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77 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch hat mein Leben verändert (mit 17)
Erich Fromm räumt in diesem Buch mit vielen Vorurteilen, die sich Menschen über die Liebe machen auf und führt auf, wie ein wahrhaft liebender Mensch aussieht.
Er definiert die Liebe als etwas Aktives, als einen Charakterzug, etwas das reift, und nicht als etwas, das einem in den Schoß fällt und nichts dafür getan werden muss.
Ich...
Veröffentlicht am 21. Oktober 2005 von U. Wascal Wabbit

versus
143 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teilweise hilfreich, teilweise veraltet
In diesem psychologischen Ratgeber widmet sich der Autor dem Phänomen der Liebe. Man sollte allerdings bedenken, dass das Buch in den 50er Jahren erschien, und dass einige der beschriebenen psychologischen Modelle inzwischen überholt sind.

Zunächst erklärt der Autor, das grundsätzliche Problem des Menschen sei sein Abgetrennt-Sein von...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2006 von julia141622


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77 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch hat mein Leben verändert (mit 17), 21. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Erich Fromm räumt in diesem Buch mit vielen Vorurteilen, die sich Menschen über die Liebe machen auf und führt auf, wie ein wahrhaft liebender Mensch aussieht.
Er definiert die Liebe als etwas Aktives, als einen Charakterzug, etwas das reift, und nicht als etwas, das einem in den Schoß fällt und nichts dafür getan werden muss.
Ich bin unendlich froh, dass mir dieses Buch in jungen Jahren in die Hände fiel, weil ich sonst wohl ewig in meinem neurotischen Weltbild verharrt hätte.
Vielen Dank, Herr Fromm...
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59 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswerter Ratgeber, 8. November 2005
Von 
H. Monzel (Frankfurt, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Sehr thematisch baut Erich Fromm seinen Ratgeber auf. Er erörtert von der Frage Ist Lieben eine Kunst?" bis hin zur Feststellung, das die Liebe in der heutigen westlichen Gesellschaft verfällt, nahezu alle Themenbereiche. Was mir besonders gefällt, ist die Unterteilung und Erläuterung der verschiedenen Arten der Liebe, wie: Nächstenliebe, mütterliche Liebe, erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott. Das Buch ist sehr schön aufgebaut, verständlich geschrieben und durch viele Praxisbeispiele erläutert. Insgesamt eine lesenswerte Lektüre.

In manchen Punkten erinnert es mich an das Buch: Lebe im Augenblick!: Verwandeln statt verändern - Die Erfahrung der Unmittelbaren Transformation von Ariel und Shya Kane. Wenn man die Fähigkeit entwickelt, im Augenblick zu leben und sich nicht abhängig von der Liebe anderer/dem perfekten Partner/der perfekten Liebe" macht, erfährt man wahres Glück und vor allem Selbstliebe. Die eigenen Vorurteile treten in den Hintergrund und man hat eine viel größere Toleranz und ein besseres Verständnis für seinen Partner und die Mitmenschen. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
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143 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teilweise hilfreich, teilweise veraltet, 20. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
In diesem psychologischen Ratgeber widmet sich der Autor dem Phänomen der Liebe. Man sollte allerdings bedenken, dass das Buch in den 50er Jahren erschien, und dass einige der beschriebenen psychologischen Modelle inzwischen überholt sind.

Zunächst erklärt der Autor, das grundsätzliche Problem des Menschen sei sein Abgetrennt-Sein von allem anderen, das er durch verschiedene Mittel wie Gruppenzugehörigkeit, Ekstase (Drogen, Sex,...), Konsum u.a. zu überwinden versucht. Eine wirkliche Überwindung sei jedoch nur durch "richtiges" Lieben möglich, das kein Gefühl, sondern eine aktive Tätigeit sei. Im Folgenden wird auf die Besonderheiten von Elternliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, erotischer Liebe und Liebe zu Gott eingegangen. Die Erklärungen sind dabei auch für den Laien gut verständlich und interessant geschrieben. Besonders ausführlich wird auf die Elternliebe eingegangen, die der erwachsene Mensch, der sich von den Eltern gelöst haben sollte, verinnerlicht hat. Geschieht diese Loslösung von den Eltern nicht oder unvollständig oder ist schon in der Kindheit die Elternliebe in irgendeiner Form beeinträchtigt, so entwickelt der erwachsene Mensch je nach Art der Störung verschiedene Formen von Neurosen bzw. neurotischen Beziehungsmodellen. Beispielsweise soll eine Depression häufig durch eine einseitige Bindung an die Mutter (fehlende Vaterliebe) bedingt sein.

