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am 4. Juni 2010
Ich habe mir das Buch aufgrund einer sehr guten Rezension in der ZEIT schenken lassen und es nicht bereut. Das Buch ist sehr umfangreich und materialgesättigt. Es hat mich mit der Menge an Fakten fast schon erschlagen. Was einerseits ein große Stärke des Buches ist, nämlich dass es sich nicht auf die theologischen Differenzen beschränkt, sondern die Strömungen gleichzeitig auch in die weltlichen historischen Ent- und Verwicklungen einbettet, ist andererseits auch seine Schwäche, denn einige Abspaltungen und Denkrichtungen werden nur sehr oberflächlich eingeführt, so dass sich mir die Unterschiede nicht bleibend eingeprägt haben. Auch wurde mir nicht immer deutlich, wie die theologischen Lösungen einzelner Denker aus der Lektüre der angegebenen Autoren oder Bibelstellen folgen. Mit gut 900 Seiten ohne die Anmerkungen ist das Buch aber auch jetzt schon dick genug.

Es gab ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben. So enthält das Buch nicht nur die bei einem so dicken Werk wohl unvermeidlichen Rechtschreib- und Trennfehler, sondern auch Grammatikfehler, die vom Lektorat zu beseitigen gewesen wären. (So stehen Appositionen häufig nicht im richtigen Kasus und Probleme mit 'als' bei Komparativen haben die Übersetzer auch.) Und besonders störend empfand ich die Benutzung der Worte "befördern" und "Beförderung" an Stellen, an denen "fördern" und "Förderung" gemeint sind. Die ein oder andere Ungenauigkeit ist mir ebenfalls aufgefallen. Beispielsweise wird Schleswig-Holstein als ein Herzogtum (S. 228) bezeichnet (es sind aber zwei, und das ist durchaus wichtig); und über Karl Borromäus wird behauptet, er sei der erste Erzbischof von Mailand, der achtzig Jahre dort lebte (S. 541), was ein Wunder ist, denn er wurde nur 46 Jahre alt. Möglicherweise ist 18 gemeint. Man fragt sich aber unwillkürlich, ob das Lektorat nicht auch gewichtigere Fehler übersehen haben könnte.

Die kleinen Ungenauigkeiten können jedoch den guten Eindruck kaum stören. Insgesamt stellt das Buch einen empfehlenswerten Überblick über die geistige und geistliche Unruhe in dieser Umbruchperiode vom Mittelalter zur Neuzeit dar.
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am 31. Oktober 2008
Um es vorweg zu sagen: dieses 2003 zuerst in England publizierte Buch des englischen Professors für Kirchengeschichte an der Universität in Oxford ist auf ganz hervorragende Weise geeignet, sowohl interessierte Laien als auch Theologen beider christlicher Konfessionen neu oder wieder neu mit jener Geschichte bekannt zu machen, die mehr verändert hat als nur die konfessionelle Landschaft in Europa.

Sowohl als - zugegeben sehr umfangreiche- Einführung in die Materie, als auch als vertiefende und korrigierende Lektüre für Fachleute und Kenner der Kirchengeschichte ist dieses Buch geeignet. Bietet es doch mit seinem gelehrten und gleichwohl erzählerisch daherkommenden Stil und seiner, mit geschärftem Sinn für Stil und Witz ausgezeichneten Sprache eine nicht nur lehrreiche Lektüre, sondern auch einen wirklichen Lesegenuss, trotz seiner Umfangs. Das Buch hat Gewicht in jeglicher Hinsicht, beschränkt es sich nämlich nicht nur auf den deutschen Teil der Reformationsgeschichte, sondern nimmt in einer Gesamtschau die politischen, religiösen, sozialen und mentalitätsgeschichtlichen Prozesse auf dem ganzen europäischen Kontinent in den Blick.

MacCulloch beschreibt sehr anschaulich, wie zahlreiche historische Ereignisse an den Rändern Europas, die ich jedenfalls als Student der Kirchengeschichte vor 30 Jahren nicht zur Kenntnis genommen habe, auf das bekannte zentrale Reformationsgeschehen eingewirkt haben und auch, wie diese umgekehrt wieder bisher nicht ausreichend gewichtete,weitreichende Auswirkungen auf das europäischen Staatengefüge hatten.

Das Buch bestätigt aufs Neue, was viele anderen Historiker, besonders aus Frankreich, in den letzten Jahren immer wieder betont haben: das was im von MacCulloch so genannten "reformatorischen Zeitalter" an politischen, religiösen und sozialen Umwälzungen geschehen ist, hat den Weg in die Neuzeit geebnet und bestimmt unsere Wirklichkeit mehr, als wir von der Säkularisation geprägten Menschen ahnen.

