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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wasser als knappes und bedrohliches Gut zugleich - das Wasser steht am Anfang aller Humanität, 2. März 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
In den letzten Jahren dreht sich die ökologische Debatte hauptsächlich um die drohende Klimakatastrophe, hervorgerufen durch den Ausstoß von Kohlendioxid, mit der Perspektive sich weiter ausbreitender Wüsten, steigenden Meeresspiegeln, schmelzender Polkappen und vor allen Dingen dramatischer und heute kaum vorstellbarer Flüchtlingsströme, gegen die die gegenwärtigen Migrationsbewegungen auf der Welt und im Süden Europas ein Peanut sein werden.

Der Schriftsteller und Ökonom Erik Orsenna, Mitglied der Academie francaise und Direktor des Centre International de la Mer weiß das alles und weist in seinem hier vorliegenden Buch bei "einer Reise um die Welt" auf eine andere, in ihren Folgen nicht weniger dramatische Entwicklung hin, auf die im übrigen Wissenschaftler, aber auch Politologen schon seit langem hingewiesen haben, etwa in der Analyse der ökologischen Hintergründe der Konflikte im Nahen Osten. Es geht um "Die Zukunft des Wassers". Das Wasser als Grundlage allen Lebens ist der Ausgangspunkt von Orsennas Überlegungen: "Am Anfang aller Humanität steht das Wasser. Am Anfang alle Würde, aller Gesundheit, aller Bildung, aller Entwicklung."

Orsenna hat die problematischen Zonen des Wassers auf der Welt bereist und berichtet in einem lockeren Stil darüber, der so manches Mal hilft, das, was er da beschreibt überhaupt mental auszuhalten. So ist etwa das Kapitel über Bangladesch eine reine Apokalypse.

Doch er bleibt nicht bei der reinen Beschreibung der Phänomene und sieht bei aller Dramatik Perspektiven für die Zukunft. Weil am Anfang aller Humanität das Wasser steht, weil es ein natürliches und gemeinschaftliches Gut ist, das auch schon vor der Umweltkrise auf der Welt sehr ungleich verteilt war und es noch ist, sieht Orsenna in der Verwaltung des Wassers eine politische Aufgabe und eine quasi weltsolidarische. Der Inhalt des Buches ist harter Stoff, die Zukunftsperspektiven sind alles andere als rosig, dennoch hofft der Rezensent mit vielen anderen optimistischen Menschen (vgl. Sandra Richter, Lob des Optimismus, C.H. Beck 2009), dass das, was im Zusammenhang mit Finanzkrise und Erdwärmung in den letzten beiden Jahren an zuvor nicht für möglich gehaltener internationaler Zusammenarbeit möglich war, sich noch weiter entwickeln wird und mithelfen kann, neben dem Engagement jedes einzelnen, das Orsenna für unabdingbar hält, der Welt und ihren Lebewesen eine Zukunft zu erhalten. Wer wie der Rezensent in einer Familie lebt mit einem kleinen Kind, der kann gar nicht anders denken und handeln.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutig ins Wasser springen, 2. März 2010
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Wer sich derart mit dem Element Wasser auseinandersetzt, Wanderungen durch die Länder unternimmt und dazu noch in einer Sprache schreibt, die eines Romanautors würdig ist, der darf sich bei interessierten Leserinnen und Lesern des Erfolges sicher sein.
Antoine Laurent de Lavoisier wird anfänglich erwähnt, aber wie!
Der Entdecker der wahren Natur des Wassers, den man während der revolutionären Schreckensherrschaft in Paris mittels der Guillotine enthauptete, ist als Name einer Insel vor der Antarktis bekannt und während der Autor im Jahr 2006 sich dort aufhält, kommt ihm der Wert der Entdeckungen dieses begnadeten Forschers wieder in den Sinn.
Wasser, zusammen gesetzt aus Wasserstoff und Sauerstoff, wird nun und zwar unter allen Aspekten, in diesem besonders interessanten Buch beobachtet, beschrieben, geliebt und gepriesen.
Nicht die Heilwässer, vielmehr das tägliche Wasser für die Massen aus einer Leitung, das war seinerzeit in Frankreich das Ziel, das ist heute als Ziel einer weltweiten, einer globalen Sichtweise notwendig, will man die Gesundheit von Menschn, Tier und Pflanze erhalten.
Dass die missachtende Verdreckung dessen, was wir in Religion, Kultur und alltäglicher Bemesseung (zumindest bei richtiger Betrachtung) als heilig betrachten, um es mal so auzudrücken, himmelschreiend ist, wenn man weiterliest, darf nicht wundern. Und auch Wein besteht zum Großteil aus diesem herrlichen Stoff und Bier ebenso, das sollte zu denken geben.

