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53 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wir sind zu Konformisten geworden"
Erich Fromms wurde im Jahre 1900 als einziger Sohn orthodoxer jüdischer Eltern in Frankfurt geboren. Während seines Studiums machte er die Bekanntschaft mit zwei Autoren, die sein Leben bestimmen sollten: Sigmund Freud und Karl Marx. Im Frankfurter Institut für Sozialforschung leitete er die psychoanalytische Forschung. Von den Nationalsozialisten...
Veröffentlicht am 1. Januar 2008 von M. Thomas

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Übersetzung
Meine Rezension bezieht sich nicht auf das Buch selbst, sondern auf dessen Übersetzung.
Erich Fromm wurde zwar in Deutschland geboren, wanderte jedoch in die USA aus und lebte später in Mexiko.
Er verfasste dieses Buch in der englischen Sprache.

Falls Sie es sich zutrauen, Bücher auf Englisch zu lesen, schlage ich vor, Sie lesen die...
Vor 11 Monaten von tobewhh veröffentlicht


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53 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wir sind zu Konformisten geworden", 1. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Erich Fromms wurde im Jahre 1900 als einziger Sohn orthodoxer jüdischer Eltern in Frankfurt geboren. Während seines Studiums machte er die Bekanntschaft mit zwei Autoren, die sein Leben bestimmen sollten: Sigmund Freud und Karl Marx. Im Frankfurter Institut für Sozialforschung leitete er die psychoanalytische Forschung. Von den Nationalsozialisten vertrieben, kehrte er Deutschland den Rücken.

In Die Furcht vor der Freiheit" untersucht Fromm sowohl die Ursachen des Faschismus als auch die Unzulänglichkeiten der modernen Demokratie.

Unterschiede zum Vorbild Freud.

Erich Fromms Interesse galt schon früh den Auswirkungen der Psychoanalyse auf die Gesellschaft. Im Gegensatz zu seinem Lehrer hält er den Menschen primär für ein gesellschaftliches Wesen", welches nicht nur durch seine biologischen Faktoren, sondern auch durch die Kultur bestimmt wird. Den menschlichen Charakter deutet er als Reaktion auf seine Erfahrungen und nicht umgekehrt. Der Gesellschafts-Charakter wird ähnlich dem individuellen Charakter durch die Triebe des Menschen einerseits, aber auch durch das Gesellschaftssystem andererseits bestimmt: Kurz, der Gesellschafts-Charakter internalisiert äußere Notwendigkeiten und spannt auf diese Weise die menschliche Energie für die Aufgaben eines bestimmten ökonomischen und gesellschaftlichen Systems ein". Eltern erziehen ihre Kinder - wenn auch unbewusst - im Geiste des Charakters, den die Gesellschaft repräsentiert.

Der Kampf des Menschen um die Freiheit.

Um frei zu sein, musste der Mensch zunächst gegen die Natur, die Kirche und dann gegen den Staat kämpfen. Diesen Kampf bezeichnet Fromm als die Freiheit ,von' etwas. Die so gewonnene Freiheit gab dem Menschen das Gefühl von Unabhängigkeit, Macht und Stärke. Aber Fromm zeigt auch die dunklen Seiten der Freiheit: Die Freiheit hat ihm (dem Menschen) zwar Unabhängigkeit und Rationalität ermöglicht, aber sie hat ihn isoliert und dabei ängstlich und ohnmächtig gemacht". Denn die Kräfte, die ihn unterdrückten, boten ihm auch Schutz und Geborgenheit.

Wie reagiert der Mensch auf diese Situation?

Wie so oft im Leben gibt es zwei verschiedene Wege: die positive Aufarbeitung und die negative Flucht vor der Angst. Unter den Fluchtmechanismen unterscheidet Fromm zwischen der Flucht ins Autoritäre, der Flucht ins Destruktive und der Flucht ins Konformistische. Die Flucht ins Autoritäre führt in den Sadomasochismus. Ziel des Masochismus ist das individuelle Selbst loszuwerden, sich selbst zu verlieren; oder anders gesagt: die Last der Freiheit loszuwerden". Der sadistische Trieb jedoch möchte Herrschaft über andere ausüben. Der Sadist liebt die Macht und verachtet die Schwäche. Die Grenze zwischen Sadismus und Destruktivität beschreibt Fromm wie folgt: Der destruktive Mensch möchte das Objekt zerstören ... Der Sadist dagegen möchte sein Objekt beherrschen, daher erleidet er einen Verlust, wenn dieses verschwindet". Bei der Wahl des dritten Fluchtwegs hört der einzelne auf, Selbst zu sein: er gleicht sich völlig dem Persönlichkeitsmodell an, das ihm sein Kultur anbietet". Statt eigene Gedanken zu fassen, lässt sich der Mensch von außen vorformulierte Dinge einflößen.

