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57 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitlers verborgenes Privatleben
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Heike Görtemaker gelingt es tatsächlich, auf dem stark beackerten Feld der NS-Forschung noch unberührte Flächen zu entdecken. Mit bewundernswerter Gründlichkeit hat sie die Anekdoten und Legenden, die über Hitler und Eva Braun kursieren, auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft und damit erstmals einen genauen...
Veröffentlicht am 12. Februar 2010 von I. Barner

versus
23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend...
Enttäuschend....

Görtemakers Monographie über Hitlers langjährige Lebensgefährtin bzw. späte Ehefrau ist nicht die erste Abhandlung über eine Person, deren Existenz den meisten Deutschen bis Kriegsende nicht einmal bekannt war. Hoffentlich bleibt es nicht die letzte, zu enttäuschend verlief die Lektüre eines - sieht...
Veröffentlicht am 7. April 2010 von ulfk179


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57 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitlers verborgenes Privatleben, 12. Februar 2010
Von 
I. Barner (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Heike Görtemaker gelingt es tatsächlich, auf dem stark beackerten Feld der NS-Forschung noch unberührte Flächen zu entdecken. Mit bewundernswerter Gründlichkeit hat sie die Anekdoten und Legenden, die über Hitler und Eva Braun kursieren, auf ihren Wahrheitsgehalt abgeklopft und damit erstmals einen genauen Blick auf das verborgene Privatleben des Diktators geworfen.
Eva Braun war offenbar keineswegs so unpolitisch und einflusslos, wie bisher gedacht. Das "dumme Blondchen", als das sie für gewöhnlich dargestellt wird, entpuppt sich hier als selbstbewusste Frau, die sich mit zäher Energie in den inneren Zirkel um Hitler vorarbeitete und es schaffte, diese Position nicht nur zu behaupten, sondern sogar nach und nach auszubauen. Nur sie konnte es wagen, Hitlers ausufernde Tischmonologe zu unterbrechen und nur sie besaß, abgesehen vom "Führer" selbst, die Möglichkeit Gäste auf dessen Alpenresidenz, den "Berghof" einzuladen - angesichts der Bedeutung, die der Zugang zum Machthaber im NS-System besaß, ein nicht zu unterschätzendes Privileg. Dass sie mit Hitler ein intimes Verhältnis hatte, daran lässt die Autorin keinen Zweifel. In seinen privaten Bedürfnissen war der Diktator anscheinend erschreckend normal.
"Eva Braun. Leben mit Hitler" beleuchtet einen Bereich, den die bisherigen Hitler-Biografen eher stiefmütterlich behandelt haben. Zudem ist es sehr anschaulich geschrieben, umsichtig bebildert und nicht zuletzt äußerst spannend.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend..., 7. April 2010
Enttäuschend....