Kriege wegen des Wassers?
Wer weiß. Anstrengungen aller Art, die Wüsten zu neuem Leben zu bringen, die immer größere Mengen entstehenden Wassers durch Wolkenbildung zu Wassergewinnung zu nutzen, das Meer zu entsalzen (wohin mit dem Salz, auf den Mond?), all das wird genauestens beschrieben und zwar mit allen Vor- und Nachteilen.

Diese wirklich abenteuerliche Weltreise, die das Thema Wasser auf eindringlichste Art und Weise den Menschen nahe bringt, ist dazu bereit, das spürt man beim Lesen,
hier und jetzt zur Tat aufzurufen. Forschung und Missbrauch, so scheint es, halten sich die Waage. Wehe wenn sie auf die falsche Seite sich neigte.
Erik Orsenna rüttelt deshalb auf.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grundlage allen Lebens, 26. Mai 2010
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
AAm Anfang aller Humanität steht das Wasser. Am Anfang aller Würde, aller Gesundheit, aller Bildung, aller Entwicklung", so der Autor des vorzüglichen Buches "Die Zukunft des Wassers", Erik Orsenna. Eine Betrachtungsweise, die aus heutiger Sicht ungewöhnlich ist. Zwar wissen wir alle längst, dass Wasser die Grundlage des Lebens ist. Dass sowohl sein Mangel als auch sein Überfluss von Übel ist. Mangel, weil es dem Leben die Grundlage vorenthält, Überfluss, wenn es von den Wasser-Besitzenden gedankenlos verschwendet wird.

In disem Spannungsfeld bewegt sich die dauernde Diskussion, die von Ökologen und Ökonomen, von Klimaforschern, Umweltbewegten, von Wissenschaftlern und Laien geführt wird. Jetzt hat sich einer in die Diskussion eingebracht, der unverdächtig ist, irgendwelche speziellen Interessen zu vertreten. Um seinen "Thesen" den nötigen Nachdruck zu verleihen, hat der Schriftsteller und Ökonom, Mitglied der Académie Française und des Centre international de la mer sowie des französischen Staatsrats Erk Orsenna sozusagen "Feldforschung" betrieben. Er ist um den Erdball gereist, nach China und Schwarzafrika, nach Australien und Indien - immer auf den Spuren des Wassers. Er hat mit einfachen Bauern gesprochen und mit mächtigen Politikern, mit Wissenschaftlern. Er hat kritische Fragen gestellt und meistens unbefriedigende Antworten erhalten.

Dies zusaamengefasst in diesem wunderbaren Buch ist eine brillante Diskussiongrundlage für jede weitere Beschäftigung mit diesem brisanten Thema, das durch tägliche neue Hiobsbotschaften über Staudämme und Regenkatastrophen, über den eklatanten Mangel dieser Grundlage allen Lebens und seine ebenso eklatante Verschwendung auf sich aufmerksam macht.

