichtert wird, dass sie für das Leben lernen sollen, wird ihnen jetzt gesagt, das sowieso alles egal ist und sie sich gar nicht erst anstrengen müssen.

Ich musste öfter an "Herr der Fliegen" denken, aber wo dieser Klassiker einen immer noch trifft wie ein Schlag in den Magen, hat "Nichts" mir nur einen schalen Geschmack im Mund beschert. Ersteres zeigt einem die Abgründe und Gefahren menschlicher Gemeinschaft, letzteres zeigt einem... Das Gleiche verwässert, wobei die eigentliche Botschaft was ist - Gleichgültigkeit? So etwas wie Bedeutung gibt es nicht?

Ich glaube, ein Hauptproblem waren für mich die Charaktere. Wo ich bei "Herr der Fliegen" mit Ralph, Piggy, Sam, Eric etc mitgefiebert habe, bleiben Anthon, Agnes, Sofie und die Anderen für mich blass und blutleer. Wir erfahren noch nicht einmal, wie Pierre Anthon zu seiner Erkenntnis gekommen ist. Es ist einfach, und andere Dinge sind einfach nicht.

Auch der Schreibstil ist mir persönlich zu nüchtern. Ich kann mir nicht helfen - ich fühle mich, als hätte ich einen Test nicht bestanden, als würde ich etwas Essentielles an diesem Roman nicht begreifen, aber das Buch gibt mir... einfach Nichts.

Ich denke, "Nichts" ist ein Buch, vom dem man weder endgültig abraten noch es 100%ig empfehlen kann. Was es einem gibt oder nicht gibt, das muss jeder selbst entscheiden. Zumindest insofern war es für mich ein erfolgreiches philosophisches Werk.
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256 von 307 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts, was zu lesen wichtig ist, oder: Wie man Bestseller produziert, 29. September 2010
Von 
Andreas Reich (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
In einer für ein Werk einer bisher weitgehend unbekannten Autorin außergewöhnlich intensiven Medienkampagne wurde dieses Buch in den letzten Wochen in zahlreichen TV-Magazinen (ttt, Kulturzeit usw.) und Zeitschriften "besprochen". Ein Roman, der sich der philosophischen Frage nach dem Sinn des Lebens stelle und nicht nur Jugendliche an diese Frage heranzuführen, sondern auch Erwachsene aus einer neuen Perspektive zum Überdenken ihrer liebgewonnen Ansichten anzuregen verspricht, klingt wirklich nach einem Buch, an dem man nicht achtlos vorbeigehen sollte. Dazu ein kleiner Skandal - Angriffe aus konservativen Kreisen, dann die Verleihung des Buchpreises, Verbannung und Wiedereinführung als Schulstoff in Dänemark - und man ist sogar ein wenig gewillt, zu glauben, es handle sich dabei tatsächlich um ein "mutiges, tabubrechendes Buch". Angesichts dessen, dass der Text eigentlich nicht sehr lang und die Geschichte nicht sehr komplex ist (man kann das Buch tatsächlich an einem Nachmittag lesen), wurde der Inhalt der Story im Grunde von den Kulturmagazinen bereits komplett "gespoilert" (Achtung beim Weiterlesen!). Da es bei philosophischen Büchern, als welches "Nichts" ja auch angepriesen wird, jedoch immer mehr um die Darlegung und Begründung von Gedankengängen geht, als um das eigentliche Ende der Geschichte, ist das vielleicht zu verschmerzen. Worum geht es also?

Das Leben einer Gruppe von Schülern in Tæring, einem nicht näher charakterisierten Vorort einer dänischen Kleinstadt, wird durcheinandergewirbelt, als Pierre Anthon, einer ihrer Mitschüler, eines Tages den Unterricht mit der Begründung verlässt, "nichts habe Bedeutung, und daher lohne auch nichts einer Anstrengung." Fortan sitzt er auf einem Pflaumenbaum, von wo aus er gelegentlich seine Einsichten zu seinen verärgerten Mitschülern hinabruft. Nachdem ein Versuch, den Spötter mit Steinwürfen gewaltsam zum Schweigen zu bringen, misslingt, verlagern die Schüler sich auf die Idee der Überzeugung. Statt jedoch eine Diskussion über die These zu führen, beginnen sie damit, einen "Berg aus Bedeutung" in einem stillgelegten Sägewerk anzuhäufen. Dafür wird jeder der Schüler von den anderen genötigt, etwas für ihn wertvolles preiszugeben, woraufhin er das nächste Opfer bestimmen darf. Der Wunsch, sich für die eigene Verletzung zu rächen, führt in Verbindung mit der Gruppendynamik zu immer sadistischeren Forderungen. Können sie ihren Mitschüler mit dieser Aktion auch nicht überzeugen, so verleiht ihnen die mediale Aufmerksamkeit, die sie für ihr Projekt erhalten, doch ein vorübergehendes Gefühl von Bedeutsamkeit. Doch stellen sich die alten Zweifel mit dem Ende des medialen Interesses erneut ein, derer man sich nur durch den kollektiven Mord an ihrem Verkünder zu entledigen können glaubt.