All diese Dinge und Zusammenhänge fand ich durchaus interessant und ihretwegen hat es sich für mich gelohnt, dieses Buch zu lesen. Etwas seltsamer fand ich jedoch die Auffassung des Autors, Lieben sei ein "Akt des Willens" und nicht an ein bestimmtes Objekt gebunden, d.h. man könne jederzeit einfach beschließen, jeden beliebigen Menschen zu lieben. Andeutungsweise rechtfertigt der Autor damit sogar Zwangsehen, mit dem Argument, diese Menschen würden sich wenigsten aktiv bemühen zu lieben, und nicht wie in unserer Gesellschaft passiv abwarten, bis die Liebe ihnen "passiert". Ebenfalls fragwürdig finde ich die Einstellung des Autors zu Homosexualität: diese sei ein "Unvermögen", die gegensätzlichen Pole der Natur (männlich und weiblich) zu vereinigen, und somit keine wahre Liebe, denn die erotische Liebe bestehe in eben jener Vereinigung der Gegensätze. Homosexuelle Liebe sei somit gleichzusetzen mit "dem durchschnittlich heterosexuell veranlagten, der nicht lieben kann".

In Anbetracht dieser Äußerungen finde ich es etwas beunruhigend, dass so viele Menschen dieses Buch scheinbar ohne Einschränkung toll finden. Wenn man es etwas differenzierter betrachtet, kann man aber durchaus interessante Dinge lernen, die unter Umständen für die eigene persönliche Entwicklung hilfreich sein können. Im Übrigen sollte noch erwähnt werden, dass man von diesem Buch keine konkrete Anleitung für richtiges Lieben erwarten darf; man erhält vielmehr einige Denkanstöße, die man dann selber sinnvoll weiterführen kann.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Liebe, kein Objekt sondern eine Fähigkeit, 11. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
„Die Kunst des Liebens lernen? Das habe ich doch nicht nötig." So werden wahrscheinlich viele Menschen denken, die dieses Buch in die Hand bekommen und es dann wieder weg legen. Damit liegen sie allerdings völlig falsch, denn hinter diesem Titel versteckt sich etwas ganz anderes als eine billige Anleitung zum Thema Liebe bei deren Lektüre man die Kunst des Liebens spielend erlernen kann. Vielmehr handelt es sich hier um eine eindrucksvolle Sammlung von Denkansätzen und Analysen zum Bergriff und Phänomen der Liebe. Systematisch geht der Autor auf die verschiedenen Arten der Liebe, Nächstenliebe, Mütterliche Liebe, Erotische Liebe, Selbstliebe und die Liebe zu Gott ein. Für ihn ist die Liebe nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person sondern vielmehr „eine Haltung, eine Charakter-Orientierung". Das heutige Verständnis von Liebe sieht er mehr als eine, aus dem Egoismus und Narzissmus geborene Handlung, um der eigenen Einsamkeit zu entfliehen und nicht als das, was der Begriff Liebe wirklich hinter sich verbirgt. Er analysiert die verschiedenen Arten der Liebe eindrucksvoll und auch für den ungeübten Leser verständlich. Nach dieser theoretischen Einführung über die Liebe geht er im letzten Kapitel auf die Praxis der Liebe ein. Aber auch hier wird man keine Pauschalrezepte finden um die Kunst des Liebens zu erlernen, sondern auch nur mit Gedanken konfrontiert, die einem vielleicht dabei helfen können seine eigenen Sichtweisen bezüglich der Liebe zu überdenken und dann gegebenenfalls zu ändern. Es dient also primär als Anregung zu eigenem Handeln, Denken und Aktiv werden. Allerdings stellt er sehr hohe Ansprüche an die Realisation der wahren Liebe, wie er sie versteht. Diese Ansprüche dürften in der heutigen Zeit noch schwerer zu erfüllen sein, als sie früher vielleicht zu erfüllen waren, obwohl er in seinem Buch auch schon die damalige Gesellschaft und den Kapitalismus für den verfälschten Liebesbegriffs mitverantwortlich macht. Eine eindeutige Kritik an der Gesellschaft und am Kapitalismus kommt in seinem Buch stark zur Geltung.