Görtemakers Monographie über Hitlers langjährige Lebensgefährtin bzw. späte Ehefrau ist nicht die erste Abhandlung über eine Person, deren Existenz den meisten Deutschen bis Kriegsende nicht einmal bekannt war. Hoffentlich bleibt es nicht die letzte, zu enttäuschend verlief die Lektüre eines - sieht man von den Fußnoten ab - auf knapp dreihundert Seiten künstlich aufgeblähtes Werk, an dessen Ende man nicht viel schlauer ist. Ein zentraler Grund hierfür ist - und Görtemaker ist Historikerin genug um das ganz offen einzugestehen - der Mangel an selbstverfassten bzw. erhaltenen Quellen über eine Frau, die sich peu a peu im engeren Hofstaate Hitlers erst etablieren musste. Für Nichthistoriker mögen Görtemakers absolut korrekte wie kritische Einlassungen über die Quellengattung Erinnerungsliteratur hilfreich sein, für Leute vom Fach sind die ständigen Wiederholungen unterm Strich ermüdend. So bleibt folglich wenig konkretes Material übrig, das zur Auswertung taugt - und so verblüfft es nicht, dass in einer Biographie über Eva Braun die Namensgeberin seitenlang keine Erwähnung findet. Görtemakers kontextualisiert über Gebühr und vergisst hierbei den eigentlichen Dreh- und Angelpunkt ihres ambitionierten Projektes. So informativ die Auslassungen über Frau Göring und Goebbels sind, so wenig kann die anschließende inhaltliche Verknüpfung als gelungen bezeichnet werden.
Was Eva Braun als Person ausmachte, wie sie "tickte", bleibt letztlich im Dunklen - und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Görtemakers Schilderungen ausgerechnet dann am lebendigsten sind, wenn es im Führerbunker bereits dem unausweichlichen Ende zugeht. Außer ein paar Anekdoten über Hitler gelingt es der Autorin auch nicht, über den Umweg Eva Brau etwas über Hitler als Person zu erfahren, was auch nicht unspannend hätte sein können. So finden sich neben inhaltlichen Fehlern (Hess' Flug wird fälschlicherweise ein Jahr zu früh auf 1940 datiert) auch Widersprüche: So schreibt Görtemakers über Brauns letzte Reise nach Berlin 1945 "Hitler hatte ihr befohlen, auf dem Obersalzberg zu bleiben" (S.7) um im Hauptteil zu dann zu konstatieren, dass es unklar sei "ob sie [...] gegen Hitlers Willen anreiste oder ob ihr Kommen auf einer Absprache mit ihm beruhte."
Kurzum: Die im Klappentext aufgeworfenen Fragen werden nicht nur nicht beantwortet, sondern machen die zu porträtierende Person undurchschaubarer, gar langweiliger als man es vor der Lektüre annahm. Und das dürfte nicht im Sinne der Erfinderin gewesen sein....
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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich möchte eine schöne Leiche sein, ich nehme Gift", 23. Februar 2010
Von 
Klara Fall "Die nackten Hausfrauen im Wind" - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
...soll Eva Braun bei einer der nächtlichen Teerunden im Führerbunker gesagt haben - kurz vor ihrem Selbstmord, gemeinsam mit Hitler.

Eva Braun, die Frau an Hitlers Seite, sorgt bis heute für zahlreiche Spekulationen. Ist sie das dümmliche Blondchen, das "Tschapperl", das Hitler so gerne mochte, weil sie hübsch, naiv und treu war? Weil sie ihn bedingungslos liebte und vergötterte? Und was genau lief da eigentlich zwischen Frau Braun und ihrem Liebhaber?
Eva Braun hat für eine rege Legendenbildung gesorgt. Kaum zu glauben, dass die Geliebte Hitlers zu Lebzeiten nur dem handverlesenen "inneren Kreis" um den "Führer" bekannt war. Als kurz nach Kriegsende die Nachricht in Umlauf gelangte, dass Hitler eine Geliebte gehabt (und zwar eine leibhaftige und nicht etwa das ständig zitierte "deutsche Volk"!) und diese sogar noch geheiratet hätte, gingen die meisten von einem "Latrinenwitz" aus, einer Verschwörung, die den Führer beschmutzen wollte o.ä.

Die Historikerin Heike B. Görtemaker hat sich nun auf Spurensuche begeben. Mit diesem Buch legt sie die erste quellenkritische Monographie über Eva Braun vor. Die in den späten 60er Jahren entstandene Biographie vom türkisch-amerikanischen Journalisten Dr. Nerin Emrullah Gün (in den USA später in Gun umbenannt) wird hier kritisch hinterfragt. Görtemaker analysiert die Vorgehensweise Guns und stellt bald fest, dass sie wissenschaftlichen Maßstäben nicht gerecht wird - so basieren seine Ausführungen weitgehend auf den Angaben von Verwandten und Bekannten, die freilich die eigene Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus gehörig beschönigen wollen. Das Familienleben der Brauns gestaltete sich beispielsweise bei Weitem nicht so harmonisch, wie das bei Gun nachzulesen ist (auf den Aussagen der Mutter Eva Brauns basierend). Die Eltern waren sogar zwischenzeitlich geschieden, mussten sich aus finanziellen Gründen in Zeiten der Hyperinflation allerdings wieder zusammentun.

