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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine lesenswerte Beweisfühung zu der Überlegung ist die Seele eigentlich unsterblich!, 8. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Von der Unsterblichkeit der Seele (Taschenbuch)
Im Angesicht des nahenden Todes von Sokrates, auf Grund seiner bereits erfolgten Verurteilung zum Tode, kommen seine Freunde nochmal ins Gefängnis zu einem letzten Abschied.
Was dann folgt ist eine unglaublich gute Reflektion über die Seele und das menschliche Leben. Sokrates Trost gilt dabei seinen Freunden und er macht einen letzten Versuch sie von der Unsterblichkeit der Seele wirklich zu überzeugen. Dabei geht es dann um die Fragen: Wann die Seele in den Körper eintritt; ob sich die Seele an ihr früheres Wissen erinnern kann; ob die Seele den Körper verlassen kann; ob sie sich später erneut inkarniert...
Sokrates bleibt ein Vorbild an Gelassenheit, selbst im Angesicht des Todes. Er beeindruckt den Leser wenn er den Tod des Körpers nur als eine glückliche Befreiung der Seele beschreibt. Aber diese Gedanken Sokrates werden in dem Dialog nicht von allen seinen Freunden akzeptiert und so gibt es einen wunderbaren Gedankenaustausch ohne ein echtes Ergebnis, oder vielleicht doch...Finden sie es für sich heraus.

Fazit: Platons Text über die Beweisführung von Sokrates zu der "Unsterblichkeit der Seele", mit vier unterschiedlichen Begründungen, ist sehr lesenswert. Als Weiser hat Sokrates ein Leben lang an seiner Persönlichkeit gearbeitet und diesem Weg und Gedanken bleibt er auch im Angesicht des Todes treu. Er geht freiwillig und souverän dann in den aufgezwungenen Freitod und trinkt plaudernd den Schierlingsbecher. Ganz nebenbei erinnert er seinen Freund noch einen Hahn zu opfern...
(Was auch immer dieser Hinweis auf das Opfer bedeuten mag? Eine letzte Absicherung, oder die Dankbarkeit von einer "Krankheit"(= dem Körper) befreit zu werden, möglicherweise auch nur ein kleiner Scherz von Platon um den Leser zu verwirren, wir werden es wohl nicht mehr erfahren)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Leben gehört der Tod, zur Unsterblichkeit die Seele., 23. August 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
"Wie seltsam, ihr Männer, scheint doch das zu sein, was die Menschen als angenehm bezeichnen, und wie
merkwürdig sind seine Beziehungen zum Unangenehmen, das man doch für das Gegenteil hält. Zwar wollen sich
beide beim Menschen nie gleichzeitig einstellen; wenn aber jemand dem einen nachjagt und erreicht, so ist
er fast gezwungen, auch das andere in Kauf zu nehmen, als ob die beiden am oberen Ende zusammengebunden wären."
(Platon)

Apologie, Kriton, Phaidon ist die Reihenfolge Platons in der Erkenntnis von Seele in den Zusammenhängen von Eros und Unsterblichkeit. Wurde noch in der Apologie gezeigt, wie Verteidigungsreden Sokrates aufgebaut werden, erwartet Sokrates im Phaidon den Schierlingsbecher nach der Verurteilung zum Tode in der Apologie. Seine Freunde, auch Kriton, versammelten sich im Gefängnis zum Abschied. Im Gesprächsrahmen von Phaidon und Echekrates sprechen diese beiden über den Tod Sokrates. Aus diesem Rahmen verzweigt Platon in das Zentralgespräch, nämlich die Vorbereitung zum Tode des Sokrates, eben von "Unsterblichkeit der Seele".

Sokrates kennt keine Furcht vor dem Tod. Im Gegenteil, er freut sich darauf, weil der Tod ein Befreier ist, dergestalt, dass seine Seele aus dem Gefängnis des Körpers nach dem Vorbild des orphisch-pythagoreischem Gedankens befreit wird. So beginnt seine Beweisführung über die Unsterblichkeit der Seele, die trotz aller Redekunst von seinen Freunden, insbesondere Kriton, angezweifelt werden. So legt Sokrates mehrere Beweisführungen vor.