Der Nationalsozialismus.

Der Faschismus hatte nicht nur ökonomische Gründe. Aber was konnte die atavistischen Kräfte der Menschen wecken, von deren Existenz so Fromm wir nichts wussten oder von denen wir zumindest annahmen, sie seine schon lange ausgestorben". Die Kleinbürgerschicht, die sich aus Rechtsanwälten, Soldaten, Krämern usw. zusammensetzte, wurde von Inflation und Depression, dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Verfall ihrer gesellschaftlichen Stellung schwer getroffen. Dem Gefühl von Ohmacht und Bedeutungslosigkeit folgte die Flucht ins Autoritäre. Diese psychologischen Bedingungen waren nicht die ,Ursache' des Nazismus. Sie waren nur die menschliche Basis, ohne die er sich nicht hätte entwickeln können", erläutert Fromm. Er vor dem Krieg auch die Triebstruktur deutscher Arbeiter und Angestellten untersucht und festgestellt, dass sie trotz des Sieges 1918 dem aufkeimenden Faschismus keinen Widerstand entgegensetzten würden, da sie durch Rückschläge demotiviert waren.

Die moderne Demokratie.

Moderne Demokratie und Kapitalismus bieten keinen Schutz vor Isolation und Angst. Im Gegenteil, ältere Menschen, Kinder, Kranke, sie alle werden von der Gesellschaft nur zu bereitwillig in die Einsamkeit verbannt. Arbeiter und Angestellte kennen das Gefühl der Angst um den Arbeitsplatz; auch gut dotierte Manager und Politiker fühlen sich zuweilen einsam. Der moderne Mensch flüchtet in den Konformismus und gibt sein selbst auf. Beispiel Werbung: der Einzelmensch lässt sich von der Masse lenken. Wir sind zu Konformisten geworden, die in der Illusion leben Individuen mit eigenem Willen zu sein." Fromm fällt in seiner neuen Heimat Amerika auf, dass bereits die Kinder zum Lächeln erzogen werden. Dies geschieht jedoch nicht aus Philanthropie, sondern um in den Augen der Anderen als liebenswürdig zu gelten. In unserer Gesellschaft hält man ganz allgemein nicht viel von Gefühl", kritisiert Fromm.

Fromm sucht nach den Gründen dieser Entwicklung und spannt den Bogen von der modernen Demokratie bis zur Reformation. Durch die Reformation wurde das mittelalterliche ständische Gesellschaftssystem für die städtischen Mittel- und Unterschichten sowie für die Bauern brüchig. Luther, der zeitlebens ein ambivalentes Verhältnis gegenüber der Autorität aufwies, bezeichnet den Menschen als von Grund auf schlecht; nur der Glaube kann zur Erlösung führen. Calvins Menschenbild ist ebenfalls pessimistisch. Er glaubte an die Vorbestimmung des Menschen und nahm ihm nicht nur sein Schicksal aus der Hand, sondern teile die Bevölkerung auch in gut und böse ein. Dazu Fromm: Der einzelne war sich selbst überlassen; alles hing nur mehr von seinen eigenen Anstrengungen ab, nicht von der Sicherheit seines traditionellen Standes ... Das Kapital ,hatte aufgehört, Diener zu sein, und war zum Herrn geworden'". Luther und Calvin hatten die Grundlage für den Kapitalismus geschaffen. Der Einzelne arbeitete nicht mehr unter äußerem Zwang, sondern gehorchte einer inneren Überzeugung.

Obwohl sich der weitaus größte Teil des Buches mit der negativen ,Freiheit von etwas' befasst, erläutert Fromm auch, wie man ein glückliches Leben führen kann. Wenn es uns gelingt zu einer positiven ,Freiheit zu etwas' zu gelangen, können wir dem Leben ein Ziel geben. Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein des gesamten integrierten Persönlichkeit", schreibt Fromm. Unter gesamter integrierter Persönlichkeit versteht er die Balance zwischen emotionalen und intellektuellen Bereichen, zwischen der Vernunft und der Natur. Das Leben ist für ein tätiges und schöpferisches Individuum" sinnvoll.