Görtemaker hat verschiedene Archivalien, Briefe u.v.m. ausgewertet und in ihre Darstellung mit aufgenommen. Bald wird klar - und die Autorin leugnet das auch nicht - dass genaue Aussagen zum Privatleben Hitlers kaum möglich sind. Kurz vor seinem Tod gab er nämlich noch die Vernichtung aller persönlichen Unterlagen in Auftrag.
Doch trotz dieser prekären Quellenlage ist der Historikerin ein spannendes und informatives Buch gelungen, das ich innerhalb von kürzester Zeit verschlungen habe. Die Autorin kann durch fundiertes historisches Wissen (nicht nur zu Eva Braun) überzeugen. Auch ihr Schreibstil ist sehr gut lesbar. Als Leser bekommt man einen hervorragenden Einblick in die damalige Zeit, in die Geschehnisse auf dem Berghof, in Berlin und in München, wo Hitler seine 23 Jahre jüngere Freundin kennen gelernt hatte. Man erfährt etwas über die Beziehung zwischen Hitler und Braun, darüber, dass die junge Frau an der Schwelle zum Erwachsenwerden schon so "verrückt" nach ihrem älteren Geliebten war, dass sie mehrfach einen Selbstmord inszenierte, um seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Außerdem wird hier mit vielen Gerüchten aufgeräumt, so z.B., dass Hitler mit Frauen nie über Politik gesprochen hätte. Auf dem Berghof ging es bei Weitem nicht nur um "Hundezucht, Ernährungsfragen und Kunst" - diese nachträglichen Behauptungen von Zeitgenossen sind reine Schutzbehauptungen.
Eva Braun wusste sehr wohl über viele Dinge Bescheid - und akzeptierte sie. Bis zum Schluss, denn wie Hitler war sie bis zu ihrem Tod der Überzeugung, dass es nur eines gebe: Alles oder eben nichts.

Obwohl das Buch wissenschaftlich korrekt erarbeitet wurde, ist es kein bisschen trocken oder langweilig. Manchmal musste ich sogar laut lachen, z.B. wenn es um posthume Gerüchte um Hitler und seine Frau geht. So ging der US-Geheimdienst z.B. ernsthaft der Behauptung nach, dass Hitler gemeinsam mit Eva Braun und Martin Bormann ein Cafe in Amsterdam eröffnet hätte :)
Oder Görtemaker zitiert Robert Ley, der über den gelernten Landwirt Bormann gesagt haben soll, er wäre ein "ungeschlachteter (sic!) Bauer" gewesen. Da kann man sich ein Lächeln nicht verkneifen...

Die vielen Fotografien ergänzen den Text hervorragend. Sie spiegeln Stimmungen wider, die z.B. auf dem Berghof herrschten. Fotos sind hier allein schon deshalb unerlässlich, weil Eva Braun Fotolaborantin war und Hitler im Münchner Laden ihres Arbeitsgebers, Heinrich Hoffmann (Hitlers Leibfotograf) kennen gelernt hatte. Braun hat immer viel fotografiert und gefilmt, oft auch um sich von angespannten Situationen abzulenken.