Ein Kritikpunkt ist die technische Umsetzung des Stoffes. Kann man über Stil auch grundsätzlich unterschiedlicher Meinung sein, so würde ich von einem Jugendbuch - als welches "Nichts" ja angepriesen wird - doch zuerst erwarten, dass es sich mit den Problemen dieser Altersgruppe befasst, statt nur im Stil einen Schüleraufsatz zu imitieren. Die in jeden zweiten Absatz eingeschobenen dreifachen "Steigerungen" - blau, blauer, am blausten; allein, einsamer, ganz allein; usw. - sollen den Leser wohl in seinem Eindruck bestärken, es hier mit dem Bericht eines Mädchens zu tun zu haben. Irgendwie verstärkt es jedoch eher den durch die "Handlung" bereits erzeugten Eindruck von Wahnsinn. Teller schreibt ohne Berücksichtigung der Sinne: Abgesehen von einer kurzen - ich zögere, es "Ortsbeschreibung" zu nennen - Stelle zu Beginn ist der Text ein fast ausschließlich an Handlung und Rede orientierter Bericht. Es gibt keinen Charakter, der in irgendeiner Weise durch Handlung oder Rede von der Masse der anderen Schüler unterscheidbar wäre. Die Möglichkeit zu Reflexion und Introspektion - durch die Erzählperspektive der ersten Person ja nahelegt - wird, abgesehen von der Schilderung der Exhumierung des jüngeren Bruders einer der Schülerinnen (eine Szene, die fast mehr Platz einnimmt als die gesamte Auseinandersetzung mit Pierre Anthon - und damit etwas über die Prioritäten der Autorin verrät), völlig vertan. Teller vermischt in ihrer Erzählung zudem kontinuierlich metaphorische und reale Ebene: Für eine realistische Handlung gibt es zu viele Ungereimtheiten - der Junge, der für Monate in einem Baum lebt, ohne Fragen seitens der Lehrer oder Eltern zu provozieren; der Umstand, dass keines der Kinder in irgendeiner Weise für die von ihnen begangenen Straftaten behelligt wird; der Umstand, dass sämtliche Kinder sowohl auf Pierre Anthons Provokation wie auch in Fragen des Opfers anderer Mitschüler gleich reagieren. Für ein philosophisches Essay ergeht sich die Autorin dann wiederum zu sehr in morbiden Details, und versäumt darüber hinaus die Begriffsklärungen.

Tatsächlich ist dies einer der gravierendsten Schwachpunkte: Die Frage, was Bedeutung eigentlich meine, wird an keinem Punkt auch nur angedacht, geschweige denn versucht, zu klären. Die Kinder reagieren unmittelbar mit Gewalt - erst durch die versuchte Steinigung Pierre Anthons, dann durch Gewalt gegeneinander in Form der erzwungenen Opfer. Als die Kinder sich entschließen, den Zweifler durch einen "Berg der Bedeutung" zum Schweigen zu bringen, hat sich das Buch bereits vollständig von seinem vielleicht anfänglichen Vorhaben entfernt. Tatsächlich entsteht der Eindruck, die Autorin habe sich für ihre Geschichte an Vorbildern wie Goldings "Herr der Fliegen" orientiert, um eine Situation zu schaffen, in der die Regeln des freundschaftlichen, zivilisierten Miteinander außer Kontrolle geraten. Doch was bei Golding einer gewissen Logik nach aus der Situation folgt - die Isoliertheit der Insel, der Wegfall der durch die Allgemeinheit getragenen Regeln und sozialen Normen der Zivilisation, die Durchsetzung des Prinzips der Herrschaft des Stärksten - folgt in Tellers Erzählung keiner inneren Notwendigkeit, sondern erscheint lediglich durch die allseitige Bereitschaft der Schüler zur Ausübung von Gewalt motiviert. Vermittelt Goldings Roman uns durch die Gegenüberstellung tiefere Einsichten in Sinn und Wesen der zivilisatorischen Regeln, so wird die Situation in Tellers Roman nur dadurch möglich, dass alle gesellschaftliche Situiertheit der Jugendlichen ignoriert wird. Doch hat der Exzess, zu dem sich die Schüler in dem alten Sägewerk gegenseitig treiben, nicht nur nichts mehr mit der Gesellschaft zu tun; er hat auch keinen Bezug mehr zu dem ursprünglichen Thema: Die Opfer, die sich die Mitschüler gegenseitig abverlangen, dienen in keiner Weise dazu, die Thesen von Sinn und Bedeutungslosigkeit zu diskutieren. Statt den Nihilisten im Pflaumenbaum zu widerlegen, übertreffen sie ihn sogar noch, indem sie Bedeutungen zerstören. Die Erzählerin indes reflektiert auch darüber nicht, zu wichtig scheint ihr die Schilderung der sadistischen Details, als dass sie sich Gedanken machen würde, aus welchem Grund diese geschehen.

