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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen22
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am 9. November 2008
"Du Jane, ich Goethe" ist eine gut verpackte, kluge und witzige Einführung in die Evolutionsgeschichte der Sprache. Die ersten Kapitel machen die Fragestellung deutlich: wenn es scheint, als ob alle Sprachen nur verfallen, wie konnten sich dann die doch recht komplexen Sprachen, die wir heute sprechen, überhaupt ausbilden? Das ganze Buch hindurch illustrieren (zum großen Teil lustige) Beispiele aus vielen Sprachen das, was der Autor uns erklärt. Im letzten Kapitel werden alle vorher besprochenen sogenannten "Kräfte", die zur Evolution einer Sprache beitragen, zusammengetragen. Da merkt man plötzlich, dass einem der Autor von kapitel zu Kapitel jede Menge linguistische Fachbegriffe beigebracht, oder besser: untergejubelt hat, ohne dass man es gemerkt hat!
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am 16. Dezember 2008
Ich kann mich nur anschließen. Das Buch ist spannend und unterhaltsam, gut geschrieben, sehr informativ und regt zum Nachdenken an.
Warum ich hier schreibe: Eigentlich hatte ich die englische Originalausgabe kaufen wollen, dann aber aus Gründen, die hier nichts zur Sache tun, die deutsche gekauft. Da bin ich jetzt im Nachhinein sehr froh darüber, denn die deutsche Ausgabe ist keine reine Übersetzung, sondern sie ist eine Überarbeitung/Umarbeitung für deutschsprachige Leser. Also viele Beispiele sind der deutschen Sprache entnommen, Eigenheiten der deutschen Sprache werden diskutiert.
Deswegen bin ich jetzt sehr froh, die deutschsprachige Ausgabe gewählt zu haben und nicht die englische Ausgabe (die man dann als Ergänzung natürlich nachkaufen könnte oder sollte).
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am 30. März 2009
So soll ein populärwissenschaftliches Buch sein:

- aktuelles wissenschaftliches Niveau
- eine Herausforderung für den Leser = anspruchsvoll
- spannend = es regt an, immer weiter zu lesen, bis man es ganz kapiert hat
- in einer verständlichen (nicht einfachen (!) Sprache), weil der Autor sich auskennt UND sich auf sein Publikum einstellt
- unterhaltsam durch die ausgewählten Beispiele

Kurz: eins der besten Sachbücher, die ich je gelesen habe.
Einzige Voraussetzung beim Leser: man muss sich für das Thema "Entwicklung von Sprache" ernsthaft interessieren.
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Sie gilt als die größte Erfindung der Menschheit: die Sprache. Dabei haben wir das weder Sprachwissenschaftlern noch irgendwelchen linguistischen Experten zu verdanken. Diese wunderbare Erfindung, die sich aus wenigen Lauten der Urmenschen zu einer unendlichen Vielfalt an Worten und Regeln entwickelte, kam ganz ohne staatliche Sprachkommission oder antiken Ältestenrat aus.

Obwohl die Sprache ja keine Erfindung im üblichen Sinne ist, hat sie jedoch eine Geschichte, die so lang ist wie die Menschheit selbst. Diese spannende Entwicklung hat nun der israelisch-niederländische Sprachwissenschaftler Guy Deutscher anschaulich verfolgt. Geistreich und mit viel Witz zeigt er, wie im Laufe der Jahrtausende aus kaum drei Dutzend unterschiedlichen Mundstellungen hochkomplexe Sprachsysteme geworden sind.

An ausgewählten Beispielen versucht Deutscher, die Geheimnisse der Sprache und ihre Kuriositäten zu enthüllen. Denn bei genauerem Nachdenken wird deutlich, dass die Sprache viel mehr ist als die Summe ihrer Wörter. So erklärt der Autor z. B. Unregelmäßigkeiten wie "das Mädchen" (aber "die Frau") oder "sinken, sank, gesunken" (dagegen aber "winken, winkte, gewunken") auf amüsante Art.

Die bekannte Geschichte vom Turmbau zu Babel beschwört in eindrucksvoller Weise die Macht der Sprache herauf. Daneben räumt Deutscher mit dem Klischee des Niedergangs der Sprache auf; für ihn ist die scheinbare Sprachverrohung nur ein Beispiel der Sprachentwicklung, die den drei Grundprinzipien Ordnung (Analogie), Vereinfachung (Ökonomie) und Ausdrucksbereicherung (Expressivität) folgt.

Im Mittelpunkt von Deutschers Betrachtungen steht der fortwährende Wandel, der die Sprache im Innersten bewegt, wobei der Autor die Antriebsfaktoren in allen sprachlichen Bereichen sichtbar macht. So spiegelt die gewaltige Vielfalt der Sprachen in der heutigen Welt (ca. 6000) einfach die Zeitspanne wider, die jeder einzelnen Sprache für ihre unabhängige Entwicklung zur Verfügung gestanden hat.