Fazit: Das Buch ist eine spannende und informative Möglichkeit, sich über ein Thema zu informieren, das sicherlich viele Menschen interessiert: Hitlers Privatleben. Gut, dass Görtemaker hier wissenschaftlich gearbeitet hat. Auf diese Weise bleiben zwar einige Leerstellen, aber alles andere gehört nun mal ins Reich der Fantasie...
Sehr zu empfehlen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eva Braun emanzipiert - Nein!, 28. März 2010
Görtemakers Buch hat mich enttäuscht. So verspricht sie doch im Vorfeld ein völlig neues Bild auf Eva Braun zu werfen. Neue Erkenntnisse brachte es nicht. Dass die in Hitler vernarrte Braun von dessen Ideologie ahnungslos blieb, kann niemand ernsthaft glauben, lebte sie doch insbesondere in den letzten Kriegsjahren eng mit ihm zusammen. Die Autorin hat detaillierte Feinarbeit geleistet, indem sie die Quellen über Braun kritisch sichtete und zu dem Schluss kam, dass die Quellenlage nicht ausreiche, um ein umfassendes Bild der Braun zu zeichen. Warum dann ein Buch? Das Ganze wird teilweise aufgebläht. Spannend zu lesen ist das Leben im Mikrokosmos Obersalzberg und die Rolle der Eva Braun dort. Das war es aber auch schon. Aus Eva Braun ist schlicht nicht mehr herauszuholen. Sie war Hitlers Geliebte, ihm im Leben und Tod fanatisch verbunden - nicht mehr und nicht weniger.
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Eva Braun. Ihr Pakt mit dem Bösen.....", 26. Februar 2010
Von 
timediver® "Geschichte - Reisen - Rezensionen" (Oberursel/Taunus, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
.....so lautete die in großen roten Lettern geschriebene Titelstory der siebten Ausgabe des Hamburger Wochenmagazins "Stern", die am 11. Februar 2010 in den Vekauf gelangte. Der kleinformatige, in schwarz geschriebene Untertitel lautete: "Die neue Sicht auf Hitlers Geliebte". Das gesamte Cover wurde beherrscht durch ein Porträtfoto der Protagonistin. Ein weitaus kleineres Bild in der rechten unteren Ecke zeigte ihren uniformierten und mit dem EK II dekorierten Auserwählten. Die mehrseitige Titelstory startete auf Seite 73 und schloß mit einem Hinweis auf das zwei Tage zuvor erschienene "Eva Braun. Leben mit Hitler" von Heike B. Görtemakers.....

...in dem Eva Anna Paula Braun, die nur für einen Tag den Namen Hitler tragen sollte, nicht mehr die Rolle einer bloßen historischen Randfigur oder ein tragisches Frauenschicksal verkörpert. Die Autorin geht nicht nur der Frage nach, wer diese Frau eigentlich war, sondern auch der dadurch eröffneten Sicht, die sich durch Eva Braun auf den "Jahrhundertverbrecher" gewinnen lässt (Seite 11). Hierzu wird ihr soziales, kulturelles und politisches Umfeld näher betrachtet. So entsprach ihr Lebensstil ganz und garnicht dem von der NS-Ideologie propagierten "Leitbild für die deutsche Frau", die vor allem Mutter zu sein und ihrem Mann brav den Haushalt zu hüten hatte. Sie hingegen wollte (wie auch Hitler) keinesfalls eigene Kinder, liebte jedoch Mode, Film und Jazz (!) und las sogar nach 1933 in Deutschland verbotene Werke von Oscar Wilde. Jung, blond, sportlich und lebenslustig bot sie zudem ein Bild, das demjenigen Hitlers auch optisch diamentral entgegen stand.....

Heike B. Görtemaker zeichnet den Weg und nennt die Faktoren, die aus einem 17jährigen Mädchen aus kleinbürgerlichen Verhältnissen eine kompromißlose Verfechterin einer unbedingten Treue werden ließen. Die Autorin kommt u. a. zu dem Ergebnis, dass Eva Braun keinesfalls als gänzlich unpolitisches Blondchen betrachtet werden kann. Denn auch im engeren Kreis des NS-Diktators habe es keine "private Sphäre", in der nicht über Politik gesprochen wurde und in der die NS-Ideologie keine Rolle gespielt hätte, gegeben. Daher geht Görtemaker davon aus, dass auch Eva Braun - wie alle Frauen in Hitlers Umkreis - die antisemitischen und rassistischen Ansichten und die aggressive Kriegspolitik der NS-Ideologie teilte. Auch eine sexuelle Beziehung zwischen Braun und dem 23 Jahre älteren Hitler steht für die Autorin außer Frage.

"Fräulein" Braun wurde der Öffentlichkeit vorenthalten, da sie nicht in das von der Propaganda gezeichnete Bild des "Führers" passte, der schließlich nur "mit dem deutschen Volk verheiratet" gewesen sei. Für ein priviligiertes Leben in Luxus mit Reisen und teuren Kleidern und gelegentlicher Nähe als Fotauf dem "Berghof" nahm sie dies jedoch in Kauf. Die Eheschließung am 29. April 1945 markierte das Ziel ihrer Scheinwelt, die am Tag darauf mit dem doppelten Suizid ihr endgültiges Ende finden sollte.