MacCulloch beschreibt ein Pluriversum christlicher Möglichkeiten, das durch die Reformation in die Welt kam und die bisherige alleinige katholische Interpretations- und Deutungsmacht der Bibel und der christlichen Lehre ablöste. Mit weitreichenden Folgen auch für die katholische Kirche. Denn auch sie musste nun, wie die unter sich uneinigen Protestanten, ihre Interpretation der Geschichte Christi historisierend verwissenschaftlichen. Mit all ihren Fragen und Zweifeln ist auch sie mittlerweile nur eine weitere reformierte, sich dauernd selbst reformierende und gegen andere protestierende Einrichtung. Der Autor findet das gut. Denn er baut darauf, dass sich in allen Annäherungen an das Wort Gottes, das Mensch geworden ist, ein Teil der unendlichen und unbegreiflichen Wahrheit offenbart.

Diese an der Diskurstheorie geschulte Haltung hat mir gut gefallen. Es wäre schön, wenn sich die verschiedenen christlichen Konfessionen dieses Diskurscharakters bei der Suche nach der Wahrheit mehr bewusst würden in ihrem nach wie vor schwierigen und von Dominanzstreben geprägten Dialog.

Bis dies erreicht ist, hat sich vielleicht auch die dringend anstehende Reformation im Bereich des Islam weiter entwickelt, und die Religionen können sich irgendwann einmal in ferner Geschichte auf die gemeinsame Suche nach der Wahrheit dessen machen, der all unser Denken und Handeln übersteigt (Paulus). Aber das wird der Rezensent nicht mehr erleben. Denn eines zeigt das vorliegende, sehr empfehlenswerte Buch: reformatorische Prozesse dauern lange und sind nicht linear.
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Die Reformation war eines der zentralsten Ereignisse für Europa und die katholische Kirche der damaligen Zeit - diese Spaltung dauert noch bis heute an und führte weltweit zu diversen Kriegen, wobei die Auswirkungen in Europa die verheerensten
Konsequenzen hatte. Das Buch DIE REFORMATION von Diarmaid MacCulloch gibt einem umfassenden Einblick zum Thema Reformation und den Folgen. Es räumt zudem mit einigen scheinbar unausrottbaren Vorurteilen und Falsch - Aussagen auf.

Natürlich hat die Reformation nicht 210 Jahre in Anspruch genommen, das Schisma war schnell vollzogen und viel in Europa und insbesondere in Deutschland auf fruchtbaren Boden.

Dennoch ist es wert einmal 210 Jahre, von 1490 bis 1700 genauer unter die Lupe zu nehmen, denn die Reformation hatte enorme Auswirkungen und wälzte das damals politisch junge Europa komplett um.

Einfache Familien und auch Adelige konnten in diesem Zusammenhang alles verlieren, vom Gut bis zum Leben und oftmals wurde die Gesinnung gerne auch mit Gewalt und dem Schwert dem Anderen eingebläut.

Das Buch zeigt viele Schattierungen der Auswirkung der Reformation auf, gesellschaftlich, historisch, politisch, wirtschaftlich und geistiger Natur.

Staaten zerbrachen und fanden sich neu, Bündnisse wurden geknüpft und Allianzen zerschmettert - was hier Luther vielleicht unabsichtlich schuf war ein Katalysator der ganz Europa transformierte - seine Auswirkungen waren zudem weltweit spürbar!

Das Buch DIE REFORMATION von Diarmaid MacCulloch ist fundiert, kritisch aufgebaut, voller Details und Seitenverweise, inhaltlich klar strukturiert und nachvollziehbar und macht die Reformation von ihren Anfängen bis zu den Auswirkungen in der Zersplitterung und den Kriegen klar erlebbar.

Ein sehr gutes Buch zum Thema - so sollte Religionsunterricht aufgebaut sein, damit Verständnis herrscht für das religionstechnisch einschneidenste Ereignis in der Geschichte Europas.

Sehr empfehlenswert!
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am 9. Oktober 2011
MacCulloch will die Reformation nicht als Funktion bemerkenswerter Männer darstellen. Seine Überfülle an Fakten erzählt er spannend, Fachbegriffe werden bei Erstverwendung einfach erklärt. Als Theologiehistoriker schildert er die Sondergeschichten der europäischen Regionen von Irland bis Siebenbürgen, von Schottland bis Italien, er wechselt die Schauplätze, gibt Querverweise, Rückblenden, Vorverweise.

Ideengeschichtlich ist ein Kern der Reformation die Neuformulierung der augustinischen Gnadenlehre, Luther Katalysator der protestantischen Revolution. Sein Turmerlebnis war die erlösende Einfachheit der Rechtfertigung allein durch den Glauben gemäß der Bibel und nicht der Kirche. Detailliert geht MacCulloch Luthers drei große Schriften durch bis zu seinem Bekenntnis zu ihnen mit "hier stehe ich, ich kann nicht anders" 1521 vor dem Kaiser beim Reichstag in Worms.

Zwingli ist davon überzeugt, dass Gott die Christenheit als Motor des Wandels und zur Besserung der Gesellschaft ausersehen habe. In seinem Zürich kam es 1522 anlässlich eines Wurstessens zur Fastenzeit zum Bruch mit der Kirche. Zwingli predigte, die Bibel sei göttliches Gesetz und das Evangelium enthalte kein Fastengebot. Bei den Zürchern wurde im Abendmahl dessen gedacht, was Christus am Kreuz für die Menschheit getan hat und die Taufe war ein Willkommensgruß der Gemeinde. Als Schwärmer ("Wiedertäufer") die Glaubenstaufe praktizierten, wurden 1525 vier von ihnen feierlich nach Gerichtsurteil in der Limmat ertränkt.

