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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Aufbereitung
Es ist erstaunlich, aber wahr: eine der berühmtesten Witwen der jüngeren Weltgeschichte stand bisher ohne Biographie da. Die nun von Tilar Mazzeo vorgelegte Geschichte ist, das vorweg, keine Biographie im allerengsten Sinne. Schuld trägt jedoch weniger die Autorin, als die Umstände und Zeitläufte. So war es bis in das 19. Jahrhundert hinein...
Veröffentlicht am 21. August 2010 von sparklingonline

versus
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3.0 von 5 Sternen Interessante Story, aber teilweise etwas langatmig geschrieben
Eine tolle Story über eine "Geschäftsfrau des 19. Jahrhunderts. Die Witwe Cliquot hat mich in ihren Bann gezogen. Das Buch ist super recherchiert und sehr interessant. Allerdings ist es zum Teil etwas redundant geschrieben. Weniger Seiten hätten es auch getan. An manchen Stellen habe ich gedacht, dass ich die Information bereits mehrfach gelesen hatte...
Veröffentlicht am 15. März 2010 von Antonie Cremer


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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Aufbereitung, 21. August 2010
Es ist erstaunlich, aber wahr: eine der berühmtesten Witwen der jüngeren Weltgeschichte stand bisher ohne Biographie da. Die nun von Tilar Mazzeo vorgelegte Geschichte ist, das vorweg, keine Biographie im allerengsten Sinne. Schuld trägt jedoch weniger die Autorin, als die Umstände und Zeitläufte. So war es bis in das 19. Jahrhundert hinein höchst unüblich, aus den Lebensdaten einer weiblichen, damals eher relativen Person der Zeitgeschichte ein literarisches Werk zu fertigen. Wenn überhaupt, dann machte sich die schreibende Zunft diese Mühe allenfalls bei den Damen des Hochadels; zwar wurde die Grande Dame der Champagne über die Grenzen Frankreichs hinaus als ein gekröntes Haupt der Champagne wahrgenommen ' aber die Person hinter dieser schon früh sehr starken Namensmarke blieb in der öffentlichen Wahrnehmung trotzdem seltsam farblos. Ihre Nachkommen sorgten sich dementsprechend wenig um den Erhalt z.B. ihrer privaten Bibliothek oder gar persönlicher Schriftstücke, ja selbst die Champagnerfirma blieb nicht sehr lange in den Händen ihrer Familie. Der Autorin kann man aufgrund der in persönlicher Hinsicht dürftigen Quellenlage das Recht zugestehen, fiktionale Anteile und erzählerische Auflockerung einzuarbeiten, was ihr auch tadellos gelingt.

Der Buchumschlag ist in der charakteristischen Farbe des Carte Jaune, dem Standardbrut des Hauses, gehalten. Diese "Farbe des Dotters aus den Eiern der berühmten, mit Mais gefütterten Bresse-Hühner" ist das berühmte Clicquot-Gelb und macht sofort Lust aufs Lesen. Mazzeo schreibt flott und unkompliziert, leider um den Preis einiger Ungenauigkeiten. So ist die Angabe Demi-Sec dosierte Champagner enthielten bis zu zwanzig Gramm Restzucker pro Liter falsch, wie sich schnell aus den einschlägigen Normtexten ergibt (Verordnung (EG) Nr. 1493/1999 des Rates vom 17. Mai 1999 über die gemeinsame Marktorganisation für Wein (auch kurz GMO Wein) schreibt in Anhang VIII D Nr. 3 satte 33 bis 50 g/l vor, nach Art. 58 Abs. 3 in Verbindung mit Anhang XIV Teil A der Verordnung (EG) Nr. 607/2009 der Kommission vom 14. Juli 2009 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 479/2008 des Rates hinsichtlich der geschützten Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben, der traditionellen Begriffe sowie der Kennzeichnung und Aufmachung bestimmter Weinbauerzeugnisse dürfen es neuerdings 32 ' 50 g/l bei 3 g/l Toleranz sein).