Die wissenschaftliche Fleissarbeit Görtemakers offenbart sich in einem Anhang, zu dem neben einem Nachweis für zahlreiche (vornehmliche schwarz-weisse Fotos) und einem Personenregister auch ein 67seitiges (!) Anmerkungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis gehört.

5 Amazonsterne für ein mit Spannung zu lesendes historisches Sachbuch, das auch jene, in der bisherigen "Erinnerungsliteratur" weniger oder überhaupt nicht betrachtete "private" Aspekte beleuchtet, in den historischen Gesamtkomplex einbettet und daher auch an keiner Stelle den Blick auf die NS-Verbrechen vergessen lässt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Interessanteste passiert auf den Nebenschauplätzen, 16. März 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Da bin ich mal gespannt, wie der Drehbuchschreiber diese Vorlage für einen Film umschreibt. Aber offenbar glaubt der Käufer der Rechte fest daran, dieses Buch lasse sich so komprimieren und dramatisieren, dass sich die Investition lohne. Sicher, allein der Name "Eva Braun" ist so sagenumwoben, dass sich die Medien dem Thema annehmen. Das zeigt ja bereits die Aufmerksamkeit, die das Buch von Heike B. Görtemaker auf sich zieht. Und die Story von der unscheinbaren 17jährigen Verkäuferin in Heinrich Hoffmanns Fotogeschäft, die Hitler kurz vor dem gemeinsamen Untergang heiratete, bietet natürlich genug Stoff für einen Film. Zu hoffen ist nur, dass die vielen biografischen Lücken nicht allzu salopp ausgefüllt werden. Und auch bei der Besetzung der Hauptrolle sollte man nicht zuerst auf das Body-Mass schauen.

Die Quellenlage zum Leben von Eva Braun ist so miserabel, dass es vorerst erstaunt, knapp 300 Seiten schreiben zu können. Etwa sechzig Seiten sind dann noch für Anmerkungen, Quellen- und Literaturverzeichnis sowie Personenregister reserviert. Trotz der schlechten Voraussetzungen, viel Neues über Eva Braun berichten zu können, versuchte die Historikerin Heike B. Görtemaker, das bisherige Bild der Hitler-Gefährtin zu ergänzen und zu korrigieren. Wenn ihr dies zum Teil gelungen ist, liegt dies aber vor allem daran, dass sie thematisch weit ausholt. Das zeigen auch die Kapitelüberschriften, die da lauten: Das Atelier Heinrich Hoffman - München nach dem Ersten Weltkrieg - Die Familie Braun - An der Seite Hitlers zur Macht - Frauen im Nationalsozialismus - Führermythos oder Herr Hitler privat - Die Mätresse und der innere Kreis - Leben auf dem Obersalzberg - Isolation im Krieg - Der 20. Juli 1944 und seine Folgen - Entscheidung für Berlin - Über den Tod hinaus.

So wie sich Germanisten wegen der umfangreichen Sekundärliteratur davor scheuen, ein weiteres Buch über Goethe zu schreiben, müssen sich auch Historiker in unzählige Bücher vergraben, wenn sie ein Thema beackern, das Berührungspunkte mit dem Nationalsozialismus und Hitler hat. Der Leser dieses Buches wird daher mit vielen Thesen vertraut gemacht, die bereits anderen Büchern das Gerüst geben. Und da ich das monumentale Werk von Joachim C. Fest "Hitler. Eine Biographie" bereits vor Jahrzehnten gelesen hatte, fand ich viele Verweise auf dieses ebenso umstritten wie wichtige Buch ungemein interessant. Spannend fand ich auch, wie sich die Personen im Umfeld von Hitler und Eva Braun ihre Geschichten zurechtlegten. Sei es, um bei den Prozessen als Opfer der historischen Umstände auftreten zu können. Sei es, um ihr Verhalten vor sich selber zu rechtfertigen. Der Leser muss sich also darauf gefasst machen, dass er immer wieder auf Annahmen, Spekulationen und Vermutungen stößt. Und er darf sich auch nicht daran stören, wenn die Autorin immer wieder auf das Ungewisse ihrer Recherchen hinweist. Immerhin sind die von Heike B. Görtemaker entworfenen Bilder möglich. Aber obwohl ich mir bewusst bin, wie heikel und anspruchsvoll solche Rollenwechsel sind, hätte ich mir gewünscht, die Historikerin würde öfters psychologische oder soziologische Blickwinkel einnehmen. Wie viel die einzelnen Personen von Hitler und den Taten in seinem Umfeld wussten, interessiert mich ohnehin weniger als die Frage, warum es diesem Machtapparat so gut gelang, das Böse im Menschen zu wecken.