Es ist interessant, zu sehen, mit welchen Argumenten die Schriftstellerin sich in Interviews gegen verschiedene Vorwürfe verteidigte. Laut eigener Aussage wolle sie mit ihrem Buch gegen die "sinnlosen Konventionen" der Erwachsenenwelt vorgehen. Bezeichnenderweise liefert sie jedoch keine Unterscheidungsmöglichkeit, wie man sinnlose von sinnvollen Konventionen unterscheiden könne. Sollte dies wirklich die Zielsetzung dieses Buches sein, kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, sie selbst hätte ihren Stoff nicht ganz verstanden. Tatsächlich lassen sich die Aussagen Pierre Anthons in dieser Form nicht widerlegen. Sie werden nur - zum Glück? - von den meisten Menschen ignoriert. Zwar behauptet Teller, sie habe eine Diskussion anstoßen wollen, doch vermittelt das Buch eine ganz andere Botschaft. Dass "Nichts" nicht deprimiere, sondern die Menschen zu selbstbestimmtem Leben ermutige, wie es in einer der Verlagsanpreisungen heißt, ist eine der üblichen Floskeln, die mit dem Buch nichts zu tun haben. Tatsächlich ermutigt das Buch viel eher dazu, das Nachdenken sein zu lassen: Der Denker wird erschlagen, die Erzählerin wünscht sich, nie mit dem Nachdenken über die Bedeutung begonnen zu haben. Es dürfte ein Glück für das Buch sein, dass viele der jungen Leser - ähnlich wie die Erwachsenen - den Gedanken eben nicht konsequent weiterspinnen.

Ein letzter Punkt ist der verkaufswirksam inszenierte "Skandal", der vielen anscheinend schon als Argument für Qualität gilt, da alles, was Widerspruch provoziert, wohl als Verkündung unangenehmer Wahrheiten gesehen wird. Bei seinem Erscheinen in Dänemark war das Buch zuerst Gegenstand der Kritik, Vorwürfe waren die darin vorkommende Gewalt und die deprimierende Botschaft, und man verbannte das Werk aus dem Schulunterricht. Die Stimmung schlug um, als das Werk mit mehreren Buchpreisen ausgezeichnet wurde, was es in den Augen mancher Kritiker ironischerweise rehabilitierte, und ist nun auch als Stoff an Schulen zu finden. - Wer diese Spiegelfechterei verschiedener Positionen, Kritiken und Preisvergaben noch immer für das Merkmal des Kampfes eines sich Gehör verschaffenden, "mutigen, tabubrechenden Buches" hält, hat den Rummel, der zwischen Verlagshäusern und Kritikern läuft, um einen potentiellen Bestseller ins Gespräch zu bringen, noch immer nicht durchschaut. (Balzacs "Verlorene Illusionen" geben hier zeitlos interessante Einblicke.) Gegen den Vorwurf der Gewalt verteidigte sich die Autorin in oben genannten Kulturmagazinen, nicht 'die Gewalt sei das eigentlich Verstörende', sondern "dass das Buch einem durch In-Frage-Stellen der Werte den Boden unter den Füßen wegziehe". Erwachsene sähen ihre Werte nicht gerne in Frage gestellt, darum würden sie das Buch kritischer beurteilen, als Kinder, die der Thematik offener gegenüberstünden. - Diese Aussagen verraten zwar, dass die Autorin ihr Buch gerne als philosophisches Werk verstanden wissen möchte, doch hätte es dafür einer wirklichen Auseinandersetzung mit dem Thema bedurft. In seiner letztendlichen Form wirkt die Frage nach dem Sinn zu Beginn Werks jedoch nur als ein Vorwand für die folgenden Schilderungen makaberer Spiele. Der Zweifel am Sinn des Lebens ist sicherlich ein Thema für sich, das, konsequent weitergedacht, verunsichert. Doch zu behaupten, es sei diese (tatsächlich kaum behandelte) philosophische Fragestellung, die verstöre (und auf die sich die Kritik vornehmlich richte), nicht aber Mord, Verstümmelung, die Tötung von Tieren, sexuelle Nötigung, und die generell psychisch belastende Situation durch eine allgegenwärtige Bereitschaft jedes einzelnen Protagonisten zur unbeherrschten Gewaltausübung, zeugt schon von einigem Realitätsverlust. Tellers Charaktere kennen kein Mitleid, keine Zweifel, keine ethischen Werte - jeder scheint dazu bereit, die an ihm begangene Gewalt durch eine noch sadistischere Variante einem weiteren Schüler gegenüber zu übertreffen; Kinder, die sich dem "Spiel" entziehen wollen, werden durch Gewalt zum Mitmachen gezwungen; mit dem aufmüpfigen Pierre Anthon versucht man erst gar nicht zu diskutieren, sondern geht - nachdem sich die Jungen weigern, ihn zu verprügeln (was den Mädchen stark missfällt) - daran, ihn direkt vom Baum weg zu steinigen; gegenüber anderen Schülern existieren nur Ressentiments, Verachtung und Hass; und die Eltern stehen dem ganzen selbstverständlich in nichts nach und brechen einem armen, von seinen Mitschülern verprügelten Jungen gleich noch den Arm hinterher.