Ebenfalls verkehrt ist die Aussage, in der Champagne seien nur drei Rebsorten zur Vinifikation von Champagner zugelassen, denn das Loi du 22 juillet 1927, reprenant le texte de la Loi du 6 mai 1919 spricht glasklar und eindeutig davon, dass die verschiedenen Pinotrebsorten, Arbane und Petit Meslier zugelassen sind. An der Aube kommt sogar noch die Gamay hinzu, so dass ampelographisch korrekt bis zu zehn Rebsorten für die Champagneproduktion erlaubt sind. Ebenfalls unrichtig ist die Aussage, bis heute gebe es nur zwei Arten Champagner: Blanc de Blancs und Blanc de Noirs. Denn die weitaus allerhäufigste Art ist der Verschnitt aus weißem Chardonnay und schwarzen Pinot-Noirs, bzw. Pinot Meunier. Genau deshalb ist die Folgeaussauge, die Art sei auf dem Etikett angegeben, genauso falsch.

Zumindest fraglich ist außerdem die Aussage, Napoleons Bruder Jérôme habe bei Moet sechs tausend Flaschen Premier Cru geordert ' denn zu dieser Zeit gab es die dem Premier- und Grand Cru System zugrunde liegende échelle des crus noch gar nicht. Über die Behauptung, Champagner werde nach dem dégorgieren nicht gerade besser und gehöre möglichst bald getrunken, kann man sich ebenfalls streiten. Ich vertrete die von zahlreichen Winzern und Kellermeistern geteilte Gegenauffassung. Das klärt ganz nebenbei die Fronten: Mazzeos Ansicht ist eine von den Marketingexperten der Champagne in Umlauf gebrachte und von vielen Frischetrinkern gern übernommene, während die Meinung derjenigen, die am engsten mit dem Produkt vertraut sind, im Vertrieb für Probleme sorgt.

Hinweisen muss ich zudem auf eine gewisse Ungenauigkeit bei den Angaben zum Crémant. Dieser Wein war nie und ist kein Perlwein im Sinne des Weinrechts. Es gilt vielmehr zu unterscheiden: der klassische Crémant war ein Champagner mit etwas niedrigerem Flaschendruck aufgrund eines geringer dosierten Tiragelikörs. Die Mousse dieser Champagner war immer besonders sahnig und bis heute kann man so produzierte Champagner probieren, die allesamt Schaum- aber keinesfalls Perlweine sind. Der bekannteste von ihnen ist wahrscheinlich der lange Zeit als Crémant de Cramant (heute: Mumm de Cramant) verkaufte Champagner von Mumm. Andere Erzeuger sind Besserat de Bellefon mit ihren Cuvées des Moines, Bruno Paillards Blanc de Blancs gehört dazu, aber auch Chartogne-Taillets Fiacre. Diese Bezeichnung war freilich lange Zeit nicht geschützt und sorgte bis in die späten achtziger und neunziger Jahre für Rechtsstreitigkeiten. Der Europäische Gerichtshof hatte beispielsweise am 18. Mai 1994 eine Nichtigkeitsklage des spanischen Cava-Herstellers Codorniu zu entscheiden (Az.: C-309/89). Dabei ging es um die Grundregeln für die Bezeichnung und Aufmachung von Schaumwein und Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure, wie sie in der Verordnung Nr. 3309/85 niedergelegt waren. Nach einer Änderung der Vorschrift sollte es nur französischen und luxemburgischen Schaumweinen erlaubt sein, sich "Crémant" zu nennen. Codorniu hatte das Markenzeichen "Gran Cremant de Codorniu" aber schon 1924 in Spanien eintragen lassen und seither verwendet.