Ein weiteres, sicher notwendiges Sachbuch also? Nein, dieses Buch ist mehr. Es ist Literatur. Eine hervorragende Literatur, die uns über den ästhetischen Wert hinaus begreifen lässt, was dieses Wasser bedeutet und uns allen bedeuten sollte.
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4.0 von 5 Sternen Wasser des Lebens, 9. Juni 2012
Von 
Brigitte Hilgner (Vienna Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Zukunft des Wassers: Eine Reise um unsere Welt (Taschenbuch)
"Lass Dir nicht das Wasser abgraben!" war ein Spruch, den ich in meiner Kindheit häufig hörte, im Sinne von: Lass Dich nicht übervorteilen, nicht in den Hintergrund drängen. Wörtlich genommen war der Spruch in meinem Umfeld bedeutungslos - Wasser gab es reichlich. In anderen Ländern war die Lage sicherlich schon damals schwieriger, aber inzwischen stellt Wasserknappheit ein gravierendes, in manchen Gegenden ein lebensbedrohliches Problem dar.
Erik Orsenna ist ein begnadeter Erzähler und versteht es, auch komplexe Zusammenhänge gut verständlich zu präsentieren. Er ist engagiert und offen für neue Erkenntnisse, das Thema liegt im offensichtlich am Herzen. Als Optimist ist er bereit, das Positive in ergriffenen Maßnahmen und Vorkehrungen zu sehen, ohne jedoch die Augen vor problematischen Ansätzen zu verschließen und Lösungen bedingungslos gutzuheißen, die nur machen Vorteile, anderen aber gravierende Nachteile bringen (wer Staudämme baut, schneidet häufig andere Menschen von der Wasserzufuhr ab). Er verurteilt nicht sondern bemüht sich um eine ausgewogene Darstellung, ohne je in diesen oberlehrerhaften Ton zu verfallen, der so manches andere Buch zum Thema Umwelt ungenießbar macht. Umso erschütternder und einprägsamer sind dann jene Stellen, wo er auf Egoismus, Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber oder einfach nur maßlose Verschwendung aufmerksam macht:
Bangladesch, eines der ärmsten Länder der Welt, leidet häufig unter zu viel Wasser (Monsunregen, Überschwemmungen des Brahmaputra) außerdem herrscht im Land ein Mangel an Naturstein, den Indien noch dadurch verschärft, dass es am Oberlauf des Brahmaputra Netze aufspannt, um Steine zurückzuhalten. Der Ganges versandet in Bangladesch, sodass Meerwasser durch das Delta ins Land drückt und die Böden versalzt, weil Indien und China Staudämme gebaut haben und das Wasser umleiten.
Israel annektiert nicht nur Land der Palästinenser sondern gräbt ihnen auch das Wasser ab - nicht nur um seine Obst- und Gemüsefelder zu bewässern, sondern auch, um seine Schwimmbecken zu füllen. Der Autor fragt pointiert: "Wer kann heute an die Priorität einer 'blühenden Wüste' glauben, auf die Gefahr hin, dadurch das Land seiner Nachbarn in Brand zu stecken?"
Während der tägliche Wasserverbrauch (Industriebedarf nicht mitgerechnet) eines Inders durchschnittlich bei etwa 25 Litern liegt, verbraucht ein Mensch in Deutschland etwa 122 Liter pro Tag und einer in den USA fast 300 Liter. Wenn man bedenkt, dass nicht nur die Menge sondern auch die Sauberkeit des Wassers von Bedeutung ist, dass die Bevölkerung in den Entwicklungsländern nach wie vor rapide wächst und die Klimaveränderungen sich in vielen Gegenden der Erde negativ auf den Wasserhaushalt auswirken, wird deutlich, wie prekär die Lage inzwischen in vielen Teilen der Welt ist.
Man merkt an zahlreichen Stellen im Buch, dass der Autor noch viel mehr zu einem Themenkomplex zu sagen hätte, aber mitunter fast unvermittelt abbricht - er erwähnt selbst, dass die Vorgaben des Verlags den Umfang des Buchs beschränkten. Das ist schade, denn ein derart globales Thema (im wahrsten Sinn des Wortes) verdient eine umfassendere Behandlung. Am Ende der Taschenbuchausgabe gibt es einen Hinweis auf einen Blog des Autors - den scheint es aber nicht mehr zu geben (ich bin von März bis Juni 2012 nicht fündig geworden). Der Zugriff auf die Website des Autors ist möglich, aber wenn man auf den Buchtitel "L'avenir de l'eau" klickt, kommt man auch nicht weiter, während man nach Anklicken anderer Buchtitel ausführliche Informationen bekommt. Die Übersetzung liest sich weitgehend flüssig, aber die Übersetzerin bleibt häufig zu nahe am Original, schreibt nicht frei genug. Wir kennen jenen Stadtstaat in Italien unter dem Namen San Marino, nicht Saint-Marin, "Vierzig Jungen und Mädchen um die dreißig" klingt merkwürdig, und den Satz: "Wir sind alle Seemänner von Coleridge." können vermutlich nur diejenigen richtig interpretieren, die das Gedicht "The Rime of the Ancient Mariner" [Der alte Matrose] dieses Lyrikers kennen.
Auf jeden Fall ist das Buch eine schöne Ergänzung zu Orsennas früherem Werk "Lob des Golfstroms" und macht Lust auf ein Wiederlesen.
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Die Zukunft des Wassers: Eine Reise um unsere Welt
Die Zukunft des Wassers: Eine Reise um unsere Welt von Érik Orsenna (Taschenbuch - 1. März 2012)
EUR 11,90
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