Das Buch ist nicht gerade dafür geeignet um es „mal so nebenbei" zu lesen sondern mehr für den interessierten Leser bestimmt, welcher sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen mag. Auch Leser mit der Erwartung und dem Wunsch nach Do-it-yourself Anleitungen oder präzisen Lebenshilfen werden von diesem Buch enttäuscht sein. Befasst man sich allerdings intensiver mit dem Thema wird man entdecken, dass in diesem Werk noch viel mehr steckt als erwartet.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe durch das Tätigsein einer produktiven Charakterorientierung, 20. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Erich Fromm, am 23. März 1900 als Sohn eines jüdischen Weinhändlers in Frankfurt am Main geboren, war Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe. Mit dreizehn Jahren begann sich Fromm intensiv mit Talmudstudien und Schriften von Ernst Bloch zu beschäftigen. In Frankfurt studierte er zwei Semester Jura, bevor er in Heidelberg Soziologie, Psychologie und Philosophie studierte. In München studierte er darüber hinaus Psychologie und Psychiatrie. 1934 emigrierte er zusammen mit dem Institut für Sozialforschung nach New York und eröffnete dort eine psychoanalytische Praxis. Fünf Jahre später trat er aus dem Institut aus, um gegen eine vollwertige Aufnahme Theodor W. Adorno`s zu protestieren. Ein Jahr später erhält Fromm die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Mit seinem Buch "Die Furcht vor der Freiheit" wird er zum bedeutenden Vertreter der Neo-Psychoanalyse, wo er die Thesen Sigmund Freud`s auf andere Weise interpretiert. Als Professor wird er fortan für Psychologie in Vermont tätig. Während dieser Zeit erscheint sein Buch "Psychoanalyse und Ethik". Nach seiner Umsiedelung nach Mexiko, wo er eine eigene Praxis eröffnet, erhält er eine ausserordentliche Professur für Psychoanalyse an der Staatsuniversität in Mexiko City. 1956 erscheint sein Buch "Die Kunst des Liebens", das schnell grosse Popularität gewinnt. Sieben Jahre später eröffnet Fromm das mexikanische psychoanalytische Institut. 1974 siedelt er nach Muralto, ins Tessin über. Hier stellt er zwei Jahre später sein wohl wichtigstes Werk "Haben oder Sein" fertig. Erich Fromm stirbt am 18. März 1980 im schweizerischen Muralto.

Erich Fromm beschreibt in seinem Werk "Die Kunst des Liebens" das menschliche Problem der Liebe als Auffassung des Menschen, selbst geliebt zu werden, anstatt zu lieben und lieben zu lernen. Hinter der Einstellung, dass man nichts lernen müsse, um lieben zu können, stecke die Annahme, es gehe bei dem Problem der Liebe um ein Objekt, nicht um eine Fähigkeit, die man sich erarbeiten muss. Diese Einstellung sei zum Einen durch die moderne Konsumkultur bedingt. Der Mensch sehe seinen Mitmenschen als Objekt mit verschiedenen attraktiven Eigenschaften, die ihn auf dem Personalmarkt begehrenswert machen. Dabei hänge dies wiederum von der jeweiligen Mode ab, die in der Gesellschaft vorherrsche. Der gewünschte Gegenstand ist also vom Standpunkt seines gesellschaftlichen Wertes aus begehrenswert. Menschliche Arbeitskraft und Energie werden zu Gebrauchsgütern. Das Verlieben zwischen zwei Menschen geschieht dann, wenn das gegenseitige Gefühl vorhanden ist, dass man das beste Objekt gefunden hat, das für sie in Anbetracht des eigenen Tauschwerts auf dem Markt erschwinglich ist.

