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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vor allem erzählerisch brillante wissenschaftliche Leistung - das Mittelalter als Grundlage der Moderne
Das Mittelalter erfreut sich seit längerer Zeit schon der intellektuellen Aufmerksamkeit. Die Bücher des französischen Historikers Jacques LeGoff, ( zuletzt "Das Mittelalter für Kinder"), haben vielen an Geschichte und Gegenwart interessierten Bildungsbürgern gezeigt, wie gegenwärtige Phänomene in einer Zeit ihren Ursprung nahmen und...
Veröffentlicht am 26. Februar 2011 von Winfried Stanzick

versus
10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ermüdend und einseitig
Ich weiss nicht, für wen der Autor sein Elaborat verfertigt hat, für den an geschichtlichen Prozessen interessierten Durchschnittsleser jedenfalls nicht! Denn wie schon der Rezensent "Der letzte Ritter" trefflich darlegte: der Stil ist verschraubt und schlicht ungenießbar und nach den. ersten hundert Seiten wird klar, wo die Grenzen der...
Veröffentlicht am 12. April 2012 von Gartlerpoet


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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine vor allem erzählerisch brillante wissenschaftliche Leistung - das Mittelalter als Grundlage der Moderne, 26. Februar 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Mittelalter: Geschichte und Kultur (Taschenbuch)
Das Mittelalter erfreut sich seit längerer Zeit schon der intellektuellen Aufmerksamkeit. Die Bücher des französischen Historikers Jacques LeGoff, ( zuletzt "Das Mittelalter für Kinder"), haben vielen an Geschichte und Gegenwart interessierten Bildungsbürgern gezeigt, wie gegenwärtige Phänomene in einer Zeit ihren Ursprung nahmen und ihre Bedeutung erhielten, die lange als das finstere Mittelalter" denunziert worden ist.

Im vorliegenden Buch legt der Frankfurter Mediävist Johannes Fried eine nicht weniger spannende und interessante Darstellung jener faszinierenden Geschichte vor, in der Menschen und Mächte Europa zu einer geistigen Einheit geformt haben. Sie schufen die Grundlagen der modernen Nationen, lösten in einem langen Streit Staat und Kirche voneinander, entdeckten in der Aufklärung die Freiheit des Bürgers, ein Thema , das so aktuell ist wie selten zuvor, und brachen auf den unterschiedlichsten Feldern in wirkliche und in wissenschaftliche Neuländer auf.

Was dieses neue Buch von Johannes Fried vor allem auszeichnet, ist seine spannende, aufgelockerte und verständliche Sprache, die so gar nicht wissenschaftlich daherkommt und doch meilenweit entfernt ist von billiger Populärhistorik. Erzählende Geschichtsschreibung ist das vom allerbesten, die den gebannten Leser mitnimmt in eine Welt, die er immer näher kennen lernt als die, die auf unterschiedlichste Weise die wichtigen Grundlagen gelegt hat für sein heutiges Leben, dessen Qualität und rechtliche Absicherung.

Und so ist das Buch nicht nur eine lehrreiche Lektüre, sondern sie regt zum Nachdenken an, weil sie vielfältig zeigt, auf welche wichtige und lange so gering geschätzte Weise die unterschiedlichen Epochen des Mittelalters den Weg geöffnet und bereitet haben in unsere moderne Welt.

Kaum einem anderen Historiker gelingt dies auf eine solche sprachlich und erzählerisch brillante Weise wie Johannes Fried. Das Buch ist ein wunderbares und wertvolles Geschenk für alle Menschen, die an Geschichte und ihre die Gegenwart prägende Kraft interessiert sind.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Mittelalter wie es leibt und lebt, 30. November 2013
Das Mittelalter. Kaum eine Epoche der Menschheitsgeschichte sorgt für so viele unterschiedliche Gefühle und Bilder wie das Mittelalter. Da ist vom finsteren" Mittelalter die Rede, von einem Zeitalter des Aufbruchs und der Ideen, aber auch von einer Zeit der Untetrdrückung, der Kriege und des religiösen Fanatismus und Wahnsinns. Doch was war das Mittelalter jetzt wirklich? Diese Frage zu beantworten reicht ein Buch mit 606 Seiten natürlich nicht aus, wenn Fried hier auch eine Gesamtdarstellung liefert, die bereits einen hervorragenden Eindruck von dem vermittelt, was das Mittelalter alles zu bieten hat.