Mein Fazit: Auf die drängenden Fragen, wie groß der politische Einfluss von Eva Braun war oder wie sie mit ihrer eigentümlichen Rolle ganz persönlich zurecht kam, kann auch Heike B. Görtemaker keine neuen Antworten geben. Aber indem sie sich auf Nebenschauplätze begibt und vielen Aspekten dieser Beziehung mehr Gewicht zumisst, vermittelt die Autorin trotz der misslichen Quellenlage ein anderes Bild von Eva Braun, Hitler und der nationalsozialistischen Führungsmannschaft, inklusive deren Ehefrauen und Geliebten.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unverständnis für die Vorredner, 20. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dies muss das erste Buch, dass die anderen Vorredner über die Charaktere des Nationalsozialismus gelesen haben sein, ansonsten sind die Kritiken nicht zu verstehen.
Über 70 Seiten Anhang (bei nur 366 Seiten Buch) zeigen deutlich an, bei wem die Autorin alles abgeschrieben hat (u.a. Maser, Fest, Speer, Sereny u. Göbbels). Wenn man dann bedenkt, dass bis zur Seite 90 ausschließlich der nun hinlänglich bekannte Aufstieg des Nationalsozialismus beschrieben wird, in denen es kurze Querverweise auf Eva Braun gibt, ist das halbe Buch schon durch. Ab Seite 90 werden dann die Charaktere des inneren Kreises um Hitler beschrieben und hier wieder ebenfalls nur Querverweise auf Ihre Beziehungen zu Eva Braun.
Die Psychologin in der Autorin kommt sehr quälend zu Beginn der Absätze durch mit Fragen wie: Was wollte Hitler ? War das wirklich Ihre Meinung ? Hatten die Nationalsozialisten an alles gedacht? Wie kam nun die Bewegung in Schwung? -- Das nervt.
Da alles Bekannte über Eva Braun geschrieben ist (und das ist nun mal leider sehr wenig), ist diese Buch der Versuch aus bereits Bekanntem, Fragmenten aus ungeklärt echten Tagebuchseiten, Meinungsdeutungen u. psychologischer Fachsimpelei sich zu verbreiten.
Hieße das Buch: DER INNERE KREIS - Leben mit Hitler wäre es akzeptabel. So denkt man, man erführe etwas Neues über die Frau an Hitlers Seite - dem ist nicht so.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht dem Thema gerecht...enttäuschend!, 5. April 2010
Von 
Dr. med Haffke "sir.haffke" (Freiburg i. Br.) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Für diejenigen, die in der Geschichte des dritten Reiches bewandert sind, ist dieses Buch eine große Enttäuschung.

Bezogen auf den Titel erfährt man im Grunde genommen nichts Neues über Eva Braun. Im Gegenteil: die Quellenverweise der anderen Autoren lassen diese Literatur zum Thema ,,Eva Braun'' viel interessanter erscheinen!

Auch ist der Titel irreführend, da zig-seitenweise über den ,,inneren Kreis'' berichtet wird, jedoch im Vergleich hierzu geradezu lächerlich wenig über ,,Eva Braun - Leben mit Hitler'' dem Interessenten vermittelt wird. Der Titel sollte lauten: ,,Die Entourage um Eva Braun & Adolf Hitler''.