Die Erfahrung des menschlichen Abgetrenntseins beschreibt Fromm als die essentielle Angstquelle des Menschen. Hilflos zu sein, ohne jede Möglichkeit, die Welt und Mitmenschen mit den eigenen Kräften zu erfassen. Dass die Welt über den Einzelnen herfallen kann, ohne dass dieser darauf reagieren kann. Das Bewusstsein der menschlichen Getrenntheit ohne die Wiedervereinigung durch die Liebe treibe den Menschen zu verschiedensten orgiastischen Zuständen. Der Mensch sei ein Wesen, das sich mehr und mehr von seinem natürlichen Ursprung entfernt hat und seither immer intensivere Bedürfnisse entwickelt hat, Mittel und Wege zu finden, dem Getrenntsein zu entrinnen. So sucht er sich dieses Entrinnen in verschiedensten orgiastischen Zuständen. In einem vorübergehenden Zustand der Exaltation verschwindet die Aussenwelt und damit auch das Gefühl, von ihr abgesondert zu sein. Auch der sexuelle, menschliche Orgasmus hat in diesem Kontext heute einen hohen Stellenwert für die Menschen, ist er doch ähnlich eines Trancezustandes durch gewisse Drogen, bei dem man alles um sich herum vergisst. Die meisten Menschen suchen sich diesen Zustand günstigerweise in der Konformität mit Gruppen, der dadurch gefördert wird, dass die Unterschiede zwischen den Individuen mit der Zeit ausgemerzt werden, die Polaritäten zwischen den Geschlechtern immer mehr verschwinden. Dazu kommt, dass man heute unter anderem als einzelnes Atom des Gefüges reibungslos funktionieren muss, damit die Gesellschaft in ihrer speziellen Kultur funktionieren kann.

Fromm`s Meinung nach sei die reife Liebe ein aktives Tätigsein, das durch eine produktive Charakterorientierung entstanden ist. Dabei bleibt die eigene Integrität und Individualität erhalten. Es ist der Akt des Gebens, dem die Grundelemente von Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung vor dem anderen und Erkenntnis innewohnen. Die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was man liebt. Die charakterliche Tiefe eines Menschen zu erkennen und so zu betrachten, wie sie wirklich ist und sie nicht aus dem Grunde liebt, weil diese bestimmten Vorgaben entspricht oder sie einen Nutzen gebracht hat, den ich nun kompensieren muss. Fromm sagt aber auch, dass es dem Menschen wohl nie gelingen werde, den Charakter eines Menschen ganz zu erfassen. Dazu käme, dass der Mensch ein Wesen von Widersprüchen sei. Der einzige Weg zu Erkenntnis sei der Akt der Liebe, in dem man dem anderen etwas von seiner Lebendigkeit gibt. Wie etwa Freude, Verständnis oder Hilfsbereitschaft. Reife Liebe folge nicht dem Prinzip der häufig auftretenden, infantilen Liebe, wobei man jemand liebt, weil man selbst geliebt wird, sondern dass man geliebt wird, weil man jemanden liebt. Nicht, weil man jemanden liebt, weil man ihn braucht, sondern ihn braucht, weil man ihn liebt.