Dabei behandelt Fried Themen wie den Aufstieg Europas am Ende der Antike, die Macht der Franken, Karl den Großen, die Erneuerungen des römischen Imperiums, die Macht der Päpste und die Welt der Kirche mit all ihren dunklen Seiten. Die Geschichte der europäischen Monarchie kommen ebenso wenig zu kurz wie die Loslösung der weltlichen von der religiösen Macht. Auch die Glaubensansichten und Ideen des einfachen Volkes kommen in diesem Werk nicht zu kurz. Und so bekommt der Leser einen guten, wenn auch einfachen, Einblick in die Zeit, die uns heute als Mittelalter bekannt ist, in die Machtverhältnisse, das Rechtssystem und das Leben der Menschen dieser Zeit.

Fried überzeugt dabei mit einer einfachen, sachlichen Erzählweise, die es sowohl Laien als auch erfahrenen Lesern von Sachbüchern und selbst fachkundigen Lesern ermöglicht, dem gelesenen nicht nur interessiert, sondern auch mit Spaß an der Sache zu folgen. 70 Abbildungen, und ein umfangreicher Anhang bestehend aus Anmerkungen, einer Bibliographie, einem Abkürzungsverzeichnis, Bildnachweis und einem Personenregister runden das Werk gekonnt ab.

Das Buch ist in gebundener Form bereits 2008 erschienen und wurde nun im Rahmen der Jubiliäums Edition 2013 des C.H. Beck Verlages erneut aufgelegt.

Fazit:

Johannes Fried legt hier eine Zusammenfassung vor, die, allein auf Grund der Kürze, dem Zeitalter das es behandelt in keinster Weise völlig gerecht werden kann. Aber, was auf 606 Seiten passt, hat Fried hervorragend aufgearbeitet und so dargelegt, dass jeder geschichtsinteressierte Leser seine helle Freude daran haben dürfte.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein großartiges Buch, aber nur für Leser mit solidem Vorwissen, 21. Mai 2013
Von 
Was war das europäische Mittelalter, und welche Bedeutung hat es für uns heute? Verbindet uns überhaupt etwas mit dieser fernen und scheinbar so fremden Epoche? Hat sie irgendeinen "Wert", verdient sie unsere Anerkennung oder zumindest eine vorurteilsfreie Betrachtung? War das Mittelalter wirklich eine finstere Zeit der Barbarei, der Unvernunft und des Kulturverfalls, wie es ein weitverbreitetes Klischee behauptet? War es tatsächlich ein viel zu langes und unfruchtbares Interludium zwischen Antike und Neuzeit, ein Kapitel der Geschichte, das die Völker Europas besser vergessen als aufmerksam studieren sollten? Das sind die Fragen, die Johannes Fried in seinem Buch aufwirft.

Staunend und bewundernd nimmt man als Leser zur Kenntnis, daß es Fried gelungen ist, tausend Jahre europäischer Geschichte auf nur 550 Seiten zu behandeln, in einer gelungenen Kombination von Erzählung, Analyse und Reflexion. Ein solches Buch kann nur auf dem Höhepunkt eines Forscherlebens geschrieben werden, denn der souveräne Überblick über die Materie, die ein solches Unternehmen erfordert und voraussetzt, steht dem wissenschaftlichen Nachwuchs erfahrungsgemäß nicht zu Gebote. Hier zieht ein Gelehrter die Bilanz seiner langen Beschäftigung mit dem europäischen Mittelalter, und diese Bilanz lautet: Weder abwertende Diffamierung noch romantische Verklärung werden dem Mittelalter gerecht. Ein realistisches Urteil über diese Epoche sollte sich einer einseitig positiven oder negativen Verzerrung enthalten.