Insgesamt ein Buch, welches etwas suggeriert, was es nicht halten kann, und nur für den Leser interessant sein kann, der sich über die bekannten geschichtlichen Zusammenhänge eine Auffrischung in überschaubarer Form zu Gemüte führen will - und auch hierfür gibt es wesentlich bessere Literatur.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eva Braun ??, 31. März 2010
Von 
Aufgrund von diversen Medienberichten und der dadurch entstandenen Spannung habe ich diese Buch gekauft. Kannte man doch bisher alles über Adolf Hitler und seine Helfer, wußte man bisher wenig von Frau Braun.
Doch das wenige Wissen wird durch das Lesen dieses Buches auch nicht mehr. Vielmehr wird viel spekuliert oder altes wieder aufgewärmt.
Für mich eine sehr große Entäuschung. Ich gebe dem Buch dennoch 3 Sterne weil man noch neue Information erhält über das Privatleben eines Tyrannen, halt nur nicht über Frau Braun, wie das Buch verspricht.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In den falschen Mann verliebt?, 28. Februar 2010
Heike B. Görtemaker überzeugt durchgehend mit der Distanz und Sachlichkeit, mit der sie ein Thema abhandelt, das auf vielfache Weise schwierig, ja unmöglich ist. Denn der innerste Kern dieser beiden abstrusen Figuren Hitler und Braun wird uns immer verschlossen bleiben. Allerdings hat Görtemaker mehr als ihre Vorgänger zur Aufhellung beigetragen.

Irritierend zivil erschienen Hitler und die obszön harmlose junge Frau an seiner Seite schon in den Memoiren seiner Sekretärin Traudl Junge und in dem Film »Der Untergang« nach dem Buch von Joachim Fest. Der Sog, diese beiden Psychopathen zu humanisieren, muß für Autoren und Filmschaffende groß sein. Dieser Gefahr geht Görtemaker konsequent aus dem Weg. »Unser Hitler« (so Goebbels' populistisches Schlagwort) ist nicht der ihre. Da es ihr gelingt, den wissenschaftlichen Abstand zu den enorm suggestiven Figuren zu wahren, ist ihr ein kritisches Bild gelungen.

Unbewußte Identifikation mit der Protagonistin, wie sie schwächeren Autoren möglicherweise passiert wären, unterlaufen Görtemaker nicht. Nur drei Mal fällt das Buch in eine künstliche Lieschen-Müller-Perspektive, als vom »noblen Münchner Villenviertel Bogenhausen« (S. 117), der »berühmten amerikanischen Harvard University« (S. 118) gesprochen oder das Münchner Jahreszeiten »Nobelhotel« (S. 107) genannt wird. Dies ist jedoch bedeutungslos und kann keinesfalls als unbewußte Identifikation mit der aus kleinen Verhältnissen stammenden Eva Braun betrachtet werden.

Unerfahrene könnten den Begriff »NS-Führer«, mit dem Görtemaker die ständige Wiederholung des Namens Hitler auflockert, für eine offizielle Bezeichnung des Diktators halten. Zur Distanzierung ist diese Begriffserfindung jedoch ebenso hilfreich wie Bezeichnungen wie »SS-Sturmbannführer«, da nicht jeder Leser wissen kann, daß »Sturmbannführer« per se ein SS-Rang ist, während »Gruppenführer« sowohl in der SA wie der SS vorkamen.

Daß die Autorin im Zusammenhang mit den Meistersingern auf S. 64 von einem »nationalistischen Musikdrama über Leben und Wirken der frühneuzeitlichen Minnesänger« spricht, kann ihr nicht angelastet werden. Dies ist zweifellos der einzige falsche Satz in dem ganzen Buch, aber er betrifft die Operngeschichte und hätte einem Lektor auffallen müssen. Es handelt sich also vor allem um einen Lektoratsfehler.

Nachdem die themenzentrierte Darstellungeweise am Anfang viele Zeitsprünge erforderlich macht, wird der Erzählfluß im Laufe des Buches immer intensiver. Aber auch da läßt Görtemaker sich nicht von dem frappanten Stoff mitreißen, sondern wahrt bis zum Schluß souveräne Distanz.

