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5.0 von 5 Sternen Die Neunte - eine "Urkunde der Menschheit, und andererseits eine Folie ihrer Dummheit" - ein musikalischer Welterfolg
Wenn ein musikalisches Werk ein Buch von über 350 Seiten verdient, so muss es ein wirklich ganz besonderes sein. Und es gibt, so meine ich, kein anderes, dass dieses Vorhaben mehr verdient als die neunte Sinfonie von Beethoven, ein Meilenstein der Kulturgeschichte, das wohl bekannteste Werk der gesamten Musikgeschichte.

Der Schriftsteller Dieter...
Veröffentlicht am 19. November 2007 von Christian Hopp

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Autor hat leider keine Ahnung
Hier handelt es sich um ein Trinklied, von Freimaurern in Auftrag gegeben und für Freimaurer geschrieben. Es orientiert sich an dem Ritual für Tafellogen, also für ein mehr geselliges Treffen nach einer Logenarbeit. Wer die Ritualsprache der Freimaurer-Rituale versteht, für den ist der Text ein "offenes Buch" nur hat das nichts mit den Interpretationen...
Vor 18 Monaten von Cougar veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Neunte - eine "Urkunde der Menschheit, und andererseits eine Folie ihrer Dummheit" - ein musikalischer Welterfolg, 19. November 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn ein musikalisches Werk ein Buch von über 350 Seiten verdient, so muss es ein wirklich ganz besonderes sein. Und es gibt, so meine ich, kein anderes, dass dieses Vorhaben mehr verdient als die neunte Sinfonie von Beethoven, ein Meilenstein der Kulturgeschichte, das wohl bekannteste Werk der gesamten Musikgeschichte.

Der Schriftsteller Dieter Hildebrandt hat sich an dieses Vorhaben gewagt und in neun Kapiteln auf 347 Seiten plus Quellenapparat und Register die Geschichte dieses musikalischen Ausnahmeereignis wiedergegeben. Er beginnt mit der Uraufführung 1824 in Wien, erklärt die Entstehungsgeschichte sowohl des Gedichts als auch der Sinfonie und beschreibt ausführlich ihre Rezeption, zunächst in der Dekade nach ihrer Uraufführung in Deutschland, London, Paris und New York, allerdings belässt er es keineswegs dabei. Er beschreibt auch den Missbrauch, der mit der Neunten getrieben wurde von dem Egomanen Richard Wagner, der keine Skrupel hatte, Eingriffe in die Partitur vorzunehmen, den Patrioten, die sie jeweils als Manifestation ihrer Staatsform nutzten und den Nationalsozialisten, die sie für sich als Bollwerk deklamierten. Hildebrandt erläutert weiterhin ihre Bedeutung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter vielseitige Verwendung in der Literatur und im Kino (Thomas Mann, Anthony Burgess, Stanley Kubrick), ihr Weg zur Europa-Hymne und die zunehmende Trivialisierung u .a. durch die Werbung.

Er endet mit einem Ausblick und kommt zu dem Schluss: Die Neunte ist nach wie vor hoachktuell. "Wie, ohne Leidenschaft, wollt ihr etwas erreichen? Wie, ohne Pathos des Zorns, wollt ihr gehört werden? Wie, ohne Courage, wollt ihr frei werden zur Freude?" (S. 343). Doch im selben Kapitel erkennt er, dass das Ziel "Alle Menschen werden Brüder" zwar durch die Globalisierung und elektronische Vernetzung niemals so nahe war wie heute, doch gerade im Zuge der jüngsten globalen Entwicklungen auch noch nie in so weiter Ferne. Schillers Ziel mag letztendlich utopisch oder eschatologisch sein, doch ändert es nichts an der Bedeutung gerade dieser Sinfonie für unsere Zeit: "Im Zeitalter der Datenflut, in der kein Mensch wissen will und kann, was gestern war, ja daß es ein Gestern gab, wird diese Sinfonie zur Dokumentation des Unaufhörlichen, der aufgehobenen Zeitlichkeit, des immerwährenden Einspruchs" (S. 346).

Hildebrandts Darstellung richtet sich nicht an Musikwissenschaftler, sondern vor allem an Liebhaber von Beethovens neunter Sinfonie. Diese werden voll zufriedengestellt, die Lektüre ist stets motivierend, nie trocken, liefert zahlreiche Anekdoten und geht auch Gerüchten nach, wie z. B. dem, das Gedicht hieße ursprünglich "Freiheit schöner Götterfunken". Man wird keine systematischen Form- und Harmonieanalysen finden, auch die genauen Auswirkungen auf Komponisten der Romantik werden nur angerissen, doch diesen Anspruch erhebt dieses Buch auch nicht, zumal diese Arbeit schon von anderen geleistet wurde. Diese Buch will den singulären musikalischen Welterfolg der Neunten vor Augen führen - "Die Neunte als Urkunde der Menschheit, und andererseits als Folie ihrer Dummheit" (S. 336) - und das ist Dieter Hildebrandt vortrefflich gelungen, noch dazu in einer wunderschönen Sprache, fast so schön wie Beethovens Musik.