Er beginnt mit der Behauptung und dessen Ableitung von der (1) Präexistenz der Seele, die somit vor der Geburt bereits existiert und somit nach dem Tode weiterlebt. Das Phänomen der (2) Wiedererinnerung (anamnesis) zwingt zur Voraussetzung, dass der Mensch bereits ein Wissen von Begriffen und Gestalten hat, die es ihm ermöglicht in der Kombination von (1) sich in der Vielheit der Erscheinungen auch auf die Sehweise der Gleichheit zu konzentrieren, da die Seele gerade wegen ihrer Präexistenz Gleichheit kennengelernt hat. Die Fragen der Freunde, dass gerade wegen der Präexistenz das Weiterleben der Seele als zwingend angesehen werden muss, bejaht Sokrates, da die Seele sich mit dem Unsichtbaren, Beständigen, Ewigen befasse, der Körper hingegen beziehe sich nur auf die vergehende Welt. In dieser Unterscheidung liegt es nahe, dass beiden ein unterschiedliches Schicksal bevorsteht. Geht die Seele in die Ewigkeit, der Körper in die Vergänglichkeit, ist allerdings die Seele des Philosophen als absolut rein zu betrachten. Damit geht die philosophische Seele hinüber ins Göttliche. Seelen in den Körpern von Menschen, die nur gemäß ihrer Begierde lebten, werden zurück in die Körper von Tieren gehen.

Sokrates führt weiter aus, das (3) Wahrheit nur im Denken liege und nicht in sinnlicher Erfahrung. Dieses Argument der Unsterblichkeit führt den Gedanken der Wiedererinnerung (2) fort, da die Eigenschaften von Dingen nur auf Grund der Teilhabe an einer übergeordneten Idee vorhanden sind. Etwas Schönes ist schön, weil es der Idee des Schönen entspricht.

Als letztes Argument bringt Sokrates die Aussage, dass (4) die Seele eine ausschließliche Verbindung zum Leben habe, dieses unumstößlich betrachtet und damit der Seele unterstellt, niemals eine Verbindung mit dem Tod eingehen zu können. Dieser platonische Dialog schließt mit dem Bericht über die letzten Stunden des Sokrates.

Sokrates stellt sich als abgeklärter Rationalist dar, seine vorgetragenen ethischen Postulate hat er verinnerlicht, selbst auf dem Wege in den Tod. Sein Gedanke über den Vorrang des Geistes über den Körper trägt er mit stoischer Bestimmtheit vor, seine Unbeirrbarkeit, begonnen in der Apologie, im Kriton und hier im Angesichts des Todes, zeigt sein vehementes Wollen, Recht zu behalten.

Dass seine Überlegungen nicht von intimer Überzeugung sein können, lassen die vier Beweisführungen vermuten. Wäre der abgeklärte Sokrates der festen und logischen Überzeugung, hätte EIN Argument, vorgetragen in seiner üblichen Dreischritt-Methode, gereicht. Dass er behauptet, sich in dem Sinne der reinen und philosophischen Seele direkt zu den Göttern zugehörig zu fühlen, hätte nicht zum letzen Satz zu Krition führen dürfen. "Mein Kriton, wir müssen dem Asklepios einen Hahn opfern." Hier zeigt Sokrates deutlich, dass er von dieser Welt ist und nicht sein Denken ihm im Sinne des Geistes eine Unsterblichkeit der Seele aufzeigen kann. Es bedarf der Opfergabe an einen Gott. Dennoch ist mit dieser Haltung eine Modellgestalt des Griechentums etabliert.

Das Titelbild des Buches zeigt Platon und Aristoteles als Ausschnitt des Bildes von Raphael. Es ist der Mittelpunkt der "Philosophenschule von Athen". Platon trägt seinen Timaios unter dem Arm, Aristoteles seine Ethik.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Europäische Spiritualität, 12. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Von der Unsterblichkeit der Seele (Taschenbuch)
Platon, Sokrates, wunderbar. In einer Zeit, in der uns immer wieder unsere angeblich christlich-jüdischen Wurzeln gepredigt werden, bringt dtv eines der großen spirituellen Werke von Platon neu heraus. Die alten griechischen Philosophen sind bei uns ganz zu Unrecht ins Abseits der Wahrnehmung geraten. Wer heute Sinn sucht, findet bei den Zeitgenossen Buddhas und Laozis eine wahre Goldgrube an Ideen. Platons Gedanken zur Seele, vor dem Tod (und vor allem vor dem Leben) sind grundlegend und bis heute inspirierend. Der kleine Preis, der dtv zu danken ist, wird hoffentlich viele Käufer nicht lange überlegen lassen. Europäische Spiritualität, mit scharfem Verstand und tiefem Blick und obendrein vor Entstehung der christlichen Dogmen: Das ist die Reise wert.
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Von der Unsterblichkeit der Seele
Von der Unsterblichkeit der Seele von Platon (Taschenbuch - 1. Dezember 2010)
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