Das Lesevergnügen wird von diesen Ungenauigkeiten nicht getrübt. Vielmehr muss man anerkennen, mit welcher Sorgfalt und Mühe Mazzeo den Spuren der Familie Ponsardin nachspürt und wie gut es ihr gelingt, dem Leser einen lebhaften Eindruck von der dramatischen Lebensgeschichte der Witwe zu verschaffen. Kind eines wohlhabenden, royalistischen Vaters, wurde die junge Barbe-Nicole mitten in die Revolutionswirren geworfen ' das allein hätte den Stoff für eine Erzählung von Alexandre Dumas oder Victor Hugo abgeben können. Aber es kommt alles noch viel schlimmer. Die Regimewechsel werden ein ständiger Begleiter im Geschäftsleben der großen Witwe. Über Jahre hinweg ist der sich internationalisierende Weinhandel die reinste Berg-und-Tal-Bahn, ein verschwenderischer Schwiegersohn und ein etwas windiger Geschäftspartner sorgen für zusätzliche Aufregung. Mit riskanten Zusatzgeschäften kommt der drohende Bankrott und ohne das beherzte Eingreifen ihres seinerzeit wichtigsten Vertrauten Edouard Werlé hätte das Champagnerhaus 1827 die Schotten dichtmachen müssen.

Ein wichtiges, bis heute erhaltenes Zeugnis vom Reichtum der Witwe ist das oberhalb des Marnetals bei Epernay zu bewundernde Château de Boursault. Nuraghe Fringhian, ein armenischer Juwelier und Genozid-Flüchtling, kaufte das Schloss 1927 und versah es am Hauptschornstein mit seinen Initialen. Heute gehört es Harald Fringhian, der dort nur höchst selten Besuch empfängt. Das ist vor allem für die Autorin schade, die das Schloss lediglich kurz von außen betrachten durfte. Im Inneren sind nämlich noch immer die kostbaren und kunsthistorisch aussergewöhnlichen Vorhänge zu bewundern, auch der prunkvolle Kamin ist vollständig erhalten. Im Eingangsbereich kann man die sich vermählenden Wappen der Familien Chévigny und Rochechouart de Mortemart betrachten und wenn er gut gelaunt ist, führt Harald Fringhian seine Besucher in den Keller des Schlosses, wo bis heute Champagner von den ca. 22 ha Weinberg innerhalb der Schlossmauern (technisch wäre das Weingut als Ganzes einer der wenigen Clos der Champagne) produziert wird. Die Mischung aus Weinkeller und Festungsanlage ist übrigens sehr beeindruckend. Im Keller befindet sich sogar noch der "Kühlschrank", eine tief in den Berg hinein gemauerte Grube, in der früher über längere Zeit Eis und Schnee gelagert wurden. Die Erzählkunst der Autorin hilft mühelos über diese fehlenden Einblicke hinweg. Sie verknüpft gekonnt die Schilderung der Lebensverhältnisse unserer Witwe mit einer Zusammenschau ihrer für die Nachwelt bedeutendsten Leistungen. Drei davon stechen besonders heraus: Die Internationalisierung des Champagnermarkts, die Schöpfung einer Markenidentität und die Entwicklung des Rüttelpults. Das alles ermöglichte überhaupt die erfolgreiche Massenproduktion von Champagner und wurde in seiner Bedeutung, so Mazzeo, erst von der Massenvermarktungsstrategie ' vor allem des Brut-Champagners ' der Witwe Pommery wieder erreicht. Mit dieser und den nachfolgenden Generationen an Champagnerwitwen schliesst das Buch, dessen Lektüre ich ausdrücklich empfehle.
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5.0 von 5 Sternen Eine motivierende Bio über eine starke Frau, 9. August 2011
Von 
Glimmerfee - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte (Taschenbuch)
Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte und durch alle politischen Wirrungen und Kriege zu Weltruhm gelangen sollte.

Was für eine Frau war Barbe-Nicole Ponsardin, die als Veuve Cliquot Champagner-Geschichte schreiben sollte?
Die Autorin beginnt ihre Erzählung in den unsicheren Zeiten der französischen Revolution. Barbe Nicole war die Tochter eines reichen Textilunternehmers, der gleichzeiotig eine politische Karriere verfolgte. Ihr Vaterv war verliebt in den Adel, aber er war ein geschickt taktierender Mensch, der seinen Kopf behielt und auch zu Zeiten Napoleons immer wusste, woher der Wind wehte und so seine Familie zu schützen wusste. Seine Tochte verheiratete er mit dem Sohn eines befreundeten Geschäftsmannes, der wie er aus der Textilbranche stammte. Francois Cliquot träumte vom Weinhandel und der Herstellung von Schaumwein und steckte damit seine junge Frau an. Nach nur sieben Jahren Ehe verstarb Francois und hinterließ seiner Frau Barbe-Nicole, eine Tochter, Wohlstand und den Plan, den Weinmarkt zu erobern.