Als eine wichtige Bedingung, einen anderen Menschen lieben zu können, beschreibt Fromm die Liebe zum persönlichen Selbst, das untrennbar mit der Liebe zu allen anderen Wesen verbunden sei. Die Bejahung des eigenen Lebens, des eigenen Glücks und Wachstums und der individuellen Freiheit sei die Wurzel der Liebesfähigkeit. Dazu zieht Fromm die "Nächstenliebe", wie sie anschaulich in der Bibel existiert, heran. Zu lieben und zu geben ohne Narzissmus und Egoismus und sich mit seinen Mitmenschen als Einheit zu fühlen. Fromm erläutert desweiteren die paradoxe Logik in Bezug auf die Gottesvorstellung und deren Analogie auf die menschliche Liebe. Der Widerspruch sei eine Kategorie des menschlichen Geistes und nicht an und für sich ein Element der Wirklichkeit. Um sein Nichtwissen zu wissen, sei das Höchste. Um sein Wissen nicht wissen, sei krankhaft. Für diese Philosophie ist es nur konsequent, dass der höchste Gott keinen Namen hat. Was man nicht sieht, was man nicht hört, was man nicht fängt, das ist chaotisch zun Einen verbunden. Wie im indischen, sokratischen und taoistischen Denken ist die höchste Stufe, zu der das Denken führen kann, das Wissen, dass man nichts wisse. Ein Wissender rede nicht, ein Redender wisse nicht. Der Geist könne nur in Widersprüchen wahrnehmen und das Denken könne letztendlich nur dazu führen, dass es keine endgültige Antwort geben kann. Als einzige Möglichkeit, Gott zu erfassen beschreibt Fromm wie auch in der menschlichen Liebe zueinander den Akt und das Erlebnis des Einsseins mit ihm, was letztendlich dazu führt, dass man sein Leben nicht auf das Denken, sondern auf das richtige und bewusste Handeln ausrichtet.

In der Praktik beschreibt Fromm die Liebe als eine Kunst, die ständig praktisches Üben von Disziplin, Konzentration und Geduld erfordert. Dem heutigen Konsummenschen fehle es oft an diesen wichtigen Eigenschaften. Er kann nur noch schwer mit sich allein sein, ohne beispielsweise gleichzeitig Radio zu hören, zu Rauchen oder zu trinken. So wird er unruhig oder gar ängstlich. Fromm geht es dabei um Aufmerksamkeit. Sich mit dem ganzen Wesen auf das zu richten, was man gerade tut. Dazu gehört auch Zuhören zu können. Die Disziplin sei grundlegend für eine funktionierende Beziehung zwischen zwei Menschen, damit man ohne das Gefühl des Abgesondertseins sich nahe sein kann und wieder voneinander entfernen kann. Weiterhin beschreibt Fromm hier den Menschen als ein Wesen ohne das Interesse, die geistigen Prozesse des anderen Menschen zu beobachten, da dieser sich die Funktionsweisen der gesellschaftlichen Gruppierungen zur Norm macht und weiss, solange er nicht davon abweicht, dem anderen Menschen keine besondere Beachtung mehr schenkt.

Zuletzt beschreibt Fromm den Glauben als unumgängliche Voraussetzung für die Entwicklung im Menschen zu einer produktiven Charakterorientierung. Als ein Löslösen und Erwachen. Der rationale Glaube ist eine Überzeugung, die im eigenen Denken und Fühlen verwurzelt ist. Der Glaube an die Vision als ein vernünftiges Ziel, das sich anzustreben lohnt. Der Glaube erfordere Mut und die Bereitschaft, Schmerz und Enttäuschung hinzunehmen. Da Gefahrlosigkeit und Sicherheit im Leben nie ganz gegeben sind, kann der Glaube helfen. Etwas zu riskieren und den Sprung zu wagen, für die Werte alles aufs Spiel zu setzen. Glaube im Sinne der Zuversicht und des Vertrauens. Sich jemandem hinzugeben mit der Hoffnung, dass man durch seine Liebe auch in der Person Liebe erwecken kann.

Fazit: Einige Ausführungen wirken definitiv überholt, andere aber sind gerade in der heutigen Zeit aktueller denn je. Das Buch ist für jeden bewussten Menschen das Lesen wert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ethische Betrachtung, 5. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Eine ethische Betrachtung

Zunächst wird vom Autor die Liebesfähigkeit des Menschen unter die Lupe genommen. Denn Liebe wird häufig mit Abhängigkeit verwechselt und führt dann zu dem Ergebnis: "Ich liebe dich, weil ich dich brauche".
Richtigerweise sollte es aber in einer harmonischen Beziehung heißen: "Ich brauche Dich, weil ich dich liebe".