Warum? Weil das Mittelalter kein Fremdkörper in der Geschichte Europas ist, kein Um- oder gar Irrweg, keine Sackgasse, sondern eine dynamische Entwicklungsetappe mit eigenem schöpferischem Potential. Das Mittelalter leistete zweierlei: Erhalt und Weitergabe des kulturellen, wissenschaftlichen und philosophischen Erbes der Antike einerseits; andererseits Herausbildung der modernen europäischen Staatenwelt, die wir vorschnell als Produkt der Neuzeit ansehen, deren Ursprünge aber doch tief ins Mittelalter zurückreichen. Für Fried hat das Mittelalter eine Art Scharnierfunktion: In der Antike verwurzelt, von der es keineswegs durch eine saubere Zäsur getrennt war, bildete es in der Auseinandersetzung mit dem antiken Erbe und neuartigen Herausforderungen zukunftsweisende Triebe und Sprossen aus, deren volle Entfaltung wir als exklusive Leistung der Neuzeit reklamieren, ohne uns hinreichend bewußt zu sein, wieviel die Neuzeit dem Mittelalter zu verdanken hat. Deshalb ist es Fried zufolge irreführend, das Mittelalter als Hiatus anzusehen, als tausendjährige Unterbrechung des europäischen Geschichtsverlaufs, als Aberration, die einen bruchlosen Übergang von der Antike zur Neuzeit tragischerweise verhindert habe.

Wie bereits erwähnt, kombiniert Fried Erzählung und Vermittlung eines Grundgerüsts an historischen Fakten mit Analyse und Reflexion. Leser sollten sich auf diese enge Verschränkung von "untersuchender" und "erzählender" Darstellungsweise (frei nach Droysen) einstellen. Die in knappen Strichen erfolgende Nachzeichnung des Geschichtsverlaufs dient Fried dazu, wichtige Leitmotive der tausendjährigen mittelalterlichen Geschichte herauszuarbeiten und immer wieder aufs Neue zu untersuchen: Umgang mit dem antiken Erbe (Erhalt, Wiederauffindung, Aneignung, Weiterentwicklung); Wandlungen von Herrschaft, Staatlichkeit und politischen Ideen; Ausdifferenzierung der Staatenwelt und Ursprünge der heutigen Nationalstaaten; Aufstieg und Niedergang des Kaisertums; das spannungsträchtige Verhältnis zwischen geistlicher (Kirche und Papsttum) und weltlicher Macht (Kaisertum, Monarchien); Erwerb neuen Wissens in Begegnung mit außereuropäischen Kulturen; die Entwicklung von Bildungsinstitutionen (von Klosterschulen über Universitäten zu humanistischen Zirkeln); technologischer und wirtschaftlicher Fortschritt; Wiedergeburt und Aufblühen der Städte; das Verhältnis zwischen Glaube/Religion hier und Vernunft/Wissenschaft dort.

Diese Motive untersucht Fried vor einem geographischen Hintergrund, der Mittel-, West-, Südwest- und Südeuropa umfasst, während Skandinavien und Byzanz nur gelegentlich gestreift werden und die ostslawische Welt gänzlich ausgeblendet bleibt. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen hauptsächlich die Erben der merowingischen und karolingischen Reichsbildungen, also das Heilige Römische Reich und Frankreich, sowie das Papsttum als einzige "europäische", d.h. den ganzen Kontinent umspannende Institution. England, die Iberische Halbinsel und Italien erfahren weniger Aufmerksamkeit, werden aber immer wieder in den Gang der Erzählung einbezogen.

Es würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, auf einzelne Kapitel des Buches oder bestimmte Themen einzugehen. Das würde wie Rosinenpickerei wirken und dem Reichtum und der Perspektivenvielfalt des Buches nicht gerecht werden. Der Katalog der behandelten Themen deckt alles ab, was am Mittelalter wichtig und relevant ist, von der Karolingischen Renaissance über die Kreuzzüge und den Investiturstreit bis hin zum Humanismus des 15. Jahrhunderts. Was Fried für das Verständnis des Mittelalters leistet - und dies kann gar nicht hoch genug geschätzt werden! -, wurde oben bereits dargelegt und gewürdigt. Es soll abschließend um die Frage gehen, auf welche Rezeptionsprobleme das Buch beim Lesepublikum stoßen dürfte. Fried hat das Buch für historisch interessierte Laien geschrieben, nicht für Fachleute. Das verdient unbedingt Anerkennung. Aber ist das Buch wirklich für eine nichtakademische Leserschaft geeignet?