Deutscher lädt den Leser auf den knapp 400 Seiten zu einer abenteuerlichen Reise durch die Geschichte der Sprache und ihre ausgeklügelten Konventionen ein. Dabei zeigt sich, dass sich ihre bisweilen atemberaubende Kompliziertheit oft auf banale Merkmale der gewöhnlichen Alltagssprache zurückführen lässt.

Das wunderbare Buch ist unterhaltsam geschrieben, denn Deutscher benutzt natürlich die linguistischen Fachbegriffe, doch sein Erzählstil ist verständlich und sehr lebendig. Wirklich ausgesprochen lesenswert - nicht nur für klassische Goethe-Liebhaber sondern auch für Tarzans der deutschen Sprache.

Manfred Orlick
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am 29. Januar 2011
"Du Jane, ich Goethe" ist ein Buch für Sprachliebhaber. Wer selber schon einmal im fremdsprachlichen Ausland gelebt hat, entwickelt häufig eine besondere Beziehung zur Muttersprache und beginnt die Besonderheiten der eigenen Sprache zu schätzen und die Untiefen fremder Sprachen zu fürchten. Entgegen aller scheinbarer Unterschiede, stellt Guy Deutscher in seinem Werk die übergreifenden Gemeinsamkeiten vieler Sprachen heraus, insbesondere parallele Entwicklungen in Grammatik und Lautwelt.

Die heutigen Sprachen scheinen dabei einem kontinuierlichen Verfall preisgegeben, grammatikalisch von der Entropie zu immer mehr Unregelmäßigkeiten getrieben und durch die Faulheit des Gaumens einer ständigen Abschleifung der Feinheiten unterzogen. Wie kann es aber sein, dass zu antiker Zeit die Menschen in scheinbar perfekter Grammatik miteinander kommunizierten, während zwei Jahrtausende später in Kanacksprech getwittert wird? Wer hat zu historischer Zeit dieses scheinbar perfekt geordnete Gesamtkunstwert der Sprache entworfen? Versucht sich hier ein Sprachwissenschaftler gar am Gottesbeweis?

Guy Deutscher setzt dem Leser Schritt für Schritt auseinander, dass die Entwicklung von Sprache natürlich nicht eindimensional den Berg der Offenbarung hinunter führte, sondern ein viel komplexeres Zusammenspiel zutiefst menschlicher Einflüsse am Werk ist. "Gleichwohl reiht sich der Sprachwandel in eine lange Liste von Phanomenen ein, angefangen von Verkehrsstau bis hin zu Trampelpfaden über Wiesen, die durch das Handeln der Menschen herbeigeführt werden, ohne ausdrücklich beabsichtigt zu sein." (S 284) Der Leser lernt viel über Lautverschiebungen, über die Funktion von Metaphern und nicht zuletzt über die Evolution von Begriffen, Bedeutungen und letztendlich der Grammatik als Ganzem.