Verlagsangaben und der Autorin zufolge seien es die Erwachsenen, die die Unbestimmtheit ihre Werte nicht gerne in Frage gestellt sähen und sich deswegen z.B. gegen das Buch als Unterrichtsmaterial aussprächen. Nach der Lektüre jedoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade die Eltern dagegen sein dürften, die noch über eine bestimmte Vorstellung von Werten verfügen - z.B. ihre Kinder vor intellektuellem Gift zu bewahren, das an sie durch - über das Etikett des "mutigen Tabubrechers" von den Verlagen verführte - Lehrer verfüttert wird, ohne dass die philosophischen Löcher und das durch und durch negative Menschenbild, das dieses Werk kolportiert, thematisiert würden. Würde ich mich einer Diskussion mit meinen Kindern über den Sinn des Lebens verschließen, weil ich dieses Buch als Schund ablehne? Natürlich nicht. Doch ich würde es nicht anhand dieses Werks tun, denn es trägt inhaltlich nichts zum Verständnis bei. Jemand, der nur "wir müssten mal über den Sinn des Lebens diskutieren" fordert, ohne dabei etwas zu dieser Diskussion beizutragen, ist auch dann kein Philosoph, wenn sich im Anschluss daran eine Debatte entspinnen sollte. Aus diesem Grund kann ich einem Buch, dass die Bedeutung des Lebens zwar als Thema benennt, sich anschließend aber nicht damit auseinandersetzt, auch keine andere Wertung als "Thema verfehlt" geben.

Allerdings kann auch aus etwas schlechtem noch etwas positives entstehen. Nachdem ich nach der letzten Seite endlich den Buchdeckel schließen konnte, wurde mir bewusst, dass ich, statt mein Geld für diesen Mist aus dem Fenster zu werfen, dafür sechs oder sieben Obdachlosen in der Fußgängerzone ihre Zeitung hätte abkaufen können. Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte mich das dem Sinn des Lebens entscheidend näher gebracht, als mich durch das Gehirn dieser Autorin zu quälen. Ich hoffe, dass mir dieses Gefühl wieder ins Gedächtnis treten wird, sollte ich erneut in die Versuchung kommen, von den Verlagen angepriesene Bestseller zu erwerben.
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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts ist genau das, was es bei mir hinterlässt, 12. August 2011
Hätte 'Nichts' nicht auf meinem Bücherzettel für die Schule gestanden, hätte ich es wahrscheinlich nie in die Hand genommen. Zugegeben, es ist nicht gerade die Art von Buch, die ich in meiner Freizeit lese, aber normalerweise lasse ich mich gern auf etwas Neues ein. Hier war ich jedoch schon von Anfang an skeptisch, da mich ein derartiger Hype um ein solches Buch meistens eher abschreckt.
Ich denke, zum Inhalt ist schon oft genug etwas gesagt worden, allerdings finde ich weder den Text hinten auf dem Buch noch den Sticker auf dem Cover wirklich sinnvoll. 'Ein brutales und mutiges Buch' - das brutal steht an erster Stelle und es stimmt. Mir kam es so vor, als hätte die Autorin ihr ganzes schriftstellerisches Talent darauf verwandt, diese brutalen Stellen auszuschmücken, während der Rest fad, grau und langweilig ist.
Die Charaktere - wenn man sie überhaupt so nennen kann, denn genau das fehlt ihnen, Charakter - sind etwa 12jährige Jungen und Mädchen, die wie hohle Roboter ohne Gehirn wirken. Jeder Mensch möchte anderen etwas beweisen oder sie von seiner Sache überzeugen, aber dabei so weit zu gehen, einem Freund den Finger abzuhacken oder ein Mädchen zu vergewaltigen? Mir kommt das einfach absurd vor. Auch der Schreibstil ist mir mehr als einmal auf die Nerven gegangen. Simpel, neutral, ständige Wiederholungen. Das weist natürlich auch noch mal auf das eigentliche Thema des Buches - die Suche nach Bedeutung, Nihilismus - hin, aber gut zu lesen ist es nicht.
Ich kann mit diesem Buch einfach nichts anfangen. Ja, es behandelt ein wichtiges Thema, aber wo ist es mutig? Die Autorin schreibt brutale Stellen, die provozieren und mich jedenfalls kein bisschen zum Nachdenken anregen (und nein, ich lese nicht nur 0815 Bücher). Manchmal war ich so angewidert, dass ich das Buch weggelegt habe, und wenn ich es nicht für die Schule hätte lesen müssen, wäre es nach den ersten 2 Kapiteln wieder im Bücherschrank gelandet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts, 31. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
ich habe wahnsinnig viel Gutes über dieses Buch gehört - als ich es selber gelesen hab, hing ich stundenlang zwischen Ekel und Langeweile.
Das Thema ist schrecklich behandelt - bzw: welches Thema? Mir war bis zur letzten Seite nicht ganz klar, worum es gehen soll.
Der Schreibstil ist grauenhaft - gut, dass das Buch nur so kurz ist, länger hätte ich das nicht ausgehalten.

Was an dem Buch mutig sein soll, oder was es als eines der wichtigsten Bücher auszeichnen soll, ehrlich, das ist mir schleierhaft.
Es ist eklig und schrecklich.