Sprachlich bereitet die Lektüre keine Probleme. Problematisch ist der Inhalt. Historiker, die aus der immensen Fülle ihres (Fach-)Wissens schöpfen, vergessen allzu oft, daß zwischen ihnen und den sogenannten historisch interessierten Laien eine breite Kluft besteht, ein steiles Wissensgefälle. Was für den Historiker selbstverständlich ist, weil es den Gegenstand seiner täglichen Arbeit bildet, ist für den Laien allzu oft fremd, exotisch, rätselhaft, schwer verständlich. Sollte Fried das Ziel verfolgt haben, Neulinge für das Mittelalter zu begeistern, so ruft die Frage, ob das Buch diesem Ziel gerecht wird, ob Mittel und Zweck zusammenpassen, Skepsis und Bedenken hervor. Um es auf den Punkt zu bringen: Dies ist im Grunde wieder "nur" ein Buch für Historiker und pensionierte Studienräte mit bildungsbürgerlichem Hintergrund, aber nicht für Gelegenheitsleser, nicht für Anfänger. Wer kein solides Vorwissen mitbringt, wird mit dem Buch seine liebe Not haben und bald ein Gefühl der Überforderung verspüren. Ist schon die Ereignis- und politische Geschichte des Mittelalters schwer zu überschauen, so errichtet Fried mit der starken Akzentuierung von Kirchen-, Religions- und Rechts-, Bildungs-, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte hohe Hürden, an denen nichtakademische Leser zu scheitern drohen.

Die antiken und mittelalterlichen Autoren und Denker, die Fried so wichtig sind, gehören längst nicht mehr zum gängigen Bildungsgut. Man kann über sie nicht mehr so schreiben, als wüsste jeder Leser sofort, wer gemeint ist und welche Bedeutung diesem oder jenem Werk zukommt. Es werden Autoren, Werke und Denkschulen behandelt, mit denen selbst mancher Mediävist wenig anzufangen weiß, denn in Zeiten unvermeidlicher Spezialisierung geht irgendwann auch dem Fachmann der Überblick verloren. Die notwendigerweise gedrängte, knappe Darstellung trägt ein Übriges dazu bei, daß Leser ohne breites Vorwissen verwirrt und überfordert werden dürften. Manche Kapitel und Passagen konfrontieren den Leser mit einer dichten Faktenfülle, die gerade von Laien schwer durchschaut, verstanden und verarbeitet werden kann. Das gilt besonders für Stellen, an denen im Schnelldurchlauf die politische Geschichte der europäischen Monarchien und die verwandtschaftlichen Beziehungen der Dynastien und Herrscherhäuser behandelt werden. Mehr als einmal stiftet Fried dabei mehr Unklarheit als Klarheit. Der Rotstift des Lektors hätte hier manche Besserung bewirken können - und müssen.

Fazit: Man kann Frieds Buch mit großem Genuss und Gewinn lesen - wenn man hinreichend vorgebildet ist. Fried, motiviert von spürbarer persönlicher Leidenschaft, räumt mit Klischees und Vorurteilen auf und öffnet dem Leser die Augen für die Faszination, die das Mittelalter auszuüben vermag. Es ist gut, daß dieses Buch geschrieben wurde. Es ist schade, daß seiner Rezeption enge Grenzen gesetzt sind. Und zu guter letzt: Nach der Lektüre fragt man sich, wie wohl eine Darstellung der Geschichte Europas im Mittelalter aus der Feder eines britischen, französischen oder italienischen Historikers/Autors aussehen mag. Der Vergleich wäre bestimmt reizvoll!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Entwicklung des Mittelalters verständlich erklärt, 29. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Mittelalter: Geschichte und Kultur (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch primär gekauft, um einige missing links zu finden, die mir durch den doch sehr lückenhaften Geschichtsunterricht in der Schule gefehlt haben. Die Stärke dieses Buchs steckt aus meiner Sicht in der vernetzten Darstellung der Entwicklung des Mittelalters. Es wird nicht stupide nach Jahrhunderten eingeteilt, stattdessen zeichnet der Autor fließende Übergänge und zusammenhängende Entwicklungen. Das wäre für mich auch das Kaufargument: Die Zahlen, Daten und Fakten finden sich mittlerweile in Wikipedia gut beschrieben; die größeren Zusammenhänge aber werden in diesem Buch gelungen vermittelt.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende Einführung in die Geschichte und Kultur des Mittelalters, 22. Februar 2011
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Mittelalter: Geschichte und Kultur (Taschenbuch)
Kaum eine Epoche ist dem Menschen des 21. Jahrhunderts unverständlicher und fremder, ja bedrohlicher als die Welt des Mittelalters. Und doch geht von ihm eine unbekannte Faszination aus.