Fazit: Auch nach über sechzig Jahren ist Werk Fromms beachtens- und lesenswert.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gibt es noch Freiheit, 7. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Ist unser Wille wirklich frei ???
Warum haben wir Furcht vor der Freiheit.
Fromm stellt auf entsetzende Art und Weise fest, dass der freie und eigenständig aus dem Gruppenzwang ausbrechende Mensch meistens zu einem vereinsamten Menschen wird. Er belegt und erläutert die eingrenzenden Faktoren eines Vater Staates der mithilfe seines Wasserträgers Kirche die Menschheit zu Konformisten geisselt. Diese NORMkonformität führt vor allem zur Unfreiheit des Geistes und assimiliert und absorbiert jedwedigen Ansatz von Generalismus da sie den Spezialismus als ultima ration an das Volk ( Untertan ) weiter gibt. Fromm's Aussichten sind düster aber er zeigt auch Lichtblicke und Ansätze wie man den Grad zwischen den Wänden dieser Riesenmüllpresse übersteht um nicht total zu vereinsamen. Luther der Scharlatan behauptete tolldreist der Mensch sei von Geburt auf schlecht und könne nur über den Glauben geläutert und frei werden.Auch hier setzt er gezielt den Samen der Unfreiheit von Geburt an indem er ein bindendes Gesetz dem Menschen aufzwingt anstatt ihn sanft mit gesunden Richtlinien zur eigenen inneren Selbsterkenntniss zu führen. Das ganze ist eine erschreckende Bestätigung einer von Aldous Huxley getätigten Aussage die zu diesem Buch nicht treffender sein könnte.

"Es ist absolut möglich, dass sich ein Mensch außerhalb des Gefängnisses befinden kann und dennoch gefangen ist; dass er frei aller körperlichen Fesseln ist und dennoch psychologisch unfrei --- dazu gezwungen, so zu denken, zu fühlen und zu handeln, wie es die Vertreter des Staates oder gewisser privater Interessen innerhalb des Staates von ihm verlangen. Die Natur eines solchen psychologischen Zwanges ist dergestalt, dass diejenigen, die ihm unterworfen sind, glauben, sie handelten auf Grundlage ihrer eigenen Initiative. Das Opfer von Verstandes-Manipulation weiß nichts von seiner Rolle als Opfer. Für ihn sind die Wände seines Gefängnisses unsichtbar, und er selbst glaubt, frei zu sein. Dass dies nicht stimmt, ist aber nur für die anderen Menschen offensichtlich. Sein Sklaventum ist rein objektiv." --- Wiedersehen mit der schönen neuen Welt, Aldous Huxley, 1958
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Erkenntnis von Abhängigkeiten, 8. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Die Erkenntnis von Abhängigkeiten

Für viele Menschen mutet die Unfreiheit wie ein Käfig an, in dem sie gefangen gehalten werden. Nach Erich Fromm jedoch ist sie für die meisten eher wie ein Dach über dem Kopf, das sie vor Unbill und Gefahren schützt. Sie begeben sich bewusst in Abhängigkeiten.
Das muss nicht automatisch schlecht sein: Kinder beispielsweise brauchen die Eltern, die auf sie aufpassen und an denen sie sich orientieren können. Auch die Religion ist für viele Menschen Trost und zugleich Inspiration.

Viele Menschen jedoch machen sich von bösen Mächten abhängig, von Diktatoren, radikalen Glaubensströmungen, von Menschen, die ihre Macht benutzen, um ihre gewaltsamen Ziele durchzusetzen.
In seiner Angst wird der Mensch dann zum Jünger schlechter Propheten und zum willigen Werkzeug bei der Ausführung ihrer Befehle.

Darüber hinaus ist das Prinzip der Abhängigkeit praktisch immer verbunden mit einem Prinzip des Sado- Masochismus: der unterdrückte, bevormundete und geknechtete Mensch hat immer ein starkes Bedürfnis, seine Minderwertigkeit an anderen, schwächeren Menschen auszuleben und zu kompensieren.
Selbst Diktatoren unterwerfen sich dem Schicksal und der Vorhersehung. Ganz am Ende der Unterdrückungskette stehen die Andersdenkenden, die Andersgläubigen, die Schwachen und Behinderten.