Dass es in der Jugendbuchabteilung steht, finde ich noch erschreckender - ich bin 16 und habe es kaum ausgehalten. In der Kriminalabteilung oder der Abteilung für "Ekelhafte Absonderheiten" wäre es womöglich um einiges besser aufgehoben.
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Maßlos überschätzt!, 23. Januar 2011
Ich halte das Buch für maßlos überschätzt. Dabei stört mich nicht die Tatsache, dass es provokante Szenen enthält, sondern dass das Buch der Herausforderung des Titels nicht gerecht wird, weder philosophisch, noch psychologisch, noch literarisch.
Philosophisch: Ein Jugendlicher stellt mit vermeintlicher Radikalität die Frage nach der Bedeutung von irgend etwas. Doch die innere Widersprüchlichkeit eines totalen Nihilismus wird nirgendwo in dem Buch angesprochen. Wohl auch weil der provokante Frager es vielleicht so doch gar nicht meint, sondern vor allem die an Karriere, Geld und Konsum ausgerichtete Lebensphilosophie der Erwachsenen in Frage stellt (dies deutet sich an in seiner Reaktion auf den Berg der Bedeutung gegen Ende des Buches). Völlig vertan bleibt die Chance eine philosophische Begründung aufzuzeigen für die Bedeutung von Menschenwürde und des Rechts auf körperliche und seelische Unversehrtheit, wonach die Jugendlichen am Ende doch im Grunde verlangen.
Psychologisch: Die einzelnen Charaktere bleiben bedauerlicherweise sehr oberflächlich dargestellt. Ihre inneren Beweggründe oder Zweifel und Ängste werden nicht ausreichend erkennbar. Es erschließt sich nicht, warum die Jugendlichen das zunehmend grausamere Spiel immer weiter mitspielen. Dabei geht es ja zuletzt nicht um existentielle Verzweiflung, sondern um verletzen und verletzt werden. Die möglicherweise vorhandenen Gruppenzwänge werden nicht so dargestellt, dass man sich beim Lesen damit auseinander setzen könnte. Die Frage, was für mich Bedeutung hat, woran meine Seele hängt und worauf ich verzichten kann um innerlich freier zu werden, kann ich nur selbst herausfinden und zwar nicht dadurch, dass ich nur noch abhänge oder mich in oppositionellem Gehabe ergehe.
Literarisch: Das Buch ist trotz der im Mittelteil zunehmend provokanten Szenen auf eine Art langweilig. Man fragt sich allenfalls zunehmend besorgt, wie die Autorin das wohl zu Ende bringen wird. Und in der Tat fällt ihr nichts Besseres ein, als am Schluss alles in Asche zu legen. Wobei dieses Ende sich eben nicht schlüssig aus dem Verlauf ergibt. Zumal das Feuer banaler Weise nur dazu dient einen Totschlag zu kaschieren. Sprachlich bewegt sich die Autorin auf einem sehr bescheidenen Niveau. Ich halte es für ein Missverständnis zu glauben, ein Buch für Jugendliche müsse so geschrieben sein, als sei es von einer 13 jährigen verfasst.
So legt man das Buch, wenn man denn überhaupt bis zum Schluss durchgehalten hat, enttäuscht beiseite und mag es nicht empfehlen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein gutes Thema macht hier ein schlechtes Buch, 23. September 2013
Von 
Anke Przybilla "Leselöwin.blogspot.com" (Schönwalde) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman (Taschenbuch)
Vorweg muss ich sagen, warum ich dieses Buch gelesen habe und unter welchen Voraussetzungen. Der Deutschlehrer meines Sohnes bat uns, das Buch zu lesen, da er es mit seiner 8. Klasse gerne behandeln will und wir sollten mit entscheiden. Die Diskussion hat noch nicht stattgefunden, aber ich bin jetzt schon gespannt darauf.

Da mir erst die Zeit fehlte, las ich einige Rezensionen und war schon etwas zwiespältig, als ich ans Lesen ging. Zum einen bin ich ein sehr offener Mensch, der durchaus dafür ist, den Schülern etwas zuzutrauen und kontroverse Themen zu behandeln. Ich begrüße es in der Regel, wenn ein Lehrer von den ausgetretenen Pfaden abweicht.

Durch die doch unterschiedlichen Meinungen im Netz war ich aber doch etwas verunsichert und wollte mir selbst ein Bild machen. Nun habe ich dieses kleine Büchlein durch und kann so gar nichts damit anfangen. Dieser Hype um Verbot auf der einen und hochgelobten Preisen auf der anderen Seite kann ich so gar nichts abgewinnen. Denn ich finde das Buch einfach schlecht - und zwar aus literarischer Sicht.

Ja, es ist brutal, wie eine Klasse versucht, alles zusammen zu tragen, was eine Bedeutung hat, um dem Klassenkameraden seine nihilistische Einstellung zu widerlegen. Sie schrecken nicht vor Vergewaltigung und Verstümmelung zurück, um den "Berg der Bedeutung" zu erschaffen. Aber das war nicht mein Problem beim Lesen. Für 13jährige finde ich das immer noch heftig, hätte es aber akzeptieren können, wenn das Buch wirklich eine Botschaft hätte. Hat es aber nicht!

In keinem Satz wird auch nur ein Versuch der Begriffserklärung "Bedeutung" gestartet. Die Autorin setzt bei allen Lesern dasselbe Verständnis voraus. Nun kann man entgegnen: für jeden hat etwas anderes eine Bedeutung und das stimmt ja in der Tat und wenigstens dies kommt in dem Buch auch raus. Aber mit welchem Fazit? Wieder keinem.