Die Veuve (Witwe) Cliquot entschied sich ganz bewusst dafür, nie wieder zu heiraten, da sie so einen viel größeren Handlungsspielraum besaß, wie eine verheiratete Frau. Sie ließ sich von den vielen Rückschlägen nicht einschüchtern und hielt unbeirrt an ihren Plänen fest. Sie war findig und mutig - Eine Frau die absoluten Respekt verdient.

Dieses Buch ist mehr als eine die Lebensgeschichte einer erfolgreichen Frau, es ist auch die Geschichte des Champagners und der großen Namewn, die damit verknüpft sind. Man fühlt auf jeder Seite, wie sehr die Autorin von der Persönlichkeit der Veuve Cliquot fasziniert ist. Ein Buch, das Mut macht Ziele zu verfolgen und nicht gleich aufzugeben, wenn Schwierigkeiten auftauchen.

Fazit: Ein fesselndes und informatives Buch rund um Champagner und Barbe-Nicole Veuve-Cliquot-Ponsardin.
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4.0 von 5 Sternen Interessante und wissenswerte Einblicke, 14. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte (Taschenbuch)
... in das Leben einer der berühmtesten und wichtigsten Frauen im 19. Jahrhundert. Neben der spannenden und außergewöhnlichen Lebensgeschichte von Madame Clicquot erfährt man viel über die Herstellung von Champagner und die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen Europas. Der flüssige Schreibstil macht das Lesen zudem noch sehr angenehm.
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4.0 von 5 Sternen Für die Freunde der "Witwe", 17. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein schönes Buch für die Liebhaber eines guten Champagner, speziell der "Veuve Clicquot". Man erfährt viel über die Genese der Champagnerherstellung und die Vermarktung; auch die allgemeine Geschichte wird einbezogen. Die eigentliche Hauptperson kommt etwas zu kurz, ein Manko, das eher der dürftigen Quellenlage als der Autorin anzulasten ist. Dadurch entsteht jedoch fast mehr Spekulation um "Barbe-Nicole" als belegte Realität.
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5.0 von 5 Sternen Die bemerkenswerte Biografie einer der größten Unternehmerinnen der Wirtschaftsgeschichte., 24. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte (Taschenbuch)
Veuve Clicquot Ponsardin eines der führenden Champagnerhäuser unsere Zeit hat schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen höchst respektablen Klang, gilt als Inbegriff des luxuriösen Genusses auf allen Märkten weltweit und gehört zu den bekanntesten Labels überhaupt. Wie es dazu kam und welche Person unverrückbar damit verbunden ist, ohne die diese Weltmarke niemals zustande gekommen wäre, schildert dieses spannende und überaus informative Buch.

Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin ist als Tochter des reichen Tuchhändlers Monsieur Ponsardin in Reims in den Wirren der Französischen Revolution aufgewachsen, hat den Sohn des ebenfalls begüterten Mitbewerbers im Tuchhandel und Nachbarn Monsieur Clicquot geheiratet, dessen ganze Leidenschaft dem Weinhandel galt. Weine besonderer Güte wurden schon immer an den Hängen der Berge im Marnetal angebaut. Diese galt es innerhalb und außerhalb Frankreichs zu vermarkten, eine Aufgabe und ein neuer Geschäftszweig, dem sich das junge Ehepaar mit aller Kraft widmete. Doch das Familienglück sollte nicht von langer Dauer sein. Wenige Jahre später wurde aus Madame Clicquot Ponsardin die Witwe, "Veuve Clicquot Ponsardin", die nun mit einer kleinen Tochter und dem gerade erst sich mit Schwierigkeiten entwickelnden Weinhandelshaus alleine dastand. Ohne eine kaufmännische Ausbildung, nur mit Intelligenz und einem unbändigen Willen ausgestattet, entschied sie, alleine das Unternehmen zu betreiben. Dies sollte nicht nur der Beginn einer der größten weiblichen Unternehmenskarrieren aller Zeiten werden, sondern durch die Erweiterung der Weinherstellung zu einer fortan revolutionären Champagnerproduktion wurde die Witwe Clicquot zu einer der reichsten Frauen Frankreichs, ja der ganzen Welt.