Die Theorie Erich Fromms bringt dem Leser ein großes Stück weit unsere Gesellschaft näher, denn das Prinzip der Abhängigkeit und des Sadismus lässt sich auch in die gegenwärtige Zeit übertragen.
Seine Analyse befähigt den Leser, Abhängigkeiten zu erkennen und sich - im besten Fall - von ihnen zu befreien.
Von Erich Fromm 1942 im Exil geschrieben, hat sein Werk bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Übersetzung, 1. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Meine Rezension bezieht sich nicht auf das Buch selbst, sondern auf dessen Übersetzung.
Erich Fromm wurde zwar in Deutschland geboren, wanderte jedoch in die USA aus und lebte später in Mexiko.
Er verfasste dieses Buch in der englischen Sprache.

Falls Sie es sich zutrauen, Bücher auf Englisch zu lesen, schlage ich vor, Sie lesen die Originalausgabe mit dem Titel "Escape from Freedom".
Sie merken vielleicht: Bereits der Titel wurde falsch übersetzt.

Ich habe gerade vor, das Buch zu lesen und habe auf den ersten Seiten ein Zitat von Thomas Jefferson gelesen.
Im Original lautet es: "Nothing then is unchangeable but the inherent and inalienable rights of man."
Übersetzt wurde es folgendermaßen: "Nichts ist unveränderlich, nur die dem Menschen eigenen und unveräußerlichen Rechte nicht.

Im Inhaltsverzeichnis geht es in ähnlicher Art und Weise weiter: "Automaten Conformity" (als Unterpunkt von "Mechanisms of Escape") wurde mit "Flucht ins Konformistische" übersetzt.

Ich zögere momentan, das Buch jetzt überhaupt noch zu lesen, wenn schon auf den ersten Seiten so viel "lost in translation" ist.
Falls Sie sich selbst ein Urteil bilden möchten, oder sehen wollen, ob Sie mit dem englischen Text zurecht kommen, können Sie hier auf Amazon die englische Ausgabe aufrufen. Dort kann man einen "Blick ins Buch" werfen.
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53 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine echte Bereicherung von Sichtweisen, 25. Februar 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Als ich dieses Buch angefangen habe zu lesen habe ich mir schon gedacht das ich hier wieder mal viel lernen kann von Erich Fromm's echt super Ausführungen. Aber je mehr ich zum Ende dieses Buches gekommen bin desto mehr wurde mir klar das mir hier beschrieben wurde in welcher Traumwelt ich bzw. wir leben. Man merkt im alltäglichen Leben wirklich nicht mehr wie viel wir von Beruf, Medien und falschen Illusionen gelenkt werden. Dieses Buch ist für mich das wirklich Beste wenn es darum geht sich wieder mal neue Sichtweisen des Leben anzueignen. Es sind diverse Theorien wirklich ausführlich Beschrieben und es wird viel mit Religion und Geschichte anschaulich dargestellt. Ein MUSS dieses Buch von Fromm zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer die Freiheit liebt, darf die Einsamkeit nicht scheuen!, 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Die meisten Menschen fühlen sich wohler, wenn sie Teil einer Herde sein können, weil ihnen dies nicht nur ein Gefühl von Sicherheit vermittelt und Halt gibt, sondern wohl auch, weil es bequemer ist und dem Einzelnen nur ein Minimum an Verantwortung abverlangt. Und was könnte besser sein, als einer Herde anzugehören, die ein gemeinsames "höheres" Ziel verfolgt? Man möchte ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sein, also schwimmt man mit dem Strom. Ein freies Leben zu führen ist dagegen anstrengend. Und es macht Angst. So beschränkt sich die eigene, individuelle Freiheit auf Wünsche und Träume, die größtenteils nie realisiert werden. Viele spüren, dass ihnen die Art und Weise, wie sie ihr Leben leben, eigentlich nicht entspricht, aber die wenigsten wagen es, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und wenigstens ein paar ihrer Ideen in die Tat umzusetzen, denn Freiheit bedeutet auch Einsamkeit, und diese ist für manche Menschen schlimmer als der Tod.