Die Schüler sind so konturlos, das Thema nur angerissen, der Kern am Ende sogar vernichtend. Keiner agiert sinnvoll, nichts ist realitätsnah. Weder Pierre Anton in seinem Pflaumenbaum, der die Kinder und ihre Suche nach Bedeutung verhöhnt, noch die anderen, die monatelang kriminelle Energien entwickeln ohne dass jemand davon etwas mitbekommt und selbst als alles rauskommt, regiert die Erwachsenenwelt blass und schemenlos mit Hausarrest - ohne Emotion, weder beeindruckt, noch wütend, noch fassungslos. Einfach nichts! Vielleicht ist dies mit dem Titel gemeint...

Jugendbücher sollten doch vor allem eines: als Identifikation dienen. Doch wie soll sich ein 13jähriger mit jemandem identifizieren, der so wenig Charakter aufweist wie diese Jugendlichen? Sie sind kalt, kennen keine Zweifel und offenbar auch keine Grenze zur Gewalt. Mitleid existiert nicht und Zweifel schon gar nicht.

Ich kann die Intention des Romans verstehen. Sich mit dem Sinn des Lebens auseinander zu setzten und auch mit der Frage, ob es irgendetwas gibt, was wirklich Bedeutung hat, ist löblich. Die Schilderung, dass eine Situation außer Kontrolle gerät und nur noch die schlimmsten menschlichen Züge hervorbringt, kann ein gutes Stilmittel sein. In "Herr der Ringe" oder "Die Welle" wird das wunderbar beschrieben. In diesen Werken leben aber auch die Figuren, man fühlt mit und kann die Handlungen nachvollziehen. Aber Janne Teller gelingt nichts von dem. Hätten die Schüler nicht erstmal mit ihren Eltern, den Lehrern oder untereinander über dieses Thema reden können? Warum wird das Ganze zum Selbstläufer und gipfelt in einer solchen Brutalität und Abgestumpftheit?

Was mich aber am meisten entsetzt ist das Ende. Es ist nicht offen, es regt nicht zum weiteren Nachdenken an. Vielmehr lässt es die jugendlichen Leser in eine Leere fallen:

"Er (Pierre Anthon) war schuld, dass wir die Lust am Leben und an der Zukunft verloren hatten und nicht aus noch ein wussten."
Sollte man solch ein Buch unseren Kindern vermitteln? Ich sage NEIN!
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61 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vereinzelte Einzelne, 8. November 2010
Von 
Peter Samol "sympathietraeger" (Herford, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Vorweg: Ich werde hier nicht zum x-ten Male der Inhalt des Buches wiedergegeben. Dafür bitte die anderen Rezensionen auf dieser Seite lesen. Stattdessen folgen Überlegungen über seine Bedeutung(!). [Im Folgenden werde ich die Begriffe "Bedeutung" und "Sinn" synonym verwenden. "Bedeutung steht nämlich allgemeinsprachlich entweder für den Sinn, oder aber für die einem Gegenstand beigemessene Wichtigkeit." (Wikipedia) Weitergehende Philosophische Explikationen erübrigen sich. Zum einen ist das Buch selber gar kein philosophisches, zum anderen stünde notfalls mit der Sprachpragmatischen Philosophie (später Wittgenstein und seine "Schüler") eine Denkrichtung bereit, die der allgemeinsprachlichen Auffassung entspricht.]

Erst einmal ist festzustellen, dass das Werk den Horizont seiner eigenen Schöpferin zu übersteigen scheint. Das ist daraus zu entnehmen, dass sie in den zahlreichen Interviews zu ihrem Buch neben reinen Platitüden vor allem falsches von sich gibt. Dazu einige Beispiele:

1) Erstens verwechselt sie Existenzialismus mit Nihilismus. So sagt sie etwa im Spiegel-Interview über Pierre Anthon: "Er ist ein ganz gewöhnlicher, handelsüblicher Existenzialist." Das ist allerdings falsch. Pierre Anthons Aussagen sind nihilistisch. Und das ist etwas ganz anderes. Ein Nihilist behauptet, das nichts einen Sinn hat. Ein Existenzialist dagegen, dass nur die Menschen selbst ihrem Leben einen Sinn verleihen können - und nichts und niemand sonst (Wer es literarisch vergleichen möchte: Im Stück "Der Belagerungszustand" von Albert Camus taucht in der Figur von "Nada" (dt. "Nichts"!) ein Nihilist auf. Ihm steht der Existenzialist "Diego" gegenüber). Existenzialisten sind meist lebensbejahende Menschen. Sie unterscheiden sich von anderen dadurch, dass sie die Mühe der bewussten Sinnfindung auf sich nehmen und nicht einfach Vorgefertigtes Übernehmen. Und genau an dieser Stelle bleibt der Roman stecken. Seine Erkenntnis könnte für Pierre Anthon ein großartiger Aufbruch in neue Erfahrungswelten sein. Was aber passiert? Er hockt jämmerlich in seinem Baum.
2) Laut eigener Aussage will sie mit ihrem Buch gegen die "sinnlosen Konventionen" der Erwachsenenwelt vorgehen. Der einzige, der die angeblich sinnlosen Konventionen in Frage stellt, ist Pierre Anton. Seine Klassenkameraden aber, die nahezu ausschließlich Fokus der Handlung stehen, haben aber nichts besseres zu tun, als ihre bisherige Lebensweise (und damit auch deren Konventionen) mit allen(!) Mitteln zu verteidigen. Selbst der letzte Satz des Buches deutet noch darauf hin. Sprich: Sie gehen gerade nicht gegen sinnlose Konventionen vor, sondern verteidigen diese vielmehr mit Zähnen, Klauen und schlimmerem.