Wichtig ist auch die ethische Grundhaltung im Leben: Die Fähigkeit und Bereitschaft, Liebe und Fürsorge für den Mitmenschen zu empfinden und diese in die Tat umzusetzen. Dabei geht es um die Elternliebe und um die Nächstenliebe.

Mit dem von Jesus aufgestellten Gebot "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" geht Fromm auch auf die Eigenliebe ein. Er stellt dabei das "wie Dich selbst" in den Vordergrund: Nur ein Mensch, der sich selbst akzeptiert, kann diesen Zustand der Liebe auch glaubhaft auf andere übertragen.

Mit seiner Ansicht über die Grundhaltung des Menschen gegenüber der Liebe weicht Erich Fromm sicherlich von der heutigen gesellschaftlichen Norm ab: So definiert er Homosexualität als eine Art von Liebesunfähigkeit. Auch kommt er zu dem Ergebnis, das jeder Mensch mit der richtigen Einstellung einen beliebigen anderen lieben und ehelichen könne (wie es im Mittelalter der Fall war).

Dabei lässt er jedoch die romantische Liebe weitestgehend außer acht. Auf die Kunst des Kennenlernens, des Kommunizierens, des sich Verliebens, des sich Interessantmachens und des Verführens wird in diesem Buch weniger eingegangen.
Insofern beinhaltet das Buch eher eine ethische Betrachtung der Liebe. Als solches ist es aber durchaus lesenswert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieben als die höchste Kunst, 11. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Erich Fromm hat mit diesem Weltbestseller wahrlich den Nagel auf dem Kopf getroffen. Was der modernen ("zivilisierten") Gesellschaft fehlt, ist die Fähigkeit zur Liebe, die eine erlenrbare (und auch verlernbare) Kunst ist. Durch endlose Konsumsucht und Gewinn- bzw. Steigerungslogik zählt nicht der Mensch, sondern das Produkt. Mit Fromms Worten gesagt die Liebe zu toten Objekten: Nekrophil statt Biophil.
In dem Buch eröffnet sich ein wahrer Themenreichtum, dessen Kern und Faden die Liebe in allen Varianten ist. Es diskutiert die Defizite, wenn Liebe fehlt, sowie die damit verbundenen Probleme in allgemeiner und genereller Hinsich. Dieses Buch sollte jeder verantwortungsvolle Mensch lesen, vor allemd deshalb, weil es kaum bestritten werden kann, dass die moderne Gesellschaft eine "kranke Gesellschaft" ist. Natürlich kann es die perfekte Gesellschaft nicht geben, aber die derzeitge (20% der Menschheit lebt auf Kosten von 80%, systematische Umweltzerstörung zur Luxussteigerung, Gesundheit als Geschäft, Krieg als Machtdemonstration,moderne Versklavung durch Schuldenpolitik, ...) wird sich bald selbst zerstören, wenn sich nicht einiges in vielen Bereichen ändert. Hierzu das krönende Abschlusswort des Buches: "Wenn der Mensch zur Liebe fähig sein soll, muß er selbst an erster Stelle stehen. Der Wirtschaftsapparat muß ihm dienen, und nicht er ihm. Er muß am Arbeisprozeß aktiven Anteil nehmen, anstatt nur bestenfalls am Profit beteiligt sein. Die Gesellschaft muß so organisiert werden, daß die soziale, liebevolle Seite des Menschen nicht von seiner gesellschaftlichen Existenz getrennt, sondern mit ihr eins wird. Wenn das, was ich zu zeigen versuchte, zutrifft - daß nämlich Liebe die einzig vernünftige und befriedigende Lösung des Problems der menschlichen Existenz darstellt -, dann muß jede Gesellschaft, welche die Entwicklung der Liebe so gut wie unmöglich macht, auf die Dauer an ihrem Widerspruch zu den grundlegenden Bedürfnissen der menschlichen Natur zugrunde gehen." (S. 150)
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuell, 16. Juni 2006
Von 
Stefan Merath "www.unternehmercoach.com" (Ehrenkirchen (bei Freiburg)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
50 Jahre nach seinem Erscheinen hat die Kernaussage des Buchs von Erich Fromm nichts an seiner Aktualität verloren, ja vielleicht hat sie sogar gewonnen. Im Kern zeigt Erich Fromm einige typische Verwechslungen im Hinblick auf die Liebe auf.