Erich Fromm hat das Buch "Die Furcht vor der Freiheit" 1941 geschrieben, und es ist heute, im Zeitalter der sogenannten Selbstverwirklichung, aktueller als je zuvor.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das in Erinnerung bleibt, 27. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Ich hatte dieses Buch vor Jahrzehnten schon einmal gelesen. Da es mir abhanden gekommen war, habe ich es noch einmal gekauft:
Erich Fromm lässt uns hier hinter die eigenen Karten schauen. Ich wümschte mir, dieses Buch würden viele viele Menschen lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Analyse, 25. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Erich Fromm stellt essenzielle Fragen und liefert bestechende Antworten, die mir viele absurde Alltagssituationen erklärt haben. Die Freiheit, von der die meisten Menschen einstimmtig behaupten sie haben zu wollen, wird zu einer Bedrohung, weil sie einen Preis hat: Verantwortung.
Wie Arno Gruen in seinem Verratene Liebe - Falsche Götter feststellt, treibt uns die Anpassung, die der vermeintlichen Freiheit unserer Zeit gegenübersteht, immer wieder dazu uns mit denen zu identifizieren, die uns Schaden. Das sehen wir bei so ziemlich jeder Wahl, bei der immer wieder die Parteien wählen, die am meisten Geld für Marketing haben und dafür sorgen, dass die Zustände schlimmer werden.
Erich Fromm beschreibt vortrefflich, warum die wirkliche Freiheit eher ein Problem ist, als ein Segen.
Sehr empfehlenswert!
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35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer kann erkennen, dass er gefangen ist?, 23. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Der Mensch lebt in einem Gefängnis, das er selbst durchbrechen muss, dessen Mauern er aber in der Gesellschaft nicht mehr erkennen kann, da er mit ihnen aufgewachsen ist.
Seit Generationen werden diese Prinzipien weiter vererbt und die Last des modernen Menschen scheint schier unerträglich zu werden, da mit der Zeit die Ursachen der Gefangenschaft nicht mehr erkannt werden können und demzufolge eine erdrückende Ohnmacht herrscht.
Erkenntnis sei der erste Weg zur Besserung - und da bleibt dieses Buch auch stehen - eine psychoanalytische Darstellung der Freiheit aus verschiedenen Blickwinkeln.
Die Ursache der Unfreiheit des Menschen sehe ich aber im mangelnden Bewusstsein der Menschheit und wie man diese Tatsache verändern kann, darüber herrscht großes Schweigen.
Warum ist der Mensch nicht fähig, wirklich frei sein zu können und warum macht er immer dieselben Fehler?
Eine Analyse kann dieses Problem nicht lösen - der umfassende Blickwinkel aus existenzieller Sicht fehlt.
Die eigentliche Befreiung ist eine Synthese - deshalb bleibt das Buch auf der Stufe des Wissens und nicht der Weisheit stehen.
Trotzdem lesenswert, weil es zum Umdenken zwingt und den einen oder anderen aufrüttelt, sich befreien zu wollen.
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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freiheit, was ist das?, 11. Januar 2003
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Furcht vor der Freiheit (Taschenbuch)
Der bekannten Philosoph und Autor Erich Fromm untersucht in diesem Werk die Freiheit. Dabei versucht er zunächst dem Begriff Freiheit näher zu kommen. Freiheit ist demnach ein Gut, dass wenn die einen mehr davon bekommen, die anderen an Privilegien verlieren. Auch in der Geschichte war die Bedeutung von Freiheit eine andere, als jene, die der moderne Mensch heute besitzt. Beim Glauben ist der Begriff Freiheit ebenfalls stark historisch belastet. So dargelegt gab es über einen langen Geschichtszeitraum immer ein Streben des Individuums und auch von Gruppen nach Freiheiten.
In der heutigen Zeit, wo diese Ziele zumindest teilweise erreicht sind, tritt das Phänomen der Furcht vor der Freiheit zutage. Grund scheint zu sein, die Ohnmacht und Unsicherheit des isolierten einzelnen in der modernen Gesellschaft, der sich von allen Bindungen befreit hat, die seinem Leben Sinn und Sicherheit gaben. Erkennbar wird es an den Arten wie das Individuum davor die Flucht ergreift. Die Fluchtmechanismen werden vom Autor detailliert abgearbeitet.
Zum Ende des Buches zeigt der Autor auf wie Spontanität dem Fluchtgedanken entgegenwirken kann. Bei jedem spontanen Tätigsein nimmt der Mensch die Welt in sich auf. Dabei bleibt nicht nur sein individuelles Selbst intakt, es wird stärker und gefestigter.
Das Buch besitzt ein Inhaltverzeichnis, ein Literaturverzeichnis und ein Register.
Das Werk ist ein gelungener Beitrag zu dem abstrakten Begriff Freiheit. Es ist nicht leicht zu lesen, gibt dafür aber eine Menge Substanz frei, für den der sich durcharbeitet.
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Die Furcht vor der Freiheit
Die Furcht vor der Freiheit von Erich Fromm (Taschenbuch - 1. März 1993)
EUR 8,90
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