Aus dem Umstand, dass das Buch den Horizont der eigenen Autorin selbst übersteigt - was übrigens nicht ungewöhnliches ist, sondern gerade auch Werke der großen Literatur auszeichnet - folgt leider nicht automatisch, dass das Buch selber gut ist. Das kann an folgenden Momenten gezeigt werden:

3) Pierre Anthon widerspricht seinem eigenen Schluss "Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden." Er tut nämlich selber doch etwas. Er sitzt in einem Baum, bewirft seine (ehemaligen) Klassenkameraden mit Pflaumen und belehrt sie ungefragt, indem er ihnen bei jeder Gelegenheit seine neuesten "Erkenntnisse" von der Bedeutungslosigkeit hinterher ruft. Kurz: Er provoziert. Damit tut er aber eben doch etwas. Ist denn dieser Selbstwiderspruch (um an dieser Stelle eine philosophische Referenz zu bemühen: Es ist der Paradefall eines Performativen Widerspruchs nach Karl Otto Apel) noch keinem der vielen Rezensenten, Preisverleiher, Jurimitglieder, Journalisten etc. aufgefallen? Er lässt sich übrigens auch noch einmal auf der Ebene der Bedeutung explizieren: Entweder haben Pierre Anthons Aktionen keine Bedeutung, dann kann man sie ignorieren. Oder sie haben eine Bedeutung, dann aber hat er unrecht.

4) Letztlich funktionieren Provokationen vom Schlage derer, die Pierre Anthons anwendet, deswegen so gut, weil dabei begriffliche Unschärfen weidlich ausgenutzt werden. Die Provokationen laufen auf den simplem Trick hinaus, die normativen Ansprüche eines Begriffes so stark zu überhöhen, dass keine faktische Realität ihnen mehr gerecht werden kann (hierzu ist übrigens auch zu empfehlen: Paul Watzlawicks "Anleitung zum Unglücklichsein"). Wenn Bedeutung impliziert, dass etwas sowohl für Alle als auch für immer und ewig Bedeutung haben soll, dann ist der Anspruch so hoch gehängt, das allenfalls noch Religion diesem Anspruch gerecht werden könnte (aber Religionen verstricken sich dann wieder ob ihrer Absolutheit in eine Reihe von Paradoxien - das würde aber hier zu weit führen). Solche normativen Überdehnungen funktionieren auch mit anderen Begriffen: Liebe, Freundschaft, Treue etc. Und sie funktionieren beispielsweise auch bei mathematischen Figuren: "Echte" Kugeln kann es z.B. empirisch gar nicht geben. Spätestens auf subatomarer Ebene sorgen nämlich Quantenphänomene für eine ausgesprochen bucklige und sich ständig verändernde Oberfläche - wie sie ideale Kugeln aber nicht haben dürfen. Fazit: Die beispielhaft genannten Probleme sind keine Probleme der Welt, sondern der Begriffe (Einzige Alternative: Man wird Anhänger eines hundsmiserablen Platonismus).

Angesichts dieser Befunde ist es mir absolut schleierhaft, wie man der Autorin einen "einen scharfsinnigen und durchaus philosophischen Blick auf unsere moderne Zivilisation" ([...]) bescheinigen kann. Ihr Blick ist offensichtlich von keinerlei Fachwissen getrübt. Anders ausgedrückt: Weder denkt Janne Teller philosophisch, noch ist es ihr Buch. Auf der philosophischen Ebene widerlegt es sich selbst schon auf den ersten Seiten.

Psychologisch ist das Werk sowieso ein Totalausfall. Die Charaktere sind holzschnittartig angelegt, haben keinerlei Tiefe, und innerpsychische Vorgänge tauchen allenfalls bei der Ich-Erzählerin als vordergründige mulmige oder aggressive Gefühle auf. Meist herrscht jedoch eine allgemeine Gefühllosigkeit und seelische Eiseskälte vor, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Über die Misere der Autorin täuscht auch der literarische Kniff, das Ganze aus der Perspektive einer Schülerin zu erzählen, nicht hinweg.

Interessant wird das Buch erst auf der sozialen Ebene, die sich der Autorin selbst offenbar nicht mehr erschließt. So ist es etwa jammerschade, dass Pierre Anthon nach seinem Befund: "Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun als ob - und eben genau dabei der Beste zu sein." selber nicht mehr weiter weiß. Er hockt lediglich in seinem Baum und predigt anderen ungefragt von der Bedeutungslosigkeit ihres Lebens und Handelns. Damit handelt er jedoch - vom Selbstwiderspruch einmal ganz abgesehen - parasitär. Er nährt sich selbst nämlich von der Zerstörung des Sinnes, den die anderen in die Dinge legen.
Und wie reagieren diese anderen? Sie versuchen die Dinge und ihre Bedeutung mit allen Mitteln zu retten. Indem sie den Bedeutungsberg aufhäufen, errichten sie einen Fetisch, der für den Sinn der Dinge stehen soll. Dabei kommt es zu einer Verdrehung und Verkehrung, welche ihnen selbst gar nicht bewusst wird: Nicht die Dinge geben dem Berg Bedeutung, sondern der Berg den Dingen! Der Berg ist das einzig sinnstiftende. Um ihn zu erhalten, beginnen die Kinder fanatisch, rücksichtslos und brutal zu werden. Indem sie ihm nicht nur Gegenstände, sondern auch Tiere, Köperteile sowie die seelische und körperliche Integrität von Angehörigen der eigenen Gruppe opfern, enden sie schließlich in der Barbarei.