Dabei waren die Zeiten alles andere als hilfreich für den Aufbau eines internationalen Handelshauses. Die napoleonischen Kriege, politische Umstürze und Handelsbarrieren, einhergehend mit miserablen Weinernten in der nunmehr als Champagne bekannten Landschaft um Reims stellten die später als „grande dame“ gefeierte Madame Veuve Clicquot vor fast unlösbare Aufgaben. Letztendlich hat sie diese Probleme mit der ihr eigenen Weitsicht, dem Mut zum Risiko und ihrem unermüdlichen Arbeitswillen gemeistert. In Russland und in England war ihr Champagner legendär und dort auch konnte sie ein sagenhaftes Vermögen verdienen. Dies investierte sie wiederum in neue Weinbergs Lagen, erwarb Landsitze und Schlösser und hatte Zugang zu den allerhöchsten Adelskreisen in ganz Frankreich.

Im Zuge ihrer Expansion entwickelte sie neue Verfahren bei der Champagnerherstellung und sie war die erste Unternehmerin überhaupt, die sich die Mitarbeit externer Manager sicherte und nicht allein auf Familienmitglieder zurückgriff, was sich als überaus erfolgreich herausstellte und wegweisend für die zukünftige, allgemeine Unternehmenskultur werden sollte.

Da in der Literatur so gut wie gar nichts über das Leben und Wirken von Madame Veuve Clicquot Ponsardin veröffentlicht worden ist, im Gegensatz zur Firmengeschichte des Champagnerhauses Veuve Clicquot Ponsardin in Reims, das ihren Namen trägt und heute mehr denn je für ein besonderes Trinkvergnügen steht, ist das hier vorliegende Buch von großer Bedeutung. Nicht nur das die Entwicklung des Champagners hier deutlich gemacht wird, der Leser hat auch einen sehr erhellenden Einblick in die europäische Geschichte des 18. und 19. Jahrhundert, die Entwicklung der fortschreitenden Industrialisierung mit der neuen Mobilität durch die Eisenbahn, bis hin zum Gezeitenwandel der französischen Gesellschaft und welche Rolle die Frauen dabei spielten oder auch nicht.

Die Autorin Tilar J. Mazzeo hat mit viel Akribie und voller Neugierde das Leben von Madame Clicquot Ponsardin recherchiert. Neben unendlichen Stunden in Archiven hat sie alle jene Plätze aufgesucht wo "La Veuve Clicquot" gelebt und gearbeitet hat. Sie hat mit den Menschen in der Champagne gesprochen, um zu erfahren, ob und wieweit das Leben der "grande dame" hier noch nachwirkt. Alles zusammen wurde zu einem sehr lesenswerten Buch zusammengefasst, das nicht nur exemplarisch eine einzigartige Unternehmerpersönlichkeit skizziert sondern auch eine ganz besondere Frau würdigt.

Sehr empfehlenswert
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5.0 von 5 Sternen Eignet sich...., 6. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...hervorragend für Champagner-Liebhaber, die gerne etwas Hintergrundwissen haben wollen, da man auch einiges über andere bekannte "Champagner-Familien" erfährt. Und liefert natürlich auch Gesprächsstoff zum Angeben bei langweiligen Empfängen, um das Gegenüber zu beeindrucken:)
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3.0 von 5 Sternen Interessante Story, aber teilweise etwas langatmig geschrieben, 15. März 2010
Eine tolle Story über eine "Geschäftsfrau des 19. Jahrhunderts. Die Witwe Cliquot hat mich in ihren Bann gezogen. Das Buch ist super recherchiert und sehr interessant. Allerdings ist es zum Teil etwas redundant geschrieben. Weniger Seiten hätten es auch getan. An manchen Stellen habe ich gedacht, dass ich die Information bereits mehrfach gelesen hatte.
Aber dennoch ein lesenswertes Buch.
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Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte
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