Die 9 Kapitel des Buchs:
I: Sternstunden mit dunkler Materie - Die Uraufführung der neunten Sinfonie
II: "An die Freude" - Neun Expeditionen in ein Weltgedicht (Schiller)
III: "Es ist nun gefunden ... Freude!" - Der Leidensweg zum Jubel (Beethoven)
IV: "Diesen Kuß der ganzen Welt" - Berlin, London, Paris, New York
V: "Ahnest du den Schöpfer, Welt?" - Der Auftritt der Retuscheure
VI: "Was die Mode streng geteilt..." - Kult, Konflikte, Klassenkampf
VII: "Ihr stürzt nieder, Millionen..." - Wie die neunte Sinfonie zum Teufel ging...
VIII: "Nicht diese Töne!" - Kubrick, Kagel und Europa-Hymne
IX: Finale - Die Freude nach dem Fun
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Politik und Kunst, 14. Dezember 2008
Kaum ein Werk ist so mit der Politik verwoben, wie diese Sinfonie.

Hildebrandt zeichnet kenntnisreich und voller Querverweise die Geschichte des Schiller'schen Textes, die Geschichte der Entstehung er Sinfonie und deren weiteren Entwicklung.

Das Werk von Beethoven ist für damalige Verhältnisse monströs, so wie die grosse Fuge, die späten Quartette, sicher auch die Hammerklaviersonate.

Kein Wunder, dass eine Zeitlang dieses Werk als die Verwirrung eines inzwischen tauben Komponisten verstümmelt aufgeführt wurde; der vierte Satz wurde einfach weggelassen.

Hildebrandt zeichnet nach, wie andere Komponisten sich dieses Werks bedient haben, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, wie etwa Berlioz oder Wagner.

Ausgerechnet ein Werk, das die Verbrüderung von Menschen beschwört, wird dann zum zentralen Beethovenwerk der Nazi-Zeit, wurde am häufigsten von allen Sinfonien aufgeführt, nicht die fünfte oder die Eroica.

Das legendäre Konzert von Furtwängler am 19.4.1942 wird ausführlich behandelt ( wir sehen im Film taking sides von Szabo die Rechtfertigungen von Furtwängler- angelehnt an die Arbeiten von Prieberg). Die Neunte als Huldigung von Hitler ( der gar nicht anwesend war),anwesend die gesamte Parteielite. Vim März des Jahres 1942 existiert eine Aufnahme der Sinfonie mit den Berlinern und Furtwängler, die man sicher als nicht Hymne auf den Nationalsozialismus bezeichnen kann, so heftig, so rauh, keine Weihefeier, eher ein Spiegelbild bedrohter Menschlichkeit.

Dann nach dem Krieg die Entwicklung zur Europa-Hymne- dem Geist des Werks sicher mehr entsprechend.

Für den Musikfreund wäre sicher interessant gewesen, wie die Missbrauchserfahrung sich in den Interpretationen der fünfziger Jahre widerspiegelt? Hildebrandt geht relativ knapp darauf ein, verweist auf Gardiner, Norrington und Nagano, die dem Pathos dieser Sinfonie abgeschworen haben. Interessant wären genauere Betrachtungen zu den Dirigenten gewesen, die im dritten Reich bereits ein wichtige Rolle spielten, wie Karajan und Böhm.

Der Wert dieser umfassenden Studie wird durch diese Anfrage nicht gemindert.

Die Eingewobenheit der Kunst in die Gesellschaft wird an diesem Werk sehr sinnfällig.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer zu Silvester, 1. Januar 2010
Ein Ritual, zu Silvester gibt es eine Neunte.

Dieses Jahr zB im Rundfunk mit Järvi und der Bremer Kammerphilharmonie.

Aber auch bei Olympischen Spielen, als Europahymne, ja als Weltkulturerbe ist das Werk präsent.

Im dritten Reich wurde es so häufig wie sonst kaum eine Sinfonie gespielt. In der Saison 1942/43 alleine 31 Mal.

Zwei sehr bewegende Zeugnisse von Furtwängler gibt es aus dieser Zeit, Marz 1942 und 19.4.1042,bei youtube zu besichtigen.