Calvin setzte ab 1541 seine Vorstellung von einer wahren katholischen Kirche in Genf um. Es war ein Gegenmodell zu Münster (wo 1533 die radikalen Täufer an die Macht kamen), eine Zwei-Reiche-Lehre. Calvin ist besonders bekannt für seine rigorose Auslegung der doppelten Prädestination (Vorherbestimmung zur Erwählung oder zur Verdammnis durch Gott). Auch unter Calvin wurde ein Andersgläubiger verbrannt.

Der Augsburger Frieden von 1555 regelte, dass Fürsten und adlige Herren entscheiden konnten, ob ihr Territorium katholisch oder lutherisch werden sollte. Nicht nur Täufer wie in Münster, auch die Reformierten blieben außen vor. Seine Bestimmungen gewährten Mitteleuropa mehr als sechzig Jahre lang einen fast durchgängigen Frieden.

Das Konzil von Trient prägte die Zukunft des päpstlichen Katholizismus, es gab für viele keinen Grund mehr, eine Versöhnung mit den protestantischen Widersachern anzustreben.

Nach 1560 kam es zur Konfessionalisierung, zur Verfestigung unterschiedlicher Glaubensrichtungen, der Norden Europas wurde protestantisch, der Süden katholisch. Die Gegenreformation führte zur Zentralisierung, intensiverer Unterrichtung hauptsächlich der Kinder, Vereinheitlichung der Liturgie, der Beichtstuhl wurde erfunden, der Rosenkranz wurde im gesamten katholischen Europa verbreitet, Heiligsprechungen nahmen zu, Reliquien (besonders Knochen aus den Katakomben) wurden geehrt, der Marienkult wurde zum wichtigsten Symbol und Medium der gegenreformatorischen Erneuerung. Die Gegenreformation besonders der spanischen und portuguisischen Imperien wirkte auch als Weltmission, unterstützt vom Militär.

Detailreich schildert MacCulloch, wie sich die Spannung zwischen Katholiken und Protestanten in den Jahren zu 1618 aufbaut und gibt einen Überblick über den Dreißigjährigen Krieg.

In den Vereinigten Staaten bildeten sich eine Vielzahl religiöser Konfessionen (Religionsflüchtlinge aus Europa), die keine für sich den exklusiven Status einer Kirche reklamieren konnte, alle zusammen waren die "Kirche".

Im letzten Teil des Buches geht es um das Lebensgefühl. Es war geprägt von der Erwartung des Endes der Welt. Ohne sie wäre die Reformation nur zerstörungswütiger und habgieriger Angriff auf eine Welt der Frömmigkeit, der Schönheit und der feierlichen Messen, könnte man meinen.

In der Sexualmoral lehnten die Reformatoren zwar die Abwertung der Ehe und das Zwangszölibat ab, hielten aber an der Jungfräulichkeit Marias fest, auch wenn sie damit das Prinzip "sola scriptura" verletzten. Sodomie (Homosexualität) blieb in beiden Konfessionen verboten.

Man könnte die Reformation als einen zweihundertjährigen kontinuierlichen Krieg betrachten. Die Reformation förderte, ohne es zu wollen, die ohnehin zunehmende Stärke staatlicher Organisationen.

Das Jahrhundert der Aufklärung erlebte auch eine neue Blüte des Protestantismus, erst in Nordamerika, dann weltweit in der Sprache der Erweckung, heute die Pfingstbewegung. Die Politik Johannes Pauls II. hatte dann wieder einen gegenreformatorischen Zug, er betonte Gehorsam und dogmatische Gewissheit. Reformation und Gegenreformation sind also alles andere als tot.

Anders als im 16. Jahrhundert gibt es nun direkte Begegnung auch mit Hinduismus, Buddhismus und den Religionen in China und Japan. Der Anspruch auf Alleinbesitz der religiösen Wahrheit erscheint höchst eigenartig, was aber viele westliche Christen nicht daran hindert, diesen Anspruch mit noch größerer Vehemenz zu erheben.
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am 30. Dezember 2008
Dieses umfangreiche Werk über das nicht immer leicht zu fassende Thema Reformation ist ein perfekter Wegweiser und eine spannende Abfolge der Geschehnisse. Die Sprache ist lebendig und äusserst angenehm, zudem wurde offenbar in der Deutschen Übersetzung Wert darauf gelegt, alle deutschsprachigen Inhalte korrekt und sorgfältig darzulegen. Beispielsweise wurde das Adjektiv von Zürich richtig mit "Zürcher", und nicht mit dem unsinnigen "Züricher" wiedergegeben! MacCullochs Werk kann als Leseempfehlung nicht nur für evangelische Christen - wie mich - wärmstens weiter empfohlen werden!
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