Erstens sehen die meisten Menschen das Problem der Liebe darin, selbst geliebt zu werden statt zu lieben. Dementsprechend sind die häufigsten Tätigkeiten, um Liebe zu gewinnen, die, die geeignet sind, die eigene Attraktivität zu steigern, um so mehr geliebt zu werden.

Zweitens erscheint Liebe fälschlich als etwas, das einem widerfährt. Liebe bezieht sich dann auf ein Objekt, nicht auf eine Fähigkeit. Es geht fälschlich um das eigene Bauchgefühl, nicht um den Willen und die Entscheidung zur Liebe.

Drittens wird meist der Zustand des Verliebtseins mit lieben verwechselt. Weswegen man sich eben kurzerhand neu verliebt, wenn sich der erstere Zustand ändert. Natürlich in jemand anderen... ;-)

Das theoretische Fundament Psychoanalyse, Frankfurter Schule und Marx ist natürlich etwas in die Jahre gekommen. Dadurch ragt der eigenständige Kern Erich Fromms deutlicher heraus.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was Liebe wirklich ist ..., 2. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens (Taschenbuch)
Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung davon, was Liebe ist - für die meisten ist Liebe ein mysteriöses Gefühl, welches vom Himmel fällt, wann es will, und gegen dessen Vergehen man nichts machen kann.
Fromm räumt mit diesem Vorurteil auf und zeigt, wie falsch wir mit dieser Ansicht liegen. Daß wahre Liebe nämlich eine Kunst ist, die man erlernen und entwickeln kann.
Warum sind wir heutzutage bereit, im Beruf, beim Sport und im allgemeinen Gesellschaftsleben alles zu geben, aber für die Liebe wollen wir keine Anstrengungen unternehmen?
Ein Buch für alle, die an die Liebe auf Dauer glauben oder sie erleben wollen und ihre Liebe zum Partner, zu Kindern und zu sich selbst nicht einfach verkommen lassen wollen.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Regt stark zum nachdenken an., 2. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Liebens. (Broschiert)
Kürzlich wurde mir dieses Buch mit den Worten: "Ich empfehle selten Bücher. Das musst du aber lesen. Zumindest irgendwann in deinem Leben" "Die Kunst des Liebens"? Was ist von einem solchen Buch zu erwarten? Die meisten werden jetzt eine genaue Anleitung erwarten, wie man den Partner zu lieben lernt. Oder handelt es sich etwa um eine Art "KamaSutra"?
Weit gefehlt. Es wird aus psychologischer Sicht diskutiert, um was es sich bei dem Thema Liebe handelt. Dabei verwendet der Autor eine recht einfach gehaltene Sprache. Er verzichtet weitgehend auf Fachausdrücke. So kann man dieses 150 Seiten-Buchlein recht schlell durchlesen, ohne ein Lexikon zu benötigen. Was ist Liebe überhaupt? Er beleuchtet dabei alle Arten der Liebe.
- Nächstenliebe
- Mütterliche Liebe
- Erotische Liebe
- Selbstliebe
- Liebe zu Gott (dabei sei erwähnt, daß der Autor lt. eigener Aussage selbst NICHT Atteist ist)
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Es macht Schluss mit falschen Vorstellungen zum Thema Liebe. Wer aber erwartet darin eine Gebrauchsanleitung zum "Superlover" zu finden, der wird enttäuscht. Es hilft aber, sich darüber bewusst zu werden, was der Inhalt der Liebe ist. Und es kann einen dadurch auf den 'richtigen Weg' weisen. Das Buch regt dazu an, darüber nachzudenken, ob man an seinem Leben bzw. an seiner Einstellung zum Leben und zu den Menschen etwas ändern möchte.
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Die Kunst des Liebens
Die Kunst des Liebens von Erich Fromm (Taschenbuch - 1. März 1998)
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