Hildebrandt geht auf die Besonderheit dieses Werks von allem Anfang an ein. Die Rolle von Schiller, die Umstände, in denen Beethoven lebte, als er das Werk komponierte, die verschiedenen Phasen der Rezeption, in Deutschland und Europa, ja darüber hinaus ,zB in Japan, eine Nation ,die geradezu süchtig nach dieser Musik ist.

Es ist sehr erfreulich, so umfassend zu diesem Werk und seiner Rezeption unterrichtet zu werden.

Ein Buch als Hintergrund für die Musik zum Jahreswechsel.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar bereicherndes Werk über Beethoven und Schiller, 6. Februar 2011
"Freude, schöner Götterfunken - jeder kennt den Schlußchor von Beethovens neunter Symphonie. Doch wer kennt seine Geschichte?" Diese Worte stehen auf dem Umschlag und versprechen eine intensive Beschäftigung mit einem weitbekannten und doch eigentlich unbekannten musikalischen Werk.

Also beginnen wir gespannt zu lesen, und folgen gleich zu Beginn dem jungen Beethoven, der das von ihm verehrte schillersche Gedicht vertonen möchte und dies doch nicht gleich tun darf - denn Schillers Gedichte, die Worte des Aufrührers, sind verboten und verbannt. Erst Jahrzehnte später dann - im Rahmen seiner letzten Symphonie - darf Beethoven den Jugendwunsch umsetzen und erschafft damit ein großes Werk, in dem Instrumentierung und Chor in gänzlich neuer Weise zusammengreifen und die Zeitgenossen überfordern. Es wird wieder Jahrzehnte dauern, bis das Werk als 'angenehm' oder 'bewegend' empfunden und auch in den Konzerthäusern aufgeführt wird (anstatt, wie zuvor, den letzten Satz der Neunten einfach auszulassen).

Dann lesen wir über Schiller - und spüren den Worten des Freudengedichtes nach. War Freude gemeint - oder sollte doch eher 'Freiheit' an der Stelle im Gedicht stehen? War es ein Trinklied oder das Lied eines versteckten Freimaurers? Dieter Hildebrandt deckt allerlei Bekanntes auf aber auch viele unbekannten Details, es ist eine Freude, Schiller hier noch einmal zu begegnen.

Die Rezeptionsgeschichte und Gedanken zu einzelnen Partien des Schlußsatzes, das alles war herrlich zu lesen, gebildet, gut recherchiert. Ich persönlich finde Dieter Hildebrandts Stil manchmal etwas zu vollmundig oder gezwungen: da schwankt Schiller 'zwischen Hunger und Herzog, zwischen Schuldturm und Schikane'... oder Beethoven ist Feuersbrunst, Dämon, Himmelssturm... solche Worte unterstreichen für mich nicht das Gesagte, sondern lenken meinen Blick aus dem Inhalt auf die Worte - etwas, das ich als künstlich empfinde. Das ist aber bitteschön als Kritik auf einem hohen Niveau zu verstehen - will sagen: dies kann eigentlich gar nicht als wirkliche Kritik aufgefasst werden, da das Gesamtwerk wirklich ein wunderbares Niveau besitzt.

Einen Stern Abzug gab es von mir nur für die Schlusskapitel, in denen ein Feldzug gegen Furtwängler veranstaltet wird und 'Clockwork Orange' und die darin auftauchende Rolle der Neunten als Folterwerkzeug ausdrücklich gelobt wird. Beides kann ich in dieser Ausschließlichkeit nicht nachvollziehen und empfand ich geradezu als Bruch - denn die vorangehenden Kapitel hatten dem Leser stets beide Seiten der Medaillen gezeigt.

Insgesamt also von mir ein großes Lob auf ein wunderbar anregendes Buch - mit einem kleinen Abzug für die letzten beiden Kapitel.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Autor hat leider keine Ahnung, 12. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Neunte: Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs (Taschenbuch)
Hier handelt es sich um ein Trinklied, von Freimaurern in Auftrag gegeben und für Freimaurer geschrieben. Es orientiert sich an dem Ritual für Tafellogen, also für ein mehr geselliges Treffen nach einer Logenarbeit. Wer die Ritualsprache der Freimaurer-Rituale versteht, für den ist der Text ein "offenes Buch" nur hat das nichts mit den Interpretationen des Autors zu tun, der meilenweit daneben liegt. Er hätte einfach mal mit Freimaurern sprechen sollen, die hätten ihm zumindest ansatzweise einige Ideen vermittelt.

Daher ist dieses Buch leider nicht empfehlenswert.
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Die Neunte: Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs
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