Johannes Fried (Prof. für Mittelalterliche Geschichte) beseitigt nun in seiner ausführlichen Darstellung "Das Mittelalter - Geschichte und Kultur", die im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen ist, diese immer wiederholten Vorurteile. Eindrucksvoll beweist er, dass das Mittelalter keineswegs eine rückständige, barbarische Epoche war.

Dabei war das Mittelalter eigentliche keine abgeschlossene Epoche sondern lediglich die Zeitspanne etwa zwischen 500 und 1500. Die Abgrenzung zur Antike und zur Neuzeit ist fließend, wie es auch innerhalb des Jahrtausends verschiedene Entwicklungslinien gab. Daher wird die chronologische Untergliederung des Mittelalters auch nur angedeutet.

Die Darstellung des Stoffes beginnt in der Spätantike am Ende des Römischen Reiches, als in Europa die große Völkerwanderung einsetzte und das Christentum in die politische Wirklichkeit eintrat. Nach und nach entwickelten sich festere Herrschaftsgebilde, städtisches Leben sowie kirchliche und klösterliche Kultur. Schließlich endete das Mittelalter an der Schwelle zur Renaissance, als wissenschaftliche Entdeckungen und ein neues geografisches Weltbild im geistigen Europa Einzug hielten.

Auf 600 Seiten und in elf Kapiteln entfaltet der Autor ein beeindruckendes Panorama des Mittelalters, das erfüllt war von erbitterten Glaubenskämpfen, kühnen Entdeckungsfahrten und majestätischen Bauwerken. Kaiser, Päpste, Könige, Gelehrte, Missionare, Baumeister oder Kaufleute waren das Personal, das dieses 1000jährige Panorama europäischer Geschichte und Kultur bevölkerte. Fried zeigt deren Auseinandersetzungen und Handlungsspielräume. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder die Frage: Was prägte diese Welt so nachhaltig?

Den Abschluss bildet ein Epilog, in dem der Autor noch einmal der Frage "Finsteres Mittelalter?" nachgeht. Fazit der Betrachtung ist, dass das Mittelalter eminent schöpferisch und Wegbereiter in unsere moderne Welt war.

Zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen lockern den wissenschaftlichen, aber leicht lesbaren Text auf. Ein umfangreicher Anhang mit Anmerkungen, Bibliografie und Register erleichtert außerdem die vertiefende Lektüre.

Johannes Frieds Buch ist eine umfassende Einführung in die Geschichte und Kultur des Mittelalters, die durch sachliche Information, bildhafte Darstellung der historischen Zusammenhänge und einen farbenfrohen Erzählstil besticht. Für jeden an Geschichte interessierten Leser ein echter Gewinn.

Manfred Orlick
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5.0 von 5 Sternen Keine chronologische Aufzählung der Geschichte des Mittelalters, 23. Mai 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das überschaubare, das belegbare, das historische frühe Zeitalter des Werdens einer deutschen Nation wird hier in klar gegliederten Kapiteln abgehandelt. Das Erstarken der Frankenstämme, das Zeitalter der Merowinger und Karolinger wird gut dargestellt. Das Buch endet um die Reformation herum. Vorkenntnisse sind erforderlich, man muss sich in die Materie einlesen, manche Sätze mußte ich mehrmals lesen, bis ich verstand. Insgesamt hochinteressant, aber natürlich keine Lektüre für den Strand.
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ermüdend und einseitig, 12. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Mittelalter: Geschichte und Kultur (Taschenbuch)
Ich weiss nicht, für wen der Autor sein Elaborat verfertigt hat, für den an geschichtlichen Prozessen interessierten Durchschnittsleser jedenfalls nicht! Denn wie schon der Rezensent "Der letzte Ritter" trefflich darlegte: der Stil ist verschraubt und schlicht ungenießbar und nach den. ersten hundert Seiten wird klar, wo die Grenzen der Schwarzweiß-Zeichnung verlaufen: hier das mittelalterlich dunkle Kaisertum, dort im hellen Licht Papst und Kirche.

Bis zur Mitte des Buches habe ich mich durchgekämpft, nun gebe ich auf und lege es zur Seite, um nach lesbarer und objektiver Lektüre zu suchen.
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Das Mittelalter: Geschichte und Kultur
Das Mittelalter: Geschichte und Kultur von Johannes Fried (Taschenbuch - 1. März 2011)
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