Der Weg in die Barbarei ereignet sich vor dem Hintergrund einer erschütternden Gefühlsarmut. Sämtlichen Beteiligten fehlt es an Empathie, menschlicher Wärme sowie überhaupt an der Fähigkeit, zu den anderen nähere Bindungen aufzunehmen. Die Bindungen werden einzig und allein über den Bedeutungsberg vermittelt. Nur er verbindet die vereinzelten Einzelnen. Ansonsten steht jede und jeder ganz allein da. Sein Verlust bedeutet folglich dem Verlust von allem. Einen Sturz ins Bodenlose. Kein Wunder, dass die Kinder ihm alles, aber auch wirklich alles opfern würden. Die Kinder spiegeln damit nur ihre eigene Gesellschaft, in welcher Vereinzelte gegen andere Vereinzelte konkurrieren. In der Realität haben wir es nämlich mit einer nahezu allumfassenden und sich immer weiter ausbreitenden Konkurrenzgesellschaft zu tun. Diese macht die Einzelnen zu Konkurrenzsubjekten, die nur noch über die Konkurrenz miteinander verbunden sind. Der Bedeutungsberg ist hierzu eine treffende Allegorie.

Dabei wohnt Pierre Anthons Ausbruch ganz zu Anfang des Buches für kurze Zeit ein Moment der Befreiung inne: "Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft, so zu tun als ob - und eben genau dabei der Beste zu sein." Das Selbstverständliche ist selbst schon längst unerträglich geworden. Pierre Anthons Erkenntnis könnte der Beginn der Aufhebung der Vereinzelung sein. Aber weder nimmt er die anderen bei seinem Aufbruch mit, noch durchschreitet er die Tür aus der Konkurrenzsituation heraus wirklich. Es stößt sie lediglich auf, um anschließend auf der Schwelle (vulgo seinem Pflaumenbaum) sitzen zu bleiben. Die "grinsende Tür", die er nach dem Verlassen des Klassenzimmers hinterlässt, ist die Einladung, sich aus der gegenwärtigen Situation heraus zu begeben. Aber niemand traut sich Pierre Anthon zu folgen. Vielleicht hätten die Kinder gemeinsam wirklich erste Schritte aus dem Elend gehen können. Menschen sind Gattungswesen und der Ausweg beginnt da, wo die Vereinzelung aufhört. Was dann kommt, ist offen. Aber diese Erkenntnis liegt offensichtlich jenseits der Erkenntniskraft der Autorin. Die fragt lieber: "Ist der nihilistische Pierre Anthon jugendlichen Lesern zumutbar?" ([...]) Dabei sind die Aktionen der anderen Kinder um ein Vielfaches schlimmer. Sie klammern sich mit aller Macht an Alltag und Konventionen und gehen dabei zur Not auch über Leichen.

Das Schlusswort hat Bob Dylan:

"There must be some way out of here," said the joker to the thief
"There's too much confusion, I can't get no relief"
(...)
"No reason to get excited," the thief, he kindly spoke
"There are many here among us who feel that life is but a joke
But you and I, we've been through that, and this is not our fate
So let us not talk falsely now, the hour is getting late"
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eigenartig..., 2. Oktober 2010
Die Zeit sagt: "Ein brutales und mutiges Buch." Und die Buchhändlerin war auch ganz angetan. Und ich sitze hier und denke, was das eigentlich wirklich einem Jugendlichen geben kann oder auch einem Erwachsenen? Nichts von Bedeutung, eher von seltsamer Oberflächlichkeit und einer Gewalt, die so selbstverständlich einfach sogar den Tod eines Tieres und eines Menschen in Kauf nimmt. Des Menschen, der eigentlich ganz schlaue Sachen sagt, indem er aufzeigt, dass unsere rastlose Suche nach Bedeutung sich doch oft verstrickt in kurze Kicks und Bedeutungslosigkeit. Und genau das passiert in dem Buch. Denn nicht eines der zusammen getragenen Dinge kommt mit Bedeutung wirklich in Kontakt, wie ich finde, erschließt nicht, was so bedeutungsvoll für den Menschen ist, und all die tiefen Möglichkeiten, die diese Buchidee hätte haben können wurden verschenkt. Die Sache mit dem angebotenen Preis und dem Medienrummel um diesen Haufen aus meist dummen Dingen, haut dann den letzten Boden raus, der noch hätte halten können, was die Rezensionen versprechen.

Es fehlt total jegliche Reflektion und das für Jugendliche. Ich finde es völlig ungeeignet und blutleer.
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Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman
Nichts: Was im Leben wichtig ist Roman von Janne Teller (Taschenbuch - 1. April 2012)
EUR 6,95
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