Ausgezeichnet ist die quellenkritische Abrechnung mit Speer. (Daß dieser sein eigenes Bild gekonnt geschönt hat, stellt freilich keine neue Erkenntnis dar.) Und als besonders unterhaltsam erweist sich die Beschreibung des Berghofes und seiner Protagonisten; der Nazi-Zauberberg muß eine Art Davos für Psychopathen gewesen sein. Auch der Horror-Reigen der Kaffekranz-Walküren Magda Goebbels, Ilse Heß und Emmy Göring wird anschauerlich geschildert.

Neben z. T. farbigem, noch nicht abgedroschenem Bildmaterial bietet das Buch eine aufschlußreiche Analyse der fotografischen Bildpolitik der National-Sozialisten. Hier liegt noch viel ungehobenes Interessantes; so ist mir keine systematische Analyse der national-sozialistischen Ikonographie bekannt. Die knappen Ausführungen der Autorin hierzu sind bereits sehr aufschlußreich.

Diese Monographie ist zudem eine Fundgrube für Librettisten, die nach Operetten- und Musical-Stoffen suchen (warum nicht »Obersalzberger Festspiele«?), gewissenlosen Filmleuten, die vor nichts zurückschrecken, TV-Produzenten auf der Suche nach neuen Telenovela-Themen (»Eva - Folge deinem Herzen«), Suhrkrampf-Autoren mit eckiger Brille und Dreitagebart, der in einem »furiosen Debutroman« (wird die »Zeit« schreiben) eine lesbische Begegnung von Eva Braun und Anne Frank schildert (»Anne und Eva, das Pendant zu Tonio und Hans« wird die FAZ schreiben). Soeben wurde übrigens bekannt, daß Filmproduzent Michael Simon de Normier (»Der Vorleser«) sich die Option gesichert hat. Lieber wäre mir freilich ein Regisseur wie Rosa v. Praunheim oder Werner Herzog. Diesem Thema kommt man nicht mit einem dokumentarischen politisch-korrekten Film wie dem »Vorleser« bei. Die Aberwitzigkeit des Sujets erfordert einen Künstler.

Recherche, Dokumentation und Quellenkritik sind die Prinzipien, die Görtemaker in ihrem Buch erfolgreich durchhält. Nun muß ein zweiter Band folgen, der eine kulturhistoriographische Analyse und Interpretation des Phänomens Eva Braun bringt. Ebensowenig wie im ersten Band wird Heike Görtemaker sicherlich auch im zweiten dem Jargon der Gender Studies verfallen. Diese auch stilistische und methodische Disziplin ist einer ihrer Vorzüge.

Neben einer grundsätzlichen Analyse und Einordnung der Sexualität Hitlers ebenso wie der Rolle der Sexualität im »Dritten Reich« wird im zweiten Band sicherlich ein Vergleich Eva Braun's zu Stalins und Mussolini's Maîtressen angestellt werden. Allein die Parallele zu Clara Petacci, die ebenfalls den gewaltsamen Tod eines Diktators teilte, wird aufschlußreich sein. Auch der Fall Geli Raubal, im ersten Band nur gestreift, wird im zweiten ausführlich und mit weiteren Quellen analysiert werden, davon können wir als Leser ausgehen.

Neben einer psychoanalytischen Erörterung wird Görtemaker vermutlich eine konsequente soziologische Analyse vorlegen, denn das soziale Mysterium, das sich ereignet, da Kleinstbürgertum sich an der Staatsspitze in unbeschränkter Macht wiederfindet, ist in der Geschichte ohne Parallele. Abschließend wird Görtemaker ohne Zweifel auch die Rolle einer Betrachtung unterziehen, die Eva Braun nach ihrem Tod als erotisches Phantasma der Nachwelt einnimmt.

Es ist anzunehmen, daß der umfangreichere zweite Band mit einem politischen Ausblick schließt. Die suggestible Eva Braun wäre ein geeignetes Einfalltor gegnerischer Geheimdienste gewesen.
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Eva Braun: Leben mit Hitler
Eva Braun: Leben mit Hitler von Heike B. Görtemaker (Taschenbuch - 1. Oktober 2011)
EUR 12,90
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