Guy Deutscher schreibt verständlich und unterhaltsam. Um auch letzte Unklarheiten ausräumen zu können, bedient er sich sogar an einer Stelle der klassisch hellenistischen Methode des Dialoges. Nur im Kapitel 7, in dem er Sprache vor den Augen des Lesers heranzüchtet, läuft Deutscher Gefahr vor lauter Begeisterung den Leser zu überfordern. Insgesamt ein sehr anregendes Werk für solche Leser, die sich an sprachlichen Feinheiten nicht nur erfreuen können, sondern auch ihrer Entstehung auf den Grund gehen möchten.
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am 1. Mai 2011
Ich beziehe mich auf die englische Ausgabe "The Unfolding of Language".
Ich habe das Buch von Guy Deutscher mit großem Vergnügen gelesen und kann es wärmstens empfehlen. Jeder, der mit wachem Sinn seinr Muttersprache oder fremden Sprachen begegnet ist, bemerkt ja auffällige Zusammenhänge zwischen Wortschatz und grammatischen Mustern. Guy Deutscher fügt diese zerstreuten Beobachtungen zu einem großen Bild zusammen, das nachvollziehbar macht, wie die unglaublich komplexen Strukturen der Sprache auf evolutionärem Wege entstehen konnten. Er geht mit erhellenden Beispielen aus bekannten und exotischen Sprachen sehr in die Details, schreibt dabei aber so packend, dass diese stets verdaulich bleiben. Lohnende Lektüre.
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am 14. August 2015
Auf dieses Buch habe ich lange gewartet. Endlich gelingt es einem Wissenschaftler, die Entstehung und vor allem Veränderung von Sprache und Sprachen nachvollziehbar und verständlich darzulegen. Besonders das Kapitel über die Entwicklung der Sprache aus wenigen gegenständlichen Begriffen - Deutscher nennt Sprache ein "Riff aus toten Metaphern" - hat mich begeistert. Deutscher geht auch auf die weitverbreitete Ängsten bezüglich Sprachwandel und Sprachverfall ein und plädiert überzeugend für mehr Gelassenheit und Freude an menschlich-sprachlicher Kreativität und Anpassungsleistung.
Ich empfehle das Buch allen Menschen, die an Sprache und Kommunikation interessiert sind, sich auf ein wissenschaftliches Werk einlassen und zu neuen Sichtweisen bereit sind.
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am 15. Juni 2011
Dies populärwissenschaftliche Buch von Guy Deutscher, der seinem Namen zum Trotze des Deutschen nicht mächtig ist, führt den wissbegierigen Linguistik-Laien amüsant und interessant durch die Evolution der Spezies der Sprache. Der deutsche Haupttitel klingt deutlich stumpfer als das Original: "The Unfolding of Language" = "Die Entfaltung der Sprache", ist allerdings aus dem Text entnommen, in dem (wenn auch naiv) gesagt wird, das primitive Sprachstadium könne man grob als das "Ich-Tarzan-Stadium" bezeichnen (S. 20). Naiv klingt das, weil der Ich-Gedanke im primitiven Sprech- und Denkstadium der Menschheit kaum als besonders nennenswert erachtet worden sein dürfte, wie denn auch kleine Kinder sich zunächst nicht 'ich' nennen, sondern den Namen für sich verwenden, den die Bezugsmenschen ihnen gaben. Erst nach der Bemerkung, dass diese Menschen sich nicht so nennen, wie man sie nennt, sondern sie sich alle 'ich' nennen, wird dies Verhalten imitiert.
Der Übersetzer (Martin Pfeiffer) gab sich viel gute Mühe, Beispiele des englischen Originals durch deutsche Entsprechungen zu ersetzen oder zu ergänzen, die im Sinne des Autoren die Sachlage erhellen. Anderes misslang ihm, etwa die englische Zeitform "going to-future" dem Entstehungsgedanken nach zu veranschaulichen oder etwa in der Übernahme der englischen Zählung, den Akkusativ als zweiten Fall zu führen (statt des Genitivs, der also auch noch auf solche Weise zusätzlich verdrängt wird).
Trotz solchen kleinen Schwächen ist das witzig geschriebene Buch für jeden sprachinteressierten Laien lesenswert und Gewinn bringend!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Mai 2016
Für die allermeisten von uns ist es ganz selbstverständlich, unsere Muttersprache zu sprechen und zu verstehen. Wie verschiedenartig und auf ganz unterschiedliche Weise komplex all die vielen Sprachen der Welt sind, wird uns meist erst bewusst, wenn wir uns daranmachen, eine Fremdsprache zu lernen – und dabei all den kompliziert aufgebauten Wörtern und Satzkonstruktionen sowie diversen (scheinbar) unlogischen Ausnahmen von der Regel begegnen, sodass bisweilen tatsächlich der Eindruck entsteht, es stecke eine zentrale Planung dahinter, als habe sich irgendwann ein Ältestenrat zusammengesetzt und beispielsweise über die diversen Verb-Endungen entschieden.
Doch so war es natürlich nicht. Guy Deutscher bezeichnet die Sprache zwar als die wichtigste Erfindung der Menschheitsgeschichte, mehr noch, als das, was uns erst zu Menschen gemacht hat. Einen einzelnen "Erfinder" gab es jedoch nicht.

Dieses Buch befasst sich mit den Prozessen, durch welche sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende aus einfachen Anfängen all die komplizierten Strukturen herausgebildet haben, die wir nun beobachten können. Der Autor begibt sich auf die Spurensuche nach all den Kräften der Erschaffung wie auch der Zerstörung, welche unsere Sprachen formten und bis heute wirksam sind, und stellt Lösungen für viele Probleme vor, die Linguisten seit langem beschäftigen. So erklärt er beispielsweise die Tatsache, dass seit den ersten schriftlichen Überlieferungen scheinbar nur ein Verfall der Sprache zu beobachten ist, keine Höherentwicklung, oder entwirft ein Szenario, wo die ungewöhnlichen Verbschemata der semitischen Sprachen ihren Anfang genommen haben könnten.

Die Lektüre konnte mich immer wieder dazu animieren, mir weiterführende Gedanken zum Thema zu machen, es ist schon erstaunlich, wie viel hinter manchen Begriffen oder Wendungen steckt, die wir tagtäglich gebrauchen, ohne jemals wirklich darüber nachzudenken.

Die Ausführungen sind sehr anschaulich und auch für Leute ohne Vorkenntnisse in Linguistik nachvollziehbar. Obwohl der Autor bisweilen wirkt, als wäre es sich seiner Sache etwas zu sicher bzw dazu neigt, über Schwierigkeiten in einem kurzen Nebensatz hinwegzugehen, ist dieses Werk als Einstieg in die Materie sicher wunderbar geeignet.

Und ein ganz großes Plus: Obwohl das Original in Englisch erschienen und daher in erster Linie auf die englische Sprache zugeschnitten ist, wurde die Übersetzung um viele Bezüge zum und Beispiele aus dem Deutschen ergänzt!
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am 6. Januar 2013
Dieses Buch ist ein Genuss für jeden, der an Sprache interessiert ist. Der Autor erklärt plausibel, wie komplexe Sprachstrukturen aus einer primitiven Ursprache entstehen können. Besonderes Lob gebührt dem deutschen Bearbeiter, der dem Leser das Gefühl gibt, das Buch sei für den deutschen Muttersprachler geschrieben worden.
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